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THEMA: Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig?

Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 4 Wochen her #839401

Mehr Mehr Mehr, immer her mit Isekai!

Gate und Log Horizon und und und, und einfach alle

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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839412

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Ich empfinde das Isekai-Theme inzwischen fast schon als Belastung. Wie viele bereits geschrieben haben: es erscheint eben vor allem viel Schund und viele Vertreter, die es sogar noch zur Anime-Umsetzung schaffen, sind oft sehr unkreativ und inkonsequent gestaltet. Natürlich lasse ich mich gerne positiv überraschen (z.B. Tate no Yuusha), aber in voller Gänze bleibt das Genre für mich eine Art Schmuddel-Kind. Quasi eine Ausrede, um keine eigenständige, in sich geschlossene Alternativwelt aufzubauen und den Protagonisten (und durch dessen Augen uns, als Zuschauer) einzuführen. Nach heutiger Prämisse wäre Fullmetal: Alchemist vermutlich auch ein Isekai geworden.

Es ist zwar verständlich, dass man sich über den Isekai-Trope sehr viel Arbeit spart, aber es wird irgendwann schon etwas lächerlich. Man könnte schon ins Grübeln kommen, wenn das Isekai-Setting bereits derart Meta in der Manga- und Anime-Welt wird, dass selbst Protagonisten nicht mehr von dem Konzept überrascht sind. Das kann lustig sein, zeigt sich irgendwo aber auch als kreatives Armutszeugnis.

Dabei müssten sie ja noch nicht einmal das Rad neu erfinden. Wenn ich einen Anime schaue, erwarte ich offen gestanden leider kein Meisterwerk. Worldbuilding und Lore vom Schlage eines Tolkien oder G.R.R. Martin findet man in dem Medium eben selten, aber man darf doch wenigstens versuchen sein eigenes Setting ernst zu nehmen. Mir ist schon vermehrt aufgefallen, dass viele Isekai-Fantasy-Welten einfach nicht in der Lage sind, ihre eigene "Mittelalterlichkeit" konsequent durchzusetzen. Während die Anfänge oft noch recht stilsicher erscheinen, driftet es spätestens ab dem letzten Drittel in eine Tutti-Frutti Fantasy-Version einer Japano-Mittelalterwelt ab. Da geht man nach der Monsterjagd eben auch mal ins mittelalterliche Shopping-Center und kauft Badeunterwäsche ein für die obligatorische Beach-Episode.

Sich selbst bzw. seinem Setting selbst unter skurrilen Umständen Treu zu bleiben, selbst unter widrigeren Umständen, dass schaffen wirklich nur wenige Werke. Und ich würde mir zwar wünschen, dass sie es öfter schaffen würden, aber daran glauben tue ich nicht. Mehr als ein freudiges zur Kenntnis nehmen, falls eben doch ein Isekai einmal irgendwie etwas Gutes tut und den Zuschauer nicht für intellektuell Minderwertig verkaufen möchte, ist da leider kaum drinnen.
Letzte Änderung: 3 Monate 3 Wochen her von Ashkaras.
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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839414

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Ich selbst lese zwar auch viele Isekais, bei den meisten wäre es mir aber lieber wenn man die Welten einfach ganz normal und die Protagonisten als Bewohner dieser Welt eingeführt hätte, anstatt immer erst einen aus einer anderen Welt hineinzuwerfen. Das lässt das ganze System dieser Welt so gebrechlich und auch fremder wirken, da man sich in einen Charakter versetzt für den diese Welt nämlich genau das ist. Es gibt Mangas bzw. Animes bei denen das klappt, aber die sind leider in der Minderheit. Alle anderen wirken meistens eher billig und unkreativ....zumindest anfangs.

Ich bin was das angeht also ziemlich zwiegespalten.
~Ich mache keine Rechtschreibfehler. Entweder lest ihr falsch, es sind Eigennamen, Neologismen oder Schreibdialekt, was auf keinen Fall in die Kategorie "Neologismus" fällt.

