Rezension: Mahou Shoujo Ore
Vertonung anhören:


Der Autor: Eiti



Der Anime: Mahou Shoujo Ore

Nach einem religiösen Besuch vom Paten Pantie und einem Trip ans Meer mit muskulösen Männern, habe ich nun beschlossen, eine kleine Pause vom Anime-Schauen einzulegen und was bietet sich da besser, als noch mehr Animes zu schauen und einen Rewatch von JoJo’s Bizarre Adventure zu starten? Dumm nur, dass ich vergaß ihn in zu meinen „Vermerkten Werken“ hinzuzufügen und darum durfte ich ihn selbstständig wieder suchen. Gesagt, getan. Nur ist mir hierbei ein kleiner Fehler unterlaufen und ich habe anstatt JoJo’s Bizarre Adventure Mahou Shoujo Ore eingegeben. Es ist mir zwar erst nach dem Anschauen der ersten Folge aufgefallen, dass mein geliebter Jonathan nicht von Dio niedergeschlagen wird, aber letztlich war es mir egal. Solange ich meine tägliche Dosis pure Maskulinität bekomme, bin ich ein glückliches Eiti und du kannst mich ruhig streicheln, ohne dass ich deinen Doujin-Ordner lösche. Zum Glück bietet Mahou Shoujo Ore eine Ansammlung von Höschen tragenden Mädchen, die sich in muskulöse Männer verwandeln können… und vieles mehr (vielleicht).

Mahou Shoujo Ore feierte sein Debüt in der Frühling-Season 2018 und entstand unter der Regie von Itsuro Kawasaki im Studio Pierrot Plus. Die Anime-Adaption umfasst eine Folgenzahl von zwölf mit einer durchschnittlichen Länge von jeweils 25 Minuten und basiert auf den gleichnamigen Manga von Mangaka Icchokusen Mouken. Für das außergewöhnliche Charakterdesign war Yukiko Ibe zuständig und unsere zwei liebevollen Magical Girls wurden jeweils von einer Frau und einem Mann synchronisiert…. Bitte was?

Ja, richtig gehört. Die chaotische, pinkhaarige und kleine Saki Uno sowie ihre schwarzhaarige, oberweitenreiche und beste Freundin Sakuyo Mikage werden von jeweils zwei Personen gesprochen. Da dies nicht normal ist, außer es handelt sich um Darling in the FRANXX (ich schaue auf dich, Goro), muss es doch einen logischen Grund dafür geben, oder? Exakt, genau dieser existiert auch.


Ihr müsst nämlich wissen: Saki und Sakuyo wollen Idol-Stars werden, werden aber von Sakuyos Bruder (aka Sakis Crush) und seinem überhaupt nicht komisch wirkenden Freund in den Schatten gestellt. Jegliche Art von Hoffnung auf Erfolg wird dadurch fast gestört. Zum Glück haben sie ihren Manager, welcher mit motivierenden Sprüchen ihnen noch etwas Hoffnung gibt. Doch alles verändert sich, als ein Mafiaboss versucht, Sakis Haustür einzutreten, da er nicht weißt, dass der gute alte Stein alles schlägt (hat er etwa noch nie Stein-Papier-Schere gespielt?). Zum Glück ist der scheinbare Mafiaboss nichts Geringeres als eine gute Fee, welche nur versucht, Sakis Mutter zu überreden, als Magical Girl gegen Dämonen, welche wie knuffige Teddybären aussehen, zu kämpfen. Da sie für diesen Job schon zu alt ist, wird dies wohl Saki übernehmen müssen. Gesagt, getan und sie verwandelt sich mithilfe eines Liebesgeständnisses an Sakuyos Bruder in eine Joseph Joestar ähnliche Gestalt namens Ore (japanisch für Mann) und verprügelt alle Dämonen, wie es sich für ein Magical Girl gehört, mit einem magischen Stab zu blutigem Brei. Ach, und Sakuyo verwandelt sich ebenfalls mithilfe eins Geständnisses an Saki in das ultimative Wesen und schlägt genauso fest zu wie Bud Spencer in seinen Glanzzeiten.


