Rezension: Jormungand
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Der Autor: hYperCubeHD



Der Anime: Jormungand

Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen 100 Jahren einem Wandel unterzogen. Vorbei ist die Zeit, in denen die Karriere bereits durch den sozialen Stand der Eltern vorbestimmt war und in der Familienbetriebe die dominante Geschäftsform in nahezu jedem Gewerbe darstellten. Das Stichwort lautet Berufswahl. Diese stellt jedoch keineswegs nur eine unabdingbare Beschäftigung zum Verdienen des Lebensunterhalts dar, vielmehr bildet sie eine Möglichkeit zur kreativen und emotionalen Verwirklichung seiner Selbst. Zusätzlich ergibt sich daraus auch eine gewisse Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Jeder kann der Welt mit seinem persönlichen Lebenswerk etwas zurückgeben, ob als Kassierer im Supermarkt, als Büroangestellter oder gar als Arzt. Es ist für uns Menschen von großer Relevanz, am Ende eines langen Lebens stolz sagen zu können, dass man auch nach seinem Tod vielen Menschen positiv in Erinnerung bleiben wird, ganz unabhängig davon, ob man sie persönlich kannte oder nicht. Doch es gibt nicht nur Menschen, die mit ihrem Dasein die Welt zum Positiven verändern. Was ist mit den Personen, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, anderen zu schaden, ob physisch oder psychisch? Können sich diese Individuen abends im Spiegel in die Augen schauen? Was bringt sie überhaupt dazu, Berufe dieser Gattung auszuüben?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch Jonathan Mar, einer der beiden Protagonisten des Animes Jormungand. Die 24 Folgen umfassende Serie aus dem Hause White Fox, bei der es sich um die Adaption eines gleichnamigen Mangas aus der Feder von Keitarō Takahashi handelt, geht hierbei kritisch auf die ethischen Aspekte des Waffenhandels ein und versucht, dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Psyche der darin involvierten Menschen zu gewähren. Der Anime feierte 2012 im japanischen TV seine Premiere und erschien als eines der ersten Werke überhaupt in einer sogenannten Split-Cour-Struktur. Bei dieser wird ein Werk, das eigentlich zwischen 22 und 26 Episoden beinhaltet, auf zwei eigenständige Staffeln aufgeteilt, die dann mit einer vierteljährigen Unterbrechung ausgestrahlt werden. Im vergangenen Jahr spendierte der kleine Publisher Anime House der Action-Serie zudem einen deutschen Release auf Blu-Ray und DVD.

Jung, gutaussehend und ein Stück weit verrückt. Das sind alles Attribute, die Koko Hekmatyar vortrefflich beschreiben. Solch positive Worte lassen sich ihrem Beruf jedoch nicht zuordnen, sie arbeitet nämlich als Waffenhändlerin für das weltweit operierende Unternehmen HCLI. Mit einer kleinen Privatarmee im Rücken vertreibt sie ihre todbringenden Güter in Europa und Afrika direkt an gut zahlende Kunden und schert sich dabei nicht um internationale oder regionale Gesetze. Doch was ist die Intention von Menschen, mit ihrem Wirken das Leid und die Unterdrückung in der Welt zu unterstützen, anstatt dagegen anzukämpfen? Haben diese Personen keinerlei ethische Bedenken? Diese Fragen stellt sich auch das neueste Mitglied von Kokos Bodyguard-Truppe, der scheinbar emotionslose Kindersoldat Jonah. Dieser hasst Waffen und alle, die die Verbreitung derer fördern, da er seine Eltern im Krieg verloren hat. Das Schicksal zwingt den Waisen jedoch, sich entgegen seines Willens immer weiter mit Konflikten und Gewalt auseinanderzusetzen; ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Wie wird sich die Ablehnung gegen seine Chefin und ihr zwielichtiges Gewerbe äußern, und was hat es mit Kokos geheimem Projekt mit dem mysteriösen Namen Jormungand auf sich?

