Rezension: Welcome to the Ballroom
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Der Autor: hYperCubeHD



Der Anime: Ballroom e Youkoso

Zu den größten Stärken von Mangas als handgezeichnetes, visuelles Medium zählt die potentielle Variabilität der Zeichenstile – eine der reinsten Anwendungen klassischer Kunstwerte auf das doch tendenziell kommerziell fokussierte Produkt. Neben der Prägung eines persönlichen Stils bietet sich dem Zeichner zusätzlich die Möglichkeit, seine Zeichnungen individuell auf das Thema sowie den Ton des Werks anzupassen. Hierbei ist es gerade bei Charakteren auch zulässig, Realismus oder etablierte Abstraktionen dessen zugunsten bewegungsbetonenderer Designs fallenzulassen. Bei der Adaption der visuellen Gestaltung in einen Anime steht das kreative Team unter anderem deswegen oft vor größeren Herausforderungen. Wie genau halten wir uns an die Panels der Vorlage? Wäre ein anderer Stil der Hintergründe nützlich? Und welche Möglichkeiten bieten sich uns, das teilweise komplexe oder surreale Charakterdesign des Mangas in Hinblick auf die in der Animation gestellten Probleme zu adaptieren. Nicht selten wird hierbei der tendenziell leichtere Weg gewählt und die Charakterdesigns auf einen gegenwärtig in der Anime-Branche populären Stil angeglichen. Dies ist in vielen Fällen keine schlechte Idee, birgt jedoch die Gefahr, dass das Werk bei falscher Verwendung dieser Sprites dann das verliert, was der Zeichner ursprünglich mit seinen Bildern ausdrücken wollte. Ein populäres Beispiel für ein nahe an der Perfektion adaptiertes Charakterdesign ist im Volleyball-Franchise Haikyu!! zu finden, dessen Anime mit seiner einfachen und zugleich kunstvollen visuellen Gestaltung Haruichi Furudates Fokus auf die Explosivität und Eleganz der Sportart herausragend imitiert. Weniger bekannt jedoch in diesem Aspekt nicht minder faszinierend stellt sich die visuelle Gestaltung des Animes Welcome to the Ballroom dar – eine kunstvolle Interpretation des klassischen Tanzsports. Doch kann der Rest der Serie mit dieser Fassade mithalten?

Beim Werk handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Shounen-Mangas von Tomo Takeuchi, der seit 2015 regelmäßig erscheint. Der 24 Folgen umfassende Anime entstammt dem renommierten Animationsstudio Production I.G, bei dem sich mit Yoshimi Itazu ein bekannter Key-Animator (Paprika, Wolf’s Rain) erstmals an einem Serien-Projekt versuchen durfte. Das 2017 ausgestrahlte Werk ist hierzulande bei Amazon Video verfügbar, der Manga ist hingegen nicht lizenziert.

Tanzen – mit diesem uncoolen Sport kann der (nicht minder uncoole) Mittelschüler Tatara Fujita nichts anfangen, bis er eines Tages durch mehrere Zufälle im Studio des professionellen Tänzers Kaname Sengoku landet. Dort findet er zu seiner Überraschung seine Mitschülerin Shizuku Hanaoka vor, von der er im Geheimen bereits seit langem schwärmt. Von dem Wunsch nach Kontakt mit seinem Schwarm angetrieben versucht er, mit dem Tanzen zu beginnen – und verliebt sich in die Eleganz des Sports. Er würde am liebsten unter Sengoku zu Profitänzer heranreifen, muss dabei jedoch noch viel lernen. Eine natürliche Begabung zum Tanzen besitzt Tatara nämlich nicht, dafür jedoch das Talent, Vorgezeigtes ohne viel Training detailgetreu zu kopieren. Reicht dies aus, um sich den Weg in den Profi-Tanzsport zu bahnen?

