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THEMA: Abitursystem - G8 oder G9

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790441

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Hallo Schülerinnen und Schüler und solche, die es einmal waren,

wie es einige vielleicht in den Medien mitbekommen haben, strebt Bayern einen Wechsel des Abitursystems von G8 zu G9 an. Dies wollte ich mal als Anlass nehmen, um über das Abitursystem zu diskutieren.

Erstmal kurz etwas Historisches: Während 1952 nur knapp 5 Prozent der 18-bis 19-Jährigen das Gymnasium erfolgreich mit der Hochschulreife verlassen hatten, erwirbt Ende der 1990er Jahre knapp ein Viertel des Altersjahrgangs das Abitur[1]. Inzwischen liegt der Anteil nochmal deutlich höher, bei rund 40%[2].

Es fällt also auf, dass immer mehr Menschen das Abitur ablegen und damit das Gymnasium vom Elite- Charakter immer mehr zum Durchschnitt wird. Dies hat eine deutliche Abwertung des Abiturs selbst, aber vor allem der darunter liegenden Abschlüsse wie des Realschulabschlusses oder des Hauptschulabschlusses zur Folge. Ein Realschulabschluss von 1990 kann vom Bildungsniveau heute schon mit dem Abitur mithalten. Schon jetzt wird für Berufe wie Autolackierer, was früher durchaus geeignete Berufe für Leute mit niedriegeren Abschlüssen war, teilweise in manchen Firmen das Abitur vorausgesetzt. Spinnt man den Gedanken und die Entwicklung also weiter, wird es womöglich bald nahezu unmöglich sein mit einem Hauptschulabschluss etwas zu erreichen.

Dank G9 ist das Abitur leichter zu schaffen. Man hat ja immerhin ein Jahr mehr Zeit. Die Frage ist aber: Muss wirklich (fast) jeder Abitur schaffen können? Ich denke hier sollte die Antwort klar nein lauten. Es ist sinnvoller, wenn das G8 Standard ist und diejenigen, die das eben nicht packen, nicht auf das Gymnasium gehören. Das ist zwar hart, aber fair und so bleibt das Gymnasium das, was es ursprünglich mal sein sollte, für die stärksten Schüler gedacht. Es muss nicht jeder studieren, während im Gegenzug immer mehr klassische Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Auch die Ergebnisse im Vergleich geben eher den Ausschlag, dass G8 stärker ist, sprich bessere Ergebnisse erzielt und daher gewählt werden sollte. So sind die Bundesländer, in denen G8 herrscht, bzw wie in Bayern die letzten Jahre herrschte, führend in den Vergleichstests der Bundesländer und belegen die Plätze 1-3. Siehe Pisa Studie, als Karte nach Fach oder als Gesamtübersicht bzw. den INSM Bildungsmonitor.

Zusammengefasst bin ich also klar für G8 als Abiturform, die ich nebenbei gemerkt auch selbst durchlaufen habe und sie nicht mal im Ansatz zu anstrengend fand, da G9 in meinen Augen das Abitur immer mehr verwässert.

Und nun zur eigentlichen Frage: Wie steht ihr denn dem Thema G8 vs. G9 gegenüber?

LG Mungu
Nun hat unser Issei zugegeben, was seine sexuellen Vorlieben sind:

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790445

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Tja, was ich der Politik raten würde: Entscheidet euch, aber entscheidet euch schnell!
Es bringt nichts, dass jedes Bundesland seine eigene Bildungspolitik macht, alle paar Jahre wieder irgendwas über den Haufen wirft und dann nichtmal die Abschlüsse in ganz Deutschland vergleichbar sind.
Von Pisa Studien halte ich grundsätzlich nur wenig. Um Unterricht hinreichend fundiert zu bewerten, braucht es mehr, als nur irgendwelche Durchschnittswerte zu vergleichen und Ziel der Bildungspolitik sollte nicht sein in irgendwelchen Studien gut abzuschneiden.
Schlußendlich gibt einen das Abitur nur die allg. Hochschulreife, nicht aber zwangsläufig die Befähigung auch tatsächlich zu studieren.
Ob das Gymnasium nun einen Elite- Charakter haben muss, bleibt fraglich, das angelsächsiche Bildungssystem würde ich mir nicht zum Vorbild nehmen. Das Abitur sollte sich nicht daurch definieren, exklusiv zu sein. Solange beim Abitur nachwievor die gleiche Leistung erbracht werden würde, sind mehr Abiturienten kein Problem.
Wichtig sind mMn also klare bundesweite Richtlinien und weiterhin das Ziel, die Chancengleicheit zu fördern. Gearde hier sollte der Staat investieren, anstatt zu sparen.
Ob nun G8 oder G9 bleibt für mich erstmal zweitrangig, hauptsache kein Bundesland startet einen Alleingang.
Eine gemeinsame Bildungspolitik sollte auch nicht das Bildungsniveau der Länder angleichen, sondern aufwerten.

