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THEMA: Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836724

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Diese Beschreibung für Tankiro trifft auf JEDEN Shounen Protagonisten zu, mit der Ausnahme, dass dieser tatsächlich kein Heuchler ist und gar Sympathisch.
Ich verstehe die Ansätze die hier angesprochen werden, aber ich verstehe nicht, warum ausgerechnet er gewählt wird. Würde ich alle Shounen Protagonisten in einer Reihe aufstellen, würde er wohl einer derjenigen sein, die am positivsten aufgefallen sind.


Für meinen Teil muss ich anmerken -

Ich finde, Tanjiro ist mit Abstand einer der besten Shounen Protagonisten die ich je gesehen habe. Sein Eindruck wird keinesfalls von Individueller Persönlichkeit oder einem gut geschriebenem Charakter untermauert. Er ist schlichtweg logisch, menschlich, sympathisch und seine Handlungen sind tatsächlich nicht hassenswert.
Es gibt etliche Charaktere wie ihn, die einfach Gutmütig sind, aber eine furchtbar lästige und nervige Persönlichkeit aufweisen. Warum es bei ihm nicht der Fall ist, kann man schwer in Worte fassen, er ist sehr speziell in seinem Bereich.
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von TeamAlex.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836725

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@TeamAlex bitte was? zuersteinmal trifft das nicht auf jeden shounen protagonisten zu. auf die alten wohl ja aber neuere haben inzwischen sogar character development und sind meistens garnicht so perfekt oder haben wenigstens einen richtigen grund dafür, z.B ist in my hero solch ein ehrenhafter mensch zu sein wenigstens ein richtiger anerkannter beruf und gleichzustellen mit der polizei und selbst in dem universum sind die charaktere nicht perfekt.
ich denke mal es wurde ausgerechnet er angesprochen weil 1. dieser anime gerade extreme im hype war (teilweise komplett grundlos) und 2. tanjiro ein charakter der neuen generation ist. wer schreibt heutzutage noch irgendwas über son goku zum beispiel?

in deinem zweiten teil fängst du aber an dir zu wiedersprechen. am anfang sagst du jeder andere charakter ist doch genauso übertrieben ehrenhaft, aber dann sagst du aufeinmal, dass tanjiro sogar noch ehrenhafter ist?
warum andere charaktere so nervig für dich sind kann ich dir erklären. z.b Asta, aus black clover, welcher rumschreit wie ein verrückter, hat weder einen grund noch ist es irgendwie gut gemacht. es nervt einfach nur. bei tanjiro gibt es so komische faxen garnicht und die zwei anderen an seiner seite haben eine erklärung für ihr verhalten und es ist auch meistens nicht übertrieben. Auch ist sein verhalten wie du schon sagst logisch. Er ist nicht ein dummes kind wie z.b gon, welcher lieber stirbt, als aufzugeben weil er eindeutig schwächer ist und es nächstes mal einfach nochmal probieren kann. aber nur weil er nicht nervt ist er nicht gleich ein guter charakter. er ist einfach nur nicht schlecht.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836744

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@kriegnes

1. Ich verstehe worauf du hinaus willst, doch nenne mir mal Protagonisten die nicht diesen Klischees entspringen.

2. Es geht hierbei nicht um "Ehrenhaft" sondern wie die Persönlichkeit umgesetzt wird. Wir haben Tonnen an Charaktere, die von Liebe, Gefühlen und Menschlichkeit reden. Doch dieser kann seine Ansichten, durch seine Situation gut begründen. Er hat es im Werk oft genug klar gestellt.

3. Wie du schon sagst, Tanjiro ist kein guter Charakter. Er ist nur ein erstklassiger Shounen Protagonist. Ein guter Protagonist zu sein und ein tiefgründig geschriebener Charakter, sind zwei paar Schuhe. Ich hätte mir für Tanjiro auch mehr Tiefe gewünscht. Aber mit dem was ich erhielt, kann ich mehr als nur zufrieden sein.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836753

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Also zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich mit deiner grundlegenden Message übereinstimme. Oftmals schaukeln sich Diskussionen im lieben Internet auf sehr emotionale Weise hoch, wodurch nicht nur der Punkt der eigentlichen Diskussion verloren geht, sondern eben auch emotionale Argumente als rational verkauft werden, was für jede Diskussion fatale Folgen hat.
Ich denke, man muss hier ein wenig vorsichtig sein, denn auch Medienkritik ist ja nicht rein objektiv. Es wird immer subjektive Einflüsse geben und das sollte anerkannt werden. Dennoch wäre uns allen gut daran getan, wenn mehr Leute mal in sich gehen würden, um zu überprüfen, ob ihre Ansicht nun eine zumindest teilweise rational begründete oder rein emotionale ist. Denn das große Problem ist ja generell nicht, dass das nicht entsprechend gekennzeichnet wird, sondern viel eher, dass die Leute sich dessen selbst nicht bewusst sind.

