Rezension: Kizumonogatari I-III
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Der Autor: Layna



Der Anime: Kizumonogatari I: Tekketsu-hen

Als die Massenproduktion japanischer Animes einsetzte, hätten die Studios das Potenzial der schier unendlichen Möglichkeiten zum Experimentieren und Perfektionieren nutzen können, um stets neue Themen und Stile hervorzubringen. Doch der Konkurrenzkampf zwischen den Studios ist hart. Die japanische Kunstform muss schnell und billig vermarktet werden. Wer sich also Zeit für kreative Spielereien lässt, geht Risiken ein. Das Ergebnis sind Massen von Serien, die zu großen Teilen strikte Genre-Klischees bedienen und schon in Vergessenheit geraten, kaum dass sie erschienen sind. Besonders unter erfahrenen Anime-Schauern wird der Wunsch immer lauter, mit den altbekannten Mustern zu brechen. Gute Ideen gibt es, doch es fehlt der Mut, sie auszuprobieren – auf Revolutionen stoßen wir viel zu selten.
Doch ein Franchise hob sich innerhalb der letzten Jahre durch eine außerordentliche Originalität sowie Verkaufszahlenrekorde positiv ab – die Monogatari-Serien, begonnen mit Bakemonogatari im Jahre 2009. Schnell wurde klar, dass das Produktionsstudio Shaft mit diesen Umsetzungen neue Wege beschreitet. Etliche Serien, OVAs und nun auch Filme wurden von der Light Novel-Vorlage des talentierten Autors Nisio Isin adaptiert und feiern gleichermaßen innerhalb als auch außerhalb Japans große Erfolge. Zuletzt erschien am 6. Januar dieses Jahres der dritte und letzte Film der Kizumonogatari-Reihe. Bereits kurz nach Japan-Release durfte man alle drei Filme hierzulande in Vorstellungen des Akiba Pass-Festivals des Publishers peppermint anime genießen. Was innerhalb dieser 3 ½ Stunden über die Leinwand flimmerte, resümierte meine Begleitung mit den Worten: „Das ist kein Anime, sondern ein Kunstwerk“. Eine überhöhte Bewertung oder doch treffende Worte? Bevor wir dieser Frage nachgehen, werfen wir zunächst einen Blick auf Hintergrund und Story der Filmreihe.

Wie kam es dazu, dass der Protagonist Araragi zum Vampir wurde? Und was hat es mit dem mysteriösen Vampir-Mädchen Shinobou und ihrer Vergangenheit auf sich? Diese und viele weitere Fragen stellen sich die Zuschauer der Serien schon lange. Antworten werden immer wieder dezent in die verworrene Geschichte eingestreut, doch nie in aller Gänze aufgeklärt. Das verwundert nicht, denn eine Umsetzung des Prequels Kizumonogatari wurde seitens Shaft zwar schon nach dem Erfolg Bakemonogataris angekündigt, doch erst nach sechs Jahren und etlichen weiteren Veröffentlichungen zum Franchise erschien der erste der drei Filme am 8. Januar 2016.
Der Einzelgänger Koyomi Araragi ist überrascht, als die belesene und üppig mit Weiblichkeit ausgestattete Klassensprecherin Hanekawa sich mit ihm anfreunden möchte. Bereits in ihrem ersten Gespräch erzählt sie ihm von ihrer Faszination für Vampire und dem Gerücht, dass sich eine mächtige und wunderschöne blonde Vertreterin dieser blutsaugenden Gestalten in der Stadt befände. Dies bestätigt sich, als Araragi kurz darauf des Nachts in einer verlassenen U-Bahn-Station auf diese stößt. Doch statt eines starken und stolzen Wesens findet er eine tragische Szene vor. Blutverschmiert liegt sie auf den kalten Fliesen des menschenleeren Raumes und leidet Höllenqualen. An Stelle ihrer Extremitäten ragen nur noch kurze, blutige Stumpen aus ihrem Torso. Darauf kriechend hält sie Araragi dazu an, ihr sein gesamtes Blut zu überlassen, um sie zu retten. Der Junge entschließt sich nach einem inneren Kampf des Zwiespalts dafür – doch statt des erwarteten Todes ist auch er nun ein Vampir. Sie, die sich als Kiss-Shot Acerola-Orion Heart-Under-Blade vorstellt, hat ebenfalls überlebt, nur erwartet ihn nun keine wunderschöne, erhabene Frau, sondern ein kleines, todmüdes Mädchen. Sie verspricht Araragi, ihn wieder in einen Menschen zu verwandeln. Doch er muss ihre Extremitäten von jenen drei Vampirjägern zurückerkämpfen, die ihren Zustand herbeigeführt haben. Nur mithilfe ihrer Gliedmaßen würde sie zu alter Macht zurückkehren und seine Ursprungsform erwirken können.


