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THEMA: Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben??

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779282

*o-hi*
Meine Frage an euch könnte ihr oben entnehmen :)
Wie einige von euch wissen haben wir ja so einiges mit Japan gemeinsam, so auch den Demografischen Wandel.
Nur bei Japan soll es noch extremer sein, dort wird sich die Bevölkerung stark minimieren für die nächsten Jahrzehnten.

Dies soll nicht durch ständige Angriffe von Godzilla oder ähnliche Monster passieren, sondern eher durch die Jugend.
Den dieses hat mehr oder weniger keine Lust auf Geschlechtsverkehr und machen es lieber modern über irgendein Cyberding das eventuell der eine oder andere kennt.

Mich würde interessieren, was ihr so denkt.
Glaubt ihr das ändert sich wieder zum positiven?

Liebe grüße

Bellgadong-Herr-der-Nodus
Wer sich allein auf seine Kraft verlässt begegnet eines tages einem stärkeren und wird diesen unterlegen sein.

Rechtschreibfehler könnt ihr behalten ;D

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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779288

So radikal würde ich nicht sagen das es Japan in Zukunft gar nicht mehr geben wird, aber ich kann mir vorstellen das sich die Bevölkerung drastisch reduzieren wird.
Das ist aber nicht nur ein japanisches Problem in vielen Westlichen Ländern geht die Geburtenrate zurück.
In den Schwellenländer wird es immer mehr Menschen geben und in den Industrieländern werden es immer weniger Leute.
Durch Roboter und anderem kann ich mir auch vorstellen, das die Geburtenrate zurück geht.
Ob der Staat vielleicht die Geburten höher subventioniert, um diesen Wandel entgegen zu wirken, das könnte ich mir als Gegenmaßnahme vorstellen.
Aber ich lass mich einfach mal überraschen ^^

Lg MrKingmustafa
Don't tell me I'm reckless, I'm just doing what I want, yeah
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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779308

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Davon habe ich auch schon gehört, dass die jungen Männer in Japan keine Lust mehr auf Sex haben und lieber ihr "Cyberding" durchziehen.
Die moderne Welt hat auch viele Nachteile, da so immer mehr lieber Hentais schauen wollen, als sich mit echten Mädels zu unterhalten, aber ich glaube nicht daran, dass es deswegen in der Zukunft kein Japan mehr geben wird.
Wie seriös die ganzen Quellen sind, kann man auch bestreiten, denn ich habe vor kurzem ein Video auf YouTube gesehen, dass besagt, dass Japan nicht ganz so sexlos ist, wie gerne behauptet wird.

Deshalb kann man jetzt wohl nicht genau sagen, ob Japan damit wirkliche Probleme hat.
Es gibt dort ganz sicher viele junge Menschen, die auf Sex verzichten oder einfach zu schüchtern sind, um das andere Geschlecht anzusprechen, aber ich denke nicht, dass es ganz so schlimm ist.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich dort alle Jungs lieber einen Hentai reinziehen und zu schüchtern sind, um Mädels anzusprechen bzw. Erwachsene Männer nicht imstande sind, sich eine Frau zu finden.
Natürlich gibt es in Japan viel gesellschaftlichen Druck, manche arbeiten sich in den Firmen fast zu Tode und haben dann keine Zeit fürs Schlafen, geschweige davon, eine Partnerin zu finden, aber dennoch glaube ich nicht daran, dass es wirklich so krass ist, wie es gerne behauptet wird.

Japan verzeichnet zwar einen demographischen Rückgang, aber ich glaube nicht, dass es wegen dem Cyberding ist und bin auch überzeugt, dass Japan in den nächsten Jahren bestehen wird.
Denn das Land ist ja sehr fortschrittlich, deshalb wäre es komisch, wenn es untergehen würde, weil niemand mehr Lust auf Sex hat xD



Aber wie MrKingmustafa schon gesagt hat, betrifft dieses Problem nicht nur Japan, sondern auch viele westliche Länder.
Vor allem die nördlichen Länder, wie Island, Schweden...sind soweit ich weiß auch davon betroffen.


Liebe Grüße
Danke für die Signatur Blackseraphim :D
Letzte Änderung: 1 Jahr 6 Monate her von -Shisui-.

