• Seite:
  • 1
  • 2

THEMA: Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 5 Tage her #836706

  • Carlos12
  • Carlos12s Avatar Autor
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Beiträge: 44
  • Dank erhalten: 46
Hallo Allerseits, hier mal ein kritisches Thema.

Ich habe die letzten Tage in die erste Folge von Samurai Girls reingesehen.
In den ersten zwei Minuten wird kurz benannt, dass sich das großartige Japan in Laufe seiner Existenz immer wieder vor Invasionen schützen musste.
Dort werden die US-Amerikaner im zweiten Weltkrieg mit einem dämonischen Heer verglichen. Dann wird der Schwenk zur Story mir Göttlichen Beschützern gemacht. Die Samurai-Girls turnen auf fliegende US-amerikanischen Bombern herum und zerlegen sie mit ihren Schwertern.

Warum habe ich ein Problem damit? Stellt euch folgenden Anfang für einen Trickfilm vor:
"Es ist 1944. Das tapfere Deutsche Reich kämpft gegen barbarische Angreifer. Aber es hat Hilfe von höheren Mächten. Die Walküren kämpfen an seiner Seite."
Lasst das erst mal sacken.

Das Ganze erinnert mich ein klein Bissschen an Code Gease. Hier wird das arme Japan Opfer vom tyrannischen Brittanischen Reich und kämpft um seine Freiheit.
Generell habe ich den Eindruck, dass man sich in Japan mehrheitlich als Opfer des Zweiten Weltkriegs betrachtet, insbesondere wegen der beiden Atombombenabwürfe.

Wenn man sich mit der Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt, kommt dagegen das Erschrecken. Von der Grausamkeit und der Entmenschlichung her, fällt mir in der Neuzeit nur noch der IS, bzw. Daesh ein. Falls jemand meint, ich übertreibe, möge er zunächst mal in desem Link reinschauen.
de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Kriegsv...im_Zweiten_Weltkrieg

Denkt ihr, ich sehe das zu extrem?
Welche Erfahrungen mit Japanern habt ihr diesbezüglich?


Nachtrag:
Der Fairniss halber und der Allgemeinbildung dienend sollte auch dieser Link erwähnt sein.
de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht
Letzte Änderung: 2 Wochen 5 Tage her von Carlos12. Begründung: Nachtrag eines Links
Folgende Benutzer bedankten sich: Layna, Tssir-De-Macabre, 6zxJ76s73

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 4 Tage her #836716

  • Layna
  • Laynas Avatar
  • Social Media-Leitung
  • Social Media-Leitung
  • Rentner
  • Beiträge: 2499
  • Dank erhalten: 12368
Deine Zitate und Story-Schnipsel erinnern mich ein wenig an die japanischen Propagandafilme, die zur Zeit des zweiten Weltkrieges veröffentlicht wurden, z.B. Momotarō: Umi no Shimpei. Darin wurden Baby-Tiere militärisch ausgebildet und zogen in den Krieg, natürlich hatten sie dabei jede Menge Spaß. Die Zielgruppe waren also Kinder, die dadurch nachvollziehen sollten, dass Japan sich gegen seine "Feinde" wehren müsse und dass selbst die kleinen das Land darin unterstützen müssen. Gehirnwäsche also, ein ganz niedriges Niveau.

Ich finde es in Ordnung, wenn ein Land sich als "Opfer" darstellt. Jedes Land ist ein Opfer, vor allem dann, wenn Zivilisten zu Tode kommen. Aber an Objektivität sollte es einer solchen Geschichte nicht fehlen; in einem Krieg trägt nahezu jedes Land eine Schuld und ist Opfer zugleich. Sich als "unschuldig" und andere als "schuldig" darzustellen grenzt an Verherrlichung. Animes sind zwar Fiktion, dennoch finde ich diese einseitigen Darstellung schwierig.

Wenn es um die historische Darstellung des zweiten Weltkriegs geht, kann ich nur immer wieder die Filme "Die letzten Glüchwürmchen" und besonders "In This Corner of the World" empfehlen. Hier werden relativ realistisch Einzelschicksale von Zivilisten dargestellt. Diese Filme stellen den Krieg nicht dokumentarisch auf eine objektive Art und Weise dar, aber wenigstens sind sie nicht ideologisch aufgebläht und man erlebt hautnah mit, wie es den Menschen zu der Zeit ging. Man kann nach dem Schauen dieser Filme einfach so gut nachvollziehen, wie schrecklich ein Krieg auf individueller Ebene sein kann. Allerdings wird auch hier nur die eine Seite - und zwar die japanische - repräsentiert. Wenn man sich historisch bilden möchte, sollte man jedenfalls nicht auf Filme setzen, auch wenn einige als Zusatz bereichernd sein können.

