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THEMA: Bubblegum Crisis

Bubblegum Crisis 3 Monate 4 Wochen her #833238

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Für den bequemen Weeb sind Genres praktisch, wenn auch nicht unbedingt vielsagend. Sie erlauben, Werke strukturell sowie inhaltlich einzuordnen und vereinfachen damit die Suche nach Animes, die den gewünschten Präferenzen entsprechen. Allerdings sagen gewisse Genres mehr aus als andere. So scheint es besonders interessant zu sein, inwiefern die Beliebtheit bestimmter Genres häufig den jeweiligen Zeitgeist widerspiegelt. In den letzten Jahren rückte das Subgenre Isekai in den Vordergrund und dessen Vertreter gelten als populärste Animes der Gegenwart. Möglicherweise könnte dies als Anzeichen dafür verstanden werden, dass eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Dasein in unserer Gesellschaft herrscht, sodass ein Drang besteht, eine neue, gänzlich unbekannte Welt zu erforschen. In diesem Sinne mag es denkbar erscheinen, dass der Aufstieg von Isekai eine Art Abdruck der aktuellen Fangemeinde selbst darstellt.

Doch nun soll die Jetztzeit vergessen und ein Blick auf die Achtzigerjahre geworfen werden. Diese wurden von einem bestimmten Subgenre geprägt: Cyberpunk. Als wohl bekanntester Anime-Film dieser Dekade gilt Katsuhiro Otomos Akira. Der Einfluss dieses imposanten Machwerks der Animationskunst auf die gesamte Industrie lässt sich nicht leugnen und exakt aus diesem Grund verbleibt der Film bis zum heutigen Tage im kollektiven Gedächtnis. Allerdings genießt ein gewisser Original-Anime, der als achtteilige OVA im Jahre 1987 erschien, hierzulande keinen solchen Kultstatus, obwohl er ebenso den Cyberpunk-Look sowie auch die Industrie selbst maßgeblich prägte. So gilt das Werk in Japan und den USA als ein Klassiker seiner Zeit. Die Rede ist von Bubblegum Crisis. Das Werk aus der Feder Toshimitsu Suzukis entstand in einer kooperativen Zusammenarbeit der Studios AIC und Artmic, wobei die acht Episoden in ihrer Länge zwischen 25 und 50 Minuten variieren.

Worin liegt nun der Zusammenhang zwischen dem Zeitgeist und den Achtzigerjahren? Der Begriff Cyberpunk tauchte erstmals im Jahre 1980 auf und entspringt einer dystopischen Richtung der SciFi-Literatur. Durch ein düsteres Setting, welches von Gewalt und Pessimismus geprägt ist, grenzt es sich von den steril-sauberen und auf Hochglanz polierten Zukunftsutopien vorangegangener SciFi-Werke ab. Oftmals werden übermächtige Konzerne, die einen demokratischen Staat ersetzen, in den Mittelpunkt gerückt. Diese führen ein alleiniges Regime, worunter die Gesellschaft leidet. Die neuen Hochtechnologien lösen nicht das Versprechen ein, dem allgemeinen Wohl zu dienen, sondern werden dazu eingesetzt, jedes Individuum durch ständige Überwachung zu unterdrücken. In exakt diesem Stil verfährt Bubblegum Crisis, was sich schon anhand des Namens erkennen lässt. Der Titel leitet sich vom volkswirtschaftlichen Begriff „Bubble Economy“ ab, wofür die Bubble Keiki im Japan der Achtzigerjahre das wohl bekannteste Beispiel ist. Um sich einen langatmigen Vortrag zu ersparen, soll kurzerhand gesagt sein, dass die Wirtschaft im Arsch war. So erging es den Menschen nicht viel besser. Eine rasende technologische Entwicklung gepaart mit einer finanziellen Notsituation für den Staat ergab den perfekten Nährboden für die pessimistischen Zukunftsvisionen, die sich in solchen Cyberpunk-Werken wiederfinden ließen.

