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THEMA: Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit

Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832689

Wir werden von immer mehr Technik unterstützt. In Fabriken arbeiten Roboter, im Büro und zu Hause hilft uns Alexa oder Siri wenn wir etwas nicht wissen. Es ist eine tolle neue Welt. Oder ist sie es nicht?

Nun gut, ich glaube nicht dass jemand ein Problem damit haben wird, dass gefährliche und Körperlich anstrengende Arbeiten von Maschinen übernommen werden, aber auch in vielen gehobenen Jobs spielt die Technik die Menschen mittlerweile an die Wand.

Viele Unternehmen arbeiten bereits an einer KI, welche die Menschen weit hinter sich lassen wird. Was soll dann aus den normalen Arbeitnehmern werden?

Ich habe auch letztens von Kindern in einer Schule gehört, dass sie es nicht verstehen warum sie vieles lernen sollen, wo doch man im Internet oder von Alexa alles was man wissen will gesagt bekommt.

Bisher haben wir die Technik als Werkzeug benutzt, aber mit der neusten Entwicklung ändert sich die Situation, denn die Technik sagt uns heute was wir machen oder denken sollen.

Wir merken es nicht, aber an vielen Stellen entscheiden nicht mehr wir, sondern die Algorithmen. Welche Route soll ich Fahren, sagt mir mein Navi-Gerät. Welche Bücher ich lesen oder Filme ich schauen soll, schlägt uns Amazon vor. Youtube selektiert für uns die Videos, die uns gefallen könnten. Google sagt mir wo ich in Urlaub fahren soll oder in welches Restaurant ich gehen soll.

Wir merken nicht, dass vieles uns bereits durch Algorithmen vorselektiert präsentiert wird. Diese Algorithmen werden aber von Firmen gesteuert, die bestimmte wirtschaftliche oder politische Interessen verfolgen.

Wenn der Mensch sich nur noch auf diese Technik verlässt, wie selbstständig ist er dann noch? Was passiert wenn z.B.: durch eine Natur-Katastrophe die Technik versagt. Sind wir dann noch überlebensfähig?

Wenn die Menschen keine Arbeit haben und die Algorithmen und sagen was wir denken und machen sollen, wird der Mensch dann nur noch zu einem konsumierenden fetten Zombie, der sabbernd zu Hause auf der Couch sitzt?
Letzte Änderung: 4 Monate 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832693

Widersprüchlichkeit und gegeneinander ausspielende Eigenheiten treffen wir in unserer Welt, als auch im Eingangspost wieder.

Mal spricht man davon, dass Die Technik™ unser Denken und Handeln bestimmt, wobei doch diese Algorithmen von Unternehmen gesteuert werden, welches meinem Wissensstand nach nicht durch Die Technik™ geleitet werden. Durch Transitivität lässt sich also herleiten, dass wenn Die Technik™ Menschen steuert und Unternehmen Die Technik™, dass dann die Unternehmen die Menschen steuern, oder anders gesagt: Menschen steuern Menschen. Das ist allerdings nichts Neues.

Die ganzen unregistered trademarks bei der Technik lasse ich zukünftig weg, aber musste es gerade für mich tun, da es für mich ulkig ist, da sie wie eine eigene Macht im Gefüge der sozialen Welt zu stehen scheint. Meiner Meinung nach nimmt die Anti-Digitalisierung als Haltung zu, welche ich allerdings in den Regelfällen so von altgebackenen Männern und Frauen kenne, welche die 50er Marke überschritten haben und sich auf ähnliche Vergleiche oder Argumente berufen. Langsam beginnen sich allerdings auch wieder jüngere Leute dafür zu interessieren, was seinen Startschuss meiner Meinung nach mit der NSA-Affäre um Snowden begonnen hat. Schließlich merkt man plötzlich, wie viele Informationen man in die Hände von technischen Hilfsmitteln legt ohne darüber nachzudenken - aus einfacher Bequemlichkeit heraus.

Zunächst kann ich einmal sagen, dass diese allgegenwärtige Präsenz von AI hier KI da einfach nur ein großer Terz um Nichts sind. Wenn man wie ich in der Branche selbst tätig ist, dann weiß man, dass das letzte große "wirkliche AI" Projekt von Microsoft mit Tay einfach am Menschen "gescheitert" ist. Meiner Meinung nach war der Projekt ein voller Erfolg und man kann Microsoft nicht anlassten, dass der Bot rassistisch und antisemitisch wurde, wenn er mit genau diesem Gedankengut über einen längeren Zeitraum durch 4chan und dergleichen indoktriniert wurde. Die AI hat das gelernt, was man ihr beigebracht hat und hat sich entsprechend entwickelt. Ein Baby in gleichen Umständen wäre nicht besser davon gekommen.

Was die meisten als AI bezeichnen wird auf entsprechenden Programmierer Subreddits o.Ä. nicht umsonst auf die Schippe genommen mit Beiträgen wie diesem Bild, einfach weil es in der Regel die Wahrheit ist, was Berichte und Werbebeiträge doch als "Artificial Intelligence" verkaufen. In der IT Welt spricht man z.B. schon von einer künstlichen Intelligenz, wenn man eine App schreibt, mit welcher man ein Bild von einem Hund macht und die App ausgibt welche Rasse der Hund mit welcher Wahrscheinlichkeit hat. Dabei gibt man dann die Option dazu das aktuelle Bild als Referenz freizugeben mit der Angabe der Hunderasse. Für die nächste Analyse der App weiß sie nun eben diese Hundeart besser zu beurteilen - sie lernt durch die Nutzung dazu und wird besser. Artikel würden aber nie davon als AI berichten, sondern nur als "Algorithmus, der Hunderassen erkennt", weil es für Leser eben uninteressant ist, obwohl es per Definition genau das ist was die KI ausmacht: Machinelles Lernen und entscheiden basierend auf vorhandenen Daten.
Aber die AI, die einen Job bedrohen könnte! Oh! Ganz heißes Thema! Direkt noch einen Beitrag "Wie Computer uns alle ersetzen werden" mit dazu verlinken und fertig ist der perfekte Beitrag für das Internet! Es ist eine große Panikmache und ein Aufplustern von Normalitäten.

So viel schon einmal im Generellen. Jetzt komme ich doch auf das zu Sprechen, was man zuvor im Beitrag alles angesprochen hat. Argumente und Szenarien, welche man als IT-Mitarbeiter gefühlt häufiger beantwortet, als es gefragt wird.

Viele Unternehmen arbeiten bereits an einer KI, welche die Menschen weit hinter sich lassen wird. Was soll dann aus den normalen Arbeitnehmern werden?
Eine KI, die den Menschen generell hinter sich lässt? Wohl bekomms. Der Mensch scheitert bis heute daran zu verstehen, wie das Hirn selbst funktioniert, was es so schwer macht eine sinnvolle KI nachzuempfinden, welche eine ähnliche Leistung an den Tag legen kann. Es werden künstliche Intelligenzen geschaffen und jobspezifische Arbeiten zu übernehmen, denen es aber vollkommen an der Flexibilität mangelt, welcher den Menschen so sehr auszeichnet.

Arbeit war schon immer etwas, was sich im stetigen Wandel befindet, was aber einige Menschen bis heute nie hinnehmen und akzeptieren möchten, da der eigens gesetzte Plan meist auf "ich lerne den Beruf und den mache ich dann bis zur Rente" konzentriert und alles was dem entgegenspricht wird als unangenehm wahrgenommen. Je weiter die Digitalisierung und Modernisierung fortschreitet, umso weiter verändert sich auch unsere Arbeitskultur. Was der normale Arbeitnehmer dann tut? Ich schätze er passt sich der veränderten Arbeitskultur an. Am Ende des Tages ist es Aufgabe der Unternehmen und der Politik, dass Menschen nicht dadurch verwahrlosen, sondern Optionen haben, welche sie angehen können und ihren Lebensstandard auch mit der Änderung halten oder ggf. verbessern können.

Ich habe auch letztens von Kindern in einer Schule gehört, dass sie es nicht verstehen warum sie vieles lernen sollen, wo doch man im Internet oder von Alexa alles was man wissen will gesagt bekommt.
In einem Beitrag zur Abschaffung der Schulnoten habe ich bereits einmal angesprochen, dass das Problem nicht die Noten sind, sondern die generelle Vernarbung von Arbeitswelt und Bildungsinstitutionen, sowie der generelle stetig steigende Leistungsanspruch an die Schüler zu einem Problem unserer Zeit führen wird. Schüler erliegen Krankheitsbildern wie dem Burnout-Syndrom, da sie sich auf Abitur Prüfungen vorbereiten müssen und nahezu jeder - tut mir leid dafür, aber - Hornochse kann doch heute studieren gehen, wenn er es darauf anlegt. Die allgemeine Zugänglichkeit mit wenigen Schranken mindert die Aussagekraft hinter den Abschlüssen und man beantwortete dies mit steigenden Anforderungen, um den Kindern noch mehr überflüssiges Wissen ins Hirn zu ballern, als es von Anfang an sowieso schon sinnlos war, nur damit man sich dann für mäßig bezahlte Stellen als Industriekaufmann bewerben kann, der mindestens Realschule und Notenschitt <2,0 verlangt und eine Ethik / Religionsnote unter 3 sowieso ein Genickbruch wird.

Um zum Thema zurückzukommen: Unser Bildungssystem ist im Eimer und Bedarf einer Sanierung. Gerade unter der Berücksichtigung dessen, dass nahezu jeder Bürger in irgendeiner Form digital involviert ist und Informationsbeschaffung schon lange keine Aufgabe, sondern eine allgegenwärtige Lösung ist. Siri, Alexa und was auch immer folgen mag erfüllen genau dieses Ziel die Schulen wieder zu dem zurückzuführen, was die eigentliche Aufgabe sein sollte: Das Lernen zu lehren und die Schüler auf das Leben vorzubereiten.
Menschen sind schließlich keine Massenspeicher, die man in den Slot "Schule" steckt, vollaufen lässt, formatiert und dann wahlweise in "Studium" oder "Beruf" einsteckt, je nachdem wo etwas frei ist.