Ich finde, dass es Animes (gerade den Serien) oft an Realismus mangelt. Gerade im historischen Bereich gibt es so viel Quatsch, da konnte ich mir noch nie wirklich etwas ansehen. Allgemein der ganze Samurai-Kram und die japanischen Zeitperioden ... Das wird dermaßen fiktionalisiert, dass man nichts aus diesen Animes lernen kann. Eine Verschwendung von Potenzial, finde ich.
Oder kennt ihr wirklich positive Beispiele für Anime-Serien, die historisch gut recherchiert sind? Vielleicht bin ich auch etwas verblendet, da ich ein paar schlechte Erfahrungen mit historischen Serien gemacht habe und dadurch zu wenige kenne, das kann absolut sein.

Man mag nur hoffen können, dass die Zuschauer eine gute schulische Bildung genießen und diese aufgeblasenen Storys nicht glauben.

Danke für das Thema, das ist wirklich interessant und einer Diskussion würdig!

Liebe Grüße~
Letzte Änderung: 2 Wochen 4 Tage her von Layna.
Folgende Benutzer bedankten sich: -Shisui-, Tssir-De-Macabre, 6zxJ76s73, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 4 Tage her #836721

  • 6zxJ76s73
  • 6zxJ76s73s Avatar
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • NGNoYW4=
  • Beiträge: 27
  • Dank erhalten: 28
Ich finde, das in der japanischen Populärkultur viele zweifelhafte Aspekte der Geschichte nur unzureichend bis teilweise gar nicht thematisiert werden. Um beim Beispiel des Zweiten Weltkrieges zu bleiben, hat sich Japan unter anderem folgendes zu Schulde kommen lassen:

  1. Massaker von Nanking: Ermordung von über 300,000 Zivilisten und Kriegsgefangenen sowie die Vergewaltigung von rund 20.000 Mädchen.
  2. Einheit 731: Medizinische Versuche an Menschen & Entwicklung und Einsatz von Biochemischen Waffen.
  3. Hyakunin-giri Kyōsō: Wettstreit 100 Menschen mit einem Schwert zu töten

Unter den Historikern sind das sogar die berüchtigteren Beispiele für die im Krieg begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, dabei ließe sich die Liste noch mit ein wenig Recherche relativ schnell weiter expandieren. Layna hat die Diskussion ziemlich gut eröffnet als sie anführte, das es im Krieg auf allen Seiten Täter und Opfer gibt. Es liegt in der Natur des Menschen, das bewaffnete Konflikte das Schlimmste in uns hervorbringen. Den geht meist eine Entmenschlichung des Feindes in den diktatorischen Regimen vor Kriegsausbruch zuvor, es ist also ein stetiger Prozess. Interessanterweise hat der Zweite Weltkrieg zur jener Zeit stattgefunden, als der Rassismus und Faschismus bereits weltweit Verbreitung gefunden hat. Zu behaupten das dies allein Ursache für den Ausbruch des Krieges war kratzt ein bisschen an der Oberfläche: immerhin haben die Folgen des Ersten Weltkrieges und die damit verbundene weltweite Wirtschaftskrise in den Menschen eine Wut geweckt, welche erst durch politische Führungspersonen geschickt in Feindesbilder übersetzt wurden, ein Hass der derartig groß wurde das er sich in Verbrechen manifestiert hat. Je ungünstiger sich jedoch der Krieg für eine Nation entwickelt hat, desto mehr sah man sich auf der anderen Seite der Gewalt wieder. Das hat zu einer Teufelsspirale geführt, in der Verbrechen mit Verbrechen gerechtfertigt wurden. Das ist natürlich völliger Unsinn, weil eine derartige Argumentation nur zu einer Eskalation führt und das Ende der Gewalt nur hinauszögert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Deutschland in zwei großen Wellen mit seinem Erbe auseinandergesetzt: Das erste Mal unmittelbar nach Kriegsende unter der Besatzung der Alliierten Mächten, und eine Generation darauf später als sich die Kinder des Krieges die Frage gestellt haben: "Welche Rolle hatten meine Eltern im Dritten Reich gespielt?" Im Gegensatz dazu wurde Japan damals kaum dazu gedrängt, sich mit seinen Verbrechen auseinanderzusetzen. Meiner Meinung nach hat an dieser Stelle im Westen das politische Interesse gefehlt, eine Aufarbeitung der Geschichte im selben Maßstab voranzutreiben, wie es damals im besetzten Deutschland geschah. Grund dafür war wohl die Lehre aus dem Krieg zuvor - niemand war daran interessiert, das Deutschland in ein paar Jahrzehnten wieder zu einer militärischen Großmacht aufsteigt und das Kräftegleichgewicht in Europa durcheinander bringt. Hinzukommt, das der kalte Krieg direkt im Anschluss daran in den Fokus trat. Zusätzlich dazu waren viele Politiker und wichtige Persönlichkeiten aus dem Militär in Japan nicht oder nur halbherzig zur Rechenschaft gezogen worden, wodurch sich in der japanischen Gesellschaft mehr eine Mentalität des Vergessen breit gemacht hat, die noch bis heute anhält. Das ganze wird noch dadurch verstärkt, das der Einsatz von zwei Atombomben in Japan von den eigenen Kriegsverbrechen in China und Korea abgelenkt haben.