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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839416

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Jetzt kommt der Experte:

Was ist denn Isekai? Kurzerläuterung bitte :P

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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839419

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.art. schrieb:
Jetzt kommt der Experte:

Was ist denn Isekai? Kurzerläuterung bitte :P

Aus Wikipedia:
Isekai (japanisch 異世界, auf Deutsch etwa „Andere Welt“) ist ein Subgenre japanischer Fantasy-Light Novels, Mangas, Anime und Videospiele, in denen ein normaler Charakter aus der wirklichen Welt in eine Fantasiewelt oder in ein Paralleluniversum transportiert oder wiedergeboren wird.

Mfg
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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839420

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Bedankt. OK dann kann ich mitreden. Ich habe alleine in den letzten Wochen einige Vertreter dieses Genres gesehen. Nerven tun sie mich noch nicht, allerdings ist es krass wie stark sich das Grundkonzept solcher Serien ähnelt. Ich sehe da auf jedenfall die Gefahr, dass mich das irgendwann langweilen könnte. Klischees nerven ja auch irgendwann. Da sind gleiche Strukturen ähnlich. Man hat halt irgendwann genug davon.

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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839424

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An sich mag ich das Genre und habe in den vergangenen Tagen auch den einen oder anderen Manga gelesen bzw. Anime gesehen, bin aber auch eher zwiegespalten.

Auf der einen Seite, ist die Idee wirklich großartig eine ganze Welt und ein Setting mit dem Protagonisten auf seine ganz eigene Art kennen zu lernen und dort hinein zu wachsen, die Welt zu erkunden und sich damit vertraut zu machen. Es gibt einige Anime und Manga, die gerade mit einem überzeugenden und schlüssigen Worldbuilding das gut hinbekommen und auch das entsprechende Feeling vermitteln, sodass man mitfiebert, die Welt erkunden und darin wie der Protagonist sehr häufig, darein wachsen möchte.

Auf der anderen Seite, habe ich ein wenig die Sorge das es durch übermäßige Schaufelware früher oder später übersättigt werden wird, einfach weil viele auf den Hype aufspringen und statt vielleicht ein wenig mehr Energie in ihre wirklich gute, vielleicht wirklich mit viel Potential versehene Fantasywelt zu stecken und den Protagonist daraus hervorgehen zu lassen, was der Geschichte zuträglich wäre, werfen sie einen Charakter aus unserer Welt hinein und hoffen das es funktioniert, einfach weil das Genre gerade super funktioniert und sich großer Beliebtheit erfreut.

Zuletzt, auch wenn es kein Genre ist, hatte ich diese Sorge bei Vampiren, da diese in beinahe jedem zweiten Manga, jedem zweiten Film, Anime oder Game waren und ich dazu übergegangen bin, beinahe alles was damit zu tun hatte, erstmal für eine Weile zu meiden. Ich war nicht nur gelangweilt sondern auch übersättigt und einfach von den teilweise lieblos hingeworfenen Vampir-Storys übersättigt.

Grundsätzlich würde ich aber wie bei jedem Genre sagen, wenn die Umsetzung stimmt und es zum Setting und allem passt? Nur her damit, aber bitte mit Qualität.
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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839435

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Es lässt sich auf jeden Fall nicht von der Hand weisen, dass das Isekai-Prinzip bequemlich ist. Irgendein Typ, der in irgendeine fremde Welt geworfen wird stellt eben generell die selben Fragen, die wir als Zuschauer an das Werk richten würden. In dieser Hinsicht missbraucht man es aber leider vor allem, um dem Zuschauer möglichst organisch überaus simple Exposition zum Verständnis der Welt zu liefern. Bei einem aus der Welt heraus geborenen Protagonisten heraus funktioniert das natürlich nicht so einfach und direkt. Oder zumindest wirkt es aufgesetzt, wenn ein Edward Elric (FMA) quasi in die Kamera schielt und mir als Zuschauer versucht das politische System Amestris' zu erklären. Da muss man dann eben doch etwas subtiler und kompetenter vorgehen als den fremden Neuankömmling im Spaziergang durch die Hauptstadt zu erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Letzte Änderung: 3 Monate 3 Wochen her von Ashkaras.
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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839440