Wer erwartet, dass die beschriebene Situation lediglich das Ausgangsszenario des Werkes darstellt, aus dessen Schutz der Autor der Vorlage den Zuschauer in eine komplexe und vielschichtige Story eintauchen lässt, der wird über einen großen Teil der Serie höchstwahrscheinlich enttäuscht sein. Der Anime präsentiert sich nämlich ohne einen klaren, durchlaufenden Plot, und teilt die Erlebnisse von Koko und Jonah lieber in viele kleine Mini-Arcs auf, die jeweils zwischen einer und drei Episoden in Anspruch nehmen. Die kurzen Geschichten verfügen meist über ein komplett eigenes Setting und sind eher selten mit der durchaus existenten, jedoch sich eher versteckt haltenden Haupthandlung verknüpft. Glücklicherweise ist die chronologische Ordnung dieser auf Grund des Verhaltens der Charaktere trotzdem erkennbar. Diese strukturelle Einteilung stellt gleichermaßen eine der größten Stärken und eine der größten Schwächen der Serie dar: Einerseits sorgen die häufigen Wechsel von Setting, Nebencharakteren und Thematik für viel Abwechslung und rechtfertigen somit das hohe Pacing der einzelnen Geschichten, andererseits kann aber gerade dieses auf lange Zeit sehr ermüdend und anstrengend wirken.

Die erste Hälfte der Serie handelt größtenteils von Kokos und Jonahs Alltag im Waffenhandel. Die durchweg mit einem leichten Augenzwinkern präsentierten Arcs lassen sich hierbei lediglich durch die gelegentliche Präsenz bestimmter Nebencharaktere und derer Organisationen in einen groben Handlungsverlauf eingliedern. Der Fokus liegt klar auf der Präsentation der Hauptcharaktere, die sich grob auf Koko und ihre Privatarmee eingrenzen lassen. Das Werk legt hierbei durchaus eine gewisse Eleganz in der Darstellung der kurzen Geschichten an den Tag, da trotz der häufigen Trivialität sich keine von ihnen jemals deplatziert anfühlt. Dies liegt hauptsächlich daran, dass jeder Mini-Arc der ersten Serien-Hälfte entweder mit der Enthüllung einer bis dahin unbekannten Charaktereigenschaft von Koko endet oder damit, dass Jonah aus dem Geschehenen einen bestimmten Schluss zieht, woraufhin dieser eine leichte, emotionale Entwicklung durchläuft. Hintergründig erzählt dieser Abschnitt des Werkes die Geschichte des Aufstiegs eines chinesischen Waffenmoguls und dessen Auswirkungen auf Koko und deren Geschäfte. Leider wirkt dieser Handlungsstrang eher als überlanger Aufhänger für das gelungene Finale des ersten Cours, in dem ein Mitglied von Kokos Team von einem persönlichen Konflikt aus der Vergangenheit eingeholt wird.

Die offiziell als eigene Staffel vermarktete zweite Hälfte des Werkes legt hingegen ihren Fokus merklich mehr darauf, eine zusammenhängende und emotionale Geschichte zu erzählen, behält aber gleichzeitig die Strukturierung in Mini-Arcs bei. Die deutlich bessere Zeichnung der relevanten Nebencharaktere sorgt hierbei einerseits für einen merklich nachvollziehbareren Handlungsverlauf und somit für mehr Spannung, rückt allerdings auch die durchaus existenten Schwächen der Erzählweise ins Blickfeld des Zuschauers. So intensiv die Actionsequenzen nämlich auch inszeniert sind, so verspürt man nach ein paar Episoden leider keinerlei Angst mehr, dass ein Mitglied von Kokos Privatarmee in einem Feuergefecht unerwartet das Zeitliche segnen könnte. Falls überhaupt nur die eventuelle Möglichkeit bestünde, dass dieser Fall einträte, wird dies nämlich so klar und deutlich angekündigt, dass jeglicher anderer Ausgang der Geschehnisse überraschen würde.

