Rezension: Gintama
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Der Autor: AiJinsei



Der Anime: Gintama

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Wir befinden uns im alten Edo, also muss es ein historischer Anime sein. Ah, genau: es geht um Samurai. Und Aliens? Hä? Moment, dann eher Science-Fiction? Aber das ist ja bloß ein Gag-Theater – oh, doch nicht! Wird's jetzt dramatisch? HALT! Ich kann nicht mehr.
Worum genau geht es in Gintama eigentlich? Hach, schwierig. Ich habe es mir angetan und für euch versucht, mich diesem seltsamen Titel anzunähern. Aber seid gewarnt: normal ist hier gar nichts!

Wie fing alles an? 2003 veröffentlichte Hideaki Sorachi zum ersten Mal den Manga „Gintama“ (jap. 銀魂 =„Silberseele“) im Weekly Shounen JUMP-Magazin in Japan. Er hatte eigentlich einen historischen Manga zeichnen wollen, doch sein Redakteur hatte ihm zu Science Fiction geraten. So entstand ein Mischgenre: Action, Abenteuer, Comedy und Sci-Fi wird Gintama hierzulande zugeordnet. Der mittlerweile 57 Bände umfassende Manga erscheint nämlich seit 2007 auf Deutsch und ist bei Tokyopop erhältlich. Anders sieht es mit dem Anime aus: 2006 wanderte in Japan die beliebte Serie ins Fernsehen, wo sie 2011 und 2012 weitere Staffeln erhielt (Gintama' und Gintama': Enchousen) und bald durch zwei Kinofilme ergänzt wurde. Dort gibt es außerdem seit 2007 ein Videospiel für Playstation 2, Wii und Nintendo DS, sowie eine Light Novel mit dem Titel „3-nen Z-gumi Gimpachi-sensei“. Seit dem 28. April 2015 läuft Gintama°, die nunmehr vierte Staffel, doch genau wie bei den anderen Staffeln gibt es bislang keine Hinweise auf eine deutsche Lizenzierung. Dabei macht Gintama inzwischen Riesen wie Naruto und Bleach Konkurrenz und man munkelt, es könnte sich zum nächsten Shounen-Longtail entwickeln.

Nun zur Story … äh, gibt es eine? Ich fange mal mit den Charakteren an: Gintoki Sakata ist der silberhaarige Protagonist mit den Naturlocken und dem lose gebundenen Kimono. Vor langer Zeit einmal kämpfte er an der Seite vieler tapferer Samurai für die Freiheit des Landes, als Aliens (Amanto genannt) angriffen und sich Edo zu eigen machten. Doch das Shogunat kapitulierte und die Samurai mussten sich trotz vieler Opfer der Zwangsherrschaft der Außerirdischen beugen. Außerdem wurden alle Katana eingezogen, sodass die ehemaligen Kriegshelden nur noch Holzschwerter tragen dürfen. Klingt nach stolzen Veteranen, doch Gintoki besitzt kaum eine vorbildliche Eigenschaft. Er ist lustlos und faul und kommt als Yorozuya (eine Art Auftragsarbeiter) gerade so über die Runden – und das auch nur weil seine Vermieterin Frau Otose so geduldig mit ihm ist, selbst wenn er die Miete nicht zahlt, sich regelmäßig betrinkt und sein Geld für JUMP-Magazine und Süßigkeiten ausgibt.
Als nächstes hätten wir da Gintokis Samuraischüler Shinpachi, der uns mehr oder minder die Geschichte erzählt, deren Zeugen wir sein dürfen. Er ist vollkommen unscheinbar und gewinnt lediglich durch seine Brille ein kleines bisschen Individualität, sodass er sogar häufig von den anderen auf eben jene Brille reduziert wird. Sein Vater hat einmal einen anständigen Doujo betrieben, doch nach seinem Tod konnten Shinpachi und seine große Schwester Otae ihn nicht fortführen. Ohne Eltern versuchen sie seither, sich durchzubeißen und leiden dabei unter der Diskriminierung durch die Amanto. Ihr Traum ist es natürlich, den Doujo wieder aufleben zu lassen, wobei Gintoki ihnen ein kleines bisschen hilft, indem er den nichtsnutzigen Shinpachi als Yorozuya bei sich einstellt. Der Teenager folgt Gintoki von nun an auf Schritt und Tritt und lernt von ihm vieles über den Bushido und ganz andere völlig willkürliche Sachen. Bevor ich es vergesse noch eine Kleinigkeit: Shinpachi ist ein Otaku, der mit seinem Fanclub ein Idol namens Otsuu-chan abgöttisch verehrt. Das ist auch wirklich alles, worin er gut ist, außer vielleicht witzige Kommentare zu machen.
Die dritte im Bunde ist kein Mensch, sondern ein Mitglied des Yato-Clans, einer Rasse, die im Universum als extrem kriegerisch und übernatürlich stark gilt. Mit ihren roten Haaren, den himmelblauen Augen und den chinesischen Kleidern fällt Kagura ziemlich auf, als sie mit einem Raumschiff heimlich auf die Erde reist und ihre Kräfte mit jedem misst, der sich ihr in den Weg stellt. Aus dem kampflustigen Mädchen mit dem lila Sonnenschirm wird allerdings schnell ein naives, brutales aber herzensgutes Mitglied der Yorozuya, das fortan bei Gintoki wohnt und ihm in allem nacheifert.