G9 bedeutet ebenfalls nicht zwangsläufig, dass auch schwächere Schüler Abi machen können. G8 kann einfacher sein als G9 und andersrum. Eigentlich wäre es mir egal bei G9 sehe ich aber den Vorteil, dass die Schüler ein Jahr mehr Zeit haben zu reifen/ erwachsener zu werden und sich so evtl. besser aufs Berufsleben oder das Studium einstellen können.

P.S ich will trotzdem anmerken, dass das deutsche Bildungssystem, obwohl es eine Erneuerung bräuchte, zu den weltweit besseren gehört...
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." - Jean-Paul Sartre
"und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war." - Hannes Wader
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790450

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Ich würde mich tatsächlich eher für das G9 aussprechen, dazu sei allerdings gesagt, dass ich meine Hochschulreife nicht über einen Abschluss am Gymnasium erhalten habe, sondern über den zweiten Bildungsweg (Realschule + FOS) mein Abitur erhalten habe.

Bisher habe ich es lediglich aus "zweiter Hand" erleben können. Mein Bruder hat sich damals am Gymnasium versucht und ist tatsächlich grandios gescheitert. Das lag vor allem daran, dass den Schülern meiner Meinung nach zu wenig Zeit bleibt - vielleicht auch gerade dann, wenn man mal etwas länger braucht, um etwas zu begreifen. Dafür ist gerade im G9 absolut kein Platz, Lehrer schienen damals auch nicht gewillt, sich die Zeit für die Schüler zu nehmen. Stattdessen wurden lieber massig Hausaufgaben aufgegeben, die dann nach dem Schulschluss um 16 Uhr noch erledigt werden mussten.

Zum Vergleich: nach dem Wechsel auf die Realschule hat er gesamt gesehen einen 1,5er Schnitt gehabt - teilweise wurde dann schon gescherzt, dass er doch wieder ans Gymnasium gehen könnte.
Hier sehe auch ein bisschen die Problematik: ich habe das Gefühl, dass sich der Sprung zwischen Gymnasium und der Realschule durch das G8 nur noch vergrößert hat. Sieht man es nun eher als "Elite-Schulform", dann mag das vielleicht positiv sein - in meinen Augen fehlt hier dann aber das Maß. Mit einem sehr guten Realschulzeugnis ist es nicht zwingend der Fall, dass man damit auch am Gymnasium besteht.

Dennoch: das ist sicherlich eine Typfrage. Ich hätte das G8 auch niemals durchgezogen, da mir meine Freizeit damals recht lieb war. Insofern finde ich es tatsächlich auch gut, dass man sich als Schüler zwischen G8 und G9 entscheiden kann - diese Überholspur an sich ist in meinen Augen der optimale Weg, um fortgeschrittenen Schülern einen schnelleren Abschluss zu ermöglichen. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass nicht jeder Abi machen muss und dass es manchmal vielleicht auch einfach nicht sein soll.

Davi schrieb:
Eine gemeinsame Bildungspolitik sollte auch nicht das Bildungsniveau der Länder angleichen, sondern aufwerten.
Das ist eben auch der Kern des Problems. Die Bildungspolitik hier in Deutschland ist in meinen Augen ein einziger Fehlschlag - wie kann es denn sein, dass in einem Land Abschlüsse unterschiedlich viel Wert sind? Das Niveau in den einzelnen Bundesländern ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Beschwerde der Professoren, dass ein Großteil der Studenten untauglich für ein Studium ist, ist für mich absolut nicht verwunderlich. Ich habe durch meine Verwandtschaft fast schon den Eindruck, dass einem das Abitur in manchen Bundesländern einfach hin


@Umfrage: Die Abstimmungsmöglichkeiten hören sich ja fast so an, als wäre ein G9 Abschluss absolut nichts wert ... xD
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790464

Erstmal ich denke es weder G8 oder G9 machen das Abitur besser.
Das Problem ist einfach, dass jeder Abitur macht das liegt aber an der Gesellschaft.
Wenn du kein Abitur hast, bist du schon fast chanchenlos und das ist echt traurig.
Man sieht einfach das viel mehr Leute studieren und immer weniger eine Ausbildung machen.
Diesen Trend muss man schon früh entgegenwirken, man sollte den Schülern mit den niedrigeren Abschlüssen einfach mehr Möglichkeiten bieten, den ich bin der Meinung, dass das Abitur schon so schwer ist und es noch schwieriger zu machen doch problematisch ist.
Das Denken muss geändert werden, ich als Realschüler habe immer eingeredet bekommen, ich soll Abitur machen und dann nach studieren, den sonst wirst du nichts erreichen.
Das geht aber nicht nur mir so, durch dieses Problem was du angesprochen hast, dass die Anforderungen an Berufen einfach immer höher werden.
Somit ist klar das viele ein Abitur anstreben, um etwas zu erreichen.
Diese 40% die du genannt hast zeigt ganz klar, dass das Abitur längst nicht mehr seinen früheren Status hat und man es schon fast als "ausgelutscht" betrachten kann, da kann ich als Fachabiturent mich heulend in eine Ecke stellen.
Und das Problem das auch angemerkt wurde ist, wir brauchen eine einheitliche Schulpolitik, es kann ja nicht sein das die Stadt Staaten die schlechtesten Bildungssysteme haben und Bundesländer wie Bayern ein echt gutes Schulsystem haben.
Da ist ein Abi aus Bayern natürlich beliebter als das aus Berlin.
Wenn Abi dann auch G9 so gut wie alle die ich kenne und die Abi machen oder gemacht haben, sagen mir das G8 echt zu schnell und zu viel auf einmal ist.
Ein G8 hebt nicht die Qualität eines Abis sondern macht es schlechter oder ist bekanntlich man besser ausgebildet nach zwei statt nach drei Jahren?!
Um das Abi wieder qualitativer zu machen, muss man die Inhalte ändern und den Punkt den ich vorher angesprochen hab.
Es kann ja nicht sein das du mit nen Realschulabschluss fast gar nichts auf den Arbeitsmarkt wert bist.
Unser gesamtes Schulsystem muss umstrukturiert werden, zu dem kann ich Deviltoon nur zustimmen, deine Umfrage lässt das G9 Abitur schlecht aussehen.

