Rezension: Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku
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Der Autor: SilentGray



Der Anime: Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku

Es verblüfft mich stets aufs Neue, wie unterschiedlich die Bewertungen zu bestimmten Werken ausfallen. Ein Titel, der von einem Zuschauer als das Highlight der Season bezeichnet wird, ist für den anderen womöglich die größte Enttäuschung der letzten Monate. In so einem Fall versucht ein leidenschaftlicher Animefan natürlich, sich so gut es geht in die andere Person hineinzuversetzen. Immerhin will man verstehen, warum das Gegenüber den Anime liebt oder verabscheut. In der Regel funktioniert dies, jedoch taucht von Zeit zu Zeit diese eine Serie auf, bei der man große Schwierigkeiten hat, überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen. Und in diesem Sinne komme ich auf Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku, das ich aus (hoffentlich) offensichtlichen Gründen im weiteren Verlauf der Rezension mit Death March abkürze, zu sprechen.

Der zwölf Episoden umfassende Isekai-Fantasy-Anime, der auf einer Light Novel von Hiro Ainana basiert, erschien in der Winterseason 2018 unter der Regie von Shin Oonuma beim Studio Silver Link. Dieser arbeitete dort bereits an Titeln wie Rakudai Kishi no Cavalry und Fate/kaleid liner Prisma☆Illya.

Die Geschichte beginnt mit der Darstellung des Alltags eines japanischen Spieleprogrammierers. Er muss an mehreren Projekten gleichzeitig arbeiten und bleibt dafür die ganze Nacht in der Firma. Dabei überarbeitet er sich nach 30 Stunden Debugging am Stück so sehr, dass er an seinem Arbeitsplatz einschläft. Als er wieder zu sich kommt, ist er nicht mehr in seinem Büro, sondern auf einer weiten Ebene. Vor ihm erscheinen wie in einem Spiel plötzlich Systemanzeigen und er merkt, dass er jünger geworden ist sowie laut seinem Profil den Namen Satoo, bzw. je nach Übersetzung Satou, trägt. Natürlich denkt er im ersten Moment, das Ganze sei nur ein Traum, immerhin ist er zuvor eingeschlafen. Diesem Gedanken kann er sich nicht lange widmen, da er kurz darauf von Monstern angegriffen und beinahe getötet wird. Glücklicherweise befindet sich in seinem Inventar eine Fähigkeit mit dem Namen „Meteor Shower“, die er einsetzen kann, bevor er in Ohnmacht fällt. Als Satoo erneut aufwacht, stellt er fest, dass sein Level von 1 auf 310 gestiegen ist und alles um ihn herum zerstört ist. Dies hat dazu geführt, dass er nun extrem hohe Statuswerte besitzt und neue Skills praktisch im Sekundentakt lernt. Mit seiner neu gewonnenen Stärke macht er sich auf, um diese eigenartige Welt zu erkunden und trifft dabei auf viele junge Mädchen.

Die Betonung im vorangegangenen Satz liegt dabei auf „jung“. Unser Frauenheld baut sich nämlich locker nebenbei einen Harem aus Lolis auf. Ganz nach dem Vorbild bekannter Vertreter des Genres werden hierbei verschiedene Archetypen bedient. Stille, energiegeladene, schüchterne und emotionslose kleine Damen werden dem Zuschauer auf dem Präsentierteller geboten, damit jeder seinen Liebling auswählen kann. Dies hat, wie Kenner des Harem-Genres wissen, leider zur Folge, dass keines der Mädchen eine großartige Entwicklung durchläuft. Man könnte sogar fast sagen, dass es etwas schlimmer ist als in anderen Werken, da die Begleitcharaktere des Protagonisten nicht oft genug vorkommen, um diese effektiv weiterzuentwickeln. Einzig Arisa, eine ehemalige Japanerin, die in dieser anderen Welt wiedergeboren wurde, erhält einen Hauch von Persönlichkeit, unter anderem weil sie als einziger Charakter auf Augenhöhe mit Satoo reden kann.

