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THEMA: Splitter (FSK 18+)

Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 1 Tag her #821154

Die Bastion
irgendwo Mitten im Atlantik

Aubert Vernon betrachtete sich im Spiegel, rückte sein Frack zurecht und entfernte ein Fussel an seiner Schulter. Ein Hausmädchen betrachtete ihn von hinten und bestätigte ihm mit einem Nicken das kein krümmelchen Schmutz an ihm haftete. Perfekt. Er machte eine rasche Handbewegung um der Dienerin zu signalisieren das sie nicht länger gebraucht wurde. Nachdem sie das Zimmer ohne ein Wort verlassen hatte zückte Aubert eine alte Kettenuhr aus seiner Jackentasche und blickte darauf. Elf Uhr, eine gute Zeit um die Soldaten für die neuen Missionen einzuteilen. Unter ihnen waren ein paar Aufklärungsmissionen, durchaus gefährlich da es unerforschtes Gebiet ist und die Soldaten selbstständig erkennen müssen ab wann eine Mission zu gefährlich wird und sie diese abbrechen müssen. Wie dem auch sei, er musste los sonst würde er zu spät kommen und dies war kein gutes Bild für einen Butler.

Die große Halle des Schiffs bot für jeden Soldaten einen Sitzplatz. Auf den Tischen waren mehrere Stapel Papier. Der General beobachtete wie sich die Frauen und Männer auf ihre Sitzplätze begaben und zu flüstern begannen. Das Flüstern wurde unerträglich laut und Aubert musste eingreifen. „Soldaten, stillgestanden!“, schrie er in sein Mikrofon und sofort sprangen sämtliche Soldaten auf und nahmen Haltung ein. „Nehmt eine angenehme Sitzposition ein und haltet eure verdammte Klappe!“
Er atmete einmal tief durch und sprach dann weiter, „Für die neuen, die mich noch nicht kennen, ich bin General Vernon. Meine Befehle sind gleichzusetzen mit der unserer Führerin Runa Wall. Die Formulare vor euch auf den Tischen sind die nächsten Missionen die ihr erledigen sollt. Es sind überwiegend Lieferaufträge, aber es gibt auch Rettungsmissionen in Österreich, der Schweiz, Portugal, England und Afrika. Die folgenden Soldaten melden sich bei mir persönlich für einen Sonderauftrag, Ada Soyer, Okuda Shunsuke, Laurin Pfund, „Lazarus“ Carlotta und Alice. Denkt daran das man sich zu jeder Mission freiwillig melden kann. In vier Stunden werden die Formulare abgesammelt. Zwei Stunden später werdet ihr in Gruppen aufgeteilt und in 24 Stunden beginnt euer Auftrag.“ Damit schaltete er das Mikrofon ab und machte sich auf den Weg zu seinem Büro.



Der Kult der Mutter
Brasilien in Vitoria de Conquista

Der Pater ließ seinen Blick über die Menge streifen. Wieder waren es mehr geworden. Es war ein bunter Haufen, aus Ganoven, Irren, normalen Menschen und Magiern. Jedoch stach einer aus der Masse heraus. Ein Junge, nicht älter als zwanzig. Der Pater trat von seinem Podest herab und schritt durch die Massen. Die Menschen wichen ihm aus und berührten ihn. Für sie war er der Erlöser, Gottes Sohn der auf Erden wandelte. Nur das er nicht Jesu war sonder etwas anderes, etwas sehr viel mächtigeres.
Plötzlich hörte der Pater Schüsse und er wendete sich abrupt um. Wer wagte es eine seiner Zeremonien zu stören? Vermutlich waren es irgendwelche Gauner die noch nichts vom Kult der Mutter gehört hatten. Ein Fehler, denn sie nicht überleben würden. Eiligen Schrittes ging er zum Ort des Geschehens, seine Hände zu Fäusten geballt und bereit jeden auf brutalste Art und Weise zu töten der es wagte sich ihm in den Weg zu Stellen.
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 1 Tag her #821164

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Carlotta "Lazarus"
„Soldaten, stillgestanden!”
Einige Sekunden verstrichen, nachdem der Befehl lautstark durch den Raum geschallt war, ehe der zierliche Körper des Mädchens zum Stillstand kam und sie versuchte, sich keinen Milimeter mehr zu rühren. Hacken aneinander, Fußspitzen sechzig Grad nach außen, Brust raus, Schultern zurück, Kopf aufrecht, Blick geradeaus, Schnauze halten. Wie das Atmen war diese Routine für alle anderen Anwesenden scheinbar längst Normalität, nichts, was man noch bewusst ausführte, lediglich ein ganz natürlicher Reflex auf den Befehl. Abgesehen davon, dass Carlotta im Atmen eine bei Weitem bessere Figur machte, war ihre Haltung dennoch halbwegs akzeptabel. Die Aufforderung zum Sitzen in angenehmer Position kam unerwartet schnell und stieß bei ihr auf großen inneren Anklang. Langsam ließ sich Carlotta sogleich auf den harten, minimalistischen Stuhl nieder, der für einen jeden in diesem großen Saal bereitstand. Sie saß ruhig, immer noch steifer und würdevoller als es nun eigentlich vorausgesetzt wurde, immer noch ein wenig unbeholfen anmutend. Ihre türkisen Augen musterten den Mann im Frack, der von vorne seine Worte an die versammelten Soldaten richtete. „Festliche Abendgarderobe”, flüsterte sie zu sich selbst und schielte unauffällig auf den Chronographen, der für ihren Arm viel zu groß schien. Es war elf. Der Mann verriet Einiges über sich, denn einzig und alleine jene, die ein Frack beruflich trugen, taten dies auch am Tage. Ausgenommen die, die von dieser Regel nicht wussten, aber solche trugen normalerweise kein Frack. Ein Butler also. Und das er sein Frack auch der Uniform vorzog, die ein General normalerweise hätte tragen sollen, gab zu erkennen, welchen seiner beiden Berufe er wohl hauptamtlich ausführte. Ein Butler als General. Welch Kuriosität, welch seltsame Symbiose. Und dann auch noch einer, der in solch einer gottverlassenen Zeit immer noch ein Frack trug, das aussah als würde es gewissenhaft gepflegt...

Als ihr Name aufgerufen wurde, konnte sie die Last der Blicke auf sich spüren. Ein wenig Unbehagen machte sich in ihr breit, das sie nicht zu zeigen versuchte. Unsterblichkeit, oder eher das, was alle fälschlicherweise dafür hielten, machte einen wohl tatsächlich ein wenig bekannt, anscheinend sogar ziemlich bekannt. So bekannt, dass ihr Spitzname, den ihr ihre Kameraden gegeben hatten, bis zum Generalstab durchgedrungen war. Sie wunderte sich. 'Lazarus' oder Carlotta, aber doch nicht beides in einem Atemzug, oder? Ein wenig befremdlich. Es war ja auch nicht Tim Timothy. Aber befremdlich war ihr schon alleine die Praxis, sich im Militär Spitznamen zu geben, und was wusste sie schon?