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779309

Naja sowas geschieht nicht von einem auf den anderen Tag, aber der demographische Wandel wird auch in den nächsten Jahren, in Japan als auch bei uns, ein stark diskutiertes Thema sein. Das Problem liegt aber tiefer als nur die Jugend die plötzlich keine Lust mehr hat Kinder zu bekommen. Der hohe Druck auf dem Arbeitsmarkt, die zurückgehende Wirtschaft und all ihre Auswirkungen, sowie weitere Faktoren, machen es immer schwieriger und kostenintensiver Kinder aufzuziehen. Dazu kommt, dass bei der Geburt des Kindes die Mütter zum größten Teil aus dem Arbeitsmarkt aussteigen, heißt wiederum weniger Geld und das führt zu weniger Nachwuchs. Des weiteren wollen Eltern natürlich, dass das Kind die bestmögliche Ausbildung erhält, und die ist in Japan nicht gerade billig. Es ist ein recht komplexes Thema und das hier nicht mal die Spitze des Eisberges.
Allgemein lässt sich ein indirekt proportionaler Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Geburtenraten beobachten, längere Ausbildung daraus folgt: weniger Kinder.
Es ist wirklich ein interessantes Thema, mit dem sich die Politik und die Gesellschaft in Japan (aber auch in anderen Ländern) weiter beschäftigen müssen.
どうして?
Letzte Änderung: 1 Jahr 6 Monate her von Dulliyuri.
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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779329

Hallo,
ich denke nicht das es an der Lust fehlt, es ist nur in Japan, wie auch in vielen anderen Industrieländern, sehr unattraktiv Kinder zu bekommen. Wobei da Japan wohl nochmal ne besondere Stellung einnimmt. Neben der Tatsache das Kinder sehr teuer sind, zwar sind auch in Japan die staatlichen Schulen kostenlos, aber selbst dort lauern extrem hohe Nebenkosten, so kostet zum Beispiel ein normaler Grundschulranzen ( die übrigens auch oft vorschrieben sind )500-600 Euro, es gibt auch billigere, aber das kann die Kinder schon wieder ausgrenzen. Auch schreiben viele Schulen zusatz Lernmaterial vor, das natürlich, im Gegensatz zu den normalen Schulbüchern, Geld kostet.
Ausserdem bedeuten Kinder für die Frau meistens das Ende der beruflichen Laufbahn.
Auch die Partnerfindung, bzw. die dauerhafte Lebensgemeinschaft, ist nicht eben einfach wenn man weiß, das der Partner vermutlich sein komplettes Berufsleben, von zwei, oder oft auch einem Tag die Woche, abgesehen, von früh bis sehr späht auf Arbeit verbringen wird. Ich habe neulich von ner Umfrage gelesen wonach über 50% der jüngeren Japaner ( ich glaube das war 18-30 ) keinen Partner finden.
Geschmacksach hot de Aff gesood, un hot in die Saaf gebesse!

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779330

Meiner Meinung hängt das letztendlich alles mit der Wirtschaftskrise in Japan zusammen, die jetzt schon über 25 Jahre andauert. Ich denke, dass viele junge Leute in Japan deswegen darauf verzichten, Familie zu gründen, weil sie sehr viel arbeiten müssen und trotzdem nicht immer einen sicheren Job haben (www.japanmarkt.de/2016/12/26/wirtschaft/...ch-studium-in-japan/). Solange die japanische Regierung das Problem der stagnierenden Wirtschaft nicht endlich löst, wird wohl auch die Geburtenrate nicht nennenswert steigen. Gleichzeitig sorgt die extrem hohe Staatsverschuldung in Japan dafür, dass der Staat nicht einfach von heute auf morgen "Kinder stärker subventionieren" kann, ihm sind in Sachen Haushalt mehr denn je die Finger gebunden. Das scheint mittlerweile sogar das LDP-Establishment verstanden zu haben, weshalb die Lage zumindest nicht vollkommen hoffnungslos ist.
Letzte Änderung: 1 Jahr 6 Monate her von Nicht_Peter.