Wo wir schon von Mr. Perfect sprechen: er ist geradezu ekelhaft nett. Im ersten Moment mag es vielleicht noch nicht störend vorkommen, aber es gibt später keine Szene, in der er nicht versucht, grinsend ein Problem zu lösen. Dies ist das Resultat seiner lächerlich hohen Statuswerte und Skillpunkte, die er frei nach Lust und Laune verteilen kann. Warum muss man sich als Übermensch auch Sorgen machen, wenn eine der Lolis vor den eigenen Augen von einem bösen Magier entführt wird und dieser alle anderen im Raum umbringen könnte? In so einem Fall präsentiert man dem Gegner doch erst recht ein freundliches Lächeln und fängt ein Pläuschchen an. Solche Situationen tauchen innerhalb des Animes ständig auf und lassen dadurch jegliche Spannung vermissen. Es wäre ja eine Sache gewesen, wenn die Verantwortlichen es geschafft hätten, diesen Aspekt stärker mit Comedy hervorzuheben, jedoch ist dies nicht gelungen.

Die angesprochene Freundlichkeit ist allerdings nicht nur bei Konfliktsituationen ein Problem. In normalen Gesprächen macht es Satoo nicht anders. Mit dem Charisma einer Kartoffel ausgestattet, ist es für ihn nicht schwer, den Zuschauer in Halbschlaf zu versetzen. Sein Charakter ist so langweilig und fehlerlos, dass ich mir fast schon den Protagonisten aus Isekai wa Smartphone to Tomo ni zurückwünsche. Dieser hatte wenigstens einige dumme Momente, die unterhalten konnten. Bei Satoo ist es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen; irgendwo steckt eine brauchbare Persönlichkeit in ihm, aber die Story bietet absolut keine Möglichkeit, um diese zu zeigen.

Dies ist wohl dem Umstand geschuldet, dass Death March nicht genau weiß, was es nun sein will. Es ist aufgebaut wie eine handlungszentrierte Geschichte, jedoch überwiegen deutlich die Slice of Life-Elemente. Dies beißt sich stark mit dem Erzählfluss, der innerhalb der ersten Folgen dadurch kaum aufkommt. In diesem Sinne ist es schon fast eine Kunst, einen Protagonisten in eine neue aufregende Welt zu schicken und ihn dann eine Folge lang bei belanglosem Shopping zu zeigen. In Anbetracht seiner langweiligen Art und seiner noch langweiligeren Gespräche wirkt dieser Teil unnötig. Wo bleiben die Abenteuer, die Hintergründe über die Welt oder interessantere Charaktere? Und wenn einmal etwas passiert, dann nur gezwungenermaßen. Es gibt sicherlich bessere Lösungen, als für einen Tapetenwechsel gleich zweimal plötzliche Teleportationen zu nutzen.

Im späteren Verlauf der Handlung schließen sich Satoo zwar mehr Mitstreiter – und damit exklusiv junge Frauen – an, allerdings greift hier erneut das oben angesprochene Problem mit den Nebencharakteren. Viel zu viele der Interaktionen zwischen diesen und dem Protagonisten werden mit unbedeutenden Szenen gefüllt, die im Endeffekt nur die Eigenarten der Mädchen hervorheben sowie diese als süß oder nett erscheinen lassen. Zu einem gewissen Maß ist so etwas natürlich in Ordnung, immerhin gibt es viele Zuschauer, die sich durchaus an der Niedlichkeit der Charaktere erfreuen. Allerdings müssen diese auch darüber hinaus etwas zu bieten haben, sonst verschwinden sie in der Versenkung. Aufgrund des Alters einiger der Mädchen scheint man diesen nicht allzu viel Spielraum gegeben zu haben, was durch die Größe von Satoos Gefolge die ganze Sache noch schlimmer macht. Er kann sich einfach nicht beherrschen und gabelt aufgrund seines Helfer-Syndroms so ziemlich jedes weibliche Wesen auf, das aussieht, als bräuchte es Hilfe. Dabei sei noch gesagt, dass die Gruppe als Harem zu bezeichnen ist, Satoo selbst aber (glücklicherweise) keine klar romantischen Gefühle für seine jungen Mitstreiter besitzt.