Die Serie besteht aus vielen kleinen episodischen Abenteuern und kurzen Arcs, in denen die Yorozuya in alle möglichen und unmöglichen Schlamassel verwickelt werden. Da Edo eine große Stadt ist, leben hier natürlich noch viele weitere interessante und skurrile Persönlichkeiten, von der Polizei über Obdachlose, Hosts, Ninja, Prostituierte und Mikos bis zu Untergrundkämpfern und Gintokis alten Waffenkameraden. Mal lernt man einen von ihnen etwas näher kennen, dann taucht er eine ganze Weile gar nicht mehr auf. Letztendlich sind es aber immer die „üblichen Verdächtigen“, denen man über den Weg läuft und die durch ihre bizarren Eigenarten und verdrehten Beziehungen zueinander jede Folge mit Action, Spannung, Dramatik und vor allem viel Humor füllen. Die Charakteraufstellung ist so Klischee, dass sogar die Charaktere selbst sich darüber lustig machen. Ich werte das allerdings als Stilmittel, da es sich bei Gintama unter anderem um eine Satire handelt.

Und damit sind wir bei einem sehr wichtigen Punkt angelangt: der Comedy-Faktor von Gintama ist „over 9000“! Dieser Ausdruck kommt euch bekannt vor? So ungefähr funktioniert ein Großteil der Gags: Anspielungen, Parodien, Zitate – völlig schamlos wird einfach alles durch den Kakao gezogen, ob bekannter Anime, japanische Fernsehsendung oder berühmte Persönlichkeit. Dabei macht Gintama wirklich vor gar nichts Halt, am allerwenigsten vor dem eigenen Autor, der Serie selbst, dem Animationsstudio Sunrise und dem Verlag Shueisha. Keine Ahnung, wieso die Chefetage nichts dagegen unternimmt oder vielleicht genießt Gintama einfach Narrenfreiheit. Jedenfalls cosplayt Gintoki einmal alle bekannten Manga-Helden durch, liest ständig JUMP und manchmal diskutieren die Figuren völlig offen miteinander über die Sendung und beschweren sich sogar über eine Wendung oder meckern, dass sie zu wenig Auftritte haben. Statt einer Vierten Wand steht zwischen Serie und Zuschauer bestenfalls eine Membran. Sie beantworten Leserbriefe (oder tun eher so als ob), wobei es ihnen nie an Selbstironie fehlt. Man muss dazu sagen, dass der Humor von Gintama sich fast immer weit unter der Gürtellinie bewegt. Es gibt Episoden, die eigentlich nur aneinandergereihte Peniswitze sind. Ernsthaft, die Macher müssen pubertierende Jungen ohne Freundin sein … Fäkalhumor gibt es natürlich auch im Übermaß. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis für unschuldige Mädchen: ihr werdet nicht unbedingt mit jedem Gag zurechtkommen und die Zensur ist minimalistisch. Immerhin leben die Yorozuya im Kabuki-Viertel, dem Rotlichtbezirk von Edo. Es gibt viele Running-Gags, vor allem mit dem S&M-Fetisch und Stalking. Niveauloser Humor raubt einem Anime natürlich insgesamt Qualität und übertrieben viele Running-Gags und billige Wortspiele machen das nicht besser. Punkten können Gin-chan & Co. dafür mit völlig unvorhersehbarem Nonsens-Humor und jeder Menge gutem Slapstick.


