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THEMA: Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836676

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Upsala, da sollte ein Bild sein :/

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon
– Warum gute Charaktere schlecht sein können –


von hYperCubeHD am 03. Oktober 2019


Dieser Artikel ist sowohl in Text- als auch Video-Form verfügbar. Der Text ist hierbei deckungsgleich, beim Video handelt es sich primär um eine lose untermalte Vertonung des Artikels.




Das mag sich bei einem Redakteur einer der größte Anime-Plattformen Europas seltsam anhören, aber ich bin wahrlich kein begeisterter Leser von Anime-Foren. Es ist nicht unbedingt so, dass mich die Diskussion an sich nicht interessieren würde, auch wenn sie meist eher nur zur Abschätzung der aktuellen Trend-Meinungen taugt. Das Problem liegt für mich eher in der unpräzisen, ja teilweise irreführenden Sprache, die dort primär vorherrscht. Eines meiner größten Pet Peeves in diesem Kontext ist etwas, das ich ganz gerne (eigentlich nur als Aufhänger für diesen Artikel) das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon nenne.

Erstmal: natürlich handelt es sich dabei nicht wirklich um ein Paradoxon, sondern eher eine Art semantischer Merger von zwei unterschiedlichen Konzepten. Die Charaktere fungieren hierbei als populäre Beispiele, an denen der Mismatch in beiden Ausführungen erklärt werden kann. Heruntergebrochen meine ich mit dem Begriff die Vermischung der Betrachtung von Dingen und Charakteren innerhalb ihrer Fiktion mit der als fiktionale Elemente eines realen Werks. Uff, das hört sich jetzt erst mal kompliziert an. Liegt auch daran, dass ich es noch nicht gut erklärt habe. Aber verzweifle nicht, junger Padawan. In den folgenden Textsegmenten erkläre ich das Konzept sowie seine potentiellen Auswirkungen anhand zweier populärer Beispiele.

 

Ichigo (Darling in the FranXX)

Ichigo ist einer der beiden Loveinterests des Protagonisten Hiro im Original-Anime Darling in the FranXX. Sie bildet hierbei ein Liebesdreieck mit der designierten Werkwaifu Zero Two und repräsentiert sowohl in der Handlung als auch aus Sicht des Zuschauers eine Art drittes Rad am Wagen. Die Kindheitsfreundin, die für den Hauptcharakter Gefühle hegt, welche dieser jedoch nicht erwidert und stattdessen einem anderen, für ihn schlechteren Mädchen nachjagt – so weit, so normal. Ein durchaus etabliertes Konzept, gerade in Animes. Doch bei der Umsetzung beginnen bzw. begannen die „Probleme“.

Anstatt wie üblich die unerfüllte Liebe sowie das Beschützen des Protagonisten als positiv zu präsentieren und somit als Aufhänger für den Charakterarc zu nutzen, stellt sich das Werk und damit auch der Zuschauer auf die Seite der toxischen Beziehung mit Zero Two. Diese Inversion des Konzepts ist Absicht und bezieht sich ebenso auf den daraus kreierten Charakterarc: Anstatt dass Hiro erkennt, dass die Beziehung mit seiner Flamme für ihn nicht gut ist, folgt er ihr einfach weiter bis beinahe in den Tod, was wiederum Zero Two in ihrer Persönlichkeit verändert. Dies macht Ichigo fundamental zum dritten Rad am Wagen und bringt den Zuschauer dazu, ihre Aktionen und Kritik zugunsten der designierten Werkwaifu zu verurteilen. Und das mit verhältnismäßig drastischen Mitteln.

Aus dieser Situation ergab sich nämlich während der Ausstrahlung Anfang 2018 etwas, das ich die Ichigo-Kontroverse nenne. So wurden in Folge einer spezifischen Episode, in der Ichigo ihre Ablehnung gegenüber Zero Two in besonders harschen Aktionen zum Ausdruck brachte, mehrere an der Produktion beteiligte Personen wie Animations-Produzent Yuuichi Fukushima, Episoden-Regisseur Yoshiyuki Kaneko und vor allem der Writer Hiroshi Seko auf eine teils üble Art und Weise auf Social-Media und in Foren beschimpft. Memes wurden kreiert, in denen den Verantwortlichen Gewalt angedroht wurde und manche erhielten sogar Morddrohungen sowie Aufrufe zum Suizid. Das ist natürlich eine extreme Überreaktion – ganz egal, was in der Story passiert. Doch warum gab es überhaupt eine Reaktion?

Denn Ichigo ist kein schlechter Charakter, ganz im Gegenteil. Sie ist definitiv eine der qualitativ hochwertigeren Figuren in Darling in the FranXX. Das „Problem“ ist, dass sie fundamental als schlechter Charakter designt ist; oder um es besser auf den Punkt zu bringen: Der Zuschauer soll sie nicht mögen, das ist Absicht, das ist ihre Rolle in der Handlung. Sie ist der Buhmann, der dem Protagonisten zu sagen hat, dass er einen Fehler macht, ja dass er sich gerade ins Verderben stürzt. Und damit hat sie aus ihrer subjektiven Position durchaus recht, was den Zuschauer dann doch aller Freude an Zero Two zum Nachdenken bringen soll. Das ist actually gutes Writing, eine der nicht all zu häufigen Instanzen davon im Werk. Der Outrage bzw. die Kontroverse ist in diesem Fall die Folge der Ignoranz vor der Fiktionalität der Geschichte. Es wird in die Fiktion versunken und die Gefühle werden als real betrachtet, was erst mal grundsätzlich nichts schlechtes ist, jedoch sorgt der fehlende Abstand zur Fiktion zu einer Vermischung eben dieser Gefühle mit der Wahrnehmung des Werkes. Das ist polemisch ausgedrückt das erwachsene Äquivalent dazu, bei Tabaluga tivi den bösen Schneemann Arctos auszubuhen. Verständlich, aber irgendwie auch etwas dämlich.

Tanjirou (Kimetsu no Yaiba)
Ich muss diesen Absatz mit einem kurzen Statement beginnen: Ich mag Kimetsu no Yaiba. Es hat seine Probleme, aber ist insgesamt ein guter Anime mit einer tollen visuellen Gestaltung, Animation und Musik. Einzelne Story-Lines sind durchaus ansprechend und die Qualität der Dialoge ist trotz durchaus vorhandener durchwachsener Elemente noch immer annehmbar. Einen bestimmten Faktor von Kimetsu no Yaiba mag ich jedoch überhaupt nicht: den Protagonisten Tanjirou Kamado. Und mit „nicht mögen“ meine ich in diesem Fall, dass ich den Charakter qualitativ nicht gut finde.