Isekai als konzeptionelle Idee ist eine einzige Goldgrube, aus welcher man mannigfaltig Wert schöpfen kann, wenn man mit den richtigen Werkzeugen arbeitet.

Allerdings liegt genau an dieser Stelle der Hund begraben. Das Werkzeug wird in 90% der Fälle vollkommen falsch gewählt. Denn Isekai bietet uns grundlegend 2 interessante Herangehensweisen, über welche wir Geschichten generieren können, welche bei dem Zuschauer direkt Anschluss finden.

Kategorie 1: Realitätsflucht
Kategorie 2: Experimentelles Szenario

In meinen Augen sind das die zwei hautpsächlichen Faktoren, mit welchen man arbeiten sollte. Das Problem ist allerdings folgendes:
Kategorie 1 ist soweit vollkommen übersättigt, sodass jeder weitere Ableger in Kategorie 2 einerseits keinerlei Beachtung erhält, da man von Kategorie 1 ausgeht oder fast noch schlimmer, dass Kategorie 2 zu Kategorie 1 degeneriert, um einen Absatzmarkt zu finden.

Die Realitätsflucht als Serie lässt sich wie eine Tüte Chips konsumieren. Man öffnet sie, weiß was man bekommt, schmeckt durch den ganzen Bereich immer gleich. Ein netter Snack, den man gerne zu sich nimmt, aber ob man ihn nun hat oder nicht ist auch einerlei. Es ist gewohnt, bekannt und funktioniert. Sobald man aber eine bessere Tüte in die Finger bekommt lässt man die erste fallen. Die Chips Tüte - sprich Isekai Art 1 - deckt einen Bedarf, welcher vorhanden ist.

Die experimentellen Szenarien als Serie stellen sich häufig weit mehr wie ein 3-gänge Menü dar. Darin zu investieren kostet Zeit und Geld (hier dumm gesagt Hirnaktivität, was man in seiner Freizeit nicht immer aufbringen möchte). Bei der Bestellung hat man eine ungefähre Ahnung, was einem präsentiert werden wird, doch sind es die unterschiedlichen Zubereitungsarten und Zutaten, welche euphorisch werden lassen und den Konsum anregen. Ein neuartiger Geschmack, für welchen man sich gelgentlich überwinden muss, um neue Dimensionen zu öffnen, doch sobald man probiert, so wird man es für keinen Snack der Welt zur Seite legen. Das Menü - sprich Isekai Art 2 - schafft neuen Bedarf, welcher noch nicht vorhanden ist.

Damit möchte ich nicht sagen, dass Kategorie 2 besser ist als Nummer 1. Hier kommt es immer auf den Gemütszustand an, da man nach stressigen Tagen, vielleicht einfach etwas sehen will, bei dem man nicht sonderlich nachdenken muss sondern einfach dumm und dämlich lacht. Hierfür gibt es ausreichend gute Beispiele, wie z.B. Konosuba. Den wird wohl kaum jemand als besonders schlecht oder schwach betiteln.

Das Problem findet sich einfach nur darin, dass wir kaum Puristen im Stil von Kategorie 2 haben. Sehr viel von dem, was die Einfachheit und Vertrautheit von den einfachen Serien im Isekai Bereich ausmacht fließen in eben jene Werke mit ein und nehmen ihnen gegebenenfalls Teile ihres interessanten Konzeptes wieder ab. Ein gutes Beispiel für Kategorie 2 wäre z.B. Re:Zero. Allerdings haben wir auch hier viele bekannte Aufheiterer wie bekannte Anime Tropes. Aber grundsätzlich arbeitet die Serie weit mehr mit dem, was Isekai als Genre interessant macht: Die Feld Studie unserer gesellschaftlichen Moral in einer fiktiven Welt.