Wenn man den Blick auf China wirft lässt sich schnell feststellen, das es dort nicht anders ist: mit dem Aufstieg des Kommunismus hat die Propaganda dortzulande sich ebenfalls nur mit den Verbrechen des Feindes beschäftigt, während der Blutzoll in der eigenen Bevölkerung unter dem Teppich geschoben wurde. Da drängt sich bei dem ein oder anderen vielleicht die Frage auf, ob es in der Verantwortung des Westen liegt die Rolle des Aufklärers in der Weltgeschichte einzunehmen - eben jenen Westen, der nicht all zu langer Zeit als Kolonialmacht sich der neuen Welt ebenfalls hat Verbrechen zukommen lassen? Während die Historiker all diese Geschehnisse untersucht haben, gibt es auf politischer Seite noch zu viele Spannungen und zu wenig Kompromissbereitschaft, um eine in die Realität umgesetzte Aufarbeitung der Geschichte sowie der Schuldfrage zu ermöglichen. In der chinesischen Gesellschaft stelle ich es mir zum Teil noch schwierig vor, diesen Aspekt der Geschichte in den Vordergrund des gesellschaftlichen Dialogs zu bringen, wohingegen in Japan sich mit der Zeit eine Mentalität des Vergessen festgesetzt hat, die dadurch begünstigt wird das die Vorfälle immer weiter in die Vergangenheit fallen, und die alteingesessen Täter im Hintergrund nach und nach am hohen Alter versterben. Hier müssten Anreize für neue Generationen in Japan geschaffen werden, um das zu verhindern.

Ein Animationsfilm könnte an dieser Stelle helfen, diese Themen an ein noch unerreichtes Publikum in das Bewusstsein treten zu lassen. Meiner Meinung nach besteht hier allerdings die Gefahr, das die Rolle im Krieg und die darin stattgefundenen Verbrechen nur einseitig thematisiert und in ihrer Grausamkeit runtergespielt werden. Es wäre schön, wenn hier in einer internationalen Produktion sich dem Thema in einer Serie oder einem Spielfilm angenähert werden kann. Vor 6 Jahren ist in Deutschland eine Serie erschienen, die den europäischen Konflikt aus Täter -und Opfer Perspektive im Rahmen seiner Möglichkeiten ziemlich gut umgesetzt hat. Theoretisch haben Animes das Potenzial historische Themen aufzubereiten, im großen und ganzen Schrecken die Animationsstudios allerdings vor solchen Projekten zurück. Wahrscheinlich auch aus der Angst, das der kontroverse Charakter eines solchen Projektes Unzufriedenheit auf sich lenken lassen könnte und die Studios im Allgemeinen nicht dafür bekannt sind, mit gewagten Themen zu experimentieren.
Folgende Benutzer bedankten sich: Layna, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 4 Tage her #836722

  • Carlos12
  • Carlos12s Avatar Autor
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Beiträge: 44
  • Dank erhalten: 46
Danke Layna, du hast ein sehr versöhnliches Argument gefunden.
Ich kenne mich mit japanischer Geschichte nicht aus, aber bisher hatte ich den Eindruck, dass in Animes mit Geschichte kreativ umgegangen wird. Man nimmt Versatzstücke aus der Historie und baut sie in alternativen Welten ein. Und genau das liebe ich an Animes, diese Keativität.
Ich kenne den Film "Die letzten Glühwürmchen" und ich konnte ihn mir nicht zu Ende ansehen, weil er so realistisch war und mir an die Nieren ging.

