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THEMA: Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders

Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders 1 Woche 3 Tage her #840202

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Upsala, da sollte ein Bild sein :/

Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst
Martial Arts mal anders


von Kaira am 19. März 2020


„Felsenzertrümmernde Fäuste! Tritte, schneller als der Schatten! Waffen-Künste, die selbst den Himmel entzweien.“ So beschreibt Proxer das Genre Martial Arts und diese Bilder erwartet ein Zuschauer, wenn er einen Anime des Genres anfängt. Es geht also eindeutig um Menschen mit viel Kraft. Um starke Charaktere. Aber ist rohe Gewalt und der Fortgang körperlichen Trainings wirklich das Einzige, was Martial Arts ausmacht? Nein! Weder in Animes, noch in der tatsächlichen Kampfkunst. Natürlich spielt körperliche Kraft eine Rolle und Muskelaufbau gehört zu jedem Kampftraining, aber die Kunst des Kampfes beinhaltet mehr als das. Von einem ausgeprägten Gleichgewichtssinn, über absolute Kontrolle des eigenen Körpers und Ausdauer zu Tugenden wie Disziplin, Entschlossenheit, Mut, Selbstvertrauen und vielem mehr.

Ein starker Charakter ist nicht nur deswegen stark, weil er jemandem eine Lektion erteilen kann, die dieser später in blauen Flecken und gebrochenen Knochen noch lange Zeit vor Augen hat. Es gibt körperliche und geistige Stärke. Wer eine Kampfeskunst praktiziert, wird allerdings in beiden Bereichen gelehrt. Kampfkunst ist eine Lebenseinstellung. Sie ist kein Sport, wie wir im Westen es gerne bezeichnen. Man sollte nicht nur seine Muskeln stählern, sondern auch seinen Geist. Denn das ist es, was die wahre Größe eines Meisters der Kampfkunst ausmacht.

Die Entscheidung für oder gegen den Kampf
Wie man im berühmten Kloster Shaolin, aus dem sagenumwobene Kung-Fu-Krieger hervorgingen, sagt: Am besten ist es, wenn man überhaupt nicht kämpfen braucht. Einen Kampf zu vermeiden, bevor er entsteht, ist die wahre Herausforderung. Der Samurai Yagyu Munenori empfahl aus demselben Grund, den Geist des Kriegers niemals abzulegen. Er beschrieb, dass ein guter Kämpfer auch im Alltag ein Bewusstsein für die Dynamik der Situation, den emotionalen Zustand der Menschen und für das Verhalten von Gruppen haben sollte. Wer den Bewusstseinszustand anderer missachtete, konnte leicht unbedacht handeln oder Äußerungen machen, die einen Streit entfachten. Ein guter Krieger wird daher in Achtsamkeit im Kampf und darüber hinaus geschult, so wie er auch lernt, sich selbst zu verstehen. Sunzi schrieb in seinem Klassiker Die Kunst des Krieges:
„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“

Generell wird Krieg und Gewaltanwendung in all den alten Schriften zu dem Thema als das letzte Mittel betrachtet. Auch die Samurai, die gewiss viele Leben an der Spitze ihrer Schwertklinge beendet haben, lehrten stets, niemanden anzugreifen oder zu töten, der einem nicht feindlich gesinnt ist.
„Ich töte nur die Menschen, die mich töten wollen und jene, die das bedrohen, was ich mit meinem Leben beschützen will“
, wie Kurogane aus Tsubasa Chronicle es einmal in Worte gefasst hat. Aus diesem Grund lehrte Kurogane Shaolan in der Serie, das Schwert niemals zu ziehen, solange er noch nicht damit umzugehen wusste. Denn ein Schwert sucht sich seinen Träger nicht aus, wie Kurogane sagt. Das Schwert selbst ist nicht böse, aber wenn sein Träger nicht in der Lage ist, es zu führen, zerschneidet seine Klinge möglicherweise Dinge, die nicht gemeint waren. Wie das, was man beschützen wollte oder den Schwertkämpfer selbst.

Auch die Kunst des Kampfes ist kein Teufelswerk. Vielmehr ist sie ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite steht die Angst des Volkes vor den Stärkeren. Vor den Drachen unter den Menschen, die sie in ihrer Gewalt haben und unterdrücken können. Auf der anderen Seite stellte die Kunst des Kampfes schon immer eine Möglichkeit dar, sich gegen eben jene Unterdrückung zu wehren. Meistens betraf das die Menschen, die Macht, im Sinne der Regierung, besaßen, weshalb beispielsweise Kung-Fu im Laufe der chinesischen Geschichte auch bereits verboten worden ist.

