Rezension: Rewrite
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Der Autor: SilentGray



Der Anime: Rewrite

Wir schreiben das Ende der Sommerseason 2015. Alles war eigentlich so wie immer: Animes endeten, Bewertungen wurden vergeben und ich wartete zu diesem Zeitpunkt seit mittlerweile drei Jahren auf die Ankündigung einer ganz bestimmten Anime-Adaption. Fast schon sah es so aus, als ob alles beim Alten bleiben würde … zumindest bis zum Ende des Titels Charlotte. Denn dieses enthielt die Ankündigung, dass die Visual Novel Rewrite als TV-Serie umgesetzt wird.
In diesem Moment hatte ich das Gefühl, mein Geburtstag und Weihnachten wären auf den gleichen Tag gefallen, immerhin zählt das Original zu meinen absoluten Lieblingen. Doch das Geschenk, das ich letztlich bekam, war kurz gesagt Welten von dem entfernt, was ich mir gewünscht hatte. Nicht einmal fünf Minuten nach der ursprünglichen Ankündigung starben mit der Ernennung von 8-Bit als Animationsstudio jegliche Hoffnungen, dass die Serie gut werden würde. Auf jeden Fall war ich kein großer Fan von vorherigen Werken des Studios wie Infinite Stratos oder Comet Lucifer, daher mein offensichtlicher Pessimismus. Als wäre das nicht genug, übernahm ausgerechnet TENSHO die Regie. Eine perfekte Wahl, wenn man bedenkt, wie er vorher schon mit der Adaption von Grisaia no Kajitsu keine Glanzleistung abgeliefert hat. Dennoch blieb ich einigermaßen optimistisch und wagte mich an die erste von zwölf Folgen, die in der Sommerseason 2016 erschien. Ein paar Monte später erschien in der Winterseason 2017 noch eine zweite Staffel, die diesmal 11 Episoden umfasste, allerdings schlägt diese eine etwas andere Richtung ein, weswegen es in dieser Rezension primär um die erste Staffel geht (obwohl ich mich in Anbetracht einiger Punkte auf beide beziehen muss, um bestimmte Sachverhalte besser erklären zu können).

In Rewrite geht es um den Oberstufenschüler Kotarou Tennouji, der in einer naturverbundenen Stadt gemütlich sein Leben vollbringt. Zumindest sollte er das, wäre da nicht ein seltsames Wesen, das ihn nachts heimzusuchen scheint. Überzeugt davon, dass es sich um etwas Paranormales handelt, sucht er Hilfe beim Okkultismus-Klub seiner Schule. Gerade, als er sich auf den Weg machen will, um sich dort mit der „Hexe“ der Schule zu treffen, wird er in einen Kampf zwischen einem weißhaarigen Mädchen und einem Monster verwickelt. Irgendwie schafft er es, dem Chaos zu entkommen, allerdings ist für ihn nun klar, dass paranormale Kreaturen existieren müssen. Um diese zu untersuchen, tritt er besagtem Klub bei. Alleine bleibt er dabei nicht, denn er freundet sich – mehr oder weniger – mit fünf Mädchen an, die irgendwie in seine Aktivitäten mit einbezogen werden, selbst wenn sie es eigentlich nicht wollen. Dabei weiß Kotarou nicht, dass jede von ihnen mehr mit der Situation zu tun hat, als es anfangs den Anschein hat.

Was will Rewrite nun also sein? Tja, es fällt sogar dem Anime selbst schwer, diese Frage zu beantworten. Fast schon wie auf Drogen wechselt die Serie ständig Genres und schafft es kaum, einen konstanten Ton zu halten. Da folgen auf eine bedrückende Szene und Kämpfe gerne mal Comedy und ein entspannter Shoppingtrip … wie aufregend. Es hilft sogar noch weniger, dass die erste Hälfte eigentlich primär aus Slice of Life-Elementen besteht, während später versucht wird, eine ernstere Stimmung zu erzeugen. Das funktioniert nur bedingt, denn obwohl man die übernatürlichen Aspekte der Serie mehr in den Vordergrund stellt, wird der beabsichtigte Kontrast zum Anfang buchstäblich ins Lächerliche gezogen. Denn was gibt es Besseres, als während der Vorbereitung auf einen Kampf um Leben und Tod noch baden zu gehen oder blöde Witze zu reißen. Im Endeffekt ist es sogar ziemlich bedauerlich, dass der deplatzierte Humor eigentlich das einzig beständige Elemente des Titels darstellt. Dabei funktioniert dieser in den ersten paar Folgen an einigen Stellen sogar ziemlich gut. Fairerweise muss man dem Anime hier zugutehalten, dass es zu Beginn – abseits einiger typischen Harem-Elemente – wenig zu beanstanden gibt. Wirklich Großartiges braucht man nicht zu erwarten, jedoch präsentiert sich die Serie zu dem Zeitpunkt als netter Durchschnittstitel für zwischendurch. Ähnliches gilt ebenfalls für die Charaktere, obwohl manche von ihnen durchaus einige sympathische Grundzüge aufweisen.

