Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können von hYperCubeHD
Upsala, da sollte ein Bild sein :/

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon
– Warum gute Charaktere schlecht sein können –


von hYperCubeHD am 03. Oktober 2019


Dieser Artikel ist sowohl in Text- als auch Video-Form verfügbar. Der Text ist hierbei deckungsgleich, beim Video handelt es sich primär um eine lose untermalte Vertonung des Artikels.




Das mag sich bei einem Redakteur einer der größte Anime-Plattformen Europas seltsam anhören, aber ich bin wahrlich kein begeisterter Leser von Anime-Foren. Es ist nicht unbedingt so, dass mich die Diskussion an sich nicht interessieren würde, auch wenn sie meist eher nur zur Abschätzung der aktuellen Trend-Meinungen taugt. Das Problem liegt für mich eher in der unpräzisen, ja teilweise irreführenden Sprache, die dort primär vorherrscht. Eines meiner größten Pet Peeves in diesem Kontext ist etwas, das ich ganz gerne (eigentlich nur als Aufhänger für diesen Artikel) das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon nenne.

Erstmal: natürlich handelt es sich dabei nicht wirklich um ein Paradoxon, sondern eher eine Art semantischer Merger von zwei unterschiedlichen Konzepten. Die Charaktere fungieren hierbei als populäre Beispiele, an denen der Mismatch in beiden Ausführungen erklärt werden kann. Heruntergebrochen meine ich mit dem Begriff die Vermischung der Betrachtung von Dingen und Charakteren innerhalb ihrer Fiktion mit der als fiktionale Elemente eines realen Werks. Uff, das hört sich jetzt erst mal kompliziert an. Liegt auch daran, dass ich es noch nicht gut erklärt habe. Aber verzweifle nicht, junger Padawan. In den folgenden Textsegmenten erkläre ich das Konzept sowie seine potentiellen Auswirkungen anhand zweier populärer Beispiele.

 

Ichigo (Darling in the FranXX)

Ichigo ist einer der beiden Loveinterests des Protagonisten Hiro im Original-Anime Darling in the FranXX. Sie bildet hierbei ein Liebesdreieck mit der designierten Werkwaifu Zero Two und repräsentiert sowohl in der Handlung als auch aus Sicht des Zuschauers eine Art drittes Rad am Wagen. Die Kindheitsfreundin, die für den Hauptcharakter Gefühle hegt, welche dieser jedoch nicht erwidert und stattdessen einem anderen, für ihn schlechteren Mädchen nachjagt – so weit, so normal. Ein durchaus etabliertes Konzept, gerade in Animes. Doch bei der Umsetzung beginnen bzw. begannen die „Probleme“.

Anstatt wie üblich die unerfüllte Liebe sowie das Beschützen des Protagonisten als positiv zu präsentieren und somit als Aufhänger für den Charakterarc zu nutzen, stellt sich das Werk und damit auch der Zuschauer auf die Seite der toxischen Beziehung mit Zero Two. Diese Inversion des Konzepts ist Absicht und bezieht sich ebenso auf den daraus kreierten Charakterarc: Anstatt dass Hiro erkennt, dass die Beziehung mit seiner Flamme für ihn nicht gut ist, folgt er ihr einfach weiter bis beinahe in den Tod, was wiederum Zero Two in ihrer Persönlichkeit verändert. Dies macht Ichigo fundamental zum dritten Rad am Wagen und bringt den Zuschauer dazu, ihre Aktionen und Kritik zugunsten der designierten Werkwaifu zu verurteilen. Und das mit verhältnismäßig drastischen Mitteln.

Aus dieser Situation ergab sich nämlich während der Ausstrahlung Anfang 2018 etwas, das ich die Ichigo-Kontroverse nenne. So wurden in Folge einer spezifischen Episode, in der Ichigo ihre Ablehnung gegenüber Zero Two in besonders harschen Aktionen zum Ausdruck brachte, mehrere an der Produktion beteiligte Personen wie Animations-Produzent Yuuichi Fukushima, Episoden-Regisseur Yoshiyuki Kaneko und vor allem der Writer Hiroshi Seko auf eine teils üble Art und Weise auf Social-Media und in Foren beschimpft. Memes wurden kreiert, in denen den Verantwortlichen Gewalt angedroht wurde und manche erhielten sogar Morddrohungen sowie Aufrufe zum Suizid. Das ist natürlich eine extreme Überreaktion – ganz egal, was in der Story passiert. Doch warum gab es überhaupt eine Reaktion?