Was das Thema Opferempfinden betrifft, so war dies in Deutschland die ersten Jahrzehnten genauso. Man hatte ja im Krieg sooo gelitten, war besetzt und sprach von Siegerjustiz. Es gab aber in den letzten 50 Jahren eine ernsthaftere Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen und dennoch lernt man immer wieder dazu. Bis vor wenigen Jahren wusste ich beispielsweise nicht was die deutschen Besatzer in Griechenland angerichtet hatten.
Mein bisheriger Eindruck ist, dass die Aufarbeitung in Japan nicht in annähernd gleicher Weise erfolgt ist. Aber dazu habe ich bisher nur wenig gesehen und gelesen.

Layna schrieb:
Aber an Objektivität sollte es einer solchen Geschichte nicht fehlen; in einem Krieg trägt nahezu jedes Land eine Schuld und ist Opfer zugleich.
Zumindest an diesem einen Punkt kann ich dir nicht zustimmen. Es gibt einfach zu viele Fälle, bei denen ein Land Opfer einer expansiven Nation wird. Im Zweiten Welkrieg: Niederlande, Belgien, Norwegen, Polen, Ukraine, Cina, Korea, Indonesien, usw..

Ich hatte mir schon überlegt, die Forenmoderation zu bitten den Beitrag zu löschen, wenn Niemand antwortet, weil es ein so unangenehmes und hässliches Thema ist.

Gruß
Carlos
Folgende Benutzer bedankten sich: Layna

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 2 Tage her #836772

Kriegsverbrechen sieht man am liebsten nur bei den Anderen. Seine Eigenen will man eigentlich nicht sehen. Nur wir Deutsche sind so Masochistisch veranlagt um sich Jahrzehnte lang selbst zu kasteien.

Auch wenn dies zu Recht geschieht, denn wir haben tatsächlich schreckliche Dinge getan, aber die Jungen Generationen sollten Ihre Erkenntnis daraus ziehen und ein neues Kapitel aufmachen. Es bringt nichts ständig Salz in die Wunden zu streuen.

Man muss auch sehen, dass Deutschland und Japan für Ihre Verbrechen einen schrecklichen Zoll zahlen mussten. Auch viele Millionen Deutsche und Japaner sind in diesen Kriegen getötet worden, und die Japaner sind die einzige Nation die Atom-Bomben mit all ihren Spätfolgen ertragen musste.

Die Japaner sind extrem nationalistisch und Erfolgsorientiert, deshalb lastet der verlorene Krieg schwer auf der japanischen Seele. Deshalb wird dieses Thema auch meistens tabularisiert oder heroisiert. Ob dies ein besserer Weg ist als der Deutsche sei dahingestellt.

Um aber die Wahrheit zu sagen haben alle Blut an den Händen, auch die Nationen die sich jetzt als Demokratie- und Menschenrechte-Garant ausgeben. Was die Franzosen und Belgier in ihren Kolonien in Afrika angerichtet haben ist kaum auszusprechen, die Opium-Kriege der Briten gegen China, Der Genozid der Türken an den Armeniern, oder die vielen kriege welche die Amerikaner unter dem Mantel der Demokratie und Menschlichkeit geführt haben.
Letzte Änderung: 2 Wochen 2 Tage her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: -Shisui-, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 2 Tage her #836822

  • DerMoD
  • DerMoDs Avatar
  • Frischfleisch
  • Frischfleisch
  • Beiträge: 24
  • Dank erhalten: 31
Ich werd anfangs kurz metaphorisch mit der USA beginnen.
USA ist ein Land von Opfer und Täter zugleich. 9/11 wurden 3000 Amerikaner ermordet, der darauffolgende von USA initierte Krieg gegen den Terror brachte über 1 Millione Tote um. Wenn man diese Zahl miteinander vergleicht ist das nur pervers. Dennoch herorisiert USA seine Armee ungemein und irgendwie scheint es auch keinen wirklich diese Tatsache zur stören.

Du kannst dich auch mal über Che Guevara mal schlau machen, wie man einen Mörder so deart idolisieren kann, dass selbst Leute hier in Deutschland T-Shirt mit seinen Porträt tragen.

Ich kann mich 6zxJ76s73 und Tssir-De-Macabre nur anschließen.