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779335

Demografische Veränderungen haben immer mehrere Gründe.
In vielen westlichen Industrieländern gehen die Geburtenraten zwar auch zurück, allerdings sinken diese schon seit 150-200 Jahren. Die Gründe dafür:
-Wirtschaftliche Veränderungen, weg von Landwirtschaft zu Industrie bis hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Früher, vor 100-200 Jahren waren Kinder reine Notwendigkeit, man brauchte nämlich Arbeitskräfte. Außerdem haben sie, im Vergleich zu heute, weitaus weniger gekostet.
-Soziale Veränderungen, lebt die Mehrheit der Leute in einer Ehe usw. Früher war es ja verpönt, als ledige Frau Kinder zu bekommen, heute ist das anders. Eheschließungen werden weniger, man lebt halt in einer Lebensgemeinschaft etc, zumindest nicht unbedingt in Ehe.
-Finanzielle Gründe. Werden Kinder gefördert oder kosten sie viel? Gerade in westlichen Ländern kosten Kinder vergleichsweise viel im Sinne der Ausgaben des Staates und der Eltern, auch das trägt zur Entscheidung des Kinderkriegens bei.
Und noch einige andere Gründe.

Ich kenne die Eigenheiten Japans und der Kultur nicht genau genug, allerdings spielt dort sicher der Erfolgsdruck auf so ziemlich alle Personen eine große Rolle. Und wenn man damit beschäftigt ist, sich beruflich eine Karriere aufzubauen, dann passt ein Kind halt nicht. Außerdem gilt Japan ohnehin als teures Land, und gerade Schule und Ausbildung stelle ich mir nicht billig vor. Dazu kommt eben wieder der Erfolgsdruck, das Kind muss auf die beste Schule gehen, dem Kind die bestmögliche Ausbildung ermöglichen, und das kostet eben dementsprechend Geld. Das ist in Mittel und Westeuropa nicht großartig anders, aber in Japan ist das alles auf einem anderen Niveau.
Dazu kommt eben, wie vom Vorposter erwähnt, eine Wirtschaftskrise. Japan ist als Industriestandort teuer, und Outsourcing ist auch dort nichts neues und kostet Jobs.

Was Japan im Gegensatz zu den USA, England, Deutschland oder Frankreich nicht hat, ist Migration. Und nein, ich will damit keine Füchtlingsdebatte lostreten. Aber die Japaner sind einwanderungstechnisch ziemlich restriktiv, das Land ist einfach abgeschlossener als ein europäisches Land. Dafür ist die Insellage zum Teil verantwortlich.
Länder wie Deutschland oder Österreich, wo die Geburtenraten sinken und die Lebenserwartung steigt (auch die steigende Lebenserwartung der Japaner wird ein Problem bzw ist es schon), haben im späteren 20. Jahrhundert von den Gastarbeitern vom Balkan profitiert. Die kamen hier her um zu arbeiten, teilweise sind sie geblieben, teilweise nicht. Dann gibt es die letzten Jahre auch Zuzug aus EU-Ländern, und auch aus Nicht-EU-Ländern, das fehlt in Japan halt.

Was mich interessieren würde: Wie beeinflusst die Religion in Japan die Demografie? Bei uns in Zentraleuropa hatte ja die katholische Kirche sehr starken Einfluss auf das ideale Familienbild. Ist das in Japan vielleicht ähnlich? Damit meine ich natürlich nicht den christlichen Einfluss sondern der Religion/Tradition auf das Familienbild.
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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779343

leoben11 schrieb:
Was mich interessieren würde: Wie beeinflusst die Religion in Japan die Demografie? Bei uns in Zentraleuropa hatte ja die katholische Kirche sehr starken Einfluss auf das ideale Familienbild. Ist das in Japan vielleicht ähnlich? Damit meine ich natürlich nicht den christlichen Einfluss sondern der Religion/Tradition auf das Familienbild.

Interessante Frage. Generell denke ich, dass die Religion in Japan die Gesellschaft sehr wenig beeinflusst, weniger als hier in Europa. Allerdings denke ich, dass alte Traditionen wie der Konfuzianismus dafür einen umso größeren Einfluss darauf haben, dass die japanische Gesellschaft, genau wie viele andere asiatischen, recht konservativ geprägt ist. Müsste ich aber mal genauer nachlesen, im Länderbericht Japan des BPB (ein sehr empfehlenswertes und informatives Buch übrigens, das ich jedem ans Herz lege, der sich tiefer für das Land interessiert) dürfte da was zu finden sein.