Das große Finale des Animes, das durch die Omnipräsenz des mysteriösen Jormungand-Projekts durch die gesamte Serie hinweg aufgebaut wird, schlägt nochmal eine weitere, etwas ungewohnte Richtung ein. Obwohl der Handlungsverlauf diese Ausrichtung theoretisch nahelegen würde, verfallen die letzten paar Episoden keineswegs in ein Massaker aus Action-Sequenzen, sondern präsentieren sich als ruhiges und intelligentes Finale eines Animes, der genau diese Eigenschaften ansonsten schmerzlich vermissen ließ. In diesen Folgen gelingt es dem Werk auch endlich mit seinen Dialogen über Ethik und Philosophie geschickt, die Schwächen der Handlung zu kaschieren. Ob die letztendliche Auflösung der Geschichte gefällt ist reine Geschmackssache, jedoch ist diese definitiv dafür verantwortlich, dass die Serie beim Zuschauer nachträglich einen deutlich anspruchsvolleren Eindruck hinterlässt, als sie es eigentlich verdient.

Das Hauptaugenmerk des Werkes liegt allerdings grundsätzlich nicht auf der klar ersichtlichen Handlung, vielmehr spielen sich die relevanten Geschehnisse auf der zwischenmenschlichen Ebene ab; vor allem in der Beziehung zwischen Jonah und Koko. Die präsentierte Perspektive lässt sich dabei hauptsächlich auf Jonahs einschränken, denn trotz dessen eher kindlicher Aufmerksamkeitsspanne weiß der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte mehr als der emotionsarme Kindersoldat. Dieser wird im japanischen Original von der eigentlich talentierten Mutsumi Tamura gespielt, die jedoch bei der Verkörperung der komplexen Gefühlswelt eines solchen Charakters merklich überfordert ist. Während die gleichgültigen, schon fast apathischen Kommentare mit dem perfekten Tonfall eingesprochen wurden, sind gerade in den emotionaleren Szenen der Serie die Grenzen der Performance deutlich vernehmbar. Zudem leidet der gesamte Charakter an der kompletten Absenz von inneren Monologen und an gelegentlich unglaubwürdigen Handlungen, die dem Versuch geschuldet sind, in Bereichen Humor zu liefern, in denen dieser einfach keinen Platz hat.

Koko Hekmatyar bietet hierbei schon ein wenig mehr Tiefe, die unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass dem Zuschauer ihre Gedanken und Motive sehr oft vorenthalten werden. Dies verleiht der jungen Waffenhändlerin eine geheimnisvolle Note und regt den Zuschauer zum Nachdenken an. Die allgemeine Verrücktheit des Charakters passt ideal und vermittelt ein gewisses Gefühl der Unberechenbarkeit, das sich allerdings noch durchgehend innerhalb der Grenzen der Rationalität bewegt. Koko wird im japanischen Original von der erfahrenen Seiyuu Shizuka Itou vertont, der es mit Bravur gelingt, die geheimnisvolle Waffenhändlerin in ihrer ganzen Komplexität zu präsentieren.

Die optische Gestaltung des Werkes ist durchaus interessant und distanziert sich stark von anderen Werken desselben Genres, allerdings muss man auch an dieser Stelle ein paar Schwächen in Kauf nehmen. So verfügt die Serie zwar einerseits über schön gezeichnete Charaktere und traumhafte Hintergründe, andererseits wird das eigentlich scharf wirkende Bild mit einem Filtereffekt überdeckt, der mit seinem je nach Helligkeit leicht bis unausstehlich flimmernden Film-Grain das Gefühl älterer, westlicher Actionfilme vermitteln soll. Dieser Schuss ging allerdings leider nach hinten los, da die Körnung eher ablenkend und qualitätsmindernd wirkt, als dass sie wirklich Atmosphäre verbreitet. Die Animation der Figuren sieht sehr flüssig und rund aus, jedoch treten bei körperlichen Interaktionen zwischen diesen auch öfters mal unschöne Darstellungsfehler im pseudo-dreidimensionalen Raum auf, die stellenweise die angestrebte Illusion an der Entfaltung hindern. Andererseits sind vor allem der rasante Schnitt und die richtig starken Partikeleffekte zu loben. Letztere sind hierbei auch sehr wichtig, da gerade Regen und Mündungsfeuer in Relation zur sonst eher matten Farbgebung eine sehr dominante Rolle bei der Bildgestaltung einnehmen. Zudem verfügt die Serie bei dieser auch noch über ein wahres Monopol im Anime-Sektor, denn ein Werk mit einer ähnlich starken Zelebrierung der visuell ansprechenden Darstellung von Patronenhülsen beim Verlassen der Waffe ist mir bisher weder untergekommen, noch wäre mir dessen Existenz bekannt.