Denn Ichigo ist kein schlechter Charakter, ganz im Gegenteil. Sie ist definitiv eine der qualitativ hochwertigeren Figuren in Darling in the FranXX. Das „Problem“ ist, dass sie fundamental als schlechter Charakter designt ist; oder um es besser auf den Punkt zu bringen: Der Zuschauer soll sie nicht mögen, das ist Absicht, das ist ihre Rolle in der Handlung. Sie ist der Buhmann, der dem Protagonisten zu sagen hat, dass er einen Fehler macht, ja dass er sich gerade ins Verderben stürzt. Und damit hat sie aus ihrer subjektiven Position durchaus recht, was den Zuschauer dann doch aller Freude an Zero Two zum Nachdenken bringen soll. Das ist actually gutes Writing, eine der nicht all zu häufigen Instanzen davon im Werk. Der Outrage bzw. die Kontroverse ist in diesem Fall die Folge der Ignoranz vor der Fiktionalität der Geschichte. Es wird in die Fiktion versunken und die Gefühle werden als real betrachtet, was erst mal grundsätzlich nichts schlechtes ist, jedoch sorgt der fehlende Abstand zur Fiktion zu einer Vermischung eben dieser Gefühle mit der Wahrnehmung des Werkes. Das ist polemisch ausgedrückt das erwachsene Äquivalent dazu, bei Tabaluga tivi den bösen Schneemann Arctos auszubuhen. Verständlich, aber irgendwie auch etwas dämlich.

Tanjirou (Kimetsu no Yaiba)
Ich muss diesen Absatz mit einem kurzen Statement beginnen: Ich mag Kimetsu no Yaiba. Es hat seine Probleme, aber ist insgesamt ein guter Anime mit einer tollen visuellen Gestaltung, Animation und Musik. Einzelne Story-Lines sind durchaus ansprechend und die Qualität der Dialoge ist trotz durchaus vorhandener durchwachsener Elemente noch immer annehmbar. Einen bestimmten Faktor von Kimetsu no Yaiba mag ich jedoch überhaupt nicht: den Protagonisten Tanjirou Kamado. Und mit „nicht mögen“ meine ich in diesem Fall, dass ich den Charakter qualitativ nicht gut finde.

Nun werden sich viele fragen: „Wie kann man denn bitte Tanjirou nicht mögen?“ Und die Frage ist vollkommen berechtigt. So handelt es sich beim 15-Jährigen um einen freundlichen, besonnenen und gut aussehenden Schwertkämpfer, der nicht auf andere angewiesen ist und alles daran setzt, seine Schwester zu beschützen. Zusätzlich ist er emotional genug, um relatable zu sein, aber nicht so emotional, dass es jemals wirklich ein Problem wäre. Er ist der, der die Dämonen und die Menschen versteht, der sich trotz seines jungen Alters und traumatischen Erlebnisses immer auf dem moralischen Highground bewegt, und generell alle ihm gestellten Probleme im Rahmen seiner Fähigkeiten löst. Er ist perfekt. Und das ist das Problem.

Eines der fundamentalsten Elemente von Geschichten ist nämlich das Führen von Charakteren (insbesondere Hauptcharakteren) durch sogenannte Arcs. Im Rahmen dieser sollen sie die Geschehnisse reflektieren und sich auf Basis davon verändern, ob zum besseren oder schlechteren. Man spricht auch davon, dass sie etwas lernen sollen, wobei dies nicht nur im positiven Sinne gemeint ist. Aber bei Tanjirou funktioniert das nicht, denn was soll er noch lernen? Er ist zwar nicht overpowert oder so etwas und kann damit sich noch mit physischen Training weiterentwickeln, jedoch wird er auf der charakterlichen Ebene als vollkommen makellos dargestellt. Damit erinnert er ein wenig an Superhelden – und zwar nicht die aus den aktuellen Filmen mit Ecken und Kanten, sondern die überglorifizierten, die in vielen Comics des vergangenen Jahrhunderts zu finden sind. Die Kreation eines glaubwürdigen Charakterarcs für Tanjirou ist ohne drastische Story-Entwicklungen eigentlich vollkommen unmöglich, und in Hinblick auf das Event in der ersten Folge und seine fehlende adäquate Reaktion darauf liegt die Messlatte für so einen Plottwist dafür bereits ziemlich hoch. Der Autor hat sich mit seinem Protagonisten bereits innerhalb weniger Kapitel in eine Ecke manövriert, aus der es kaum Entrinnen gibt. Und das ist dann letztendlich leider einfach schlechtes Charakterdesign.

Doch warum rede ich überhaupt über Tanjirou? Wo kommt die Vermischung, das Paradoxon ins Spiel? Naja, bereits in der Gegenfrage, wie man denn den Charakter nicht mögen könne. Hierbei werden erneut zwei unterschiedliche Definitionen des Wortes „mögen“ benutzt; um genau zu sein werden die emotionale Bewertung von Fiktion und realer Fiktion miteinander vermischt. Das heißt nicht, dass man Tanjirou als fiktionalen Charakter nicht mögen darf, im Gegenteil. Jedoch muss man sich bei der Evaluation von ihm als Figur in einer Geschichte den Unterschied zwischen diesen beiden Ebenen bewusst machen, damit dieser Eindruck nicht durch vorgetäuschte Emotionen beeinflusst werden kann. Geschieht dies nicht, sorgt es dafür, dass zwei Personen das Werk aus Blickwinkeln betrachten, die auf Basis ihrer Bewertungsframeworks so weit voneinander entfernt liegen, dass eine Diskussion wahrhaft unmöglich sein kann.