Nach der Ansprache eilte Carlotta aus der großen Halle, das Frack immer im Blick, ihm jedoch bloß nicht zu nahe kommend. Schließlich wollte sie nun ohnehin dorthin, wo das Frack auch hinwollte. Und von ihren Kameraden hatte sie bis jetzt höchstens Hörensagen mitbekommen, sie hatte keinen Schimmer, wie sie aussahen. Besonders lange war sie ja auch noch nicht beim Wall. Also würde es wohl ein Rendevouz im Büro des Generals werden, sie hoffte nur, dass die anderen nicht wesentlich langsamer waren. Auch sie hätte jetzt gerne noch eine Zigarette geraucht, doch konnte sie sich nicht vorstellen, dass der General warten wollte. Nur zehn Sekunden nach ihm erreichte sie das Büro. Sie schluckte, merkte deutlich, wie angespannt sie auf einmal war. „General”, murmelte sie, „Befehle gleichzusetzen mit denen der Führerin”. Die Anspannung stieg. Was für ein Auftrag würde es sein? Würde er gefährlich sein? Sie hasste es zu sterben, spürte sie doch, dass jedes Mal etwas Schlimmes mit ihr passierte, dass jedes Mal etwas in ihrem Inneren etwas weiter aus den Fugen glitt. Außerdem tat es weh, sie spürte Schmerzen wie jeder andere. Und wer spürte schon gerne Schmerzen?

Sie klopfte, wartete einige Sekunden, und trat dann etwas zögerlich ein. Ihr Gesicht trug keinen Ausdruck, die Anspannung war ihr aber anzusehen, genauso wie der Umstand, dass sie ein Mensch war, der das Gegenüber beim ersten Aufeinandertreffen eigentlich hätte anlächeln wollen. Sie salutierte. Unzählige Sorgen schossen ihr durch den Kopf. Stimmte etwas mit ihrer Haltung nicht, waren die Befehlshaber wirklich so streng und grausam? Wo waren die anderen? So gegenübergestellt boten sie und der General ein bizarres Bild. Seine unergründliche Erfahrung und sein Alter waren ihm ins Gesicht geschrieben wie gemeißelt, während ihr jeder die Unsicherheit, Unerfahrenheit und ihr junges Alter aus dem Gesicht lesen konnte wie aus einem offenen Buch. Ein jeder konnte ihr immer und überall ansehen, dass sie zu schnell erwachsen hatte werden müssen, dass ihr die Grausamkeit der neuen Welt schwer zu schaffen machte. Eine unbeschreibliche, dennoch nur subtile Traurigkeit war ihr immer anzusehen. Wann hatte dieser Mensch, der sich Carlotta nannte, das letzte Mal gelächelt?
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 1 Tag her #821169

Kojiro

Sonnig und kühl beschrieb den Tag wohl ziemlich gut. Nur das in den Augen des Jungen alles trist und grau wirkte.
Selbst die riesigen Menschenmassen vor ihm, waren seiner Sichtweise nach nur Mittel zum Zweck.
Doch der abscheulichste unter ihnen allen, war die Person gewesen, die den ganzen Haufen hier leitete.
Richtig, es war der Pater selbst gewesen.
// Die Schwachen werden von den Stärkeren unterdrückt. So war es schon immer und so wird es auch immer bleiben. //
Plötzlich begann sein Puls zu steigen und ein gewisses Glücksgefühl breitete sich in ihm auf.
Man konnte es wohl Aufregung nennen.
Der Pater selbst nämlich, schien auf direkten Wege zu ihm zu kommen.
Doch seine Aufregung schien völlig umsonst. Nur einen Augenblick später hörte man Schüsse und eine wildes Getümmel entstand.
Irgendwie brachte ihn dies etwas in Wallung und er wirkte auf einmal genervt.
// Schafft er es nicht mal seine Kakerlaken unter einen Hut zu bekommen. Tzzz //
Er zischte auf und lief auf geraden Wege, auf diese wild gewordenen Ganoven zu.
Insgesamt waren es Drei Männer. Allesamt waren bewaffnet, was ihn nicht wirklich einschüchterte. .
" Was soll der Aufruhr? Könnt ihr euch keinen Spielplatz suchen. "
Die Männer wirkten zunächst nicht wirklich beeindruckt und lachten den dunkelhaarigen aus. Sie waren schon dabei ihn zu verspotten.
" Seufz... "
Wirkte er nun nur noch mehr gestresst von dem ganzen Kindertheater hier. Ohne Gnade zog er seine Handfeuerwaffe und hatte Zwei von ihnen gezielte Kopfschüsse verpasst.
Sie starben noch im selben Augenblick.
Der Dritte und somit letzte Ganove im Bunde, hatte ebenfalls eine Pistole gezückt gehabt und schoss dem Jungen ins Bein.
Zu seinem mehr oder weniger Glück streifte die Kugel nur und dennoch machte sich eine ordentliche Platzwunde bemerkbar.
Doch eine Reaktion Seiten des Jungen gab es nicht. Nein, nicht einmal ein zucken konnte man vernehmen.
Der Ganove, welcher ihn angeschossen hatte, hatte angefangen zu Lachen und wirkte wohl ziemlich selbstsicher.
So, als ob er dachte dass der Junge vor Angst keinen Finger mehr rührte. Dem war nicht im geringsten so.
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Das ganze war mit einem leicht provozierenden Unterton besiegelt gewesen und dennoch besaß er keinen Grund Ärger zu machen.



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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 1 Tag her #821178

Der Kult der Mutter, der Pater
Brasilien Vitoria de Conquista

Der Pater legte seine linke Hand auf die Schulter des Jungen und zog ihn etwas zu sich heran und flüsterte ihm ins Ohr, „Du Narr!“, bevor er seine rechte Faust in die Magengrube seines Gegenübers versenkte, ihn am Genick packte und gegen einen Wagen schleuderte. Der große Mann ging auf die Frau zu, die weinend an der Leiche des Mannes kniete. Er hockte sich ihr Gegenüber hin und begann zu sprechen, „Jemanden zu verlieren der einem wichtig ist, ist... Es ist unbegreifbar welch Schmerz durch einen Körper fließen kann, welch Zorn einen erfüllt. Ich kann dir helfen, aber du musst diesen Zorn hinter dir lassen und es zu Ende bringen.“, er zückte den Dolch der Mutter und streckte ihn, mit dem Griff nach vorne zu ihr. Sie nahm den Dolch, stand auf und ging zum Jungen, bevor sie oder der Junge etwas hätten tun können tötete der Pater sie, mit den Worten, „Auch du hast es nicht begriffen.“
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Er nahm den Dolch wieder an sich und betrachtete den Jungen, „Auch du begreifst nichts. Diese Männer und die Frau waren lediglich auf der Suche nach Nahrung. Sie hätten sich, wahrscheinlich nach einer Demonstration meiner Macht, die der großen Mutter selbst entspringt angeschlossen. Der einzige Grund das du noch am Leben bist ist der das ich dich bisher noch nicht gesehen habe. All das Vergangene und du warst nirgends. Ähnlich wie er.“, er blickte gen Norden und war für einen Moment wie erstarrt. „Jedoch bist du gespalten, während er alles ist.“
Er wandte sich um und ging in die Richtung der Militärwagen. „Wir brechen sofort auf! Unser nächstes Ziel ist Jequie . In knapp drei Stunden sollten wir dort sein.
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 22 Stunden her #821192

Alice

irgendwo mitten im Atlantik, auf der Bastion
bei Carlotta, Aubert Vermont und dem Rest der Gruppe