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779353

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Der demographische Wandel schlägt zu, nicht nur in Japan und Deutschland. Schon mit der Industrialisierung setzte langsam eine deutliche Veränderung ein, die Menschen bekommen mehr Essen auf dem Tisch, welche auch vom Nährwert deutlich besser sind, die Medizin, aber nicht zu unterschätzen, die Hygiene lässt zu, dass Kinder weniger oft auch schon im Kindesalter sterben und insgesamt steigt die Lebenserwartung. Ein Ehepaar braucht nicht mehr so viele Kinder, um selbst im Alter dann auch noch versorgt zu sein.
In fast allen Industrieländern wird gegen den gewaltigen Geburtenrückgang, der dann auch mit der Pille kam, angekämpft. Wenige Kinder, viele Probleme. Kurzum, das Problem ist ein internationales Problem.

Durch die Populärkultur Japans schafft es Japan aber nicht nur in Sachen Anime und Gaming auf den ersten Platz. Weil Japan halt total schräg sei und ganz und gar anders als der Rest der Welt, werden auch gesellschaftliche, soziale und kulturelle Themen und Probleme Japans als etwas total Schräges und Anderes diskutiert - Viele Reportagen, wenig Recherche sowas verkauft sich gut im Fernsehn und wenn es dann noch um Japan, demographischen Wandel und den Sex der "schrägen" Japaner geht, sind die meisten Zuschauer gefesselt.
Eines kommt in dem Zusammenhang oft vor - "Der sexlose Japaner". Um es schon einmal kurz zusammenzufassen: Quatsch!

Japaner haben genauso viel Sex wie wohl alle anderen Menschen auch. Trotz digitaler Medien, Hentai, Erogames und co. haben Japaner auch junge Japaner Sex.
Natürlich gibt es ein paar Ausreißer, die vielleicht sogar als Jungfrau sterben, aber das ist wirklich selten, vor allem bei der ausgeprägten Prostitution in Japan.
Warum dabei nicht viele Kinder entstehen, ganz klar Verhütung! Oder?
Eines der erstaunlichsten Dinge, die ich auch in meinem Japanologiestudium lernen durfte ist, das Japaner es nicht so ganz mit der Verhütung haben, tatsächlich! 2014 verwendeten nur 3% der Japanerinnen die Pille als Verhütungsmittel, die Männer mit 20% den Coitus interruptus. Fehlender Sexualkundeunterricht und mangelnde Aufklärung führen zu nicht ausreichender Verhütung und tatsächlich zu sehr, sehr vielen ungewollten Schwangerschaften. Warum dann immer noch der demographische Wandel?
Abtreibungen. Abtreibungen sind absolut gängig und werden weder politisch noch religiös durch den Shintoismus wirklich verurteilt. Abtreibung in Japan ist ein ziemlich einfacher Prozess, kein großer Papieraufwand, keine so große öffentliche Diskussion. Nur was das Geld angeht, teuer sind die Abtreibungen nämlich und somit ist es ein großes Geschäft. Und eben dort, wo so viel Geld fließt, da spürt man auch, was für ein Einfluss auf die Politik ausgeübt wird.
Der Shintoismus sagt zwar, dass die Wasserkinder (totgeborene Kinder, frühe Kindstode, abgetriebene Föten) als rachsüchtige Geister wiederkehren, diese aber recht einfach besänftigt werden können. Man kann bei einem Schrein in der Nähe einfach ein paar rituelle Figuren kaufen und die im Schrein aufstellen und zu ihnen beten. Es gibt viele Glücksbringer, die auch wieder eine Menge kosten, zusätzlich kann man den Priester bezahlen, damit er auch für sein totes Kind bzw. abgetriebenen Fötus betet. Auch hier fließt viel Geld. Unterm Strich gibt es also für die Politik keinen wirklichen Grund sich da sonderlich einzumischen.

Warum die ganzen Abtreibungen? Das wurde hier auch oft erwähnt, Druck, Karriere, Geld. Japan ist kein Land, in dem es einfach ist, sein Kind zu erziehen. Vor allem die Bildung für das Kind ist sehr teuer und meistens können sich die Familien dabei keine zwei Kinder leisten, sodass es oft bei einem Kind bleibt.