Das Charakterdesign verfügt ebenfalls über ein höchst interessantes Alleinstellungsmerkmal: Die meist tot und emotionslos wirkenden Augen. Was bei anderen Werken scharf zu kritisieren wäre, wird hier absichtlich als Stilmittel verwendet. Augen sollen in Anime ja klassischerweise die Gefühlswelt der Charaktere vermitteln. Was jedoch ist zu tun, wenn eben diese Figuren durch ihre berufliche Tätigkeit emotional soweit abgestumpft sind, dass sie sich innerlich in einem Stadium absoluter Gleichgültigkeit befinden? Dies stellt auch einen tiefgründig interpretierbaren Kontrast zur Serie selbst dar, da dort die betroffenen Personen durchaus viel Humor beweisen und teilweise sogar relativ gefühlvoll agieren. Eventuell handelt es sich hierbei lediglich um ihre Außendarstellung, die sie so bewusst vorspielen, weil sie sich vor ihrem eigenen Charakter fürchten. Diese These wird auch von einigen Momenten unterstützt, in denen die handelnden Figuren aus eigener Überzeugung heraus agieren, nicht auf einen Befehl hin. In diesen Szenen werden die Augen sehr lebhaft und schon fast glühend dargestellt, zudem liegt ein unnatürlich hoher Fokus auf der Detailarbeit der Iris.

Die Kreativität in der Präsentation macht sich durchaus auch bei der musikalischen Untermalung der Serie bemerkbar. Der von Iwasaki Taku produzierte Soundtrack glänzt mit einer großen Bandbreite an Genres, meistert dabei aber trotzdem souverän den schwierigen Balance-Akt zwischen Vielfalt und Willkürlichkeit. Neben den Techno- und Hardrock-Tracks, die den Großteil der Action-Szenen des Werkes untermalen, bieten vor allem die vielen Lyrical-Songs interessante Alternativen zu den aktuell omnipräsenten Klavierballaden, die jedoch ebenfalls Einzug in das Werk erhalten haben. Die gewählten Sprachen wirken erst ein wenig konfus, passen aber perfekt zur allgemeinen Internationalität und den vielen verschiedenen Settings, die im Verlauf der Serie besucht werden. Neben Französisch und Hindi sticht hierbei vor allem ein finnischer Song aus der Masse heraus, der eine sehr emotionale Szene des Werkes mit einer unvergleichlichen Intensität untermalt. Leider handelt es sich hierbei um eine der wenigen guten Einbindungen des starken Soundtracks, der sonst auf Grund der proportional viel zu lauten Stimmen und Effekte in den Hintergrund verbannt wird. Gut in Szene gesetzt werden andererseits die Opening-Tracks „Borderland“ und „UNDER/SHAFT“, die sich beide dem Rock zuordnen lassen. Textlich leider eher unspektakulär, schaffen es die beiden Songs in Verbindung mit der kreativen Visualisierung bravurös, die allgemeine Stimmung des Werkes zu repräsentieren. Dies trifft ebenfalls auf die etwas ruhigeren Ending-Tracks zu, hierbei ist lediglich der mit einem Standbild realisierte erste Abspann des Animes zu kritisieren.

Doch woraus besteht denn nun die Motivation mancher Menschen, in ethisch fragwürdigen Branchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen und somit mit ihrer bloßen Existenz anderen Personen zu schaden? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage, die das Werk von Anfang an klar adressiert, bleibt dem Zuschauer leider verwehrt. Auch wenn die Serie durchaus einen Einblick in die psychologischen Aspekte des Waffenhandels gewährt, so liegt der Fokus merklich mehr auf den actionreichen Gefechten, die sich realitätsnäher gestalten, als man es aus der japanischen Popkultur gewöhnt ist. Das durch die grandiose Ausgangssituation gegebene Potential verpufft leider wirkungslos an der mangelnden Fähigkeit des Autors, eine tiefgründige und vielschichtige Geschichte zu erzählen. Doch dies sollte keineswegs davor abschrecken, der Serie eine Chance zu geben, denn mit der richtigen Erwartungshaltung erhält man einen stilistisch nahezu einzigartigen Anime für Zwischendurch, dessen sympathische Charaktere einem Jedem sofort ans Herz wachsen. Und wenn man ganz geduldig ist, hat die Serie am Ende vielleicht noch ein paar Antworten auf moralische Problemstellungen parat, die man in diesem Werk nicht erwartet hätte.

