Rezension: Kuroko no Basuke 2
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Der Autor: MrThaeng



Der Anime: Kuroko no Basket 2nd Season

Ich bin von Natur aus ein unsportlicher, zugleich fauler Mensch. Während meine Altersgenossen jeden zweiten Tag zum Training fahren, jede Woche ein Turnierspiel haben und jedes Mal ihren Eltern stolz und glorreich von dem gewonnenen Pokal berichten können, sitze ich lieber Zuhause, genieße meine Gummibärchen beim Faulenzen und bewege mich ab und zu, um mir den Toilettengang und die Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Traurig aber wahr, solche Menschen existieren tatsächlich. Meine alleinige Existenz sollte Beweis genug sein. Umso größer war die Überraschung, dass ein Sport-Anime es gleich zweimal schaffte, eine dem Sport gegenüber feindlich gesinnte Person dermaßen zu überzeugen, dass ihr ganzer Laptop mit gezeichneten Basketballteams infiziert ist. Es handelt sich um Kuroko no Basuke 2, die Fortsetzung der ersten Staffel und dem, meiner Meinung nach, womöglich besten Sport-Anime, der mir bis jetzt in meinem noch relativ kurzen Leben, das knackige 15 Jahre umfasst, in den Weg kam. Ihr seid noch nicht gänzlich überzeugt? Kein Problem, den Rest dieser Rezension habt ihr noch Zeit, eure Meinung zu überdenken und euch somit eine Top-Serie nicht entgehen zu lassen!

Kuroko no Basuke ist ein seit 2008 erscheinender Manga, der das Thema, wer hätte es gedacht, Basketball in den Mittelpunkt stellt. Frühling 2012 erhielt der Sport-Manga eine 25 Episoden umfassende Anime-Adaption mit selbigem Namen. Die Fortsetzung, unter dem Namen Kuroko no Basuke 2 bekannt, debütierte Herbst 2013 ebenfalls mit 25 Episoden. Das Animationsstudio Production I.G (Shingeki no Kyojin, Psycho Pass) übernahm beide Male die Produktion und bewies seine animationstechnischen Künste wieder einmal aufs Neue, dazu später jedoch mehr. Wer auch die Rezension zur ersten Staffel lesen möchte, kann diese hier nachlesen: Klick!

Kuroko no Basuke 2 knüpft direkt an der ersten Staffel an (Handlung kann der oben verlinkten Rezension entnommen werden). Die Seirin High hat es geschafft, sich für den Wintercup, ein für Schulbasketballmannschaften ausgerichteter Wettbewerb, bei dem lediglich die Top 8 des Interhigh teilnehmen dürfen, zu qualifizieren. Der Interhigh ist ein jährliches Turnier für Schulbasketballmannschaften ganz Japans. Doch Kagami und Kuroko sowie der Rest der Mannschaft wissen, dass sie besser werden müssen, um auch nur den Hauch einer Gewinnchance zu haben, um die Generation der Wunder, die unantastbaren und talentiertesten Basketballspielern, übertrumpfen zu können. Hartes Training, literweise Schweiß und vielerlei Hindernisse begegnen unseren Protagonisten, die härter und mehr trainieren als jemals zuvor. So kommt es schließlich dazu, dass Kuroko seine spezielle Fähigkeit, das sonderbare und irreführende Passspiel, erweitert und neue Trumpfkarten parat hält und dass Kagami zurück in seine Heimat, die USA, kehrt, um seinen alten Basketballcoach um einen letzten Gefallen zu beten. Als der Wintercup unmittelbar vor der Tür steht ist das Team letzten Endes in Topform und bereit, alles zu geben, sowohl physisch als auch psychisch. Doch können sie den Wintercup für sich gewinnen? Werden sie sich mit der Generation der Wunder messen können? Und wird Kuroko es endlich schaffen, über seine Grenzen hinauszugehen, um aus seinen Pässen unaufhaltsame Techniken zu formen?