Die bisherigen Umsetzungen des Monogatari-Franchises wirken im Schatten des Films wie ein Vorspiel. Sie befanden sich bereits auf hohem Niveau, doch stets klaffte ein unbefriedigender Spalt zur Perfektion. Viele kritisierten die komplexen und ausufernden Dialoge sowie die verworrenen Handlungen. Nicht wenige brachen den Anime ab, da sie sich mit seinen Eigenarten nicht arrangieren konnten oder nicht richtig in die Story hineinfanden. Die Erzählung der Filme ist deutlich dichter, kompakter und dadurch geordneter aufgebaut als innerhalb der Serien. Gepaart mit dem Umstand, dass dieses Prequel eine abgerundete Geschichte wiedergibt, ist es sehr einsteigerfreundlich. Wer die Trilogie mag, wird nicht unbedingt Gefallen an den Serien finden, Gegenteiliges ist aber sehr wahrscheinlich. Mit dieser Film-Umsetzung gelang es also, den Spalt souverän zu schließen. Das hohe Budget und die Produktionszeit von sechs Jahren sieht man nahezu jeder einzelnen Sekunde an. Doch allein das erschafft nicht etwas, das man als „Kunstwerk“ betiteln kann. Die Filmreihe ist mehr als nur „gelungen“, sie setzt sich gekonnt von anderen Vertretern der Anime-Populärkultur ab. Denn sie ist geprägt von Alleinstellungsmerkmalen, Originalität und einer gelungenen Einheit dramaturgisch inszenierter Handlungen und fantastischer Animationen. Letzteres würde ich als den wichtigsten Schwerpunkt bezeichnen, doch dazu später mehr.

Hinter all den Mysterien und mächtigen Wesen zeichnet sich die Monogatari-Reihe stets durch eine bodenständige Grundthematik aus. In den Serien werden die Charaktere von sogenannten Kuriositäten befallen, die zu einem Teil von ihnen werden. Interessant hierbei ist, dass die Eigenschaften dieser Wesen die persönlichen Probleme ihres Wirtes widerspiegeln. Sie sind ein personifizierter Auswuchs der Hilflosigkeit und Verzweiflung der Betroffenen, die mit ihren Problemen alleine nicht zurechtkommen. Die Kuriositäten zeigen nie Lösungen auf, vielmehr verstärken sie die Last, sodass sie sichtbar wird. Doch immer war es Araragi, der anderen daraufhin bei ihren Schwierigkeiten half. In Kizumonogatari ist es er selbst, der in den Mittelpunkt rückt. Er wird zum Vampir und somit zu einer Kuriosität, die für sich selbst steht. Erst mit Hilfe seiner neu gewonnenen Macht scheint er aus dem Schatten seines Einzelgänger-Daseins heraustreten zu können; im Film öffnet er sich Hanekawa und in den Serien wird er durch seine Hilfeleistungen zunehmend an Freunden gewinnen.


