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THEMA: Now and Then, Here and There

Now and Then, Here and There 4 Monate 3 Wochen her #832860

  • hYperCubeHD
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Man könnte diesen Text mit den verschiedensten Zitaten beginnen. Von Orwell über Tucholsky bis hin zu Lenin – sie alle äußerten sich vielfach zu diesem Thema, das die Menschheit bereits seit Ewigkeiten begleitet. Im Grunde beschreibt der Begriff des Pazifismus die Ablehnung von Gewalt gegen andere Menschen; stattdessen soll immer eine friedliche Alternative angestrebt werden. Wenngleich nicht deckungsgleich mit den gegenwärtig etablierten Moralsystemen, gilt das Konzept generell als Basis des gesitteten Zusammenlebens. Im direkten Kontrast zum Pazifismus steht der in der modernen Gesellschaft ethisch verurteile Bellizismus, die Kriegsverherrlichung. Doch ist diese fundamental ideologische Frage wirklich so schwarz und weiß, wie es den Anschein hat?

Diese komplexe Problematik beschäftigt nicht nur Philosophen und Sozialwissenschaftler, sondern steht auch im Mittelpunkt der Anime-Serie Now and Then, Here and There (Ima, Soko ni Iru Boku). Beim 13 Folgen umfassenden Werk handelt es sich um einen Original-Anime von Akitarou Daichi, der im Herbst 1999 im japanischen TV erstausgestrahlt wurde. Die Animation des Projekts übernahm hierbei das Studio AIC. Hierzulande ist die Serie, soweit bekannt, inzwischen nicht mehr lizenziert.

Shu Matsutani ist ein relativ normaler, japanischer Junge. Er ist zwar nicht sonderlich beliebt und sein Kendo ist generell als verbesserungswürdig zu bezeichnen, jedoch ermöglicht ihm sein unumstößlicher Optimismus, diese Faktoren zu ignorieren. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er eines Tages ein blauhaariges Mädchen auf einem hohen Schornstein entdeckt, das den Sonnenuntergang beobachtet. Getrieben davon, das mysteriösen Kind kennenzulernen, steigt er ebenfalls auf einen Turm und versucht, ein Gespräch zu beginnen. Aus dem Nichts erscheinen jedoch plötzlich einige unbekannte Soldaten mit seltsamer Ausrüstung und die beiden werden in eine andere Realität gezogen. Wie sich dort herausstellt, handelt es sich beim Mädchen um Lala-Ru, ein übermenschliches Wesen mit der Fähigkeit, Wasser zu kreieren und zu manipulieren. Dies ist in der heißen, kargen Wüstenlandschaft dieser fremden Welt auch durchaus von Vorteil, weshalb der brutale Diktator Hamdo das Kind dazu nutzen will, mithilfe seiner Turmstadt Hellywood sowie seiner Kinderarmee die restliche Bevölkerung zu unterwerfen. Während Lala-Ru sich weigert, dem Fanatiker bei seinen Kriegsangelegenheiten zu unterstützen, wird Shu verhört, gefoltert und findet sich letztendlich in den Reihen der Kinderarmee wieder. Anders als seine Mitsoldaten fügt sich der Junge jedoch nicht seiner Situation und versucht, Lala-Ru aus den Fängen Hamdos zu befreien. Wird er sich der Gewalt gegen die zahlreichen Opfer von Hellywood entziehen können und schaffen die beiden es, aus dieser problematischen Lage zu entkommen?

Das Offensichtliche zuerst: Mit seiner dystopischen Welt zeichnet Akitarou Daichi selbstverständlich klare Parallelen zu den Kriegsgeschehnissen in zahlreichen Regionen Afrikas, in denen diverse Warlords unter der Nutzung von Kinderarmeen ihren gegenseitigen Kampf um Ressourcen und Einfluss austragen. Klare Indikatoren für diese spezifische Analogie finden sich in der Plünderung von Dörfern mit dem Ziel, möglichst viele Jungen für Soldatennachschub und Mädchen für erzwungene Fortpflanzung zu kidnappen, als auch im generellen Fehlen einer Zivilbevölkerung in der Turmstadt. Außerhalb dieser Faktoren lassen sich die Fragen und Aussagen des Werks jedoch ebenfalls auf diverse andere Diktaturen der menschlichen Geschichte übertragen. Generell wird Hellywood als ein stramm kontrollierter und dermaßen desensibilisierter Ort dargestellt, dass die Ablehnung von Gewalt bereits wie eine Farce wirkt.