Lg MrKingmustafa
Don't tell me I'm reckless, I'm just doing what I want, yeah
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790471

Ich weiß nicht so recht, das Hauptargument für das G8 war eigentlich, dass die Abiturienten ein Jahr früher studieren und dann in den Arbeitsmarkt einsteigen. Wenn ich mir aber meinen Abiturjahrgang so anschaue, denke ich, dass diese Hoffnung enttäuscht wurde, der größte Teil hat nicht vor, jetzt gleich zu studieren/eine Ausbildung zu beginnen, sondern wird ein Auslandsjahr o.Ä. einlegen, dieser angebliche Vorteil fällt also imo weg (genaue, objektive Zahlen habe ich dazu leider nicht). Die angesprochene Noteninflation ist aber meiner Meinung nach eher weniger auf G8/G9 zurückzuführen, sondern eher darauf, dass mittlerweile so viele Schüler auf das Gymnasium übertreten, obwohl ihnen die nötigen intellektuellen Fähigkeiten fehlen (nicht falsch verstehen - ich meine damit eher eine grundsätzliche Eignung zum wissenschaftlichen Arbeiten, nicht Intelligenz etc.). Deshalb denke ich, dass es zur angesprochenen "Aufwertung" des Abiturs vielleicht eher sinnvoll wäre, verpflichtende Aufnahmeprüfungen vor dem Übertritt an Gymnasien einzuführen, über die dann jede Schule selbst entscheiden kann, wie sie genau aussehen.

Ein weiteres Problem, das ich ganz klar sehe, ist der zusätzliche Nachmittagsunterricht, der mit dem G8 zwangsläufig einhergeht. In den Nachmittagsstunden fällt es vielen Schülern sehr schwer, noch dem Unterricht konzentriert zu folgen. Auch problematisch ist sicherlich, dass viele Lehrplaninhalte zu kurz kommen, dass zu viel nur oberflächlich behandelt wird, wobei ich das mangels Vergleich nicht so recht einschätzen kann. Den Stress, den so viele Schüler beklagen, kann ich zumindest meiner Erfahrung nach nicht bestätigen. Auch am G8 kann man sehr gut erfolgreich sein, wenn man ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz mitbringt.

Ich halte die besagte Entscheidung in Bayern für ziemlich clever, und auch generell bin ich mit dem bayerischen Schulsystem meiner persönlichen Erfahrung nach eigentlich relativ zufrieden. Ich habe das Gefühl, dass zwar einiges von uns gefordert wird, dass wir zugleich aber auch nicht komplett überfordert werden. Der Unterricht war für mich von einigen Ausnahmen einmal abgesehen qualitativ auf einem relativ hohen Niveau, ich bin der Ansicht, dass uns unser Lernstoff tatsächlich weiterbringt. Grundsätzlich denke ich, dass erfolgreicher Unterricht weniger von Sachen wie G8/G9 abhängt, sondern eher davon, ob der Fokus des Schulsystems auf Leistungsorientierung oder auf Vergesamtschulung liegt. Das ist der wahre Unterschied, zusammen damit, wieviel Geld und Personal man den Bildungseinrichtungen und wofür zugesteht.

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790503

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Ich besuche momentan ein Gymnasium, welches das System von G8 verfolgt und umsetzt und ich muss sagen, dass es aus meiner Sicht besser wäre, G9 umzusetzen. Ich besuche momentan die EF und muss feststellen, dass sehr viel Stoff in dieser Stufe untergebracht ist. Ich habe 7 schriftliche Fächer, was bedeutet, dass ich teilweise in 4 Wochen 7 Klausuren schreibe, was bedeutet, dass ich manchmal 2 Klausuren in einer Woche habe, in welchen wirklich seeeehr viel Stoff reingepresst wurde. Ich persönlich habe nicht einmal was dagegen, da ich glücklicherweise, trotz meiner Faulheit, ziemlich gut in der Schule bin, weil ich mir vieles beim ersten Mal durchlesen oder hören schon merken kann. Allerdings gibt es auch Schüler in meiner Stufe die per se zwar nicht schlecht sind, aber die mit so viel Stoff auf einmal einfach nicht klar kommen können. Für meine letzte Biologie Klausur mussten wir ungefähr 20 Seiten können, was einfach viel zu viel ist für manche Schüler...
Als ich persönlich bin mit G8 zufrieden, aber wenn ich an meine Mitschüler und an die zukünftigen Schüler denke, würde ich mir G9 wünschen.