Oberflächlich halten die Bilder in Kizumonogatari stets das Gleichgewicht zwischen Gewalt und sexueller Aufladung. Doch es sind die inneren Vorgänge Araragis, die den Spannungsbogen zeichnen. Die Dramaturgie der Filme lebt etwa von seinen moralischen Kämpfen, die hervorragend inszeniert werden. Ihm ist Humanität weit wichtiger als sein eigenes Leben, das Abwägen von gut und schlecht sowie das Schließen von Kompromissen gehören zu seiner Identitätssuche. Eng verwoben hiermit sind die Themen Freundschaft und Vertrauen, derer er sich durch Hanekawa zögerlich nähert. Ihr Nachteil ist ihr menschlicher, schwacher Körper, ihr Vorteil ihr Intellekt; Araragi hingegen ist ungemein mächtig, aber der rationalen Entscheidungen nicht immer fähig, sodass sich die beiden ergänzen und sie ihm eine wichtige Stütze in seinem Entwicklungsprozess sowie dem Storyverlauf ist. Jedoch ist Hanekawa auch ein Mysterium, so bleiben ihre Beweggründe unklar bzw. der Interpretation des Zuschauers überlassen. Wieso bringt sie sich immer wieder in Lebensgefahr und opfert sich für Araragi auf? Fühlt sie sich so sehr mit ihm verbunden? Beide sind etwas Besonderes, sie durch Intellekt, er durch seine neu gewonnene Macht, dennoch scheinen beide unglücklich. Vielleicht ist es diese Gemeinsamkeit, die sie zusammenschweißt.

Allgemein ist der Fokus auf die inneren Vorgänge der Jugendlichen innerhalb der Monogatari-Reihe ungemein intensiv. Dies äußert sich etwa dadurch, dass nie ein für die jeweilige Handlung irrelevanter Charakter vorkommt. Es gibt keine Passanten, nicht einmal Eltern oder Lehrer, allgemein sind Erwachsene rar gesät. Und das, obwohl die meisten Szenen an sehr belebten Orten stattfinden: die Schule, eine Sportarena, in Parks auf offener Straße und Spielplätzen und all das inmitten einer Stadt. Wird denn keiner auf Lautstärke und Zerstörung der Kämpfe aufmerksam? Es scheint manchmal, als seien die Beteiligten allein auf der Welt. Oder vielmehr: Sie scheinen in ihrer eigenen Welt gefangen, sodass kein Unbeteiligter eindringen kann. Dazu passt auch das abstrakt wirkende Setting. Hier mag man als Beispiel die Szene des dritten Filmes anbringen, (keine Sorge, kein relevanter Spoiler) innerhalb derer sich Araragi und Hanekawa in einer Sporthalle befinden. Hier steht dieselbe 3D-Darstellung eines Sportgerätes in hundertfacher Ausführung schützend um sie herum (Duplikate wie diese sind auch in der Serie sehr häufig vertreten). Eigentlich eine mehr als absurde Umgebung, doch es scheint als sei sie nur dafür da, vor Blicken zu schützen, um die intime Atmosphäre zwischen den beiden herzustellen. Womöglich ist das gesamte Monogatari-Franchise eine Geschichte innerer Monster, die es zu bezwingen gilt. Die tatsächlich dargestellten Kuriositäten visualisieren dies nur. Zu dieser Theorie könnte man sicherlich Aufsätze füllen, doch schon dieser Ansatz betont die inhaltliche Stärke und Tiefe des Franchises gut. Die Interpretationsspielräume sind uferlos.

Als sehr markant empfand ich zudem, dass die jeweils dominanten Genres im Film zahlreiche Klassiker desselben problemlos in den Schatten stellen. Dies fällt besonders im Bereich Action und Superpower schwer ins Gewicht. Die Kampfchoreografien und die visuelle Darstellung dieser sind unheimlich komplex und in ihrer Kreativität teils einzigartig. Überraschend eng verwoben sind hiermit die Comedy-Elemente, die sowohl in Dialogen, ab dem zweiten Film aber auch verstärkt in Kampfszenen gekonnt eingestreut wurden. Dennoch driften sie nie ins Lächerliche ab, vielmehr stellen sie häufig das Sahnehäubchen auf dem Berge der Dramaturgie dar. Besonders im finalen Kampf des dritten Filmes streut der Humor auf der Klimax der Spannung wunderbar abstruse Situationen ein, ohne die Szenen auch nur ansatzweise zu entkräften. Vielmehr geben sich eine erstaunliche Szene nach der nächsten die Klinke in die Hand.
Und dass ich selbst Ecchi-Elementen auch nur ein positives Wort widmen könnte, hatte ich vor diesen Filmen nicht für möglich gehalten. In Kizumonogatari gibt es so manche Szenen, die in teils exzessiver Darstellung sexueller Begierde münden. Dennoch sind diese dermaßen gekonnt mit Metaphorik, dramaturgischen Kniffen und Humor versehen, dass sie als Maßstab guter Ecchi-Umsetzung dastehen.
Einiger dieser Beispiele möchte ich im Folgenden gerne näher erläutern. Doch da dies den Rahmen dieser Rezension sprengt und leichte Spoiler enthalten, ist dieser Teil im folgenden Spoiler zu finden.