Doch obwohl alles gegen ihn zu laufen scheint, hält Shu mithilfe seines verbissenen Optimismus und seiner kindlichen Naivität an seiner Einstellung fest. So weigert er sich nach einem Vergehen gegen ihn unter Soldaten, seine Peiniger auszupeitschen, und versucht an mehreren Stellen, die Tötung verfeindeter Menschen zu verhindern. Ebenso lehnt er das Tragen von tödlichen Waffen wie Gewehren und Messern ab und nutzt stattdessen lieber seinen (einem Kendo-Schwert ähnlichen) Stock – ein durchweg wiederkehrendes Symbol seines Pazifismus. Lala-Ru äußert ihre Ablehnung gegen Gewalt etwas subtiler, so sind sowohl dem Zuschauer als auch den Charakteren die Ausmaße ihrer Kräfte lange nicht wirklich bekannt. Offensichtlich ist hingegen, dass sie diese Einstellung konträr zu Shu aus ihrem starren Pessimismus zieht. So hat das Mädchen aus den hunderten von Jahren, die sie schon in dieser Welt verweilt, die Lehre gezogen, dass ihre bloße Existenz und Anwesenheit bereits zu Krieg und Gewalt führt. Unfähig, daran etwas zu ändern, verweigert sie die Nutzung ihrer Fähigkeiten und zieht sich eine beinahe anteilnahmslose Passivität zurück. Unglücklicherweise baute der Autor zusätzlich zu dieser schön subtilen und vielsagenden Motivation einen weiteren Faktor ein, wonach Lala-Ru durch wiederholter Nutzung ihrer Fähigkeiten an Lebenskraft verlieren zu scheint. Dies ist nicht nur vollkommen unnötig, es zerstört sogar ein wenig die Aussage ihres Charakters zugunsten eines guten, wenngleich klischeehaften und auch ohne diese Information erzielbaren Endes. So tiefreichend ihre Entscheidung der Passivität eigentlich ist, so wenig Auswirkungen hat dies auf den Großteil der Serie.

Ähnlich sieht es mit dem Pazifismus von Shu aus. Denn Shu ist nicht stark. Er ist zwar athletisch und kann sich mit seinem Stock durchaus auch verteidigen, doch insgesamt hat sein persönliches Aufbäumen außerhalb der Befreiung von Lala-Ru nur selten tiefgreifende Auswirkungen auf die militärischen Kräfte von Hellywood. Dieses Stilmittel entlarvt die Naivität des Charakters als generelle Aussage des Werks bezüglich optimistisch motiviertem Pazifismus. Dies führt zu einer der klarsten und zugleich zynischsten Messages der Serie: Diese spezifische Form des Pazifismus ist zwar generell nobel, jedoch in einigen Situationen auch absolut unnütz und kindlich. Somit ist der (absichtlich unlikable gestaltete) Protagonist nicht dazu gedacht, eine wirklich ernsthafte Diskussion über Pazifismus anzustoßen – ein durchaus aussagekräftiger Fakeout. Natürlich lässt sich der Anime dieses Thema trotzdem nicht entgehen und spricht es in der zweiten Hälfte erneut an; diesmal im Dorf Zari-Bars.

In dieses fliehen die beiden Hauptcharaktere nämlich und versuchen, abseits von Hellywood ein friedliches Leben zu beginnen. Hierbei leben sie gemeinsam mit einigen jüngeren Kindern bei der Ersatzmutter und überzeugten Pazifistin Sis. Diese muss sich regelmäßig und aktiv gegen den überzeugten Bellizisten Elamba wehren, der Hamdo im Rahmen eines Präventivschlags mithilfe von Attentätern ausschalten will. Nach der Ankunft der Hellywood-Flüchtlinge entsteht ein hitziger Streit der beiden Parteien, da erst Shu und später auch Lala-Ru durchaus Mittel darin sein könnten, die potentielle Invasion des Dorfes abzuwehren. Wer nun jedoch glaubt, dass das Werk in diesem Konflikt sich so klar äußert, wie es beim naiven Pazifismus der Fall war, der liegt damit ganz klar daneben. So wird Elamba zwar mit der Zeit immer ausfälliger und mutiert mit der Tötung von ihm gegenüber oppositionellen Personen eindeutig zu dem, was er eigentlich besiegen will, realisiert aber gegen Ende, dass erst seine aggressive Vorgehensweise eigentlich dem Dorf jegliche Verhandlungsgrundlage genommen hat. Sis hingegen behält durchweg die moralische Überlegenheit, hat aber eigentlich auch keine wirklichen Lösungen parat und verschuldet mit ihrer Untätigkeit indirekt ebenfalls das Schicksal von Zari-Bars. Die Aussage dieses Konflikts ist höchstwahrscheinlich, dass beide Extreme auch in einer reifen Umsetzung problematisch sind und sich im schlimmsten Falle gegenseitig aushebeln können.