Es war nichts Ungewöhnliches an diesem Tag heute auf dem Schiff. Heute würden wieder Missionen verteilt werden, doch das hatte Alice schon diverse Male nun erlebt gehabt. Es war also nicht das erste Mal für sie, dass sie sich mit den ganzen anderen Leuten hier im Saal versammelt hatte. Dementsprechend gelassen ging sie die ganze Sache auch an. Sie saß noch gar nicht lange auf ihrem Platz, als auch schon die Worte des Generals zu vernehmen waren. Dass sie diesen selbstverständlich Folge leistete, braucht man an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen. Im Vergleich zu den meisten Anwesenden hier war sie noch relativ jung. Aber sie würde es niemals wagen, einen der älteren Leute hier ihre Erfahrung oder ihr Können anzuzweifeln. Alice ging schon die ersten Papiere durch, die auf dem Tisch zu finden waren. Sie wollte sich schließlich erkundigen, was für eine Aufgabe denn für sie geeignet wäre. Doch dann wurde ihr Name auch schon aufgerufen. Sie wurde zum ersten Mal für eine Spezialmission ausgewählt. Das war ja schon eine große Ehre für sie, dass sie nur ausgewählt wurde und direkt jetzt stand für sie schon fest, dass sie auf keinen Fall an dieser Mission scheitern wollte. Kurz nachdem der General verschwunden war, machte sie sich auch schon auf den Weg zu seinem Büro. Unterwegs traf sie auch schon auf die anderen Beteiligten. Wie zu erwarten war waren sie allesamt älter als sie. Einzig eine Person fehlte noch. Dass diese bereits dort war, wo sie hin wollten und dass diese selbst jünger als sie war, dass konnte sie nicht ahnen. Vorerst sparte sich Alice auf erstmal jedes Wort mit den Anderen. Für das Vorstellen und das andere übliche Gerede hätten sie vermutlich auf der Hinreise mehr als genug Zeit.
Wenig später hatten sie auch schon das besagte Büro erreicht und sie traten ein, wo die Weißhaarige zum ersten mal das fünfte Mitglied ihrer Gruppe sah und Alice war schon ein wenig überrascht. Ihre Truppe war schon ein wenig bunt durcheinander gewürtelt, was auf den ersten Blick das Alter der Teilnehmer anging. Doch im Grunde ging sie davon aus, dass dies bestimmt bewusst so war und sie auch genau so ausgesucht wurden. Daher sprach sie nur kurz zum General und salutierte dabei.
"Alice anwesend."
Mehr sagte sie nicht. Das Fragen nach Details der Mission überließ sie dann doch den Älteren aus der Gruppe. Diese waren ja Erfahrener und man musste sie daher respektieren und ihnen nicht das Wort entziehen.

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Danke an Ani für die Sigs. Danke an Nele für den Ava.
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 21 Stunden her #821194

Aubert Vernon

irgendwo im Atlantik, auf der Bastion
bei Carlotta, Alice und dem Rest

Der General blickte kurz auf als jemand das Zimmer betrat und wendete sich dann wieder den Unterlagen auf seinem Schreibtisch zu. Er blickte auf das Stammblatt vor ihm, Name: Carlotta, Herkunft: Schweiz, geboren im Jahre 2011, magisch begabt, magische Fähigkeit: Wiederauferstehung, bisher keine nennenswerten Aufträge. Er hatte sie ausgewählt da sie mit ihrer Begabung herausgestochen war.
Als kurze Zeit später der Rest der Gruppe eintrat und ebenfalls salutierten, stapelte er die Akten fein säuberlich, stand auf, kramte eine schwer aussehende Ringmappe aus Schrank hinter ihm und ordnete die Papiere dort ein. Erst jetzt widmete er sich der Gruppe indem er er kurz seinen Arm hob und sagte, „Ihr dürft bequem stehen. Ich habe euch fünf ausgewählt um eine Aufklärungsmission durchzuführen. Die Mission ist sehr gefährlich und ihr werdet eure Fähigkeiten bis zum äußersten ausreizen müssen, sowohl körperlich und geistig als auch magisch. Wahrscheinlich wimmelt es dort von Bestien und ein paar größeren Gruppen von Plünderern. Geht ihnen aus dem Weg und sobald ihr euer Ziel erfüllt habt werdet ihr zurückkommen und Bericht erstatten. Ihr erhaltet eure Missionsunterlagen kurz vor eurer Abreise. In zwei Stunden werdet ihr aufbrechen. Geht in die zweite untere Ebene, eure Zugangsdaten wurden bereits erweitert. Ihr werdet dort von einer Frau erwartet. Viel Glück, Soldaten und abtreten!“
Er war nicht sicher ob es eine gute Idee war jemanden nach New York zu senden, vorallem nicht wenn es Informationen gab die darauf hinwiesen das ein oder mehrere Mitglieder von „Looking Glass“ anwesend waren.
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 16 Stunden her #821225

Kojiro

Im Angesichts seiner Situation konnte man davon ausgehen, dass der Pater gerade am längeren Hebel saß.
// Ich hasse es zuzugeben, aber ich bin wohl noch zu schwach. //
Während er beim Mord der Frau zusah und keine Emotionen äußerte, hatte man das Gefühl, der Pater schien auch keine Skrupel zu haben.
Eine Information die darauf deute ließ, das Er unberechenbar sein konnte. Etwas, was er nicht erwartet hatte.
Auf die Worte des Paters erwiderte er gar nichts und setzte sich in aller Ruhe in den Militärwagen.
Sie fuhren eine Weile, und nach einer Stunde ungefähr blickte er zu seinem Sitznachbar rüber.
" Erklärt mir. Von wem spracht ihr, als ihr " ihn" mit mir verglicht? Jemanden den ich kennen lernen sollte? "
Oh... Nun hatte es wohl doch sein Interesse geweckt.
// Wenn es wirklich Jemanden gibt der ein ähnliches Schicksal wie ich durchmacht, dann wird dieser Jemand sicherlich mir die Informationen geben können, nach denen ich so sehr suche. //
Eine logische Schlussfolgerung. Die Frage war nur gewesen, würde der Pater ihm diese Informationen so einfach geben? Vor allen nach seiner vergangenen Aktion...
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 15 Stunden her #821227

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Carlotta "Lazarus"
Ein kurzer Blick nach oben, dann wandte sich der Mann am Schreibtisch wieder seinen Unterlagen zu als wäre sie gar nicht da. Unsicherheit kochte in ihr hoch. Hatte sie etwas falsch gemacht? Was hatte sie falsch gemacht? Sie musste sich anstrengen, um die Unsicherheit nicht nach außen zu tragen, was ihr nur mit mäßigem Erfolg gelang. Sekunde um Sekunde zog sich endlos in die Länge, bis sie endlich verstrich. Eine gefühlte Ewigkeit später öffnete sich die Tür, doch Carlotta stand unter solcher Anspannung, dass sie nicht im Traum daran gedacht hätte, sich umzudrehen, auch nur den Kopf einen einzigen Milimeter zu bewegen.