Nun werden sich viele fragen: „Wie kann man denn bitte Tanjirou nicht mögen?“ Und die Frage ist vollkommen berechtigt. So handelt es sich beim 15-Jährigen um einen freundlichen, besonnenen und gut aussehenden Schwertkämpfer, der nicht auf andere angewiesen ist und alles daran setzt, seine Schwester zu beschützen. Zusätzlich ist er emotional genug, um relatable zu sein, aber nicht so emotional, dass es jemals wirklich ein Problem wäre. Er ist der, der die Dämonen und die Menschen versteht, der sich trotz seines jungen Alters und traumatischen Erlebnisses immer auf dem moralischen Highground bewegt, und generell alle ihm gestellten Probleme im Rahmen seiner Fähigkeiten löst. Er ist perfekt. Und das ist das Problem.

Eines der fundamentalsten Elemente von Geschichten ist nämlich das Führen von Charakteren (insbesondere Hauptcharakteren) durch sogenannte Arcs. Im Rahmen dieser sollen sie die Geschehnisse reflektieren und sich auf Basis davon verändern, ob zum besseren oder schlechteren. Man spricht auch davon, dass sie etwas lernen sollen, wobei dies nicht nur im positiven Sinne gemeint ist. Aber bei Tanjirou funktioniert das nicht, denn was soll er noch lernen? Er ist zwar nicht overpowert oder so etwas und kann damit sich noch mit physischen Training weiterentwickeln, jedoch wird er auf der charakterlichen Ebene als vollkommen makellos dargestellt. Damit erinnert er ein wenig an Superhelden – und zwar nicht die aus den aktuellen Filmen mit Ecken und Kanten, sondern die überglorifizierten, die in vielen Comics des vergangenen Jahrhunderts zu finden sind. Die Kreation eines glaubwürdigen Charakterarcs für Tanjirou ist ohne drastische Story-Entwicklungen eigentlich vollkommen unmöglich, und in Hinblick auf das Event in der ersten Folge und seine fehlende adäquate Reaktion darauf liegt die Messlatte für so einen Plottwist dafür bereits ziemlich hoch. Der Autor hat sich mit seinem Protagonisten bereits innerhalb weniger Kapitel in eine Ecke manövriert, aus der es kaum Entrinnen gibt. Und das ist dann letztendlich leider einfach schlechtes Charakterdesign.

Doch warum rede ich überhaupt über Tanjirou? Wo kommt die Vermischung, das Paradoxon ins Spiel? Naja, bereits in der Gegenfrage, wie man denn den Charakter nicht mögen könne. Hierbei werden erneut zwei unterschiedliche Definitionen des Wortes „mögen“ benutzt; um genau zu sein werden die emotionale Bewertung von Fiktion und realer Fiktion miteinander vermischt. Das heißt nicht, dass man Tanjirou als fiktionalen Charakter nicht mögen darf, im Gegenteil. Jedoch muss man sich bei der Evaluation von ihm als Figur in einer Geschichte den Unterschied zwischen diesen beiden Ebenen bewusst machen, damit dieser Eindruck nicht durch vorgetäuschte Emotionen beeinflusst werden kann. Geschieht dies nicht, sorgt es dafür, dass zwei Personen das Werk aus Blickwinkeln betrachten, die auf Basis ihrer Bewertungsframeworks so weit voneinander entfernt liegen, dass eine Diskussion wahrhaft unmöglich sein kann.

 

Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Artikel die richtigen Personen erreiche. Oder überhaupt die richtige Reaktion hervorrufe. Das Konzept der Vermischung von Fiktion mit realer Fiktion ist relativ schwer zu verstehen, hat jedoch wie bereits gezeigt drastische Auswirkungen auf die Diskussion. Ebenso will ich niemandem absprechen, Werke anhand seiner Gefühle zu evaluieren. Schließlich ist das um einiges natürlicher und sogar menschlicher, als alles durch die Linse der formalen Medienkritik zu sehen. Es ist nur wichtig, dies dann auch zu kennzeichnen, um sich auf einem gemeinsamen Standard bewegen zu können. Denn nur so ist verständliche Konversation möglich.

Cube


Das brillante Thumbnail sowie der dazugehöre Slider sind das Werk von DerProMille.
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von hYperCubeHD.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836683

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Ich stimme dir total zu Tanjirou ist von der Person her 100 Prozent gutmütig, ohne jegliche Abschweife und Ichigo ist halt in die Rolle des Buhmanns geschlüpft. Ich glaube das größte Problem an Ichigo aus Darling in the Franxx ist, wie das ganze mit Ichigo in Szene gesetzt wurde. Sie hat halt mehrere sehr extreme Eingriffe in die Privatsphäre der beiden Liebenden gebracht, welches sie schnell zum mit unbeliebtesten Charakter der Animeszene gemacht hat. Persönlich mag ich Tanjirou sehr, weil er nicht wie Asta, Ruffy, Naruto und Co ist. Um es kurz zu fassen es ist mal eine Abwechslung. Schade das kein Charakterdevelopment klar wird, aber definitiv mal etwas anderes.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836685

Tanjirou ist ein netter Junge, und daran ist nichts perfekt, selten oder ungewöhnlich. Die meisten Menschen sind frei von Arglist und wollen ihre Freunde beschützten, und deshalb ist Tanjirou der ideale Charakter für sie zum sich hineinzuversetzen. Die meisten Shonen Protagonisten sind pragmatisten, die zwar ihre ideale haben aber deren Ziel klar im Vordergrund steht, und dieses ist in erster Linie egoistisch, deshalb ist es sehr erfrischend einen gutherzigen Protagonisten zu haben der für seine Familie und Freunde eintritt, und nicht unbedingt der Stärkste/Piratenkönig/Ninja Präsident werden will.
Kritik alà "Tanjirou ist zu perfekt" kommt vornehmlich von jener Sorte Mensch der es unverständlich ist das ein Mensch frei von Boshaftigkeit oder Streben nach Macht sein kann, während das natürlich ein völlig normaler Umstand ist. Gibt einem zu denken

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836686

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Ich denke, dass Tanjiro einen "flat character arc" representiert und damit sich über den Verlauf der Handlung gar nicht verändern soll, sondern durch seine Taten seine Umgebung verändern soll. Wie diese Veränderung aussieht wird warscheinlich noch im späteren Verlauf der Handlung gezeigt aber die Charaktere Zenitsu und Inosuke zeigen schon Anzeichen der Veränderung durch Tanjiro. Deshalb denke ich nicht, dass Tanjiro ein schlechter Charakter ist, sondern lediglich durch einen etwas von der meta abweichenden Arc / Stil representiert, was ich persönlich als eine nette Abwechslung Empfinde.
Ein anderes Beispiel für einen flat character arc ist Son - Goku aber seinen flat character arc möchte ich hier nicht ausschweifend erläutern, die Arbeit hat mir nämlich der Youtuber Totally not Mark schon abgenommen, dessen Video dazu ich definitiv weiterempfehlen kann!