Wieso sollte ich auf Abruf bereit haben, wann die Mauer gefallen ist, wenn ich die Information zuverlässig aus dem Netz ziehen kann? Mein Geschichtslehrer hat mir meine Tests immer betrübt zurückgegeben mit der Aussage, dass ich mündlich auf einer 1 stehe, wohl besser in Geschichte bin als viele andere meiner Altersklasse, er mir aber immer die 3 oder 4 auf den Test drücken muss, weil ich zwar die Hintergründe, Aktionen und dergleichen weiß, aber eben nicht das Datum, was für den Lehrplan leider so wichtig sei. Die Entwicklung kommt meiner Idee zugute, dass man sich von Daten im Lerninhalt trennt und auf logische Zusammenhänge und Verstehen der Ursachen der Thematik konzentriert. Denn was bringt uns dieses stupide auswendig lernen? So viele kannten alle Formeln für die Mathe Klausuren aus dem FF, waren aber nicht in der Lage diese auch praktisch umzusetzen. Was ist wichtiger? Theorie oder Praxis?

Wir merken es nicht, aber an vielen Stellen entscheiden nicht mehr wir, sondern die Algorithmen. Welche Route soll ich Fahren, sagt mir mein Navi-Gerät. Welche Bücher ich lesen oder Filme ich schauen soll, schlägt uns Amazon vor. Youtube selektiert für uns die Videos, die uns gefallen könnten. Google sagt mir wo ich in Urlaub fahren soll oder in welches Restaurant ich gehen soll.
Aus Programmierer Sicht? Das sind Features. Dinge, nach denen die Menschen mit der Zeit so oder so geschriehen hätte. "Wenn ich eine Karte digital habe wäre es toll, wenn ich eine Route suchen könnte...", "Wenn ich eine Route hätte, dann wäre es toll, wenn man mich durch diese führen könnte...", "Wenn diese Route Staus und Blockaden zeigt wäre es toll, wenn sie ein Umfahren anböte...". Das nur einmal auf das Navigationsgerät bezogen. Wie möchte man denn den Gedanken vom globalen autonomen Fahen für die Welt umsetzen, wenn wir keine Navigationssteuern hätten? Keine Topografie für unsere verfügbaren Routen? Die Navigation spielt uns in die Hände, aber es hindert mich nicht daran, dass wenn mein Navigationsgerät mich über die Eifeln jagen will, weil die Route 2 Minuten kürzer ist, dass ich vorher auf die A48 abbiege, weil ich mir eben diese blöde Strecke nicht um 3 Uhr Nachts geben möchte. Die Freiheit der Entscheidung was wir tun oder konsumieren obliegt weiterhin uns.

Ebenso ist es das gleiche mit YouTube und Amazon als große Anbieter unterschiedliche Güter. Wenn ich nach einem Geschenk für meine Mutter suche, dann wäre ich verbunden ähnliche Artikel zu finden, welche interessant sein mögen, anstelle von "Baseballschläger", "Rasenmäher", "Daunenweste" und "Autoreifen", wenn ich zuvor nach "Blumenvase" gesucht habe. Diese Idee ist nicht einmal absurd - denn im echten Handelsmarkt wäre ich in einer sogenannten "Abteilung" in welcher sich offensichtlich ähnliche Waren befinden. Das wiederum heißt, dass es einem missfällt, dass eine Online Plattform versucht das aufzuholen, was ihr lokale örtliche Anbieter zuvor haben. Dabei sind die Mittel für die Online Plattform beschränkt und sie muss sich auf die Daten berufen, welche sie vom Nutzer selbst hat: Was er sich zuvor angesehen hat, was er gekauft hat oder was andere Kunden zusammen mit dem Artikel erworben haben.

Es ist keine Kontrolle meines Kaufverhaltens, sondern eine effektive Werbe- und Präsentationsmaßnahme, welche sich nicht vom üblichen Händler unterscheidet. Man kann auch im Allgemeinen behaupten, dass man sich mit jedem Einkauf in die Höhle des Löwen begibt, da jeder Kunde in jedem Markt Freiwild im Jungle der Kaufmotivation ist und letztendlich dem Raubtier der Präferenzen unterliegt. Wenn man impulsiv im lokalen Markt etwas kauft, was man nicht braucht ärgert man sich und denkt, dass es dumm war - im Online Handel unterstellt man Manipulation, anstatt daran zu denken, dass man dort genauso blöd sein kann.

Es sollte lediglich einfache Wege geben, wie jeder Nutzer bei Google, Amazon, Facebook und Co. seine gesicherten personalisierten Daten einsehen und verwalten kann. Jemand der es nicht mag kann sie gelegentlich löschen und fängt dann eben wieder bei Null an, wobei ich prognostizieren könnte, dass viele es löschen da es "natürlich sei", aber nach dem dritten mal doch froh sind, wenn ihre Vorschläge bei YouTube endlich wieder dem Musikgeschmack und Humor entsprechen, anstatt sich beim Öffnen der Seite stets durch Berge von "Helene Fischer" und "Kollegah" zu wühlen, einfach weil es lokal Deutsch und beliebt ist.


Daher halte ich abschließend fest, dass es eine Übertreibung ist, wie man unsere Digitalisierung Allgemein verteufelt oder hinterfragt. Die Technik ist nur die Antwort auf unsere Bedürfnisse. Also sollten wir nicht die Antwort hinterfragen, sondern die Fragen, welche diese Antworten aufgeworfen haben - wir sollten uns damit beschäftigen, warum wir glauben manches auf Kosten unserer Privatsphäre zu benötigen.
Letzte Änderung: 4 Monate 3 Wochen her von TheAwesomePigeon.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832700

Die Idee zu dem Thema kam mir als ich mit meinen Eltern beim Mittagessen über den Einfluss des Internets und der verschiedenen Digitalen Hilfs-Programme auf unser Alltag und die Entwicklung der Menschen gesprochen haben.

Leider ist meine Thema-Beschreibung etwas in eine falsche Richtung gelaufen.
Dies sollte kein Technik-Bashing sein. Die Beispiele waren wirklich nicht gut gewählt. Sorry.


Also:

Der Mensch hat sich so entwickelt, weil dies notwendig war um zu überleben. Nun entwickeln wir Technik, die viele dieser Faktoren, die zu unserer Entwicklung geführt haben, beseitigt.
Wir müssen nicht körperlich abreiten, viele Denk-Probleme werden von Programmen gelöst, etc.

Die Frage ist wie diese Entwicklung auf die weitere Evolution des Menschen sich auswirken könnte. Evolution bedeutet nicht dass man immer besser wird, sondern dass man sich an die gegebenen Verhältnisse optimal anpasst. Wenn der Mensch nicht körperlich und geistig gefordert wird, wird er sich degenerieren? Stehen wir an einem Punkt an dem ein kleiner Teil der Gesellschaft sich geistig weiterentwickeln wird während der Rest verkümmert und verblödet?


@TheAwsomePigeon:

Auch ich bin Diplom-Informatiker und habe die technische Entwicklung der letzten 20 Jahre persönlich miterlebt und ich finde dass Du die Fähigkeiten der Modernen Technik unterschätzt. Vor 20 Jahren hätte niemand im Traum daran gedacht an das was wir heute als normal betrachten. Schau Dir bitte an wie sehr die Moderne Technik unser Verhalten, Kommunikation und sogar unsere Denkweise verändert hat.

Wir gehen nicht in die Bank weil wir Online-Banking haben, wir erledigen den Job einer Kassiererin in Geschäften an den Selbstbedienung-Kassen, wir geben die leeren Flaschen im Geschäft an einen Automaten und nicht bei einem Angestellten wie es früher war, Bahntickets kauft man Online oder am Automaten.

Ich kann mich noch gut an die großen Sprüche der Politiker erinnern, dass jeder Informatiker 3-5 neue Jobs schaffen wird. Die Wahrheit ist, dass jeder Informatiker 3-5 Jobs vernichtet hat.

Was glaubst Du wie viele Menschen bei uns in der Lage sind die modernen und geistig anspruchsvollen Jobs zu lernen und auszuüben. Auch ist nicht jeder geistig in der Lage nach 20-30 Jahren simpler Arbeit sich in moderne Berufe umzuschulen.

Was soll mit den Menschen passieren die nicht in der Lage sind mitzuhalten?

Allerdings haben solche Fragen noch nie den technischen Fortschritt aufgehalten. Das viele Menschen bei dieser Entwicklung unter die Räder kommen nimmt man einfach in kauf.
Irgendwann wird man Bürgergeld einführen und dafür sorgen, dass diese Menschen das tun was man von ihnen erwartet: Produkte konsumieren.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832707

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Ich gehe mal nur auf deinen letzten Post ein, Tssir , der scheint deine eigentlichen Gedanken etwas besser zusammenzufassen. ^^

Wir müssen nicht körperlich abreiten, viele Denk-Probleme werden von Programmen gelöst, etc.
Ist das wirklich so? Ich bezweifle es eher. In meinen Augen sind wir aktuell erst in der Phase, in der viele Jobs einfach angenehmer und leichter gemacht werden - natürlich werden manche Jobs hier mit der Zeit sicherlich unter die Räder kommen Aber der Bauarbeiter steht immer noch selbst auf der Baustelle und auch der Polizist muss immer noch selbst auf die Straße gehen. Wir haben flächendeckend auch noch keine Selbstbedienungskassen, wobei selbst in fortgeschrittenen Ländern oftmals immer ein Mitarbeiter vor Ort ist, denn man trotzdem noch ansprechen kann. Für mich ist das, was du beschreibst, Zukunftsmusik und nicht der aktuelle Stand der Technik.
Was nicht passieren darf, und da sind wir für mich persönlich noch sehr weit weg: eine Maschine fällt nicht die Entscheidungen. So sehr vertrauen wir Algorithmen und Co. dann doch nicht, dass wir unternehmenswichtige Entscheidungen allein auf einer KI basieren lassen würden. Uns allen ist klar, dass Maschinen menschliche Eigenschaften fehlen und es ist derzeit absolut nicht absehbar, dass sich das in der nächsten Zeit ändern wird.