„Alice anwesend”, hörte sie eine Stimme unmittelbar hinter sich, woraufhin der General seine Akten fein säuberlich stapelte und aufstand, nach einer schweren Ringmappe in einem Schrank hinter sich kramte und dort die Papiere schlussendlich einordnete. Erst jetzt hob er beiläufig seinen Arm und forderte sie auf, eine bequeme Haltung anzunehmen. Das, was nun kam, stürzte Carlotta in ein tiefes Schwarz. Sehr gefährliche Aufklärungsmission, Fähigkeiten bis zum Äußersten ausreizen, Wimmelt dort von Bestien, Größere Gruppen von Plünderern, Das Ziel wird erst kurz vor Abreise bekanntgegeben. Sie fühlte sich fehl am Platz. Wie das Schaf zwischen Veteranen, das sie war. Sie bemühte sich, es keinem zu zeigen, doch war sie wirklich die Richtige für diese Aufgabe? Sie wusste nur zu gut, weshalb sie hier war. Und eigentlich wusste sie auch nur zu gut, dass diese Mission neben allem anderen auch ein Test für sie war. Sie wurde getestet, getestet auf ihren Wert, ihren Nutzen für den Wall, den sie nun unter Beweis stellen sollte. Tief im Inneren wusste sie dies, akzeptierte es, wollte es dennoch irgendwie nicht wahrhaben. War dieser Auftrag aber in letzter Instanz ohnehin etwas, das sie nicht umgehen konnte, so beschloss sie, zumindest alles zu geben. Sie war es dem Wall schuldig, der sie gefunden und aufgenommen hatte.

Auf den endlos langen Fluren der Bastion wollte nicht so recht ein Gespräch aufkommen. Carlotta ging als letzte, vor ihr Laurin. In einer Kurve machte dieser urplötzlich Halt und drückte sie unsanft gegen die Wand. „Lazarus”, in seiner Stimme schwang Verachtung mit, „bist du überhaupt noch ein Mensch?”. Er gab sie wieder frei, setzte schon an, um die Ecke zu gehen und wieder zu den anderen aufzuschließen. „Menschen sterben, und du stirbst nicht”, mit diesen Worten verschwand der Magier aus ihrem Sichtfeld, „du Monster”. Sprachlos stand sie alleine im Flur. Traurig. Seine Worte hatten sie getroffen, prallten hin und her in ihrem Kopf. Gedankenabwesend strich sie über das Kreuz um ihren Hals. War sie wirklich ein Monster? War sie kein Mensch mehr? Hätte sie ihm, dessen Namen sie bisher nichteinmal kannte, überhaupt irgendetwas sagen, irgendetwas erwidern können, selbst wenn sie die Chance gehabt hätte? Sichtlich niedergedrückt folgte sie der Gruppe den restlichen Weg bis zur zweiten unteren Ebene, ohne selbst ein Wort zu sagen, gedankenabwesend, eingefroren.

Wie angekündigt wartete eine Frau auf sie.
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Der Pater, Kult der Mutter
mit Kojiro, auf dem Weg nach Jequie

Der Pater blickte den Jungen kurz an und antwortete ihm, „Antworten sucht man nicht. Man muss sie sich verdienen. Scheiterst du, dann steh wieder auf. Das tue ich bereits seit ich geboren wurde. Ich kämpfe solange bis ich die Antwort auf eine Frage erhalte die mich seit Ewigkeiten verfolgt. Warum kann ich nicht siegen?“
„Dieser Mann wurde erschaffen und in die Welt integriert. Er ist bereits seit dem Anfang hier, aber geboren wurde er sehr viel später. Er ist ein Wesen, das nicht sein dürfte. Tod und Lebend zur selben Zeit. Er ist nirgends und überall. Er ist Nichts und Alles. Er ist das Ende und der Anfang. Jedoch trägt er für mich keinen Namen. Du, mein verirrter Sohn bist nicht so wie er. Deine Macht bildet keine Einheit, seine jedoch schon. Als wäre die perfekte Kreation und du ein gescheitertes Experiment. So du es wünscht darfst du in Jequie gehen, aber so schwach wie du bist wirst du es nicht als Mensch durch Mittelamerika schaffen. Ich biete dir allerdings an das du dich der heiligen Mutter unterwirfst und dich meiner Sache anschließt. Kämpfe an meiner Seite für eine Welt unter der Herrschaft der großen Mutter.“
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Splitter (FSK 18+) 2 Wochen 5 Minuten her #821254

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Markus Stein
Unterwegs in Richtung Osten


Ein paar Wochen zuvor, irgendwo in den USA

Was war das? fragte sich Markus. Nachdem er sich das gefragt hatte verhielt er sich still und legte sein Ohr an die Tür der Doppelhaushälfte, um mehr herauszufinden. Erst geschah nichts, doch dann wurde es draußen hell, wie man es an den Fenstern erkennen konnte. Bitte geht wieder betete Markus inständig. Eigentlich war er kein gläubiger Mensch, aber in solch einer Situation wie sie jetzt vorherrschte, da war selbst er ein Mann des Glaubens, zum Erhalten seiner geistigen Gesundheit, obwohl es ja seinen Grundvorstellungen als Naturwissenschaftler widersprach. Mittlerweile war das Licht wieder verschwunden, doch man hörte leises Gemurmel von draußen. Einen Moment lang war es dann wieder still, Markus atmete auf, jedoch änderte sich dies einen Moment später schlagartig. Die Welt um ihn herum wurde hell, sehr hell, und auch zunehmend heißer. Es war als ob er in der Hölle selbst wäre und dort für seine Sünden bestraft würde.
Ein paar Sekunden später war dann alles vorbei und Markus fand sich am Boden wieder, mit Verbrennungen dritten Grades und unglaublich starken Schmerzen. Er gab nurnoch Stöhngeräusche von sich, zu mehr war er in seinem aktuellen Zustand nicht in der Lage. Schließlich wurde er unsanft auf den Rücken gedreht und bekam einen Stiefel auf die Brust gesetzt. Über ihm stand ein Mann mittleren Alters, offenbar der Feuermagier, und grinste ihn höhnisch an. “Was haben wir denn da, da wolltest du dich doch glatt vor uns verstecken?” stellte er seine mehr als überflüssige rhetorische Frage. “Du solltest wissen, dass man sich nicht mit mir anlegt, haben wir uns verstanden?” setzte er dann nach, während er den Stiefel auf Markus Brust drehte und mehr Druck auf ihn ausübte, wodurch dieser wieder vor Schmerz aufstöhnte. “Ich denke es ist an der Zeit das hier zu beenden, auf nimmer wiedersehen.” war schließlich das letzte was Markus von ihm hörte, bevor der Mann aus seinem Blickfeld verschwand und er wieder fast bewusstlos war. Ein zweites Mal spürte er jetzt die Magie in Form des Feuers und war sich sicher, dass er er hier und jetzt sterben würde. Die neuen Wellen von Schmerz, die seinen Körper durchfuhren, trieben ihn letztendlich in die Annehmlichkeit der Bewusstlosigkeit. Immerhin würde er so den Schmerz bis zu seinem endgültigen Tod nicht länger ertragen müssen.

