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THEMA: Gyakusatsu Kikan

Gyakusatsu Kikan 2 Wochen 5 Tage her #836700

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Erinnert ihr euch noch an den 11. September 2001? Nun, ich kann mich noch an diesen Tag erinnern. Der terroristische Anschlag dominierte die Medienlandschaft, selbst als kleiner Junge, der ich war, gab es kein Entkommen vor diesem Thema, am darauffolgenden Tag legten wir in der Schule eine Schweigeminute ein. Wer unter euch zu jung ist, um sich an dieses Ereignis erinnern zu können, weiß trotzdem sofort wovon ich hier schreibe, 9/11 (Nine-Eleven) hat sich in das Bewusstsein der Welt eingebrannt. Und dabei leben wir hier in Europa, weit weg vom eigentlichen Ort des Geschehens. Wo hier Trauer und Anteilnahme vorzufinden waren, beherrschte ein ganz anderes Empfinden die Gedanken der Menschen aus Amerika: Angst. Puh, ganz schön harter Stoff, um in so eine Rezension einzusteigen. Aber in Gyakusatsu Kikan lässt sich auch wenig Fröhliches finden, schonungslos und nüchtern werden hier die Folgen eines Terroranschlages thematisiert, der 9/11 in nichts nachsteht.

Wir schreiben das Jahr 2015. Bis zu diesem Zeitpunkt scheint die fiktive Welt des Animes sich stark an unserer realen anzulehnen. Die Anschläge am 11. September veränderten die westliche Welt und vor allem Amerika. Um Sicherheit zu erlangen, wurde mit Freiheit bezahlt. Eine Entwicklung, die sich schon wieder etwas abgekühlt hatte, bis sich 2015 eine Katastrophe ereignet. In der Stadt Sarajevo, der dicht besiedelten Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, explodiert eine Atombombe der Marke Eigenbau, welche die Metropole vollständig vernichtet. Als Reaktion darauf wurden alle anti-terroristischen Maßnahmen um ein Vielfaches verschärft, Stichwort Überwachungsstaat. Um der Angst zu entkommen, büßten die Menschen mehr von ihrer Freiheit ein, denn je. Und wisst ihr was? Es hat funktioniert. In den kommenden Jahren wurde der Terrorismus in der westlichen Welt vollständig ausgelöscht. Doch kein Licht ohne Schatten. Wo es den Menschen in Amerika gut geht, versinken zahlreiche Entwicklungsländer zunehmend im Chaos. Bürgerkriege und Völkermord sind in den ärmeren Regionen dieser Erde an der Tagesordnung, mehr als jemals zuvor. Und ohne dass jemand den genauen Zusammenhang versteht, scheint ein gewisser John Paul mit dem Chaos in besagten Ländern in Verbindung zu stehen.


Wir schreiben das Jahr 2020 und endlich können wir uns in die eigentliche Handlung von Gyakusatsu Kikan stürzen, wo ihr die Hintergründe dieser Welt nun ausreichend überblickt. In dem knapp zwei Stunden andauernden Film begleiten wir den jungen Captain Clavis Shepherd auf seiner Jagd nach eben jenem John Paul – von der amerikanischen Regierung beauftragt diesen amerikanischen Staatsbürger festzunehmen, der überall auf der Welt eine Spur des Todes hinterlässt. Dabei kann sich der Abendfüller gut in zwei Teile gliedern lassen, die lange Einleitung mal außer Acht gelassen. In der ersten Hälfte haben wir einen typischen Spionage-Krimi. Clavis begibt sich hier undercover nach Prag, um sich mit der ehemaligen Geliebten John Pauls anzufreunden und ihn über sie ausfindig zu machen. Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem am Ende schwer zu sagen ist, wer denn jetzt eigentlich genau wen gefunden hat. In der zweiten Hälfte wirft unser Captain alle Heimlichkeit in die Tonne und fährt große Geschütze auf. Zusammen mit seinem Einsatzteam der Special Force schießt er sich, ohne Rücksicht auf Verluste, durch die Reihen seiner Gegner, seine Zielperson immer im Visier.