So spielt Bubblegum Crisis in einer futuristischen Version von Tokyo, welche einer wirtschaftlichen Krise zum Opfer gefallen ist und vom Großkonzern Genom Corporation wiederaufgebaut wurde. Im Jahre 2032 trägt dieses Tokyo den Namen „Mega-Tokyo“ und Genom hält eine Monopolstellung in der technologischen Waffenproduktion und kontrolliert nicht nur den Weltmarkt, sondern beinahe schon den gesamten Planeten. Im Scheinwerferlicht stehen die vier Söldnerinnen Priss, Nene, Linna und Sylia, welche gemeinsam die Knight Sabers bilden. Wie auch unser Rentensystem haben die Knight Sabers denselben erklärten Feind: die Boomer. Im Gegensatz zu unserer Welt sind Boomer keine Generation von alten, gebrechlichen Menschen, vielmehr handelt es sich hierbei um von Genom fabrizierte Kampfandroiden, die sich als Menschen tarnen können. Ursprünglich sollten sie dem Wohle der Menschheit dienen, doch als Genom die Unterjochung der Welt plante, funktionierten sie diese Androiden zu Killermaschinen um. Deshalb leidet Mega-Tokyo nun unter regelmäßigen Boomer-Angriffen. Zwar existiert die staatliche Institution A.D. Police, um die Anschläge zu verhindern, jedoch scheitert sie kläglich beim Versuch, gegen die Boomer anzukommen. Daher wird dringend die Hilfe der Knight Sabers benötigt, die beinahe im Alleingang für Recht und Ordnung in Mega-Tokyo sorgen.


Der bedrohliche Großkonzern, eine düstere Zukunftsutopie mitsamt gescheitertem Staat; Bubblegum Crisis stellt in dieser Hinsicht ein wahres Bilderbuch-Cyberpunk-Werk dar. Aus heutiger Perspektive wirkt es beinahe schon etwas klischeehaft, wie formelhaft die Motive dieses Subgenres bedient werden. Allerdings waren ebendiese Motive eine absolute Neuheit in den Achtzigern und dafür, dass ein neues Terrain begangen wird, macht Bubblegum Crisis eine erstaunlich gute Figur. Das Werk nimmt sich dennoch äußerst ernst und kennt keinen ironischen Bruch. Wie könnte es – als einer der ersten Vertreter des Cyberpunks – dies auch tun? Dafür ist sich der Anime durchaus bewusst, inwiefern er diese Aspekte ausspielen möchte. Der Fokus liegt nicht auf einer tiefsinnigen Erkundung gesellschaftlicher Missstände, sondern auf einer atmosphärischen Darstellung des Settings und sauber choreographierten Actionsequenzen. Zwar driftet Bubblegum Crisis zu keinem Zeitpunkt in die philosophischen Elemente des Cyberpunks ab, dennoch lässt sich die ikonische Rolle, die es für dieses Genre trägt, nicht abstreiten.

Auch wenn dieses gewisse Augenzwinkern fehlt und somit der Eindruck entsteht, dass sich das Werk viel zu ernst nimmt, kann sich das zeitgenössische Publikum dem nahezu schon naiven Charme nicht entziehen. Bubblegum Crisis wirkt nicht nur aufgrund seines Settings wie eine Zeitkapsel, vielmehr wird das gesamte Werk von diesem für die Achtziger typischen Flair durchzogen. Von der Figurengestaltung über die Musik bis hin zum Worldbuilding; jeder Augenblick des Animes strahlt diesen 80s-Charme aus. Nun ja, in welcher Zeit hätte man sonst eine Zukunftsvision konzipiert, in der Handys und das Internet nicht existieren, aber Synthie-Pop schon? Mit vollem Genuss transportiert Bubblegum Crisis das Lebensgefühl seiner Zeit auf die Leinwand und krönt das Ganze mit den zahlreichen Hommagen an beliebte US-amerikanische Filme wie Topgun, Blade Runner oder Streets of Fire. Zu guter Letzt darf natürlich eine Sache auf gar keinen Fall fehlen: die Aerobic-Szene. This is as 80s as it gets.