Streift man all die dummen Witze ab, zeigt sich die versteckte Silberseele der Serie, denn eine Frage ist ja noch offen: was ist Thema dieser Yorozuya-Odyssee?
Wer in Geschichte aufgepasst hat, konnte es vielleicht schon erahnen: der Kampf gegen die Amanto ist eine klare Anlehnung an den Zweiten Weltkrieg, in dem Japans Samurai-Ära ein abruptes Ende fand. Rein zufällig bringen auch die Aliens moderne Technik, ausländische Gerichte und westliche Kleidung nach Edo und bebauen das Land mit Hochhäusern. Was uns nicht gleich auffällt, der gebildete Japaner aber sofort bemerkt hat: (fast) alle Namen sind an berühmte Persönlichkeiten der japanischen Geschichte angelehnt. Man kann also ein bisschen gesellschaftspolitische Kritik riechen, immerhin sind die Unterdrücker fremde Besatzer, die auf Samurai-Werte spucken. Was sagt das alles über Gintoki aus? Erscheint er auf den ersten Blick wie ein apathischer Taugenichts, hat er doch ein warmes und sanftes Herz, das vom Krieg stark mitgenommen wurde. Er leidet scheinbar an einem durch ein Trauma verursachten depressiven Zustand, der sich in vollkommener Gleichgültigkeit und „toten Fischaugen“ äußert – es sei denn unschuldige Menschen werden vor seinen Augen bedrängt. Ich denke, er hat schon zu viele sterben sehen, um nichts zu tun, gleichzeitig fehlt ihm aber ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnen würde, hat er doch sein Schwert und seine Aufgabe verloren.
Die beiden Kinder bergen hinter ihrem Lächeln ebenfalls ernste Geschichten: auf Shinpachis schwierige Situation und seine Bemühungen, ein starker Samurai zu werden bin ich bereits eingegangen und auch Kagura führt einen immensen inneren Kampf. Beide suchen bei Gintoki Zuflucht, nachdem ihre Familie ihnen abhanden gekommen ist und finden in ihm eine Art großen Bruder oder Vaterersatz. Es ist so herzerweichend, mitanzusehen, wie die drei sich näher kommen und die Grenzen von Blutsverwandtschaft und Herkunft weit hinter sich zurücklassen. Interessanterweise entwickeln sich die meisten Figuren im Laufe der Serie, auch Nebenfiguren. Manche werden aber einfach vergessen.
Neben reinen Comedy-Folgen gibt es ganze Arcs mit zu Tränen rührender Story, die plötzlich sehr ernst sind und scheinbar mit dem Stil der Serie brechen. In diesen Arcs wird auch gerne einmal Gewalt und Blut gezeigt, wie bei einem typischen Samurai-Drama. Gerade am Anfang ist das gewöhnungsbedürftig und man versteht nicht gleich, wie der Hase läuft. Man ist verwirrt und fühlt sich hereingelegt, wenn kitschiges Drama urplötzlich von harter Action und gleich darauf von unreifem Teenie-Humor abgelöst wird. Immerhin werden die tragischen Momente nicht zerstört. Ich habe ganze 13 Folgen gebraucht, um die Serie lieben zu lernen – lasst euch also nicht zu schnell von dem laschen Anfang enttäuschen!