Cube

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Proxadic
Auch ich würde auch gerne meinen Dank für diese super Rezension aussprechen! *o-wahaha*

Nachdem ich die Rezension gelesen habe, musste ich mir den Anime gleich mal reinziehen und ich muss wirklich sagen: Der Anime ist megageil und ich kann ihn nur weiter empfehlen! Interessante psychologische und moralische Aspekte verbunden mit Action und sehr interessanten Charakteren, absolut erste Sahne!

In dem Sinne, schaut mal in den Anime rein, ihr werdet es nicht bereuen!

Freundliche Grüße,

Proxadic *o-bye*


Sniperace
Justforthelolz schrieb:
Auch ich mag Jormungand sehr gerne nur habe ich mich schon länger gefragt wieso der rest des Mangas nicht zu finden ist bez. warum der nicht mehr translated wird (das Orginal ist ja schon sehr lange abgeschlossen). Fande halt den Manga noch besser als den Anime.

Also Proxer ist bis auf ein Kapitel (51) up to Date. Fakt ist halt das die englische Übersetzung bzw. die Übersetzungsgruppen derzeit auf Hiatus ist bzw. sind (seit 2015 nix Neues, glaub ich). Zumindest hab ich nix finden können. Jormungand ist ein Seinen, da ist sowas leider oft Normalität, bin mir aber sicher, dass sich irgendwann wieder jemand erbarmt und den Manga weiter übersetzt.

Ich hab Jahre (3 Jahre, seit 2012;) darauf gewartet, dass die Übersetzung von RED EYES (den ich Militär und Actionfans auch sehr empfehlen kann;) weitergeht und 2015 war´s dann soweit (gleich ein ganzer Haufen Kapitel - 4 Volume) und trotzdem ist seitdem wider Hiatus.

Bei Seinen dieser Art muss man gewöhnlich warten und Übersetzungen kommen meistens sehr unregelmäßig. Jormungand wie auch Red Eyes sind auf einer meiner Lieblingsseiten (wenn´s um Info geht) beide jenseits von Platz 2000, was Leser angeht. Ergo genießen über 2000 Manga mehr Aufmerksamkeit.
Als Vergleich: Black Lagoon ist auf Platz 404 und auch dort - Hiatus der Übersetzer:(

Bei Manga wie Vinland Saga (Platz 171) (passt gut zu Deinem Profilbild;) hingegen ist die Übersetzung recht regelmäßig, allerdings gab´s auch hier schon Schwankungen (lag wohl an der "Farmland" Saga;) Dieser Manga hat jede Menge Preise abgeräumt und trotzdem .......
Selbst Manga wie TOKYO GHOUL hatten Startschwierigkeiten und Hänger bei den Übersetzungen, wurde erst durch den Anime (der allerdings zum Vergessen ist) besser.

Schöne Grüße
Sniperace


Justforthelolz
Auch ich mag Jormungand sehr gerne nur habe ich mich schon länger gefragt wieso der rest des Mangas nicht zu finden ist bez. warum der nicht mehr translated wird (das Orginal ist ja schon sehr lange abgeschlossen). Fande halt den Manga noch besser als den Anime.


Froschinski
Als überzeugter Militärfreak kann ich mich hier nur anschließen.
Erstens ist Jormungand ein geniales Werk und zweitens bin ich auch kein Freund von Herrn Däumchen Klick.

Rezension ist sehr gut. Wunderschön ausbalanciert die Stärken als auch die Schwächen dargestellt, so stellt man sich eine objektive Bewertung vor. Vielen Dank

PS: Und auch Dank an dich Sniperace für deinen "(Schreib)Motivations(fordernden)Text" *o-gj*
...und ich merke dir hat Jormungand genauso gut gefallen wie mir!