Wie von der Vorgängerstaffel bereits gewohnt, bietet uns Kuroko no Basuke 2 einen wundervollen Zeichenstil, geprägt von Sauberkeit und Vorliebe zum Detail. Nach wie vor punktet der Anime auch bei animationstechnischen Sachen. Vor allem beim Basketballspielen merkt man doch eindeutig, welch Meisterleistung Production I.G hier geleistet hat. Die Bewegungen sind flüssig, verlaufen quasi ineinander und erzeugen somit beim Zuschauer das Gefühl, er sei derjenige, der Basketball spielt – im ersten Moment von der herausragend realistischen Animation überrascht, im zweiten Moment total vom bildlichen Geschehen gebannt. Mit sehr, sehr gutem Charakterdesign und überdurchschnittlich guter, nahezu perfekter Animation schafft es Kuroko no Basuke 2, rein vom Optischen her, ein „sehr gut“ von mir zu bekommen.

Auch die Charaktergestaltung lässt die Serie in einem positiven Licht stehen. Sie ist von Vielfältigkeit gezeichnet und deckt alle möglichen verrückten Kombinationen von Charaktereigenschaften ab. Ob der kleine, ruhige Kuroko, der Frauenschwarm Kise oder die dynamische, flachbrüstige Riko – garantiert findet ihr eure Lieblingspersönlichkeit in der breiten Auswahl an Charakteren wieder. Obwohl verhältnismäßig viele Akteure vorgestellt und präsentiert werden, prägt man sich diese schnell ein, da die besonderen Eigenarten jener Personen mehr als nur außerordentlich unterhaltsam sind. Anstatt den Zuschauer also völlig zu überfordern, erfüllt die Charakteranzahl einen ganz anderen Zweck: Spannung und Dramatik. Jeder der Basketballspieler strahlt eine starke, unantastbare Präsenz aus, vor allem die Generation der Wunder werden immer und immer wieder als Könige unter den Spielern dargestellt. Umso spannender und packender wird es, wenn zwei solcher hohen, scheinbar unbesiegbaren Persönlichkeiten bei einem Spiel aufeinandertreffen und um ihren Sieg kämpfen müssen, sich den einzigartigen Fähigkeiten ihres Gegenübers bewusst.

Auch musikalisch trifft Kuroko no Basuke 2 genau meinen Geschmack. Modern, rockig und den Flair des Animes unterstreichend, wie wir es von der ersten Staffel gewohnt sind. Vor allem das erste Opening „Other Self“ brachte mich jede Folge dazu, mich erst der Musik hinzugeben, bevor ich der aktuellen Episode Aufmerksamkeit schenkte.

Ebenfalls positiv herauszuheben ist, dass hier auf Gleichgewicht zwischen den einzelnen Charakteren geachtet wurde. Des Öfteren durfte ich bereits miterleben, wie die Nebencharaktere einfach nur dumm herumstanden, den Leuten im Weg waren oder teilweise für mehrere Folge komplett verschwunden waren. Dies ist bei Kuroko no Basuke 2 keineswegs so, denn Basketball ist ein Teamsport, das zeigt uns der Anime mehr als nur deutlich. So mag Kagami während seines Aufenthalts in den USA um einiges besser geworden sein und die Generation der Wunder beispielsweise als unschlagbar gelten, doch was sich während den Basketballspielen zeigt, ist die pure Wahrheit und Realität: Die Mannschaft, die als wahres Team fungiert, wird gewinnen – ob leistungstechnisch oder moralisch, beides ist gleichermaßen wichtig. Ohne Freunde wäre selbst die reichste Person der Welt nur halb so glücklich, wie sie hätte sein können. Ohne Teamarbeit wird auch ein Mitglied der Generation der Wunder nur sein halbes Potenzial entfalten können. Die Nebenpersonen sind also nicht nur irgendwelche wildfremden Menschen, die irgendwie irgendwo zwischendurch einmal erscheinen, nein. Sie stehen dem Protagonist ganz und gar nicht nicht im Weg, im Gegenteil: Sie stärken ihn, unterstützen ihn, feuern ihn an und zaubern uns Zuschauern immer wieder ein breites Grinsen ins Gesicht.