Ganz schön actiongeladener Anime? Dem ein oder anderen aufmerksamen Leser (und Kenner des behandelten Werkes...) ist vielleicht aufgefallen, dass ich hier zum zweiten Mal in Folge eine der drei Project Itoh-Adaptionen aus dem Jahr 2015 behandle und wie schon in meiner Rezension zu Shisha no Teikoku ist auch hier die Klassifizierung des Animes keine Selbstverständlichkeit. Wo Regisseur Ryoutarou Makihara aber bei Shisha no Teikoku unbedingt alles in seinen Film reinhauen wollte, was cineastisch und genrespezifisch überhaupt möglich ist, setzt sich das Geno Studio in ihrem Erstlingswerk deutlich bescheidenere Ziele. Ich schreibe Erstlingswerk, aber tatsächlich setzte sich das Geno Studio zu großen Teilen aus den ehemaligen Mitarbeitern des bankrotten Studios Manglobe zusammen, die in diesem Film nicht zum ersten Mal auch mit dem Regisseur Shuukou Murase zusammenarbeiteten (Manglobe war anfangs auch noch mit der Produktion betraut). Was genau meinte ich denn jetzt mit diesen bescheideneren Zielen? Ganz einfach, trotz der manchmal verworrenen Story, den zahlreichen Schießereien, den Splatter-Elementen und Krimi-Ansätzen, existiert ein klarer und unmissverständlicher Fokus in dem Werk.


Dieser Fokus liegt auf den Dialogen. Sie dienen teilweise nicht mal dem Vorankommen der Handlung, sie selbst sind die Handlung und ein wesentliches Kernelement des ganzen Films. Gerade die erste Hälfte besteht fast nur aus einer Aneinanderreihung von langen Dialogen, in denen es meist darum geht, dass irgendjemand seine ausführliche Meinung zu einem komplexen und oft philosophischen Thema darlegt, während der Protagonist, und durch ihn auch wir Zuschauer, aufmerksam lauschen und höchstens mal wegen einer interessierten Zwischenfrage unterbrechen. Ein Konzept, das auch in der zweiten Hälfte noch wunderbar funktioniert, selbst wenn zwischen diesen Gesprächen, oder auch mal währenddessen, ordentlich die Kugeln fliegen. Thematisch dreht es sich hauptsächlich um die großen Probleme ihrer Welt. Wie viel ist uns unsere Sicherheit wert? Was kann man alles durch Pflichten rechtfertigen und was ist genau unsere Pflicht in bestimmten Situationen? Um hier mal für ein Beispiel etwas spezifischer zu werden: Ist es gerechtfertigt, dass Soldaten ihre Emotionen unterdrücken, um im Krieg Kindersoldaten erschießen zu können? Düstere und ernste Fragen, auf die auch der Film keine zufriedenstellenden Antworten geben kann. Captain Shepherds größte Herausforderung ist es, seine eigenen Antworten durch die Eindrücke all dieser Dialoge zu finden. Wo ich genau den Punkt aber in Shisha no Teikoku kritisierte, weil die Fragen dort etwas lieblos dahingeklatscht schienen, empfinde ich es in dem vorliegenden Werk viel eher als Stärke, da die nicht-Beantwortbarkeit mancher Themen selbst zum Thema wird. Gyakusatsu Kikan geht so in meinen Augen wesentlich besser mit diesem speziellen Punkt um. Ganz objektiv betrachtet wird dem philosophischen Aspekt zumindest deutlich mehr Zeit gewidmet.

Während all dieser Gespräche scheint die reine Präsentation oft auf ein pragmatisches Minimum herunterzufahren. Bilder und Visuals sehen keinesfalls schlecht aus, bemühen sich aber um eine realitätsnahe Schlichtheit. Gleiches gilt für die Animationen. Zumindest einem ersten Eindruck folgend. Von der feinen Musterung von Briefpapier, über Spiegelungen im Glas bis zum glaubhaften Flimmern des Fernsehers findet man aber doch immer wieder Details, die auf eine sehr durchdachte visuelle Gestaltung hindeuten, nur dass das bewusst in den Hintergrund rücken soll. Der Film will ernst und überlegt sein, nicht bunt und verspielt. In manchen Szenen hat man den Eindruck, es wurde einfach ein leichter Filter über das Bild gelegt, damit die Farben ja nicht zu hell erscheinen. Ein interessantes Feature in einer längeren Kampfszene ist die Sicht aus der Ego-Perspektive, die an einen üblichen Shooter erinnert. Hier werden die Gegner reihum niedergemäht, als würde man in Counter Strike auf Easy gegen Bots spielen. Und genau diese Symbolik steht wohl auch hinter all dem – feindliche Soldaten werden zu Dingen degradiert, die ohne zu zögern ausgelöscht werden müssen. Überhaupt ist der Einsatz von Gewalt sehr exzessiv, aber nie, um den Zuschauern eine Show zu bieten. Viel eher ist die ständige Gewalt ein Werkzeug, welches verschiedene Zwecke erfüllen kann. Zum Beispiel die Darstellung der Bedeutungslosigkeit eines einzelnen Lebens, wenn man das große Ganze betrachtet. Oder um die emotionale Kälte der Soldaten aufzuzeigen, wenn sie Gegner wie Bots in einem Computerspiel eliminieren.