Das hab ich schon in den yt Kommentaren geschrieben aber hier poste ich das auch mal und diesmal mit Besserer Rechtschreibung xD
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von xadej. Begründung: Tippfehler
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836687

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Also ich glaube es wäre angebracht gewesen, dass es hierbei um eine eigene Meinung handelt, denn ich persönlich empfinde Tanjirou als besten Charakter von Kimetsu no Yaiba. UND bei mir ist sowas wirklich unglaublich. Warum? Na weil ich normalerweise "nur" ein Fan von Antagonisten oder Charakteren bin die zu min. solche Züge haben. Perfekte Beispiele, fällt bestimmt jedem gleich zwei ein, sind Lelouch aus Code Geass und Light aus Death Note. Absolut ungeschlagen eine meiner Lieblingscharaktere aus dem Animeuniversum.

Ich weiß nicht, es gibt viele Charaktere die einen absolut reinen Charakter haben aber Tanjirou ist endlich mal ein "reiner" Charakter ohne dabei auch zu naiv zu sein, wie es leider in vielen Harem-Animes so vorkommen tut. Das ist wirklich nervig sowas. Deshalb denke ich auch, das Tanjirou genau aus solch einem Grund auch ziemlich beliebt ist. Stand 03.10.2019 um 20:02 Uhr sind aktuell auch 4,130 Menschen auf MAL Fan von Tanjirou. Also ich für meinen Teil empfinde dies wirklich auch beachtenswert. Wenn man bedenkt das viele "Hype"-Animes (auch Kimetsu no Yaiba ist meines Erachtens so ein Werk), deutliche weniger Fans haben (gesprochen von den Protagonisten).

Also Ichigo hat quasi eine Position eingenommen, die man als Zuschauer wirklich nicht leiden kann. Deshalb wird sie auch so gehasst. Quasi stellt die sich in die Liebe von einem der beliebtesten weiblichen Protagonisten in der Animewelt. Warum Zero 2 so beliebt ist? Meine Vermutung liegt ja darauf, dass quasi das Wort "Darling" of benutzt und außerdem ausgegrenzt von den Leuten im Anime wird. Außerdem sie besonders aussieht, sie ist quasi ein Einzelfall in der Animewelt.
Gegen sowas kann Ichigo auch bei den Zuschauern nicht ankommen, weil sie dabei auch nicht wirklich einen wirklich besonderen Charakter hat, eher 0815 rüberkommt bis wirklich fast zu normal.

Nochmal zurück zu Kimetsu no Yaiba. Ich empfand den Anime (zu min. aktuell die 1. Staffel) als ein Meisterwerk. Dabei habe ich wirklich viele Animes gesehen und kann auch daher mit großer Sicherheit sagen, dass Kimtesu no Yaiba womöglich (zu min. für mich) die schönste, vorallem beeindruckenste und detailreichste Animation hat, die ich bisher gesehen habe.
Sowas ist natürlich ein "Nice to have" aber in einem Anime sind 2 Dinge noch deutlich wichtiger als die Animationen (in einem Anime hehe) und zwar Story und Charaktere.
Die Story handelt qausi davon, wie Tanjirou immer stärker wird um sich an den Mörder seiner Familie rächen zu können. Also war er quasi nie wirklich "OP". Gegen Rui hätte er alleine auch keine Chance gehabt ohne Nezuko.
Also ich versteh ja dieses Ichigo-Paradoxon aber das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon ist mir quasi ein Rätsel.

In diesem Sinne,
eine schöne Herbst-Season.
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von AnimeGeass.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836688

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Ich verstehe, dass Tanjiro nicht gerade der tiefgründigste Charakter ist. Aber inwiefern ist Ichigo denn besser? Sie ist doch von Anfang bis Ende einfach nur das Mädchen mit unerwiderter Liebe, das an Hiros Vernunft appelliert. Aber sonst? Was macht sie sonst zu einem besser geschriebenen Charakter als Tanjiro? Für mich ist sie so ziemlich genauso flach (und damit meine ich nicht ihre Oberweite - und ja, der Witz war noch flacher). Von daher weiß ich nicht, ob das sein guter Vergleich ist.

Das YouTube-Thumbnail ist aber zweifellos fantastisch. Vor allem Ichigo mit Tanjiros Augen.^^
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836689

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Ich denke Ichigo wurde insofern als Tiefgründiger betitelt, als dass sie laut Cube einen Charakterarc durchläuft und Tanjiro nicht.
Jedoch gebe ich dir vollkommen recht, da ich denke, dass (wie in meinem eigenen Kommentar erläutrert) Tanjiro einen flat Characterarc durchläuft und damit genauso viel oder wenig Tiefe aufweist wie Ichigo.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836691

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Ich stimme deiner Beurteilung von Tanjiro nicht zu, ich halte ihn für einen durchaus gelungenen Shonen-Protagonisten.
Wenn ich die Kritik richtig verstehe, hat die Autorin offenbar den Fehler begangen, ihren Protagonisten 'zu perfekt' zu machen. Bei Perfektion gibt es demzufolge auch kein Raum für Entwicklung und dementsprechend auch wenig Spannung.
Angenommen die Perfektion wäre vorhanden (worauf ich gleich nochmal zu sprechen komme), würde ihn das nicht unbedingt zu einem qualitativ schlechten Charakter machen. Die Qualität würde sich in diesem Fall eben in seiner Interaktion mit seinen Mitmenschen und seinem Einfluss auf die Umwelt zeigen. Die Schwierigkeit könnte dabei darin bestehen, es nicht wie eine "Plot Armour" aussehen zu lassen (Naruto - Talk no Jutsu).
Ich schäme mich schon fast dafür, diesen Vergleich zu bringen, aber ich finde tatsächlich, dass Jesus ein gutes Beispiel hierfür wäre (nein, ich bin nicht religiös). Doch Jesus ist das Sinnbild des idealen Menschen. Und, dass er kein qualitativ schlechter Charakter ist, zeigt sich ja an der Beliebtheit seines Arcs (lol),

Tanjiro kann man allerdings kaum Perfektion unterstellen. Dafür kennt man einfach noch zu wenig über ihn. Nach den letzten 26 Episoden halte ich Tanjiro einfach für einen Menschen mit gutem Herz und Empathie auf einem noch glaubwürdigen Niveau. Ich hielt seinen Umgang mit den Dämonen nie für Lächerlich, was vielleicht auch an der Tatsache liegt, dass er die Trauer der Dämonen riechen kann (das hat die Autorin ganz geschickt eingefädelt)
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836692

Das Thema ist in der Tat ein interessantes und lässt sich auch nur schwierig in wenigen Worten abhandeln, da die Bewertung durch die Konsumenten stets auf Basis der persönlichen Befangenheit stattfindet. Aus eben dem Grund habe ich auch nicht die Möglichkeit einfach zu sagen: "Du hast vollkommen Recht!", ebenso wie es mir an der Möglichkeit fehlt dir hier die gegensätzliche Karte des "Du liegst vollkommen daneben!" auszuspielen.
Daher würde ich ebenso auf die genannten Werke als solche eingehen und was die Probleme sind, welche sich diese Charaktere in gewissen Maßen stellen müssen, ohne dass die Serie ihnen diese Hindernisse auferlegt.