 

Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Artikel die richtigen Personen erreiche. Oder überhaupt die richtige Reaktion hervorrufe. Das Konzept der Vermischung von Fiktion mit realer Fiktion ist relativ schwer zu verstehen, hat jedoch wie bereits gezeigt drastische Auswirkungen auf die Diskussion. Ebenso will ich niemandem absprechen, Werke anhand seiner Gefühle zu evaluieren. Schließlich ist das um einiges natürlicher und sogar menschlicher, als alles durch die Linse der formalen Medienkritik zu sehen. Es ist nur wichtig, dies dann auch zu kennzeichnen, um sich auf einem gemeinsamen Standard bewegen zu können. Denn nur so ist verständliche Konversation möglich.

Cube


Das brillante Thumbnail sowie der dazugehöre Slider sind das Werk von DerProMille.
Der Autor: hYperCubeHD

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Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Ritsuo
Das Hauptproblem ist mMn, dass in Animeforen viel zu viele dieser selbsternannten Medienkritiker unterwegs sind, die glauben sie haben das Leben und jede Form von Anime, Manga, etc. durchschaut und verstanden. Das ist auch der Grund warum ich Rezessionen meißt garnicht anschaue weil es mich nur aufregt und mir jede Menge fremd schämen verursacht.


hashtag-hase
Also zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich mit deiner grundlegenden Message übereinstimme. Oftmals schaukeln sich Diskussionen im lieben Internet auf sehr emotionale Weise hoch, wodurch nicht nur der Punkt der eigentlichen Diskussion verloren geht, sondern eben auch emotionale Argumente als rational verkauft werden, was für jede Diskussion fatale Folgen hat.
Ich denke, man muss hier ein wenig vorsichtig sein, denn auch Medienkritik ist ja nicht rein objektiv. Es wird immer subjektive Einflüsse geben und das sollte anerkannt werden. Dennoch wäre uns allen gut daran getan, wenn mehr Leute mal in sich gehen würden, um zu überprüfen, ob ihre Ansicht nun eine zumindest teilweise rational begründete oder rein emotionale ist. Denn das große Problem ist ja generell nicht, dass das nicht entsprechend gekennzeichnet wird, sondern viel eher, dass die Leute sich dessen selbst nicht bewusst sind.

Soweit, so gut. Dennoch möchte ich nochmal deine Charakter-Analogien ansprechen. Genauer gesagt nur die eine, da ich Darling in the FranXX nicht gesehen habe und dementsprechend nichts dazu sagen kann. Aber zu deiner Beurteilung von Tanjirous Charakter möchte ich gerne etwas sagen.
So kann ich deiner Beobachtung bezüglich seines Charakters zunächst einmal nur zustimmen. Er ist bereits von Anfang an sehr emotional abgerundet. Er hat eine Menge Einfühlsamkeit und die Fähigkeit, die Dämonen als mehr zu betrachtet als nur das manifestierte Böse, aber gleichzeitig genug Realitätsbewusstsein, sich davon nicht abbringen zu lassen, das Notwendige zu tun - diese nämlich zu töten. Eine solche Balance ist selten und ja, Tanjirou ist dadurch zumindest auf einer mentalen Ebene deutlich reifer und "perfekter" als so manch anderer Protagonist.

Dennoch komme ich mit ihm zu einem anderen Schluss und würde grundsätzlich dahingehend widersprechen, dass er deshalb kein guter Charakter ist.
Du hast recht damit, dass die Entwicklung fiktionaler Charaktere durch Arcs bestimmt wird. Dabei vergisst du jedoch eine bestimmte Kategorie: Den sogenannten "Flat Arc". Das sind Protagonisten ohne maßgebliche Charakterentwicklung (weder positiv noch negativ) und ist eine durchaus verbreitete und anerkannte Technik (ein berühmtes Beispiel wäre unter anderem Marty McFly aus Zurück in die Zukunft). Dieser Arc lebt nicht davon, dass der Protagonist sich weiterentwickelt, sondern wie er die anderen Charaktere in seiner Umgebung beeinflusst. Und das tut Tanjirou ohne Zweifel, insbesondere jetzt, wo Zenitsu und Inosuke vollständig zu seinem Team gehören.
Ich bin sowieso grundsätzlich der Meinung, dass man sich nicht immer an alle "Regeln des Geschichtenschreibens" halten muss, um ein gutes Werk zu produzieren, ein paar der besten und prägendsten Werke sind entstanden, eben weil sich der Autor / Regisseur dachte "Scheiß doch drauf" (obwohl das natürlich immer mit einem Risiko verbunden ist, da diese Techniken nun einmal geprüft sind). Aber das ist nebensächlich. Zu sagen, Tanjirous Charakter halte sich nicht an etablierte Regeln des Schreibens, ist nämlich einfach falsch. Der Flat Arc existiert seit Jahrzehnten und findet in vieler Literatur über Character-Arcs Erwähnung und Tanjirou ist nahezu ein Musterbeispiel für einen solchen Arc.