Das Werkzeug was mir am meisten fehlt ist der Realismus hinter den Charakteren oder der Serie. Damit soll nicht gemeint sein, dass eine fiktive Geschichte oder Charaktere real sein sollen, sondern dass ihnen eine gewisse Glaubwürdigkeit innewohnt. Hierzu vielleicht ein Beispiel. Sword Art Online scheitert daran, dass es zwar die Deathgame Mechanik in die Serie inkoorperiert, aber an der Präsentation dessen in Arc 1 maßgeblich scheitert. Das Spiel sugeriert den Todesfall des Spielers im echten Leben, wenn dies auch im Spiel geschieht. Allerdings fehlen hierzu Belege, da es einzig und alleine die Aussage des großen Bösen bleibt, dass dies so sei. Zudem steckt hinter dem Spielkonzept kein Impact für die Spieleraktionen - wenn der Lebensbalken auf 0 fällt stirbt man. Die gesamte Zeit bleibt der Output des Spielers aber gleich - bis zu seinem Ableben, wo es auf 0 herabfällt. Damit bauen wir Menschen keine Verknüpfung auf, da wir so nicht agieren bzw. funktionieren. D.h. SAO hat für den Spieler keinen reellen Bezug mit dem Tod, bis er das Spiel verlässt und Nachwirkungen sichtbar werden, zuvor ist es nur ein "Hardmode" Konzept, was aus Diablo stammen könnte.
Aus diesem Grund werden in dem Werk scheinbar ernste Szenen zunehmend lächerlich und dem Werk wird die generelle Grundprämisse, welche auch auf dem Papier interessant klingen mag, nicht länger abgekauft. Die Serie wühlt sich zu sehr in dem Erfolg von bekannten Schematas, um als eigenständiges Werk einen maßgeblichen Eindruck zu hinterlassen. Man badet sich in Harem Tropes, welche nüchtern betrachtet der Serie von Anfang an nie wirklich zuträglich gewesen sind und sich klassische "Harem-Zicken-Kriege" in einer Deathgame Umgebung deplatziert wirken. So zumindest meine persönliche Auffassung dazu.
(hierzu vielleicht eine Empfehlung: Imouto sae Ireba Ii., in welchem sich der LN Schöpfungsprozess unterschiedlich darstellt - ein Genie, welches es einfach kann, ein Passionist, welcher schreibt, was er sich wünscht und ein Wellenreiter, welcher Trends nacheifert. SAO erinnert mich zunehmend an den Letzten im genannten Bunde...)

Wenn ich allerdings von SAO als MMO-Isekai mal zu "Vollblut Isekai" Titeln wechsele, so kommt es mir häufig viel zu sehr so vor, dass sich die Moral dieser neuen Welt an die des Protagonisten anpasst, anstatt umgekehrt. Realistisch wäre allerdings weit mehr, dass der Protagonist sich weit mehr auf diese neue Welt und die dort vorherrschenden Wertvorstellungen einlassen muss, als dies in der Regel geschieht. Selbst wenn dies nicht in vollen Zügen geschieht und der Charakter sich eingliedern muss, so bleibt weiterhin, dass die Akteure sich häufig viel zu schnell und viel zu einfach mit diesen neuen Gesetzmäßigkeiten einer Welt anfreunden. Es beginnt sogar recht einfach damit, dass wir in einer behüteten und sicheren Umgebung leben und aufwachsen, weshalb uns viele Isekai Konzepte und Lebensarten fremd sind. Generell würde ich behaupten, dass vielleicht 8 von 10 Menschen wohl ein Problem damit hätten, wenn sie einem Kanninchen die Kehle durchschneiden müssen, um an Nahrung zu kommen oder um Nahrung zu verkaufen.