Wem diese kleine Einführung in die magische Welt von Mahou Shoujo Ore etwas drunter und drüber vorkam, dem kann ich versichern, dass die Serie im Laufe ihrer zwölf Folgen dieses Limit mehr als nur einmal sprengt. Und dabei meine ich noch nicht einmal die verschiedenen Szenarien, in die unser tapferes Duo reingekickt wird. Allein schon die Dreiecks-Beziehung zwischen Saki, Sakuyo und ihrem Bruder würde in gezeichneter Fassung ein kleines Chaos ergeben. Immerhin steht Saki auf ihn, während er nur Augen auf ihr männliches Ich hat und Sakuyo würde ihre weibliche Form bevorzugen. Dass bei diesem Dreieck noch ein Geschwister-Paar dazustößt, in welchem die Tsundere auf die Naive steht und die Naive ebenfalls auf die Männlichkeit von Saki, und das dadurch zu einem Viereck mutiert, wird auch jeden Romantik-Typen unter uns zufrieden stellen. Aber gehen wir jetzt erstmal weg von Dingen, die mich an meinen negativen Beziehungsstand erinnern und kommen rüber zur ersten Besonderheit der Serie: die abwechslungsreichen Situationen.


Unser JoJo-Duo wird nämlich im Laufe der Serie zu den unterschiedlichsten Orten geschickt, die es in einer Kleinstadt geben kann. Sei es eine Karaoke-Bar, in der Saki versucht eine ordentliche Tonhöhe für ihre Auftritte hinzukriegen, doch dann auf das Boy-Duo trifft und in eine Schlägerei mit süßen Dämonen verwickelt wird, während ihr Manager die Performance seines Lebens hinlegt. Und ich kann euch versichern, he got the moves. Oder ein Fantreffen in ihren männlichen Formen (weil sie in derer deutlich erfolgreicher sind, als in ihren weiblichen Figuren), wo Ore, vor den Augen kleiner Kinder, Dämonen zu blutigem Babybrei verprügeln muss, damit diese gestillt werden. Und von einem blutigen Massaker geht es natürlich weiter zu einer Folge, die sich hauptsächlich mit dem Thema „Anime-Produktion geleitet von sechs Robotern, die die Serie fertigstellen müssen, bevor der Godzilla-Abklatsch komplett Japan zerstört“ beschäftigt, aus der sogar etwas gelernt werden kann. Aber zum Glück gibt es auch hier die obligatorische Fanservice-Folge zu finden. In dieser wird nämlich eine Show in der Nähe von heißen Bädern hingelegt, damit man eine Ausrede besitzt, dass Ore und Sakuyos Bruder zusammen nackt baden und mit ihren heißen Körpern einen „Wer hält es länger in der Sauna aus“-Wettbewerb veranstalten können. Natürlich darf auch hier das männliche und blutige Verprügeln von viel zu niedlichen Wesen nicht fehlen.


Also wie ihr gerade vor ein paar Sekunden gelesen oder gehört habt schafft es der Anime aus jeder doch so ruhigen Situation ein überraschend blutiges Massaker zu veranstalten. Dass da Ore auch anfängt wie Blut-Fontänen zu heulen wundert selbst den blindesten und/oder taubsten Menschen nicht mehr. Wenn wir auch gleich dabei sind, kann ich sofort den Freddy Krueger im Pillow-Shop ansprechen: Ore selbst. Seine gesamte Existenz besteht nicht nur aus den feuchten Träumen einer Minderjährigen, sondern ist auch gleichzeitig perfekt für jeden Mahou Shoujo-Fan. „Warum?“, werdet ihr euch gerade fragen, obwohl die Antwort doch so simpel ist. Wegen der Verwandlung von einer nicht talentierten Pinkhaarigen in einen erfolgreichen Arnold Schwarzenegger und damit meine ich die nicht vorhandene Animation. Ja, richtig gehört. Saki verwandelt sich kaum bis hin zu nur einmal vor den Augen der Zuschauer (diese pseudo erotischen Szenen sind ja auch nicht jungendfrei), wodurch wir Armen uns Sakis Körper nur vorstellen können… momentmal, wäre dies nicht schon fast pädophil?


