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THEMA: Space☆Dandy

Space☆Dandy 11 Monate 2 Wochen her #827183

  • Soulykun
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Yo, Baby! Bist du auch stets auf der Suche nach etwas Neuem? Nach etwas, das mit nichts anderem zu vergleichen ist? Dann schau dir gefälligst mal Cowboy Be- Halt! Was soll das denn sein? Nein, du sollst natürlich zu Boobies gehen, dem besten Restaurant in der Galaxis! Wer träumt nicht davon, von leichtbekleideten, wunderschönen Damen bedient zu werden (besonders wenn sie so einen Ausschnitt haben!); wahrlich ein Paradies! Ich könnte mich nie an den dutzenden tanzenden Kellnerinnen sattsehen. Wobei so viele Amateure von diesen oberflächlichen Dingen geblendet werden … Ein wahrer „Man of Culture“ weiß natürlich, dass der Arsch der echte Kern jeder Frau ist und nur an ihm kann man die eigentlichen Qualitäten sehen! Hey, hörst du mir überhaupt zu?!

Wow, die Einleitung klingt ja fast, als könnte sie aus Space☆Dandy sei- oh. Na ja, sollte nicht so vielen aufgefallen sein, immerhin scheint er vergleichsweise unbekannt zu sein. Eigentlich verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Regie von niemand geringerem als Shinichirou Watanabe im Studio Bones geführt wurde und mit seiner Ausstrahlung 2014 auch sein mit aktuellstes Werk darstellt.

Wie der Name Space☆Dandy schon vermuten lässt, dreht sich dieses Mal alles um Dandy … einen Dandy … im Weltall der Zukunft! Natürlich verdient er seinen Lebensunterhalt als tapferer Alien-Jäger und fliegt zusammen mit seinem Staubsauger QT und Nicht-Katzen-Alien Meow durch die Galaxis, auf der Suche nach unregistrierten Lebensformen. Währenddessen finden sie sich jedoch schnell in lauter brenzligen Situationen wieder. Moment! Eigentlich singen sie Musicals, oder? Hm, auch nicht wirklich, vielmehr helfen sie Fischen auf der Flucht vor der Sonne … glaube ich zumindest. Wieso sie dann für kurze Zeit zu Zombies wurden, weiß ich aber auch nicht …

Eigentlich ist es fast unmöglich zu beschreiben, um was es in Space☆Dandy geht, denn der Anime weiß das selbst nicht wirklich, weil er sich voll und ganz seiner episodischen Struktur verschreibt. Jeder Hauch von einer zusammenhängenden Geschichte wird sogar im Keim erstickt, schließlich würde das der kreativen Freiheit nur im Weg stehen. Immerhin ist es viel zu unterhaltsam Dr. Gel auf seinem Raumschiff, das so ganz nebenbei der geknebelte Kopf der Freiheitsstatue ist, und seiner Jagd nach Dandy zuzusehen. Doch selbst im Vergleich zu anderen episodischen Serien, schafft sie etwas, was wenige sich überhaupt trauen, geschweige denn schaffen: jedes Mal ein fast komplett neues Szenario zu bieten.

Als würde man in einen gigantischen Sternenhimmel der Kreativität blicken, schafft es nahezu jede Folge sich mit ihrem Glanz in das Gedächtnis des Zuschauers zu brennen; und das nicht nur aufgrund der vielen Boobies! Ich erinnere mich teilweise immer noch an den philosophischen Ramen-Verkäufer aus der anderen Dimension, den eifersüchtigen Mecha oder die Suche nach dem Big Fish (nein, nicht der aus Big Fish and Begonia). Space☆Dandy schafft es auf einzigartige Weise, wirklich das Gefühl einer unendlichen Galaxis zu vermitteln, weil jede Episode sich ohne Rücksicht auf Verluste einfach alles erlaubt. Schließlich ist das Weltall unendlich in seiner Größe und eben auch in der Anzahl der Möglichkeiten, wodurch es jedes Mal an Verschwendung und Ideenlosigkeit grenzt, wenn eine Serie lediglich etablierte Szenarien wählt. Dafür ist es umso bewundernswerter und überraschender, wenn einem nach unzähligen Sci-Fi-Serien wieder einmal 24 komplett einzigartige Ideen geboten werden, welchen genau jener Gedanke der „unendlichen Weiten“ zugrunde liegt.
Doch ohne Shinichirou Watanabe, der wieder einmal seine Vision in einem ganz eigenen Stil umsetzt, wäre das alles nur halb so gut. Dabei hält Space☆Dandy nicht viel von Jazz, Rap oder gar Klassik, stattdessen wird hier der Fokus auf eine irrsinnige Techno-/Pop-Musik Galaxie gelegt, die sich nicht nur ein Mal über Space Operas lustig macht. Angefangen mit Dandys konstanten Witzen oder Anekdoten über Brüste, Ärsche und andere wichtige Aspekte einer Frau, seiner Unfähigkeit irgendwas mit dem Blaster zu treffen, was teilweise schon an die Sturmtruppen erinnert, bis hin zum typischen Roboter QT oder den überraschend inkompetenten Bösewichten des Gogol Imperiums. Dasselbe Spiel mit den Charakteren: An keiner Stelle bemüht man sich irgendeinem wirkliche Tiefe zu verleihen, stattdessen definiert sich jeder durch seinen Stereotyp. Klingt recht klischeehaft und flach, oder? Ja, eben! Während manche Werke so ruiniert werden können, wird dadurch erst die gesamte Galaxis in sich kohärent; immerhin stecken die Wörter „Space“ und „Dandy“ im Namen. Außerdem, wer würde schon Drama in einer Welt voller Schwachsinn ernstnehmen?