PPS: an alle anderen - anschauen!


Sniperace
*o-toohappy*
Super eine Rezension zu einem meiner absoluten Lieblinge.

Zuerst mal Danke für die Rezension, ist immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, weis ich zu schätzen.


JORMUNGAND oder auch der feuchte Traum eines Militär und Action Fans;)

Was soll ich sagen ich liebe diesen Anime. Ich reihe ihn noch über BLACK LAGOON ein, der wohl auch in eine ähnliche Richtung zeigt. Jedoch hat Jormungand gewisse Alleinstellungsmerkmale.

Zu verdanken haben wir Jormungand Takahashi Keitarou, von dessen Manga ich ein großer Fan bin. Alleine der Zeichenstil - schon was besonderes. Wie richtig erwähnt sind es hier vor allem die "unheimlichen - besser kann ich´s nicht ausdrücken" Augen aber auch das "dämonische" Grinsen, dass dieser Zeichner den Figuren verleiht. Es ist und bleibt genial:) Diese Punkte sind ein absolutes Trademark dieses Zeichners.
Neben Jormungand wären von diesem Zeichner noch ORDINARY und DESUTORO (Destro) 246 zu erwähnen, alle wie Jormungand ziemlich deftiger Action, Splatter, Killer Mix.

Was mag ich aber genau an Jormungand.
Nun ich mag die Figuren, die sind obwohl überzeichnet, näher an der Realität als man glauben möchte. Ein Kindersoldat, ein Haufen Söldner, allesamt abgestumpft, was das töten angeht und ihr Boss ist jemand mit viel Geld, im Waffengeschäft tätig, leicht hyperaktiv aber auch nachdenklich - "Her Name ist Koko she is loco ..........";) Kann man zu solchen Figuren ein Bindung aufbauen? Mann kann, ich hab sogar den Nebenfiguren (wie die großartige Chiquita, beste Messer schwingende Braut ever;) eine große Beachtung geschenkt.
Aber wer genau hinsieht, der merkt, nicht nur Bad Ass, zum Teil durchaus nachdenkliche Figuren. Und zum Teil sogar mit beachtliche Charakterentwicklung, gerade was unsere Hauptfigur Jona angeht.

Also ich mochte den Humor, zum Teil bleibt einem zwar das Lachen im Hals stecken, was auch gut so ist, dieser Anime basiert auf einem harten Adult Seinen, was man merkt. Koko ist einfach top, sie hat ein paar Szenen, die sind epic lustig und ihr Team steht ihr an manchen Stellen um nix nach. Was auch gut so ist, der Anime ist ansonsten nämlich harter Tobak und die Hauptprotagonisten sind alles andere als Helden.

Die Musik ist einfach Top, sowohl die Opener als auch der Soundtrack Nummern wie OST 21 "Rock'N'Roll boobs" sind einfach super und passten auch immer super zu den Szenen.
Warnung - Spoiler! [Klicken zum Anzeigen]

Auch hat dieser Anime ein gewisse Vielfalt an Musikstücken, die merken lassen, hier ist Aufwand reingeflossen.

Die Story oder besser die Handlung, sie hat was, ich mochte es einfach. Auf den ersten Blick sieht man hauptsächlich die Action, doch es spielen auch Dinge wie Drama (zur Genüge), Vertrauen, Verrat, Freundschaft und nicht zuletzt Persönlichkeitsentwicklung eine große Rolle.
Und so ganz nebenbei lernen Wir noch einen ganzen Haufen Spezialeinheiten kennen, größtenteils basierend auf realen Vorbildern. Dazu kommen dann noch Parts, wie die elektronische Kriegsführung, die ein Militärfan, das Herz übergehen lassen;) Mag aber nicht jedem so gehen.

