Rezension: Kami-sama no Memo-chou
Der Autor: MrThaeng



Der Anime: Kami-sama no Memo-chou

„Es ist eine bedeutende und allgemein verbreitete Tatsache, dass die Dinge nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen“.
Dieses Zitat beschreibt wohl „Kami-sama no Memo-chou“ am besten. „Kami-sama no Memo-chou“ scheint auf den ersten Blick eine billige Nachmache des erfolgreichen Detektiv-Animes „Gosick“ zu sein, denn sie sind beide mit einer minderjährigen Protagonisten ausgestattet, welche für ihr Alter überdurchschnittlich intelligent ist. Allerdings wird sich im folgenden Verlauf feststellen, dass „Kami-sama no Memo-chou“ keineswegs eine „billige Nachmache“ ist, sondern eher ein gelungener Nachfolger, welcher „Gosick“ in manchen Faktoren sogar übertrifft.

„Kami-sama no Memo-chou“ wurde vom 2. Juli 2011 bis zum 24. September 2011 auf „AT-X“ ausgestrahlt und vom Studio „J.C.Staff“ unter der Regie von Katsushi Sakurabi animiert.

Der Hautprotagonist des Animes ist Narumi Fujishima, welcher selbst noch ein junger Schüler ist und durch die ständigen Ortswechsel mit seiner Familie kaum langanhaltende Freundschaften schließen kann, weshalb er engere Bindungen mit seinen Mitschülern vermeidet. An seiner neuen Schule in Tokyo trifft er allerdings auf die lebensfrohe und sympathisch wirkende Schülerin Ayaka Shinozaki. Ayaka lädt Narumi ein, dem Gartenclub der Schule beizutreten und überzeugt ihn auch davon, dass er sie zu ihrer Arbeitsstelle, dem Ramen-Restaurant "Hanamaru", begleiten soll. Hier trifft er zum ersten Mal auf die junge NEET Detektivin Alice, welche zusammen mit ihren drei Mitarbeitern die Detektei „NEET Tantei Organisation“ bilden. Alice und ihre Mitarbeiter stellen sich jedem Fall, welcher ihnen mit Vertrauen zugetragen wird und sind Experten im Gebiet von Informations- und Faktensammlung. Narumi wird daraufhin von der „NEET Tantei Organisation“ in eine Welt gezogen, von welcher er nicht mal wusste, dass diese existiert: Drogendealer, Schlägertypen, Prostituierte ... oder um es kurz zu fassen: Die große und dunkle Welt der Kriminalität in Tokyo.
Die Story wird in verschiedene ARCs eingeteilt, bei dem jeder Fall einen eigenen ARC bildet.

Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass sie sehr realistisch wirken. Alice wirkt auf den Zuschauer realistischer als manch andere Charaktere, obwohl sie als minderjähriges Mädchen besser Fälle löst als die Polizei. Sie ist 24 Stunden lang von Monitoren umgeben und wohnt in ihrer eigenen kleinen Wohnung. Alice scheint beim ersten Mal genau wie Victorique aus Gosick zu sein, allerdings lässt sich dieser Eindruck bald widerlegen. Sie wird im Gegensatz zu Victorique sehr auf ihre intelligente und ruhige Charaktereigenschaft beschränkt, was bei einer typischen Detektiv-Serie nicht fehlen darf. Doch trotz ihrer dominierenden, ruhigen und intelligenten Seite kommt sie immer wieder niedlich rüber und handelt wie ein typisches kleines Mädchen, was wieder den Effekt von Realismus mit sich bringt. Genauso realistisch und gelungen ist unser Hautprotagonist Narumi. Er tut sich als Assistent von Alice relativ gut und man merkt ihm gar nicht an, dass er ein Anfänger ist. Narumis Verhalten, Handlungen und Denkweisen erscheinen logisch und man kann sie sowohl verstehen, als auch nachvollziehen.
Auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Alice' Mitarbeiter, welche beim Lösen der Fälle eine zentrale Rolle spielen, sind sowohl gut, als auch realistisch gestaltet worden und verleihen dem ganzen Anime noch einen Hauch von Humor. Sie passen also perfekt zu der Story und ergänzen das Charakterbild.