Ähnlich gemäßigt wie die visuelle Darstellung treten auch die Charaktere auf, allen voran Clavis Shepherd persönlich. Durch seine ruhige und oft auch emotionslose Art fällt es dem Zuschauer schwer, eine richtige Bindung zu ihm aufzubauen. Andere Charaktere bekommen von vornherein nicht ausreichend Screentime für eine solche Bindung. Das hat zur Folge, dass es dem Zuschauer schlicht und einfach egal ist, was denn nun mit den Charakteren passiert, man fühlt nicht wirklich mit ihnen mit. Aber wie soll man auch große Emotionen für eine Person entwickeln, die ihre eigenen Emotionen künstlich unterdrückt, um effektiver im Einsatz zu sein? Dabei wäre hier richtig Potential für ein mitreisendes Drama gewesen, rutscht doch Clavis direkt in ein waschechtes Liebesdreieck hinein, in welchem sich auch noch John Paul höchstselbst befindet. Aber nein, es sollte nicht so sein. Die Produzenten ziehen ihren Fokus auf komplexere Fragestellungen voll durch. So etwas Alltägliches wie romantische Liebe hat da keinen Platz, obwohl sie für Clavis ein wichtiger Antrieb im Hintergrund ist.

Einen kleinen Bruch mit der oben beschriebenen Konvention gibt es dann aber doch noch im großen Finale, wo unser Captain Shepherd doch tatsächlich noch große Gefühle in sich entdeckt, wenn unser Liebesdreieck auf denkbar dramatische Art und Weise aufeinandertrifft und vor allem John Paul, der ewige Erz-Antagonist, sein Geheimnis lüftet. Dass er tatsächlich für all das Leid in den Entwicklungsländern zuständig ist, scheint früh offensichtlich, da verrate ich euch nicht zu viel. Dass das „warum“ hier sehr viel interessanter ist, sollte dem Leser dieser Rezension inzwischen aber klar sein.

Gyakusatsu Kikan, schwieriger Titel. Ich mochte den Film, aber definitiv muss man dafür in der richtigen Stimmung sein. Wer sich von seichter Unterhaltung berieseln lassen will: Finger weg davon. Ein atmosphärischer und ruhiger Film, lange und manchmal nicht ganz einfache Dialoge und eine Gewaltdarstellung, die alles andere als zimperlich daherkommt. Das ergibt eine Mischung, die wahrscheinlich kein sehr großes Publikum anspricht. Aber wie schon gesagt, in der richtigen Stimmung kann man mit diesem Streifen durchaus einen interessanten Abend durchleben.

Dem Leser noch einen wunderschönen Tag
MrSalomon

Letzte Änderung: 2 Wochen 3 Tage her von MrSalomon.

Gyakusatsu Kikan 2 Wochen 3 Tage her #836761

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Genocidal Organ
Project Itohs am sich bestes Werk in den Händen eines Studios, dass zu viel wollte (auch schon der Produktion diese Films), dass diesen Punkt aber viel zu spät realisiert hat .........

So kann man es auch nennen.