Lg Evanz :3

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790625

Mungu:
Dank G9 ist das Abitur leichter zu schaffen. Man hat ja immerhin ein Jahr mehr Zeit. Die Frage ist aber: Muss wirklich (fast) jeder Abitur schaffen können? Ich denke hier sollte die Antwort klar nein lauten. Es ist sinnvoller, wenn das G8 Standard ist und diejenigen, die das eben nicht packen, nicht auf das Gymnasium gehören. Das ist zwar hart, aber fair und so bleibt das Gymnasium das, was es ursprünglich mal sein sollte, für die stärksten Schüler gedacht. Es muss nicht jeder studieren, während im Gegenzug immer mehr klassische Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Ich stimme zu, dass das G9 Abitur aufgrund des extra Jahres leichter zu schaffen ist, dennoch finde ich hat es seine Vorteile. Ich besuche in Brandenburg eine Schule mit G9 System und bin teilweise glücklich darüber. Natürlich denke ich mir manchmal, dass es doch schon besser wäre, wenn ich auch endlich fertig wäre, aber andererseits, frage ich mich oft, ob ich schon wirklich bereit wäre. So ist ein Voteil, dass man 1 Jahr länger Zeit hat, um sich wirklich festzulegen was man jetzt nun macht. Ich habe selbst in meiner Klasse noch einige Mitschüler die noch überhaupt nicht wissen, was sie machen möchten. Wenn man sich für einen Beruf entscheidet, muss man den teilweise sein ganzes Leben lang machen und ich kenne auch 17-jährige, die gerade ihr Abitur beendet haben und dann stehen sie erstmal da und wissen noch gar nicht wirklich was sie denn nun machen wollen.

Ein weiterer Vorteil ist es, dass man auch für andere Dinge mehr Zeit hat. Wenn ich manche Abiturienten sehe und was die alles in zwei Jahren durcharbeiten müssen, ist das schon hart. Ich zum Beispiel weiß auch noch nicht ganz genau was ich machen möchte und versuche deswegen ein gutes Abitur zu erreichen, damit ich eine größere Auswahl habe, und ich habe zum Beispiel in 12/1 NIE das Haus verlassen, vielleicht für ein zwei Tage, wenn ich notgedrungen zu Geburtstagen musste. Ich habe mich seelisch fertig gemacht, sodass ich davon sogar physisch krank wurde (und zwar habe ich dadurch Mandelentzündungen bekommen und meine Lymphknoten waren durchgängig aufgrund des Stresses angeschwollen). Ich hab mir einfach viel zu viel Stress gemacht, alles unter 13 Punkte war miserable, außer vielleicht bei Mathe und Sport, wobei dort auch dieser Krampf nach guten Noten war. Deswegen denke ich auch, dass diese Art des Schulsystems für Schuler mit niedrigem Stresspegel besser ist, da mehr Zeit da ist, auch wenn ich denke, dass ich es auch in einem G8 System schaffen würde Auch wenn ich mich zu Tode lernen würde xd. Meine Lehrerin sagt auch immer, dass man Mut zur Lücke haben muss... aber das hab ich nicht. Mittlerweile ist es zwar nicht mehr so schlimm, aber ich betreibe auch nur noch Bulemie-Lernen. Aber ich verlasse wenigstens schon öfters das Haus, man hat ja doch auch noch andere Interessen.

Aber ja, ich stimme zu, dass nicht jeder Abitur haben muss. Doch da gibt es auch eine bessere Lösung denke ich, wie zum Beispiel mit einem NC für das Abitur. Man könnte diesen ja auf 2,0 setzen und nur die zulassen die dies erreichen. Dennoch muss man mit einbeziehen, dass Jugendliche in dieser Zeit in der Pubertät sind und manche da oft keine Lust haben und wahrscheinlich nicht alles geben. Zu mal man den Status von Hauptschulabschlüssen und Realschulabschlüssen wieder auf ein angemessenes Niveau bringen müsste, denn ehrlich gesagt, denke ich auch manchmal wer da eigentlich alles in meinem Kurs sitzt und wie die es überhaupt geschafft haben. Aber ohne Abitur ist man heutzutage kaum noch etwas wert. Was eigentlich sehr traurig ist.