Eine gute Basis für deren Entwicklung ist hiermit also gegeben, nur mag sich einer die Frage stellen, wie man die Hintergrundgeschichten sowie Eigenarten von fünf Mädchen und einem männlichen Hauptcharakter in 12 Episoden stopfen soll, wenn man gleichzeitig eine Geschichte über übernatürliche Monster erzählen will. Ich glaube in diesem Fall ist es nicht verwunderlich, wenn die Antwort heißt: Es funktioniert nicht. Aber es wäre ja nicht Rewrite, wenn man nicht versuchen würde, diese ganzen Informationen so konfus wie möglich in die Handlung einzubauen. Anstatt den logischen Weg zu gehen und die Zeit gleichmäßig zu verteilen, bekommen zwei der Charaktere einfach so eine ganze Folge für sich selbst spendiert, während andere auf ein paar Szenen begrenzt werden. Eigentlich ist die gesamte Zeiteinteilung in diesem Anime ziemlich fragwürdig und das schon von Minute Eins an. Denn wie kann man besser seine Zeit verschwenden, als eine Szene einzubauen, die den Zuschauer unnötig verwirrt und zu der man keinen Kontext hat, während dieser Anfang exakt Frame für Frame in der zweiten Staffel nochmal an der richtigen Stelle eingebaut wird. Man könnte fast schon meinen hier wird man absichtlich verwirrt, damit man ständig im Glauben gelassen wird, eine Erklärung kommt ja noch und dann ergibt sicher alles einen Sinn. Nur hat dies eben den bitteren Nachgeschmack, dass man während der gesamten ersten Staffel kaum versteht, was gerade vor sich geht. Wer will sich da schon mit solchen Gurken wie Neon Genesis Evangelion oder Serial Experiments Lain befassen, wo man sein Gehirn extra anstrengen muss, wenn man genauso gut bei Rewrite ahnungslos zurückgelassen werden kann. Aber keine Sorge, das Meiste wird sowieso in der zweiten Staffel beantwortet oder ist später eh irrelevant. Warum sich also vorher groß einen Kopf darüber machen?

Und an dieser Stelle kommen wir zum eigentlich größten Problem der Serie; die erste Staffel ist praktisch nutzlos. Ironisch, wenn man bedenkt, dass die Story laut den Autoren der Visual Novel eigentlich so konzipiert wurde, dass diese im Vergleich zum Original leichter verständlich ist. Tja, das ging wohl ziemlich nach hinten los. Im Prinzip sollte es nämlich sicher so funktionieren, dass man mit den Charakteren eine emotionale Bindung aufbaut, diese vertieft und daraufhin die Freundschaft aller auf die Probe stellt. Genau daran scheitern alle 12 Folgen, obwohl man zumindest etwas Einsicht in den Protagonisten bekommt. Allerdings ist dies so ziemlich das Einzige, das man daraus mitnehmen kann, denn praktisch alles andere wird einem in der Folgestaffel erzählt. Lässt man die ersten 3 Episoden davon also außen vor, braucht man eigentlich kein Vorwissen. Man versteht zwar infolgedessen einige Dinge nicht, jedoch wird es immer noch hundertmal besser präsentiert, als in dem Trauerspiel, das die erste Staffel darstellt.