Wir gehen nicht in die Bank weil wir Online-Banking haben, wir erledigen den Job einer Kassiererin in Geschäften an den Selbstbedienung-Kassen, wir geben die leeren Flaschen im Geschäft an einen Automaten und nicht bei einem Angestellten wie es früher war, Bahntickets kauft man Online oder am Automaten.
Jetzt mal eine ehrlich Frage: ist der Mitarbeiter, bei dem du deine Pfandflaschen abgegeben hast, geistig gefordert worden weil er gerade da steht, und deine Flaschen entgegen nimmt? Ist der Bankmitarbeiter geistig gefordert, weil er dir deine Scheine ausgibt?
Ich sehe das nicht so. Und hier ist auch der springende Punkt: aktuell werden sehr einfache Arbeiten erleichtert oder komplett von Maschinen übernommen, die geistig nicht unbedingt anspruchsvoll sind. Die Frage ist nun: ist das gut oder schlecht? Sollte der Mitarbeiter, der vielleicht schlecht in Mathe war und an der Kasse sitzt, nicht wieder anfangen selbst zu rechnen? Was genau wäre der Nutzen davon und würde der Mitarbeiter diesen Job dann besonders gerne machen? Na, ich weiß nicht.

Ich sehe hier ganz klar die Arbeitserleichterung im Fokus und das empfinde ich erst einmal positiv. Berufe werden wie oben schon erwähnt vielleicht irgendwann wegfallen - das kann man sicherlich nicht bestreiten. Aber zwangsweise werden wir mehr Berufe in der Digitalisierung erhalten und das ist jetzt schon der Fall. Der Fachkräftemangel ist in Deutschland gerade in der IT deutlich spürbar - die Jobs wären da, aber keiner will sie machen. Insofern halte ich diese Aussage hier ...

Ich kann mich noch gut an die großen Sprüche der Politiker erinnern, dass jeder Informatiker 3-5 neue Jobs schaffen wird. Die Wahrheit ist, dass jeder Informatiker 3-5 Jobs vernichtet hat.
vielleicht für deine persönliche Wahrheit, aber in meinen Augen ist diese Auffassung nicht korrekt. Da du selbst in der IT arbeitest, musst doch auch du sehen, dass Firmen hierzulande um gutes Personal geradezu kämpfen müssen.
Warum bilden wir Leute nicht einfach so weiter, dass keiner mehr den Job an der Kasse machen muss? Warum geben wir Menschen unabhängig von ihrem sozialen Stand nicht die Chance, einen besser bezahlten und anspruchsvolleren Beruf zu ergreifen?
Das sind in meinen Augen keine Probleme der Digitalisierung, sondern die unserer Gesellschaft. Es mag wenige Menschen geben, für die der Job an der Kasse der absolute Traumjob ist - für alle anderen ist es aber oftmals nur der Mittel zum Zweck, um überhaupt etwas Geld in der Kasse zu haben.

Ich sehe es als Chance. Wenn diese Berufe wegfallen, wird es zwangsläufig andere Berufe geben, die diese Lücke füllen. Auch in der digitalisierten Welt wird es Arbeiten geben, die als "schlechter" angesehen werden als andere. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ein Großteil dieser Menschen auf der Straße sitzen wird, gerade da wir nicht soweit sind, dass all jene, die ohne Internet und Computer aufgewachsen sind, komplett umschulen müssen. Dafür sind wir noch nicht weit genug, und die Generation, die jetzt kommt, wird so eine Umschulung nicht mehr benötigen. Da wir alle "digitalisiert" aufwachsen, werden sich die Berufswünsche verändern und Interessen für Berufe geweckt werden, die wir heutzutage noch gar nicht kennen.

Was soll mit den Menschen passieren die nicht in der Lage sind mitzuhalten?
Auch ohne Digitalisierung haben wir Menschen, die schon jetzt mit der aktuellen Entwicklung nicht mithalten können. Das ist kein Prozess, der von der Digitalisierung herrührt, sondern ein Vorgang, der schon immer besteht. Nicht alle Menschen werden mit den Entwicklungen Schritt halten können, das wird sich nicht vermeiden lassen. In meinen Augen ist allerdings jeder Mensch dazu fähig, umgeschult zu werden - man hat nicht nur die eine Fähigkeit für den einen Job, sondern auch nach Jahren simplerer Arbeit ist es möglich, auch in anderen Berufszweigen Fuß zu fassen. Für mich persönlich hängt das nu von einer Sache ab: dem eigenen Willen. Letzten Endes wird sich auch das verändern, genau wie Pigeon schon geschrieben hat: keiner von uns wird mehr 40 Jahre denselben Job machen. Es wird zwangsläufig einen stetigen Wechsel von Berufen innerhalb eines bestimmten Fachbereichs geben. Allein, da sich viele junge Menschen auch gar nicht mehr vorstellen können, den Rest ihres Lebens denselben Job auszuführen.
Nicht jeder muss Programmierer werden - es gibt nach wie vor unzählige andere Berufe, in denen man kein Expert für Algorithmen und Datenstrukturen sein muss.

Insofern mein Abschluss: ich denke nicht, dass wir degenerieren und durch die Digitalisierung immer mehr verblöden. Ich sehe eine gewisse Abhängigkeit im privaten Bereich, die aktuell nur Spielereien sind - ich sehe aber nicht, dass Maschinen uns im beruflichen Alltag irgendwann das Denken und Entscheidungen treffen komplett abnehmen werden. Dafür haben wir die Kontrolle doch auch viel zu gerne selbst in der Hand. Wem könnte man schließlich die Schuld zuschieben, wenn eine Maschine plötzlich das Unternehmen an die Wand fährt? (;
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832728

Zuerst zu den Jobs, denn diese Thematik war eigentlich nicht der Kern dieses Threads:

Ihr betrachtet die 'niedrigeren Jobs' als entbehrlich und freut euch wenn sie durch Technik ersetzt werden, aber für viele Menschen sind diese Jobs ein das Höchste der Gefühle.

Man hat Euch eingeredet, dass jeder alles schaffen kann wenn er es nur will. Dies ist eine 'Rosarote-Brille' Utopie. Ein Großteil der Gesellschaft ist mit den Einfachsten Dingen überfordert. Selbst in Deutschland gibt es viele Menschen die Analphabeten sind. Wie sollen diese Menschen im Digitalen Zeitalter höhere Jobs machen?

Nimmt man diesen Menschen diese einfache Arbeit weg, so zerstört man nicht nur ihre finanzielle Existenz, sondern auch das soziale Gefüge in dem sie angesiedelt sind.

Selbst wenn man den Menschen das Geld zum Leben gibt (Bürgergeld), so werden sie an den Rand der Gesellschaft abgedrängt und als Schmarotzer abgestempelt.

Unsere Gesellschaft ist durch Jahrhunderte lange Indoktrination mit Thesen wie „Ora et labora“, „wer nicht arbeitet der isst nicht“ oder „Arbeit macht frei“ verdorben worden. Diese Einstellung wird sich nicht so schnell ändern wie die Technik die unsere Gesellschaft verändert.

Aber denkt daran, eine große Anzahl an Menschen am Rande der Gesellschaft kann zu sozialen Spannungen und Revolution führen.

Dies wird eins der großen Probleme der kommenden Zeit sein.

Ich persönlich habe erlebt, wie meine Arbeitskollegen meine Arbeit sabotiert haben, als ich Ideen hatte wie man ihre Arbeit erleichtern kann. Nach einem Gespräch haben sie mich gebeten die Ideen nicht weiter zu verfolgen weil sie Angst um Ihre Arbeit hatten. Auch so etwas erlebt man wenn man lange genug arbeitet.


Nun aber zum Kern des Themas:

Wie oft liest man letztens dass es einen Unfall gab weil die Menschen sich zu Blind auf Ihr Navi verlassen haben. Autos die in Flüssen landeten oder von einer Klippe gefallen sind, sind keine Seltenheit.

Wie viele der Hausaufgaben, welche die Kinder heute machen sind einfach aus dem Internet kopiert worden. Wie viele der Doktor-Arbeiten wurden so ‚fertiggestellt‘. Ich sehe Kinder, die anstatt mit anderen Kindern zu spielen, stundenlang vor den Bildschirm oder Handy sitzen. Wie viele Tote gibt es jedes Jahr weil sie ein ‚tolles Selfie‘ mit Ihrem Smartphone machen wollten? Wie groß ist der Anteil an Fettleibigkeit in unserer Gesellschaft?

Und das ist nur der Anfang, Wir sind von Natur aus gierig und faul. Deshalb haben wir uns auch so gut entwickelt. Natürlich will keiner hart arbeiten und karg essen. Aber wenn wir uns zu sehr auf Bequemlichkeit und Wohlstand einlassen dann sägen wir an dem Ast an dem wir sitzen.

Auch wenn es uns schwer fällt, ist die körperliche und geistige harte Arbeit das was uns weiterentwickelt und auch am Leben hält. Mag sein, dass wir noch nicht so weit sind dass die Maschinen alles für uns machen, dennoch müssen wir darüber nachdenken ob dies auch der richtige Weg ist und wir nicht in einer Sackgasse der Evolution landen.

Nehmen wir z.B.: an, dass eine Naturkatastrophe kommt. Was glaubt Ihr wie viele Menschen überleben würden, wenn die normale Versorgung und Elektrizität zusammenbrechen?

Was wollt Ihr machen, wenn eure Bank-Karte nicht funktioniert? Was wollt Ihr essen wenn es im Laden nichts mehr zu kaufen gibt? Wie viele von Euch können ohne Feuerzeug ein Feuer machen oder ein Tier jagen, töten und zum Essen ausweiden?

Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass in den hochentwickelten Gesellschaften ca. 80-90 Prozent der Menschen innerhalb der ersten 6 Monate sterben würde. In den rückständigen Gesellschaften wären es 20-30 Prozent.

Wir entwickeln uns immer mehr zu eine „Schön-Wetter-Gesellschaft“ die bei kleinsten Problemen untergehen könnte.

Ich höre bereits einige Sagen dass ich spinne, denn es gab seit langer Zeit keine Katastrophen. Ist das wirklich so? Es gab kleine Eiszeiten, Vulkanausbrüche die über Jahre die Ernten vernichtet haben, Erdbeben, etc.

Erst seit wenigen Jahren haben wir den Luxus einer Vollversorgung mit Nahrungsmitteln. Hunger gehörte früher zum Alltag. Unser Körper kann viel besser mit Mangel umgehen als mit Überfluss. Deshalb haben wir heute so viele Zivilisations-Krankheiten.

P.S.

Ich möchte hier nicht die These vertreten, dass wir zurück in eine feuchte Hülle gehen, uns in Felle kleiden und am Lagefeure das Fleisch braten sollten. Ich mag die Technik und Ihre Vorzüge. Ich bin aber der Meinung dass wir gut abwiegen sollten in welchen Bereichen des Lebens wir die Technik einführen. Ich bin der Meinung dass einige Bereiche absichtlich ohne Technik bleiben sollten um eine gewisse ‚Natürliche Grundlage‘ für die Menschen zu schaffen.