Natürlich steht es dir trotzdem frei, das langweilig zu finden. Ich für meinen Teil habe großes Vergnügen an solchen Geschichten. Zumal diese Art des Arcs großes Potenzial für die Zukunft bietet, wenn es darum geht, ggf. Tanjirous Weltsicht auf den Kopf zu stellen. Denn gerade weil er dem Zuschauer so perfekt vorkommt, kann ein Arc, der das ins Wanken bringt umso wirkungsvoller sein. (Auch wenn ich weiterhin glaube, dass es einen solchen Twist nicht zwangsläufig braucht.)

Abschließend habe ich nochmal eine Frage an dich, da mich eine Formulierung deinerseits sehr irritiert. Was meinst du mit der "Vermischung von Fiktion mit realer Fiktion"? Ist das ein Schreibfehler und du meinst die Vermischung von Fiktion und Realität? Oder (in dem Kontext wahrscheinlicher) wahrgenommener und beabsichtigter Fiktion? Oder etwas völlig anderes? Denn in meinem Verständnis existiert so etwas wie "reale Fiktion" nicht, da die Definitionen der beiden Begriffe ja widersprüchlich sind. Wäre super, wenn du mich hier aufklären könntest, was du meinst.


TeamAlex
@kriegnes

1. Ich verstehe worauf du hinaus willst, doch nenne mir mal Protagonisten die nicht diesen Klischees entspringen.

2. Es geht hierbei nicht um "Ehrenhaft" sondern wie die Persönlichkeit umgesetzt wird. Wir haben Tonnen an Charaktere, die von Liebe, Gefühlen und Menschlichkeit reden. Doch dieser kann seine Ansichten, durch seine Situation gut begründen. Er hat es im Werk oft genug klar gestellt.

3. Wie du schon sagst, Tanjiro ist kein guter Charakter. Er ist nur ein erstklassiger Shounen Protagonist. Ein guter Protagonist zu sein und ein tiefgründig geschriebener Charakter, sind zwei paar Schuhe. Ich hätte mir für Tanjiro auch mehr Tiefe gewünscht. Aber mit dem was ich erhielt, kann ich mehr als nur zufrieden sein.


kriegnes
@TeamAlex bitte was? zuersteinmal trifft das nicht auf jeden shounen protagonisten zu. auf die alten wohl ja aber neuere haben inzwischen sogar character development und sind meistens garnicht so perfekt oder haben wenigstens einen richtigen grund dafür, z.B ist in my hero solch ein ehrenhafter mensch zu sein wenigstens ein richtiger anerkannter beruf und gleichzustellen mit der polizei und selbst in dem universum sind die charaktere nicht perfekt.
ich denke mal es wurde ausgerechnet er angesprochen weil 1. dieser anime gerade extreme im hype war (teilweise komplett grundlos) und 2. tanjiro ein charakter der neuen generation ist. wer schreibt heutzutage noch irgendwas über son goku zum beispiel?

in deinem zweiten teil fängst du aber an dir zu wiedersprechen. am anfang sagst du jeder andere charakter ist doch genauso übertrieben ehrenhaft, aber dann sagst du aufeinmal, dass tanjiro sogar noch ehrenhafter ist?
warum andere charaktere so nervig für dich sind kann ich dir erklären. z.b Asta, aus black clover, welcher rumschreit wie ein verrückter, hat weder einen grund noch ist es irgendwie gut gemacht. es nervt einfach nur. bei tanjiro gibt es so komische faxen garnicht und die zwei anderen an seiner seite haben eine erklärung für ihr verhalten und es ist auch meistens nicht übertrieben. Auch ist sein verhalten wie du schon sagst logisch. Er ist nicht ein dummes kind wie z.b gon, welcher lieber stirbt, als aufzugeben weil er eindeutig schwächer ist und es nächstes mal einfach nochmal probieren kann. aber nur weil er nicht nervt ist er nicht gleich ein guter charakter. er ist einfach nur nicht schlecht.


TeamAlex
Diese Beschreibung für Tankiro trifft auf JEDEN Shounen Protagonisten zu, mit der Ausnahme, dass dieser tatsächlich kein Heuchler ist und gar Sympathisch.
Ich verstehe die Ansätze die hier angesprochen werden, aber ich verstehe nicht, warum ausgerechnet er gewählt wird. Würde ich alle Shounen Protagonisten in einer Reihe aufstellen, würde er wohl einer derjenigen sein, die am positivsten aufgefallen sind.


Für meinen Teil muss ich anmerken -

Ich finde, Tanjiro ist mit Abstand einer der besten Shounen Protagonisten die ich je gesehen habe. Sein Eindruck wird keinesfalls von Individueller Persönlichkeit oder einem gut geschriebenem Charakter untermauert. Er ist schlichtweg logisch, menschlich, sympathisch und seine Handlungen sind tatsächlich nicht hassenswert.
Es gibt etliche Charaktere wie ihn, die einfach Gutmütig sind, aber eine furchtbar lästige und nervige Persönlichkeit aufweisen. Warum es bei ihm nicht der Fall ist, kann man schwer in Worte fassen, er ist sehr speziell in seinem Bereich.