Obwohl vieles in Death March nicht funktioniert, gibt es einige Aspekte, die zumindest einigermaßen überzeugen. In den späteren Folgen beschäftigt sich Satoo mehr mit seinen Fähigkeiten und den Videospielelementen der Welt, was einen besseren Einblick in diese gibt. Der Autor scheint sich diesbezüglich etwas Gedanken gemacht zu haben und greift interessante Blickwinkel auf. Bei den Charakteren gibt es immerhin noch Arisa, die sich kritischer mit ihrer Umgebung auseinandersetzt und in den Unterhaltungen etwas beizusteuern hat. Sie fungiert außerdem als ein wachsamer Beobachter und kümmert sich um die restlichen Mädchen. Diese sind trotz allem niedlich designt und übertragen dies auf ihre Persönlichkeit.

Das Design der Charaktere im Allgemeinen ist anständig umgesetzt worden. Durch die Verwendung von verschiedenen Rassen und des Fantasy-Settings gibt es genug Freiraum, um den einzelnen Personen eine eigene Note zu verleihen. Die Nicht-Menschen sind dabei relativ konventionell gehalten, erfüllen jedoch ihren Zweck. Die Farbgebung auf der anderen Seite dürfte Geschmackssache sein. Wie von Studio Silver Link gewohnt werden grelle und kräftige Farben verwendet, die einen starken Glanz aufweisen. In Bezug auf die Serie werden diese passend eingesetzt, obwohl der Effekt doch sehr stark vertreten ist. Unglücklicherweise sind die Animationen nicht auf einem ähnlichen Level wie der Zeichenstil und die Farbgebung. Der Zuschauer muss sich oft mit Standbildern, schlechten CGI-Dämonen und komischen Szenenperspektiven sowie Szenenwechseln herumschlagen. Kämpfe sind unspektakulär inszeniert und verlieren dadurch einiges an Wirkung. Fanservice darf bei so einem Titel natürlich nicht fehlen und ist gelegentlich vorzufinden, optisch sticht dieser aber nicht hervor. Auf der musikalischen Seite wird nicht viel geboten. Die Lieder hinterlassen keinen nachhaltigen Eindruck und tragen wenig zur allgemeinen Stimmung bei. Das Opening ist hierbei extra negativ hervorzuheben. Bei diesem Song haben die Sängerinnen ihre Arbeit anscheinend ohne Enthusiasmus verrichtet, zumindest lässt die Eintönigkeit des Liedes dies vermuten. Es ist ein generisches Animeopening einer Idol-Band, das visuell wie akustisch enttäuscht und man getrost überspringen kann.

Death March lässt sich zusammenfassend mit einem Wort beschreiben: Ermüdend. Der Anime hat wenig zu bieten und verschwendet viel Zeit mit unnötigen Szenen, anstatt die Charaktere oder den Plot auszubauen. Dies führt zu vielen Durststrecken, bei denen der Unterhaltungsfaktor des Zuschauers einzig und allein davon abhängig ist, wie gut sich dieser in die Welt hineinversetzen kann und wie hoch im Kurs Niedlichkeit bei diesem steht. Selbst bezogen auf den Trashfaktor gibt es bessere Alternativen, die aufgrund ihrer Absurdität oder extrem schlechten Qualität eine Daseinsberechtigung finden. All das ist bei dieser Serie nicht vorhanden. Trotzdem wird es Leute geben, die diesen Anime lieben. Ich für meinen Teil gehöre sicher nicht dazu.

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Mr.Gin
Noire. schrieb:
Ich muss ihm da beim Opening schon Recht geben. Es war eine relativ schwache Performance und vermittelte leider nicht unbedingt ein musikalisches Meisterwerk.

Ich habe nie behauptet es sei musikalisches Meisterwerk. ganz und gar nicht. Mich hat es wie bereits erwähnt auch nicht angesprochen und ich habe es geskipped.
Das mache ich bei recht vielen Animes, da mir die Openings oftmals nicht zusagen. Deshalb unterstelle ich aber nicht den Künstlern, sie hätten das Lied ohne Enthusiasmus eingesungen. Dieses Recht steht mir nicht zu. Und ich bezweifle auch stark, dass sie das gemacht haben. ^^

Ich könnte dir jetzt auch eine Vielzahl von Openins zeigen, die ich gut fand und mir jede Folge angehört habe. Darum ging es in meiner Aussage nicht. Jeder hat nen anderen Geschmack, was das anbelangt. Ich habe eben nur diese Wortwahl von Silent kritisiert, nicht seinen Geschmack.


Noire.
Mr.Gin schrieb:
Dein Rezo ist ja doch recht negativ angehaucht, sodass ich mir selbst eine Meinung bilden musste.