Die Sache mit der Zielgruppe ist auch ein bisschen kompliziert: obwohl Gintama eindeutig ein Shounen-Anime ist, ist der Protagonist ein junger Mann Mitte 20, der wie ein Erwachsener agiert und sich manchmal kindisch verhält. Was besonders auffällt ist, dass es in Gintama eigentlich nur Fanservice für Zuschauerinnen gibt. Männer werden immer wieder mit nacktem Oberkörper oder auch ganz nackt dargestellt, während die Frauen der Serie nicht besonders sexy, sondern ziemlich burschikos sind. Sie erlauben keine Panty-shots, haben keine überdimensionalen Brüste und viele laufen im Kimono herum. Während Männer viele Schwächen haben, romantisch und emotional sind, wissen Gintama-Frauen, was ein Kinnhaken ist und setzen sich gegen die männliche Besetzung knallhart durch. Vielleicht ist das ein Beitrag zur Frauenrechts-Bewegung in Japan, vielleicht soll es den Wandel des Frauenbildes in der Nachkriegszeit andeuten. Oder es ist einfach der Fetisch des Autors.

Musik und Animation sind bestenfalls durchschnittlich, meistens eher darunter. Es gibt aber auch einzelne Musikthemen und Arcs, die besonders schön sind. Die Zeichnungen werden schlicht gehalten, gerade gut genug, selten besonders. Die Synchronisation hingegen ist gelungen und es sind einige bekannte Synchronsprecher dabei. Dass die Charaktere die Serie immer wieder selbst abwerten, zeigt, dass die Macher sich der schlechten Qualität bewusst sind. So viel Selbstkritik verdient Anerkennung, behebt aber nicht die Mängel.
Ein weiteres Manko ist, dass man sich mit Geschichte und japanischer Pop-Kultur gut auskennen muss, um alle Gags zu verstehen – gerade für deutsche Zuschauer eine Herausforderung.

Worauf muss man sich also gefasst machen, wenn man sich entschlossen hat, Gintama eine Chance zu geben? Viel Herz. Viele Penisse. Ein Gag-Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Und eine versteckte Satire. Es ist wie mit Gintoki: für Gold strahlt das Werk nicht hell genug und von außen scheint es nicht viel wert zu sein. Doch tief im Innern ist es reines Silber.
Gintama, dir fehlt es an vielem. Am meisten aber an Selbstbewusstsein!

Eure Ai ist „Justaway“

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Sakura-sama.
Sehr schöne Rezension über einen meisterlichen Anime!
Gintama war wohl der unterhaltsamste und zugleich verrückteste Langzeit-Anime,den ich gesehen habe.Der Humor dieses Animes ist einfach nur einmalig und hat meinen Humor ganz genau getroffen.Ich war auch sehr froh darüber das der Anime nicht nur all die Zeit sehr witzig war,sondern sich auch sehr um die Spannung und auch um die Dramatik zugleich gekümmert hat.Ich wurde von Gintama eindeutig köstlichst unterhalten.


RookiezxSpyair
Danke dir für diese Rezension über meinen Lieblings Anime.^^
Aber da ist eine Stelle, bei der ich dir nicht ganz zustimmen kann.
Musik und Animation sind bestenfalls durchschnittlich, meistens eher darunter. Es gibt aber auch einzelne Musikthemen und Arcs, die besonders schön sind. Die Zeichnungen werden schlicht gehalten, gerade gut genug, selten besonders. Die Synchronisation hingegen ist gelungen und es sind einige bekannte Synchronsprecher dabei. Dass die Charaktere die Serie immer wieder selbst abwerten, zeigt, dass die Macher sich der schlechten Qualität bewusst sind. So viel Selbstkritik verdient Anerkennung, behebt aber nicht die Mängel.