Nemuchan
Danke für das gut veranschaulichte Essay und den dazu erklärten Standpunkt, Cube! :)

Tatsächlich ist der Sinn einer Heldenreise ja, dass der Protagonist anhand seiner veränderten Umstände wächst, sodass er im Klimax der Geschichte den Gegner besiegt und so Frieden in seine Welt einkehrt. Nur hier mit dem Unterschied, dass der Held seine Umgebung mit einer reiferen Weltanschauung betrachtet, geprägt von den bisherigen Erlebnissen, die ihn überhaupt zu diesem Punkt gebracht haben.

Da verstehe ich deine Pointe, warum Tanjiro in dem Sinne zu perfekt ist. Ihm bleibt hier nur noch, sich kräftetechnisch zu verbessern und das reicht dann, sich dem Endgegner zu stellen. Er hat keine mentalen Struggles oder Tiefs, die ihn zum Zweifeln bringen, ob er sich überhaupt mit dem Endgegner messen kann oder er über seine Vergangenheit und seine traumatischen Erlebnisse Revue passiert. Das macht ihn zu einer unerreichbaren Idolfigur, mit dem sich der Zuschauer, wie du schon erwähnt hast, nicht identifizieren kann.

Er mag zwar emotional stabil sein, aber was mir persönlich sehr gut gefallen hat, dass seine körperliche Verletzlichkeit präsentiert wurde (z.B. in der Arc mit dem Taiko-Dämon, der den Raum verdreht). In Anime-Serien (und auch Cartoons) trifft man leider zu oft auf das Klischee, dass die Charaktere unverwundbar bzw. wieder schnell auf den Beinen sind, als wären die tödlichen Verletzungen nur ein minimaler Kratzer. Hier zog sich Tanjiros Verletzung über mehrere Episoden hindurch und erinnerte den Zuschauer daran, dass sein Zustand ihn daran hindert, seine Attacken vollständig auszuführen und nur beschränkt zu kämpfen.

Was Ichigo betrifft - sie ist der unpopuläre Störer eines populären OTP. Im Laufe der Serie hat sich eine Fanbase gebildet, die schon hinter dem toxischen Pärchen steht (zumal es sich um eine außergewöhnliche Beziehungsdynamik handelt, was einen gewissen Reiz ausmacht) und sich getriggert fühlt, wenn sich der populären Meinung etwas in den Weg stellt, in diesem Fall ist der Buhmann Ichigo. Außerdem wird hier auch auf ein kleines Klischee zugegriffen, dass die Kindheitsfreundin des Hauptcharakters immer in einer unerwiderten Liebe bleibt. Hier macht es tatsächlich Sinn, vor allem, wenn der Zuschauer einen Vergleich ziehen kann.

Wäre ZeroTwo nie aufgetaucht oder hätte sich nie mit Hiro eingelassen, stünde nichts im Weg, dass Hiro und Ichigo ein Pärchen bilden. Dies wäre aber zu schön und perfekt, um wahr zu sein und würde die Story auch nicht wirklich vorantreiben. Daher stimme ich hier ebenfalls zu, dass Ichigos Rolle nunmal einen unpopulären Zweck erfüllt.


GhostofFate92
Statt Tanjiro hättest du beinahe jeden anderen Shonen-Protagonisten wählen können. Meiner Meinung nach ist Tanjiro sogar noch einer der besseren Shonen-Protagonisten, die ich persönlich kenne. Er bildet den perfekten Kontrast innerhalb des Animes. Während beinahe alle anderen Charaktere im Anime moralisch verwerfliche Dinge tun, moralisch verwerfliche Ansichten vertreten oder schlichtweg eine Gleichgültigkeit an den Tag legen, die teilweise aufregt, ist Tanjiro einfühlsam und in einem gesunden Maße naiv, ohne dass es ihm groß schadet. Ich empfinde das in dem Cast als überaus erfrischend und er war im Prinzip der einzige Grund, warum ich den Anime mit so viel Freude geschaut habe. Auch bildet er einen perfekten Kontrast zu Zenitsu und Inosuke, die beide wirklich sehr laute und dadurch auch manchmal echt nervige Charaktere sind. Er bildet in diesem 3er-Gespann den Ruhepol. Er ist gelassen (meistens) und tut, was getan werden muss, ohne dabei seine Menschlichkeit zu verlieren.
Und gerade diesen Aspekt, dass er nicht davor zurückschreckt, die Dämonen zu töten, obwohl er Mitleid mit ihnen hat, rechne ich dem Autor hoch an. Trotz seiner Gutherzigkeit wirft ihn seine Pflicht in kein emotionales Loch, in welchem er von Schuldgefühlen zerfressen wird.
Und sicher, das wäre vielleicht einigen lieber, weil ihn das "menschlicher" machen würde mit dieser Schwäche, aber das kann man auch anders sehen. Andere wären vielleicht gerade von dieser Schwäche genervt.

Ich sage nicht, dass Tanjiro ein unheimlich gut geschriebener Charakter ist, aber er erfüllt seine Rolle durchaus. Er ist das Licht im Dunkeln dieses Animes. Tanjiro gibt dem Zuschauer, oder mir zumindest, das Gefühl, dass nicht alles hoffnungslos ist..