Action [Klicken zum Anzeigen]

Ecchi [Klicken zum Anzeigen]

Hier ein Perspektivfehler, der nicht hätte sein müssen ...
schrumpft sie etwa?
... doch zumeist ist die Animation authentisch und hochwertig,
hier besonders an Regen und Bewegungsabläufen zu sehen.

Das, was Kizumonogatari jedoch zu einem wahren Meisterwerk erhebt, sind die Zeichnungen und Animationen. Sie sind nicht nur das Mittel zum Zweck, um die Geschichte irgendwie bildlich darzustellen. Vielmehr ist es die durchweg starke Visualisierung selbst, die die Geschichte trägt.
Angefangen bei den wunderbar flüssigen Bewegungsabläufen sowie Animationen von Haar, Kleidung und Gegenständen. Außerdem sind die Bilder qualitativ, farblich, konzeptuell stimmig in Szene gesetzt. Fast jeder Frame wäre ein gelungenes Wallpaper, sozusagen. Darüber hinaus strotzen die Bilder vor Originalität und Metaphorik, die den Inhalt der jeweiligen Szene widerspiegeln. Hierbei wird viel experimentiert. Der Anime besteht nicht nur aus Zeichnungen, sondern franchise-typisch auch aus 3D-Modellen, Texturen, Fotografien und Realfilmsequenzen. Und die Zeichnungen selbst brechen in dramaturgisch wichtigen Momenten mit verschiedensten Artstyles aus, welche gekonnt Aufmerksamkeit erwecken und die jeweilige Situation betonen. Kizumonogatari besteht also aus einem schieren Chaos verschiedener Stile, die erstaunlicherweise ein stimmiges Gesamtbild erschaffen. Einzig manche 3D-Modelle wirkend auffallend hässlich, hier und da schleichen sich auch kleinere Proportions- oder Perspektivfehler ein. Es sind meist irrelevante Details, die gerade wegen des derart hohen Niveaus aber doch auffallen und teils vermeidbar gewesen wären.

Beispiel für den Einsatz von Fotografien und der Variation von Artstyles.

Die gelungene Einheit von Inhalt und Darstellung fällt insbesondere an der visuellen Umsetzung von Emotionen und Gedanken der Figuren auf. In solchen Szenen sickert die Charaktertiefe aus jedem Frame. Seine eindrucksvollsten Momente durchlebt der Anime, wenn Araragis innerer Zwiespalt animatorisch inszeniert wird. So etwa beim ersten Zusammenstoß mit Heart-Under-Blade, als sie ihn um ihr Leben anbettelt. Er ist entsetzt, verängstigt, in ihm entfaltet sich ein moralischer Kampf, der sich visuell mit der Wirklichkeit vermischt: läuft er davon oder ist dies eine Visualisierung seines drängenden Wunsches, aus dieser Situation zu fliehen (Siehe Beispiel im nächsten Spoiler)? Mehrmals trifft Letzteres zu, bis sich Araragi plötzlich doch woanders wiederfindet. Die Situation ist für ihn dermaßen unwirklich und grauenerregend, dass er keinen klaren Gedanken fassen kann. Gedankensprünge und Zwiespalt werden mit Unterstützung von bedrängender Soundkulisse und Kameraperspektiven dermaßen authentisch dargestellt und durch den Einsatz verschiedener Animationstechniken unterstützt, dass die Atmosphäre den Zuschauer durchdringt. Close-Ups, Unschärfe, wankende Fortbewegung sowie Zittern, zunehmende Schnitte mit steigender Anspannung … Druck und Hilflosigkeit scheinen zum Greifen nahe. Nicht umsonst ist dies die stärkste Szene des ersten Films und vergleichbar gut inszenierte Situationen sollten noch folgen.