In dem berühmten Werk Die Kunst des Krieges von Sunzi, das bis heute als strategisches Meisterwerk gilt und nicht nur für Feldzüge, sondern auch für Führungsmanagement und den Alltag eines Menschen brauchbar war und ist, wird die Macht allerdings in materielle und moralische Macht unterteilt. Es heißt, ein General, der keine moralische Achtung von seiner Armee erhält, der kann auch nichts erreichen. Jemand, der dagegen große Selbstbeherrschung demonstriert, erhält die Achtung des Volkes und kann die Menschen beeinflussen. Hierfür möchte ich als Beispiel Ghandi heranziehen, der für seine Vorstellungen eintrat, indem er seine Selbstdisziplin in verschiedenen Formen demonstrierte. Zhuge-Liang, ein berühmter chinesischer General des 3. Jh. n. Chr. erklärte dies wie folgt:
„In alten Zeiten bewaffneten jene, die gut regierten, ihr Volk nicht; jene, die gut bewaffnet waren, stellten keine Schlachtreihen auf; jene, die vortefflich kämpften, verloren nicht; jene, die es verstanden, zu verlieren, gingen nicht zugrunde.“

Kung-Fu
Als aussagekräftiges Beispiel für Kampfkunst möchte ich ‚Kung-Fu‘ genauer beleuchten. Im Westen hat sich der Begriff ‚Kung-Fu‘ als eigene Kampfsportart etabliert, von der es verschiedene Stile und Abweichungen gibt. Tatsächlich aber bezeichnet Kung-Fu eigentlich keine eigene Kampfkunst, wie Aikido oder Karate. Es war lediglich lange Zeit ein gebräuchlicher Überbegriff für alle Arten jeglicher Kampfeskunst. Zu dieser Ehre kam der Begriff, weil er die geistige Haltung eines jeden Stils beschreibt. Kung-Fu bedeutet nichts anderes als: „Durch harte/geduldige Arbeit erreichen“. Denn genau dies tut ein angehender Kämpfer. Son Goku, Naruto und zig andere Protagonisten sind stets mit großer Ausdauer dabei, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Man wird nicht einfach über Nacht ein großer Krieger. Ebenso baut man sich aber auch nicht einfach über Nacht eine Existenz auf, wird berühmt oder zieht seine Kinder gesund alleine groß. All das ist ebenfalls Kung-Fu. All das ist die Seele der Kampfkunst, die dieser Begriff genau genommen beschreibt.

Lange Katzenstellung
Schon allein deshalb muss ein Schläger keine Kampfkunst beherrschen, nur weil er jemandem mit der Faust die Zähne aus dem Gesicht schlägt. Was hat rohe Gewalt denn bitte mit einer geistig geschulten Haltung zu tun? Kung-Fu ist nichts, was man macht, es ist etwas, was man hat. Es ist eine Lebenseinstellung, der Wille und das Durchhaltevermögen, seine Ziele zu erreichen. Egal, welcher Natur sie auch sein mögen.

Aus diesem Grund können zudem auch Menschen, die aus irgendeinem Grund körperlich eingeschränkt oder nicht direkt gertenschlank sind, einen hohen Rang bzw. Gürtel im Kung-Fu erreichen – selbst wenn sie manche Techniken eventuell nicht so sauber ausführen können. Wer bereit ist, jeden Tag zu trainieren und dabei Stück für Stück besser zu werden und immer wieder aufzustehen, wenn er einen Rückschlag erleidet, der trägt wahrhaftig die Seele des Kung-Fu in sich.

Im Kung-Fu wird Entschlossenheit und Durchhaltevermögen daher beispielsweise auch in der Mabu-Haltung geprüft. Wie jede Kung-Fu-Haltung kommt es beim Mabu auf exakte Gleichgewichtsverhältnisse an, aber sie führt auch unweigerlich zu ziehenden Schmerzen im Oberschenkel. Je länger man in dieser Haltung verweilt, desto anstrengender wird sie und die Beine können zu zittern beginnen. Mit wachsender Trainingserfahrung müssen die Schüler allerdings immer länger in der Lage sein, in dieser Haltung zu verharren. Sowohl von der Konstitution, als auch zur Demonstration der Disziplin und des Willens.