Drei Tage später

Markus schlug die Augen auf und sah sich um. Er befand sich immer noch in dem Haus, in dem er von dem Feuermagier mit seiner Gruppe überrascht wurde. Sah so also das Leben nach dem Tod aus? Einfach nur eine Kopie der echten Welt? Oder - Markus stockte der Atem als ihm langsam klar wurde, was wohl passiert war. Ich bin nicht gestorben, ich lebe! Aber … warum? Mit diesen Verletzungen müsste ich doch tot sein. Gerade als er an seine Verletzungen dachte, machten sich diese auch bemerkbar, und zwar - wie sollte es auch anders sein - in Form von Schmerzen. Er zuckte zusammen als ihn die Schmerzen durchfuhren, doch dabei fiel ihm auch etwas auf: Seine Verletzungen waren zwar schwer, jedoch nicht so schwer als dass sie für ihn tödlich enden würden. Um wieder ein wenig klare Gedanken zu fassen setzte sich Markus hin und lehnte sich an die Wand, während er eine Erklärung zu finden versuchte. Er ging viele mögliche Szenarien durch, jedoch passte keines davon insofern, als dass es seinen vermeintlichen Tod, den er ja offenbar überlebt hatte, erklären konnte. Schließlich gab er auf und ruhte sich ein wenig aus, Morgen wollte er dann weiterreisen und schnellstmöglich die Ostküste und dort dann Washington DC erreichen. Doch erstmal trank er etwas, aß etwas und gönnte sich danach eine Runde Schlaf.
Mfg kid2407
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Ex-Waycross, Ex-Georgia, Ex-USA

Langsam begann die Nacht sich in den Morgen zu verwandeln, als sich auf der Lichtung die ersten Lebenszeichen zeigten. Die Vögel sangen schon seit einer graumen Weile, bis die Klappe des Planwagen zurückgeschlagen wurde. Er stand gleich neben dem kleinen Teich und gegenüber der Klippe die sich fast 5 Meter in die Höhe hob. Gähnend stiegen drei, mit Kalaschnikows bewaffnete, Männer aus ihrer mobilen Schlafstatt und reckten sich erstmal um wieder Gefühl in die Glieder zu bekommen, schließlich war es für Oktober schon verdammt kalt. Sie verständigten sich darauf erstmal zu frühstücken, zumindest war es das, was er annahm, er war noch nie gut in Lippenlesen gewesen und es half auch nicht, dass er die halbe Nacht in der Kälte gelegen hatte. Er nahm das Auge von Visier und lockerte seine Schultern, er fühlte deutlich, dass er nicht mehr so jung war wie früher. //Das Alter bringt doch seine Nachzüge//, dachte er und erinnerte sich zurück an die Zeit als er nicht erwarten konnte alt zu werden. Er schnaubte und spähte wieder durch die Linse des Zielfernrohrs. Gerade war einer der Männer wieder aus dem Wagen getreten, dieses Mal trug er einen stählernen Topf. Er trug ihn zu einer kleinen Feuerstelle zwischen Wagen und Teich, während die beiden Anderen dabei waren Holz für ein Feuer anzuhäufen. //Gewagt, Gewagt//, dachte er. Normalerweise würden nur Idioten in diesen Zeiten ein Feuer anzünden ohne in einer sicheren Siedlung zu sein, allerdings bot diese Lichtung die Annehmlichkeit, da sie zu allen Seiten von dichten Buschwerk umgeben war. Man konnte weder die Männer noch das Feuer sehen, bis man in deren Schein trat . //Aber es verrät auch// , dachte er und schaute auf die Leiche neben sich. Ein junger Mann in den 20ern. Er hätte ihn gestern Nacht gar nicht wahrgenommen, wenn er nur still gewesen wäre. //Ja, ja. Nicht mal die Besten können sich gegen ihre eigene Natur wenden: Was muss, das muss.// Er hatte den Jungen beim Austreten von hinten überrascht und seine Kehle durchgeschnitten, bevor er auch nur seine Hände von ihrer gegenwärtigen Beschäftigung lösen konnte. Als er dabei gewesen war die Leiche nach Verwertbaren zu durchsuchen bemerkte er die hinter Büschen versteckte Klippe und den Lagerplatz. Das Anschleichen an den Wagen wäre in der Dunkelheit und mit den Büschen rundherum zu riskant gewesen, außerdem nahm er an, dass es noch mindestens eine weitere Wache geben würde und diese war nirgends zu sehen.
Während er diesen Gedanken nachhing hatten die Drei am Fuße der Klippe anscheinend ihr Frühstück vorbreitet, denn einer der Männer begannen den Topfinhalt in Schalen zu füllen. //Fünf! Also doch noch eine Wache.// Er wusste, dass er die Position der Wache herausfinden musste bevor er die Möglichkeit hätte zu Handeln. Glücklicherweise rief gerade jetzt der Mann der Essen ausgab: „Gabe, Addams, kommt raus! Wir essen dann geht’s weiter.“ Auf der anderen Seite der Lichtung bewegten sich nun die Büsche und eine Frau trat aus ihnen hervor. Nicht sehr groß und eher dürr, stand sie doch stark im Kontrast zu der Waffe, welche sie trug. Ein MG 42 mit jeweils einer Trommel an der rechten und linken Seite ließen das Ganze eher lächerlich wirken. Sie gesellte sich zu den Anderen ans Feuer und nahm sich ebenfalls eine Schüssel. „Gabe was ist?“, kamm es wieder von dem Koch, während er nun in Richtung Klippe schritt. „Bei Gott, wenn du wieder eingeschlafen bist, dann wird dir auch deine ach so tolle Wassermagie nichts nützen. Die nageln deinen Arsch an die Bordwand.“ Der Koch begann weiter auf die Stelle zuzulaufen an der man die Klippe erklimmen konnte. //Waidmannsheil// Der Schalldämpfer leistete seinen Dienst hervorragend und so war nur der Aufprall zu hören, als der Koch rücklings den Hang herunter fiel. Sofort sprangen die restlichen Drei auf und griffen zu ihren Waffen. „All!“, reif einer der beiden Männer und zusammen kamen sie auf den Koch zugerannt, zum Glück hintereinander. Der zweite Schoss zerschlug das Gesicht des Vorderen und traf den Zweiten in Torso. Beide standen nicht mehr auf. So schnell er konnte riss er den Kopf herum und duckte sich hinter dem Baumstumpf neben sich. Keine Sekunde zu früh. Eine Salve der „Kreissäge“ zerfetzte die Luft wo er gerade noch gelegen hatte und riss Stücke des Holzes ab, hinter dem er lag. //Verdammt!// Die Frau musste ihn sofort gesehen haben als er den zweiten Schuss abgab. Er spähte wieder in die Senke und konnte einen Blick erhaschen bevor das MG-Feuer ihn wieder in Deckung zwang. Die Frau musste irgendwelchen Kräfte besitzen, denn kein Mensch konnte ein MG 42 mit dieser Genauigkeit und gerade auch von der Schulter aus ohne Halterung abfeuern. Außerdem schien sie mehr Erfahrung zu besitzen, als der Rest von denen, weil sie sofort in Deckung gesprungen war. Ein weiterer kurzer Blick und ein Hornissenschwarm von Kugeln später, war ihm klar: //Die werde ich nicht auf normale Weise da weg kriegen.// Mit dem ständigen Strom an MG-Kugeln war ein Zielen unmöglich und hinter dem Wagen bot sie ohnehin eine zu kleine Zielscheibe. //Irgendwann wird sie nachladen müssen und dann krieg ich sie aus der Deckung//, überlegte er sich und lud eine Weißkreuzgranate in die Werfervorrichtung am Lauf. Ein paar Schwenks mit dem Hut später brach die Salve in der Mitte ab.// Es ist Zeit.// Er rollte hinter dem Stamm hervor und zielte. Die Granate landete vor dem Wagen und rollte noch ein ganzes Stück unter ihn drunter, bevor sie explodierte und dichter weißer Nebel den Wagen ein hüllte. Einen Augenblick später sah er die Frau aus dem Nebel taumelnd, ohne Waffe und mit dem Händen vorm Gesicht. //Als ob das etwas nützen würde.// Das Zeug was wesentlich stärker als Pfefferspray und war dafür gemacht selbst durch einfache Gasmasken zu gelangen. Als die Frau auf die Knie fiel, gab er ihr den Gnadenschuss und beendete das Schauspiel.
Er stöhnend stand er auf, streckte seinen Rücken und schulterte sein Gewehr. Als letztes hob er seinen Hut auf, klopfte den Staub ab und untersucht ihn auf Schäden. Fünf fingergroße Löcher hatte das MG in ihn gestanzt. Mit einem Schnauben schmiss er ihn beiseite und macht sich auf sein Pferd zu holen. Einen Moment später trat er mit seinem Pferd auf die Lichtung des Überfalls. Sofort begann er die Toten zu untersuchen. Der Koch war tot. Klarer Schuss in die Brust, saubere Arbeit. Auch der zweite Mann war tot, wenn man den dem überall verteilten Hirn trauen durfte. Auch er hatte nichts von Wert dabei. Der dritte Mann, welcher im Torso getroffen wurde hielt sich allerdings immer noch ans Leben geklammert. Andererseits hatte er auch einen schönen neuen Hut. Er nahm diesen an sich und zog einen seiner Dolche. „Ist nichts persönliches“,sagte er während der Mann unter ihm gurgelnd nach Atem rang und blutiger Schaum in seinen Mundwinkeln lief. Er erlöste ihn mit einem schnellen Schnitt und sah zu wie die wässrigen Augen seines Gegenüber ihren flehenden Ausdruck verloren und die Stumpfheit des Todes Einklang erhielt. Die Frau war ebenfalls tot. Kopfschuss, sauber. Er machte sich weiter daran den Wagen und den Lagerplatz nach allem Verwertbaren abzusuchen. Die Pferde, welche den Wagen gezogen hatten, waren schon längst weg. Nur noch zwei tiefe Löcher im Boden zeugten von ihrer Anwesenheit. Gefunden hatte er etwas Munition, wovon er den Großteil zurückließ, weil er nicht zu seinen Waffen passte, eine Gitarre, welche er an sich nahm //Man kann ja nie wissen.// und der Wagen war bis zum Rand mit Tabakfässern gefüllt. Direkt hinter dem Fahrersitz fand er außerdem noch Proviant und eine Karte, welches beides an sich nahm und etwas was ausah, wie Frachtpapiere. Alle mit dem gleichen Symbol wie auf den Fässern: Eine weise Mauer auf blutrotem Hintergrund. Alle ausgestellt von einem Gewissen Aubert Vernon, ein General von einer Organisation, welche sich „Der Wall“ nannte. //Nie gehört// dachte er sich und schmiss die Papiere beiseite. Er ließ sein Pferd in Ruhe grasen und setzte sich ans Feuer um zu frühstücken. Anscheinend gab es diesen Morgen Haferbrei. //Besser als nichts.// dachte er und nahm sich nochmal nach. Als er die Lichtung verließ war es noch früher Nachmittag und er füllte sich nach kurzem Überlegen noch einen Beutel Tabak ab, bevor er sich endgültig auf den Weg machte. Nach ca. 3 Stunden, in den er durch manchmal mehr oder weniger unwegsames Gelände, wobei er einige Male absteigen musste um Hindernisse zu queren. Als sich der Wald schließlich lichtete kam er auf eine Straße mit einer Wegkreuzung nur wenige duzent Meter weiter. Er ritt auf die Kreuzung, stieg ab und kramte die Karte aus den Satteltaschen. „Norden, Süden,Westen,Osten, was solls den sein?“, flüsterte er zu sich selbst und betrachtete die ihm zur Verfügung stehenden Optionen. Seufzend packte er die Karte wieder eine und nahm sich einen einigermaßen geraden Ast vom Boden auf. Er stellte in mit einem Ende auf den Boden und hielt das andere Ende mit einer Hand. „Oh, Glück sei mir hold“, sagte er und ließ den Stock los. In die Richtung in die der Stock fallen würde, in die würde er weiter reisen.