Danke Dir MrSalomon, damit dürften die Rezensionen zu diesem Thema gedeckt sein. Doch lass mich noch den Punkt anfügen, warum die Vorlage top ist, und 70% der Umsetzung auch, der Rest aber für die Tonne.
Der Film ist leider unfertig, bzw. wirkt so. Und Studio Geno hat ihn nicht wirklich gefertigt, sondern nur Lücken geschlossen, die Manglobe nicht fertig stellen konnte und hier liegt der Krux - Geno ist nicht Manglobe. Und wo Manglobe eine Film angegangen ist, zu einer Hammervorlage, mit allem was sie hatten, mit allem Talent, mit aller Kunst und Qualität und immer weiter gemacht hat (wurde ja mehrfach verschoben - faktisch hätte es der erste Film der Reihe sein sollen) und immer mehr ihre schwinden Kräfte rein gesteckt hat, trotz der großen Schulden ....... da ist Geno das genaue Gegenteil:
Geno ist leider nicht Manglobe, sie sind ein B-Studio, dass ohne Skrupel Dinge macht (optisch), die bei Manglobe nie möglich gewesen wären, was daran liegt, dass vom harten Kern des Studios wohl wenig übrig ist und was übrig ist, hat ein Trauma, was mit Studios passieren kann, die Anime machen wollen, die eben nicht von der Stange kommen.
Ich zitiere mich mal selber:
Genocidal Organ hätte die beste Vorlage (ist noch immer Itohs Bester) und die herausragenden Trailer gehabt .... und damit eigentlich auch das beste Studio ..... bzw. hätte ich Manglobe auch zugetraut, ein solches Werk umzusetzen eben weil sie mit solchen Werken, von der Art der Story her, viel Erfahrung hatten und davor wahre Meisterwerke geschaffen hatten ....... leider nicht immer kommerziell so erfolgreich ......
Doch wer sich nur auf Einkünfte von The World God Only Knows verlässt (der sehr erfolgreich war), gleichzeitig enorm große finanzielle Flops einfährt, begann schon mit Michiko & Hatchin (danach war eine Zeit lang Schluss mit 2 Season), der sehr weh getan hat, den guter Anime heißt nicht kosten deckend ...... und eigentlich schon mit Samurai Flamenco geendet hat (denn ich jetzt wirklich nicht gut, höchstens strange fand .......) und so nebenbei absolute Goldgruben nicht nützt (Deadman Wonderland usw.), dazu aber immer versucht hat (was man loben muss) 2 Season zu produzieren, was halt hohes Risiko birgt ...... der sollte sich halt nicht an einen hochqualitativen Film wagen, der Kosten und Aufwand hoch zwei verursacht haben muss ...
Manglobe ging mit Genocidal Organ unter, hat dabei auch noch Gangsta mit gerissen, der wirklich einen guten Anime verdient hätte und nun vermutlich nie bekommen wird - weil eines ist sicher, Geno traue es nicht zu .....
Und was übrig blieb war ein halber Film, diese Hälfte ist im übrigen absolut Top ........
Auftritt Geno ......
Ergo, was von Manglobe noch übrig geblieben ist an Mann und Material ..... alle mit einem Trauma, dass sich hochwertige Animation und Optik nicht auszahlt, weil man so eingeht und seinen Job verliert, der ohnehin, nicht sooo gut bezahlt ist, eventuell auch noch mit Gläubigern am Hals ......
Geno hat den Film fertig gestellt ...... mehr schlecht als recht .... uff:( Optisch an manchen Punkten schon eine Belastung, weil man genau sieht wo Manglobe fertigt und Mangalobe kurz vor dem Ende, bzw. Geno später die Lücken füllt .......
Geno hat noch ein wenig den Vibe von Manglobe, allerdings nicht mehr die Eier und vermutlich auch nicht Mann und Material, es optisch umzusetzen und zu riskieren ....
Ergebnis ist ein Film der zur Hälfte (vielleicht auch mehr) top aussieht und Actionanimation und Atmosphärische aus dem Himmel bieten kann, gleichzeitig aber mit Optik und Animationen erschreckt, die selbst bei Serienquali Grund für Kritik wären ........
Deswegen und nur deswegen hat der Film nur den dritten Platz in der Reihe ....... die Vorlage wird immer Nummer 1 bleiben, ich hab die Vorlage und es ist schon so .... Story und Figuren wären top, Action an sich ebenfalls ..... die Adaption war halt nicht von Glück verfolgt .....
Trotzdem anschauen und dazu noch das Buch lesen.

An diesem Punkt möchte ich Dir also widersprechen, bzw. viel eher relativieren. Geno ist keineswegs das entscheidende Studio, es ist Manglobe und wenn man bedenkt wie lange und häufig der Film verschoben wurde, gleichzeitig bedenkt, dass ein Haufen der guten Animatoren noch verfügbar war, was man selbst bei Gangsta anfangs noch sehen kann ...... und die Truppe fieberhaft an der Fertigstellung, die eventuell das Studio hätte retten können, gearbeitet hat ...... so ist es nahe liegend, wer hauptverantwortlich ist - für die Top Szenen und die hauptsächliche Arbeit.
Geno ist der bescheidene Rest der übrig ist, kein Anime von ihnen hat auch nur im Ansatz, die Qualität vieler Szenen des Films gezeigt, ganz im Gegenteil, sie haben sich zu einem Cheap Studio entwickelt, dass optisch beinhart Umsetzungen raus bringt, die mir persönlich optisch weh tun (wie Golden Kamui).
Recht früh sieht man auch in diesem Film, was Geno unter "Animation" versteht, Du hast ja selber schon Bilder dazu geliefert ..... sieh die zwei oberen ..... die können in keiner Hinsicht mit der Quali mithalten, die andere Szenen haben und die haben Quali, verdammt was für Quali die haben.