Durch die episodische Natur der Serie hängt der Handlungsstrang nur sehr lose zusammen. Manchmal entstehen Bezüge zu vorangegangenen Folgen, doch an sich erzählt jede Episode eine abgeschlossene Story. In der Betrachtung des Plots eröffnen sich dennoch einige schwerwiegende Mängel, die in engem Zusammenhang mit der Produktion des Animes stehen. Ursprünglich waren 13 Episoden geplant, doch als es zu einem Rechtsstreit zwischen der Produktionsfirma Youmex und dem Studio Artmic kam, wurde die Serie nach acht Episoden eingestellt und das Werk verblieb unvollendet. Doch ein fehlendes Ende stellt nicht die einzige Schwäche des Animes dar.

So schwankt die narrative Qualität einzelner Episoden extrem stark. Manche Folgen schaffen es, eine packende Handlung mit glaubwürdigen Figuren zu inszenieren, andere versagen jedoch dabei auf ganzer Linie. Im Prinzip verläuft jede Episode nach demselben Schema: Es werden neue Figuren eingeführt, diese werden von Boomern angegriffen, die A.D. Police unternimmt nichts und am Ende eilen die Knight Sabers zur Rettung. Dadurch verläuft die Handlung stets äußerst konventionell, was an sich gar nicht problematisch ist. Das Werk möchte sich nicht als etwas verkaufen, was es nicht ist. Von Beginn an wird unmissverständlich klar, dass es sich um eine reine Action-Story handelt, in der die Rollen klar verteilt sind. Genom ist böse und lässt Boomer auf die Menschheit los, um ihre Macht zu sichern, die Knight Sabers sind gut und verhindern die Machenschaften Genoms und dazwischen befinden sich Figuren, die in die Kämpfe der beiden Fraktionen hineingezogen werden. Allerdings bedeutet ein simples Konzept nicht, dass eine Show nicht einnehmend sein kann. Es sind keine komplexen Verschlingungen nötig, um zu unterhalten. Hier begeht Bubblegum Crisis dennoch einen Drahtseilakt; zwar gelingen manche Episoden nach diesem einfachen Prinzip und vermögen das Publikum mitzureißen, jedoch bieten andere Folgen nichts mehr als dieses fade Schema, ohne einen nennenswerten Twist, der im Gedächtnis bleiben könnte, anzubieten. Dazu kommt, dass selbst die handlungstragenden Figuren kaum ausgearbeitet werden. Einzig die Rocksängerin Priss wird mit charakterlicher Tiefe ausgestattet, wobei die restlichen Söldnerinnen auf der Strecke bleiben. Über Linna wird beispielsweise rein gar nichts erzählt, außer dass sie eine Aerobic-Trainerin ist.


Warum sollte man sich nun mehr als die erste Episode ansehen, wenn sich die restlichen Folgen ohnehin gleichen und darüber hinaus die Qualität nicht halten können? Berechtigterweise stellt man sich diese Frage und wäre nicht einmal allzu schlecht beraten, wenn man sich lediglich die erste Folge ansieht, denn diese gehört definitiv zu den besten ihrer Art und bietet zudem noch eine der großartigsten Eröffnungssequenzen überhaupt. Dennoch enthält Bubblegum Crisis noch andere positive Aspekte, welche sich konstant durch das Gesamtwerk ziehen.