Ich finde nicht das die Animation oder die Musik schlecht waren. Eher bin ich der Meinung, das die Musik dieses Animes die besten sind die ich je gehört habe.^^
Die Animation war auch gut, da man bedenken muss wann dieser Anime entstanden ist und man erkennt ja auch die Verbesserungen. *o-puh*

Und das die Charaktere die Serie immer wieder selbst abwerten, macht die Serie erst interessant. ^^
So etwas habe ich bis jetzt nur bei Gintama gesehen. *o-gj*

An diejenigen die es nicht geschaut haben oder abgebrochen haben:
Traut euch. Ich habe es am Anfang nur bis zur 15. Folge geschaut und wollte den Anime dann abbrechen, aber ich hab mich dann zusammengerissen und jetzt ist Gintama mein absoluter Favorit. Man muss sich ein bisschen am Anfang zwingen, aber es lohnt sich. *o-love*
Es gibt viele lustige und auch traurige Momente. Manche Arcs haben mehr Drama andere weniger, aber Comedy ist immer dabei.

*o-öhm*
Das wars. xD


Shinzumano
Ein paar kleine Fehler sind dir da aber unterlaufen, liebe Authorin. Es handelt sich in Gintama nicht um den Zweiten Weltkrieg, sondern um die Edo-Periode, besser gesagt der letzte Teil der Edo-Periode, auch Bakumatsu-Periode genannt.. Zu der Zeit, als die Amerikaner den "Vertrag über Frieden und Freundschaft" mit Japan erzwungen hatten und der westliche Fortschritt in Japan Einzug erhielt. Auch wenn Schwerter verboten sind, so wurde Gintoki das Schwert nicht weggenommen. Viel mehr hat er es freiwillig abgelegt. Zu sagen wieso, wäre aber ein großer Manga-Spoiler. Auch ist Gintoki nicht etwa Gleichgültig, weil er ein Trauma erlitten hat. Er war schon immer so gleichgültig, schon als er bei Shouyou gelernt hat. Seine Aufgabe verloren? Nein, denn damals wie heute kämpft er immer noch für das gleiche. Nicht für die Freiheit des Landes, nicht um die Amanto zu besiegen, nein, er kämpft bloß für seine Freunde. Aber ich nehm dir diese Fehler nicht übel. Immerhin hab ich mir Gintama schon mehrere male angesehen und einige Dinge, die im Manga erklärt wurden, wurden auch noch nicht animiert, weswegen man einiges auch nicht wissen kann, insofern man den Manga nicht liest. Auch sind viele Dinge in Gintama schwer zu verstehen bzw zu kombinieren, weil sie so unabhängig voneinander geschehen.


zunokun
Vielen Dank für diese tolle Rezension!
Als ich Gintama das erste mal gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, dass es lesenswert/sehenswert ist, aber dank deiner Rezension habe ich einen wirklich sehr guten Anime angefangen (mehr als einen erstn Eindruck kann ich aber leider nicht angeben, die Betonung liegt auf angefangen...)

Vielen Dank nochmals dafür!


AiJinsei
@vegeta19945

Vielen Dank für deinen Beitrag!

Ich muss allerdings dazu sagen: ich habe auch gezögert, wo man das ganze am besten einordnen kann, aber mich für den Zweiten Weltkrieg entschieden. Das hat folgenden Grund: die Besetzung Japans und die grundlegende Veränderung des Lebens im Land, sowie die totale Kapitulation Japans passen in meinen Augen besser auf den Weltkrieg. Aber wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem, da das eine zum anderen geführt hat. Auffällig ist auch, dass es diverse Anspielungen auf den heutigen Japaner und das heutige Japan gibt, daraus schließe ich, dass wir in Gintama einen größeren Zeitraum überspannen. Kondou & Co. sind ganz klar Figuren aus der Bakumatsu-Zeit, da hast du recht, aber ich denke, Gintama umfasst den gesamten Zeitraum von damals bis heute. Es gibt sicher nur wenige Leser, die sich mit japanischer Geschichte so gut auskennen wie du, daher habe ich mir erlaubt, es etwas einzustauchen.