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790649

Ich bin, wohl im Gegensatz zu den meisten hier, klarer Verfechter und Vertreter des G8. Mich macht es traurig zu sehen, wie stark das Abitur und dadurch auch die Abschlüsse der anderen Schulformen in der heutigen Zeit entwertet wird. Zwar bin ich froh über die Entwicklung, dass es auch Menschen aus eher ärmeren Verhältnissen nun leichter fällt, ihr Kind auf ein Gymnasium zu schicken, und dass dieses nicht mehr diesen krass elitären Status wie vor circa 50 Jahren hat. Doch kann es nicht angehen, dass inzwischen so gut wie jeder, trotz mangelnder Eignung oder auch Leistung, auf ein Gymnasium geschickt werden kann. Das führt zu mehreren Problemen. Einerseits führt es dazu, dass die Gymnasien überfüllter sind, die Klassen größer werden und dadurch ein effektiver Unterricht, welcher gerade für ein Gymnasium essentiell ist, beinahe unmöglich wird. Andererseits führt es zu dem Fehldenken, dass man ohne ein Abitur ein Versager und die anderen Abschlüsse wertlos seien. Das widerspricht aber dem eigentlichen Gedanken der unterschiedlichen Schulformen. Das Gymnasium und damit das Abitur sollte eher für diejenigen sein, die später eine akademische Laufbahn einschlagen wollen. Natürlich kann man in der 5. oder sogar noch in der 10. Klasse nicht mit größter Wahrscheinlichkeit festmachen, ob man sich nach dem Abitur in einer Universität einschreiben möchte oder nicht. Jedoch sollte dies anhand der Leistungen relativ gut festzustellen sein. Und dann sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man sich nicht von dem Fehldenken loslösen möchte und sich dazu entscheidet, vor allem auch für ein eigenes Wohl und Wohlbefinden, das Gymnasium zu verlassen, um einen Realschulabschluss anzustreben. Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass es für die Entwicklung eines Menschen besser ist, wenn man in der Schule gute Leistungen erbringen kann und somit ein positives Selbstbewusst aufbauen kann, statt sich Jahrelang mit schlechten Leistungen und Ergebnissen durch die Schulzeit zu quälen und dann womöglich am Ende sogar noch ohne Abschluss dazustehen. Ich spreche mich also klar dafür aus, dass nichtakademische Berufe in der Gesellschaft ein höheres Ansehen genießen, welches sie in eigentlich den meisten Fällen auch verdienen. Wenn die Gesellschaft sich dazu aufraffen könnte, wird auch die Diskussion ob G8 oder G9 überflüssig.
Kommen wir jetzt aber zu mir und meinen Erfahrungen mit dem Abitur.
Ich habe mein Abitur 2015 in Niedersachsen bestanden und gehöre zu einem der wenigen G8-Jahrgänge Niedersachsens.
Wenn ich ehrlich bin, kann ich die Erfahrungen der meisten, dass G8 für sie so stressig und anstregend gewesen sei, nicht teilen.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die viel für Klausuren gelernt haben.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die besonders fleißig sind, eher im Gegenteil.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die immer vorbildlich ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Und ich gehöre erst recht nicht zu den Menschen, die besonders intelligenter als andere sind.
Aber trotzdem waren die 2 Jahre in der Oberstufe die besten meiner Schulzeit und ich konnte mich nicht wirklich über wenig Freizeit beklagen und habe mein Abitur dennoch recht gut bestanden. Ich denke das Problem der meisten Schüler ist es, dass sie sich zu viel Stress machen - oder einfach für ein Abitur oder eine spätere akademische Laufbahn, welche nochmal um einiges stressiger als die Abiturzeit ist, ungeeignet sind. Das mag sich vielleicht hart anhören, aber ich bin der festen Überzeugung, dass man für ein Abitur, gerade in Zeiten, in denen es so stark entwertet wird, noch etwas leisten muss. Und wenn man diese Leistung nicht erbringen kann, aus welchen Gründen auch immer, sollte man kein Abitur anstreben, da ich, wie bereits gesagt, der Meinung bin, dass das Abitur nur für diejenigen sein sollte, die eine akademische Laufbahn anstreben möchten und wenn sich schon im Abitur herausstellt, dass man Probleme hat, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass ein Studium der falsche Weg für diese Personen ist.
Jetzt kommt natürlich noch das Argument der Reife, da man ja mit einem Jahr länger in der Schule so viel reifer und weiter entwickelt sei. Das halte ich für ein großes Irrtum. Auch das Argument, man könne sich ja noch länger für seine Zukunft entscheiden, halte ich für sinnlos. Denn seien wir mal ehrlich: ich zumindest hätte dieses Jahr garantiert nicht dazu genutzt, mir zu überlegen, was ich später werden möchte, und wäre innerhalb dieses Jahres in der Entscheidung auch nicht so viel weiter, dass das ein gesamtes zusätzliches Jahr rechtfertigt. Ein weiterer Voreil des G8 ist, und das habe ich selbst so erfahren, dass man ein Jahr mehr hat, um etwas einen Studiengang mal auszuprobieren.
Insgesamt also bin ich starker Befürworter des G8, da ich der Meinung bin, dass für das Abitur, gerade in der heutigen Zeit, eine gewisse Leistung erbracht werden muss.