Zudem ist es sehr beeindruckend, dass die meisten Fähigkeiten, die während des Schauens wie Zaubertricks aussehen, auf logischen, realistischen Taktiken aufbauen. So ist der „Vanishing Drive“ von Kuroko, bei dem er dem Anschein nach kurzzeitig verschwindet, damit zu erklären, dass er genau in dem Moment lossprintet, bei dem sein Gegenüber für den Bruchteil einer Sekunde von Kagamis Präsenz abgelenkt wird. Es werden also nicht willkürlich irgendwelche Stunts eingebracht, die eigentlich auch für den Charakter vollkommen unmöglich gewesen wären, viel eher wird Wert darauf gelegt, möglichst verständliche Figuren einzubringen, die auf realistischen Tatsachen basieren.

Von einer dritten Staffel ist momentan noch nicht die Rede, allerdings stehen die Karten gut – die zweite Staffel endete mitten im Geschehen, brach inmitten des Wintercups einfach ab. Außerdem müsste auch der Manga noch genügend Stoff hergeben, um eine weitere Fortsetzung zu ermöglichen. Sollte dies jedoch das Ende sein, was in meinen Augen allerdings sehr unwahrscheinlich ist, wäre ich enttäuscht und entsetzt zugleich.

Und bevor die Zeit, eure Meinung gegebenenfalls umzuändern, abgelaufen ist, möchte ich euch noch ein paar Abschlussworte auf den Weg geben. Kuroko no Basuke ist ein großes Muss für jeden Sport-Anime Fan und selbst für sportfeindliche Menschen, wie zum Beispiel mir selber, reine Unterhaltung und Spannung. Selbst wenn die Serie nicht euer Favorit wird, garantiere ich euch, dass ihr Kuroko no Basuke positiv in Erinnerung behalten werdet – denn selbst für die Kritiker, die den Handlungsablauf ganz und gar nicht verstehen können und die Charaktere als absolute Billigware abstempeln, können die grandios flüssige und realistische Animation nicht verneint werden. Ich bin froh, diesen Anime aus reiner Neugier gesehen zu haben und kann mit Stolz von mir behaupten, dass ich vielleicht doch nicht mehr so faul bin, wie ich immer von mir behauptete, seitdem ich Kuroko no Basuke gesehen habe!

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Vossi
Auf jeden fall ein hervorragender Anime :) . Aus meiner Sicht aber nur der 2 beste Sportanime. Der beste ist aus meiner Sicht der Anime Major. ich kannte nicht mal die regeln beim Baseball und nun ist es ganz klar mein Lieblingssport, der in Deutschland leider nicht so populär ist :( .


Danielita
Ich LIEBE Kuroko no Basket

Und kann es kaum die, hoffentlich erscheinende 3.Staffel erwarten.

Die Charaktere, die Aufregung ach, wenn es doch nur schon so weit wäre


Bleach1998
Ich bin ein großer Sport-Anime fan und finde, wie viele anderen auch, dass Kuroko no Basket (egal ob erste oder zweite Staffel) immer Spannend war. Ich hab oft mitgefiebert und gezittert.. Mir kammen sogar an manchen Stellen die Tränen. Ich hoffe und vermute das es wieder weitergehen wird und so spannend bleiben wird wie immer.


NarutoKeks
ich verstehe den Lebensweise sehr gut. Aber Kuroko no Basket war für mich sowas wie eine Möglichkeit mich mehr zu bewegen. also ich habe bei jeder gelegen heit gedacht sche... ich will auch mitspielen und der moment wo der Ball noch am Rand des Korbes kreiste........ alter habe ich mir gewünscht das er rein geht!
Also pures Verständnis


dacawizards
Danke für die Rezension MrThaeng!