Und solche Szenen ziehen einen Anime eben runter. Geno musste ihn faktisch bringen und zwar ohne Kompromisse schnell, weil Gläubiger sicher nicht locker auf sie eingewirkt haben werden. Auch in diesem Bezug muss man den Film sehen.

Ich würde ja den Film lieben und ihn locker mit Harmony auf ein Stufe stellen, wenn er durchgehende Quali aufweisen würde, es hält Uns schön den Spiegel vor, was Überwachung und Kontrolle und "Sicherheit" bedeutet, die Wir im übrigen wählen ...... ja, die Mehrheit wählt es, weil offensichtlich Keiner versteht, was man mit seinen eigenen Rechten macht und man sich irgendwann an einem Punkt findet, da können einem Politiker ausschalten, wenn die Meinung nicht gefällt, faktisch probieren es Politiker aber auch Firmen und diverse Interessensgruppen seit Jahren, Gesetze einzuführen, die den Richter zu umgehen und so Dinge wie Onlinemeinung mehr oder weniger ausschalten zu können, zumindest kurzfristig (weil für ein Urteil braucht es natürlich schon einen Richter), was aber reicht um Wirkung zu haben ..... stellt euch mal vor euer Provider sagt einfach NEIN.

Genocidal Organ zeigt eine zukünftige Welt, sie warnt dabei auch massiv vor Vernetzung und Kontrolle, alles Dinge auf die Wir leider zusteuern. Heute sind wir noch nicht verkabelte Cyborgs, doch die Dauerbeschallung und die geistige Überforderung durch den dauerhaften Zugang zu Informationen, die aber meistens nur eine kleinen Anteil vom Ganzen ausmachen hat uns zu vielfach zu kontrollierbaren Zombies gemacht, bzw. zu dem Mob, der sich von Panik, Manipulation und Propaganda mit reißen lässt. Und ja, neu ist diese Idee eben nicht und wer ein wenig Geschichte kennt, der erkennt welche Sprache, Gestik da verwendet wird. Und die Meinung ist oft genug von ganz wenigen Figuren bestimmt, die natürlich ihre Ziele durchsetzen wollen ...... in übrigen ist es da egal Wer jetzt was erreichen will. Links wie wie Rechts und was sich dazwischen noch so rum schleicht, bedient sich mittlerweile der gleichen Wortwahl, genauso wie Aktivisten, Konzerne oder schlichtweg mächtige Männer und Frauen ...... ich meine ich würde mir ja Gedanken machen, wenn von Beiseite schieben von Demokratie und Besitz geredet wird ...... um ein Dogma umzusetzen (Wir wollen die Welt retten) ..... und die generelle Panik und den Extremismus, den sie produziert sollte eigentlich Sorgen machen .... aufgehetzte Leute und Stimmung haben schon seit jeher ......... ach ich lasse es lieber.
Ich finde es halt scheiße, dass echte menschliche Kommunikation immer schwieriger wird und man seit Jahren zwar sieht, wie weit der menschliche Geist mit der Überbelastung der Vernetzung nicht klar kommt, aber über all (außer bei Ärzten, Verhaltensforschern und Psychologen) nur davon geredet wird, dass Wir uns darauf einstellen müssen als wäre es die Offenbarung. Und ich finde es halt scheiße, wenn ein Klima existiert, dass zwar zu warm ist, allerdings auch voll mit Panik, Hass, Irrsinn, Untergangs Stimmung usw. untermalt ist. Macht keinen Spaß in einer Welt zu leben, wo Menschen die Folgen ihres Handelns nicht bedenken ..... und nein gilt nicht nur für Klima und selbst manch "menschliche" Handlung verursacht im Endeffekt mehr Leid, was man sich zwar ausmalen kann .........

Ich glaube ja, dass Itoh hier auch eine Warnung drin versteckt hat, er hat gerne solche Story geschrieben. Rip Satoshi Itō.


MrSalomon, Dir noch mal einen großen Dank für die Rezension, trifft es eigentlich wirklich gut. Der Animationspunkt zieht es für mich halt runter.

Live is good (dran glauben!)
Sniperace
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