Beginnen wir das ganze in einer umgedrehten Reihenfolge, indem ich mich zunächst auf Tanjirou Kamado aus Kimetsu no Yaiba stürze.
In einer gewissen Art und Weise kann ich die geübte Kritik am Protagonisten der Serie nachvollziehen, da er beruhend auf seiner moralischen Grundlage bereits nahe an der perfekten Form agiert, welche ein klassischer Shounen Charakter am Ende erreichen sollte. Entsprechend verbleibt dem Zuschauer keine große charakteristische Entwicklung mitzuverfolgen, sondern lediglich die rein physikalische Komponente, in welcher sich der Held in seiner Affinität im Kampf gegen die Dämonen immer weiter verfeinert, während er das hohe Niveau seiner Wertvorstellung beibehält. Sogesehen sind also Zenitsu und Inosuke die "wirklich besseren Charaktere", da sie sich auch in ihrer Persönlichkeit entwickeln und einen Spielraum nach oben finden.
Allerdings spielt hier Tanjirou seine wichtige Rolle des Vorbildes aus, welcher überhaupt die Entwicklung der weiteren Charaktere in der Serie vorantreibt. Dies würde ich so nicht aus dem Blickwinkel nehmen, da Tanjirou die treibende Kraft der Charakterentwicklungen ist, wobei gewisse positive Aspekte seiner Art von den Begleitern unterschiedlich aufgefasst werden. Dies zu übermitteln war der Serie bereits von Anfang an sehr wichtig, wenn man nur an die Episode mit der ersten wirklichen Mission denkt, in welcher der Klient Tanjirou für seine Worte verurteilen möchte, wobei ihm da auffällt, dass mehr hinter seinen besonnen Worten steckt. Seine Rolle ist es entsprechend eine der fernen Bewunderung innezuhaben, welcher andere Charaktere folgen möchten. Einfacher gesagt: Charisma.

Eine ähnliche Position hatte unter anderem auch Kamina aus Tengen Toppa Gurren Lagann belegt, wobei er offensichtlich weniger vorausschauend agiert hat wie z.B. Tanjiro, aber dennoch die gleiche Art der Bewunderung auslöst, die sich auf den generellen Cast um ihn herum abfärbt. Kamina hingegen wurde selten bis nie als ein schlechter Charakter gesehen, weshalb es immer Kontextabhängig ist, welche Rolle man in einer Geschichte spielt und welche Erwartung man hierfür mitbringt. Bei Titeln wie Naruto ist die Entwicklung des Charakters elementar, da man als Zuschauer weiß, dass niemand solch einem Idioten folgen möchte - also ist die Charakterentwicklung dem Ziel dienlich und muss stattfinden.

Problematisch an all dem ist, dass das Verzeihen mancher Charaktereigenschaften und der zugleich schärfsten Verurteilung anderer ein Grad ist, auf welchem jeder Autor mit seinen Schöpfungen wandern muss. Denn einerseits verlangt es den Zuschauern nach fehlerbehafteten Charakteren, welche an ihren Niederlagen und Rückschlägen wachsen können, während sie gleichermaßen einen Charakter wünschen, welcher keine Fehler macht. Besonders nicht auf einer charakteristischen Ebene. Das konnte ich z.B. sehr gut aus dem Thread der "absoluten Hass Charaktere" herauslesen, in welchem sich Subaru Natsuki sehr häufig als schlechteste Figur vertreten sah. Hier wurde kritisiert, dass er fehlbar sei und nicht so perfekt, wie er für die Geschichte sein müsste. Dass er ja den Tod nicht fürchten müsste, was seine Feigheit unglaubwürdig mache oder seinen egoistischen Ausbruch zur Hälfte des Animes seinen Charakter entgültig ruiniert habe. Dass ich das nicht so sehe ist ein eigenes Thema, aber worauf ich hier hinaus möchte ist, dass es vollkommen gleich ist, ob man einen perfekten oder fehlbaren Charakter kreiert - Kritik wird er so oder so erleben.

Tanjiro selbst muss keine Entwicklung durchmachen, aber eine Vorbildfunktion aufrecht halten. Ensprechend wäre meine Erwartung nicht, dass er neue Nuancen entwickelt und dadurch facettenreicher wird, was er ja bereits seit anbeginn ist, sondern dass man weiterhin Dinge sehen kann, welche er anderen mit auf den Weg gibt und wie er generell von der Umwelt aufgenommen wird. Dieser Erwartung folgend würde ich ihn nicht als schlechten Charakter sehen - weder persönlich, noch artistisch, da er seine angedachte Rolle perfekt ausfüllt und er kohärent diese beibehält, was gut geschriebene Charaktere eben auch ausmacht.

Damit würden wir automatisch den Übergang schaffen zu Ichigo (015) aus Darling in the FranXX.
Wer zur Zeit von DitF am Diskussions-Thread teilgenommen hat, der wird vielleicht hier und da über meine Meinung zur Serie gestolpert sein - besonders, nachdem die besagte Episode über die Bildschirme der Fangemeinde geflimmert ist. Richtig - holt eure Mistgabeln und Fackeln hervor, denn der Ketzer ist zurück, um weiterhin zu sagen, dass Ichigo keinen Fehler gemacht hat und meiner Meinung nach der beste Charakter der Serie ist, welcher allerdings abschließend zur Serie nur noch auf dem Abstellgleis stehen durfte, da ihr "Nutzen" erfüllt wurde.
Entgegen der vertretenen Meinung würde ich behaupten, dass Ichigo nicht als Charakter ausgelegt wurde, welcher von der Zuschauerschaft gehasst werden sollte - prinzipiell erfüllt Zero Two diese Beschreibung eigentlich sogar ein wenig mehr, wenn ich an manche Szenen der Serie zurückdenke. Man nehme nur das Abendgespräch, welches viel Kritik an Ichigo auslöste, obwohl es Zero Two war, welche davon sprach Hiro zu nutzen, wie es ihr beliebe, da er ihr gehöre, während Ichigo an die Sorge füreinander appelierte oder den Strandausflug, bei welchem Zero Two Ichigo an die Wand drängte und ihr Drohungen zusprach.