Meiner Meinung nach sind Charaktere wie Ruffy oder Ichigo (Bleach) und ganz besonders Natsu aus Fairy Tail sehr viel bessere Beispiele für schlecht geschriebene Charaktere bzw. Protagonisten. Ihre einzige Daseinsberechtigung ist, dass sie die Protagonisten sind. Denn auch sie ändern sich von Folge 1 bis zum Ende hin kein Stück und anders als Tanjiro wären diese 3 zum Beispiel sehr wohl austauschbar durch jeden anderen Shounen-Protagonisten.

Zu Ichigo kann ich nicht viel sagen, da ich Darling in the Franxx nach den ersten beiden Folgen abgebrochen habe, aber zu der Aussage, dass ein Charakter dann gut geschrieben ist, wenn er seine vorgesehene Rolle erfüllt, kann ich was sagen. Ich halte sie nämlich für Unfug. Wenn ein Charakter nämlich nur für einen einzigen Zweck existiert und sich darüber hinaus über nichts anderes definiert, dann mag die Story zwar funktionieren, aber der Charakter an sich ist nicht gut geschrieben.
Wie gesagt, ich kenne Ichigo so gut wie gar nicht, aber wenn ihre einzige Existenzberechtigung die war, den Protagonisten auf den richtigen Pfad zurückzuführen und dabei die unglücklich Verliebte zu spielen, dann ist das in meinen Augen so weit von einem gut geschriebenen Charakter entfernt, wie es nur geht.
Ein gut geschriebener Charakter, zumindest nach meiner Definition, besteht aus so viel mehr, als seiner Rolle innerhalb der Geschichte. Ein gut geschriebener Charakter ist im Prinzip ein zu Papier gebrachter Mensch.
Natürlich hat ein solcher sowohl positive Eigenschaften, als auch negative, aber darüber hinaus auch sowas wie Ängste, Träume, Ziele, Vorlieben oder Abneigungen, Dinge in denen er gut ist oder eben schlecht.

Aber einen Zweck zu haben in der Geschichte und diesen zu erfüllen, nein, das allein macht keinen gut geschriebenen Charakter aus. Denn meiner Meinung nach gehört zu einem wirklich gut geschriebenen Charakter auch, dass dieser polarisiert. Wenn es gleichermaßen Leute gibt, die diesen Charakter mögen, wie Leute, die ihn eben nicht ausstehen können. Wenn man mit seinen Freunden stundenlang darüber diskutieren kann, was diesen Charakter ausmacht, warum man ihn mag oder eben hasst.
Solch gut geschriebene Charaktere hat zum Beispiel Fate/Zero. Kiritsugu ist bei vielen wahrscheinlich ein Paradebeispiel eines wirklich gut geschriebenen Charakters, aber ich zum Beispiel denke da viel eher an solche wie Kirei oder ja, auch Shirou aus den Nachfolgern. Und natürlich, auch diese Charaktere haben innerhalb dieser Geschichte Rollen, die sie erfüllen, aber sie definieren sich eben nicht nur darüber. Hinter ihnen steckt halt mehr.


Plinfa-Fan
hYperCubeHD schrieb:
Mir ging es um die Diskrepanz zwischen der vom Werk beabsichtigten Wahrnehmung des Charakters durch den Zuschauer und der Qualität des Charakters als Figur des fiktionalen Werkes selbst.
Also im Prinzip sagst du, dass Ichigo zwar von vielen Zuschauern gehasst wurde, der Autor aber genau diese Wahrnehmung beabsichtigt hat. Ichigo wurde so geschrieben, dass sie negativ aufgenommen wird und hat somit ihre vorgesehene Rolle erfüllt. Damit ist sie ein für die Geschichte gut geschriebener Charakter und das magst du an der Figur. Im Gegensatz dazu wurde Tanjiro so geschrieben, dass der Zuschauer ihn mögen soll, aber diese beabsichtigte Wahrnehmung konnte der Autor bei dir nicht erreichen und die Figur somit ihre Rolle nicht erfüllen. Es geht dir also weniger um die Charaktere an sich. Du willst nur darauf hinweisen, dass ob man eine Figur mag oder nicht vollkommen unabhängig davon ist, ob sie auch gut geschrieben ist. Und dass du gut geschriebene Figuren mehr zu schätzen weißt als Sympathieträger. Das meinst du, oder?

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Anime mit meinem Bruder geschaut (keine Ahnung, welcher das war) und da meinte er so: Boah, dieser Typ ist echt ein Arschloch. Darauf entgegnete ich, dass er definitiv ein Arschloch ist, ich die Figur an sich aber trotzdem gut geschrieben finde, einfach weil man gut nachvollziehen konnte, warum sie so wurde wie sie ist. Das konnte er dann nicht nachvollziehen, also dass ich die Figur zwar wie er nicht mag, sie aber auf einer anderen Ebene - also wie sie geschrieben ist - dennoch mochte. Von daher meine ich zu verstehen, was du mit einem Paradoxon meinst, obwohl eigentlich nichts daran widersprüchlich ist. Viele Leute müssen auch erstmal ein Bewusstsein dafür entwickeln, eine Figur auf verschiedenen Ebenen zu sehen.


