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THEMA: Teilung der Gesellschaft

Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839734

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Hallo Allerseits.
In einem Beitrag wurde die zunehmende Teilung der Gesellschaft erwähnt. Für die Meisten scheint das festzustehen.
Aber was soll diese Teilung der Gesellschaft sein und nimmt sie wirklich zu?
Arme gegen Reiche?
Das Volk gegen die Eliten?
Rechts gegen Links?
Wutbürger gegen Realisten?
Nationalisten gegen Globalisten?

Was denkt ihr?
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839736

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Abend Carlos12,
was heißt schon Teilung der Gesellschaft? Du sprichst einzelne Themen an, über welche man Stundenlang diskutieren könnte. Ich spreche sie jetzt bewusst nicht einzeln an, aber um es konkret zu fassen - Survival of the Fittest. Es ist völlig normal das sich in jedem Gebiet verschiedene Gruppen bilden, die sich bekämpfen und der stärkste kristallisiert sich heraus. Irgendwie ist das ja eine Art der Evolution. Oder Revolution, wenn es schnell geht. Man kann es simpel ausdrücken mit Zellen die sich gegenseitig bekämpfen, um zu überleben ihr Erbgut weiterzutragen oder komplexer... Letztendlich ist es nur natürlich, dass es immer jemanden gibt der alle anderen schluckt. Mal schneller mal langsamer. So gibt es immer Verlierer und Gewinner. Ich hoffe aus den paar Worten kannst du dir etwas plausibles erschließen. Denn etwas wie die richtige Antwort gibt es nicht. Es ist immer eine Sache der Ansicht wie man es wahrnimmt oder eben bewusst ignoriert.

^^TaeJinPYO
They can't understand his words,
but they know what he's been telling them.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839738

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Hola,
melde ich mich auch mal wieder zu Wort. :^)
Ein Rechtsruck ist auch global betrachtet, denke ich nicht zu bestreiten. Wenn wir als Gesellschaft hiervon ausgenommen wären, dann wäre das fast schon seltsam. Sicherlich hat die Flüchtlingswelle und die Angst vor unkontrollierter Migration ihr übriges dazu getan. In meinen Augen ist die Angst sogar durchaus nachvollziehbar, wenn ich sehe, wie die Politik damit umgegangen ist und wie Integration nach wie vor eine unglaublich große Baustelle ist.
Ich würde allerdings behaupten, dass dieses rechte Gedankengut bzw. das Misstrauen gegenüber Ausländern generell, schon immer vorhanden war. Nur ist es jetzt salonfähig geworden, auch wieder offen damit Politik zu machen.

Es wundert mich nicht, dass Menschen die AfD wählen - unsere Politik versäumt es immer noch, die Ängste der AfD-Wähler ernst zu nehmen. Und da ist es nicht damit getan, einfach Leute aus dem Amt zu werfen, die mit Hilfe dieser Partei gewählt worden sind. Ich glaube, man muss sich irgendwann damit anfreunden, dass die AfD nun mal mit von der Partei ist. Meiner Meinung nach werden hier absichtlich Ängste von Bürgern ignoriert, klein geredet und diese als Nazis abgestempelt (die es ohnegleichen in diesen Reihen gibt, aber sicherlich nicht alle AfD-Wähler sind), damit man sich nicht mit dem Rechtsruck beschäftigen muss. Solange ignorieren, bis es irgendwann mal knallt.
Das hört sich alles sehr Pro-AfD an, aber wer schon einige meiner Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich persönlich strikt gegen das Wahlprogramm dieser Partei bin. Mit einfachen Lösungen und Fehlinformationen wird hier versucht, die Gesellschaft noch gezielter zu spalten.