Doch nicht nur Hamdos Feinde halten als Projektionsfläche für komplexe, reale Fragestellungen her. Beim Diktator selbst handelt es sich zwar um eine einseitig präsentiert, fast karikative Figur, die mit Ausnahme von mehr oder weniger spezifischen Anlehnungen an reale Herrscher kaum wirkliche Tiefe besitzt. Seine Rolle als Bösewicht wird zu keinem Zeitpunkt hinterfragt und bildet somit eine Konstanz in der Geschichte. Wie bereits erwähnt, repräsentiert der wahnsinnige Monarch nicht nur spezifisch die Warlords in Afrika, sondern kann eigentlich auch recht generell auf die Führer diverser Diktaturen projiziert werden. Richtet man in diesem Kontext seinen Blick weg von den Führungspersonen und hin zum Militär, führt dies zur zweiten großen Moralfrage des Werkes: der Individualschuld von Soldaten im Kriegsgeschehen.

Diese wird in Now and Then, Here and There mithilfe von drei verschiedenen Kindersoldaten aus Shus Einheit aufgeschlüsselt: Dem Truppführer Nabuka, dem ängstlichen Boo und dem aggressiven Tabool. Nabuka und Tabool kennen sich bereits aus ihrer Kindheit vor der Entführung durch Hellywood aus ihrem Dorf und agieren im Handlungsverlauf als Rivalen. Das Werk investiert hierbei viel Zeit, die Gefühlswelt sowie den aktuellen, moralischen Zustand dieser Figuren zu beleuchten. Anders als man nämlich denken könnte, wird das komplexe Thema der Individualschuld nicht durch die Augen von Außenstehenden, also aus einer philosophischen Perspektive behandelt – diese hätte in der gezeigten Welt auch keine Relevanz. Stattdessen werden die drei Kinder selbst durch ihre Befehle und Handlungen mit der Schuldfrage konfrontiert und zeigen darauf verschiedene Reaktionen. Boo ist sich bewusst, dass seine Handlungen moralisch falsch sind, verfügt aber weder über das Selbstbewusstsein noch die Stärke, daran etwas ändern zu wollen. Deshalb legt er sein gesamtes Vertrauen in Nabuka und folgt dessen Worten – einerseits, weil er dann nicht damit alleine steht, andererseits allerdings auch, um seine Schuldgefühle auf seinen Freund abzuwälzen. Dieser hat hingegen selbst mit ähnlichen Gedanken zu kämpfen, nutzt jedoch seine Autorität und Kampfstärke dazu, sich eisern an den Traum zu klammern, nach dem Krieg wieder in sein Dorf zurückkehren zu können. Dabei scheint es sich um ein Versprechen Hamdos zu handeln, dessen Inkorrektheit sich Nabuka selbst bewusst ist; und doch klammert er sich verbissen an diese falschen Worte, macht sie sogar zu seinem einzigen Lebenssinn. Sein selbsternannter Rivale Tabool schluckt diese Lüge hingegen nicht und hat mit dem Aufstieg in den Rängen von Hamdos Militär ein neues Lebensziel gefunden. Damit agiert er sowohl als klarer Antagonist des naiv optimistischen Shu als auch als Gegenstück zum realitätsverdrängenden Nabuka und tritt somit diesen beiden Charakteren gegenüber feindlich auf, eigentlich ist er jedoch der Einzige der dreien, der seine gegenwärtige Lage korrekt erfasst und reif akzeptiert hat. Durch diesen Kniff zeigt Akitarou Daichi geschickt auf, dass zwischen Moral und Reife nicht wirklich Korrelation besteht, ja diese sich sogar in moralisch schwierigen, persönlichen Situationen gegenseitig ausnehmen können.


So wichtig dieser innere Konflikt für die Soldaten selbst sein kann, so irrelevant stellt er sich für das Gesamtgeschehen dar. Selbst wenn man es als moralisch falsch deklariert, kann man daran als einzelner Infanterist nämlich nicht wirklich etwas ändern – das hat Tabool korrekt erkannt. Doch was ist mit Personen, deren Beteiligung wirklich einen Unterschied macht? Dürfen sich diese ebenfalls auf Basis der Situation von der Schuldfrage ausnehmen?