Was mir auch zunehmend fehlt in den heutigen Werken ist stellenweise das "Leben" in den anderen Isekai Welten. Strukturen, Hierarchien und Bedrohungen sind allesamt relativ flach ausgelegt, ebenso wie es bedingt dadurch auch die Charaktere und Monster sind. Dem Helden des Werkes wird der Zugang und die Realitätsflucht mMn. viel zu sehr vereinfacht, als dass es sich wirklich wie eine neue Umgebung anfühlt. Das klassische Shounen Prinzip von "Effort > Friendship > Victory" wird in aller Regel dadurch gekürzt, dass man "Effort" wegstreicht, was der Gleichung nicht zuträglich ist, da genau dieser Faktor erst den Wert eines Erfolges so kostbar werden lässt.

Aus der Sicht der Narritive betrachtet, so ist all das zusammen für den Zuschauer genau das, was Isekai als das betitelt, was es heute in den Regelfällen ist. Einfacher Wegwerf-Konsum. Es steckt keine wahrhafte Begeisterung dahinter, sich diese Werke anzusehen, die fremde Welt, welche einer der Selling-Points des Isekai Genres sein sollte, ist nicht interessant genug, um sich auch nur ansatzweise damit auseinandersetzen zu wollen und die erzählerische Struktur fällt handlungstechnisch dem Helden immer genau in den Schoß, sodass der Zuschauer selbst niemals in die "unangenehme Lage" kommt sich selbst zu fragen, wie der weitere Verlauf des Werkes wohl aussehen möge. Üblicherweise arbeiten Story Arcs mit ein oder mehreren Steigungspunkten, welche in einem Klimax gipfeln, welcher die größtmögliche Unterhaltung für den Zuschauer bietet. Zunehmend kommt es mir jedoch so vor, als ob man keine Handlungsgraphen vor sich sieht, welche an Berge erinnern, sondern lediglich an leichte Wellenschläge. Die fehlende Diskrepanz zwischen dem Normalzustand und dem höchsten Spannungspunkt ist ausschlaggebend dafür, weshalb die Geschichte daran scheitert den Zuschauer emotional aufzuwühlen und wirklich mit ins Boot zu holen, um ihn auf eine spannende Reise mitzunehmen.

Doch was heißt das jetzt alles. Hasse ich Isekai Titel und das Genre?
Komischerweise ist es genau das nicht. Ich liebe das Isekai Genre.
Allerdings muss ich mich zu häufig damit vorliebnehmen, was mir präsentiert wird, anstatt wieder gewünschte Ausnahmetitel zu erleben.

Gelegentlich in einfachen Comedy und Harem Isekais zu schwelgen hat auch seinen Unterhaltungswert, jedoch ist dieser für mich stark begrenzt.
Mir juckt es in den Fingern und suche nach Werken, bei denen Charaktere mit der neuen Welt belastet werden und sich durch den Kontakt mit dieser Welt stark verändern müssen und eben an dieser Erfahrung wachsen. Dabei kann ein Held auch gerne als eingebildeter Vollarsch am Anfang zu Tage treten, wenn ich den Wandel des Charakters in der Serie erlebe, da er mit seiner angedachten Leichtigkeit nicht mit alldem durchkommt, was seine Gewohnheit ihm vorgibt. Dabei muss er nicht einmal in dieser Welt leiden, sondern einfach nur Grenzen kennenlernen. Sobald man jedoch solch ein Werk aufbaut, soll es bitte nicht Gefahr laufen wie Rising of the Shield Hero durch den Erfolgsdrang in die alten Isekai Muster zurückverfallen, was die Charaktere in ihrer Komplexität mindert und qualitativ beschädigt.