Wozu wir meiner Meinung nach zu einem der Kernpunkte kommen, die ich mit der Spaltung der Gesellschaft verbinde: Verbreitung von Fehlinformationen und ignorieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten. Das zieht nicht nur, wenn es um rechtes Gedankengut geht, sondern auch beim Thema Klimawandel.
Ich habe das Gefühl, die Menschen sind faul geworden. Das Internet bietet die Möglichkeit, sich reflektiert mit jedem beliebigen Thema zu befassen, Quellen und Autoren zu prüfen und sich beliebig Hintergrundinformationen zu holen. Aber leider kann nun einmal jeder seine verdrehten Weltanschauungen ungefiltert ins Internet blasen - und das schlimme ist, dass viele diese Infos wie einen Schwamm aufsaugen und glauben.
Damit wird immer wieder mit der Rhetorik "Du glaubst ja nur der Mainstream-Meinung, du bist manipuliert! Fake News, mimimimi, ich glaube der Wissenschaft nicht, deine Quelle ist unglaubwürdig!!!" das letzte Ass im Ärmel gezogen, sobald die Unglaubwürdigkeit der eigenen Quelle untermauert wird.
Versteht mich nicht falsch: ich habe hier im Forum sicherlich auch schon einige Male geschrieben, dass ich auf gewisse Dinge nicht eingehen werde, da die Quelle offensichtlich unglaubwürdig ist. Ich bemühe mich aber, auch zu belegen, warum das der Fall ist - das vermisse ich bei der Gegenseite. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Verschwörungstheorien und der feste Glaube daran, dass man als einer der wenigen Elitären nicht auf die manipulierte Mainstream-Meinung hereingefallen ist, der letzte Ausweg ist, wenn man mal nicht mehr weiter weiß und keine Argumente mehr hat.
Das absurde daran: das behaupten natürlich immer beide Seiten, weshalb man am Ende meistens aus dem Gespräch geht, ohne seine eigene Meinung noch einmal zu reflektieren - und ja, das betrifft immer auch beide Diskussionspartner.

Was mich zum Abschluss führt: es gibt mittlerweile nur noch schwarz-weiß. Entweder du bist Für- oder gegen Ausländer, entweder du bist Umweltaktivist oder Umweltsünder, entweder du bist Feminist oder gegen Frauen, entweder du bist Vegan oder der schlimmste Fleischesser auf Erden ... das ist so unglaublich unrealistisch, dass es eigentlich auf der Hand liegen müsste, dass Diskussionen so nicht möglich sind und nur eskalieren.
Es wäre schön, wenn sich die Menschen wieder mehr zuhören und nicht nur auf ihrer Meinung beharren, weil sie unbedingt Recht behalten und nicht "verlieren" wollen. Sich weiterbilden und vor allem Dinge mit offenen Augen zu lesen, ist sicherlich der bessere Weg zu einem guten Diskurs und auch der Wille, aus Diskussionen zu lernen und Sachverhalte noch weiter zu recherchieren.

Insgesamt betrachtet, hat vor allem das Internet durch die Fülle an (Fehl-)Information und die gezielte Möglichkeit, populistische und pauschalisierende Aussagen auch in einem "rechtsfreien" Raum zu tätigen, ihr übriges dazu beitragen, weshalb es einem so vorkommt, dass wir als Gesellschaft sehr gespalten sind. Es ist allerdings fraglich, ob wir das nicht auch schon vorher waren - es bloß kein Medium gab, um diese Meinung auch breit gefächert öffentlich zu vertreten.
Letzte Änderung: 1 Monat 1 Woche her von Deviltoon.

Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839741

Gesellschaftliche Spaltung ist eine logische Konsequenz der Informationsflut durch die zunehmende Digitalisierung. Es ist mittlerweile möglich für jede Art von Meinung/Weltbild eine Community im Internet und dazugehörige "Beweise" zu finden und sich anschließend selbst in der Echo-Chamber zu radikalisieren. Früher war es vergleichsweise schwierig Gleichgesinnte ausfindig zu machen, wenn man eine etwas exotische Meinung vertrat. Wenn man Leute in seiner Stammkneipe darauf angesprochen hat, dass Obama eigentlich ein Reptiloid ist und die Erde eigentlich Flach sei wurde man schon hier und da komisch angeschaut und gemieden. Heutzutage reicht eine Google suche und du hast reihenweise Foren mit anderen Vollpfosten, die ähnliche Gedankengänge haben. Auch in Anführungsstrichen normale Leute können sich sehr schnell in einer Echo-Chamber wiederfinden, wenn die nicht vom Mainstream akzeptierte eigene Meinung durch diese bekräftigt wird. Gesellschaftliche Probleme, wie die Flüchtlingskrise sind sehr oft Auslöser dafür.