Die geistige Haltung eines Kriegers
Es existieren viele Prinzipien, die hinter der Kunst des Kampfes stehen. Sie ergänzen sich und gehen ineinander über, sodass teilweise gar nicht sofort auffällt, wie viele einzelne Punkte wirklich dazu gehören. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber ein paar wenige Prinzipien werde ich genauer beleuchten. Tugenden wie Mut oder Disziplin werden vielen Leuten dabei ein Begriff sein. Besonders, wenn man ein modernes Dojo besucht oder besucht hat. Dort gibt es nämlich manchmal ein Abzeichen-System für Kinder, bei dem man Auszeichnungen für diese charakterlichen Errungenschaften verdienen und dadurch praktische Nähe zu den gewünschten Tugenden erlangen und zusätzlich motiviert werden kann.


Doch nicht alle Prinzipien lassen sich in so simple Begriffe fassen. Darunter beispielsweise eine Technik, die Mr. Popo aus Dragon Ball wie folgt beschrieb:
„Stehe still wie der Himmel und bewege dich schneller als der Blitz. Aber damit ist es noch nicht getan. Leere deinen Geist. Sei wie ein Stein.“
Damit ist ein Prinzip gemeint, welches in alten Schriften als ‚Unbeweglichkeit des Geistes‘ bezeichnet wird. Dieses Prinzip setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.


Zu allererst ist es das absolute Leben im Moment, was einem ermöglicht, voll auf seinen Gegner einzugehen. Ein guter Kämpfer muss in der Lage sein, alles Unwichtige auszublenden, wie es das alte, chinesisches Sprichwort
„Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge“
, schon besagt. Zu diesen störenden Dingen gehören nicht nur Überlegungen, was es später zu essen gibt, oder die Ergebnisse kürzlich abgelegter Tests, sondern auch Vorurteile, Angst und Sorge. Zudem sollte ein guter Kämpfer auch nicht überlegen, was gewesen wäre, wenn er eine andere Taktik gewählt hätte. Ein geführter Schlag gehört schon ab dem nächsten Moment der Vergangenheit an. Kein verharrendes Bewusstsein und kein Multitasking, denn das macht Strategie und Kampfstil berechenbar. Es ist, als könnte der Gegner direkt in die eigenen Gedanken blicken, durch die vielen subtilen Zeichen, die man ausstrahlt.

Aus diesem Grund heißt es in dem Zusammenhang auch, man solle nicht denken. Die Darstellung, dass Ruffy einfach versucht, nicht zu denken, um gegen einen Gedankenleser anzukommen, ist daher gar nicht so konkret auf diese Szene bezogen. Ebenso ist es kein Zeichen von Dummheit, wenn man ein solches Verhalten anderen Protagonisten des Genres nachsagt. Denken sollte ein Kämpfer tatsächlich nicht, auch wenn der Gegenüber nicht wirklich in der Lage ist, die Gedanken mitzulesen, sondern nur menschlich beobachten kann. Samurai Yagyu Munenori lehrte, dass man vom Erlernten Abstand erlangen soll, ohne von ihm abzuweichen. Dies ist der sogenannte buddhistische Vorgang der Selbstbefreiung – wodurch zu erkennen ist, dass die asiatischen Kampfkünste auch durch Buddhismus und Taoismus stark beeinflusst worden sind. Einfacher formuliert sollte man anstreben, den Status des Übenden hinter sich und die Techniken in Fleisch und Blut übergehen zu lassen.

Auch Vorurteile behindern nur, denn sie trüben den klaren Blick auf die tatsächlichen Begebenheiten. Man darf einen Gegner niemals unter- oder überschätzen. Dies wird aber gerne strategisch herbeigeführt. Ein Krieger muss daher lernen, zu vermeiden, alles zu beurteilen. Wir lernen allerdings schon von klein auf, was gut und schlecht, was machbar und was unmöglich sein soll. Ebenso prägen unser Umfeld und wir selbst uns im Laufe der Zeit ein, was wir angeblich niemals erreichen oder leisten können. All diese Grenzen loszulassen, ist ebenso ein wichtiger Teil der Selbstverwirklichung sowie für das Praktizieren einer Kampfkunst. Jemand, der etwas nur tut, weil er es aus der Situation heraus für notwendig, aber nicht, weil er es für angemessen hält, oder so gelernt hat, bleibt für den Rest der Gesellschaft unberechenbar, was einem Krieger sehr zu Gute kommt. Aber auch im Alltag hat dieses Prinzip praktischen Nutzen. Die Menschen um uns herum sind nicht gut oder schlecht. Jeder hat lichte Seiten, genauso wie Schattenseiten. Sich von der einseitigen Betrachtung zu lösen, erspart einem Leid und ermöglicht das bereits erwähnte Gefühl für die Dynamik einer Situation zu erlangen. Der chinesische Philosoph Lao-Tse sagte einst:
„Wenn man loslässt, geschieht alles wie von selbst.“