So sollten Kinder in der Grundschule keine Computer nutzen dürfen und ihren Geist zu entwickeln. Sie müssen richtig lesen, schreiben und rechnen lernen bevor sie die technischen Hilfsmittel nutzen dürfen.

Auch sollten bestimmte Arbeiten den Menschen vorbehalten bleiben. Ich möchte in einer Bank von einem Menschen bedient werden und nicht vor einem Automaten stehen. Genauso in der Pflege und Medizin. Dort wo der menschliche Kontakt eine Rolle spielt sollte eine Menschliche Domäne aufgebaut werden. Andererseits hat die Medizin gerade wegen der Technik so große Vorschritte gemacht.

Auch sollte man sich überlegen wie viel Ressourcen die Technik und wofür verwendet. Das Internet verbraucht Unmengen an elektrischer Energie. Und wofür? Für Porno, Werbung, Phishing und Katzenvideos. Dafür jagen wir Millionen Tonnen an Kohle, Gas und Öl den Schornstein hindurch.

Jeder scheint von der Idee besessen zu sein der ganzen Welt zeigen zu müssen was er zum Frühstück verspeist hat und wie er es verdaut und ausgeschieden hat. Ohne diese Weltbewegenden Informationen würde ja die Welt untergehen.

Würde man all diesen Mist aus dem Internet verbannen, so würde es wahrscheinlich im Rechenzentrum im Oberbayerischen Hintertupfingen genug Speicherplatz für das gesamte Internet geben.

Wir sind an einer Stelle in unserer Entwicklung angekommen, an der wir wirklich darüber nachdenken sollten wie es mit uns weitergehen soll.
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Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich Liberaler und Optimist bin. Die vergangenen dreihundert Jahre zeigen deutlich, dass die Welt immer besser wird (und das haben wir größtenteils der Technik zu verdanken). Hoffentlich gilt das auch für die Zukunft.
TheAwesomePigeon schrieb:
Menschen steuern Menschen. Das ist allerdings nichts Neues.
Wenige Menschen nutzen neue Wege, um Menschen noch gezielter und sicherer zu steuern. Durch die Technik eröffnen sich also ganz neue Möglichkeiten der Manipulation (siehe Brexit, Social Credit System, etc.) Tatsächlich sehe ich hier mit das größte Problem für die Freiheit.
Machinelles Lernen und entscheiden basierend auf vorhandenen Daten.
Selbst hier ist erstaunlich, wie gut beispielsweise Gesichtserkennung funktioniert. Beim Schachspielen ist es allerdings bereits soweit, dass AlphaZero (Ein Programm, das nur die Regeln gelernt hat) Stockfish (der wiederrum vornehmlich auf Daten zurückgreift) geschlagen hat.
Eine KI, die den Menschen generell hinter sich lässt? Wohl bekomms. Der Mensch scheitert bis heute daran zu verstehen, wie das Hirn selbst funktioniert, was es so schwer macht eine sinnvolle KI nachzuempfinden, welche eine ähnliche Leistung an den Tag legen kann.
Die Maschinen/ KI's müssen nicht diesselbe Leistung wie ein Mensch bringen, sondern einfach die der Wirtschaft entsprechen. Keine Steuern, kein Urlaub, immer gleich Leistungsfähig, etc. Dabei muss die KI auch bloß den durchschnittlichen Menschen übertreffen, um wirtschaftlicher zu sein. Betrachtet man selbstfahrende Autos, kann man wohl einfach sagen, dass Maschinen diese Aufgaben sicherer, schneller und effizienter erledigen als Menschen. Wie das menschliche Hirn funktioniert, wissen wir zwar nicht. Betrachtet man die Resultate spielt die Funktionsweise keine Rolle. Momentan steht ja die Neurobiologie im Fokus der Wissenschaft, demnach existiert überhaupt gar keine Freiheit für den Menschen, wir bilden sie uns bloß ein. Daraus ergeben sich für westliche Staaten und den Liberalismus weitere Probleme.
Es werden künstliche Intelligenzen geschaffen und jobspezifische Arbeiten zu übernehmen, denen es aber vollkommen an der Flexibilität mangelt, welcher den Menschen so sehr auszeichnet.
Es mag zwar stimmen, dass sich KI's auf bestimmte Arbeit einstellen lassen müssen. Durch ein einfaches Umstellen des Programms oder durch ein neues Update könnte man sich allerdings innerhalb kürzester Zeit auf die neuen Umstände einstellen, wozu der Mensch nicht annähernd in der Lage ist. Beim Schachspielen (auch wenn das selbst ziemlich spezifisch ist) wird bei Turnieren darauf geachtet, wie "kreativ" die Züge sind. Dann wird davon ausgegangen, dass betreffende Spieler schummeln.
Was der normale Arbeitnehmer dann tut? Ich schätze er passt sich der veränderten Arbeitskultur an.
Die Technik schreitet schneller vorran, als wir uns anpassen können. Was soll der normale Arbeitnehmer tun, wenn er sich nicht anpassen will oder nicht dazu in der Lage ist? Mag sein, dass manche Bereiche immer dem Menschen vorbehalten bleiben werden, aber in der Masse sind unsere Berufe ersetzbar. Ärzte, Anwälte, Soldaten, klassische Arbeiter, Bauern... Ob Musiker oder Künstler dieser Liste beizufügen sind, bleibt abzuwarten. Es könnte die Zeit der Philosophen kommen.
Am Ende des Tages ist es Aufgabe der Unternehmen und der Politik, dass Menschen nicht dadurch verwahrlosen, sondern Optionen haben, welche sie angehen können und ihren Lebensstandard auch mit der Änderung halten oder ggf. verbessern können.
Der Lebensstandart ist mMn die geringste Sorge, der verbessert sich stetig, gerade weil manche Berufe ersetzt werden. Arbeit kann aber sinnstiftend sein, hier liegt noch das Problem. Ob Unternehmen oder die Politik da eine Lösung finden können? Außerdem haben in letzter Zeit Menschen unterschiedlich vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert, sodass die Gefahr besteht, dass eine Art von (weltweiter) zwei Klassengesellschaft entsteht.
Die Freiheit der Entscheidung was wir tun oder konsumieren obliegt weiterhin uns.
Auf Freiheit bin ich ja bereits eingegangen. Die Gefahr besteht mMn durchaus, dass uns Algorithmen in den falschen Händen mehr als nur ein paar Euro kosten könnten. Dabei möchte diese gar nicht an sich kritisieren, Algorithmen (die kein Mensch mehr versteht) werden triviale Dinge, wie unsere Musik- oder Filmwahl besser bestimmen können als wir selber. Vermutlich werden wir selbst unsere Partner so finden können. Auch hier gilt -wie eigentlich fast immer- in den falschen Händen, können diese Informationen eine Gefahr darstellen bzw. manipuliert werden. Bisher galt -das ist Teil des demokratischen Prinzips-, dass jeder einzelne sich selbst vermutlich am besten kennt, andere können unter Umständen gar nicht nachempfinden, was wir empfingen oder erlebt haben. In Zukunft wird sich das vermutlich ändern, was wiederrum neue Fragen aufwirft. Personalsierte Werbung ist ja noch ganz witzig, unsere Daten sind allerdings die wichtigste Ressource unserer Zeit und wir geben sich bereitwillig für "kostenlose" Dienste her.
Daher halte ich abschließend fest, dass es eine Übertreibung ist, wie man unsere Digitalisierung Allgemein verteufelt oder hinterfragt.
Verteufeln hat noch nie jemanden geholfen, was neu ist, ist nicht unbedingt schlecht. Ein Hinterfragen ist allerdings notwendig, wenn man das Gestalten der Zukunft nicht anderen überlassen will.
Deviltoon schrieb:
Was nicht passieren darf, und da sind wir für mich persönlich noch sehr weit weg: eine Maschine fällt nicht die Entscheidungen.
Wenige kontrollieren Maschinen oder Algorithmen, Programme oder KI's die wiederrum das Potential haben, Menschen in ihrem Entscheidungsprozess zu manipulieren.
Tssir-De-Macabre schrieb:
Wie oft liest man letztens dass es einen Unfall gab weil die Menschen sich zu Blind auf Ihr Navi verlassen haben. Autos die in Flüssen landeten oder von einer Klippe gefallen sind, sind keine Seltenheit.
Und wie viel einfacher und sicherer ist das Autofahren insgesamt geworden? Hier bin ich ganz bei TheAwesomePigeon, man sollte praktisches Wissen vermittelt bekommen, um im Zweifel -verzeiht mir diese Formulierung- den "gesunden Menschenverstand" anwenden zu können.
Nehmen wir z.B.: an, dass eine Naturkatastrophe kommt. Was glaubt Ihr wie viele Menschen überleben würden, wenn die normale Versorgung und Elektrizität zusammenbrechen?
Das ewige Argument meines Vaters ^^ Nein, ich glaube nicht, irgendwann nochmal den Kartoffelacker meiner Großeltern verwenden zu müssen. Gott sei Dank! Selbst wenn der Strom mal weg ist, hoffe ich doch, schnell Hilfe zu bekommen. Dabei muss es sich ja gar nicht um Naturkatastrophen handeln, in Kriegsfällen -was neben der Freiheit ein großes Problem darstellen könnte- könnte ja geziehlt das Stromnetz angriffen werden.
Was wollt Ihr machen, wenn eure Bank-Karte nicht funktioniert? Was wollt Ihr essen wenn es im Laden nichts mehr zu kaufen gibt? Wie viele von Euch können ohne Feuerzeug ein Feuer machen oder ein Tier jagen, töten und zum Essen ausweiden?
Die wenigsten könnten das, aber wiegesagt glücklicherweise werden wir vermutlich niemals darauf angewiesen sein.
Wir entwickeln uns immer mehr zu eine „Schön-Wetter-Gesellschaft“ die bei kleinsten Problemen untergehen könnte.
Dass glaube ich nicht, kleine Probleme kriegen wir schon in den Griff. Große Herausforderungen sind mMn Klimawandel, Krieg, (Un-)Freiheit und (Un-)gleichheit (möglicherweise durch technischen Fortschritt)
Unser Körper kann viel besser mit Mangel umgehen als mit Überfluss. Deshalb haben wir heute so viele Zivilisations-Krankheiten.
Es sterben mehr Leute an den Folgen von Überernährung als an Unterernährung. Das mag zwar makaber klingen, aber was für eine Zeit am leben zu sein! Natürlich sollte niemand daran sterben müssen...
Wir sind an einer Stelle in unserer Entwicklung angekommen, an der wir wirklich darüber nachdenken sollten wie es mit uns weitergehen soll.
Hier stimme ich dir voll zu! Nachdenken und Hinterfragen -und das klingt jetzt wieder etwas dramatisch- solange wir noch können. Sobald wir uns erstmal an den Fortschritt gewöhnt haben, will man bzw. kann man nicht mehr darauf verzichten. Mag ja sein, dass manche ohne Bankkonto leben wollen, praktisch ist es in Deutschland eigentlich unmöglich.
Alle wollen herrschen, niemand will die Verantwortung übernehmen.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832733

Allem Anschein nach hat man meine Antwort als erheblich härter wahrgenommen, als es überhaupt beabsichtigt war. Vielleicht liegt es an dem fett formatiertem Text? Der sollte aber eigentlich nur dafür da sein, dass es reicht, wenn man den liest um die Kernelemente meines Beitrages zu erhaschen.