Anfangs - die ersten vier, fünf Folgen, dachte ich mir noch so: Hm kann ich gar nicht mitgehen, schaut sich doch locker flockig am Stück runter.
Aber ab der Mitte musste ich wirklich kämpfen und war kurz vorm droppen des Animes. Und ich droppe fast nie Animes. xD
Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku ist Stück für Stück bzw. Folge zu Folge zu einem mega langweiligen Harem mutiert, der sein mögliches Potenzial nicht ansatzweise ausnutzt.

Nur in einem Punkt muss ich dir vollends wiedersprechen: Der musikalischen Untermalung.
Die war in meinen Augen recht passend und angenehm. Die mittelalterlich angehauchten Stück habe mich immer etwas im Takt mit dem Fuß mitwackeln lassen. xD
Gerade in den friedlichen Momenten fand ich sie überaus passend. Du hast natürlich dahingend rech, dass sie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aber im Gesamtkonzept funktionieren sie in meinen Augen recht gut.
Deine Kritik an dem Opening kann ich genauso wenig verstehen. Ich habe es zwar immer geskippt, da es nichts besonderes ist, aber so schlecht wie du es beschreibst, ist es in meinen Augen nicht. Natürlich nimmt jeder Musik anders wahr, jedoch wirkt deine Aussage, dass die Sängerinnen ihre Arbeit anscheinend ohne Enthusiasmus verrichteten, sehr subjektiv und abwertend gegenüber den Künstlern. In einer solch guten Rezension wirkt so eine plumpe Meinungsmache recht deplaziert.

Ansonsten gehe ich voll mit deiner Rezo mit und würde sie so jedem vorlegen, der überlegt, ob er den Anime schauen soll. :p

Ich muss ihm da beim Opening schon Recht geben. Es war eine relativ schwache Performance und vermittelte leider nicht unbedingt ein musikalisches Meisterwerk. Dafür war die Musik im Anime zu dem Setting passend.
Warnung - Spoiler! [Klicken zum Anzeigen]

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Openings hinterlassen bei einem Anime durchaus immer einen großen Eindruck. Für mich fühlte sich das Lied auch relativ einfallslos an, vor allem wie am Ende einfach irgendwas reingebastelt wurde und das Opening dann so abrupt endet.
Gut, natürlich wirds auch Leute geben wo dieses Opening gerne mögen. Da fließt auch ein bisschen persönlicher Geschmack mit rein.


Mr.Gin
Dein Rezo ist ja doch recht negativ angehaucht, sodass ich mir selbst eine Meinung bilden musste.

Anfangs - die ersten vier, fünf Folgen, dachte ich mir noch so: Hm kann ich gar nicht mitgehen, schaut sich doch locker flockig am Stück runter.
Aber ab der Mitte musste ich wirklich kämpfen und war kurz vorm droppen des Animes. Und ich droppe fast nie Animes. xD
Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku ist Stück für Stück bzw. Folge zu Folge zu einem mega langweiligen Harem mutiert, der sein mögliches Potenzial nicht ansatzweise ausnutzt.

Nur in einem Punkt muss ich dir vollends wiedersprechen: Der musikalischen Untermalung.
Die war in meinen Augen recht passend und angenehm. Die mittelalterlich angehauchten Stück habe mich immer etwas im Takt mit dem Fuß mitwackeln lassen. xD
Gerade in den friedlichen Momenten fand ich sie überaus passend. Du hast natürlich dahingend rech, dass sie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aber im Gesamtkonzept funktionieren sie in meinen Augen recht gut.
Deine Kritik an dem Opening kann ich genauso wenig verstehen. Ich habe es zwar immer geskippt, da es nichts besonderes ist, aber so schlecht wie du es beschreibst, ist es in meinen Augen nicht. Natürlich nimmt jeder Musik anders wahr, jedoch wirkt deine Aussage, dass die Sängerinnen ihre Arbeit anscheinend ohne Enthusiasmus verrichteten, sehr subjektiv und abwertend gegenüber den Künstlern. In einer solch guten Rezension wirkt so eine plumpe Meinungsmache recht deplaziert.