In seiner visuellen Gestaltung überzeugt der Anime durchaus. Für die Zeit, aus der das Werk entspringt, wird das Auge mit überaus flüssigen sowie auch gelungenen Animationen verwöhnt, was den im Mittelpunkt stehenden Actionsequenzen insbesondere zugutekommt. Darüber hinaus lässt sich die liebevolle Arbeit am Charakterdesign ebenso loben. Hierfür war der Gunsmith Cats-Schöpfer Kenichi Sonoda am Werk. Der unverkennbare Stil Sonodas verleiht den Figuren ein Alleinstellungsmerkmal, das zwar auf charakterlicher Ebene nicht erreicht werden konnte, aber dafür das hervorragende Design nur umso stärker unterstreicht. Allerdings wurde der eindrucksvollste Aspekt noch nicht erwähnt, nämlich die Gestaltung der Hintergründe. Gerade für einen Cyberpunk-Anime, der ein solch spezifisches Setting darzustellen versucht, ist dies essenziell. In dieser Hinsicht brilliert das Werk, denn durch jede Ader fließt diese Cyberpunk-Ästhetik, sodass nur schon die Inszenierung des Settings zu einem spürbaren Erlebnis wird. So wird die düstere Umgebung Megatokyos stimmungsvoll in Szene gesetzt, was zur Atmosphäre der Show wundervoll beiträgt.

Apropos Atmosphäre. Viele positive Aspekte des Animes wurden bereits gelobt, doch keiner von ihnen spielt in derselben Liga wie die Musik. Kouji Makaino, der sich schon mit dem herrlichen Soundtrack zu Versailles no Bara verewigte, stellt auch bei Bubblegum Crisis sein Genie eindrucksvoll zur Schau. Mit bretternden Synth-Klängen und verwegenen Rockstücken wird der Anime geradezu umgarnt. Durch sage und schreibe 73 OST-Stücken, die allesamt das Ambiente exzellent zu betonen wissen, wird deutlich, wie viel Herzblut in der musikalischen Komposition steckt. Doch hier endet der Ohrenschmaus noch lange nicht. Des Weiteren enthalten beinahe alle Episoden ein eigenes Opening sowie Ending, welche in Form von brillant inszenierten Musikvideos ihren Weg in die Show finden. So ist die bereits erwähnte Eröffnungssequenz ein hervorragendes Beispiel für ein solches Musikvideo, das einerseits die Stimmung auf eine außergewöhnliche Art und Weise einfängt und andererseits das absolute Highlight einer Episode darstellt. Werke, die mittels ihrer musikalischen Gestaltung überzeugen möchten, treiben zumeist ein Glücksspiel, denn mit seinem schon fast eigenwilligen Stil riskiert Bubblegum Crisis, auf taube Ohren zu stoßen. Trotz alldem gelingt es dem Anime mit Klängen, die so künstlich und verarbeitet sind wie Cola Light, das Publikum vollständig in seine Welt eintauchen zu lassen. Wer mir nicht glauben mag, dem sei gesagt, dass die Musik dieses Werks dermaßen beliebt war, dass Youmex ein Live Action Special produzierte, in welchem man die Sängerinnen der Stücke im Urlaub begleitete, während einige der populärsten Songs im Hintergrund gespielt wurden.

Nur schon durch die musikalische und visuelle Umsetzung wird Bubblegum Crisis seiner Rolle als Ikone gerecht. Auch wenn das Werk an manchen Stellen inhaltliche Schwächen aufweist, kompensiert es diese durch seinen Charme. Es handelt sich gewiss nicht um ein Meisterwerk seiner Ära. Trotzdem verkörpert es diesen Zeitgeist wie kaum ein anderer Anime. Darüber hinaus wird hier Cyberpunk in seiner unverfälschten und reinen Urform vorgeführt. Der Eindruck, dass manche Aspekte stereotypisch wirken, täuscht. Vielmehr entwirft Bubblegum Crisis den Archetyp, an dem sich beliebte Werke unseres Jahrhunderts wie Ergo Proxy oder Psycho-Pass orientierten. Selbst wenn Bubblegum Crisis etwas verstaubt und manchmal gar ungelenk anmuten mag, zeigt diese OVA nach wie vor eindrucksvoll auf, wie sie die Anime-Landschaft entscheidend prägen konnte.

Yours faithfully, W.
Letzte Änderung: 3 Monate 3 Wochen her von Wassily.

Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833300

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@Wassily
*o-gj*
Danke, Danke, Danke.