Es ist also keine Entschuldigung, Rechtfertigung und dergleichen von Nöten. Wer ein kontroverses Thema lostreten möchte, der muss bereit sein härter zu schießen als notwendig, um in unserer eingeschlafenen Gesellschaft ein paar Leute aufzuschrecken und zur Diskussion ranzuziehen. Allerdings muss man dann auch standhaft genug sein, um mit der Gegenreaktion umgehen zu können. Die Beispiele sind nicht schlecht gewählt, sondern real. Viele Leute argumentieren damit, weshalb ich sie aus dem FF einfach ohne mit der Wimper zu zucken beantworten kann.


Zunächst einmal an Tssir: Wenn ich mir eine "Rosa-Rote-Brille" vorwerfen lassen muss, so werde ich in gleicher Manier auch ein wenig härter ins Gericht fahren, wenn es denn genehm ist.

Den Vorwurf der Unterschätzung weise ich gerne von mir ab, da ich in keinster Weise dargelegt habe, wie ich diese einschätze. Doch an der Stelle würde ich vielleich auch ansetzen und behaupten, dass man selbst die Befähigung der Menschen als solche doch weit mehr unterschätzt und sie in ihrer Bequemlichkeit versieben lässt. Natürlich verändert sich unsere Technologie schnell - wer etwas anderes behauptet, so würde ich gerne seine Definition von einer rapiden Entwicklung hören. Das sieht man alleine schon daran, wie sich die Größe von PCs verändert haben, von raumfüllenden Massivkonstrukten herunter zur in der Hand tragbaren Unterhaltungsmaschine. Dies innerhalb von schätzungsweise 70 Jahren, wodurch ein Mensch, welcher zu jener Zeit geboren wurde den Anfang bis zum heutigen Stand theoretisch hätte miterleben können. Aus diesem Grund muss ich mir die Entwicklung nicht noch einmal vor Augen führen - ich kenne sie. Allerdings halte ich sie in einem gewissen Rahmen für diese Diskussion für unerheblich, da sie nie innerhalb eines Jahres einen Markt geflutet haben, was anschließend tausende Arbeitsplätze gekostet hat. Schließlich benötigt jede Entwicklung eine gewisse Marktreife und ist nicht stets für jedes Unternehmen erschwinglich oder gar notwendig. Mein Arbeitgeber ist softwaretechnisch seit mehr als 25 Jahren für den Gerüstbau tätig und erst vor 2 Jahren wurde die Idee einer mobilen Applikation zum Erfassen und Handhaben des Gerüstbaus über ein Tablet zu einer denkbaren Lösung, obgleich Tablets schon weit länger unseren Markt dominiert haben.
Die Implementierung der Technologie wird nicht wie ein Fingerschnipp in wenigen Augenblicken realisiert, sondern sickert beständig in unsere Arbeitswelt herein.

Arbeitsplätze sollen nicht Kern des Themas sein? Oh doch - das sind sie und waren sie von Anfang an. Man kann nicht zunächst damit argumentieren, dass Arbeitsplätze durch die Technik wegfallen (siehe Bsp. "Was soll dann aus den normalen Arbeitnehmern werden?", bzw. "...dass jeder Informatiker 3-5 neue Jobs schaffen wird. Die Wahrheit ist, dass jeder Informatiker 3-5 Jobs vernichtet hat."), nur um dann den Rückzieher zu machen. Die technische Entwicklung ist gerade dafür ein Kern und Angelpunkt, den man nicht außenvorlassen kann und sollte. Jeglicher Fortschritt hat schon immer Opfer gefordert und in den meisten Fällen sind diese Opfer Arbeitsplätze.

Ihr betrachtet die 'niedrigeren Jobs' als entbehrlich und freut euch wenn sie durch Technik ersetzt werden, aber für viele Menschen sind diese Jobs ein das Höchste der Gefühle.
Ich kenne eine Reihe von Leuten, welche als Busfahrer tätig waren, im Einzelhandel an der Kasse bedienen, war selbst im Einzelhandel als Abteilungsmitarbeiter tätig und kenne einige, die sich über Subway, McDonalds und Co. ihren Lebensunterhalt verdient haben. Das sind alles Jobs, welche potenziell unter die Räder kommen. Nicht einer von diesen Menschen hatte für mich jemals den Eindruck gemacht zufrieden und erfüllt durch die Ausübung dieses Jobs zu sein. Es war im Regelfall ein Mittel zum Zweck - nichts, was man für mehrere Jahre gerne tun möchte.

Einzig und allein die Abteilungsarbeit hat positive Strahlen abgeworfen, da es sich hier auch um eine Beratungsarbeit handelt und man viel mit Menschen interagiert, was Spaß machen kann. Doch um diese Arbeit abzunehmen muss mehr passieren, damit sich Menschen lieber von einer Wand beraten lassen möchten als von einem Menschen. Dabei bin ich gerne bereit abzuwarten, wie man dies realisieren möchte und ab wann es eine valide Option wird die Beratungsstellen komplett automatisiert umzusetzen.

Das Problem ist, wie schon mal gesagt, nicht der Fortschritt der Technologie, sondern die mangelnde Anpassung der Welt um diese Technologie. Die Ansprüche der Bildungseinrichtungen und der Berufe ist zu starr und macht es schwer sich beruflich umzuorientieren und genau hier besteht die politische Arbeit einzuschreiten, die Weiterbildung zu subventionieren und zu fördern.
Stets spricht man von der Entwicklung hier und da, was alles mit dem Internet, den Daten und dergleichen zu tun hat, aber niemand betrachtet scheinbar die wahren Brennpunkte der Thematik: Elektroautos werden Verbrennungsmotoren ersetzen. Wenn dies geschieht - was wird aus den Autowerkstätten, wenn an die Elektromotoren kaum etwas dran kommt? Was wird aus den Tankstellen? Was wird aus den Motorenherstellern, den Lieferanten und dem Fachpersonal dafür werden? Sollen wir weiter unsere Umwelt verpesten, um der Arbeitsplätzewillen? Nein - an dieser Stelle sind sich viele wohl einig, dass der Umschwung kommen muss.
Was ist mit technischen Prothesen, welche einfache analoge Prothesen ersetzen? Hier interessiert sich auch niemand für den sterbenden Markt? Das sind alles bereits Bereiche, welche dem Wandel unterliegen und sich umorientieren werden müssen bzw. es bereits tun. Anfangs waren Elektroautos eine Idee im Winde, doch mittlerweile finden wir immer mehr Autohersteller, welche Elektroautos anbieten, so wie wir auch immer mehr Elektrotanksäulen antreffen. Kybernetische Forschungen schreiten weiter voran, werden moderner und schaffen gerade im medizinischen Bereich bahnbrechende Fortschritte, weshalb sich Berufsfelder treffen, die man nie zuvor miteinander für kompatibel gehalten hätte.

Nur wer die Bereitschaft hat sich der Zukunft zu stellen, wird sie erleben.

Es wird Änderungen diesbezüglich geben. Es werden Regulierungen dafür entworfen. Nicht nur unsere technologische Landschaft wird sich dadurch verändern, sondern auch unsere Soziale-, Politische- und Bildungslandschaft werden im mindesten davon betroffen sein. Natürlich können wir jetzt alles schwarz malen und den Teufel in jeder Ausprägung erwarten, wenn wir nicht die Bereitschaft aufbringen zu bedenken, dass sich neben der Technologie noch viele andere Faktoren mitverändert werden, welche das Zusammenspiel zwischen Mensch und Entwicklung regulieren.

Ja - es werden Menschen auf der Strecke bleiben. Aber nicht jene, welche psychologische oder körperliche Behinderungen haben, da wir diese durch unsere Sozialpolitik mit uns ziehen, sondern eben jene konservativen und altgebackenen Menschen, welche sich wehement dagegen stäuben eine sich verändernde Welt zu akzeptieren. Es wird in diesem Bereich einen ähnlichen Interessenskonflikt geben, wie es ihn politisch z.B. derzeit mit der AfD gibt, welche ebenso genau dieses Denken verkörpert (mMn).

Wenn sich die Welt verbessern lässt, dann bin ich bereit über ein paar Opfer zu gehen, um damit einem Großteil der Menschheit einen Nutzen darzubieten. Man kann nicht auf jeden Menschen Rücksicht nehmen - wenn wir dies tun würden, so könnten wir sofort aufhören nach einer Zukunft zu streben und müssten stehen bleiben, da es immer für irgendjemanden etwas bequemes gibt und jede Änderung, welche dem einen etwas positives bringt, jemand anderen etwas kostet.

Nehmen wir das Beispiel, dass wir heute mehr Leute haben, die an einer Überernährung sterben als Leute verhungern. Also sollte es doch theoretisch ein leichtes sein, diese gesamte Überernährung zu nehmen und an diese Leute umzuverteilen, welche den Hungertod sterben. Das passiert aber nicht - obwohl es wohl das Richtige und Menschliche sei, da es in unserer Welt genügend Leute gibt, welche diese Entwicklung nicht möchten. Da es Menschen gibt, denen es wichtiger ist, sich selbst in ihrer Völlerei zu ertränken, anstatt zu teilen. Menschen - welche eine Änderung ablehnen, da es ihrer Gewohnheit widerspricht. Über diese Menschen steige ich als Opfer wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich die Welt so lasse wie sie ist, oder sie verändere.