Sniperace
@hYperCubeHD
Bei der Ichigo Sache stimme ich Dir weitgehend zu, es ist zu diesem Zeitpunkt, schlichtweg gut erdachtes und durchaus nachvollziehbares (Figuren, verhalten sich durchaus nachvollziehbar - auf Basis ihrer Grundlagen) Drama.
War zwar am Ende alles für die Katz, weil man in guter Gainax/Trigger Tradition, dass Ende, den Storyaufbau und das Potenzial total versenkt hat ...... doch Ichigos Verhalten ist in ihren Grundlagen nachvollziehbar, ganz egal wie man es sehen will.
mehrere an der Produktion beteiligte Personen wie Animations-Produzent Yuuichi Fukushima, Episoden-Regisseur Yoshiyuki Kaneko und vor allem der Writer Hiroshi Seko auf eine teils üble Art und Weise auf Social-Media und in Foren beschimpft. Memes wurden kreiert, in denen den Verantwortlichen Gewalt angedroht wurde und manche erhielten sogar Morddrohungen sowie Aufrufe zum Suizid.

Natürlich absolut abzulehnen:( Ist zwar ein alter Hut, mit dem Studios und Verantwortliche leben müssen und bei weiten nicht nicht die schlimmste Eskalation (siehe die Geschehnisse in letzter Zeit ....), allerdings ist es generell eine Seuche online und es wurde umso schlimmer, je mehr sich die Menschheit dieser Welt hin geben hat. Früher gab es halt nur Foren, heute überfordert man den menschlichen Geist mit den dauerhaften und allgegenwärtigen Informationsüberfluss, was ganz eigene Zombies, Meinungsbildung (die neue Manipulation ......), Verhaltensweisen und Menschengruppen generiert.
Über Grenzen gehende Kommentare sind ja nur der Anfang, die sind keine Neue Erfindung, dem Anno hat man seinerzeit ja auch nicht unbedingt positive Fanbriefe erhalten, was zwar kein Wunder ist, wenn man einen Anime mit guten Start zu seinem persönlichen Therapieinstrument macht und ihn ja trotzdem nicht grade so zu Ende gebracht hat, wie man es wollte, nicht zu vergessen, die eher mauen Quoten am Anfang. Allerdings gingen auch damals schon manche Aussagen zu weit, viel zu weit.
Nein, heute hat man es mit Leuten zu tun, die ihre, zum Teil überhaupt nix mit dem Anime zu tun habenden Sichtweisen, darauf projizieren, bzw. eher schon jede Möglichkeit nutzen, ihr Dogma, ihre politische Einstellung, Sichtweisen an den Mann, Frau oder auch was dazwischen noch so vorhanden ist, zu bringen. Ist schon schlimm genug, dass fiktive Werke in letzter Zeit von mächtigen Frauen und Männern genutzt massiv werden um ihre Ansichten darzustellen (dabei nebenbei diese Werke ruinieren und sich die Verantwortlichen dabei selber oft entlarven), so sind die üblichen Manipulatoren, Trolle im Netz nicht besser.
Es ist nun wirklich nicht notwendig, wenn ich mir die feministische Meinung einer Kritikerin zu einem Kriegsdramafilm (wie Dünkirchen) anhören muss ..... da frag ich mich schon. Und Anime sind da wahrhaft verseucht in letzter Zeit.
Dazu kommt diese sonderbare Eigenleben ...... die Panik, die Sprache, die Wortwahl (die nun wirklich nicht an schöne Zeiten erinnert - inkls. Drohungen) in letzter Zeit, machen mir schon Sorgen und dazu entschlüpfen da noch so manche Forderungen (wie das Abschaffen von Demokratie zu Gunsten des "Klimas" .... Schweden halt ....). Ich meine halt man sollte sich schon bewusst sein, dass auch schon früher jedes neue Medium genutzt wurde um Menschen auf zu hetzen um Ziele (die zum Teil Haarsträubend waren) umzusetzen und da gibt es eben keinen Unterschied, Wer es jetzt macht. Und Wir sind anfälliger denn je dafür. Damit gewinnt man Wahlen, manche Politiker, die das System durchschaut haben setzen auf Dauerpropaganda und Gehirnwäsche, ergo immer in den Medien Dinge runter betten, wie toll man doch ist, andere Politiker reiten auf einer Panikwelle und wieder andere total gegensätzliche Politiker profitieren davon. Was übrig bleibt sind radikale Kräfte und Kräfte die sich schlichtweg auf Manipulation verstehen. Keine gute Idee, hat die Geschichte immer wieder gezeigt.
Das Problem liegt für mich eher in der unpräzisen, ja teilweise irreführenden Sprache, die dort primär vorherrscht.