Als ich Japan bereiste sind mir so einige Dinge aufgefallen, die den Japanern nicht störte. Wie zum Beispiel das viele diese Boy London T-Shirts trugen, wo fett ein Reichsadler aufgedruckt sind. Oder im Yodobashi Einkaufszentrum in Akiba lief ihr Werbe-Jingle "Yodobashi Camera Song" und ich dachte mir nur "Dieses Lied kennst du doch!" und die Melodie am Ende sich um das amerikanische Patriotenlied "The Battle Hymn of the Replublic" handelte. Irgendwo in Akiba verkaufte ein Shop eine SS-Musikersoldat als Actionfigur.

Youtube Yodobashi Camera Song

Youtube The Battle Hymn of the Republic

Ich denke letztendlich dass die heutige Generation der Japanern sich nicht mehr mit dieser Zeit identifizieren. Wenn ich an meine Musuemsbesuche in Tokyo erinnere, fiel der Aspekt 2.ter Weltkrieg echt ziemlich klein aus und behandelte eigentlich nur über die Luftangriffe auf Tokyo glaub ich.

Die heutigen Animes sind so stark abstraktiert, dass man den Sinn dahinter nicht wirklich ernst nehmen kann.Wie Girls und Panzer, wo das deutsche Marschlied Erika vorkommt, das von einen überzeugten NSDAP Mitglied komponiert wurde. Oder sonst irgendwie kontrafaktisch fast schon satirisch die Wehrmacht glorifiziert.

Mit fällt spontan nur paar Animes ein, die auf die 2.te Weltkriegsthematik oder Basis nehmen. Das eine wäre "The Cockpit", sind kurzgeschichten über Kamikazepiloten und Jin-Roh, Ein Polithriller, dass im Nachkriegsjapan spielt, wo die Deutschen gewonnen haben und dann auch Japan überfallen haben.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 1 Tag her #836838

DerMoD schrieb: „…der darauffolgende von USA initierte Krieg gegen den Terror brachte über 1 Millione Tote um.“

Kann man Tote umbringen? ;-)

Ein Guter Beitrag, aber die vielen Schreib-Fehler machen das Lesen mühselig.
Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: DerMoD

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 2 Wochen 1 Tag her #836841

  • DerMoD
  • DerMoDs Avatar
  • Frischfleisch
  • Frischfleisch
  • Beiträge: 24
  • Dank erhalten: 31
Tssir-De-Macabre Danke ^^'
Ich sollte aufhören, noch um 2 Uhr nachts in Foren meinen Senf dazugeben. Und heute wieder übermüdet irgendwas zu schreiben.

Ich ergänze mal das Thema mal mit einer persönlichen Erfahrung ergänzen:
Ich komme aus einer Familie aus vietnamesischen Flüchtlingen vor den sozialistischen Regime in Vietnam.
Meine Mutter wurde als Jugendliche aus diversen Gründen nach den Vietnamkrieg in ein vietnamesisches Konzentrationslager gesteckt, wo auch systematisch Interlektuelle und Feinde des Sozialismus ermordet wurden. Ich geh jetzt nicht ganz genau ein, warum sie dort gefangen gehalten und weswegen sie verhört wurde, aber sie wurde wieder freigelassen und daraufhin nach Deutschland geflüchtet.
Es ist eben ein komisches Gefühl, nachdem Leute erfahren, dass du vietnamesischer Abstammung bist und anfangen die Vietcongs und den Guerilla-Krieg zu glorifizieren und du denen dann die Kehrseite des Regimes erklären musst und warum ich mich selbst auch deswegen nicht als Vietnamese identifiziere.
Folgende Benutzer bedankten sich: Friehelm, Tssir-De-Macabre, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836885

Ich glaube es gibt kaum etwas Schlimmeres als einen Bürgerkrieg. Da verlaufen die Fronten oft quer durch die Familien. Bruder gegen Bruder und Sohn gegen Vater. Die Wunden brauchen oft Generationen um zu verheilen.

Mich wundert auch die Bewunderung und Glorifizierung von Kriegsherren. Ob Achilles, Alexander der Große, Dschingis Khan, Ramses II oder Napoleon. Wir bewundern Massenmörder und Psychopathen. Nun Gut, über Napoleon kann man streiten, da er viel Vorschritt nach Europa gebracht hat und viele der Kriege die er geführt hat wurden ihm von den um ihre Existenz fürchtenden Königshäuser Europas aufgezwungen.