Ich kann an sich nicht viel hinzufügen, was die Rezension an sich schon zum Hammer macht, sie deckt alles ab. Top gemacht, mein ausdrücklicher Respekt.
Ich spreche Dir aber auch meinen Dank aus, weil Du dieses Werk in den Blickpunkt rückst. Und ich halte es für wichtig dieses und andere wichtige Werke in den Blickpunkt zu rücken, grade auch, weil sie langsam vergessen werden oder schon sind ......
Grade hier im deutschsprachigen Raum, wo Wir ja schlichtweg ein Anime Entwicklungsland sind, selbst in Vergleich zu Europa ..... Spanien (wo Statuen von Mecha stehen), Frankreich (mit eigener Animationsindustrie), Italien, alle früher dran ......

Anime der 80er (und zum Teil auch schon die der 90er und 2000er) haben es an sich, dass sie auch geschichtlich sehr interessant sind, Anime Geschichte, die man zumindest im Ansatz als Anime Fan kennen sollte oder zumindest ein Blick drauf riskieren.
Außerdem sind sie ein wohltuende Abwechslung, den selbst der Geist, die Erzählung, diese Art von Erlebnis ist so unglaublich "weit weg".
Zum Anderen sind sie auch eine künstlerische Arbeit, die mehr oder weniger heute nicht (oder kaum) mehr möglich ist. Optisch gibt es Stärken und Stile, ja selbst die Produktion, die man sehen sollte, die ja heute (fast) zu existieren aufgehört haben, was diese älteren Werke umso interessanter macht.

Mach bitte so weiter, Wassily, ich freu mich schon auf weitere Rezensionen:)


Live is good
Sniperace
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Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833301

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Bubblegum Crisis ist ein Anime, den ich wohl nicht schauen werde. Ich war noch nie ein Fan der "80er-Vibes" und mag auch die Charakterdesigns nicht, die ja - nicht schlechter, aber dennoch - sehr anders als heute ausfallen. Trotzdem fand ich deine Rezension sehr interessant. Ich kenne mich mit den Ursprüngen des Cyberpunk-Genres nicht wirklich aus, von daher war dies für mich ein sehr lehrreicher Ausflug in die Anime-Geschichte. Deine Vergleiche zum Isekai-Subgenre, das unsere heutige Zeit prägt, fand ich sehr gut. Auch, dass du vor der eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Anime erstmal auf den Zeitgeist eingegangen bist, hat mir sehr beim Verständnis der Rolle des Werkes geholfen.

Ich muss aber sagen: Auch wenn Bubblegum Crisis ein Wegbereiter des Genres ist und man die einfach gestrickte Story daher nicht klischeehaft nennen kann, wirkt sie aber dennoch so. Man hat sowas einfach schon zu oft gesehen, ob es sich hierbei nun um den Urvater handelt oder nicht. Von daher würde ich den Anime höchstens als interessanten Ausflug in die 80er sehen, jedoch nicht als ein Werk, das wirklich unterhalten kann - zumindest niemanden, der Wert auf eine originelle Story legt. Was zwar paradox ist, weil Bubblegum Crisis das wahre Original ist, aber dennoch: Man hat solche Storys einfach schon besser ausgeführt gesehen (sage ich jetzt mal, ohne den Anime wirklich geschaut zu haben).

Danke jedenfalls für die Geschichtsstunde, Wassily. Hat mich gut unterhalten.
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Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833321

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Man, was habe ich den Anime geliebt. Damals hatte ein Freund von mir die in Amerika bestellt und wir haben wochenlang auf die Lieferung (per Schiff) gewartet. Ich habe immer noch die CDs im Schrank stehen.
Nun, er war der Erste und das Einzige was man damals bekam. Danach kam (für mich) Akira und Max Headroom (zwar kein Anime, aber Cyberpunk at its best). Wir haben nie verstanden, warum nach 8 Folgen Schluss war. Danke für die Erklärung. Aber trotzdem Schade. So bleiben mir einige tolle Folgen und die umwerfende Musik in Erinnerung, die ich auch heute noch gut finde.
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Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833325