In der Serie gibt es soweit bekannt nur zwei Charaktere unter Hamdo, auf die diese Beschreibung zutrifft: unsere bereits bekannte Wasser-Bändigerin Lala-Ru und eine Kommandantin namens Abelia. Letztere ist nicht nur für die Führung der Armee von Hellywood zuständig, sondern agiert zusätzlich als engste bzw. einzige Vertraute des irren Diktators. Ihre Aufgabe besteht somit darin, den teils unsinnigen Ideen und Befehlen des Herrschers möglichst sinnvolle Handlungen folgen zu lassen. Oberflächlich gesehen scheint der Charakter hierbei keine wirklich eigenen Motivationen oder Antriebe zu haben, doch der Schein trügt – durchaus auch aufgrund ihrer meist gleichgültig wirkenden, kalten Fassade. So wird sie zwar von Hamdo nicht immer freundlich behandelt (kein Wunder, er ist ja irre), jedoch zeichnet sich in den nicht gerade wenigen Momenten, in denen er ihr erklärt, dass sie die einzige Person sei, der er vertrauen könnte, ein unscheinbares Lächeln auf ihrem Gesicht ab. Das ist ihr Lebenssinn! Sie ist die Einzige! Es ist somit kein Wunder, dass Lala-Rus Anwesenheit einen ziemlich großen Störfaktor darstellt. So versucht zwar Abelia durchaus, Hamdos Wunsch nachzukommen, das Mädchen zur Kooperation zu bewegen, würde jedoch persönlich gerne den Störenfried aus der Welt schaffen. Denn wenn Lala-Ru kooperiert, dann ist sie nicht mehr die Einzige, ja vielleicht sogar komplett austauschbar. Diese Gedanken begleiten sie durchweg, während sie ihren Diktator bei seinem stetigen Verfall in den Wahnsinn beobachtet.

Wie im bisherigen Verlauf der Rezension bereits aufgezeigt, ist die Tiefe der einzelnen Konflikte im Werk bemerkenswert, jedoch wird dies dem Zuschauer zu Beginn der Serie noch gar nicht auffallen. Ohne tieferen Einblick, den nur späte oder gar nachträgliche Evaluationen der Geschehnisse gewähren können, wirkt die Umsetzung der meisten der angesprochenen Fragestellungen erst einmal wie plumpe Provokation. Dies ist vom Werk beabsichtigt und soll vermutlich einen kurzzeitigen Desensibilisierungsprozess beim Zuschauer auslösen. Identifikation oder gar das Mitgefühl mit den Charakteren sind nicht notwendig, ja sogar kontraproduktiv, um den Sinn der Handlung bzw. des Werks zu erfassen. Viele dieser anfangs rein provokativ genutzten Konzepte entwickeln sich im Verlauf der Serie nämlich zu komplexen Auseinandersetzungen mit teils unangenehmen Aspekten der Fragestellungen, die nur aufgrund der zuvor motivierten Desensibilisierung vom Zuschauer in der nötigen Klarheit erfasst werden können.


Visuell gestaltet sich das Werk selbst aus heutiger Sicht noch auf einem akzeptablen Niveau. Das Charakter- und Weltdesign passen gut zum präsentierten Thema und können vor allem durch seine matte, ausgewaschene Farbgebung überzeugen. Das Charakterdesign würde aus heutiger Sicht höchstwahrscheinlich als altbacken bezeichnet werden, kann in seiner Simplizität mit Ausnahme der verständlicherweise etwas niedrigeren Sprite-Auflösung noch immer gefallen. Dies liegt unter anderem an der detailreichen Animation bei Bewegungen des gesamten Körpers, wie es beispielsweise in Kämpfen erforderlich ist. Das Werk bietet hierbei auch eine ganze Reihe an starken Sakuga-Momenten, die selbst aus heutiger Zeit für Laien als gute Animation erkennbar sein sollten. Eine weitere Stärke der Serie sind die artistisch hochwertigen Hintergründe, die die Tristesse von Daichis erdachten Welt mit einem interessanten Artstyle und schönen Lichteffekten zum Leben erwecken.

Now and Then, Here and There ist ein seltsames Werk, und zwar auf dieselbe interessante Art und Weise wie ein anderer, deutlich bekannterer Anime aus den 90ern: Neon Genesis Evangelion. Ähnlich wie bei Hideaki Annos philosophischem Mecha-Epos ist das reine Schauerlebnis von Akitarou Daichis Serie zu Teilen nicht wirklich angenehm oder gar unterhaltend. Das Werk hat einen kleinen, fast fillerähnlichen Durchhänger in der Mitte und verfügt über größtenteils ziemlich unsympathische Charaktere. Ignoriert man hingegen den plumpen Unterhaltungsfaktor des Mediums und denkt über die Handlung, Charaktere und Konflikte des Animes nach, wird eine bemerkenswerte Tiefe und Komplexität geboten, deren Erkundung dann eigentlich erst den Spaß bzw. die Begeisterung für dieses unglaublich eigenwillige Spektakel generiert.