„Wieso sollte ich mir einen Anime über Tanzen anschauen? Das ist ziemlich uncool“ – so oder so ähnlich wird manch ein Leser auf diesen Einstieg reagieren. Dass es sich dabei nicht um blinde Ignoranz vor der unfassbar populären Sportart des klassischen Turniertanzens handelt, ist dem Werk selbst bewusst. So wird mit dem Protagonisten anders als bei den meisten modernen Sport-Shounen erstmal ein ablehnender, kritischer Blick auf die Aktivität geboten. Mehr als sonst erlebt der Zuschauer das Geschehen aus der Perspektive des Hauptcharakters und soll sich im besten Falle gemeinsam mit Tatara erst in den Tanz verlieben. Hierfür werden entsprechende Beobachtungsszenen beinahe tranceartig inszeniert und strahlen somit ein Maß an Eleganz aus, das von Live-Action-Videos tendenziell nicht erzielt werden könnte. Dieser Fokus auf aus Sicht des Protagonisten emotionsbetonte Inszenierung zieht sich durch das gesamte Werk und bildet einen auffälligen Kontrast zu den eher auf Ensemble-Casts ausgelegten modernen Sport-Animes.

Allgemein stellt sich die persönliche Erzählweise auch außerhalb der Präsentation als überaus erfrischend heraus. Wie ich bereits vor über einem Jahr in meiner Rezension zu Ace of Diamond ausführlich erläuterte, vertrauen die meisten Sport-Animes gegenwärtig auf etwas, das ich ganz gerne den natürlichen Reiz des Zuschauersports nenne. Grob heruntergebrochen lautet meine These, dass diese Werke durch die Darstellung bzw. Imitation kompetitiver Wettbewerbsstrukturen mit klar definierten oder in der Realität verankerten Regeln bereits automatisch Spannung erzeugen und somit nicht die Notwendigkeit sehen, eigene Faktoren in den Handlungsverlauf einfließen zu lassen. Dies ist bei Welcome the Ballroom nicht nur nicht der Fall, die Serie distanziert sich sogar merklich von dieser Struktur. So steht Tataras persönliche Entwicklung als Tänzer im Vordergrund der Geschehnisse, das potentielle Gewinnen der Turniere bildet lediglich eine gelegentliche Validierung des Fortschritts. Statt dem modernen Sport-Anime orientiert sich die Handlung strukturell merklich mehr an einer anderen, wohlbekannten Struktur: dem klassischen Battle-Shounen. Dieser zeichnet sich durch einen grob in Abschnitte einteilbaren Handlungsverlauf aus, in dem mit jedem neuen Segment ein neues Etappenziel sowie mindestens eine neue (positive oder negative) Variable eingeführt wird. Im Falle des rezensierten Werks beginnt Tataras Weg zum potentiellen Profitänzer mit den Grundschritten und persönlichem Training, führt über die erste Partnerin und dem ersten Turnier samt Drucksituation, bis hin zur Bildung eines funktionierenden Tanzpaares für die Zukunft. Mit dieser Struktur finden leider auch einige fast vergessenen Shounen-Klischees den Weg in die Serie, diese müssen jedoch zugunsten des klaren Fokus verschmerzt werden.

Letztendlich stehen und fallen solch persönliche Werke nämlich meist mit dem Hauptcharakter. Im Fall von Welcome the Ballroom ist dieser … wechselhaft – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Problem ist hierbei nicht wirklich, dass Tatara grob gesagt lediglich aus niederen Gelüsten überhaupt in Kontakt mit dem Tanzsport kommt und sich später nicht wirklich entscheiden kann, ob er diesen Plotpunkt aus seiner Liebe zum Sport schon vergessen hat oder nicht. Jungs in der Pubertät sind teilweise so. Somit muss das Verhalten nicht gemocht werden, aber es ist wenigstens relativ realistisch. Ein viel größeres Problem stellen die urplötzlichen, unerklärlichen und unerträglichen Stimmungsschwankungen des Mittelschülers dar. Selten konnte sich ein Shounen-Charakter so schwer entscheiden, ob er auf die gegebene Situation vollkommen überemotional oder beinahe emotionslos reagieren will. Das inkonstante Writing sorgt dafür, dass Tataras eigentlich durchaus vorhandene Persönlichkeit in der ersten Serienhälfte oft ungreifbar, undefinierbar wirkt. Einen gewissen Anteil daran muss man jedoch auch der wechselhaften Performance des unerfahrenen Synchronsprechers Shinba Tsuchiya zuschreiben, wie viel genau ist im fertigen Produkt nicht ermittelbar.