Dementsprechend haben diese Leute dann ihre Gemeinschaft gefunden und es entsteht ein "wir Erleuchteten gegen die Geknechteten" Mindset bei dem alles was nicht in das eigene Weltbild, oder die Ansichten der Gemeinschaft passt von vornherein diskreditiert wird. Gerne auf Basis von Verschwörungen und böswilligen Motiven (sehr beliebt in Politik). So ähnlich funktionieren auch Sekten.

Ich würde die Thematik daher nicht auf die AFD herunterbrechen. Sie sind lediglich eine der ersten Parteien, die verstanden haben wie man das Internet ausnutzen kann um politischen Spielraum zu gewinnen, wie Trump das bereits vorgemacht hat. Sucht man lang genug findet man mehr als genug Splittergruppen mit den wildesten Weltansichten die Zahlenmäßig zu wachsen scheinen. Vor 5 Jahren wären für mich Gruppen wie Anti-Vaxxer gar nicht denkbar, mittlerweile sind diese Leute in aller Munde und man geht schon legislativ gegen sie vor. Ich bin sehr gespannt wie das Ganze enden wird, wenn eine demokratische Gesellschaft zersplittert genug ist hört sie irgendwann auf zu funktionieren.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839744

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Die gesellschaftliche Spaltung ist mMn auch ein Produkt unserer Konsumgesellschaft. Es zählen ja anscheinend in erster Linie Oberflächlichkeiten, aufgrund derer sich die Gesellschaft in Leute aufteilt, die bestimmte Dinge entweder haben oder nicht haben. Das ermöglicht es den Populisten überhaupt erst, Keile in unsere Gesellschaft zu treiben.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839751

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Die Teilung der Gesellschaft in kleinere Gruppen die untereinander unsolidarisch sind, ist ein völlig bewusst herbeigeführter Zustand. So wird effektiv verhindert, daß ein Volk als Einheit agiert. Klassiker sind Reich und Arm, Jung und Alt... aber heute wird dies sogar noch ausgeweitet auf Frau und Mann sowie Eltern und Kind. Damit wäre dann auch noch das letzte bisschen Zusammenhalt zerstört; Die Familie.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839758

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Teilungen sind notwendige Mechanismen innerhalb einer Gesellschaft. Anzunehmen, es gäbe die eine ungeteilte Gesellschaft, wäre vollkommen realitätsfern. Aus historischer Perspektive betrachtet war gerade Deutschland (oder was man als Deutschland bezeichnet) politisch und territorial geteilt. Hinzu kommen klassische historische Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppierungen: Katholisch vs. evangelisch; Proletariat vs. Bürgertum; Stadt vs. Land usw.
Innerhalb einer Gesellschaft gibt es etliche kollektive Gruppierungen, die ihre eigene Identität haben. Und gerade diese unterschiedlichen Identitäten sind notwendig, um eine eigene Identität herauszubilden. Das Ich/Wir kann nur in Abgrenzungen zum Anderen enstehen. Erst durch die Teilung einer Gesellschaft in unterschiedliche kollektive Gruppen kann sich die eigene Ich-Identität entwickeln. Eine "ungeteilte" Gesellschaft wäre also wenig wünschenswert.