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Splitter (FSK 18+) 1 Woche 6 Tage her #821262

Runa Wall, Der Wall

die Bastion, irgendwo im Atlantik
bei Carlotta, Alice und dem Rest

Im zweiten Untergeschoss gab es einen, nach außen hin als Lager deklarierten Raum dessen Inhalt fest unter Verschluss gehalten wurde. Dort hinter dieser Tür waren 500 hart arbeitende Magier, mit eigener Küche, Schlafkojen und medizinischen Stätten. Hier werden für besondere Aufträge Portale geöffnet. Zwar sind diese klein und man kann maximal nur fünf Personen hindurchschicken, aber das war nicht weiter wichtig.
Runa hörte Schritte hinter sich und sie drehte sich um. Mit ihren blutroten Augen beäugte sie die Gruppe. Zwei junge Mädchen, eine ältere Frau und zwei Männer.
„Willkommen Soldaten! Drei Monate lang berichteten unsere Späher von von hunderten Bestien die nach New York ziehen. Von außen ist ein Eindringen in die Stadt nicht Möglich. Wir haben bereits zwölf Teams verloren. Eure Aufgabe besteht darin Manhattan zu durchsuchen und wenn dort etwas ist sofort Bericht zu erstatten und falls Möglich es aufzuhalten.“, sie drehte sich um und öffnete die Tür hinter sich. „Mitkommen!“
Plötzlich begann Runa zu husten und musste sich gegen eine Wand lehnen. Sofort hielt sie eine Hand hoch und sagte leise, „Geht durch das Portal am anderen Ende des Raums, dann werdet ihr in Kürze vor dem Metropolitan Museum of Art, im Central Park sein. Ich wünsche euch viel Glück und möget ihr lebendig zurückkommen.“
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Splitter (FSK 18+) 1 Woche 6 Tage her #821271

Alice

Die Bastion -> Central Park, New York City
bei Aubert Vernon -> bei Runa Wall -> bei Carlotta und dem Rest der Gruppe