Am Schwierigsten mag es für einen unerfahrenen Krieger früher gewesen sein, sich von der Angst zu lösen – als es wirklich noch um Leben und Tod ging. Wie kann man es bewerkstelligen eine so natürliche Emotion zu überwinden? Taisen Deshimaru-Roshi sagte dazu:
„Es gibt keinen Grund, Angst wovor auch immer zu haben. Wer angst hat, ist zu egoistisch und denkt nur an sich selbst. Man muss sein Ego aufgeben, dann verschwindet die Angst.“
Des Weiteren führte er aus, dass man nicht an der Vorstellung festhalten soll, man würde gegen jemanden ankämpfen. Ein Zweikampf ist ein Miteinander. Man soll dasselbe Bewusstsein haben, wie sein Gegenüber. Man soll zu der Situation werden. Dadurch soll es möglich sein, das Ego aufzugeben. Bei dieser Sichtweise ist es kein Wunder, dass die Samurai sagten, man solle leben, als wäre man bereits tot. Selbst wenn diese den Tod als einen Teil des Lebens betrachteten und nicht als Widerspruch dessen. Wenn man schon tot wäre, könnte einem niemand etwas nehmen. Man ist mit dieser Geisteshaltung also völlig befreit von Sorgen.

Ein Kämpfer sollte aber nicht nur gut darin sein, sich von Dingen zu lösen, sondern auch Achtsamkeit für die in der Situation essenziellen Dinge haben. Er muss seinen Gegner und dessen Bewegungen mit allen Sinnen wahrnehmen können, die Beschaffenheit der Umgebung und Einflüsse wie das Wetter im Bewusstsein behalten. Mr Popo sagte dazu, dass Wahrnehmen mit Augen und Ohren nicht ausreicht. Er stellte Son Goku in Dragon Ball daher die Aufgabe, eine Katze mit einem Glöckchen zu fangen, während seine Augen verbunden waren. Doch Mr. Popo hatte noch ein zweites Glöckchen, weshalb die Ohren nicht genug waren, um die Katze zu verfolgen. Diese Szene lehrt, dass man auch die Energie des Gegners wahrnehmen sollte. Es hängt vieles zusammen, wenn man die geschulte geistige Haltung eines Kämpfers erlangen will.

Die Ästhetik von Martial Art in Medien
Das alles findet sich in verschiedenen Formen der Medien wieder. In Skip Beat beispielsweise erlernt die Protagonistin Kyoko im Verlauf dieses Mangas die Kunst des Bühnenkampfes für ihre Arbeit als Schauspielerin. Als sie eine schwierige Kampfszene nachspielen soll, die sie vorher nur ein einziges Mal sieht, lässt sie die Augen eine Zeit lang offen und sobald sie sich nichts mehr einprägen kann, schließt sie die Lider. Dadurch ist es ihr leichter möglich, alles unnötige Wissen während ihrer Darstellung auszublenden. Sie reagiert einfach nur auf erlernte Muster, die ihre Mitspieler anwenden und ist so wesentlich flexibler, ab der gegebenen Ausgangssituation und schafft es, den Kampf ohne Unterbrechung fortzuführen. Denn dies ist das Wichtigste bei einer solchen Szene in einem historischen Kostümfilm. Man darf niemals abbrechen, weil man seine Mitspieler dadurch ebenfalls tötet bzw. handlungsunfähig macht. Egal was man tut, man sollte immer weiter machen – genau wie in einer echten Kung-Fu-Prüfung. Dort ist auch die oberste Regel, sich nicht gleich durch einen Fehler entmutigen zu lassen, sondern die Herausforderung immer zu Ende zu führen. Alles andere wäre eine Beleidigung.