Während man früher jedoch den größten Teil seiner Zeit innerhalb seiner eigenen Gruppe verbracht und nur relativ wenig direkten Kontakt zum Anderen hatte, gibt es heute zum einen deutlich mehr und extrem unterschiedliche kollektive Gruppen, mit denen man durch die Massenmedien nun fast täglich in Kontakt tritt. Zum anderen werden die Anderen nun wieder weniger als eine andere kollektive Gruppe wahrgenommen, stattdessen werden extreme Feindbilder hergestellt. Nazi oder Deutschlandhasser. Verblendeter Umweltaktivist oder Klimatöter. Kommunistischer SED-Nachfolger oder Faschist. Pegida oder Antifa. usw. usf.

Das Problem besteht aber nicht etwa darin, dass es diese unterschiedlichen Gruppen gibt - schließlich ist es notwendig für eine demokratische Gesellschaft -, sondern vielmehr liegt es in der Art und Weise, wie mit dem jeweils anderen umgegangen wird. Statt in den jeweils anderen Gruppen ein extremes Feindbild zu sehen, sollte vielmehr ein zivilisierter diskursiver Dialog stattfinden, in dem jeder seine Argumente vortragen kann. Dabei ist wichtig, dass keine Seite ihre Meinung normativ als die einzig richtige setzt, sondern sich auf die anderen Sichtweisen einlässt. Der Ausgang kann offen sein und die Anderen müssen nicht von ihrer Meinung ablassen und bekehrt werden. Vielmehr müssen sich beide Parteien gegenseitig wertschätzen und den anderen Standpunkt nachvollziehen lernen.

Als äußerst wichtig erscheint mir jedoch, dass man die Menschen dazu befähigt, sich ideologiekritisch mit Identitäten auseinandersetzen zu können. Denn nur dadurch kann man es schaffen, dass nicht die Wir-Identität einer einzelnen bestimmten Gruppe über der eigenen Ich-Identität steht. Dies führte zu einer gestörten Ich-Identität, was im Extremfall zu Taten wie in Hanau führen kann. Hierfür bietet sich insbesondere der Geschichtsunterricht an, denn jede Identität ist zugleich historisch. Dem steht jedoch fundamental die Kompetenzorientierung entgegen. Doch das ist ein anderes Thema.

Abschließend möchte ich festhalten, dass es für eine demokratische Gesellschaft notwendig ist, dass sie "geteilt" ist. Eine uniforme Gesellschaft, in der jeder gleich ist, wäre weder demokratisch noch wünschenswert. Jedoch muss der Diskurs innerhalb der Gesellschaft zwischen den unterschiedlichen Gruppen diskursiv und wertschätzend gestaltet werden. Dafür scheint es mir wichtig, die Menschen dazu zu befähigen, sich kritisch mit Ideologien und Identitäten auseinander setzen zu können, um so eine Balance zwischen der Ich- und der Wir-Identität aufrecht zu erhalten. Der Geschichtsunterricht wäre ein Ort, an dem so etwas erreicht werden könnte.
"Ich freue mich von Herzen, dass ich ein Proletarier bin, der Religion, Eigentum und Vaterland mit bescheißen hilft." - Georg Weerth