Will hier noch was aus der Sicht eines Basketballfans hinzufügen:

Als jemand der früher aktiv im Club Basketball gespielt hat und heute immer noch reale Basketballspiele verfolgt, liegt es in erster linie nahe, dass dies auch einer meiner Lieblingsanimes ist.

Dennoch denke ich, das Leute die nicht so Ahnung von Basketball haben, aber freude an Sportanimes haben, bei dem Anime viel besser bedient sind, als solche die den Sport gut kennen. Denn obwohl ich den Anime absolut feiere, schreit der Basketballspieler in mir auf, wenn er die unrealistische Darstellung der Sportart in diesem Anime sieht. Einerseits fehlen einfache Grundkonzepte, wie zum Beispiel einer der am meistengenutzten Zügen im Basketball, das Pick and Roll. Ich habe keine einzige Instanz im Anime gesehen, in dem der Spielzug durchgeführt wurde, obwohl ein reales Spiel ohne diesen gar nicht richtig funktioniert. Des weiteren gibt's kaum Fouls und die Spieler stehen einfach oft nur so rum, obwohl Basketball ein Spiel ist bei dem man ständig in Bewegung sein muss. Gibt noch einige Dinge mehr die in dieser hinsicht zu bemängeln sind, die mir aber suf Anhieb nicht einfallen.

Dass die Spieler jedoch all diese für reale Menschen unmöglichen Spezialfähigkeiten haben, stört mich weniger. Das macht den Anime halt erst zu dem was er ist und wenn ich Basketball mit echten Menschen sehen will, schau ich mir stattdessen auch richtige Spiele an. Dennoch hätte ich lieber etwas realistischeren Basketball mit den unrealistischen Spielern gesehen. (falls das Sinn macht :P)

Auf jeden Fall ist dies eher eine Kleinigkeit, denn ich mag den Anime trotzdem für das was er ist, wenn ich mein Basketball denken während des schauens einfach abschalte, kann ich einfach nicht drumrum kommen und für das Team Seirin mitzufiebern.
Ich kann den Anime jedem guten Herzens empfehlen, der noch absolut grün im Bereich Sportanimes ist und für solche die den Sport gut kennen: Schaut es einfach nicht als Basketball Anime an, hirn aus und geniessen!


Ayleena
Ich liebe Kuroko no Basket. Es ist nicht lange her, da war die letzte Episode auch durch und ich warte sehnlichst auf die dritte Staffel. *-* (Obwohl ich nicht auf Sport Animes stehe, ausser Chihayafuru, der war auch super und gehört in das Genre)

Jedes Spiel war so spannend. Ich habe mitgefiebert und diese Spannung und das Gänsehautfeeling – einfach supergeil. Zudem ist das Team einfach Klasse. So viel ❤ und Durchhaltevermögen. Die Charaktere sind auch sehr eigen und jeder ist auf seine eigene Art und Weise speziell. Obwohl zb. Aomine zu den "Bösen-Generation der Wunder" gehört, mag ich ihn trotzdem sehr. Jedoch nicht zu vergessen, die Freundschaft von Kuroko und Taiga ist einfach gut umgesetzt. Viel zu lachen und auch manchmal eine Träne voller Freude, habe ich vergiessen müssen.

Kuroko no Basket – ein must-watch-Anime. Wer den nicht schaut, verpasst was. *o-like*

mata ne,
midori *o-bye*


R0bstaR
Wollt ein kurzes Feedback zum Anime geben
Also ich find den gut gezeichnet und so, aber er gefällt mir einfach nicht.
Komplett hintergrundlos die Hauptpersonen sind auch langweilig und dann noch so lauter unlogische Sachen wie Missreduction Overflow...
Ne sowas gefällt mir gar nicht^^
Obwohl Basketball meine Lieblingssportart ist, nein der Anime und ich passt einfach nicht^^


Mephistopheles-sama
verstehe, was du sagen möchtest. Lebe den gleichen Lebensstil wie du, aber Kuroko no Basket konnte mich doch trotzdem überzeugen. Die Gänsehaut, die man in den letzten Sekunden des Spieles bekommt; wunderschön.