Im Vergleich mit Deutschland steht Japan was die Geburtenrate angeht auf der selben Stufe. Hier in Deutschland haben wir jedoch, auch wenn es in letzter Zeit wieder ziemlich polarisierend ist, Einwanderer, viele Einwanderer, die den Geburtenrückgang etwas abdämpfen. In Japan sieht das eben anders aus, dort sträubt man sich vehement gegen Einwanderer und so bleibt der demographische Wandel ein sehr ernstes Thema dort.
„Wenn man sich treu bleibt, wird man vielleicht sogar dafür belohnt, auch wenn das anderen Leuten gar nicht passt.“

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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779382

Ich finde, dass das eine interessantes Thema ist, wobei ich mir einen etwas weniger reißerischen Titel als Einleitung gewünscht hätte. Prinzipiell ließe sich die Frage problemlos auch auf Deutschland übertragen, hat der demographische Wandel doch hier schon längst Einzug gehalten. Japan als kulturell homogene Nation steht natürlich vor der Herausforderung, ohne Einwanderung diesem Problem entgegenzutreten. Aus der Datenbank der Worldbank [1] lassen sich für diese Diskussion auch ganz schnell konkrete Zahlen gewinnen. Zusätzlich dazu habe ich auch den Wachstumsrate für alle Jahre berechnet:
YearPopulation in millions peopleGrowth of population in percent
1970104,345,000- - -
1975111,940,000+1.415
1980116,782,000+0.850
1985120,754,000+0.671
1990123,537,000+0.456
1995125,439,000+0.306
2000126,843,000+0.228
2005127,773,000+0.146
2010128,070,000+0.046
2015126,958,000-0.174

Berechnet habe ich übrigens die Werte mit der folgenden Formel:
growth rate equation [ Zum Anzeigen klicken ]

Aus den in der Tabelle gelisteten Zahlen wird deutlich, dass dieser Abwärtstrend schon seit geraumer Zeit zu Beobachten ist. Natürlich hat Japan während dieser ganzen Zeit versucht, die Schwangerschaft von Frauen zu unterstützen. Die Vereinten Nation prognostizieren sogar, dass gegen Ende des 21. Jahrhundert die Bevölkerungsanzahl Japans auf unter 100 Millionen Menschen fallen wird [2] [3]. Besonders erwähnenswert ist für mich der folgende Abschnitt aus der New York Times:
The population is shrinking more in some places than others. The biggest cities, like Tokyo, are still growing, while rural areas struggle to cope with abandoned homes and shuttered shops. (...)
Während die wirtschaftliche Leistung des Landes (vorerst) noch nicht wirklich Konsequenzen daraus ziehen muss, lässt sich schon heute ein demographischer Wandel beobachten. Wenn die Anzahl der 60-64 Jährigen schon heute ungefähr ebenso groß wie die der 35-39 Jährigen ist [4], trifft das unter Berücksichtigung des Geburtenmangels in der Zukunft besonders die jüngere Generation. Allerdings muss man dazu sagen, dass es nicht das erste Mal in der Geschichte ist, dass die Bevölkerung in einem Land zurückgeht. Durch unterschiedliche Umstände (Krieg, Hungersnöte und Krankheiten) hat es schon immer ein auf und ab in der Bevölkerungsentwicklung gegeben. Im Gegensatz zu damals hat sich aber vor allem der Schwerpunkt der Demographie kontinuierlich durch bessere hygienische und medizinische Entwicklungen allmählich ins nächsthöhere Alter verschoben, was mit Blick auf die Zukunft nicht unbedenklich ist und das Potenzial, neuen Nachwuchs zu auf die Welt zu bringen, verringert. Und noch was: Das Alter, in dem Frauen ihr erstes Kind gebären, hat sich ebenfalls weiter nach hinten verschoben. Da stellt sich natürlich die Frage, inwieweit der Rückgang in der Bevölkerung langfristig auf den Finanzmärkten Einfluss hat, ist doch Japan die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Allgemeinere Zahlen [5] zu diesem Thema legen nahe, dass zwar weltweit mit einem Bevölkerungswachstum zu rechnen sei, doch davon ist Europa nicht betroffen. Welche Folgen das für die Natur haben wird, ist vor allem im Zusammenhang mit den Themen Klimawandel und begrenzten Ressourcen wichtig. Ich wage sogar zu behaupten, dass ein stetiger Anstieg der Bevölkerung für die Menschheit nichts gutes bedeuten kann.

Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 6 Monate her #779413

Saeko.san schrieb:
Warum dann immer noch der demographische Wandel?
Abtreibungen. Abtreibungen sind absolut gängig und werden weder politisch noch religiös durch den Shintoismus wirklich verurteilt. Abtreibung in Japan ist ein ziemlich einfacher Prozess, kein großer Papieraufwand, keine so große öffentliche Diskussion. Nur was das Geld angeht, teuer sind die Abtreibungen nämlich und somit ist es ein großes Geschäft. Und eben dort, wo so viel Geld fließt, da spürt man auch, was für ein Einfluss auf die Politik ausgeübt wird.
Warum die ganzen Abtreibungen? Das wurde hier auch oft erwähnt, Druck, Karriere, Geld. Japan ist kein Land, in dem es einfach ist, sein Kind zu erziehen. Vor allem die Bildung für das Kind ist sehr teuer und meistens können sich die Familien dabei keine zwei Kinder leisten, sodass es oft bei einem Kind bleibt.
Im Vergleich mit Deutschland steht Japan was die Geburtenrate angeht auf der selben Stufe. Hier in Deutschland haben wir jedoch, auch wenn es in letzter Zeit wieder ziemlich polarisierend ist, Einwanderer, viele Einwanderer, die den Geburtenrückgang etwas abdämpfen. In Japan sieht das eben anders aus, dort sträubt man sich vehement gegen Einwanderer und so bleibt der demographische Wandel ein sehr ernstes Thema dort.
Der Grund "Abtreibung" ist sicher nicht der alleinige Grund für den demografischen Wandel (oder demographic transition, ich habe da ein paar nette Papers von Kamaras), vielmehr sind vermehrte Abtreibungen eine Folge von Änderungen im Gesundheitswesen sowie Veränderungen der sozialen Gegebenheiten. Und dazu kommen eben noch Faktoren wie Friede, Wirtschaft, Religion, bessere Medizin, besseres Essen etc, all das bedingt den demografischen Wandel. Hier lediglich Abtreibungen zu nennen greift viel zu kurz und die Theorie hinter dem demografischen Wandel ist auch weitgehend akzeptiert. Abtreibungen können den generellen Trend beschleunigen, aber der Trend ist auch ohne Abtreibungen da.
Deutschland hat dieselbe Total Fertility Rate (Geburten pro Frau) wie Japan, in etwa, auch die Crude Birth Rates sind ähnlich.
Wenn man sich aber die Alterspyramiden ansieht, dann ist Japans Gesellschaft doch ein Stück älter als jene von Deutschland. Und das wird in beiden Ländern nicht besser werden, nur dass Japan hier schon gut 10-20 Jahre weiter ist.
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Wird es in der Zukunft kein Japan mehr geben?? 1 Jahr 5 Monate her #781720

Warum braucht denn Japan 120 Mil. Bewohner ? Wenn es in den 70 Jahren nur 100 Mil. waren,
und Anfang des 20 Jahrhunderts sogar < 90 Mil. warum sollte dies jetzt nicht OK sein?

Weniger Menschen = weniger Ressourcen-Verbrauch, weniger Umweltverschmutzung, mehr Freiraum, etc.

Mann muss sisch nicht wie Bakterien oder Ungeziefer vermehren. Ich finde es gibt mehr als
genug Menschen auf der Welt.

Wäre es ein Problem wenn wir in Deutschland nicht > 80 Mil. sondern 60 Mil. wären ?
Wenn die Maschinen die meiste Arbeit erledigen, gibt es eh nicht genug Beschäftigung
für so viele Menschen.

Man sagt, dass die Bevölkerung Veraltert. Das stimmt, was man aber nicht sagt, ist dass dies
eine vorübergehende Tatsache ist. Wenn viele der Alten sterben, wird sich ein Gleichgewicht
auf niedrigerem Niveau mit den neuen Geburten einpendeln.
Mutter Natur regelt mit der Zeit sowas von selbst :-)
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Tssir-De-Macabre.
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