All hail Layna! jeder sollte eine eigene LayLay haben :3

Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839769

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Deviltoon schrieb:
Insgesamt betrachtet, hat vor allem das Internet durch die Fülle an (Fehl-)Information und die gezielte Möglichkeit, populistische und pauschalisierende Aussagen auch in einem "rechtsfreien" Raum zu tätigen, ihr übriges dazu beitragen, weshalb es einem so vorkommt, dass wir als Gesellschaft sehr gespalten sind.
Na ja, wie man es nimmt. Meiner Ansicht nach handelt es sich beim Verbreiten von Fehlinformationen allerhöchstens um ein Kavaliersdelikt, das nicht weiter verfolgt werden sollte.
Irgendwie erinnert mich die Situation an meine Mutter, die mit ihren Freundinnen (alle schon etwas älter) auf Whatsapp am schreiben war. Die waren allesamt auf einen Kettenbrief in Form eines populistischen Videos hereingefallen und hatten es weitergeleitet. Im Video ging es allerdings nicht um Flüchtlinge sondern um das Coronavirus: Im Youtube-Channel eines Users "odysseus" wurde verbreitet, dass das Coronavirus schon längst außer Kontrolle geraten ist und die Regierung wichtige Informationen zurückhält.
Interessant aus meiner Perspektive war, dass ich (und vermutlich auch jeder andere Netzbewohner) bereits nach 5 Sekunden allein anhand des Tonfalls der Stimme erkennen konnte, das mit dem Video etwas nicht stimmt und es sich vermutlich um reine Panikmache handelt. Die angeblich geheimen Informationen stammten im Grunde aus den Nachrichten und spätestens als am Ende die Aufforderung kam, das Video an alle Personen in seiner Kontaktliste weiterzuleiten, sollte eigentlich klar sein, was man jetzt nicht tun sollte.
Lustig war, dass wohl so viele auf das Video hereingefallen sind, dass später sogar vor dem Video gewarnt wurde:
www.swr3.de/aktuell/computer-und-netz/Wh...6/1dzc7eh/index.html
Gerade bei älteren Leute, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, scheinen solche Videos viel Erfolg zu haben.
Man sollte meiner Meinung nach jetzt aber nicht gleich durch Klarnamenpflicht das Internet demontieren, sondern die Leute so weit aufklären, dass sie einige wichtige Fragen ("Wie erkenne ich einen Kettenbrief?", "Woran erkenne ich ein computergeneriertes Fake-Profil?", "Handelt es sich bei dem Video, welches ich gerade weiterleite, um Schleichwerbung?") beantworten können. Vielleicht so eine Art Internetkurs.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839772

Unser Problem ist einfach, dass das gesunde Maß verloren gegangen ist. Die Standpunkte werden immer extremer was zu immer mehr Reibungsverlusten führt. Dies kann man in vielen Bereichen sehen. Ob Gesellschaft, die Medien oder Spiele, alles muss noch extremer und ausgefallener sein. Das "Normale" reicht uns nicht mehr.

Die Natur zeigt uns aber dass alles Extreme über kurz oder lang aussortiert und entsorgt wird. Die menschliche Gesellschaft hat bereits viele Extreme gesehen: Monarchie und Demokratie, Kommunismus und Kapitalismus, Nationalismus und Multi-Kulti-Gesellschaften, extremen Reichtum und bitterste Armut.

Wir können uns als Gesellschaft aber nur dann weiterentwickeln, wenn wir ein stabiles Gleichgewicht all der Kräfte schaffen, welche an der Gesellschaft zerren.

Demokratie wird heutzutage als ein Allheilmittel für alle Probleme dargestellt, aber was passiert, wenn die Zellen in Deinem Körper zu viel "Demokratie" haben? Es entsteht Krebs. Das Gleiche passiert in einer Gesellschaft. Im Körper gibt es das Immensestem und die Fresszellen die dafür sorgen, dass dies nicht geschieht. In der Gesellschaft gibt es die Verfassung, die Justiz und Polizei um einen destruktiven Verfall zu verhindern.

Bedauerlicherweise haben unsere eigenen Politiker die Gesetze gebrochen und die Polizei reduziert. Damit haben sie den Boden für die aktuellen Probleme bereitet. Die Frage ist nur warum dies geschehen ist? Die Antwort ist, dass unsere Politiker keine Ahnung von dem haben was sie da eigentlich machen. Es ist höchste Zeit, dass man Menschen "vom Fach" an die richtigen Stellen setzt. Wir brauchen Technokratie.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839776