Warum bewundern wir nicht im gleichen Maße Mahatma Gandhi, Mutter Theresa oder all die Wissenschaftler die unsere Gesellschaft nach Vorne gebracht haben?

Ich glaube dass die Gewalt tief in unserem Bewusstsein verankert ist. All die Humanität und Kultur sind nichts anderes als dünnes Make-Up auf der hässlichen Fratze unserer Spezies.

Der Mensch ist ein Duales Wesen. Fähig zu enormer Güte aber auch zu unglaublicher Gewalt. Es ist ein ständiger Kampf der beiden Seiten und bedauerlicherweise gewinnt die Gewalt allzu oft dieses Kräftemessen.
Letzte Änderung: 1 Woche 6 Tage her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: Layna

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836887

  • NatsuSama97
  • NatsuSama97s Avatar
  • Frischfleisch
  • Frischfleisch
  • Beiträge: 10
  • Dank erhalten: 5
Mal im Voraus :D
Wikipedialinks erkenne ich und fast jeder mehr oder minder gebildete Mensch als unseriös und unzulässig an.
Wenn man ein Argument oder einen Punkt auf argumentativer Basis vertiefen/belegen möchte, sollte man seriöse Links hierfür verwenden^^

Des Weiteren wüsste ich nicht, dass wir die Wissenschaftler und Visionäre, die unsere Gesellschaft an den Punkt gebracht haben, an dem wir nun stehen, NICHT bewundern.
Oder hast du schon mal jemanden sagen hören "Thomas Edison/Sir Isaac Newton wer ist das?" ?
Zumal ich sage, dass wissenschaftliche Koryphäen auch im Schulunterricht mehr behandelt werden, als berühmte Kriegsherren vergangener Tage.
Julius Caesar, klar der wird zB. auch aufgrund seiner Vergangenheit als Schriftsteller im Unterricht bevorzugt behandelt, aber Newton, Edison, Einstein, Planck, Galileo Galilei, Stephen Hawking und Marie Curie etc. rücken(zumindest an humanistischen Gymnasien) immer mehr in den Vordergrund.
Kann natürlich sein, dass sich das in den letzten 4 Jahren geändert hat, aber als ich mein Abi gemacht habe, war dies der Stand der Dinge und da wir uns im Technologiezeitalter befinden und immer mehr Wert auf den wissenschaftlichen Bereich(Jugend forscht etc.) gelegt wird, kann ich deiner Aussage nicht zustimmen, dass nur Kriegsherren glorifiziert werden^^
Letzte Änderung: 1 Woche 6 Tage her von NatsuSama97.

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836897

Ich gebe Dir Recht, dass Wikipedia nicht gerade als eine Quelle für eine Wissenschaftliche Ausarbeitung taugt, aber keiner hier beansprucht diese Stufe für unsere lockere Diskussion.

Du würdest Dich wirklich wundern wie viele Menschen nichts von Edison, oder Newton gehört haben. Ich habe sogar Leute kennengelernt die nicht mal wussten wer Einstein war und als ich den Namen Tesla erwähnte, fingen sie an über Elektro-Autos zu reden ;-)

Es ist bedauerlich zu sagen, aber viele Menschen verdienen die Bezeichnung Homo Sapiens gar nicht.

Wenn man aber die Berühmtheit der von mir genannten Personen mit den von Dir genannten Wissenschaftlern vergleicht, so werden die Wissenschaftler auf jeden Fall den Kürzeren ziehen. Wie viele Filme gibt es über Marie Curie oder Louis Pasteur und wie viele über Adolf Hitler oder Gaius Julius Caesar? Wie viele Anime Filme befassen sich mit Wissenschaftlichen Erfindungen und wie viele mit Kämpfen? Animes wie One Piece, DragonBall, Naruto oder One Punch Man gehören seit Jahren zu den Top Ten der Anime-Listen. Wie viele erfolgreiche Anime-Serien kennst Du über die Wissenschaft?

Sogar Dein Avatar-Bild zeigt eine Figur aus so einem Figth-Anime (Natsu aus Fairy Tail wenn ich mich nicht irre).

Dies hat aber natürliche Ursachen, denn in der Vor-Wissenschaftlicher-Zeit war Gewalt das Mittel zum Überleben und zur Fortpflanzung. Dies führte dazu dass sich diese Eigenschaften in den nachfolgenden Generationen durchsetzen. Ich hoffe dass sich in der kommenden Zeit andere Eigenschaften nun durchsetzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Unterschied zwischen den Bonobos und den Schimpansen ..., aber dies hat mit dem Thema des Threads nichts zu tun.
Letzte Änderung: 1 Woche 6 Tage her von Tssir-De-Macabre.