Wie wäre es mit... mehr Hai to Gensou no Grimgar.
Das ist einer der Isekai Werke, welche ich suche und genieße.
Zudem bin ich auch froh, dass Re:Zero in die zweite Runde geht, da ich die Serie insbesondere für den Hauptcharakter liebe. Seine Fehlbarkeit, Arroganz, sein Stolz und seine Naivität machen ihn genau zu der Art von Helden, den ich am liebsten sehe. Jemand, der tatsächlich einen Charakter hat, diesem treu bleibt und sich mit der Handlung verändert, um weiterhin bestehen zu können.

Isekai als Genre hat sehr viel Potenzial und was ich sehe ist, dass man dieses Potenzial mal für mal immer weiter verspielt, bis niemand mehr etwas von dem Genre hören möchte. Das ist sehr bedauerlich, da gerade die Idee der Fantasie-Welten ein sehr unterhaltsamer Faktor sein kann. Isekai sollte eigentlich die Schnittstelle sein, mit welcher unsere Welt mit den fantastischen Geschichten der Fantasy Roman Autoren in Berührung kommt. In dem Sinne ist es natürlich einladend, sich mit Damen und Musterknaben einzudecken, welche den persönlichen Fetisch abdecken, aber das sollte nicht alles sein, was wir im Sinne der Möglichkeiten dieser wunderbaren Welten sehen. Falls wir wirklich nicht mehr in diesen Welten sehen als Fetisch-Vergnügungsparks, so würde ich behaupten, dass die Menschheit für ihre Fantasie erblindet ist.
Letzte Änderung: 3 Monate 3 Wochen her von TheAwesomePigeon.
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Isekai-Mangas & -Animes: Immer noch spannend oder langsam nervig? 3 Monate 3 Wochen her #839450

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@TheAwesomePigeon
Imouto sae Ireba Ii.

Sollte ohnehin viel mehr erwähnt werden;) Verkannt und unterschätzt.
Ich liebe das Isekai Genre.

Wie soll man es auch nicht lieben;) Selbiges gilt für mich.
In übrigen - gefällt mir ein Isekai Werk nicht, dann behandle ich es wie jedes andere Werk auch.
Rising of the Shield Hero

Hier muss ich in etlichen Punkten widersprechen, außer es bezieht sich auf den Anime - der ein lauwarmer Aufguss ist.
In alte Muster kann das Ursprungswerk nur begrenzt verfallen, weil er viele Muster neu definiert hat (und so manch anderes sehr gute Werk darauf aufbaut), weiter hat das Ursprungswerk sämtliche (verständliche - schreibt ja ein Mensch) Schaffenskrisen erfolgreich überwunden und am Ende des Tages ein gutes Ende abgeliefert. World und Charakterbuilding ist echt bis zum Ende eine der Stärken dieses Werkes, mag man anders sehen, ich bin mehr als zufrieden. Der Manga hat die notwendigen Punkte (und etwaige Verschärfungen) und gut, der Anime nicht, sicher nicht, die Novels sind aber noch eine ganz andere Stufe. Ist bei weiten nicht der einzige Isekai auf den dieser Punkt zutrifft - man denke nur an Youjo Senki ...... überhaupt kein Vergleich.
SAO

War für mich nie ein Isekai und wird für mich nie einer sein. Und ist spätestens nach dem "Ende" (bei dem man es belassen hätte sollen) in Staffel 1 sicher kein Isekai mehr. Virtuelle Realität ist kein Isekai - kann man anders sehen, doch für mich laufen solche Werke einfach nicht unter in eine andere Welt gebracht werden.
SAO verschenkt ohnehin die Parts, die dieses Werk gut machen würden, doch die goldene Kuh will man einfach nicht kurz und knackig schreiben und beenden.
Generell würde ich behaupten, dass vielleicht 8 von 10 Menschen wohl ein Problem damit hätten, wenn sie einem Kanninchen die Kehle durchschneiden müssen, um an Nahrung zu kommen oder um Nahrung zu verkaufen.