Beispiel [Klicken zum Anzeigen]

Anders als in den Serien, innerhalb derer die Soundkulisse meist ein gut eingesetztes, aber eher locker verwobenes Beiwerk war, verschmilzt die zu großen Teilen orchestral inszenierte Hintergrundmusik hier ebenso mit der Handlung wie es die Animationen tun. Dabei setzt sie je nach jeweils dominantem Genre-Schwerpunkt passende Akzente, sodass humorvolle oder dramatische Szenen passend unterstützt werden. Die hervorragende Synchronisation tut ihr übriges.


Hochwertige Bewegtbilder wie in Kizumonogatari findet man durchaus auch in anderen Filmen oder einzelnen Schlüssel-Sequenzen von Serien. Doch die Stärke dieser Filmreihe beschränkt sich nicht nur auf besonders ästhetische Animationen. Zu einem Meilenstein in der Anime-Geschichte wird dieses Werk erst durch seine Originalität erhoben. Die erwähnten verschiedenen Stile, die metaphorische Kraft der Bilder und das Ausmaß, in dem all dies zusammenwirkt und die Geschichte trägt, suchen seinesgleichen. Die Monogatari-Serien waren bereits ein vor Potenzial strotzender Vorläufer, der nichtsdestotrotz durch kleinere und größere Mankos gekennzeichnet war. Kizumonogatari gelang es, diese auszugleichen. Gäbe es doch mehr guter Vorlagen, deren Umsetzung sich die Studios zu vollziehen wagen. Und hätten doch nur alle Studios diesen Einfallsreichtum, aber auch genügend Zeit und Geld, es der Erfolgsspur dieses Franchise gleichzutun.
Besonders Fanatiker inhaltlich oder visuell anspruchsvoller Darstellungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit begeistert sein, nicht etwa nur Ecchi- und Action-Fans. Gäbe es einen festen Kanon der Animationskunst, so hätten wir seit dem 6. Januar 2017 einen neuen Vertreter hierin.

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Kasume
Auch ich kann es mir nicht verkneifen hier mal ein großes Lob für die Rezension auszusprechen. Ich bin seit jeher eigentlich schon eine begeisterte Leserin dieser Beiträge, nicht zuletzt weil mir immer ein kleiner Lichtblick im dichten Animewirrwarr gegeben wird, aber diese Rezension ist für mich grade wie die Kirsche auf dem Berg Schlagsahne, unter dem sich ein ein köstlicher Eisbecher verbirgt!

Wie Sniperace gehöre ich zu denen, die bisher noch nicht ganz warm mit der Monogatari-Reihe geworden sind. Ich hab immer wieder versucht reinzufinden, hab das Vorhaben aber früher oder später doch wieder verworfen. Nachdem ich diese Rezension nun aber gelesen habe, bekomme ich seit langem wieder richtig Lust auf einen Anime und ich muss auch einfach ganz deutlich sagen, dass die Rezension in Hinblick auf die erlesene Wortwahl einfach ein purer Lesegenuss war! Lay, du hättest mir mit den Worten auch grade eine olle Waschmaschiene andrehen können und ich hätte sie mit Freunden gekauft (wenngleich mein Geldbeutel eine solche Anschaffung grade nicht zulässt *hust*) . xD

Auf den Inhalt möchte ich gar nicht weiter eingehen. Mir war nur wichtig hier einmal diese großartige Leistung zu würdigen. Ich hoffe bald wieder mehr lesen zu können!