Es ist eine Willenseinstellung und genau darin liegt die Aufgabe diese wieder zu wecken. Den Willen nach Veränderung zu wecken. Menschen zu motivieren, dass sie nicht nur eine Tätigkeit in ihrem Leben ausüben werden, sondern 2 oder 3 verschiedene Arbeiten verrichten können - dass so viel Potenzial in ihnen steckt und es ihnen möglich ist, dies mit Leichtigkeit zu tun, während sich die Welt um sie stetig verbessert. Einfach, dass sie mehr aus ihrem Leben schöpfen können als den alltäglichen Trott, welcher sie schon heute immer wieder in verschiedenste Midlife-Crisis Situationen katapultiert, gerade weil die Menschen so unzufrieden mit ihrer Ausweglosigkeit sind.


Für DaviDwithD hab ich tatsächlich kaum etwas zu sagen. Alles was einer Erläuterung bedarf sollte in der Antwort an Tssir enthalten sein, ansonsten kann ich dem Beitrag nur zustimmen. Sagte ja selbst, dass es Möglichkeiten geben sollte seine eigenen Daten einzusehen und zu verwalten, um wieder Herr über seine eigene Freizügigkeit zu werden, die man doch in der digitalen Welt auslebt. Man sollte die Antworten, welche die Technik selbst auf unsere Bedürfnisse sind nicht hinterfragen, sondern die Fragen, welche sie aufgeworfen haben und in wie weit es notwendig ist. Ein Hinterfragen und Ergründen finde ich absolut korrekt und entspricht mehr dem Gedanken, wie man mit dieser Thematik umgehen soll, anstatt die Verdammnisglocke zu läuten und vom Ende aller Freiheit zu sprechen, sobald jemand das Wort "Fortschritt" erwähnt. In einem metaphorisch übertriebenen Sinne natürlich zu verstehen - das macht hier ja niemand.

Zudem denke ich auch, dass uns die "Was wäre wenn Frage" mit dem Fall der Zivilisation nicht weiterbringt. Vielleicht bin ich einfach ein schlechter Mensch, aber meine Antwort wäre darauf: "Dann ist das so. Vielleicht auch ganz gut." - aber lernen wird der Mensch aus solcherlei Situationen nie. Wie oft wurde der Mensch von Königen und Diktatoren unterdrückt und wie oft hat er erneut Könige und Diktatoren hervorgebracht?
Der technologische Fortschritt wäre in dem Szenario nur ein Sündenbock, aber nicht der Schuldige. Verantwortlich für dieses Versagen wären immernoch die Menschen. Aber es ist sowieso unrealistisch - ein Szenario in welchem die gesamte Infrastruktur für immer ausfällt, muss bereits ein Ausmaß haben, bei dem man gleich vom Ende der menschlichen Zivilisation reden kann.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832743

@TheAwesomePigeon:
Ich mag harte Diskussionen, Du kannst gerne die Samt-Handschuhe ausziehen :-)

OK, dann nehmen wir die Technische Entwicklung und Arbeit doch in die Diskussion auf.

Zuerst möchte ich Dich bitten richtige Arbeitsstellen nicht mit McJobs bei Subway oder MacDonalds zu vergleichen. Busfahrer oder Verkäufer waren früher angesehene Arbeitsstellen und viele Menschen waren glücklich sie zu haben. Früher konnte man mit so einer Stelle auch eine Familie ernähren. Allerdings sind dies Zeiten die einige Jahrzehnte zurückliegen so dass einige von Euch dies nicht miterlebt haben. Heute sind diese Stellen tatsächlich so verkommen dass keiner sie gerne machen möchte. Allerdings ist dies nicht die Schuld der Technik.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass die Politiker meinten, dass die Menschen welche Arbeit durch Technik verloren haben in den Sozialen und beratenden Berufen neue Beschäftigung finden. Nach all den Jahren sehe ich aber dass ein großer Teil dieser eben Stellen weggefallen ist. In der Bank warte ich jetzt lange weil es nur noch einen Mitarbeiter für die kundengesteuert gibt. In den Kindergärten und Schulen fehlen Erzieher und Lehrer und in Krankenhäusern die Krankenschwestern. Auf ein Termin beim Facharzt habe ich letztens 5 Monate gewartet.

Wo sind die Arbeitsstellen die man uns versprochen hat? Hier muss man sagen dass die Politik total versagt hat. Ja, Du hast Recht, den technischen Vorschritt werden wir nicht stoppen können, aber die damit verbundenen Probleme muss man lösen und dies hat man absolut vernachlässigt.


@DaviDwithD:
Früher standen sich zwei Idioten mit Keulen und haben sich gegenseitig die Schädel eingeschlagen. Heute drückt ein kahl rasierter Primat in Uniform einen Knopf und Millionen Menschen sterben. Alleine in den letzten zwei industrialisierten Kriegen sind wahrscheinlich mehr Menschen getötet worden als in all den Kriegen der vorhergehenden 500 Jahren. Ja Du hast Recht, die letzten 300 Jahre waren wirklich ein Fortschritt ;-) (Entschuldige, aber diesen Scherz konnte ich mir nicht verkneifen)



Die Technische Entwicklung hat die Einstellung der Menschen zu Privatsphäre extrem verändert. Heute geben wir so viele Informationen über das eigene Privatleben preis, dass es selbst Orwel nicht hätte besser schreiben können. Und das alles absolut freiwillig. Da muss ich staunen mit welcher Abscheu über die alte DDR-Stasi noch heute berichtet wird, während Google und Amazon die Deutschen Bürger besser ausspionieren als jeder Geheimdienst.

Jeder der mit einer Bank-Karte zahlt, Facebook, Instagram, Amazon etc. nutzt muss sich damit abfinden, dass er absolut keine Privatsphäre mehr hat. Wenn wir jetzt die Videoüberwachung mit Gesichtserkennung, die sich durch die Terror-Gefahr immer weiter ausbreitet, und Alexa & Co hinzufügen haben wir einen totalitären Überwachungsstaat. Sollte sich durch ‚Zufall‘ die Regierungsform ändern hat ein Diktator absolute Kontrolle und Macht.

Und denkt daran, mit jedem Tag wird die Hardware und Software und damit auch die Kontrolle besser. Ist dies die scheinende Zukunft die Ihr im Sinne habt? Glaubt Ihr wirklich dass Ihr noch Kontrolle über die Technik und Eure Daten habt?

Mir scheint es als ob wir mit der Technik ein wenig den Sinn für Realität und Gefahr aus den Augen verloren haben.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832745