Gut, dazu muss man halt Folgendes sagen:
Nicht jeder Forumsteilnehmer, hat den gleichen Bildungsweg (wobei der nur bedingt was aussagt und er keine Grenze darstellen sollte), nicht jeder Forumsteilnehmer hat ein Elternhaus oder Umkreis, bei dem er gelernt hat sich auszudrücken und nicht jeder hat das gleiche Talent dafür. Braucht man aber auch nicht, die Mehrzahl der Jobs hat diese Voraussetzung eben nicht. Nicht jeder ist in Topzustand, wenn er etwas schreibt, Stress von Arbeit oder Schule, persönliche Dinge, die da mit einfließen, Übernachtig;), zu viel Energydrinks usw.. Und natürlich sind manche Aussagen auch einfach der eigenen Faulheit geschuldet - zu kurz, zu kryptisch usw.
Sich schriftlich auszudrücken ist nicht so leicht, wie es für den Betrachter vielleicht aussieht, weil der andere Grundlagen hat. Missverständnisse sind ohnehin normal, zumal hier schlichtweg die Mimik und Körpersprache fehlt, die Wir im persönlichen Miteinander immer deuten, genauso wie die Tonlage - (ich kann Sarkasmus oder ähnliches, alleine durch die Tonlage ausdrücken).
Und am Ende des Tages hat auch nicht jeder Forumsteilnehmer die gleiche Aufnahmefähigkeit, bzw. fehlt zum Teil das richtige Verständnis für das Geschriebene oder auch Gesagte. Zumal da nicht jeder Mensch gleich funktioniert. Missverständnisse sind da wohl normal, gilt im übrigen auch für mich selber:(
Erwartungshaltung in dieser Richtung ist also runter zu schrauben, ansonsten schließt man einen Haufen Menschen aus, bzw. schließt sich selber aus, im schlimmsten Fall mit einer elitären Haltung.
Was man sich erwarten kann und sollte, ist eine vergleichsweise Troll freie Umgebung und angemessene Grenzen .... was aber nicht leicht ist. Das Netz, ist eine Egowelt und hier werden Dinge gesagt, die man wo Anders nie sagen würde. Was selten aber doch auch Vorteile hat, oft genug aber nur Ego pur ist. Dazu kommt noch das Eigenleben, die manche Aussagen entwickeln.
........ Tanjirou Kamado ........ Er ist perfekt. Und das ist das Problem.
*o-gj*
Was soll ich sagen, ich bin da voll dabei.
Es zeigt halt gut, wie man mit einem guten, ausgewogenen funktionierenden Mix, mit einen Anime bzw. Manga (der ist ja auch gut) noch immer bestehen kann, obwohl es in vielerlei Hinsicht kein großer Wurf ist, jedoch auch nicht sein muss.
Hört für mich auch nicht bei Tanjirou auf, ein Haufen andere Figuren sind in diesem Werk klassisch und vergleichsweise simpel erdacht. 0815, ja durchaus oft genug gegeben, was aber nix macht, weil es kleine Details sind, die den Unterschied machen und das gesamte Werk schlichtweg funktioniert.
Aber bei all dem Hype, darf man nicht kritiklos werden und Figuren, Story usw. besser bewerten, als sie sind. Es ist ein Battle Shounen, der an manchen Punkten versucht Drama und Emotion rein zu bringen, was vielfach auch gelingt, teilweise sogar sehr gut, allerdings mit seinen Grenzen.
Eine Kanao Tsuyuri finde ich weit aufwendiger erdacht, als Tanjiro, der schlichtweg kaum Potenzial zu Weiterentwicklung hat, zu perfekt, er kann nur von seinen Fähigkeiten stärker werden. Selbst ein Zenitsu hat mehr Potenzial, wobei seine Figur auch nicht neu ist.
Muzan Kibutsuji ist als Obermotz auch nicht grade die Quell neuer Ideen. Sein Antrieb wird recht schnell klar und der Rest ist halt ich bin grausam und übermächtig ....
Trotzdem funktioniert Tanjiro. Warum? Weil er schlichtweg der klassische Held ist, dessen Verhalten selbst in der Realität existiert - merke, die meisten Kriegshelden stammen aus großen Familien, sind vielfach umgänglich, teilweise gar zu gut um wahr zu sein (siehe "Conscientious objector" Träger der Medal of Honor) und tun es für die Gruppe (ihre Art von Familie), tun es aus Schutzgründen oder weil es das Richtige ist, gehen dabei vielfach über normale körperliche Grenzen hinaus ohne Rücksicht auf sich selber. Und auch die ganzen zivilen Helden ..... ja, es sind gute Menschen, vielfach zu gut um wahr zu sein, doch es gibt sie. Und man kann nicht anders, als diese Menschen zu respektieren, deswegen funktionieren solche Figuren auch fiktiv.


Etwas Off-Topic und an Jemanden gerichtet, der vielleicht mit liest:
Ego ist so ein Thema ..... ach, bitte ...... es ist zwar ein Insider (manche Forumsnutzer werden wissen was ich meine), doch jedes mal juckt mich in den Fingern etwas zu schreiben, wenn ich wieder diese Egoaktion sehe .... letztens bin ich fast vom Stuhl gefallen, weil ich es so tragisch komisch fand, zu was Ego bei manchen führt ...... ich bin aber kein Arsch und werde hier darum nicht diesen Irrsinn aufdecken und damit Spott provozieren. Nur so viel - es ist so etlichen Anderen bekannt, lass es vielleicht besser .....