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Eigentlich kann ich mich ImSad nur anschließen. Ohne Karl Poppers offene Gesellschaft einmal genannt zu haben, wurde diese relativ gut beschrieben. Was heute mMn im argen liegt ist, dass man sich selbst viel weniger zu hinterfragen scheint. Medien und das Internet tun ihr Übriges dazu bei (Stichwort Spiegelcover mit Höcke als Dämon), sich unkritisch mit bestimmten Sachverhalten zu beschäftigen. Dies bedeutet nicht, dass man alle anderen Meinungen gleichgültig akzeptieren muss. Die offene Gesellschaft oder die Demokratie gilt es zu verteidigen. Tssirs Kritik daran kann ich nachvollziehen, eine besere Alternative sehe ich dazu aber nicht. Die Demokratie ermöglicht im besten Fall, dass sich der Staat an die momentanen Begebenheiten dezentral anpassen kann, gerade weil sie unterschiedliche Weltanschauungen akzeptieren kann. Den Menschen hat das "Normale" übrigens noch nie ausgereicht. Das momentane Problem der Demokratie ist mMn, dass sich die Leute selbst viel weniger zu kennen scheinen, als sagen wir mal Facebook, Google und Co. Selbstverantwortung zu übernehmen, etwas riskieren, scheint aus der Mode gekommen zu sein.
Alle wollen herrschen, niemand will die Verantwortung übernehmen.
Letzte Änderung: 1 Monat 1 Woche her von DaviDwithD.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839816

Wie ich bereits sagte, kann eine Demokratie nur gut funktionieren, wenn das Volk und die Regierenden die Probleme und Aufgaben verstehen und vernünftige Lösungen erarbeiten können. Bedauerlicherweise ist dies nicht der Fall. Das Volk war noch nie besonders entwickelt und wird es wahrscheinlich auch nie sein. Einfache Sachverhalte kann es noch verdauen, aber unsere Welt heute ist sehr komplex geworden und dies übersteigt die geistigen Fähigkeiten der meisten Bürger. Sie sehnen sich nach einfachen Lösungen die es gar nicht gibt und gehen Bauernfängern auf den Leim.

Die Regierenden heutzutage kommen zwar mit Akademischen Titeln daher, doch haben oft in den Bereichen nie gearbeitet. Sie sind "Berufspolitiker" die direkt nach dem Studium in den Parteien aktiv werden. Oft bekleiden sie Posten in Bereichen welche mit ihrer eigentlichen Ausbildung überhaupt nichts zu tun haben. Von den Politikern mit gekauften Titeln will ich erst gar nicht sprechen.

Man hat uns über Generationen nun eingebläut, dass die Demokratie das Grüßte ist seit der Erfindung des Knäckebrots. Das gleiche dachten früher auch die Menschen über die Monarchie. Sie konnten sich nicht vorstellen wie eine Welt ohne einen Herrscher funktionieren sollte.

Würde ich als ausgebildeter Informatiker eine Praxis als Arzt aufmachen, so würde ich im Gefängnis als Hochstapler landen. In der Politik ist dies aber Alltag.

Würdet Ihr eure Kinder zu einem Arzt schicken, der eine Ausbildung als Feuerwehrmann gemacht hat, oder doch lieber zu jemanden der Medizin studiert hat? Warum akzeptieren wir dann so etwas in der Politik, wo es um unsere Zukunft und wohlergehen unserer Gesellschaft geht?

Es ist höchste Zeit, dass Menschen "vom Fach" die Arbeiten übernehmen.
Letzte Änderung: 1 Monat 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839817

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@Tssir Der große Vorteil der Demokratie ist mMn, dass die Machthabenden kontrolliert werden und gewaltfrei ein Paradigmenwechsel stattfinden kann. Natürlich glauben wir manchmal, dass die Politik besser laufen könnte, natürlich könnte sie das! Aber der Herrschaftsanspruch ist niemals absolut, da sich die Regierung selbst an bestimmte Regeln halten muss, sodass sie selbst wenn sie falsche Entscheidungen trifft, diese revedierbar bleiben. Andere Herrschaftsformen können und dürfen wir uns auch gerne vorstellen, das Problem einer Technokratie wären allerdings Abgrenzungsschwierigkeiten. Wer bestimmt, wer vom Fach ist, wie verhindert man Machtmissbrauch. Wieso sollte sich eine kleine Elite, mehr um die Belange aller kümmern? Und wie sollen dann Entscheidungen getroffen werden, die am wissenschaftlichsten, die der die meisten Experten zustimmen, muss man diesen Anweisungen folgen leisten und wie sind sie wieder änderbar etc.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839819

Meine "Technokratie" geht davon aus, dass die entsprechenden Personen wie in der Demokratie vom Volk gewählt werden, aber mit dem Unterschied, dass sie vom Fach sind und mit einer bestimmten Arbeitserfahrung aufwarten müssen.