Marjam
So, dann sag ich doch auch einmal etwas hierzu^^
Ich finde deine Rezension wirklich gut gelungen und bin in eigentlich allen Punkten deiner Meinung (Bis auf die Tatsache, dass mir zumindest der Soundtrack hammermäßig gefällt..aber das ist ja persönlich und hat hier jetzt nicht wirklich als Kritikpunkt was verloren xD).
Die Witze sind manchmal wirklich ein bisschen grenzwertig (auch wenn ich zugeben muss, dass ich eigentlich bei den Comedy-Stellen permanent Lachflashs hatte, es war einfach perfekt für mich xD) und einige versteht man auch nur, wenn man das entsprechende Vorwissen dazu besitzt. Trotzdem gefällt mir gerade das an Gintama so gut und der Anime befindet sich (unter anderem xD) deswegen auch in meinen Top Ten (außerdem fühlt man sich dann so toll, wenn man die Anspielungen erkennt xD). Allerdings kann man den Anime eigentlich nur dann wirklich genießen, wenn man die Comedy dabei abfeiert (oder zumindest einen Teil davon^^). Wer für Action und Epicness kommt, wird 3/4 von Gintama in die Tonne kippen können, weil der Anime einfach davon lebt und die actionreichen und emotionalen Arcs nur das Zuckerl sind, das die wirklich Begeisterten dann förmlich in sich reinsaugen. Auch die Länge der Arcs ist hierbei sehr angenehm.
Ich würde den Anime wirklich weiterempfehlen, allerdings sollte man ihn wirklich nicht nur wegen Action und Drama schauen wollen, da gibt es sehr viel bessere, die diese Genre durchgehend gut erfüllen xD


vegeta19945
Der Angriff der Amanto ist eine Anlehnung an die Bakumatsu Revolution, nicht den Zweiten Weltkrieg der knapp 80 Jahre später begann, die mit der Ankunft der "Schwarzen Schiffe" unter dem amerikanischen Admiral Perry am 8 Juli 1853 und der daraus folgenden erzwungenen Öffnung Japans gegenüber der Außenwelt und den westlichen Einflüssen begann.


GhostofFate92
Dann melde ich mich auch mal zu Wort. Ich denke, das ist zu einem gewissen Teil dann auch meine Pflicht, als Vize-Leiter des Fanclubs.

Die Rezension war gut, man kann echt nichts daran aussetzen. Und ich habe wirklich kritisch geguckt xD Klar, dass man als Fanboy nicht gerne hört, wenn was Negatives gesagt wird über den Anime, aber wenn ich diese "gefanboye" mal ausschalte, dann muss man dir einfach Recht geben. Der Anime hat definitiv Schwächen und ist auch definitiv nicht für jeden was. Die Jokes gehen echt oft hart an die Grenze des Ertragbaren, darüber haben sich selbst Mitglieder unseres Clubs schon beschwert und die Story kommt nicht oft und wenn dann auch nicht lange zur Geltung. Manche Charaktere werden einfach komplett vernachlässigt, während andere quasi die Lieblinge sind, die so gut wie immer vor die Kamera dürfen.

Das alles sind Schwächen, definitiv. Aber wie du auch schon richtig gesagt hast, das wird alles wieder wett gemacht.

Und ein Tipp an alle, die überlegen Gintama zu schauen. Wie schon gesagt der Anime bietet fast alles. Gute Comedy, echt traurige Momente und epische Kämpfe. ABER Comedy ist definitiv vorne. Wenn ihr also nur wegen der Action und Epicness kommt und den Humor nicht ansprechend findet, dann wird der Anime höchstwahrscheinlich nichts für euch sein. Quält euch nicht durch die lustigen Folgen und seht die ernsten Folgen als Entschädigung, sondern kommt für die Comedy und seht die ernsten Folgen als willkommenen Bonus.


Kamiila
Vielen dank für diese tolle Rezension :)
Ich war hin und weg als bei den Rezensionen mit mal meine Lieblings Serie stand.

Und es ist als hätte ich mich erneut in Gintama verliebt,so treffend fand ich deine Arbeit *o-roll*
Du hast die schönsten Dinge angesprochen aber auch die bemerkbare Kritik :)
Eine Sache die mich jedoch einfach immer wieder beeindruckt ist wie Gintama ein schönes glückliches Gefühl hinterlässt.Es fühlt vllt nicht jeder wie ich aber ich spüre es stark.Generell ist Gintama sehr poetisch und Zitatreich.

Hideaki Sorachi ist übrigens wirklich verzweifelter Single ^^

Dankeschön !