LG
Luca~
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790691

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Innocent_Pierce schrieb:
Doch da gibt es auch eine bessere Lösung denke ich, wie zum Beispiel mit einem NC für das Abitur. Man könnte diesen ja auf 2,0 setzen und nur die zulassen die dies erreichen. Dennoch muss man mit einbeziehen, dass Jugendliche in dieser Zeit in der Pubertät sind und manche da oft keine Lust haben und wahrscheinlich nicht alles geben
Ich hatte tatsächlich erwartet, dass nach der 10. Klasse am Gymnasium sowieso ein gewisser Schnitt erreicht werden muss, um das Abitur anstreben zu können.
Vielleicht kann mich hier jemand aufklären: wer die 10. Klasse am Gymnasium besteht, kann ohne weitere "Prüfung" dann auch weiter in die Oberstufe wechseln?

Falls das tatsächlich so ist, würde so eine ganz generelle Prüfung der Leistungsfähigkeit und infolgedessen auch der Motivation sicherlich nicht verkehrt sein. Ich kenne es vom zweiten Bildungsweg her nicht anders: nur wer einen Notenschnitt von 3,5 oder besser und keine Note schlechter als eine 4 hat, darf sich an der fachgebundenen Fachhochschulereife bzw. am allgemeinen Abitur (nochmal mit gesonderten Anforderungen nach der 12. Klasse) versuchen.
Zugegeben, einen Schnitt von 3,5 ist sicherlich nicht allzu hoch, allerdings gibt es hier auch noch genügend Kandidaten, die die Probezeit in der 11. Klasse dann nicht bestanden haben.

So ein System würde sicherlich auch den Gymnasien nicht schaden - letztendlich siebt man so vorher noch einmal kräftig aus, weshalb sich dann mancher Schüler doch eher für eine Ausbildung entscheiden würden.
Mangelende Motivation aufgrund der Pubertät .. ich weiß immer nicht so recht, ob man das in der 10. Klasse noch als Argument anbringen kann. Letztendlich sollte man vermutlich spätestens an diesem Punkt soweit sein, dass man zumindest grob abwägen kann, ob man ein Abitur braucht oder nicht.

Evanz schrieb:
Ich habe 7 schriftliche Fächer, was bedeutet, dass ich teilweise in 4 Wochen 7 Klausuren schreibe, was bedeutet, dass ich manchmal 2 Klausuren in einer Woche habe, in welchen wirklich seeeehr viel Stoff reingepresst wurde.
Fakt ist aber auch, dass gerade dieser Zeitdruck am ehesten auf das Universitätsleben vorbereitet. In meinen ersten Semestern war es eigentlich immer die Regel, dass ich bis zu 3 Prüfungen in einer Woche hatte, teilweise dann sogar 2 Prüfungen an einem Tag. Dass das nicht immer lustig ist, kann man sich vorstellen, allerdings ist wohl gerade der Sinn von solchen strafen Zeitplänen am Gymnasium die Vorbereitung auf die Uni. Immerhin wird der Stoff eines Semesters in jede einzelne Prüfung gesteckt, was vom Aufwand her wohl einer Abiturprüfung entspricht.

Das G9 würde das ganze wohl sicherlich teilweise auflockern, vor allem da die Lehrer vielleicht auch nicht unter ständigem Stress stehen würden, denselben Lehrstoff in weniger Zeit beibringen zu müssen - und somit auch mehr Zeit bleibt, um auf die Schüler einzugehen. Letztendlich ist das wohl ein zweischneidiges Schwert.

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 7 Monate her #790721

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Mungu schrieb:

Erstmal kurz etwas Historisches: Während 1952 nur knapp 5 Prozent der 18-bis 19-Jährigen das Gymnasium erfolgreich mit der Hochschulreife verlassen hatten, erwirbt Ende der 1990er Jahre knapp ein Viertel des Altersjahrgangs das Abitur[1]. Inzwischen liegt der Anteil nochmal deutlich höher, bei rund 40%[2].