Vergesst was ihr gerade last und konzentriert euch lieber auf die Tatsache, dass die Verwandlung nicht vorhanden ist, was doch für jeden Mahou Shoujo-Anime essenziell ist. Wie könnten denn sonst Weebs legal ihren inneren Gelüsten nachgeben, ohne den Proxer-Stream zu pausieren und auf die Hentai-Website ihres Vertrauens zu gehen? Aber zum Glück ist ja die gute, alte Schnecke Eiti hier, um euch den Weg zu weisen. Nämlich kann alles und jeder als Wichsvorlage dienen. Allein das Eierlegen vom Osterhasen ist eine Perversion des Frühlings, wodurch dies den perfekten Zeitvertreib für einen einsamen Abend darstellt und eine typische Magical Girl-Verwandlung überflüssig macht (nur mal so als allgemeines Beispiel). Und genau dies dachte sich auch Studio Pierrot Plus, oder sie benötigten die zusätzliche Screentime um noch mehr glattrasierte Männer zu zeigen. Immerhin kann selbst ein Magical Girl-Anime durch gut geschriebene Charaktere und einer spannenden oder liebevollen Geschichte punkten, aber wer auf alle dies setzt, ist hier sowieso an der falschen Adresse. Hier werden Bärchen brutal in Einzelteile zerrissen und ein lächerliches Beziehungs-Viereck durch die gesamte Serie mitgezerrt. Story? Gibt es kaum, außer Morden. Charakterentwicklungen? Besteht ebenfalls nur aus Töten. Ein Antagonist, welcher im Laufe der Serie aufgebaut wird und am Ende episch gegen den JoJo-Abklatsch kämpfen muss? Na ja, nicht wirklich. Also, warum sollte man sich jetzt nochmal die Serie anschauen?


Na ja, genau weil sie eben nicht all diesen Schnickschnack besitzt. All dies ist überbewertet und das einzige was wir wirklich benötigen bietet die Serie sowieso: Ein Haufen chaotischer Situationen, die aufgrund der Charakterbeziehungen immer in irgendwelche lustigen Schlägereien ausarten, die am Ende des Tages sogar witzig sein können. Dass man dafür einen schrägen Geschmack benötigt, muss ich hoffentlich nicht schreiben… oder? Wenn man also seine Erwartungen einmal in seinem Leben heruntersetzt und sich auf ein eigenartiges Magical Girl-Setting einlässt, welches (wenn wir ehrlich sein können) ein perfekter JoJo-Ersatz ist, nachdem Part 5 endete, kann man von diesem Anime unterhaltet werden? So dumm das auch klingen mag… ja.

Also euch noch einen fröhlichen Ostersonntag und vergisst nicht, der Osterhase existiert nicht.
Hier ist jetzt noch der Link zum Soundtrack und das war es heute von mir.

Euer Eiti

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Eza
Ich freue mich sehr, dass diese Serie rezensiert wurde. MSO ist herrlich absurd gewesen. Es stimmt, dass sich die Charaktere nicht wirklich entwickeln, aber es gibt immerhin ein paar Offenbarung gegen Ende der Serie. Einiges bleibt auch absurd. Diese Roboter...?

Im Grunde ist die eine Persiflage auf das gesamte Mahou Shoujo-Genre. Aber ohne Zynismus, sondern mit entwaffenden Blick auf alles, was das Genre an sich absurd macht, z. B. die Verschleierung von Gewalt hinter bunten Lichtern. Oder übertrieben romantische Hauptcharaktere. Oder niedliche Sidekicks ;) Hier gibt es Gewalt, Triebe und abartig-hässliche Verbündete und niedliche Gegner. Perfekt.
Die Anzahl der Episoden ist auch viel freundlicher. MSO ist was für diejenigen, die es leicht grotesk mögen - an sich bleibt die Serie trotz allem jugendfrei und setzt auf Pixel statt Gore.