Nichtsdestotrotz gibt es in den letzten beiden Episoden tatsächlich den Hauch einer zusammenhängenden „Geschichte“, für all diejenigen, die dachten, das hätte alles keinen Sinn! In dieser Hinsicht lässt sich jedoch der Vergleich zu Shinichirou Watanabes bekanntestem Werk nicht unterlassen: Cowboy Bebop. Schließlich wird hier ebenfalls versucht eine übergreifende Handlung zu etablieren, was die Serie aber letzten Endes eher herunterzog als nützte, aufgrund der mittelmäßigen Exekution, Thematik und zu großem Fokus. Glücklicherweise trägt sie dieses Mal aber maßgeblich zur Genialität bei, weil sie so unglaublich dumm ist. Sie treibt jeden Aspekt der Serie noch einmal auf die Spitze und bombardiert den Zuschauer nur so mit Referenzen und absolut sinnfreien Twists. Spätestens hier sollte man auch merken, wie sehr sich Space☆Dandy die Space Opern aus den 70ern und 80ern als Vorbild nimmt, denn fast jedes Szenario und jeder Charakter sind in ihrer Weise überspitzte Witze oder Referenzen auf diese, ohne sich jemals offen darauf zu berufen. Wie könnte man solch ein Werk besser zu Ende führen als mit einer gigantischen, bildgewaltigen Parodie?
Apropos Bildgewalt, habe ich schon erwähnt, dass der Anime absolut fantastisch aussieht? Wie schon angedeutet, versucht man sich im Laufe der Serie an nahezu jedem existierenden Genre; von Action bis hin zu Romance oder gar Musical. Diese Vielseitigkeit ist an sich schon schwer umzusetzen, immerhin erfordert sie von den Beteiligten Kompetenzen in all diesen Bereichen, jedoch setzte Space☆Dandy mit Shinichirou Watanabes ambitionierter Vision, vor Farben explodierendem Stil und detaillierten Charakterdesigns noch einmal eine Schippe Glitzer drauf. Zusätzlich gibt es sogar einige Gast-Episoden von bekannten Regisseuren wie Masaaki Yuasa, die ebenfalls ihren ganz eigenen Ideen miteinarbeiten. Vielleicht ist aber auch genau diese verspielte, freie Art in Verbindung mit Studio Bones der Grund dafür, dass jede Folge nahezu alles im Bereich der TV-Animes der letzten Jahre in den Schatten stellt.

Angefangen mit nahezu perfekt choreographierten Actionsequenzen, beeindruckenden Zerstörungen oder visuell experimentellen Pflanzenwelten, bis hin zu unfassbar detaillierten Gesangssolos und Konzerten, alles ist sowohl auf visueller als auch technischer Ebene makellos. Dabei bombardiert der Anime den Zuschauer noch konstant mit neuen, interessanten und passend stumpfen Designs wie der Boobies-Bar, die aus zwei Brüsten besteht, einem goldenen Afro-Tänzer oder Kapsel-Dating-Planeten. Untermalt wird all das von einem ebenfalls grandiosen Techno-/Pop-Soundtrack, dessen Openings und Endings einfach viel, viel zu gut zum Überspringen sind, auch wenn sie sich im Grunde über die beiden Staffeln nie ändern. Da fällt mir ein, es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die erste Staffel leider nur fantastisch und nicht atemberaubend aussieht, weshalb ich an dieser Stelle zwei von 10 intergalaktischen Brüsten abziehen muss.

Am Ende spricht es aber wohl für sich, dass einem jede Staffel mittlerweile für je 25 Euro (vergleichsweise) „hinterhergeworfen“ wird von Kazé und die Anzahl der Bewertungen auf Proxer oder MAL genauso wie die Intelligenz von Dandy sind: tendenziell niedrig. Schade, denn selbst wenn ich wollte, könnte ich nichts Nennenswertes an Space☆Dandy kritisieren, er ist dafür einfach zu perfekt in dem was er versucht und übertrifft sogar Shinichirou Watanabes besten Werke in manchen Aspekten. Jede der 24 Folgen strahlt mehr Stil aus, unterhält besser und zeigt mehr Arsch als manche Serien in 50, eben weil sich jeder der Beteiligten der Vision mit Herz und Seele verschrieb. Manchmal muss man sich halt einfach dem Flow hingeben können, Baby! ☆

Letzte Änderung: 11 Monate 1 Woche her von Soulykun.

Space☆Dandy 11 Monate 1 Woche her #827373

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Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Dieser Anime ist Perfektion.

Space☆Dandy 11 Monate 5 Tage her #827498

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Um eine Aussage aus der englischen Community zu benutzen; Space Dandy ist die beste Anime-anthologie. Fest ist nur der Cast. Es geht, finde ich über episodische Einteilung hinaus, da nicht nur ein Situationswechsel pro Episode kommt, sondern gleich ein ganzes Genere sich verändert. Es ist so viel Talent in dem Anime, viele Leute, die mittlerweile ihre eigenen Shows haben. Ich würde mir auch gerne noch ne dritte Season mit dem Konzept geben.*o-gj*
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