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Bubblegum Crisis war der erste Anime den ich mir auf DvD zugelegt hatte.
Toll aber mit vielen Schwöchen die diese Review sehr schön aufarbeitet. Trotzdem bleibt einem dieser Anime im Gedächtnis.
Habe mir dann um die Story abzuschließen Bubblegum Crisis Tokio 2040 zugelegt.
Dort hat man an allen Punkten gearbeitet die im Original noch ein Problem waren und beseitigt, außerdem führt sie die Story sehr gut zuende.
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Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833364

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Gute Rezension, da mir Cyberpunk grundsätzlich gefällt habe ich mir die ersten zwei Episoden auch gleich angeschaut.
Die erste ist, wie du schon geschrieben hast ziemlich gut, die zweite Folge hingegen ist nicht nur viel kürzer sondern auch von der Geschichte her schlechter. Besonders gegen Ende wird es komisch: Eine Frau stirbt, es wird der Friedhof und ihr Grabstein gezeigt und dann wird auf einmal diese 'hippe' Musik abgespielt, total deplaziert.
Mich würde als Ergänzung noch interessieren welchen Episoden du welche Punkte vergeben würdest?
Letzte Änderung: 3 Monate 3 Wochen her von Azazin.
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Bubblegum Crisis 3 Monate 3 Wochen her #833369

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Azazin schrieb:
Gute Rezension, da mir Cyberpunk grundsätzlich gefällt habe ich mir die ersten zwei Episoden auch gleich angeschaut.
Die erste ist, wie du schon geschrieben hast ziemlich gut, die zweite Folge hingegen ist nicht nur viel kürzer sondern auch von der Geschichte her schlechter. Besonders gegen Ende wird es komisch: Eine Frau stirbt, es wird der Friedhof und ihr Grabstein gezeigt und dann wird auf einmal diese 'hippe' Musik abgespielt, total deplaziert.
Mich würde als Ergänzung noch interessieren welchen Episoden du welche Punkte vergeben würdest?

Hi,

vielen Dank für deine netten Worte. Mein Dank gilt auch allen Vorredner*innen. Es freut mich sehr, wenn die Rezension auf Interesse stößt.

Zu deiner Frage: Ich tue mich schwer, für die einzelnen Episoden eine Punktzahl zu vergeben, aber wenn ich sie gesondert beurteilen müsste, würde ich deinen bisherigen Beobachtungen sicherlich zustimmen. Rein inhaltlich zählen die erste, die vierte sowie die fünfte Episode in meinen Augen zu den besten. Die Episoden sechs und sieben sind zwar an sich ziemlich gut, allerdings leiden sie an gewissen Schwächen. Beispielsweise wurde in der siebten Episode eine neue Figur eingeführt, die Priss ersetzen sollte, da Kinuko Oomori, ihre Synchronsprecherin, ihre Arbeit an Bubblegum Crisis abbrechen wollte, um sich auf ihre musikalische Karriere zu fokussieren. Kurz vor der Fertigstellung dieser Episode entschied sich Oomori doch dafür, Priss weiterhin ihre Stimme zu leihen. Dieses Wirrwarr spiegelte sich dann auch im Writing dieser Episode wider. Für wirklich schlecht befinde ich die Episoden zwei, drei und acht. Hätten diese nicht die hervorragende musikalische und visuelle Gestaltung in petto, würde ich eigentlich vollständig davon abraten, sich diese Folgen anzusehen. Deine Kritik am Ending kann ich zwar nachvollziehen, aber der Song selbst ist – für mich zumindest – eigentlich gar nicht so deplatziert. Auch wenn in der Melodie ein eher peppiges Feeling mitschwingt, haben die Stimme und die Lyrics einen melancholisch-hoffnungsvollen Unterton. Eigentlich wäre der Song gut geeignet, um der Folge das nötige Gefühl von Closure zu verleihen, aber leider konnte das die Episode rein inhaltlich nicht gut vermitteln (und der bloße Blick auf die Grabsteine ist möglicherweise auch nicht so geschickt gewählt, da hast du recht).
Yours faithfully, W.
Letzte Änderung: 1 Monat 3 Wochen her von Wassily.
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