Cube

Letzte Änderung: 4 Monate 2 Wochen her von hYperCubeHD.

Now and Then, Here and There 4 Monate 2 Wochen her #832991

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*o-gj*
hYperCubeHD ich danke Dir, dass diesen Anime ein wenig mehr bekannt machst, er ist und bleibt eines dieser Werke, die man eigentlich sehen sollte (obwohl nicht so extrem bekannt) und die sehr, sehr gut gealtert sind, auch optisch. Warum? Naja, Dur hast es eigentlich schon zu perfekt erklärt ........;) Ich kann nicht viel ergänzen;)

Ich möchte hier betonen, dass der Anime absolut täuscht, wenn man nicht ein paar Folgen dran bleibt ........
Es ist so überhaupt kein klassischer Abenteuer Anime, der seine Grenzen hat ...... so überhaupt nicht ..... alleine was die Figur Sara erleiden muss, ist eine wahre Hölle und wird in aller Brutalität und den daraus folgenden Auswirkungen gezeigt ...... da bleibt einem der Kloß im Hals stecken:(
Es ein harter Anime und hart zu ertragen ...... kein Werk für zwischendurch und auch kein Werk, dass ich Leuten mit Problemen empfehle ...... klar wird vieles durch Optik und Karikatur, ja fast kindliche Herangehensweise entschärft dargestellt ...... doch denkt man nur ein bisschen mit, so haut einem der Vorschlaghammer in die Magengrube .......
Es lohnt sich aber.
Pazifismus ....... Bellizismus .........

Meiner Meinung nach sind beide abzulehnen ........ weder Friedensverherrlichung , noch Kriegsverherrlichung sind ein realistischer Zugang ...... dass Ersterer ein Dogma geworden ist, grade in Europa und dort nochmal verstärkt im deutschsprachigen Raum, ist zwar verständlich (dafür gibt es viele Gründe), allerdings hemmt er mittlerweile so sehr unser Bewusstsein und unser Handeln, ja verursacht oder verlängert durch Pazifismus sogar Kriege und schaft anderweitige Probleme ...... es hat schon massive negative Auswirkungen und es ist am Ende des Tages auch eine Verleugnung unserer Geschichte ..... die ohnehin kaum Jemand kennen will oder dazu stehen ...... ansonsten würde der 30 Jährige Krieg viel mehr Auswirkung auf Unser Denken haben (als die aktuelleren - die auch schon ewig aus sind) ...... gilt für Krieg an sich, gilt für Grauen und Zerstörung, gilt aber auch für Klimawandel ....... vergessene Geschichte ...... hervorragend dokumentiert, doch kaum im Bewusstsein ....
Bellizismus ist im übrigen hauptsächliche eine pervertierte Ansicht zum Krieg, meistens von Leuten, die nicht die Folgen zu tragen haben ...... während Pazifismus eher eine (mittlerweile korrumpierte und mittlerweile - war ja nicht immer so, extrem unrealistische) Idee ist, die zum Dogma mutiert ist und darum aus einer an sich guten und notwendigen Idee (so neu ist sie ja nicht), ein sehr unrealistischer Zugang (der ist allerdings schon neu) geworden ist .... der einer tiefen Abneigung, ja Hass gleich kommt. Ich hab es immer wieder gesagt, doch wenn Briten einen realistischeren und offeneren Zugang zu ehemaligen Gegnern haben (und deren Leistungen würdigen können), als Unsereins mit unseren Vorfahren, dann läuft was falsch ..... aus diesem Grund mag ich die Kommentare mancher deutscher Dokus nicht wirklich ..... das hat oft was von Vorbeten irgendwelcher religiösen Schriften .......


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Sniperace
Letzte Änderung: 4 Monate 2 Wochen her von Sniperace.
Folgende Benutzer bedankten sich: Leaddy, YunoHinamori

Now and Then, Here and There 4 Monate 2 Wochen her #832996

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Schöne Rezession.

Zur Frage ob Gewalt alle Probleme lösen kann, ja. Dann aber alle und alles, auf ewig.

Andere Probleme können nur mit dem passenden Maas an Gewalt gelöst werden.
Und das Passende, wird gerne geleugnet.
Letzte Änderung: 4 Monate 2 Wochen her von Inkubator.
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