Einzelne Szenen: Was soll ich sagen, die Stellen mit den Messern sind einfach top (hier vor allem mit taffen Mädels, die auch mal Muskeln haben;), ebenfalls ein typisches Takahashi Keitarou Merkmal, in allen seinen Mangas wiederzufinden.
Oder diverse Flashbacks, wie die von Valmet.
Auch beherrscht es der Anime in Perfektion eine vergleichsweise ruhigen Part innerhalb von Sekunden in eine absolut unvergessliche Szene zu verwandeln und meistens dabei die Hölle losbrechen zu lassen, natürlich immer mit genialer Musik unterlegt.

Eine Haufen Kleinigkeiten - die jetzt den Rahmen sprengen würden;)

Und die Action die fetzt einfach.


Die Schwächen sind bei der Animation zu finden, da gebe ich recht. Dieser Anime gibt sich zwar alle Mühe diese Stellen zu kaschieren, doch da sind sie. Ich möchte allerdings erwähnen, es war nie ein Punkt da, wo es wirklich gestört hätte. Stellenweise war die Animation auch echt gut, Bewegungen wurden beispielsweise recht gut wiedergeben und zu Teil waren auch Feinheiten gut ausgearbeitet (bei den Waffen beispielsweise war es immer ordentlich). Doch dann waren auch wieder Szenen, wo einfach ein wenig "gespart" wurde, wo Einschusslöcher fehlen oder wo etwas unwichtigere Szenen etwas weniger Aufmerksamkeit bekamen. Der Stil war auf jeden Fall Top, was sehr stark an den Gesichtern der Figuren lag. Auch bei den Hintergründen kann ich dem Anime ein großes Plus geben, Sonnenuntergänge usw. waren schon schön.


Was soll ich sagen, ich denke dieser Anime ist nicht für Jeden was, allerdings für einen ganzen Haufen Leute eine absolute Empfehlung, bei der Story und den Figuren sollte man eventuell zweimal hinschauen, da die wirklich wichtigen Dinge oft ein wenig verdeckt zu erspähen sind. Auch denke ich, dass der Anime u. Manga nicht umsonst ein Seinen und Adult ist, denkt man etwas darüber nach, so hat er seine durchaus guten Stellen, allerdings sollte man bereits eine relativ gefestigte Persönlich besitzen und sich von der brutalen (und wohl absichtlich übertriebenen) Welt des Anime wieder lösen können.
Für Actionfans und Militärfans sowieso zu empfehlen;)
Für Pazifisten und Gutmenschen ist er freilich nix. Wobei der Anime Gewalt nie als etwas Gutes darstellt (was Gutmenschen aber nicht interessiert).
Von mir gibt´s ne dicke Sniperace Empfehlung, genau wie für den Manga (den man aus bestimmten Gründen auch kennen sollte;)


Schöne Grüße
Sniperace


So und ich hab noch was sagen:
*o-pwn*
Es ist absolut deprimierend, wenn hier wieder mal Keiner was dazu schreibt. Bin ich einem Forum oder nicht? Man stinkt es mir.
Da macht sich Cube die Mühe eine Rezension zu erstellen und bekommt wie viele Beiträge dazu? Einen? In diesem Fall fault es mich persönlich ebenfalls an, denn ich hab ja auch eine gewisse Zeit damit verbracht meinen Beitrag zu schreiben. Kann ich mir aber in Zukunft wohl sparen, ein Thread ohne (oder mit einem, zwei) Beiträgen ist schon ganz tief unten und ist einfach nur unfair gegenüber den Machern, die sich Mühe geben und den Unverbesserlichen (wie mir), die an das Gute glauben und hoffen es könne einen interessanten Thread ergeben.
Aber keine Sorge, ich werde weiter etwas zu den Rezensionen schreiben (sofern ich etwas dazu zu sagen habe). Alleine schon, weil ich die Arbeit, die dahinter steckt, wertschätze. Und weil manchmal dann doch noch ein ganz nette Diskussion entsteht. Das tolle an einem Forum wären nämlich die vielen unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen ............

Nix für Ungut, aber ein Like ist kein Beitrag, es ist ein Mausklick, nicht mehr und nicht weniger. Muss auch kein besonders langer Beitrag sein. Aber die eine oder andere Anmerkung wäre dann doch schön.
Sollten sich nach meinem Gefühlsausbruch doch noch Leute finden, die was zu Jormungand schreiben - Super.