Nun bekamen sie also erste Details zu ihrer Mission genannt. Es handelte sich also um eine Aufklärungsmission. Dass sie für eine solche Mission ausgewählt wurde, war dann nicht weiter verwunderliich, wenn man ihre Fähigkeiten bedachte. Mit diesen war sie auf so einem Einsatz tatsächlich auch am besten aufgehoben. Um die ganzen Gefahren, die dabei auf sie lauern würden, machte sie sich im Moment eher weniger Gedanken, aber sie behielt sie sich im Hinterkopf. Solche Dinge gar nicht zu beachten, würde in dieser Welt mit an ziemlich grenzender Wahrscheinlichkeit in den sicheren Tod führen.
Nachdem sie die ersten paar Informationen hatte, sonderte sie sich nur noch einmal kurz von der Gruppe ab. Sie musste noch ihre restliche Ausrüstung holen. Es war ja logisch, dass sie hier an Bord nicht stets und ständig ihr Scharfschützengewehr mit sich herumschleppte. Hier brauchte sie es ja auch nicht wirklich. Dementsprechend begab sie sich nun auf ihr Zimmer, wo sie eben dieses jetzt auch an sich nahm. Es war auch schon irgendwo ihr liebstes Spielzeug. Ohne dieses würde sie auch niemals auf eine Mission gehen, auch wenn sie sich mit ihren anderen beiden Schätzchen, ihren Pistolen, auch schon zur Wehr setzen konnte. Aber die Distanz war ihr dann doch lieber. Jedenfalls hatte sie alles Weitere eingepackt, was sie nun noch benötigte und machte sich dann wieder auf den Weg zum zweiten Untergeschoss, wo sie dann wieder auf den Rest der Gruppe stieß.
Dort angekommen trafen sie bald auch schon auf die Frau, die der General zuvor erwähnt hatte. Diese klärte sie dann auch nochmal über die Details der Mission auf und dabei wurde deutlich, dass dies hier bestimmt kein Zuckerschlecken werden würde. Immerhin waren ja schon diverse Team daran gescheitert und sie selbst als Team hatten ja so noch nie zusammengearbeitet, würden sich also erstmal finden müssen. Von einem eingespielten Team, was sich blind vertraute, konnte also keinesfalls die Rede sein. Hinzu kam noch die Tatsache, dass man scheinbar nicht einmal wusste, wonach genau sie Ausschau halten sollten. Ändern konnten sie aber an keiner dieser Tatsachen irgendetwas, also war es das Beste, sich einfach damit abzufinden. Alice selbst war noch nie zuvor in New York gewesen, doch dieses New York konnte man ja wohl kaum noch mit der strahlenden Metropole vergleichen, die es einst war und ein Sightseeing-Trip war dies ja auch nicht.
Kurz darauf wurde ein Portal geöffnet. Sobald sie dieses durchschreiten würden, würde es kein zurück mehr geben. Sie mussten also bereit sein und Alice war das auch. Sie war absolut bereit dafür, glaubte sie jedenfalls. Ob sie es wirklich war, würde sich erst am Ende entscheiden. Wortlos durchschritt sie mit den Anderen das Portal und fand sich dann, wie vorausgesagt, im Central Park wieder. Die ersten Sekunden wurden selbstverständlich dafür genutzt, sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Man musste ja wissen, was um einen herum passierte, bevor man den ersten Schritt setzte. Bereits nach den ersten paar Sekunden konnten sie feststellen, dass sie im Moment hier sicher waren. Keine Monster oder Bestien waren zu sehen. Also konnten sie alle erstmal ein wenig entspannen.
"Hat jemand einen Plan, wie wir von hier aus weiter vorgehen? Im Moment ist ja Alles ruhig."
Ihre Frage galt eher den älteren in der Gruppe anwesenden. Diese hatten ja alleine auf Grund ihres Alters mehr Erfahrung und waren daher als Wort- und Entscheidungsführer besser geeignet als sie.

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Danke an Ani für die Sigs. Danke an Nele für den Ava.
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Splitter (FSK 18+) 1 Woche 6 Tage her #821279

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Carlotta "Lazarus"
Von der Bastion nach New York
Leise rutschten die beiden Patronen in die Läufe der alten Bockflinte, deren Verschluss sie nachfolgend mit einem leisen Klicken schloss. Ein weiterer Handgriff vergewissterte sich, dass ihr Schwert an Ort und Stelle war. Sie war bereit, zumindest physisch, denn bereit fühlte sie sich nicht. Ein letztes Mal blickte sie zurück in Richtung der Führerin, dann schritt sie als letzte durch das Portal und fand sich keine Sekunde später vor dem Kunstmuseum im Central Park wieder. Das Gemäuer glich einem verwesenden Leichnahm, wie aus leeren Augenhöhlen starrten die fensterlosen Öffnungen sie an. Die bunten Blätter der Bäume waren bereits herabgefallen, zierten den kalten Beton vor dem tempelartigen Museum. Die Natur hatte sich die Stadt genommen, der Park war kaum noch als solcher zu erkennen, dicht reihte sich Pflanze an Pflanze. Sie konnten von Glück sprechen, dass es nicht Sommer war, die Blätter hätten alles zu einer undurchsichtigen Mauer verschmelzen lassen. Schnell beschloss die Gruppe nach Westen zu gehen, in Richtung des ehemaligen Naturkundemuseums. Eigentlich beschloss Okuda dies alleine, der erfahrenste unter ihnen, der von allen schnell als Anführer anerkannt zu werden schien.

Gerade als sie die große Straße erreicht hatten, durchbrach ein Schuss die angespannte Stille und schlug keinen Meter neben Alice ein. Schnell entschlossen deutete Okuda auf den Zugang zur U-Bahn, nicht weit entfernt, vielleicht zehn Meter. Sie sprinteten, Laurin erreichte das schwarze Loch als erstes, dann Alice, dann Carlotta, dann Okuda. Dunkelheit. Stille. Das peitschende Geräusch eines weiteren Schusses drang von draußen herein in die dunklen Kammern. Ein Schrei. Sie stiegen eine weitere Treppe hinunter, weiter hinein ins Dunkel, bis sie schließlich überhaupt nichts mehr sehen konnten. Ihnen blieb keine andere Wahl. Carlotta hatte in der Dunkelheit nach der Uniform des weißhaarigen Mädchens vor ihr gegriffen und hielt sich an dieser fest, weil sie nicht verloren gehen wollte, aber das Zittern verriet auch, dass sie Angst hatte. Gang um Gang tasteten sie sich voran, bis sie schließlich bei den Gleisen angekommen waren. Dumpf drang ein markerschütternder, schmerzerfüllter Schrei zu ihnen durch, hallte wie ein Echo von den Wänden und machte den Anschein als würde die gesamte Station sich füllen mit kreischenden Albträumen. Ein Wesen aus den Fantasien schlimmster Angst hätte sich in diesem Düster unmittelbar neben ihnen befinden können und sie hätten es nicht ausmachen können. Der Kamerad direkt neben einem war vielleicht nicht der, für den man ihn hielt, vielleicht war es schon etwas ganz anderes, das sich unter sie gemischt hatte? Doch darauf konnten sie nun nicht achten, sie drängten sich alle vier in einen kleinen Raum mit Tür aus Eisen, die sich dank steckendem Schlüssel verschließen ließ. Es musste sich um eine Art Abstellkammer für Reinigungsbedarf handeln. Warum hatte der Scharfschütze nicht schon viel früher auf sie geschossen? Hatte er sie etwa gezielt hier runter treiben wollen? War hier unten etwas, was bei weitem schlimmer war als jede Kugel? Wanderte im Dunkeln etwas umher? Hatte es sie bereits bemerkt? Wer war hier mit ihnen in einem Raum? Carlotta ließ die Uniform der Weißhaarigen los und griff nach deren Hand. Sie war nun die Einzige, von der sie sicher wusste, dass sie eine Verbündete war. Das sie überhaupt ein Mensch war. Das Herz pochte in ihrer Brust, sie zitterte. Warum sagten die anderen nichts? Hatten sie Angst, dann entdeckt zu werden? Waren sie überhaupt noch die, für die sie sie hielt? Und was war mit Ada Soyer, war sie noch am Leben? Wer hatte so geschriehen? Was sollten sie jetzt tun. Was würde geschehen? Es war so dunkel. Stickig. Kalt. Irgendetwas war hier unten mit ihnen, suchte sie, rannte kreischend durch die Gänge. Wer war hier mit ihnen in einem Raum eingesperrt, was war es? Waren es Okuda und Laurin? Ihr Herz raste immer schneller.
I can feel your sadness, over endless web. I can see your fear, over arrays of cameras. Knowing in advance, many of your dreams - they are near to me, but disabled by program.“
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Splitter (FSK 18+) 1 Woche 5 Tage her #821306