Bis sie am Verhungern oder ähnlichen sind ....... danach ändert sich alles ....... man sieht es doch immer wieder in der Geschichte, auch in der aktuellen, wie schnell es geht, der Wandel zu Verrohung und praktisches Überleben ist in Kriegsgebieten eine Frage von Wochen und Monaten und reines Überleben? Menschen fangen an sich gegenseitig zum Töten und Essen an, wenn sie nix anderes haben ..... alles schon geschehen, frag die Russen ...... bin mir recht sicher, dass keiner davor ein Kannibale war .....
Kaninchen? Den eigenen Hund, sobald oder gar die eigenen Kinder Hunger haben ...... Unser Erfolg begründet sich nebenbei auf der Tatsache, dass Wir Dinge essen/verwerten können, die andere Raubtiere nicht verwerten können ....
Menschen tauchen, sobald es ums nackte Überleben geht, in wortwörtlich purer Scheiße unter, sie schneiden sich mit einem Taschenmesser den eigenen Arm ab (schon mehrfach passiert ...) usw. Menschen haben einen Überlebensmodus und der ist brutal effektiv. Unsere ganze Art ist ungemein effektiv im Überleben und im Überwinden von Krisen .....
Aber klar gibt es auch die Typen, die vor einem Berg an Konservendosen verhungern, weil sie keinen Öffner haben ....... diese Menschen sind die "Opfer" der Evolution bzw. Zivilisation, einfach weil sie nicht mehr diesen Überlebensmodus haben oder er verkümmert ist, früher oder später sortiert die Natur aber solche Eigenschaften aus, denn der nächste Scheideweg kommt so sicher, wie das Amen im Gebet.
Realismus

Ascendance of a Bookworm sag ich nur ....
Den einzigen Vorteil den sie hat, ist ihr mitgebrachtes modernes Wissen - der Rest ist sogar durch ihren kranken Körper noch verschärft. Scheitern ist normal, Unverständnis ebenso, genauso wie über den Tisch gezogen zu werden usw.. Die Welt zu lernen, ist ein Aufgabe .....
Nebenbei ein guter Beweis, warum Isekai nie sterben wird und warum es schon seit Jahrzehnten existiert .....


Empfehlenswert, kleine Auswahl, bitte zu bedenken, dass manche Werke auch nach ihrem Alter zu bewerten sind:
Gate (Manga oder Novel)
Hai to Gensou no Grimgar (ja, ist einfach so)
Isekai no Seikishi Monogatari
leider nie im vollen Potenzial ausgeschöpft und unfertig - Ixion Saga DT
The Twelve Kingdoms (man sollte halt eine der guten und kompletten Varianten nehmen .....)
Kakuriyo no Yadomeshi
KonoSuba (vom grundsätzlichen Potenzial)
Zero no Tsukaima (vom grundsätzlichen Potenzial)
Youjo Senki (Novel)
Trinity Seven (halte ich für missverstanden)
Tate no Yuusha no Nariagari (alleine schon weil er zu den Prototypen der neueren Welle gehört, aber auch aus anderen Gründen)
Suisei no Gargantia (okay kann man auch als keinen sehen)
Re:Zero
Bookworm (eine der erfrischendsten Ideen der letzten Zeit)
Ima, Soko ni Iru Boku
Mairimashita! Iruma-kun (versteht man erst, wenn man lange dabei bleibt und das Konzept sich erschließt)
Do You Love Your Mom and Her Two-Hit Multi-Target Attacks? (hier geht es um die Idee und bitte nicht die Anime Version heranziehen ...)
Amatsuki
Eden no Ori (bis aufs Ende und ja theoretisch kein Isekai;)
Gunjou Senki (theoretisch auch kein Isekai;)
Hachi-nan tte, Sore wa Nai deshou!
The Gamer (wenn man es als Isekai sehen will)
Realist Maou ni Yoru Seiiki naki Isekai Kaihaku
Re:Monster
Mushoku Tensei - Isekai Ittara Honki Dasu
Kaifuku Jutsushi no Yarinaoshi: Sokushi Mahou to Skill Copy no Choetsu Heal
Inu Yasha
The Vision of Escaflowne
Chihiros Reise ins Zauberland
Fushigi Yuugi
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Ich möchte meinen beiden Vorrednern danken für die wunderbaren Beiträge!