Sieht es zumindest optisch etwas besser aus? Ein wenig, aber leider nicht viel. Man hat sich bei den Charakterdesigns für eine relativ lose, leicht gezeichnete Linienführung entschieden, die weniger die Modelle an sich betont, dafür allerdings flüssigere Bewegungen bei den Animationen ermöglicht, mit denen man die markanten Merkmale nicht ständig nachzeichnen muss. Dies führt jedoch an manchen Stellen zu ziemlich wabbligen sowie abgerundeten Designs. Dadurch wirken einige der Charaktere, gerade die Mädchen, jünger, als sie eigentlich sind. Wo sich die Meinungen sicher spalten, sind einerseits die total überdesignten Schuluniformen, die es so in der Realität mit 100% Wahrscheinlichkeit nie geben würde und die Gesichter. Diese sind nämlich dem alten Moe-Stil nachempfunden – dieser wird in Visual Novels von Key primär verwendet und daraus wurden die Designs übernommen –, mit den riesigen Augen sowie einer rundlicheren und damit süßer erscheinenden Gesichtsform. An sich hört sich das alles ja noch nicht sooo schlecht an, nur leider erlebt die Animationsqualität im Verlauf der Serie einen starken Einbruch, was aufgrund der Linienführung, die extra auf Bewegungen ausgelegt ist, noch stärker auffällt. Jegliche Action erhält dadurch einen merklichen Dämpfer. Dies wiegt umso schwerer, da ab der zweiten Hälfte vermehrt Kämpfe ausgetragen werden. Und da es ja so schön heißt aller guten Dinge sind drei gibt es mit unförmigen sowie hölzernen CGI-Monstern erneut ein Element, das die physischen Auseinandersetzungen extra unspektakulär macht. Am schlimmsten jeodch ist der extreme Kontrasts zwischen den üblichen gezeichneten Hintergründen und dem total offensichtlichen Einsatz von 3D, der die Optik noch stärker negativ beeinflusst. Zumindest in den ruhigen Momenten ist die visuelle Untermalung recht angenehm, nichtsdestotrotz wäre selbst hier sicher noch mehr drin gewesen.

Der eigentlich einzige Hoffnungsschimmer der Serie ist die Musik, welche die Atmosphäre der einzelnen Szenen ungemein bereichert. Insbesondere die ruhigen Lieder lassen einen fast schon in diese lethargische Stimmung verfallen, bei der man am liebsten wegdösen würde. Die hektischen und actiongeladenen Musikstücke kommen leider nicht ganz auf dieses Level, passen aber ebenso gut zu den Ereignissen auf dem Bildschirm.

Zum Schluss lässt sich sagen, dass der Anime von Rewrite viel Potenzial zeigt, dieses aber sehr schnell verschwendet. Die ersten paar Folgen sind so gesehen gar nicht mal so übel und erwecken zumindest den Eindruck eines netten Slice of Life-Titels für zwischendurch. Unglücklicherweise geht so ziemlich alles ab der Hälfte den Bach runter und lässt einen verwirrt zurück. Ich muss zugeben, mit der zweiten Staffel danach hatte ich sogar mehr Spaß, als ich ursprünglich dachte (wahrscheinlich weil man sich mehr an die originale Story gehalten hat, anstatt eine neue zu erfinden), allerdings konnte das meinen Gesamteindruck nicht gerade ins Positive rücken. Falls man mit der wirren Erzählstruktur und dem sehr flotten Pacing klarkommt, könnte man vielleicht Gefallen daran finden. Wer jedoch als Fan der Visual Novel auf eine adäquate Adaption gehofft hat, der wird am Ende sichtlich enttäuscht sein, denn das Endergebnis spiegelt kaum die Qualität des Originals wieder. Ich habe ja gerne recht, aber dies wäre das eine Mal gewesen, wo ich mit meinen anfänglichen Befürchtungen gerne falsch gelegen hätte.

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Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Asuka..
Das einzige was ich noch von Rewrite weiß,ist dass ich eine Folge gesehen habe und es direkt wieder auf die Warteliste gesetzt habe.Es hatte mich zudem Zeitpunkt kaum gereizt.Fasst schon gelangweilt.Es war aber nicht schlecht genug,damit ich es direkt schon nach der ersten Folge abbreche.Ich hatte schon geplant es irgendwann weiter zu schauen und habe es immer noch nicht getan.Zur selben Zeit habe ich auch mal was von der VN gehört,welche anscheinend sogar ziemlich gut sein soll und wie ich jetzt schon die Kommentare darauf lese,ist die Anime-Adaption nicht mal annähernd so gut.Da hatte ich mir auch schon überlegt lieber doch die VN auszuprobieren statt dem Anime.Ich versuche es aber trotzdem einmal.Auf jeden Fall ist die Rezension ziemlich gut geschrieben und gibt mir schon mal ein besseres Bild von Rewrite.:)