Für mich war der interessanteste Aspekt von Darling in the Franxx tatsächlich nicht in der Serie enthalten, sondern darin, dass eine gewisse Inversität der Zuschauer herauskristallisiert werden kann, wenn man den Fokus des scheinbaren Lieblings verschiebt. Ichigo war per se für sich nie ein schlechter Charakter - weder von ihrem moralischen noch ihrem aktionalem Standpunkt aus betrachtet. Die Dinge, welche sie sah, verstand und tat waren sehr plausibel und nachvollziehbar. Es war jedoch die verschobene Linse des Zuschauers auf Zero Two, was einen an sich streng genommen toxischen Charakter auf ein imaginäres Podest gehievt hat, wodurch jede Kritik an eben diesem zentralisiertem Charakter verurteilt wurde. Dies wurde zudem sehr genial genutzt, da man die Gefühlslage der Zuschauer ausgenutzt hat, um einen Hass zu schüren, welchen es so nicht geben müsste, sollte oder gar dürfte.
Ichigo wurde nicht als schlecht oder gar böse personifiziert, sondern lediglich sugeriert, während sie Aktionen vollzogen hat, welche für Hauptcharaktere sogar wünschenswert wären. Dies machte meine Interaktionen mit anderen Zuschauern zum einen verworren, frustrierend, aber gleichermaßen auch unterhaltsam, da die Verzerrung Ablehnung erzeugt hat. Eine Ausführliche Ansicht dazu kann man gerne weiterhin hier nachlesen.

Ich freue mich definitiv mal, dass jemand ein paar positive Worte über Ichigo verloren hat, da sie mMn. wirklich ein ausgezeichneter Charakter im Kreuzfeuer ihrer Rolle war. Sie war nie ein schlecht oder böser Charakter und hatte lediglich eine Rolle, welche für die Ungunst des Zuschauers unheimlich attraktiv war, wenn man sich von der manipulativen Erzählstruktur von DitF leiten ließ.

Nochmal nach all der Zeit in diese ganze DitF Thematik einzusteigen ist wirklich etwas merkwürdig für mich. In meinem Kopf kreisen dauerhaft die Gedanken, dass es doch eine unheimlich gute Serie sein musste, wenn ich mich in eben diesem Umfang damit auseinandergesetzt habe, aber zugleich fällt mir wieder dieser hingerotzte Abschluss der Serie ein, der mir jegliche Freude daran leider genommen hat. Und natürlich dass man Ichigo als Charakter verworfen hat, nachdem sie ihre Klimax Rolle erfüllt hatte und die Liebe der Zuschauer zu Zero Two letztendlich durch ein gemeinsames Feindbild in Stein gemeißelt hat. Wirklich sehr bedauerlich...

Auch wenn ich mit der im Text dargebotenen Meinung nicht vollends einstimme, so danke ich dennoch für das Thema, welches an sich interessante Diskussionen lostreten kann, wenn man sich z.B. andere Charaktere sucht, die unter gewisser Abneigung oder Lobeshymnen leiden, was möglicherweise nicht immer ganz gerechtfertigt wäre, sofern man sich tiefer damit auseinandersetzt.

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836695

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Plinfa-Fan schrieb:
Ich verstehe, dass Tanjiro nicht gerade der tiefgründigste Charakter ist. Aber inwiefern ist Ichigo denn besser? Sie ist doch von Anfang bis Ende einfach nur das Mädchen mit unerwiderter Liebe, das an Hiros Vernunft appelliert. Aber sonst? Was macht sie sonst zu einem besser geschriebenen Charakter als Tanjiro? Für mich ist sie so ziemlich genauso flach (und damit meine ich nicht ihre Oberweite - und ja, der Witz war noch flacher). Von daher weiß ich nicht, ob das sein guter Vergleich ist.

Ich kann zwar nicht in Cubes Kopf blicken, aber ich denke, dass er die Qualität des Charakterwritings in diesen beiden Beispielen nicht anhand der strikt den Charakteren zugeordneten Eigenschaften ausmacht, sondern darunter auch ihre Position und Funktion innerhalb der Story bewertet. Ichigo mag nicht "mehr" oder "individuellere" Eigenschaften als Tanjiro haben, aber im Kontext der Geschichte eine grundsätzlich effektivere Rolle einnehmen.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836696

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Der größte Unterschied zwischen Tanjirou und Ichigo liegt darin, dass der eine ein Hauptcharakter ist und die andere einen Nebencharakter – ein "drittes Rad am Wagen" – darstellt. Ich vergleiche die beiden im Artikel nicht miteinander, das sollte man auch nicht, da die beiden vollkommen unterschiedliche Rollen in der jeweiligen Handlung haben. Mir ging es um die Diskrepanz zwischen der vom Werk beabsichtigten Wahrnehmung des Charakters durch den Zuschauer und der Qualität des Charakters als Figur des fiktionalen Werkes selbst. Gerade letzteres ist natürlich subjektiv, aber ich argumentiere es meiner Meinung nach ziemlich nachvollziehbar; und darum geht es ja letztendlich bei der Textform des Essays.

Und weil das hier schon untergekommen ist: Die Qualität einer Geschichte bemisst sich nicht nur daran, ob alles darin in sich logisch ist. Es geht beispielsweise auch um Aussagen, Motive und Strukturen. Auch Geschichten sind Kunst – nicht nur eine Form, Kunst zu präsentieren. Das ist auch eine der Aussagen meines Artikels, wenngleich nur hintergründig.

Cube

Edit: kurz noch eine spezifischere Antwort zu xadej, weil er/sie das Thema "flat character arc" angesprochen hat. Dies trifft durchaus auf den Charakter zu (was ich ja auch in meinem Vergleich zu Comic-Helden aka den original flat Characters angedeutet habe), jedoch versäumt das Werk es, eine Struktur aufzusetzen, in der ein solcher Protagonist aus künstlerischer Sicht Sinn ergibt. Da es sich um einen "flat character" handelt, kann man rein faktisch von einem "flat character arc" sprechen, jedoch ist dies in diesem Fall nicht wirklich etwas gutes.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836697

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Bei der Ichigo Sache stimme ich Dir weitgehend zu, es ist zu diesem Zeitpunkt, schlichtweg gut erdachtes und durchaus nachvollziehbares (Figuren, verhalten sich durchaus nachvollziehbar - auf Basis ihrer Grundlagen) Drama.
War zwar am Ende alles für die Katz, weil man in guter Gainax/Trigger Tradition, dass Ende, den Storyaufbau und das Potenzial total versenkt hat ...... doch Ichigos Verhalten ist in ihren Grundlagen nachvollziehbar, ganz egal wie man es sehen will.
mehrere an der Produktion beteiligte Personen wie Animations-Produzent Yuuichi Fukushima, Episoden-Regisseur Yoshiyuki Kaneko und vor allem der Writer Hiroshi Seko auf eine teils üble Art und Weise auf Social-Media und in Foren beschimpft. Memes wurden kreiert, in denen den Verantwortlichen Gewalt angedroht wurde und manche erhielten sogar Morddrohungen sowie Aufrufe zum Suizid.