Doch zum Glück scheinen diese Probleme mit dem Protagonisten auch Mangaka Tomo Takeuchi aufgefallen zu sein, und so zeigte er mit der Einführung einer neuen, wichtigen Variable eine Reaktion darauf. Nach einem Timeskip in der Serienmitte wechselt das Werk nämlich seine elementare Struktur und fügt mit Chinatsu Hiyama einen zweiten Hauptcharakter hinzu. Bei der Oberschülerin handelt es sich um Tataras erste gleichaltrige Tanzpartnerin, die zudem über eine beinahe gegensätzliche Persönlichkeit verfügt. Der neue Handlungsstrang bringt neben dem wie bereits beschriebenen neuen Etappenziel auch einige neue Dynamiken und sogar einen Charakter mit einer relevanten Vorgeschichte mit sich. An diesem tastet sich das Werk mit inneren Monologen, einer Vielzahl an Dialogen sowie seltenen Flashbacks heran. Dies nimmt nicht nur viel Druck von Tataras Charakter, der in dieser geteilten Hauptrolle um einiges besser zur Entfaltung kommt, sondern bietet mit der Dynamik der beiden Tänzer einen der besten Aspekte der Serie. Es wird gestritten, versöhnt, gelacht, geweint – und zwar alles in einem nachvollziehbaren Tempo und Maße. Alleine durch den Fakt, dass es sich hierbei um zwei gleichaltrige Jugendliche im engen Körperkontakt handelt, bietet sich die Erforschung sexueller Spannungen an. Dies nutzt der Anime in seinem Handlungsverlauf zwar (bisher) nicht wirklich, dafür wird es auf visueller Ebene jedoch zu einem der tragenden Motive der zweiten Serienhälfte.

Wie bereits eingangs beschrieben, sorgt dafür unter anderem die beinahe perfekte Adaption von Tomo Takeuchis komplexen Charakterdesigns. Diese zeigen außerhalb der Tanzszenen eine unglaubliche Reichweite an Emotionen und Gesichtsausdrücken, die im Anime von kleinen Details wie schimmernden Augen oder kleineren Bewegungen minimaler Muskelstränge wundervoll unterstützt werden. Lediglich die gelegentlichen Wechsel in einen Minimal-Stil für Comedy-Momente scheint nicht ganz zum angestrebten Ton zu passen. Dafür nehmen sich eben jene Momente etwas zu ernst im Szenenverlauf; es entsteht ein leichter Disconnect. Das Highlight des Werks ist jedoch der gegensätzliche Stilwechsel, der die Tanzszenen begleitet. Hierbei ignoriert der Zeichner die mit Ausnahme der betont langen Hälse initial realistischen Proportionen sowie Haltungen und bewegt sich eher auf eine Darstellung zu, die oft koloriert auf Gemälden verschiedener Epochen zu finden ist. Verschmälerung des gesamten Körpers samt Extremitäten und Hüfte, wodurch die Tänzer um einiges größer wirken. Der übertriebene Knick im Rücken der Tänzerinnen. Und herausstechend: die nochmal länger wirkenden Hälse. Der Stil ist sicherlich ungewohnt und andersartig. Und doch; wenn alles zusammen mit der Musik und einigen anderen visuellen Kniffen kombiniert wird, vermag der Anime eine Eleganz und Leidenschaft auszustrahlen, die so in der Branche bisher kein zweites Mal gefunden werden kann.

Welcome the Ballroom ist gewiss nicht der beste Sport-Anime, der in den letzten paar Jahren erschienen ist. Gerade die Charaktere und der grundsätzliche Handlungsverlauf weisen Probleme auf, die die Erfahrung durchaus stellenweise trüben. Steht man dies jedoch durch, erhält man eine visuell eindrucksvolle Interpretation eines Sports, der heutzutage eher nicht im Rampenlicht steht. Lediglich eine gewisse Offenheit wird benötigt – Offenheit bezüglich des Themas, des Stils und der Umsetzung zu gleichen Teilen.

Cube

KommentierenDanke!


Die letzten 10 Kommentare zu dieser Rezension:


Plinfa-Fan
Ja, ja... Welcome to the Ballroom.

Ich hatte ja schon zuvor den Manga gelesen und kann dadurch bezeugen: Dieser wurde nahtlos umgesetzt. Gut, die Art und Weise, wie Tatara mit dem Tanzen in Kontakt kommt, wurde geändert, aber sonst fehlt fast keine Szene (ja, ein paar fehlen, aber die sind eher unwichtig) und man hat den Manga 1:1 umgesetzt. Nein, ich würde sogar sagen, man hat mit dem Anime noch mehr aus dem Werk herausgeholt, dadurch, dass man nun all diese Tanzszenen auch in Bewegung sehen konnte und diese so eine Ecke dynamischer wirken. Leider gibt es im Verlaufe der Serie öfters mal Standbilder statt flüssigen Animationen, aber erstens sahen diese (wie der ganze Anime) wunderschön und detailliert aus und zweitens kann man bei solch einer Detailverliebtheit nicht auch noch durchweg perfekte Animationen erwarten. Insgesamt finde ich die Umsetzung also mehr als gelungen.