Nun was hab ich noch zu dem Thema hinzu zufügen...

Zum einen möchte ich darauf hinweisen, das sich der Isekai-trope als ein wunderbares Gerüst eignet um als angehender Author sich auszuprobieren.
Es dient als eine Sandbox mit OpenWorld-Option, wobei die Grundmuster dem Schreibendem helfen (können), so wie bei einem RPG-Maker (egal ob analog oder digital) man sich vorgefertigter Elemente und/oder Funktionen bedient, um sich sein "eigenes" Spiel zu erschaffen.
Und es gibt einen Haufen Webnovels, die von "Hobby-Authoren" verfasst werden. Viele davon fallen pauschal in die Kategorie 1 und sind vom Author auch als nichts anderes gedacht, als simple Realitätsflucht. Und auf den 2. Blick ist es eine "geschlossene" Testumgebung, die Kunst des (Geschichten) Schreibens zu: probieren/erlernen/üben.

Auch wenn die Flut an "schlechten" Isekai schon etwas nervig werden kann, sollte man auch den praktischen Nutzen als "Starterset" für angehende Talente sehen.

Und zum anderen.. (Auch auf die Gefahr das ich mich wiederhole):
Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, wo sich über die Harem-Schwemme oder der MOE-Seuche beschwert wurde, genauso wie Highschool-Ecchi usw.
=> nun die Frage hat irgendwas davon langfristig dem Medium wirklich geschadet?
Ich sage NEIN! denn jedes dieser Phänomene war/ist ein Quell für neue Geschichten, Inspirationen und sorgt so für die "Rohstoffversorgung" der Anime/Manga/LN-Industrie.

Nebenbei bemerkt das Explorationspotenzial was in der Grundidee Isekai steckt ist meiner Meinung nach noch lange nicht ausgereizt. Da wird noch jede Menge kommen und ich freue mich darüber - und um so mehr, über jeden Vertreter von Kategorie 2 ;)

*o-pfeif*

PS: Ein Blick auf unsere heutige Zeit (Klimapanik, Leistungsdruck, soziale Unsicherheit, Politik, ...) sollte reichen, um die Frage zu beantworten wieso Truck-kun von so vielen als imaginärer "Held und Erlöser" betrachtet wird.
"No your right.... lets do it the dumbest way possible, because it's easier for you"

I belive in fairys, good people, dragons and other fantasy creatures!

"It's better to keep your mouth shut and appear stupid than to open it and remove all doubt." (Mark Twain)
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Froschinski schrieb:
Nebenbei bemerkt das Explorationspotenzial was in der Grundidee Isekai steckt ist meiner Meinung nach noch lange nicht ausgereizt.
Ich glaube das kann man fast schon als Unerschöpflich ansehen, da man prinzipiell durch das Irgendwohin gebracht werden jedes Genre theoretisch abdecken kann. Aber ich bin mir zum Beispiel nicht sicher ob einfaches Zeitreisen auch schon in dieses Subgenre fällt oder ob es anderes zu behandeln ist, wie zum Beispiel im Anime
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Selbst wenn die Reise durch die Zeit nicht dazu gehört, so kann man es immer noch in beide Richtungen ( "Alternativewelt" <-> "Realewelt") als Grundlage nutzen, wie zum Beispiel in Gate. Aus diesem Grund sehe ich es wie oben schon erwähnt als eine unerschöpfliche Quelle an, was Autoren aus diesen Potential machen ist eine andere Geschichte.
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