Natürlich absolut abzulehnen:( Ist zwar ein alter Hut, mit dem Studios und Verantwortliche leben müssen und bei weiten nicht nicht die schlimmste Eskalation (siehe die Geschehnisse in letzter Zeit ....), allerdings ist es generell eine Seuche online und es wurde umso schlimmer, je mehr sich die Menschheit dieser Welt hin geben hat. Früher gab es halt nur Foren, heute überfordert man den menschlichen Geist mit den dauerhaften und allgegenwärtigen Informationsüberfluss, was ganz eigene Zombies, Meinungsbildung (die neue Manipulation ......), Verhaltensweisen und Menschengruppen generiert.
Über Grenzen gehende Kommentare sind ja nur der Anfang, die sind keine Neue Erfindung, dem Anno hat man seinerzeit ja auch nicht unbedingt positive Fanbriefe erhalten, was zwar kein Wunder ist, wenn man einen Anime mit guten Start zu seinem persönlichen Therapieinstrument macht und ihn ja trotzdem nicht grade so zu Ende gebracht hat, wie man es wollte, nicht zu vergessen, die eher mauen Quoten am Anfang. Allerdings gingen auch damals schon manche Aussagen zu weit, viel zu weit.
Nein, heute hat man es mit Leuten zu tun, die ihre, zum Teil überhaupt nix mit dem Anime zu tun habenden Sichtweisen, darauf projizieren, bzw. eher schon jede Möglichkeit nutzen, ihr Dogma, ihre politische Einstellung, Sichtweisen an den Mann, Frau oder auch was dazwischen noch so vorhanden ist, zu bringen. Ist schon schlimm genug, dass fiktive Werke in letzter Zeit von mächtigen Frauen und Männern genutzt massiv werden um ihre Ansichten darzustellen (dabei nebenbei diese Werke ruinieren und sich die Verantwortlichen dabei selber oft entlarven), so sind die üblichen Manipulatoren, Trolle im Netz nicht besser.
Es ist nun wirklich nicht notwendig, wenn ich mir die feministische Meinung einer Kritikerin zu einem Kriegsdramafilm (wie Dünkirchen) anhören muss ..... da frag ich mich schon. Und Anime sind da wahrhaft verseucht in letzter Zeit.
Dazu kommt diese sonderbare Eigenleben ...... die Panik, die Sprache, die Wortwahl (die nun wirklich nicht an schöne Zeiten erinnert - inkls. Drohungen) in letzter Zeit, machen mir schon Sorgen und dazu entschlüpfen da noch so manche Forderungen (wie das Abschaffen von Demokratie zu Gunsten des "Klimas" .... Schweden halt ....). Ich meine halt man sollte sich schon bewusst sein, dass auch schon früher jedes neue Medium genutzt wurde um Menschen auf zu hetzen um Ziele (die zum Teil Haarsträubend waren) umzusetzen und da gibt es eben keinen Unterschied, Wer es jetzt macht. Und Wir sind anfälliger denn je dafür. Damit gewinnt man Wahlen, manche Politiker, die das System durchschaut haben setzen auf Dauerpropaganda und Gehirnwäsche, ergo immer in den Medien Dinge runter betten, wie toll man doch ist, andere Politiker reiten auf einer Panikwelle und wieder andere total gegensätzliche Politiker profitieren davon. Was übrig bleibt sind radikale Kräfte und Kräfte die sich schlichtweg auf Manipulation verstehen. Keine gute Idee, hat die Geschichte immer wieder gezeigt.
Das Problem liegt für mich eher in der unpräzisen, ja teilweise irreführenden Sprache, die dort primär vorherrscht.

Gut, dazu muss man halt Folgendes sagen:
Nicht jeder Forumsteilnehmer, hat den gleichen Bildungsweg (wobei der nur bedingt was aussagt und er keine Grenze darstellen sollte), nicht jeder Forumsteilnehmer hat ein Elternhaus oder Umkreis, bei dem er gelernt hat sich auszudrücken und nicht jeder hat das gleiche Talent dafür. Braucht man aber auch nicht, die Mehrzahl der Jobs hat diese Voraussetzung eben nicht. Nicht jeder ist in Topzustand, wenn er etwas schreibt, Stress von Arbeit oder Schule, persönliche Dinge, die da mit einfließen, Übernachtig;), zu viel Energydrinks usw.. Und natürlich sind manche Aussagen auch einfach der eigenen Faulheit geschuldet - zu kurz, zu kryptisch usw.
Sich schriftlich auszudrücken ist nicht so leicht, wie es für den Betrachter vielleicht aussieht, weil der andere Grundlagen hat. Missverständnisse sind ohnehin normal, zumal hier schlichtweg die Mimik und Körpersprache fehlt, die Wir im persönlichen Miteinander immer deuten, genauso wie die Tonlage - (ich kann Sarkasmus oder ähnliches, alleine durch die Tonlage ausdrücken).
Und am Ende des Tages hat auch nicht jeder Forumsteilnehmer die gleiche Aufnahmefähigkeit, bzw. fehlt zum Teil das richtige Verständnis für das Geschriebene oder auch Gesagte. Zumal da nicht jeder Mensch gleich funktioniert. Missverständnisse sind da wohl normal, gilt im übrigen auch für mich selber:(
Erwartungshaltung in dieser Richtung ist also runter zu schrauben, ansonsten schließt man einen Haufen Menschen aus, bzw. schließt sich selber aus, im schlimmsten Fall mit einer elitären Haltung.
Was man sich erwarten kann und sollte, ist eine vergleichsweise Troll freie Umgebung und angemessene Grenzen .... was aber nicht leicht ist. Das Netz, ist eine Egowelt und hier werden Dinge gesagt, die man wo Anders nie sagen würde. Was selten aber doch auch Vorteile hat, oft genug aber nur Ego pur ist. Dazu kommt noch das Eigenleben, die manche Aussagen entwickeln.
........ Tanjirou Kamado ........ Er ist perfekt. Und das ist das Problem.
*o-gj*
Was soll ich sagen, ich bin da voll dabei.
Es zeigt halt gut, wie man mit einem guten, ausgewogenen funktionierenden Mix, mit einen Anime bzw. Manga (der ist ja auch gut) noch immer bestehen kann, obwohl es in vielerlei Hinsicht kein großer Wurf ist, jedoch auch nicht sein muss.
Hört für mich auch nicht bei Tanjirou auf, ein Haufen andere Figuren sind in diesem Werk klassisch und vergleichsweise simpel erdacht. 0815, ja durchaus oft genug gegeben, was aber nix macht, weil es kleine Details sind, die den Unterschied machen und das gesamte Werk schlichtweg funktioniert.
Aber bei all dem Hype, darf man nicht kritiklos werden und Figuren, Story usw. besser bewerten, als sie sind. Es ist ein Battle Shounen, der an manchen Punkten versucht Drama und Emotion rein zu bringen, was vielfach auch gelingt, teilweise sogar sehr gut, allerdings mit seinen Grenzen.
Eine Kanao Tsuyuri finde ich weit aufwendiger erdacht, als Tanjiro, der schlichtweg kaum Potenzial zu Weiterentwicklung hat, zu perfekt, er kann nur von seinen Fähigkeiten stärker werden. Selbst ein Zenitsu hat mehr Potenzial, wobei seine Figur auch nicht neu ist.
Muzan Kibutsuji ist als Obermotz auch nicht grade die Quell neuer Ideen. Sein Antrieb wird recht schnell klar und der Rest ist halt ich bin grausam und übermächtig ....
Trotzdem funktioniert Tanjiro. Warum? Weil er schlichtweg der klassische Held ist, dessen Verhalten selbst in der Realität existiert - merke, die meisten Kriegshelden stammen aus großen Familien, sind vielfach umgänglich, teilweise gar zu gut um wahr zu sein (siehe "Conscientious objector" Träger der Medal of Honor) und tun es für die Gruppe (ihre Art von Familie), tun es aus Schutzgründen oder weil es das Richtige ist, gehen dabei vielfach über normale körperliche Grenzen hinaus ohne Rücksicht auf sich selber. Und auch die ganzen zivilen Helden ..... ja, es sind gute Menschen, vielfach zu gut um wahr zu sein, doch es gibt sie. Und man kann nicht anders, als diese Menschen zu respektieren, deswegen funktionieren solche Figuren auch fiktiv.