Alice
bei Carlotta und der Truppe
New York, Central Park -> U-Bahn-Station

Eine Entscheidung wurde dann auch schnell getroffen. Die Führung übernahm auch sogleich der Veteran der kleinen Gruppe hier. Es war logisch betrachtet auch die beste Idee, da dieser wohl auch über die meiste Erfahrung verfügte. Sie beschlossen, einfach nach Westen weiterzuziehen. Im nächsten Moment wurde dann auch schon deutlich, wie gefährlich diese Gegend hier war. Es war deutlich ein Schuss zu vernehmen und dieser verfehlte Alice nur knapp. Der erste Reflex war nun logischerweise erst einmal in Deckung zu gehen, was sie auch direkt taten. Hinter dem nächsten Hindernis hatten sie sich vorerst verschanzt gehabt. Alice selbst musste die Situation ein wenig verarbeiten. Klar hatte sie solche Situationen in diversen Übungen bereits miterlebt gehabt, doch so im echten Leben war es dann doch was ganz Anderes. Irgendwo wusste man bei solchen Trainingssituationen ja immer, dass dies nicht der Ernstfall war und das Ganze im Notfall abgebrochen werden würde. Das eigene Leben stand von daher auch niemals zur Debatte. Doch hier war dies ganz anders. Hätte die Kugel sie getroffen gehabt, wäre es aus für sie gewesen. Sie konnte von Glück sagen, dass der Schütze nicht so begabt war wie sie. Wenig später deutete ihr Anführer auf den Eingang einer nahegelegenen U-Bahn-Station. Ein Nicken der Beteiligten zeigte ihm, dass alle verstanden hatten, was er wollte und dann ging es auch schon los. So schnell sie konnten eilten sie über die Straße, durch das offene Gelände. Schnell und vor allem dabei nicht nur in einer geraden Linie. Ziele die sich nur in eine Richtung bewegten, waren nunmal leichter zu treffen, als Ziele, die sich unberechenbar fortbewegten. Aber wer sollte das besser wissen, als sie selbst? Sie erreichten dann auch schon besagte Station. Hier würde sie der Schütze nicht treffen können. Dicke Wände und eine Decke aus Stahl und Beton würde selbst den besten Schützen daran hindern, hier ein Ziel über die Distanz zu treffen. Doch auch hier unten schienen sie nicht an einen wirklich besseren Ort zu sein. Es war ein Schrei zu vernehmen und je tiefer sie hineindrangen, umso schlechter wurde die Sicht, ehe sie schlussendlich nichts mehr sehen konnten. Alice' Augen waren zwar besser als die der ersten Menschen, dies bezog sich allerdings nur auf das Sehen in die Ferne. Eine Nachtsicht hatten ihre Augen keinesfalls entwickelt, weshalb sie genauso viel sah, wie alle anderen hier auch und das war einfach nur Schwärze. Kurze Zeit später spürte sie auch schon, wie jemand nach ihrer Uniform griff. Es konnte sich dabei ja nur um Carlotta handeln, welche zuvor direkt hinter ihr gewesen war. Und eine andere Sache konnte sie auch spüren. Es war die Angst eben jenes Mädchens, da diese dabei zitterte. Alice selbst hatte eine ihrer Pistolen bereits in der Hand. Wer weiß, was nach diesem Schrei von hier unten auf sie wartete? Unter solchen Umständen hatte sie lieber einen Finger am Abzug, als nur die Pistole griffbereit. Keiner von ihnen konnte sagen, wie schnell die Situation umschlagen könnte. Sie erreichten einen Raum. Einen Raum, die sie von innen verschließen konnten. Die Frage war doch aber vielmehr, wie viel Sicherheit dieser Raum hier eigentlich bot. Was nütze es, wenn sie sich jetzt hier drin verschanzen würden? Hier hatten sie keine Nahrung und auch sonst nichts und die Mission würde so keinesfalls erfolgreich verlaufen. Ihre Pistole jedenfalls ließ Alice nicht los. Soviel wusste sie schon einmal. Das andere Mädchen hatte mittlerweile ihre Hand ergriffen. Wer wollte es ihr verdenken? Sie war ja noch so jung und vermutlich daher auch überhaupt nicht für eine solche Aufgabe geschaffen. Selbst Alice, die ja nun wirklich schon genügend Training absolviert haben sollte, fühlte sie ja nicht sonderlich hierfür geschaffen, wie sollte das dann ein so junges Ding sein? Es gab jedenfalls viel zu viele Dinge hier, die Alice nicht gefielen. Das war zum einen neben der Dunkelheit hier auch noch die vorhandene Enge. Als Scharfschützin bevorzugte sie nunmal den Kampf über die Distanz und ein solcher war hier unter keinen Umständen möglich. Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, einfach auf der Erdoberfläche zu bleiben und sich lediglich diesem Schützen zu widmen, als hier runten zu gehen. Jedoch hatten sie sich gemeinsam für diesen Weg entschieden gehabt. Die Nervosität der Weißhaarigen stieg immer mehr. Wenn sie hier noch viel länger in diesem Raum verweilten, dann würde sie wohl durchdrehen. Irgendwas würden sie tun müssen. Hier zu bleiben war jedenfalls keine wirkliche Option.
//Wir brauchen verdammt nochmal Licht. Diese Dunkelheit macht mich sonst noch ganz verrückt.//
Instinktiv hielt sie selbst von sich aus die Hand des Mädchens ein wenig fester. Es beruhte schließlich auf Gegenseitigkeit, dass sie voneinander wussten, wer die andere Person war und dass von dieser keinerlei Gefahr ausging. Was zu dieser schrecklichen Dunkelheit noch hinzu kam, war diese schreckliche Stille. Warum sagte denn niemand was? War in so einer Situation normalerweise der zuvor noch auserkorene Anführer zuständig, weitere Schritte zu planen und seinen Plan auch mitzuteilen? Je mehr sie über Alles nachdachte, umso weniger gefiel ihr die ganze Situation hier. Sie spitzte ihre Ohren, doch sie konnte einfach nichts hören. Es war so leise, dass man eine Stecknadel fallen hören konnte. Schlussendlich war sie es selbst, die diese Stille nicht mehr aushielt und somit das Schweigen brach, auch wenn sie nur flüsterte. Da sie alle hier in einen kleinen Raum waren, sollten die Anderen sie auch so verstehen können.
"Sollten wir nicht so langsam wieder rausgehen? Hier drin machen wir doch keinen Fortschritt."
Und damit hatte sie ja auch vollkommen recht. Sich hier ängstlich zu verkriechen brachte nun wirklich keinem etwas. Zudem hoffte sie auch, dass sie mit diesem Satz sicherstellen konnte, dass hier auch nur Leute anwesend waren, von denen sie wollte, dass sie hier waren.

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