Kritisieren müsste ich die Fillerfolgen innerhalb der Story.
Nach der ersten Episode, welche interessant, spannend und gelungen gestaltet worden ist, sind die darauf folgenden Episoden etwas fehl am Platz. In diesen Fillerfolgen steht die Ramen-Köchin Minli Huang im Mittelpunkt. Die Episoden sind zwar nett anzuschauen, sind nicht langweilig und bieten guten Fanservice, allerdings stellt sich hier die Frage, ob dies einzubringen wirklich nötig war. Sind solche Folgen, vorallem in einem Detektiv-Anime, nicht völlig fehl am Platz? Allerdings ist dies auch einer der wenigen mir aufgefallenen negativen Punkte an „Kami-sama no Memo-chou“. Der Anime bietet nach dieser kleinen Unterbrechung also atemberaubende, spannende und fesselnde Fälle, welche sich bis zum Finale hin in Sachen Spannung und Thriller-Faktor ins Unermessliche steigern.

Von der Animation her ist „Kami-sama no Memo-chou“ auch sehr überzeugend. Der Zeichenstil ist gut und detailliert und gefällt mir persönlich sehr. Vor allem die Animation von Tokyo bei Nacht hat mich überzeugt. Auch hier gilt, dass die Grundbedürfnisse eines jeden Anime-Fans mehr als nur gedeckt werden.

Die Soundtracks von „Kami-sama no Memo-chou“ fallen sehr positiv auf. Sie sind perfekt gewählt worden und werden jeweils immer in den passenden Momenten abgespielt . Aus diesen zwei wichtigen Faktoren ergibt sich eine packende Atmosphäre, die alleine durch die im Hintergrund laufende Musik erstellt wird. Auch das Opening bzw. Ending bringt einem dazu mit zu summen, sie sind also relativ gut zum anhören. Vor allem das Opening passt meiner Meinung nach hervorragend und gibt einen gewissen Vorgeschmack zum Anime.

Abschließend lässt sich also sagen, dass „Kami-sama no Memo-chou“ der bis jetzt beste, von mir angeschaute Detektiv-Anime ist. Seine Fälle sind im Gegensatz zu denen von „Gosick“ weitaus realistischer und auch die Auflösungen der Fälle sind sowohl interessant, als auch spannend. Alles läuft auf die Auflösung in der letzten Episode zu, wodurch eine wirkungsvolle Spannungskurve aufgebaut wird, welche noch zusätzlich durch viele überraschende Wendungen ausgeschmückt wird. Vor allem das perfekte Ende von „Kami-sama no Memo-chou“ hat mich dazu bewegt, diese Recommendation zu schreiben. „Kami-sama no Memo-chou“ überzeugt also mit seinen realistischen Fällen, seinen spannenden Auflösungen und der mysteriösen Atmosphäre innerhalb des Animes, weshalb er mehr Aufmerksamkeit verdient, als die er jetzt hat.





Mit freundlichen Grüßen, MrThaeng

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Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Sassi1710
Zugegeben, ich kenne keinen der beiden Animes, wobei ich Gosick immer sehen wollte.

Na ja, jetzt habe ich einen Einblick in zwei neue Animes erhalten, die sich beide wirklich gut anhören :3 Dann weiß ich ja, was ich demnächst machen werde xD


MochizukiJiro
Da ich beide geschaut habe als sie Airing waren habe ich nochmal einen anderen Blickwinkel.
Wobei ich normalerweise nicht darüber nachdenke ob 2 Anime sich ähneln.

Also, ich fand beide wirklich gut, und bei Kami sama steht auch noch ein rewatch aus.
Bei Gosick nicht, da es mir noch gut genug in Erinnerung ist.


Yashi
Ich hab diesen Anime selber gesehen, Gosick gedoch nicht. Daher ganz interesannt zu sehen wie es aus der sicht von jmd ist,
bei dem es andersrum der Fall ist/war


Ac1dRain
wow und hier kommt gleich die zweite Empfehlung, gj ^^
Und auch noch zu einer Serie, die wahrscheinlich neben den Veröffentlichungen von Nurarihyon no Mago 2 und Usagi Drop unterging. Außerdem denke ich dass "Alice" besser klingt als Kazuya mit seinem ständigen "Victoricaaaaa!" xD