Das heißt aber nicht das nur 5% dazu in der Lage waren hättest du mal mit Leuten geredet die zu dieser Zeit Abitur gemacht haben oder hätten machen können hättest du festgestellt das es bei vielen auch am Geld, familiären Einstellungen/Traditionen oder Sonstigem lag warum sie es nicht abgelegt haben. Zudem war es schlicht und ergreifend nicht nötig und es wurden auch nicht so viele gebraucht weil man völlig andere Probleme zu der Zeit hatte.
Es fällt also auf, dass immer mehr Menschen das Abitur ablegen und damit das Gymnasium vom Elite- Charakter immer mehr zum Durchschnitt wird. Dies hat eine deutliche Abwertung des Abiturs selbst, aber vor allem der darunter liegenden Abschlüsse wie des Realschulabschlusses oder des Hauptschulabschlusses zur Folge. Ein Realschulabschluss von 1990 kann vom Bildungsniveau heute schon mit dem Abitur mithalten. Schon jetzt wird für Berufe wie Autolackierer, was früher durchaus geeignete Berufe für Leute mit niedriegeren Abschlüssen war, teilweise in manchen Firmen das Abitur vorausgesetzt. Spinnt man den Gedanken und die Entwicklung also weiter, wird es womöglich bald nahezu unmöglich sein mit einem Hauptschulabschluss etwas zu erreichen.
Das Gymnasium hatte in Deutschland nie Elite-Charakter da wir in der BRD nie eine wirkliche Elite hatte die sich abgeschottet hat durch Sprache(England)oder Schulklassifizierungen(Frankreich). Außerdem gab es von Anfang an alternative Wege das Abitur zu Erwerben z.B. Ingenieursschulen usw. und man kann auch auf anderen Wegen eine Hochschulzugangsberechtigung bekommen zu mindestens in bestimmten Bereichen; wer Krankenschwester/bruder gelernt hat darf Medizin an einer Hochschule studieren. Wer einen Meisterbrief oder Techniker erworben hat hat auch eine allg. Hochschulzugangsberechtigung.
Dank G9 ist das Abitur leichter zu schaffen. Man hat ja immerhin ein Jahr mehr Zeit. Die Frage ist aber: Muss wirklich (fast) jeder Abitur schaffen können? Ich denke hier sollte die Antwort klar nein lauten. Es ist sinnvoller, wenn das G8 Standard ist und diejenigen, die das eben nicht packen, nicht auf das Gymnasium gehören. Das ist zwar hart, aber fair und so bleibt das Gymnasium das, was es ursprünglich mal sein sollte, für die stärksten Schüler gedacht. Es muss nicht jeder studieren, während im Gegenzug immer mehr klassische Lehrstellen unbesetzt bleiben.

Auch die Ergebnisse im Vergleich geben eher den Ausschlag, dass G8 stärker ist, sprich bessere Ergebnisse erzielt und daher gewählt werden sollte. So sind die Bundesländer, in denen G8 herrscht, bzw wie in Bayern die letzten Jahre herrschte, führend in den Vergleichstests der Bundesländer und belegen die Plätze 1-3. Siehe Pisa Studie, als Karte nach Fach oder als Gesamtübersicht bzw. den INSM Bildungsmonitor.
SPON schrieb:
Es wurden bundesweit 44.584 Neuntklässler aus rund 1300 Schulen getestet. Eine Differenz von 50 bis 60 Punkten entspricht dem Lernfortschritt in zwei Schuljahren. Nur die Werte ober bzw. unterhalb der Linien weichen signifikant nach oben bzw. unten vom Mittelwert ab.

Mit Einführung von G8 an Westdeutschen-Schulen(Ostdeutsche hatten das schon immer) hat man in der Mittelstufe ein Jahr kompensiert heißt die Mittelstufe ist nach Klassenstufe 9 vorbei heißt wenn ich Schüler aus einem G8-Schulsystem mit welchen aus einem G9-Schulsystem vergleiche müssen diese ja so an die 30 Punkte besser sein in dieser Statistik weil sie so viel weiter sind vom Schulstoff her.
Innocent_Pierce schrieb:
Mungu:
Aber ja, ich stimme zu, dass nicht jeder Abitur haben muss. Doch da gibt es auch eine bessere Lösung denke ich, wie zum Beispiel mit einem NC für das Abitur. Man könnte diesen ja auf 2,0 setzen und nur die zulassen die dies erreichen. Dennoch muss man mit einbeziehen, dass Jugendliche in dieser Zeit in der Pubertät sind und manche da oft keine Lust haben und wahrscheinlich nicht alles geben. Zu mal man den Status von Hauptschulabschlüssen und Realschulabschlüssen wieder auf ein angemessenes Niveau bringen müsste, denn ehrlich gesagt, denke ich auch manchmal wer da eigentlich alles in meinem Kurs sitzt und wie die es überhaupt geschafft haben. Aber ohne Abitur ist man heutzutage kaum noch etwas wert. Was eigentlich sehr traurig ist.

Schon mal den Witz gehört " Früher wusste ich nicht wie man Ingenieur schreibt, heute bin ich einen", nein dann denk mal drüber nach was ich damit meinen könnte.
Deviltoon schrieb:
Das G9 würde das ganze wohl sicherlich teilweise auflockern, vor allem da die Lehrer vielleicht auch nicht unter ständigem Stress stehen würden, denselben Lehrstoff in weniger Zeit beibringen zu müssen - und somit auch mehr Zeit bleibt, um auf die Schüler einzugehen. Letztendlich ist das wohl ein zweischneidiges Schwert.

