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THEMA: Sweet Poolside

Sweet Poolside 6 Monate 1 Woche her #833576

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Hygiene. Ein waschechtes Konzept, welches jedes einzelne Lebewesen auf diesem Planeten verinnerlicht haben sollte. Sei es das einfache Wegwischen der Essensreste nach einem Dinner mit seinem liebsten Waifu-Pillow, das Händewaschen nach dem Besuch von Frau Toilette oder das Rasieren von überflüssigen Haaren an Körperstellen, die das Sonnenlicht kaum erblicken. Hygiene ist allgegenwärtig und spielt ebenso eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, seinen Seelenverwandten zu finden. Immerhin hat jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen diesbezüglich. Für den einen sind Haare in der Bikini Zone selbstverständlich, während für den anderen selbst eine einzelne Haarsträhne den Weltuntergang bedeutet. Natürlich darf man auch nicht diejenigen vergessen, für die eine Rasur gar nicht in Fragen kommt, da dies ihren Ruf beschädigen könnte und sie sich niemals in der Öffentlichkeit zeigen könnten. Da sich diese Menschen als sogenannte „eSportler“ bezeichnen und sowieso nichts von Hygiene verstehen, ignorieren wir sie jetzt erstmal und konzentrieren uns auf den Fang des Tages, welcher das Rasieren sehr wörtlich nimmt: Sweet Poolside.

Der sieben Kapitel lange Manga wurde von Shuuzou Oshimi (bekannt für Aku no Hana) kreiert und handelt von Ota Toshiko. Ein junger Bursche, welcher seine Kindheit hinter sich lassen und ein waschechter Teenie werden möchte, doch ihm wächst kein Haar. Ja, richtig gehört. Ihm wächst an keiner Stelle (außer auf dem Kopf) ein einziges Haar. Grauenvoll, wenn man mal bedenkt, wie viele Haarfetischistinnen auf diesem Planeten existieren und er keine einzige von denen abbekommt. Zum Glück existiert zum Ausgleich des Universums ein Mädchen mit dem Namen Gotou Ayako, welche das genaue Gegenteil von Ota ist. Und natürlich ist es purer Zufall, dass beide in denselben Schwimmklub gehen und Gotou auch Angst davor hat, ihren Körper zu entblößen. Dumm nur, dass sie die Kunst des Rasierens nicht beherrscht und sich öfters einschneidet als ich. Unser Master Yi ist zwar ein blutiger Anfänger beim Rasieren, nimmt sich aber dennoch zur Aufgabe, unserer Jungfrau in Nöten zu helfen, da sie ihn nett fragt.

Nach dieser äußerst interessanten Inhaltsangabe werden sich einige unter euch die Frage stellen: „Ist das alles?“, und da kann ich nur mit einem Grinsen im Gesicht antworten: „Keineswegs!“. Einer der Gründe für diese Antwort wird wahrscheinlich die Intensität sein, welche der Manga an den Tag legt, wenn es um das Rasieren von Gotou geht. Unsere männliche Jungfrau ist zwar ironischerweise gut darin, aber vor allem am Anfang des Werkes hat er noch große Schwierigkeiten damit, die Arme und Beine eines waschechten Mädchens zu berühren. Verständlich. Auch ich hatte damals in meinem „Wie rasiert man am besten 2D-Mädchen“-Kurs Startschwierigkeiten, wenn es um das Betatschen der Beine ging, damit man einerseits seinen Spaß hat, anderseits möchte man sich nicht der Belästigung schuldig machen. Moment mal, Ota ist einfach nur nervös, weil er noch nie ein Mädchen zuvor rasiert hat und ihr keine Schmerzen antun möchte? Ähmm … vergesst meine Anmerkung bezüglich Lolis und ihrer kleinen, süßen Beinchen und fangen wir mit den Gesichtszügen der Charaktere an.

Shuuzou Oshimi zeichnet nämlich genau die Gesichter, die ein Weeb mit einem Fetisch für öffentliche Bloßstellungen sehen möchte. Wenn der Protagonist in eine für ihn unbekannte Situation gerät oder best Waifu gerade versucht, ihre Pussy zu rasieren und dabei komplett verzweifelt. Hier wird ein großer Wert darauf gelegt, dass jeder einzelne Gesichtszug genau das Schamgefühl widerspiegelt, welches jeder Charakter empfindet, wenn dieser in eine haarige Angelegenheit verwickelt wird. Dies erfüllt automatisch das Herz jedes Individuums, welches einen Faible für errötete Gesichter sowie für unangenehme Situationen hat, in denen sogar der nackte Körper in der Öffentlichkeit bloßgestellt wird. Klingt zwar auf den ersten Blick recht gewöhnlich für einen Manga, dass man tatsächlich aus den Gesichtern der Charaktere ablesen kann, wie sie sich gerade fühlen, aber hier spielen diese eine umso wichtigere Rolle, da in den Rasiereinlagen kaum gesprochen wird und nur die realistisch gezeichneten Gesichtszüge der Charaktere etwas über ihre Gefühlslage aussagen. Seid ihr noch immer nicht vom Manga überzeugt? Dann wird euch der nächste Punkt sicherlich umhauen.