Was ich - nicht nur am Anime, sondern an dem Werk an sich - bemängeln würde: Es gibt da so einen Tanzwettbewerb, der sich für mich gezogen hat wie Kaugummi. Mit diesem Eindruck stehe ich zwar so ziemlich allein da (im Diskussionsthread damals fanden alle anderen den Wettbewerb vollkommen in Ordnung), aber ich kann ihn trotzdem nicht abschütteln. In diesem einen Wettbewerb passiert meiner Meinung nach viel zu viel, es wird sehr viel darüber geredet, was gerade passiert, es wird der Hintergrund von insgesamt drei Personen beleuchtet und so dauert der eigentliche Wettbewerb ewig, bis er zu Ende ist. Ich finde einfach, man hätte das etwas besser aufteilen und mehr in Häppchen verteilen sollen, aber gut. So schlimm war es nun auch nicht, aber ich wollte es zumindest erwähnt haben.

Insgesamt befinde ich Ballroom e Youkoso für einen fantastischen Sportanime, der einfach super aussieht und ein paar ziemlich interessante Charaktere zu bieten hat. Chinatsu ist für mich sogar noch interessanter als Tatara und hat - wie hier bereits mehrfach erwähnt wurde - der Handlung sowie Tataras Entwicklung einen ordentlichen Boost gegeben. Also wer ihn noch nicht geschaut hat und kein Problem mit dem Tanzsport hat, sollte hier unbedingt mal reinschauen.

Danke für die Rezension!


Sniperace
Danke, Danke, Danke:)
hYperCubeHD
Echt tolle Rezension, Du sprichst mir hier größtenteils von der Seele, selten eine solche Rezension gesehen, wo ich so gut wie Nichts beifügen müsste und wo es mich trotzdem so reizt etwas zu schreiben. Und ist es auch nur ein großes Danke:)
*o-gj*

Mit Chinatsu Hiyama Figur hat sich der Anime echt nach oben geschraubt und auf eine andere Stufe gehoben und die Spannung, die Elektrizität, zwischen den Beiden ist einfach eine Wucht. Gut man könnte auch erwähnen, dass Mako Akagi eine nicht unwesentliche Steigerung vollbracht hat und ebenfalls die Spannung gigantisch war, wenn auch kein Vergleich zu Chinatsu und auch ganz anders - am Ende fast wie eine Erlösung, Mako u. Tatara sind zwei Figuren, die sich gegenseitig heilen (für mich und für viele Andere, einer der ersten großen Höhepunkte). Oder wie sehr die anderen Figuren zum Anime betragen, wie sehr auch ihre Story bewegt. Ich denke so etwas wie Hauptfiguren hat der Anime nur bedingt, er zeigt es mehrfach, da wird sich wenig auf Tatara konzentriert und viel mehr auf andere Figuren.
Selten konnte sich ein Shounen-Charakter so schwer entscheiden, ob er auf die gegebene Situation vollkommen überemotional oder beinahe emotionslos reagieren will. Das inkonstante Writing sorgt dafür, dass Tataras eigentlich durchaus vorhandene Persönlichkeit in der ersten Serienhälfte oft ungreifbar, undefinierbar wirkt. Einen gewissen Anteil daran muss man jedoch auch der wechselhaften Performance des unerfahrenen Synchronsprechers Shinba Tsuchiya zuschreiben, wie viel genau ist im fertigen Produkt nicht ermittelbar.