Ansonsten gehe ich voll mit deiner Rezo mit und würde sie so jedem vorlegen, der überlegt, ob er den Anime schauen soll. :p


Magimos
Also mir hat der Anime irgendwie gefallen. Klar, es ist kein Meisterwerk, aber es ist jetzt auch nicht das Schlechteste, das ich bisher gesehen habe.
Der MC hat so viele Skillpunkte, dass er sie theoretisch überall reinstecken könnte, wodurch er in der Lage wäre, die Weltherrschaft an sich zu reißen - aber er macht's nicht, was vielen nicht gefällt. Stattdessen verwendet er die Skillpunkte auf Kochen und Magie und Alchemie und versucht herauszufinden, wie man einen (Dusch-/Wasch-)Zauberspruch kreiert. Irgendwie macht es ihn somit zu nem besseren Charakter als andere OP-MCs, die es so gibt. Er hält sein Potential halt zurück, was man so eigentlich auch in One Punch Man hat:
Saitama meldet der Hero Association nie, was für Monster er auf seinem Heimweg in Z-City tötet, weshalb er auch noch kein S-Rang ist^^ Stattdessen erhält jemand anderes durch Zufall den Ruhm für diese und es kommt ständig zu Missverständnissen, was einerseits frustrierend sein kann, andererseits aber auch für eine gewisse Komik sorgt.
In Death March wiederum hält der MC sein wahres Potential zurück, damit er die Welt normal erkunden und sein neues Leben da genießen kann - dadurch hat man halt dieses Slice of Life Feeling im Anime, was eigentlich irgendwie unterhaltsam ist.
Dass der MC ein richtiger Gutmensch (hier als Beleidigung verwendet) ist, hat mich auch etwas gestört, aber die Serie hat halt andere Stärken als die Charaktere - die sind nämlich alle nur angehaucht, haben sonst kaum bis gar keinen Hintergrund und man erfährt auch nichts über sie, außer dass es eben Sklaven sind (hättest du erwähnen können - ist ja auch kein Spoiler).

Für mich sind die guten Seiten dieses Werkes eben in der Einfachheit: Man kann sich die Folgen nach und nach angucken, hat keine Cliffhanger oder so und man braucht das Hirn dafür auch nicht einschalten. Es ist entspannend, den MC und seine Bande zu sehen, weil man keine Erwartungen an sie hat, denn der MC selbst hat gesagt, dass "nach Hause zurückzukehren" ein sekundäres Ziel wäre und dass er sich erst noch umgucken möchte. Sobald man sich hier hohe Erwartungen setzt, hat man keinen Spaß dran. Sobald man anfangt darüber zu philosophieren, dass der Anime gesellschaftskritisch sei, weil anfangs gezeigt wird, wie Satou mehrere Tage im Büro bleibt, um sein Programm/Spiel fertig zukriegen (Death March ist ja auch die Zeit da vor der Dead Line^^), hat man schon wieder zu hohe Erwartungen an die Serie und wird enttäuscht. Wenn man mal - z.B. wie in meinem Falle in der Zeit nachm Abi - das Hirn abschalten und entspannen möchte, schaut man sich das Werk hier an. Es ist jetzt nicht super gut, ich würde das Werk hier auch nicht weiterempfehlen, aber ich würde es jetzt auch nicht schlecht reden.