Schönheitsideale. Keiner weiß so genau, was Schönheit eigentlich bedeutet bzw. wie man diese richtig buchstabiert. Jeder Mensch auf diesen Planeten hat unterschiedliche Vorstellungen von seiner perfekten Waifu. Die einen wollen eine JoJo-ähnliche Figur, während andere wiederum Bohnenstangen bevorzugen. Aber eins ist sicher: Frauen wissen nicht, worüber wir Männer nachdenken (ist wahrscheinlich auch besser so), wodurch das Problem auftritt, dass niemand so richtig weiß, wie man sich nun verhalten und kleiden soll. Daher kommt auch das Phänomen, dass glattrasiert üblicherweise besser ankommt als ein kleiner George Bush. Und genau dies wird auch in Sweet Poolside kurz und knackig thematisiert, aber nicht nur aus weiblicher, sondern auch aus männlicher Sicht. Während sich Gotou dafür schämt, dass sie Haare auf ihren Armen und Beinen hat, ist Ota ebenfalls ebenfalls mit seiner momentanen Lage unzufrieden ist, da ein Babyface zwar niedlich sein kann, aber nicht dem männlichen Ideal entspricht. Dies wird vor allem dadurch geschildert, dass Ota die ganze Zeit von einem Mädchen betatscht wird, welches ihn nur für seine glatte Haut mag und Gotou gerne auf ein Date mit best Fuckboy aus der Klasse gehen würde, sich aber letztlich nicht traut, da sie denkt, dass ihre Haare Männer abschrecken würden. Und genau hier sticht der interessante Aspekt des Werkes hervor: die Kritik an der heutigen sozialen Welt. Aber bevor ich mal wieder viel zu tief in die Abgründe der Frau einsteige, sollten wir noch kurz über das Setting des Mangas reden.

Dieses besteht, wie ihr bereits wissen solltet, aus dem wöchentlichen Rasieren eines Mädchens, aber kann noch in beliebig vielen Richtungen erweitert werden, aufgrund dieser perfekten Vorlage. Hier wurde in nur einem Volume für etwas gesorgt, was für einiges an Fanfiction sorgen kann. Stellt euch vor, die Charaktere würden statt der Rasur den Akt der Liebe durchführen und der heilige Saft von Ota ist ein Heilmittel für Gotous Haarwuchs. Allein aus dieser Prämisse kann man einen mindestens drei Folgen langen Hentai rausholen und darüber interpretieren, wie wichtig es in der heutigen Jugendwelt ist nicht alleine zu sein, wenn man ein Mobbing-Opfer ist. Apropos Mobbing. Dieses Thema spielt nicht nur in unserer heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle, sondern auch im Manga. Dies kristalliert sich for allem anhand des Mobbers heraus, da dieser ihn mehrmals vor dem gesamten Schwimmklub bloßstellt. Sei es eine öffentliche Presigabe seiner Kronjuwelen oder ein einfacher Tritt gegen seinen Rücken. Dies alles passiert nur, weil Otas Haut so glatt ist, dass selbst Meister Proper stolz auf ihn wäre. Dabei sollte dem Leser ins Auge gedrückt werden, dass Mobbing selbst einerseits keinen Sinn hat, anderseits wegen der absurdesten Gründe stattfindet, wodurch wir wieder einen weiteren Punkt auf der „Was für Dinge sind in der heutigen Gesellschaft zu kritisieren“-Liste haben. Aber ... was sagt das genau über das Werk aus?

Sweet Poolside scheint auf den ersten Blick ein Manga zu sein, welcher nur sieben Kapitel lang vom Rasieren eines Mädchens erzählt. Aber auf den zweiten Blick bemerkt man erst die Bedeutung des Werkes und seine Verbindung zur heutigen Welt. Hier geht es um viel mehr als Hygiene. Hier spielt der Standpunkt der heutigen sozialen Gesellschaft eine wichtige Rolle, an den wir Menschen leider gekoppelt sind. Wenn wir überhaupt als Mensch akzeptiert werden wollen, müssen wir uns anpassen und den Trends folgen, denn sonst werden wir als „Hippie“ bezeichnet, die keinen Geschmack für Mode haben. Oder wir werden gleich als Außenseiter bezeichnet und können keinen Anhang an die Gesellschaft finden. Obendrauf müssen wir uns natürlich auch dementsprechend benehmen und reinigen, denn sonst werden wir komisch angestarrt und werden als „weird“ bezeichnet. Dabei fällt der Satz „Es kommt auf die inneren Werte an“ also doch eher in den Hintergrund. Somit ist Sweet Poolside kein Manga über das Rasieren des weiblichen Geschlechtes, sondern eine Kritik an den gesellschaftlichen Normen und wie wir von diesen abhängig sind, um als menschliches Wesen anerkannt zu werden. So scharfkantig wie Oshimi seine Linien führt, handelt er auch unangenehme Thematiken ab. Sweet Poolside gleicht einem Sprung ins kalte Wasser: kurzweilig und dennoch intensiv. Auch wenn die absurden Situationen in erster Linie lediglich wie seichte Unterhaltung wirken, verbirgt sich hinter den feuchten Peinlichkeiten und all dem Rasierschaum eine Story über Pubertät, Sexualität und Ausgrenzung.

Also euch noch einen gesunden Tag und vergesst nicht, euch zu rasieren!

Euer Eiti


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Letzte Änderung: 6 Monate 1 Woche her von Tazzels.

Sweet Poolside 6 Monate 1 Woche her #833672

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Die Rezension hat mich so neugierig gemacht, dass ich den Manga kurzerhand einfach gelesen habe und ich bin mir nicht ganz sicher, was meine Meinung dazu ist. Die Rezension ist auf jeden Fall super, sie hat mir gut gefallen *o-gj*
Ich kann die verschiedenen gesellschaftskritischen Aspekte, die du hier genannt hast durchaus sehen, doch sie hätten ruhig noch ein bisschen deutlicher angesprochen werden können. Außerdem war das Ende dann doch ein bisschen seltsam...
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