Aber warum faszinieren uns Martial Arts-Szenen in Filmen eigentlich so? Warum möchten wir Auseinandersetzungen sehen, die über die geistig und emotional erzeugte Spannung, die wesentlich mehr zur Story beiträgt, hinausgehen? Ganz einfach. Menschen fühlen sich von Grausamen genauso wie von Erhabenem angezogen und können den Blick nur schwer abwenden. Sicherlich hat jeder schon mal irgendwohin gestarrt, wovor er sich eigentlich geekelt hat. Genauso fesselt uns der Anblick blutiger Kriege in einem Film oder – je nach Absicht und Umsetzung der Regie – weckt in uns ein majestätisches Gefühl, was uns die Szene weiter gespannt verfolgen lässt. Wenn man jetzt nicht gerade von Blut übersprenkelten Szenen ausgeht, sondern eher Martial Arts im Sinne von Animes wie Dragon Ball oder Naruto ist es wohl eher die erhabene Seite, die angesprochen und auch mit entsprechenden Soundtracks untermalt wird. In Skip Beat wird das wie folgt beschrieben:
„Kampfszenen, so wie sie in einem Kostümfilm vorkommen, sind Schwerttänze von solcher Intensität und Schönheit, dass die Zuschauer sie unwillkürlich am liebsten nachahmen möchten. Von einer wirklich schönen Kampfszene wird kultiviertes Benehmen und Haltung gefordert, die ihren Ausdruck in der Waffenbeherrschung, der Körperhaltung, der Posen und der Beinarbeit findet. [...] dass die Existenz von Kampfszenen in Kostümfilmen ein unentbehrliches ästhetisches Stilelement ist und das es darin eine Verbindung zu jeglicher Form der in der „japanischen Seele“ verwurzelten traditionellen Unterhaltungskunst gibt.“

In Geschichten wie Vagabond werden Leben, Zeichnungen und Martial Arts dagegen viel bestialischer und rauer dargestellt als in den bekannten Langzeit-Animes. Doch auch hier kann man nicht absprechen, dass viele brutale Szenen zugleich erhaben sind. Kampfkunst entstand aus dem Drang zu Überleben und war stets beides. Grausam und abschreckend, aber auch schön und würdevoll. Sie umfasst Licht- und Schattenseiten, die beide eine gewisse Faszination in einer künstlerischen Darstellung ausüben, während das Praktizieren einer asiatischen Kampfkunst wie Kung-Fu oder Aikido sowohl zur körperlichen, als auch zur geistigen Entwicklung beiträgt. Es liegt in der Macht von Künstlern wie Mangaka, Regisseur, Komponist und Animateur, uns in eine ganz andere Zeit zu entführen und uns die Vielfalt der Darstellung des Genres kosten zu lassen.


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Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders 1 Woche 3 Tage her #840214

Guter Artikel. Kurze Zusammenfassung über ein riesiges Thema der Menschheitsgeschichte. Da kann ich nur wiederholen: "Alles ist Kung-Fu!" - Jackie Chan.
Letzte Änderung: 1 Woche 3 Tage her von ShoujikinaMaglos.
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Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders 1 Woche 2 Tage her #840222

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NIIIICCCCEEEEE! Du sprichst mir aus der Seele, aber leider erblindet die Aktion, die Menschen. Zwar kann ich nicht zu 100% zustimmen. Doch deine Sichtweise und Erklärung des Kriegers ist faszinierend.
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Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders 1 Woche 5 Stunden her #840258

Ich mache den Kampfsport Kungfu,das ist so ein toller sport denn empfiele ich gerne weiter!!!
Das ist auch noch ein so super beitrag dazu danke!
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Philosophie und Ästhetik der Kampfkunst – Martial Arts mal anders 5 Tage 17 Stunden her #840286

Ein wirklich sehr gut geschriebener und durchdachter Beitrag zu einem Thema, das mich selbst schon einige Jahre in meiner Jugend beschäftigt und begleitet hat und noch heute, ein teilweise wichtiger Aspekt in meinem Leben ist, einfach weil dazu so viel mehr gehört als nur der Stärkste zu werden oder sich verteidigen zu können.

Teilweise muss ich sagen, finde ich es in einigen Animes und Mangas schade, wenn das Thema heruntergebrochen wird einfach um einen Effekt zu erzielen und dann außer Acht gelassen wird, das zu einem guten Kämpfer auch eine gewisse geistige Stärke dazu gehört, ein Wachstum und ein Lernprozess und eben all die kleinen und großen DInge, die dazu gehören.
Schade vorallem dann, wenn man dem Charakter beim Wachstum nicht zusehen kann oder nicht merkt, wie er sich verbessert weil gerade das ist ja der Weg, gerade das ist ja gewissermaßen der Kern.

Danke für den tollen Beitrag ^-^
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