Sommerscave
So ziemlich deine ganze Rezension zieht die Kultur von Japan nicht in Betracht. Dort werden z.b, Untote als sehr Angst einflössend Betrachtet was mehr Anspannung verursacht als man denkt z.b wird in diesem Moment das Fake Smile dazu eingesetzt für die japanischen Fans noch mehr Spannung oder Furcht zu erzeugen. In Japan werden Charakter Stereotypen wie Tama, Liza, Mia, Arisa und Lulu als sehr niedlich und interessant empfunden was ihr da sein in der Story für wieder die japanischen Fans in einen spannenden Slice of Life moment verwandelt und sie haben auch ihre eigenen Noten zum Beispiel verschieden Reaktionen auf gleiche Dinge und ihre eigenen speziellen End- oder Anfangswörter die in Japan wie wir ja wissen sehr oft mal für Moe Elemente benutzt werden wie in der Show selbst schon von Arisa angedeutet. Lulu ist der Stereotyp für dass ich verliebe mich sofort in jemanden der mich rette gut behandelt obwohl ich schlecht aussehe keine nennenswerten Fähigkeiten habe und auch noch von allen als Held gesehen wird das sogenannte gerettet Dorfmädchen dass sich meistens in Werken als eine obsessive Yandere herausstellt oder als eine treu untergebene Masochisten. Tama ist der Auffrische Charakter der dir in Japan ein Lächeln auf dass Gesicht zaubern soll und deswegen im Teil der Reise Episode 10-12 mehrmals verwendet wird. Liza ist die treue Untergebene die ihre Liebe nicht eingestehen kann und auf den ersten Blick kalt rüber kommen soll. Arisa ist wie ein Lehrer Charakter und wird oft benutzt um Dinge zu erklären oder den Hauptcharakter wieder auf die Spur zu bringen und auch eine wiederbelebte Otaku die BL liebt und viele alt modische Anime kennt und sich auf den ersten Blick in den Hauptcharakter verliebt da sie solche Vorlieben hat. Sie wird auch für Lustige Szenen verwendet in kombination mit Mia das ruhe aber heiter Elfenmädchen und auch the damsel in distress für Folge 7-9 später wird sie für lustige Szenen verwendet da ihr Charakter sich gut mit Arisa's Charakter zu verwenden versteht und kommen wir nicht einmal zur Story für eine japanische Geschichte sind sie sehr weit gegangen was dazu führen kann das der ruf des Animes in Japan wegen ethischen Gründen nicht so gut ist weil man Satou den Hauptcharakter in einer sogenannten schwarzen Firma arbeiten sieht ein Taboothemen in Japan sowie Lolicon's und auch die Prostitution von Jugendlichen die offen Angedeutet wird das alles ist nur Folge 1 die nächsten Folgen sind zwar weniger Infolastig aber haben auch solche Themen wie z.b unterdrücken der Frauenrechte, Zwangshochzeiten und und und gut und subtil versteckt sogar Folge 12 mit Staatskoruption alle diese Dinge sind in Japan ein Problem. Ich hoffe es öffnet dir die Augen wenn ich ein wenig über meine Kenntnisse über die Probleme in Japan rede aber dort gilt das man lieber alle Probleme still schweigend unter denn Teppich kehrt. freundliche Grüsse Sommerscave


Lukian-kun
An SilentGray und alle anderen, die das hier lesen:
Moin!

Ich halte mich kurz.
(Auch wenn das eigentlich nicht meine Stärke ist, wie mir oft - fälschlicherweise *o-öhm* - vorgeworfen wird.)

Hier wurde schon vieles dazu gesagt, wem der Anime gefällt und wem nicht und - was eigentlich noch wichtiger ist - die Grauzonen davon, nämlich welche Aspekte einem missfallen und welche gleichzeitig nicht.

Insofern, auch wenn wir uns schlussendlich darin widersprechen, ob der Anime bei einem selbst Gefallen erregen kann - nochmal: Ich selbst finde also Gefallen daran - so denke ich, dass deine Rezension mir zumindest die Gegenseite vieler anderer näherbringen konnte.

Da es eine Rezension ist, kann es eine persönliche Note natürlich auch nicht loswerden, aber sowas ist ja auch selbstverständlich. Deinem Geschmack kann ich also nicht einfach so widersprechen, wohl aber manchen Argumentationspunkten und Thesen, die du in deiner Rezension verwendet hast -
werde ich aber nicht.

Vor Leuten wie Sniperace ziehe ich daher meinen Hut, weil die mir meine Arbeit abnehmen, und das auch noch in so nem Umfang.
Danke dafür! *o-gj*

Wurde zwar schon vorher gesagt, aber was soll's:
Der Diskussionsthread vom Anime scheint mir teilweise auch ganz Brauchbares zu beinhalten, falls wer noch mehr Meinungen einholen will.
(Ist auch gleichzeitig der Grund warum ich sonst nicht viel mehr sagen möchte, weil ich es dort schon tat.)

Auch wenn das hier vielleicht ziemlich negativ klingt, war es dennoch wirklich interessant diese Rezension zu lesen.
Also auch ein offizielles Danke an dich, SilentGray!