Helgo1506
Da ich die VN fertig hatte, bevor der Anime raus gekommen ist, gebe ich auch mal meinen Senf dazu. *o-pfeif*
Erstmal vorab, gehe ich der Rezension recht, dass das Charakterdesign leider sehr vernachlässigt wurde gegenüber der VN. In der VN sind alle Charakter sehr detalliert, auch die Uniform usw. Jedoch wurde wohl beim Anime mehr Geld für die Hintergründe und CGI verwendet, was echt schade ist. Jedoch bin ich der Meinung, dass das CGI zum Ursprung der Monster passt.
Mit dem Storyaufbau des Animes stimme ich nicht ganz zu.
Es stimmt, dass die Story teilweise verwirrend ist, jedoch ist dies in der VN auch so. Es wird auch viel zwischen Comedy und Action gewechselt. Dies ist meiner Meinung nach beabsichtigt, da es wie in der VN auch, damit "gespielt" wird ob die Ereignisse real sind oder nicht.

Der Anime wollte eine Geschichte bringen, die nicht in der VN vorhanden war, mit Schwerpunkt auf einen bestimmten Charakter. Wenn man die VN kennt, merkt man relativ schnell, welcher dies ist. Wodurch natürlich von den anderen Charakteren nur die wichtigen Teile für die zweite Staffel genommen wurden, damit diese später Sinn macht.
Außerdem sollte er zeigen, was dies für Auswirkungen auf die bekannte Story der VN hat. Leider sind diese Aspekte ohne das Wissen der VN nicht möglich zuerkennen.
Deshalb stimme ich der Rezension soweit zu, dass die erste Staffel als direkte Animeadaption ihren Zweck nicht erfüllt hat.
Jedoch finde ich sollte man sich vor Auge führen, das die erste Staffel NICHT als direkte Animeadaption der VN geplant war, sondern eher den Leuten mit Wissen der VN, ein paar Teile von einer anderen Sichtweise zeigen und dadurch erklären sollte. Diese Aufgabe finde ich hat der Anime gut erfüllt. Ich zumindest habe ein paar Teile danach anders gesehen, wodurch ich es sehr interessant fand.

Wegen den oben genannten Punkten, ist die erste Staffel leider deshalb sehr verwirrend und schwer zu verstehen, ohne Wissen der VN.
Mann wollte dies mit der zweiten Staffel "beheben", die sich sehr, wie schon gesagt, an die VN hält.
Dies hat dann finde ich auch gut geklappt.
Deshalb empfehle ich jedem, der den Anime mit zweiter Staffel nicht ganz verstanden hat, sich die VN durchzulesen, oder die Story irgendwie online nachlesen.
Ansonsten stimme den anderen Punkten der Rezension zu. Mann hätte an manche Stellen mehr daraus machen können, jedoch ist es bei einem recht "schlechten" Still im Vergleich zur VN geblieben.


Luke-MK
Eine sehr schöne Rezension, der ich mich in jedem Punkt ohne Diskussion anschließen werde. Rewrite war für mich (trotz kleinerer Schwächen hier und da) eine großartige VN mit vielen interessanten Ansätzen. Der Anime Adaption hat ganz besonders eine Sache gefehlt: Zeit. Eine dritte Staffel hätte der Serie wirklich gut getan. So hätte sich die erste Staffel mit den Gaia und die zweite Staffel mit den Guardian Charakteren beschäftigen können und mit Moon und Terra wäre es dann vorbei gewesen aber naja...
Der Anime wurde letztendlich eine abgespeckte Version des Originals was wohl für jeden Fan eine große Enttäuschung war.
Zusätzlich möchte ich noch zu der Kritik der Animationen anmerken, dass die Charaktere im Anime irgendwie alle leblos erscheinen.
Die Musik war natürlich wie immer super. Mich hat es besonders gefreut "Harvest" aus der Galerie zu hören. Das dürfte mein lieblings soundtrack in Rewrite gewesen sein.


SlimNockey
Also dann gebe ich hier ach mal mein Senf dazu. Zunächst muss ich sagen, dass ich die VN nicht gelesen habe. Aber ich habe das Anime geschaut und vorweg muss ich ich liebe es. Ich verstehe alle negativen Punkte die heir aufgeführt werden und auch ich bin der Meinung das viel Potential verschwendet wurde. Es ist für den Inhalt auch zu Kurz.Weiterhin war auch ich nicht nur einmal von der Story verwirrt. Aber, auch wenn ich nicht weiss wieso, hat mich das alles nicht wirklich gestört. Ich liebe die nicht wirklich besonderen Charaktere. Ich fand die Story super schön und alles in allem hatte ich seid langem nicht mehr so viele Gefühle bei einem Anime. Die Animationen sind meiner Meinung nach auch sehr Gut, kein Meisterwerk, aber einprägsam. Die Musik ist schön und die eine oder andere nicht vorhersehbare Storywendung ist auch vertreten.