Grüßlis
Kasu~


Sniperace
*o-gj*
Heftiger Applaus für Layna, sehr ausführlich und mit ordentlicher Motivation und dem nötigen Input an Gefühlen geschrieben. Großes Danke hierfür:)

Du erwähnst die vielen Dinge, die diesen Anime auszeichnen und selbst die unwesentlichen finden Erwähnung:
Viele kritisierten die komplexen und ausufernden Dialoge sowie die verworrenen Handlungen. Nicht wenige brachen den Anime ab, da sie sich mit seinen Eigenarten nicht arrangieren konnten oder nicht richtig in die Story hineinfanden.
Hust, hust, ich bekenne mich schuldig. Lag aber an vielen Dingen, wie der schlechten Quali des Players und die falsche Stimmung meinerseits - wofür der Anime nichts kann. Aber nun ja, man lernt aus seinen Fehlern und abrechen heißt nicht kein zweites Mal versuchen;)
doch stets klaffte ein unbefriedigender Spalt zur Perfektion.
Es sind kleine Spalten, manchmal unwesentlich, manchmal ärgerlich aber halt auch nie abschreckend.

Beipiel, dass ich eigentlich nichts hinzuzufügen brauche:)
Das, was Kizumonogatari jedoch zu einem wahren Meisterwerk erhebt, sind die Zeichnungen und Animationen. Sie sind nicht nur das Mittel zum Zweck, um die Geschichte irgendwie bildlich darzustellen. Vielmehr ist es die durchweg starke Visualisierung selbst, die die Geschichte trägt.
Angefangen bei den wunderbar flüssigen Bewegungsabläufen sowie Animationen von Haar, Kleidung und Gegenständen. Außerdem sind die Bilder qualitativ, farblich, konzeptuell stimmig in Szene gesetzt. Fast jeder Frame wäre ein gelungenes Wallpaper, sozusagen. Darüber hinaus strotzen die Bilder vor Originalität und Metaphorik, die den Inhalt der jeweiligen Szene widerspiegeln. Hierbei wird viel experimentiert. Der Anime besteht nicht nur aus Zeichnungen, sondern franchise-typisch auch aus 3D-Modellen, Texturen, Fotografien und Realfilmsequenzen. Und die Zeichnungen selbst brechen in dramaturgisch wichtigen Momenten mit verschiedensten Artstyles aus, welche gekonnt Aufmerksamkeit erwecken und die jeweilige Situation betonen. Kizumonogatari besteht also aus einem schieren Chaos verschiedener Stile, die erstaunlicherweise ein stimmiges Gesamtbild erschaffen. Einzig manche 3D-Modelle wirkend auffallend hässlich, hier und da schleichen sich auch kleinere Proportions- oder Perspektivfehler ein. Es sind meist irrelevante Details, die gerade wegen des derart hohen Niveaus aber doch auffallen und teils vermeidbar gewesen wären.
Wieder hervorragend getroffen und ganz wichtig auch mit ein wenig Kritik.
Der Anime ist wahrhaft einer von denen (und die Filme umso mehr), die alleine aufgrund der optischer Reize, der künstlerischen Entfaltung und den fast epischen Explosionen an visuellen Eindrücken bereits einen Blick wert sind. Sowas ist selten, erlebt hab ich es beispielsweise auch bei Ergo Proxy oder aber auch derzeit bei March Comes in like a Lion, der zeigt, dass es nicht unbedingt ein Frage des Budget und der Perfektion sein muss.


Und was soll ich sagen, die künstlerische Entfaltung und das fast schon strudelartige Reinziehen endet nicht mit bei der Animation es geht bei Figuren, Dialogen Story und Handlung weiter. Lässt man sich darauf ein, so umschließt es einen und ist es vorbei. so bleibt man mit einem hervorragenden Magengefühl zurück.

Brauch ich solche Anime immer? Nun ja, eigentlich nicht, man braucht auch die klassischen Storys und Figuren und wohl auch Zeichenstile, ein wenig mehr künstlerische Betätigung und Experimentierfreudige Anime dürften es aber schon sein. Wobei ich mir halt einfach wünschen würde, dass einen mehr aktuellere Anime mit diesen Gefühl zurücklassen würden, dass sich die Macher angestrengt haben und mit Herzblut dabei waren. Diese Reihe hat es auf jeden Fall geschafft:)


Schöne Grüße und noch mal ein großes Danke:)
Sniperace