Etwas Off-Topic und an Jemanden gerichtet, der vielleicht mit liest:
Ego ist so ein Thema ..... ach, bitte ...... es ist zwar ein Insider (manche Forumsnutzer werden wissen was ich meine), doch jedes mal juckt mich in den Fingern etwas zu schreiben, wenn ich wieder diese Egoaktion sehe .... letztens bin ich fast vom Stuhl gefallen, weil ich es so tragisch komisch fand, zu was Ego bei manchen führt ...... ich bin aber kein Arsch und werde hier darum nicht diesen Irrsinn aufdecken und damit Spott provozieren. Nur so viel - es ist so etlichen Anderen bekannt, lass es vielleicht besser .....
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von Sniperace.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836698

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hYperCubeHD schrieb:
Mir ging es um die Diskrepanz zwischen der vom Werk beabsichtigten Wahrnehmung des Charakters durch den Zuschauer und der Qualität des Charakters als Figur des fiktionalen Werkes selbst.
Also im Prinzip sagst du, dass Ichigo zwar von vielen Zuschauern gehasst wurde, der Autor aber genau diese Wahrnehmung beabsichtigt hat. Ichigo wurde so geschrieben, dass sie negativ aufgenommen wird und hat somit ihre vorgesehene Rolle erfüllt. Damit ist sie ein für die Geschichte gut geschriebener Charakter und das magst du an der Figur. Im Gegensatz dazu wurde Tanjiro so geschrieben, dass der Zuschauer ihn mögen soll, aber diese beabsichtigte Wahrnehmung konnte der Autor bei dir nicht erreichen und die Figur somit ihre Rolle nicht erfüllen. Es geht dir also weniger um die Charaktere an sich. Du willst nur darauf hinweisen, dass ob man eine Figur mag oder nicht vollkommen unabhängig davon ist, ob sie auch gut geschrieben ist. Und dass du gut geschriebene Figuren mehr zu schätzen weißt als Sympathieträger. Das meinst du, oder?

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Anime mit meinem Bruder geschaut (keine Ahnung, welcher das war) und da meinte er so: Boah, dieser Typ ist echt ein Arschloch. Darauf entgegnete ich, dass er definitiv ein Arschloch ist, ich die Figur an sich aber trotzdem gut geschrieben finde, einfach weil man gut nachvollziehen konnte, warum sie so wurde wie sie ist. Das konnte er dann nicht nachvollziehen, also dass ich die Figur zwar wie er nicht mag, sie aber auf einer anderen Ebene - also wie sie geschrieben ist - dennoch mochte. Von daher meine ich zu verstehen, was du mit einem Paradoxon meinst, obwohl eigentlich nichts daran widersprüchlich ist. Viele Leute müssen auch erstmal ein Bewusstsein dafür entwickeln, eine Figur auf verschiedenen Ebenen zu sehen.
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Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836704

Statt Tanjiro hättest du beinahe jeden anderen Shonen-Protagonisten wählen können. Meiner Meinung nach ist Tanjiro sogar noch einer der besseren Shonen-Protagonisten, die ich persönlich kenne. Er bildet den perfekten Kontrast innerhalb des Animes. Während beinahe alle anderen Charaktere im Anime moralisch verwerfliche Dinge tun, moralisch verwerfliche Ansichten vertreten oder schlichtweg eine Gleichgültigkeit an den Tag legen, die teilweise aufregt, ist Tanjiro einfühlsam und in einem gesunden Maße naiv, ohne dass es ihm groß schadet. Ich empfinde das in dem Cast als überaus erfrischend und er war im Prinzip der einzige Grund, warum ich den Anime mit so viel Freude geschaut habe. Auch bildet er einen perfekten Kontrast zu Zenitsu und Inosuke, die beide wirklich sehr laute und dadurch auch manchmal echt nervige Charaktere sind. Er bildet in diesem 3er-Gespann den Ruhepol. Er ist gelassen (meistens) und tut, was getan werden muss, ohne dabei seine Menschlichkeit zu verlieren.
Und gerade diesen Aspekt, dass er nicht davor zurückschreckt, die Dämonen zu töten, obwohl er Mitleid mit ihnen hat, rechne ich dem Autor hoch an. Trotz seiner Gutherzigkeit wirft ihn seine Pflicht in kein emotionales Loch, in welchem er von Schuldgefühlen zerfressen wird.
Und sicher, das wäre vielleicht einigen lieber, weil ihn das "menschlicher" machen würde mit dieser Schwäche, aber das kann man auch anders sehen. Andere wären vielleicht gerade von dieser Schwäche genervt.