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Erstmal möchte ich klar stellen, dass ich grundsätzlich das liberale humanistische und fortschritt bejahende Menschenbild teile. Mutig nach neuen Möglichkeiten und Innovationen zu streben hat der Menschheit mehr gebracht, als verängstiges Festklammern am Alten.
TheAwesomePigeon schrieb:
Nur wer die Bereitschaft hat sich der Zukunft zu stellen, wird sie erleben.
Tatsächlich, erleben wir wohl alle die Zukunft, ganz gleich, ob wir uns ihr stellen wollen oder nicht. (Von tragischen Extremfällen mal abgesehen)
Man kann nicht auf jeden Menschen Rücksicht nehmen
Das Problem dabei ist die Akzeptanz der Einzelnen. Nicht umsonst wählen Leute Trump oder die AfD oder stimmen für den Austritt aus der EU. Vllt. denken sie, sie wären unbedeutend, und vllt. wurden sie geziehlter Werbung ausgesetzt. Letztendlich kann es den Fortschritt relativ hemmen, wenn man nicht versucht alle (oder zu mindest die Meisten) abzuholen. Es geht nämlich eine Menge Potential verloren, wenn Leute dieses nicht enfalten können/ wollen oder andere daran hindern dieses zu entfalten. Von der Gefahr einer daraus resultierenden zwei Klassen Gesellschaft in Verbindung mit biologischen "Verbesserungen" ganz zu schweigen. Dann wäre ein Teil der Gesellschaft wirklich endgültig abgehängt worden.
Menschen - welche eine Änderung ablehnen, da es ihrer Gewohnheit widerspricht. Über diese Menschen steige ich als Opfer wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich die Welt so lasse wie sie ist, oder sie verändere.
Opfer sind im metaphorischen Sinn unvermeidlich und selbstverständlich muss sich die Welt stetig verändern. Die Frage ist wohin? Nach vorn natürlich, wir brauchen aber eine gemeinsame Vision oder zumindest eine Idee an der wir uns orientieren können. Was ist für uns selbst, für unsere Gesellschaft, für den Staat wichtig, was sollte sich ändern, was ist unverhandelbar? Und natürlich vertrete ich hier den pluralistische Gedanken, dass es unterschiedliche Definitionen von Fortschritt gibt, allerdings ist bereits dieser Gedanke nicht selbstverständlich und muss verteidigt werden.
Es ist eine Willenseinstellung und genau darin liegt die Aufgabe diese wieder zu wecken.
Richtig, man muss den Menschen (jeden Einzelnen) befähigen und bestärken, ihm Mut machen, sodass er nach vorne schauen kann, ohne alte Fehler zu wiederholen. Bildung ist mMn hier der Schlüssel. Das ist der liberale Gedanke!
Menschen zu motivieren, [...] dass so viel Potenzial in ihnen steckt und es ihnen möglich ist, dies mit Leichtigkeit zu tun, während sich die Welt um sie stetig verbesser
Das wäre der Idealzustand, gleichzeitig halte ich es für unwahrscheinlich, dass jeder die Möglichkeit dazu haben wird.
Sagte ja selbst, dass es Möglichkeiten geben sollte seine eigenen Daten einzusehen und zu verwalten, um wieder Herr über seine eigene Freizügigkeit zu werden, die man doch in der digitalen Welt auslebt.
In der momentanen Situation sehe ich große (Macht-) Unterschiede zwischen Unternehmen und Verbraucher. Was wir ja beide problematisch sehen.
Ein Hinterfragen und Ergründen finde ich absolut korrekt und entspricht mehr dem Gedanken, wie man mit dieser Thematik umgehen soll.
Richtig, gleichzeitig glaube ich persönlich -auch wenn das aus pragmatischen Gründen nicht umsetzbar sein wird- , dass der Mensch einige Büchsen der Pandora lieber nicht auftun sollte.
aber lernen wird der Mensch aus solcherlei Situationen nie. [...] Der technologische Fortschritt wäre in dem Szenario nur ein Sündenbock, aber nicht der Schuldige.
Schlußendlich bleibt ein Mensch der Verantwortliche, die Gefahr bei der ganzen Sache ist, dass die Auswirkungen von einzelnenen Enscheidungen weniger heutzutage fatale Auswirkungen auf alle Menschen haben kann. Der Mensch muss also lernen, wenn er überleben will. Möglicherweise hat er auch schon etwas gelernt.
Aber es ist sowieso unrealistisch - ein Szenario in welchem die gesamte Infrastruktur für immer ausfällt, muss bereits ein Ausmaß haben, bei dem man gleich vom Ende der menschlichen Zivilisation reden kann.
Einige Szenarien habe ich ja aufgezählt, man sollte Krieg oder staatlichen Mißbrauch auch niemals für etwas Unmögliches halten, sondern sich dessen bewusst sein, um gegensteuern zu können. Und ja, in solchen Fällen könnte man gleich vom Ende der Zivilisation sprechen, die Gefahren heutzutage sind ungleich größer als früher.
Tssir-De-Macabre schrieb:
Ja Du hast Recht, die letzten 300 Jahre waren wirklich ein Fortschritt
Du hast dir natürlich gleich das schlimmste Kapitel in diesen dreihundert Jahren ausgesucht. Ich möchte diese auch nicht relativieren, allerdings leben wir momentan in der friedlichsten und sichersten Zeit der menschlichen Geschichte (auch wenn das schwer zu glauben ist, wenn man nur den Schlagzeilen glauben schenkt). Dinge die Früher noch unmöglich schienen sind heute selbstverständlich; Sicherheit, Bildung, Menschenrechte, eine Grundversorgung und weitestgehende Freiheit (mMn sind wir frei) sind nur wenige Früchte die wir genißen können. Wäre der Mensch nicht allzuhäufig aufgrund irgendwelcher Nichtigkeiten unzufrieden, könnten wir einfach nur glücklich sein. Klar gibt's Probleme oder Herausforderungen, die man aber angehen kann.
Da muss ich staunen mit welcher Abscheu über die alte DDR-Stasi noch heute berichtet wird, während Google und Amazon die Deutschen Bürger besser ausspionieren als jeder Geheimdienst.
Zum Glück haben facebook, alphabet und apple andere Ziele als die Stasi, gleichwohl will ich die Gefahr, die von solchen Technolgien ausgehen könnten, nicht leugnen. Im Einzelnen bin ich ja schonmal kurz darauf eingegangen. Wenn ich ich mit Studenten aus der Uni, mit Leuten aus Stanford oder mit meinen Freunden von zu hause quatsche, habe ich doch das Gefühl, dass alle drei Sphären nichts miteinander zu tun haben...
Glaubt Ihr wirklich dass Ihr noch Kontrolle über die Technik und Eure Daten habt?
Über die Technik kann ein einzelner und selbst ganze Staaten keine Kontrolle haben und auch bei den Daten wird es mMn schwierig. Fängt ein Land an mit Eugenik, Genforschung oder biologischen Verbesserungen an, ziehen andere nach. "Müssen" ggf. nachziehen, um "wettbewerbsfähig" zu bleiben. Daraus ergeben sich neue Chancen und Risiken. Aufjeden Fall können solche Verbesserungen, die Ungleichheit weiter befeuern. Heute ist es ja schon so, dass in der westlichen Welt die Herkunft der Kinder auschlaggebend für deren Bildungsweg ist. Wenn einige Kinder in Zukunft aufgrund des Vermögens der Eltern anderen Kindern physisch und intellektuell überlegen sind, resultieren daraus nur noch weitere Szenarien, die an dieser Stelle zu weit führen würden. Der Markt ist leider kein universales Heilmittel und globale Probleme lassen sich zunehmend nicht auf nationaler Ebene lösen. Die Zukunft zu gestalten ist also eine Menschheitsaufgabe und gleichzeitig eine Aufgabe für jeden Einzelnen. Allein, dass wir uns Gedanken darüber machen können, ist bereits ein Privilig.
Alle wollen herrschen, niemand will die Verantwortung übernehmen.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832754

Ich muss Dir Recht geben, die Technik hat die letzten Jahrzehnte einigermaßen sicher gemacht, dennoch ist es etwas verstörend zu wissen, dass nicht der gesunde Menschenverstand und die Menschenfreude dies bewerkstelligt hat sondern nur die Angst vor der totalen Zerstörung. Ja, so hässlich es klingen mag, es ist die so sehr verhasste Atombombe die uns den Frieden beschert hat. Ohne sie würden wir bereits vor Jahrzehnten einen neuen Weltkrieg zwischen USA und Sowjetunionweit erleben.

Es ist wirklich erstaunlich dass manchmal aus Guten Ideen schreckliche Sachen entstehen und umgekehrt.

Welche Ziele die Stasi verfolgt hat das wissen wir, welche Ziele Amazon, Google & Co verfolgen wissen wir nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie es nicht zum Wohle der Menschheit tun.

Ich bin grundsätzlich dagegen dass irgendjemand zu viel Macht bekommt, denn auch aus Guten Menschen werden Diktatoren. Deswegen gibt es in einer Demokratie die Gewaltenteilung. Wenn aber Konzerne entstehen, die mit der Modernen Technik und Globalisierung diese Gewaltenteilung aus den Angeln heben, so ist dies für mich eine Bedrohung.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden in den USA mehrere Firmen zerschlagen weil sie zu viel Macht hatten (Antitrust law). Heute gibt es Konzerne die Global Macht ausüben und niemand weist sie in die Schranken.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832756

Das Thema ist recht Facettenreich, ich beschränke mich daher erstmal auf die Implikationen für Arbeitsplätze.

Die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Tssir angesprochen hat ist keinesfalls eine persönliche Wahrheit sondern eine Realität des technischen Fortschritts. Nur weil neue Arbeitsplätze erzeugt werden, heißt nicht das andere nicht vernichtet wurden. Die Zentrale Frage bei dem Wegfall und der Erzeugung neuer Berufe ist, wie viele neue Arbeitsplätze wurden erzeugt und für wen? Nimmt man als Beispiel die Automatisierung in der Industrie, sind viele Stellen für einfache Handarbeit weggefallen und durch Überwachungstätigkeit für Maschinen ersetzt worden. Nun benötigt man jedoch weit weniger Leute um Maschinen zu überwachen, als den Produktionsprozess durch Menschenhand abzuwickeln und obendrauf qualifizierteres Personal, das sich mit Maschinen auskennt. Damit hat man effektiv neue Arbeit für qualifiziertere Menschen auf Kosten der niedrig qualifizierten Menschen geschaffen.

Solch eine Entwicklung wird es in den kommenden Jahrzehnten Gesamtgesellschaftlich geben. Allein autonomes Fahren wird hunderttausende Arbeitsplätze vernichten und der Trend geht in die Richtung das Menschen ohne höhere Bildung es immer schwieriger haben werden und über kurz oder lang gar nicht mehr gebraucht werden.

Natürlich können wir uns als Akademiker hier in unserem Elfenbeinturm darüber freuen, dass für uns unvorstellbar miese Jobs vernichtet wurden und argumentieren, dass sich der ungebildete Pöbel gefälligst weiterbilden und sein "Potential entfalten" soll. Es ist nicht so das ich diesen Gedankengang nicht verstehen könnte. Als ITler ist man schließlich mehr oder weniger darauf getrimmt Lösungsorientiert zu Denken. Der Wegfall eines Jobs ist da nur ein weiteres Problem das gelöst werden muss, was stellen sie sich also so an?

Aus meiner Sicht macht man es sich damit verdammt einfach. Die Realität ist das viele Menschen weder die flexibilität, noch die Fähigkeiten haben sich hoch genug für diese tollen neuen Berufe zu bilden. Für manch einen, der nach seinem Abi im Gymnasium absolviert hat und danach studiert hat vielleicht unvorstellbar, aber für einen nicht unerheblichen Teil der Gesellschaft ist einer der verpönten Drecksjobs das höchste der Gefühle. So unglücklich sie darin auch aussehen mögen, fühlen sie sich doch wie ein Teil der Gesellschaft und besser als manch ein Langzeitarbeitsloser.

Man sollte den sozialen Fallout, der durch fortschreitende Automatisierung nicht unterschätzen. Wenn große Bevölkerungsgruppen effektiv nicht mehr von der Gesellschaft gebraucht werden, suchen sie sich Geltung durch andere Dinge. So entstehen unter anderem fragwürdige Persönlichkeiten wie Reichsbürger und hardcore Verschwörungstheorhetiker.
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832766

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Smoke schrieb:
Die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Tssir angesprochen hat ist keinesfalls eine persönliche Wahrheit sondern eine Realität des technischen Fortschritts. Nur weil neue Arbeitsplätze erzeugt werden, heißt nicht das andere nicht vernichtet wurden.
Nun, die Aussage, die Tssir getroffen hat, war allerdings eine andere. Würde man den Satz nach Wortlaut lesen, würde dieser bedeuten, dass die IT lediglich Jobs vernichtet und keine neuen Berufe schafft - auch wenn ich denke, er meinte wohl eher, dass die Technik mehr Jobs vernichtet als sie schafft (meine Interpretation, bitte gerne korrigieren, falls das nicht der Fall ist). Ich sehe aktuell nicht, inwiefern das der Realität entspricht - vielleicht möchte mich da jemand vom Gegenteil überzeugen, und das statistisch belegen. Laut meinen Quellen wird bis 2035 die Digitalisierung ähnlich viele Arbeitsplätze schaffen wie sie vernichten wird (siehe hier) Solange muss ich das einfach als persönliche Wahrheit betiteln. Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich nicht bestreite, dass die IT Arbeitsplätze vernichtet - das ist durchaus korrekt.