Eine Diktatur der Wissenschaft wünsche ich mir ganz bestimmt nicht :-)

Was das Argument der kleinen Elite, die sich um die Belange Aller kümmert angeht, das haben wir jetzt doch auch oder? Diesen Makel kann man eigentlich jeder Regierungsform anlasten.

Absolut "Gute Entscheidungen" gibt es nicht. Jede Entscheidung ist immer auch ein Kompromiss. Nur sollte so ein Kompromiss mehr Vor- als Nachteile haben. Dies kann nur jemand entscheiden der sich mit der Materie auskennt.
Letzte Änderung: 1 Monat 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839820

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Deinem Verstädnis von Technokratie kann ich so schon etwas mehr abgewinnen, letztendlich bleiben die Probleme aber dennoch.

Im Parlament sind zwar bereits heute nicht alle Bevölkerungsschichten vertreten, inwiefern das überhaupt erstrebenswer wäre, ist fraglich. Aber zumindest theoretisch kann jeder ab einem bestimmten Alter in den Bundestag gewählt werden, auch wenn das nicht allen passt. Die Zusammensetzjng des Parlaments wechsrlt ständig, von Quoten oder bestimmten Vorgaben halte ich wenig.

Du hast ja erkannt, dass es keine universell guten Entscheidungen gibt, bevorzugst aber die, bei denen die Vorteile überwiegen. Dem schließt sich wohl jeder an, was aber von Vorteil ist, ist zutiefst subjektiv. Vernünftige, fundierte und gerechte Entscheidungen magst du vllt. als Ziel oder Ideal postulieren, jemand anderes sieht das vllt. volkommen anders. Ich glaube, die Essenz einer Demokratie oder einer offenen Geseelschaft sollte sein, dass man zugeben kann, dass man sich irren kann, dass der andere recht haben könnte und dass man zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommt. Das wäre ein befriedener Konsens. Abgesehen von ein paar Spielregeln ist alles offen. Wie die Zukunft aussehen wird, weiß niemand, entsprechend muss man auch keine absoluten Maßnahmen ergreifen. Die eigenen Überzeugungen und Entscheidungen sind nicht zwangsläufig richtig, deshalb steht man im Dialog mit den anderen.
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Teilung der Gesellschaft 1 Monat 1 Woche her #839822

Machtmissbrauch kann es unter jeder Regierungsform geben. Deshalb sollte es Kontrollmechanismen und Gewaltenteilung geben. Ich bin auch der Meinung, dass die Regierenden für Ihre Entscheidungen Geradestehen sollten. Für grobe Fehler sollte man zur Verantwortung gezogen werden.

Wenn wir uns unsere jetzige Politik anschauen, muss man feststellen, dass die Regierung Merkel viele Gesetzte missachtet hat und dies zum Nachteil der Gesellschaft. Dafür wurde aber niemand bestraft. Dies ist einer der Gründe warum wir immer tiefere Risse in unserer Gesellschaft bekommen.

Wenn man bedenkt, dass alle offiziell zugelassenen Parteien vom Verfassungsschutz kontrolliert werden, muss man davon ausgehen, dass die Parteien vernünftig miteinander umgehen sollten, da sie ja legal sind. Was wir aber sehen ist ein verbissener Kampf, Verunglimpfung und Hass unter den Parteien. Dies polarisiert auch die Gesellschaft.

Ich glaube auch, dass die Parteien ihre Führungs- und Einigungs-Rolle verloren haben. Sie tragen heute selbst immer mehr zu der Spaltung der Gesellschaft bei. Dies ist eine gefährliche Entwicklung.
Letzte Änderung: 1 Monat 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.
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