So sieht's aus, wenn ich mich kurzhalte. Hm. Danke an alle für's Zeitverschwenden Lesen!
Lukian. *o-gomen*


Noire.
5devilz schrieb:
Also ich fand den Anime recht nett und interessant. Dass er den meisten nicht gefällt liegt meiner Meinung nach daran, sieht man von der angesprochenen Persönlichkeit ab, dass Saato einfach zu stark ist und keine Gegner hat. Im Prinzip ist das, als wenn man ein MMORPG spielt und Adminrechte hat. Schmeiß den Godmode an und fertig.
Den Manga oder die Light Novel kenn ich nicht, darum weiß ich auch nicht ob sich das noch ändert.
Dennoch. Ich fand in nett.

Erstmal natürlich ein Danke an SilentGray für diese tolle Rezension, da kann man eigentlich vielem nur zustimmen!

@5devilz: Finde ich gar nicht. Der Anime kann auch mit einem OP-Charakter sehr interessant sein. (siehe Irregular At Magic High School)
Das Problem warum dieser Anime für mich eine sehr große Enttäuschung war ist einfach das verworfene Potenzial. Man hatte an ein paar Stellen echt tolle Anhaltspunkte wo man echt geile Storyplots machen hätte können, ABER... nichts ist passiert. Man hat leider Zeit mit unnötigem Fanservice oder Harem-Stories verschwendet... und genau deswegen war ich am Ende sehr enttäuscht und das macht für mich leider DM zu einem unter- bis durchschnittlichen Anime.


Froschinski
Hach na gut dann schreib ich doch noch was hierzu.

Wo fang ich an. Ja genau: Was ist Death March? ganz klar ein Isekai-Titel. Tja und als solcher macht er in meinen Augen eine deutlich bessere Figur als so mancher Smartföhn in einer neuen Welt (das Wortspiel ist 100% Absicht).
Für mich war es die Mischung aus dem reifem Prota, der seine OP-stat's zwar nutzt, aber NICHT ausnutzt! Leider konnte man schon nach den ersten Folgen auch feststellen, das vielen der Grund für seine hohen Stats, schlicht entgangen zu sein scheint.
Dabei ist hier im Gegensatz zu anderen Vertretern des Gamer kommt in RPGWelt-Isekais, endlich mal ne Nachvollziehbare Begründung geliefert UND folgt dabei auch der Gamelogik!
Dann war da noch das durchgehende inGame-Feeling, schön erzeugt durch HUD und Menüeinblendungen sobald man durch die Augen des Protas schaut.
Andere Serien mit vergleichbarem Setting sind da oft nur sehr rudimentär angedeutet, meist nur mal kurz in der(/den) ersten Folge(n).

Nun noch ein Punkt zum Prota, der in das Kliché fällt (heimlicher)OPmain. Hier jedoch interessanterweise mal als Gegenentwurf zum üblichem BadAssOP-MC gestaltet ist.
Und JA es gibt genug Fans die LN/Manga/Anime nach eben genau solchen Chars durchsuchen. Meiner Tochter zum Beispiel gefällt speziell dieser Typus von MC und empfiehlt mir dann auch gerne das eine oder andere Werk.


DeathMarch hat einige Punkte mit denen es aus der Isekaiflut sich abzuheben vermag, schafft es aber nicht den Spagat aus SoL und Abenteuer/Action. Da geb ich Silent Gray rech, hier hätte man sich wohl besser für eins davon entscheiden sollen...
Fairer Weise muss aber an dieser Stelle gesagt werden, das der Manga ebenfalls diesen Mix fährt und es da deutlich besser rüberkommt.

Als Anime steht DeathMarch für mich irgendwo im Mittelfeld, nix Weltbewegendes soweit, aber als Isekai mit OPprota hat es einige erfrischend kreative Impulse.
Empfehlen kann ich es daher Liebhabern des Geres und da besonders den Fans von MC tut als wär er eher schwach, ist aber eigentlich der Stärkste.
Für alle anderen.....

*o-öhm*
....guggt euch lieber was mit Drachen, Quantenfluktuationen oder Fehlern in der PsychoMatrix an ;)
Mit freundlichem Grußeln *o-bye*


Domitaku
Also mir hatt's Spaß gemacht den Anime zu bingen. Wenn ich die Folgen jede Woche einzeln geguckt hätte wär es aber wahrscheinlich langweilig geworden. Also ich hatte viel Spaß bei gucken, aber ich weiß, dass die Serie eigentlich echt nicht gut ist. Isekai ist halt mein Guilty Pleasure xD