Aus meiner Sicht macht man es sich damit verdammt einfach. Die Realität ist das viele Menschen weder die flexibilität, noch die Fähigkeiten haben sich hoch genug für diese tollen neuen Berufe zu bilden. Für manch einen, der nach seinem Abi im Gymnasium absolviert hat und danach studiert hat vielleicht unvorstellbar, aber für einen nicht unerheblichen Teil der Gesellschaft ist einer der verpönten Drecksjobs das höchste der Gefühle. So unglücklich sie darin auch aussehen mögen, fühlen sie sich doch wie ein Teil der Gesellschaft und besser als manch ein Langzeitarbeitsloser.
Und auch hier möchte ich wieder die Frage stellen: ist das wirklich so? Oder landen viele Menschen aufgrund ihres sozialen und gesellschaftlichen Stands in diesen Jobs? Menschen aus Problemvierteln, Menschen, deren Familien nur wenig Geld zur Verfügung haben ...du hast Recht, dass sind genau die Menschen, die von dieser Veränderung betroffen sein würden. Aber dann möchte ich auch die Frage in den Raum stellen, ob diese Leute wirklich eingeschränkte Fähigkeiten haben oder ob sie in ihrem Leben durch schlechte Bildung und unzureichender Chancengleichheit letzten Endes in diesen Berufszweigen landen?
Ich sehe nach wie vor nicht, inwiefern das ein hauptsächliches Problem der Digitalisierung sein soll. Das ist für mich ein gesellschaftliches Problem, und es gibt haufenweise Dokus zu diesem Thema - gerade was Schüler aus Problemvierteln oder mit Migrationshintergrund betrifft. Selbst einen Ausbildungsplatz zu bekommen, ist da schon eine Herausforderung.

Für mich hat jeder Mensch ein gewisses Potential - und ich wiederhole, nicht jeder muss in der digitalisierten Welt Programmierer werden, nicht jeder muss irgendetwas technisches studieren - oder überhaupt studieren. Es wird in meinen Augen auch weiterhin Jobs geben, die keinen Doktor-Titel verlangen. Man müsste Menschen nur endlich die Chance geben, genau dasselbe zu erreichen wie der versnoobte BWL-Student aus reicher Familie.

Die fortschreitende Technik wird kommen und wir haben in meinen Augen die Chance, genau die Leute abzuholen, die von diesem Wandel am meisten betroffen sein werden. Es ist Aufgabe der Politik, genau diese Leute entweder mehr zu fördern oder so umzuschulen, dass sie auch in Zukunft in dieser Gesellschaft leben können. Es ist einfach zu sagen, dass solche Menschen an den gesellschaftlichen Abgrund durch die Digitalisierung getrieben werden - es ist in meinen Augen aber nicht richtig, da nicht allein die Digitalisierung Schuld daran ist, sondern unsere Politik, die Menschen aus schlechten Bildungsverhältnisse schon seit Jahren am Wegesrand stehen lässt. Nur wird dies durch die neue Arbeitswelt gerade jetzt ganz besonders deutlich.
Insofern braucht es einen guten - und vor allem rechtzeitig ausgearbeiteten Plan - wie wir in der digitalisierten Welt in Zukunft mit sterbenden Berufszweigen umgehen werden. Dazu gehören übrigens nicht nur "schlecht angesehene" Berufe, sondern auch Berufszweige wie beispielsweise der eines Steuerberaters. Auch dieser Berufsstand wird sich in den nächsten Jahren extrem verändern - und auch dafür werden wir zukünftig einen Plan brauchen, wenn es die Branche nicht sowieso schon selbst tut.

Wie hier bereits erwähnt wurde, werden Jobs nicht von heute auf morgen sterben. Wir haben also Zeit um uns zu überlegen, wie wir genau in diesem "worst case"-Szenario nicht landen werden. Aktuell wird noch viel zu wenig getan, um uns darauf vorzubereiten. Aber wie wir alle wissen, ist das Internet hier in Deutschland ja nach wie vor Neuland für uns ... die Chancen stehen also gut. (;
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832768

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Solche Fälle passieren also deiner Meinung nach viel zu selten heutzutage (ob sie einem überhaupt weit genug gegangen sind steht auf einem anderen Blatt)? Allerdings gibt es ja vergleichbare Gesetze auch in Deutschland (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung) und der EU.
Das heutzutage Firmen überall viel zu viel Einfluss auf Regierungen haben liegt ja viel eher daran das es immer sehr lange dauert bis man sich überhaupt trauen tut gegen Firmen vorzugehen wenn man ein Vergehen vermutet, es zum anderen wesentlich einfacher ist diesen Prozess hinauszuzögern oder komplett zu verhindern z.B.


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Heutzutage würde ich so jemanden als Extremnutzer meiner Meinung nach bezeichnen können. Es wäre interessant eine Studie dazu sehen zu können wie viel Leute, die ansonsten keine nicht mehr in der Lage wären normale Alltags-Aufgaben ohne technischen Assistent zu erledigen und wie viele es noch rein auf dem alten Weg tun könnten bzw können und wie sie dies selbst betrachten würden. Es ist halt schon ein bisschen frustrierend beim Fahrrad fahren von älteren Leute überholt zu werden weil sie ein Fahrrad mit E-Motor nutzen, die Benutzung solcher Fahrräder würde ich allerdings generell als positive Entwicklung sehen. Andererseits gibt es ja durch das Internet auch aufkommende Trends die es ja teilweise nötig machen Sachen wieder auf alten herkömmlichen Wege zu tun z.B. Wäsche von Hand waschen, Einkäufe anders verpacken usw.
Problematisch würde es erst werden wenn man niemand mehr hat den man Fragen könnte, wenn solche Systeme ausfallen und dieses Risiko halte ich für persönlich ziemlich gering das dies so schnell passieren kann/könnte. Selbst wenn es mal so weit kommen sollte das fiktive Systeme & Personen für unsere oder eine folgende Generation ihre einzigen Bezüge sind in unserem/ihrem Leben, und diese ausfallen/, wie willst du sie darauf Vorbereiten auf so ein Ereignis (also nehmen wir einfach mal an so was könnte Wirklichkeit werden)?


Was mich viel mehr stört sind diese permanente Erreichbarkeit für jeden und alles bei den meisten Systemen kann man es ja noch begrenzen oder abschalten aber auf Dauer nervt es doch und man wird nie dieses Gefühl los sei es auf der Arbeit oder Privat einmal derjenige sein zu können den dies betrifft und dies ist denke ich mal eher ein Punkt auf den du hinaus wolltest mit folgender Aussage:
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Behindert sein ist Kultstatus
#sarkastisch gemeint :)
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Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 3 Wochen her #832773

Der Verlust der Arbeitsplätze ist zwar ein wichtiger aber nicht Einziger Aspekt der Technischen Entwicklung. Auch wird er durch neue Arbeitsplätze zum Teil kompensiert, wie einige von Euch korrekt beschrieben haben.

Es gibt aber andere Aspekte die man nicht so leicht negieren kann. Wie ich bereits oben geschrieben habe besteht das Problem der Überwachung und Verlust der Privatsphäre. In China sehen wir erste Ansätze von Sozialer Überwachung mit einem Punkte-System. Wenn man sich noch einige Begeisterte Technik-Freaks anschaut, die sich einen ID-Chip unter die Haut einpflanzen lassen, kommt mir unweigerlich der Gedanke eines BORG-Kolektivs in den Sinn, oder noch schlimmer, der eines Konzentrationslager in dem die Menschen bereits vor gut einem halben Jahrhundert auf eine Nummer reduziert wurden. Die Gefahr den Menschen nur noch durch Zahlen zu kategorisieren ist sehr real.

Der Gedanke den Menschen durch Technik aufzuwerten ist nicht neu, aber jetzt gelangen wir langsam in eine Zeit wo dies nicht nur SF Ideen von Romanautoren sind, sondern Realität werden könnte. Dies kann positiv sein indem man Prothesen und Implantate für Kranke und Verletzte ermöglicht, oder negativ indem man Exoskelette für Soldaten baut.

Auch die Möglichkeiten Informationen zu verändern und damit die Gesellschaft zu manipulieren wird zu einem großen Problem. Wenn jetzt sogar Videos in Real-Time verändert werden können, woran soll der normale Mensch noch die Wahrheit erkennen? Kann man den Staatlichen Meiden trauen, oder den Großen Konzernen? Können wir den Nachrichten und der Geschichte die man uns präsentiert trauen oder ist all dies nur noch eine Lüge?

Dann hat .homie noch die ständige Erreichbarkeit angesprochen. Die Grenze zwischen privater Zeit und Arbeit verschwimmt immer mehr. Wer kann noch von sich behaupten, dass er die im Vertrag vorgeschriebene Zahl an Arbeitsstunden leistet?

Wenn man sich die große Anzahl an den Veränderungen anschaut, die unsere Gesellschaft durch die Technik erfährt, wundert es einen nicht, dass die eh schon überforderten Politiker die Kontrolle über das Geschähen verloren haben. Aber können wir die Technik so ohne Kontrolle sich weiter ausbreiten lassen? Ist es nicht unsere Pflicht unseren Nachkommen gegenüber dies in eine für die Menschen gerechte Richtung zu lenken?

Technische Entwicklung und die Zukunft der Menschheit 4 Monate 2 Wochen her #832909

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Meiner Meinung nach ist der Wegfall von Arbeit kein Worst-Case Szenario sondern etwas sehr Wünschenswertes.^^
Eine hochentwickelte Zivilisation, bei der jeder 5 Tage in der Woche arbeiten muss, wäre doch ziemlich merkwürdig.

Wie genau die Zukunft aussieht, lässt sich nur schwer abschätzen. Zumindest für die nächsten 100 Jahre wage ich eine Vorhersage:
Das selbstfahrende Auto, also der Traum eines jeden Informatikers, könnte schon in den nächsten 20 Jahren realisiert werden und 2040 zum alltäglichen Straßenbild dazugehören. Auch der Hyperloop als alternatives Verkehrsmittel sollte in dieser Zeitspanne fertiggestellt sein und verbindet alle wichtigen Großstädte. Vielleicht gibt es sogar einen Concorde-Nachfolger, sodass man endlich wieder mit Überschallgeschwindigkeit fliegen kann.
Auf jeden Fall werden Computer in den nächsten 20 Jahren deutlich leistungsfähiger. Es könnte sein, dass 2050 Quantencomputer zur Verfügung stehen, die in wenigen Sekunden Berechnungen durchführen können, die mit heutigen Computern mehrere Tausend Jahre dauern würden.
Auch die ersten kommerziellen Fusionkraftwerke dürften 2070-2080 in Betrieb genommen werden und sind vielleicht der Beginn eines neuen Energiezeitalters.

Natürlich gibt es auch eine alternative Fahrrad-Zukunft, in der die Leute ihre Wäsche wieder von Hand waschen, aber die will ich jetzt mal außer Acht lassen.^^
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