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836901

  • Cyberware
  • Cyberwares Avatar
  • Tastaturquäler
  • Tastaturquäler
  • Beiträge: 290
  • Dank erhalten: 120
Bin seit zwei Wochen aus japan zurück und habe mich natürlich auch dort mit den Einheimischen unterhalten. Allerdings auf Englisch, in Großraum Tokyo geht das nämlich sehr gut. Unter anderem wurde das Thema WWII angeschnitten und oft war die Einstellung, dass viele Verbrechen in Rahmen des Krieges geschehen sind und deshalb in akzeptablen Rahmen waren. Genauso war die Einstellung über Hitler: "Hätte er das mit den Konzentrationslagern sein gelassen, dann wäre er ein gutes Staatsoberhaupt gewesen.". Wobei ich unterstellen möchte, dass es vermutlich Wissenslücken bezüglich all der anderen Verbrechen gibt die im Dritten Reich begangen wurden.

Zusammengefasst: Der Krieg heiligt alle Mittel, weil jede Seite versucht zu gewinnen, was die Amerikaner beim Einsatz beider Atombomben bewiesen haben.

LG, Cyber

PS: Ich grübel darüber einen Reisebericht über die 3 Wochen zu schreiben, sollte jemand eine Idee für eine Gliederung haben, dann kann man sie mir als PN senden.
IT-ler mit Fachrichtung Rollenspiel und Dauerdaddeln - Und die Moral von der Geschicht: Zocken lohnt sich, schlafen nicht!
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836902

  • DerMoD
  • DerMoDs Avatar
  • Frischfleisch
  • Frischfleisch
  • Beiträge: 24
  • Dank erhalten: 31
Tssir-De-Macabre schrieb:
Mich wundert auch die Bewunderung und Glorifizierung von Kriegsherren. Ob Achilles, Alexander der Große, Dschingis Khan, Ramses II oder Napoleon. Wir bewundern Massenmörder und Psychopathen. Nun Gut, über Napoleon kann man streiten, da er viel Vorschritt nach Europa gebracht hat und viele der Kriege die er geführt hat wurden ihm von den um ihre Existenz fürchtenden Königshäuser Europas aufgezwungen.

Neon Artikel über Ted Bundy und wie sich Menschen sexuell zu Kriminellen hingezogen fühlen.
Anbei ein Artikel über das Bonnie und Clyde Syndrom. Ich könnte zwar alles innen 3 Zeiler schreiben, aber der Artikel ist zu intressant.
Als Jugendlicher war ich mal mit seiner Soziopathin zusammen (Ich weiss bis heut nicht genau, warum ich so dumm war und mich zu ihr hingezogen gefühlt habe), deswegen intressieren mich solche Themen.

Man sah an den Krawallen in Hamburg die Zerstörungsorgie des schwarzen Blocks, wo darunter auch eigentlich gebildete Junge Leute waren, die sich mit den Strom der Gewalt sich mitziehen lassen und sich danach fragen, was für ein Scheiss die eigentlich fabriziert haben.
Oder aktuellstes Beispiel dieser rechtsextreme mörderische Volldepp, der in Halle für Aufruhr gesorgt hat und den National Sozialismus idolisiert und den Holocaust leugnet. Völlig bescheuert, aber solche Menschen gibt es leider in Massen.
Cyberware schrieb:
Bin seit zwei Wochen aus japan zurück und habe mich natürlich auch dort mit den Einheimischen unterhalten. Allerdings auf Englisch, in Großraum Tokyo geht das nämlich sehr gut. Unter anderem wurde das Thema WWII angeschnitten und oft war die Einstellung, dass viele Verbrechen in Rahmen des Krieges geschehen sind und deshalb in akzeptablen Rahmen waren. Genauso war die Einstellung über Hitler: "Hätte er das mit den Konzentrationslagern sein gelassen, dann wäre er ein gutes Staatsoberhaupt gewesen.". Wobei ich unterstellen möchte, dass es vermutlich Wissenslücken bezüglich all der anderen Verbrechen gibt die im Dritten Reich begangen wurden.