Um alles (nicht wirkliche viele) von mir gesagte zusammenzufassen, muss mans sagen das ich es subjektiv als eines Meiner Lieblinge sehe, es aber Objektiv gesehen eher ein Mittelmäßiges Anime ist, das sich nur ein wenig von seinen Genre Kollegen abhebt, da es sein Potential verschwendet. Trotzdem lege ich allen ans Herz zumindest die erste Staffel zu schauen, da vlt doch auch jmnd anderes so lieben lern wie ich.

slimNockey


SlichBane
Also dann mal los...

Bei einer Rewrite-Rezension muss ich einfach meinen Senf dazugeben!
Super Rezension. Ich stimme dir in so ziemlich jedem Punkt überein. Nachdem ich den Anime gesehen habe und mehr oder weniger befriedigt war, machte ich mich an die Visual Novel. Da ich bewegte Bilder vor VNs oder Mangas bevorzuge, hatte ich mich anfangs davor gescheut, die VN zu lesen. Das war aber ein RIESEN Fehler!

Ich habe tatsächlich 300 Stunden (!) für die Visual Novel gebraucht (inkl. Mappie, Friend List...). Ich habe bis jetzt noch keine VN mit vergleichbaren Umfang und durchgehend hoher Qualtät gelesen. Trotz der langen Lesezeit wurde die VN keineswegs langweilig, sondern ganz im Gegenteil: Je weiter ich kam, desto spannender wurde es. Die Gefühle, die beim Lesen aufkamen, sind einfach absolut nicht mit der Anime-Adaption vergleichbar, wie zum Beispiel die Shizuru-Route oder die Comedy u.a. in der Common-Route. Natürlich wird eine so kurze Anime-Adaption bei solchem Umfang scheitern. Es geht einfach sehr viel Charme und Information verloren. Ich bereue es zwar, den Anime VOR der VN gesehen zu haben, aber ich bereue es nicht, den Anime gesehen zu haben. Im Großen und Ganzen ist der Anime nämlich ganz okay, auch wenn Moon/Terra im Anime etwas verwirrend war.

Wer den Anime noch nicht gesehen hat, aber gerne Visual Novels liest, dem würde ich es sehr ans Herz legen, die VN zu lesen. Natürlich ist das auch im Nachhinein möglich, wie es bei mir der Fall war. Mit Muv-Luv einer meiner "all time favorites".

Grüße
Slich


SlaceTheDark
Okay, dann will ich mich mal als Erster über diese Rezension äußern. Das Erste: Ich stimme dir im Großen und Ganzen zu. Daher möchte ich mich bei dir für diese Rezension bedanken. Persönlich fand ich die erste Staffel von Rewrite auch gelinde gesagt "mild". Daher sympathisiere ich mit deiner Meinung über der ersten Staffel voll ein. Die zweite Staffel aber war es, die mich umgehauen hat. Zwar war diese auch nicht das Allerbeste, was ich gesehen habe, doch sie hat auf mich einen deutlich stärkeren Eindruck hinterlassen, als die erste Staffel. Nicht nur fand ich die Story und die Charaktere in der zweiten Staffel sehr viel besser; ich konnte mich auch mit dem Ende der ersten Staffel "einigen". In meinen Augen stellt die erste Staffel, und ich versuche es mal spoilerfrei zu sagen, einen der vielen und vielleicht auch den schlimmsten und chaotischsten Weg dar, den Kotarou ging/hätte gehen können. Ich kenne die Visuel Novel von Rewrite nicht und kann deshalb nicht sagen, wie und ob das, was in der ersten Staffel gezeigt wurde, Teil des Spiels ist. Jedoch interpretiere ich es so, dass es das ist und dem Zuschauer zeigt, wie man es nicht tun sollte. Somit ist Rewrite für mich in der ersten Runde ein Chaos und in der zweiten Runde ein durchaus besser Versuch, welcher auch noch sehr viel mehr Licht in die Geschehnisse der ersten Staffel bringt. Ja, dass wars dann auch, was ich dazu zu sagen haben. Vielen Dank an dich, SilentGray für die Rezension, und an alle die, welche sich diesen kleinen Aufsatz von mir durchgelesen haben. Somit verabschiede ich mich,

und wünsche euch allen noch einen schönen restlichen Tag.

Slace