Ich finde seine inkonsistente Art eigentlich ganz gut, grade zu Beginn ist es eine Figur, die sich treiben lässt, keine Ziele oder Wünsche hat und ziemlich unsicher ist. Er ist wie ein Geist, der in den Tag rein lebt. Da passt es ganz gut. Und auch wenn er großes natürliches Talent hat (hat er, mehrfach zu sehen), so muss er doch auch später erst aus seiner Art finden, natürlich geht es nicht ohne Rückfälle, Einbrüche, Schwankungen usw.
Gegen den Sprecher hab ich so eigentlich nix, ich muss auch sagen, Unerfahrenheit passt gut zur Figur, wenn man es so betrachtet - lustigerweise war sein erster Job davor bei einem anderen Sport Anime Haikyuu!!
Ob ich Tatara jetzt als Shounencharakter sehen will, da scheiden sich die Geister, zum einen hat der Anime/Manga durchaus Shounenansätze und wird auch als solcher vertrieben, zum Anderen ist es doch unweigerlich auch genug Seinen und könnte genauso als solcher vertrieben werden. Sagen Wir mal so, es wird nicht schaden, dass es als Shounen vertrieben wird und kein Autor wird sich für ein Seinenmagazin entscheiden, wenn er wesentlich mehr Leute anders herum erreicht. Ist nicht der einzige Anime, der diese Besonderheit nutzt.
(Und bevor noch Jemand sagt, ich rede Bullshit - ich kenne einen Manga, der in Japan Shoujo/Boys Love war und auch ist, wo anders aber als Seinen vertrieben wurde;)
Aber ja, die "Haupt" Figur hat genug Shounenansätze, allerdings mit ziemlichen Ansätzen da raus zu wachsen. Ändert aber nix dran, dass etliche Charaktere Seinenfiguren hoch zwei sind.
Wie bereits eingangs beschrieben, sorgt dafür unter anderem die beinahe perfekte Adaption von Tomo Takeuchis komplexen Charakterdesigns. Diese zeigen außerhalb der Tanzszenen eine unglaubliche Reichweite an Emotionen und Gesichtsausdrücken, die im Anime von kleinen Details wie schimmernden Augen oder kleineren Bewegungen minimaler Muskelstränge wundervoll unterstützt werden. Lediglich die gelegentlichen Wechsel in einen Minimal-Stil für Comedy-Momente scheint nicht ganz zum angestrebten Ton zu passen. Dafür nehmen sich eben jene Momente etwas zu ernst im Szenenverlauf; es entsteht ein leichter Disconnect. Das Highlight des Werks ist jedoch der gegensätzliche Stilwechsel, der die Tanzszenen begleitet. Hierbei ignoriert der Zeichner die mit Ausnahme der betont langen Hälse initial realistischen Proportionen sowie Haltungen und bewegt sich eher auf eine Darstellung zu, die oft koloriert auf Gemälden verschiedener Epochen zu finden ist. Verschmälerung des gesamten Körpers samt Extremitäten und Hüfte, wodurch die Tänzer um einiges größer wirken. Der übertriebene Knick im Rücken der Tänzerinnen. Und herausstechend: die nochmal länger wirkenden Hälse. Der Stil ist sicherlich ungewohnt und andersartig. Und doch; wenn alles zusammen mit der Musik und einigen anderen visuellen Kniffen kombiniert wird, vermag der Anime eine Eleganz und Leidenschaft auszustrahlen, die so in der Branche bisher kein zweites Mal gefunden werden kann.

Mit einer der Gründe warum es so gut rüber kommt. Top. Für mich der Höhepunkt sind aber die Szenen, wo es zwischen Figuren unglaublich knistert und wo ein Atmosphäre entsteht, die mich einfach umhaut. I.G halt, was sie gut können ist und bleibt Atmosphäre, das zeigen sie immer wieder und wieder. Szenen die einfach nur umhauen - so wie auch in After the Rain (ist ja streng genommen I.G) mehrfach zu sehen, dafür braucht es Leute mit ganz viel Muse und gaaaaanz viel Talent.
Alleine wenn ich an das zweite Opening von Welcome to the Ballroom denke ............wooooooow:
Ich würde Euch Hier ja gerne einen Link liefern, doch auf Yout..e sind sämtliche OP2 verzehrt oder gedehnt:(
Egal, nicht nur das mit UNISON SQUARE GARDEN die perfekte Nummer dazu abliefern (so wie bei Sangatsu no Lion S2 OP2 - einer weiteren Opening Großtat), ist es einfach eines der besten Op. der Seasons gewesen, dass ich mir oft genug mehrfach angesehen hab, alleine wie Chinatsu auf dem Bett liegt und auf einmal diesen Blick setzt - Wahnsinn:)


Nochmal großen Dank:)
Live is good
Sniperace