Ich glaub, die aktuelle japanische Gesellschaft werden auch keine Bemühungen machen, den 2.ten Weltkrieg aufzuarbeiten. Die Opferrolle steht einfach einen besser und Einzelschicksale werden propagiert. Dir ist sicherlich diese Origami Kranichketten in japanischen Tempelanlagen aufgefallen. Die Geschichte dahinter ist ziemlich bekannt, das ein an Leukämie erkranktes Mädchen 1000 Origami Kraniche bastelt, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht. Ich weiss allerdings nicht, in wie weit die meisten wissen, dass es an den Spätfolgen einer radioaktiven Strahlenüberdosis der Atombombe sind. In Animes wird es immergerne oft abgekürzt in totkrankes Mädchen.
Letzte Änderung: 1 Woche 6 Tage her von DerMoD.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre, Carlos12

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 6 Tage her #836904

  • Carlos12
  • Carlos12s Avatar Autor
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Beiträge: 44
  • Dank erhalten: 46
NatsuSama97 schrieb:
Mal im Voraus :D
Wikipedialinks erkenne ich und fast jeder mehr oder minder gebildete Mensch als unseriös und unzulässig an.
Wenn man ein Argument oder einen Punkt auf argumentativer Basis vertiefen/belegen möchte, sollte man seriöse Links hierfür verwenden^^

Hallo NatsuSama97,
aufgrund dieser Aussage sehe ich mich genötigt, unter Sonstiges ein neues Thema aufzumachen.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Japans Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in Anime und Realität 1 Woche 5 Tage her #836930

Ein super Thema, da möchte ich auch kurz was dazu sagen. *o-like*

Ich beschäfte mich auch schon lange mit der Fragen und auch mir ist schon öfter in anderen Serien wie jetzt auch dir aufgefallen wie Japan versucht sich in verschiedenen Situationen nicht unbedingt als schlecht darzustellen.

Ich finde es auch wichtig, dass eine Nation nicht vergessen darf was in der Vergangenheit passiert ist, aber ich finde auch das eine Nation sich der Verantwortung auch stellen muss was sie in ihrer Geschichte mal getan hat.
Ich habe oft das Gefühl das Japan sich in neuen Anime Serien oft als Unschuldig darstellen möchte oder auch versucht einige Punkte nicht anzusprechen. Es ist klar, dass die Atombomben abwürfe nicht gerecht waren.
Das gebe ich auch geren recht und ist auch kein Problem für mich. Aber die Japaner haben auch viele Experimente ähnlich wie wir gemacht an ihren Nachbarn und an Kriegsgefangenen.

Es stimmt zwar das jede Nation eine dunkle Seite in ihrer Geschichte hatte und sich nicht wirklich freundlich verhalten hat zu dem Nachbarn.Aber wir müssen uns trotzdem unserer Verantwortung stellen die wir haben. Alleine schon aus Respekt dem anderen Gegenüber finde ich ist es unsere Pflicht auch immer klar zu sein, was richtig und falsch ist.
Viele Dinge die da geschehen sind zeigen uns auch eindeutig wie weit wir nicht mehr gehen dürfen heute, dass wir niemals wieder in so einer Zeit zurück fallen dürfen. Auch Japan muss und sollte sich meiner Meinung nach immer da im klaren sein.

Es ist auch nicht sonderlich unbekannt das es einige Personen der großen Animewelt gibt die, dies auch nicht sonderlich gut heißen. Von Hideaki Anno ist zum Beispiel bekannt das er die Taten der Japaner während der Zeit des Krieges nicht besonders gut geheißen hat.
Starke Metaphern dazu habe ich in seinem Film Shin Godzilla gesehen. Hier gibt er dem Kaiserreich von Japan einen harten schlag.
Auch großen Namen wie zum Beipsiel Ishirō Honda, Hayao Miyazaki und Ifukube Akira geben in älteren Werken, als auch neue Werke mit Metaphern immer ein Zeichen für die Fehler der Menschen damals. (beachte, einige der genannten Personen sind bereits verstorben).

Liebe Grüße

Bellgadong-Herr-der-Nodus
Wer sich allein auf seine Kraft verlässt begegnet eines tages einem stärkeren und wird diesen unterlegen sein.

Rechtschreibfehler könnt ihr behalten ;D

Proxer-Hessentreff-Fahne (freue mich über deine Teilnahme)

Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]


Fürs Profilbild geht ein großes Dankeschön an EcchixHunter21 :)

Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre, Carlos12
  • Seite:
  • 1
  • 2
Moderatoren: ForummodLaynaKniveskinehYuriko.FauliRockt
Powered by Kunena Forum