Soweit, so gut. Dennoch möchte ich nochmal deine Charakter-Analogien ansprechen. Genauer gesagt nur die eine, da ich Darling in the FranXX nicht gesehen habe und dementsprechend nichts dazu sagen kann. Aber zu deiner Beurteilung von Tanjirous Charakter möchte ich gerne etwas sagen.
So kann ich deiner Beobachtung bezüglich seines Charakters zunächst einmal nur zustimmen. Er ist bereits von Anfang an sehr emotional abgerundet. Er hat eine Menge Einfühlsamkeit und die Fähigkeit, die Dämonen als mehr zu betrachtet als nur das manifestierte Böse, aber gleichzeitig genug Realitätsbewusstsein, sich davon nicht abbringen zu lassen, das Notwendige zu tun - diese nämlich zu töten. Eine solche Balance ist selten und ja, Tanjirou ist dadurch zumindest auf einer mentalen Ebene deutlich reifer und "perfekter" als so manch anderer Protagonist.

Dennoch komme ich mit ihm zu einem anderen Schluss und würde grundsätzlich dahingehend widersprechen, dass er deshalb kein guter Charakter ist.
Du hast recht damit, dass die Entwicklung fiktionaler Charaktere durch Arcs bestimmt wird. Dabei vergisst du jedoch eine bestimmte Kategorie: Den sogenannten "Flat Arc". Das sind Protagonisten ohne maßgebliche Charakterentwicklung (weder positiv noch negativ) und ist eine durchaus verbreitete und anerkannte Technik (ein berühmtes Beispiel wäre unter anderem Marty McFly aus Zurück in die Zukunft). Dieser Arc lebt nicht davon, dass der Protagonist sich weiterentwickelt, sondern wie er die anderen Charaktere in seiner Umgebung beeinflusst. Und das tut Tanjirou ohne Zweifel, insbesondere jetzt, wo Zenitsu und Inosuke vollständig zu seinem Team gehören.
Ich bin sowieso grundsätzlich der Meinung, dass man sich nicht immer an alle "Regeln des Geschichtenschreibens" halten muss, um ein gutes Werk zu produzieren, ein paar der besten und prägendsten Werke sind entstanden, eben weil sich der Autor / Regisseur dachte "Scheiß doch drauf" (obwohl das natürlich immer mit einem Risiko verbunden ist, da diese Techniken nun einmal geprüft sind). Aber das ist nebensächlich. Zu sagen, Tanjirous Charakter halte sich nicht an etablierte Regeln des Schreibens, ist nämlich einfach falsch. Der Flat Arc existiert seit Jahrzehnten und findet in vieler Literatur über Character-Arcs Erwähnung und Tanjirou ist nahezu ein Musterbeispiel für einen solchen Arc.

Natürlich steht es dir trotzdem frei, das langweilig zu finden. Ich für meinen Teil habe großes Vergnügen an solchen Geschichten. Zumal diese Art des Arcs großes Potenzial für die Zukunft bietet, wenn es darum geht, ggf. Tanjirous Weltsicht auf den Kopf zu stellen. Denn gerade weil er dem Zuschauer so perfekt vorkommt, kann ein Arc, der das ins Wanken bringt umso wirkungsvoller sein. (Auch wenn ich weiterhin glaube, dass es einen solchen Twist nicht zwangsläufig braucht.)

Abschließend habe ich nochmal eine Frage an dich, da mich eine Formulierung deinerseits sehr irritiert. Was meinst du mit der "Vermischung von Fiktion mit realer Fiktion"? Ist das ein Schreibfehler und du meinst die Vermischung von Fiktion und Realität? Oder (in dem Kontext wahrscheinlicher) wahrgenommener und beabsichtigter Fiktion? Oder etwas völlig anderes? Denn in meinem Verständnis existiert so etwas wie "reale Fiktion" nicht, da die Definitionen der beiden Begriffe ja widersprüchlich sind. Wäre super, wenn du mich hier aufklären könntest, was du meinst.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836860

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Das Hauptproblem ist mMn, dass in Animeforen viel zu viele dieser selbsternannten Medienkritiker unterwegs sind, die glauben sie haben das Leben und jede Form von Anime, Manga, etc. durchschaut und verstanden. Das ist auch der Grund warum ich Rezessionen meißt garnicht anschaue weil es mich nur aufregt und mir jede Menge fremd schämen verursacht.
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