Ich sage nicht, dass Tanjiro ein unheimlich gut geschriebener Charakter ist, aber er erfüllt seine Rolle durchaus. Er ist das Licht im Dunkeln dieses Animes. Tanjiro gibt dem Zuschauer, oder mir zumindest, das Gefühl, dass nicht alles hoffnungslos ist..

Meiner Meinung nach sind Charaktere wie Ruffy oder Ichigo (Bleach) und ganz besonders Natsu aus Fairy Tail sehr viel bessere Beispiele für schlecht geschriebene Charaktere bzw. Protagonisten. Ihre einzige Daseinsberechtigung ist, dass sie die Protagonisten sind. Denn auch sie ändern sich von Folge 1 bis zum Ende hin kein Stück und anders als Tanjiro wären diese 3 zum Beispiel sehr wohl austauschbar durch jeden anderen Shounen-Protagonisten.

Zu Ichigo kann ich nicht viel sagen, da ich Darling in the Franxx nach den ersten beiden Folgen abgebrochen habe, aber zu der Aussage, dass ein Charakter dann gut geschrieben ist, wenn er seine vorgesehene Rolle erfüllt, kann ich was sagen. Ich halte sie nämlich für Unfug. Wenn ein Charakter nämlich nur für einen einzigen Zweck existiert und sich darüber hinaus über nichts anderes definiert, dann mag die Story zwar funktionieren, aber der Charakter an sich ist nicht gut geschrieben.
Wie gesagt, ich kenne Ichigo so gut wie gar nicht, aber wenn ihre einzige Existenzberechtigung die war, den Protagonisten auf den richtigen Pfad zurückzuführen und dabei die unglücklich Verliebte zu spielen, dann ist das in meinen Augen so weit von einem gut geschriebenen Charakter entfernt, wie es nur geht.
Ein gut geschriebener Charakter, zumindest nach meiner Definition, besteht aus so viel mehr, als seiner Rolle innerhalb der Geschichte. Ein gut geschriebener Charakter ist im Prinzip ein zu Papier gebrachter Mensch.
Natürlich hat ein solcher sowohl positive Eigenschaften, als auch negative, aber darüber hinaus auch sowas wie Ängste, Träume, Ziele, Vorlieben oder Abneigungen, Dinge in denen er gut ist oder eben schlecht.

Aber einen Zweck zu haben in der Geschichte und diesen zu erfüllen, nein, das allein macht keinen gut geschriebenen Charakter aus. Denn meiner Meinung nach gehört zu einem wirklich gut geschriebenen Charakter auch, dass dieser polarisiert. Wenn es gleichermaßen Leute gibt, die diesen Charakter mögen, wie Leute, die ihn eben nicht ausstehen können. Wenn man mit seinen Freunden stundenlang darüber diskutieren kann, was diesen Charakter ausmacht, warum man ihn mag oder eben hasst.
Solch gut geschriebene Charaktere hat zum Beispiel Fate/Zero. Kiritsugu ist bei vielen wahrscheinlich ein Paradebeispiel eines wirklich gut geschriebenen Charakters, aber ich zum Beispiel denke da viel eher an solche wie Kirei oder ja, auch Shirou aus den Nachfolgern. Und natürlich, auch diese Charaktere haben innerhalb dieser Geschichte Rollen, die sie erfüllen, aber sie definieren sich eben nicht nur darüber. Hinter ihnen steckt halt mehr.
"Der gute Held ist ein Ritter, in einer Rüstung aus trockenem Blut. Er ist dreckig und gibt sein bestes, um die Tatsache zu verheimlichen, dass er die ganze Zeit ein Held ist." -Frank Miller

Das Tanjirou-Ichigo-Paradoxon – Warum gute Charaktere schlecht sein können 2 Monate 1 Woche her #836715

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Danke für das gut veranschaulichte Essay und den dazu erklärten Standpunkt, Cube! :)

Tatsächlich ist der Sinn einer Heldenreise ja, dass der Protagonist anhand seiner veränderten Umstände wächst, sodass er im Klimax der Geschichte den Gegner besiegt und so Frieden in seine Welt einkehrt. Nur hier mit dem Unterschied, dass der Held seine Umgebung mit einer reiferen Weltanschauung betrachtet, geprägt von den bisherigen Erlebnissen, die ihn überhaupt zu diesem Punkt gebracht haben.

Da verstehe ich deine Pointe, warum Tanjiro in dem Sinne zu perfekt ist. Ihm bleibt hier nur noch, sich kräftetechnisch zu verbessern und das reicht dann, sich dem Endgegner zu stellen. Er hat keine mentalen Struggles oder Tiefs, die ihn zum Zweifeln bringen, ob er sich überhaupt mit dem Endgegner messen kann oder er über seine Vergangenheit und seine traumatischen Erlebnisse Revue passiert. Das macht ihn zu einer unerreichbaren Idolfigur, mit dem sich der Zuschauer, wie du schon erwähnt hast, nicht identifizieren kann.

Er mag zwar emotional stabil sein, aber was mir persönlich sehr gut gefallen hat, dass seine körperliche Verletzlichkeit präsentiert wurde (z.B. in der Arc mit dem Taiko-Dämon, der den Raum verdreht). In Anime-Serien (und auch Cartoons) trifft man leider zu oft auf das Klischee, dass die Charaktere unverwundbar bzw. wieder schnell auf den Beinen sind, als wären die tödlichen Verletzungen nur ein minimaler Kratzer. Hier zog sich Tanjiros Verletzung über mehrere Episoden hindurch und erinnerte den Zuschauer daran, dass sein Zustand ihn daran hindert, seine Attacken vollständig auszuführen und nur beschränkt zu kämpfen.

Was Ichigo betrifft - sie ist der unpopuläre Störer eines populären OTP. Im Laufe der Serie hat sich eine Fanbase gebildet, die schon hinter dem toxischen Pärchen steht (zumal es sich um eine außergewöhnliche Beziehungsdynamik handelt, was einen gewissen Reiz ausmacht) und sich getriggert fühlt, wenn sich der populären Meinung etwas in den Weg stellt, in diesem Fall ist der Buhmann Ichigo. Außerdem wird hier auch auf ein kleines Klischee zugegriffen, dass die Kindheitsfreundin des Hauptcharakters immer in einer unerwiderten Liebe bleibt. Hier macht es tatsächlich Sinn, vor allem, wenn der Zuschauer einen Vergleich ziehen kann.

Wäre ZeroTwo nie aufgetaucht oder hätte sich nie mit Hiro eingelassen, stünde nichts im Weg, dass Hiro und Ichigo ein Pärchen bilden. Dies wäre aber zu schön und perfekt, um wahr zu sein und würde die Story auch nicht wirklich vorantreiben. Daher stimme ich hier ebenfalls zu, dass Ichigos Rolle nunmal einen unpopulären Zweck erfüllt.
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