Klassischer Fehlschluss wenn ich weniger Inhalt habe kann ich mehr in die Tiefe gehen und somit den gleichen Umfang an Prüfungsmasse erreichen und den Anteil des Wissens das sich festigt erhöhen. Den das was im Endeffekt bei der Umstellung raus kam war das man einfach den Tiefgang genommen hat bzw. Dinge kompensiert hat die man direkt zum Erwerben des Abitur nicht braucht aber einem später nützlich werden können und die sich nicht direkt aus einem Transfer herleiten lassen.
Falls das tatsächlich so ist, würde so eine ganz generelle Prüfung der Leistungsfähigkeit und infolgedessen auch der Motivation sicherlich nicht verkehrt sein. Ich kenne es vom zweiten Bildungsweg her nicht anders: nur wer einen Notenschnitt von 3,5 oder besser und keine Note schlechter als eine 4 hat, darf sich an der fachgebundenen Fachhochschulereife bzw. am allgemeinen Abitur (nochmal mit gesonderten Anforderungen nach der 12. Klasse) versuchen.
Zugegeben, einen Schnitt von 3,5 ist sicherlich nicht allzu hoch, allerdings gibt es hier auch noch genügend Kandidaten, die die Probezeit in der 11. Klasse dann nicht bestanden haben.

Dieser Schnitt variiert aber von Bundesland zu Bundesland in RLP muss der Schnitt 3,0 oder besser sein und in den Hauptfächern auch 3,0 oder besser, bei mir gab es damals noch ein Wahlpflichthauptwach auf der Realschule dies gibt es mittlerweile meine ich nicht mehr. Dieses wurde beim aussprechen von Empfehlungen für Fachhochschulen und Gymnasien auch herangezogen. Allg. Zusatzinfo: Privatschulen können ihre Zulassungsbedingungen anders gestalten.
Vielleicht kann mich hier jemand aufklären: wer die 10. Klasse am Gymnasium besteht, kann ohne weitere "Prüfung" dann auch weiter in die Oberstufe wechseln?
In RLP ist es immer noch so das Leute die auf einem Gymnasium sind und das Versetzungszeugnis in Klasse 11 erhalten und das sind alle bis auf die die hocken bleiben die Oberstufe besuchen dürfen.
Q: gymnasium.bildung-rp.de/fileadmin/user_u..._2020_G9_web__3_.pdf
Behindert sein ist Kultstatus
#sarkastisch gemeint :)
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 6 Monate her #792614

Ich habe nicht an der Umfrage teilgenommen, weil ich der Meinung bin, dass G8 und G9 nicht den Wert des Abiturs beeinflussen.

Zunächst möchte ich den Hauptunterschied zwischen G8 und G9 klarstellen, den scheinbar nicht alle kennen.
Die Abkürzungen G8 und G9 stehen für die zeitliche Organisation der gymnasialen Schulzeit von insgesamt 8 oder 9 Jahren. G8 bedeutet, dass die Mittelstufe in insgesamt fünf Schuljahren organisiert wird. G9 bedeutet, dass die Mittelstufe in sechs Schuljahren absolviert wird. In beiden Fällen schließen sich drei Jahre Oberstufe an.
[1] (Quelle: Homepage des Kultusministeriums in Hessen; Link siehe Spoiler am Ende des Beitrags)
Wie man sieht wird in der Mittelsufe gekürzt. Das bedeutet für mich, dass ein Schüler, der G9 gemacht hat, zum Beginn der Oberstufe einen höheren Wissensstand hat, als ein Schüler, der G8 gemacht hat. Das zusätzliche Jahr in der Mittlerstufe können G9er also nutzen, um mehr zu lernen und ggf. Wissen zu vertiefen.

Ich habe in meiner Oberstufenzeit die Unterschiede im Bezug auf den Lernstand der beiden Gruppen (G8er und G9er) sehen können, da ich Teil des Doppeljahrgangs in Hessen war. Doppeljahrgang bedeutete in meinem Fall, dass der letzte G9er und der erste G8er Jahrgang in Hessen im Jahr 2014 gemeinsam die Schulzeit mit dem Abitur abgeschlossen haben.
Ich selbst war Teil des ursprünglich letzten G9er Jahrgangs. Ursprünglich deshalb, weil das das hessische Kultusministerium zwei Jahre nach der Einführung des G8 beschlossen hat, dass es Gesamtschulen erlaubt ist wieder nach dem alten System, also G9 zu unterrichten. Dies war dem organisatorischen Aufwand für die Schulen und dem Lehrkräftemangel geschuldet. Gymnasien dagegen durften nicht wieder zum G9 zurückwechseln.

In meinem Jahrgang könnte ich unterschiedliche Wissensstände vor allem in Mathe feststellen. Das erste Halbjahr in der Oberstufe (Einführungsphase 1. Halbjahr/ E1) im Fach Mathe war für mich fast nur Wiederholung, während die Themen für die G8er teilweise komplett neu waren. Auch in meinem Freundeskreis konnte ich feststellen, dass keine der beiden Formen besser ist, als die andere.
Wir haben häufig diskutiert, welches System besser ist, sind aber zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.

Dies hat sich auch in der Abstimmung der Schülervollversammlung („SVV“) gezeigt. In Hessen ist es nämlich seit 2013 auch an Gymnasien wieder erlaubt die Mittelstufe in 6 Jahren (G9) zu unterrichten. In der SVV im Sommer/ Herbst 2012 hat die Schülerschaft mehrheitlich für die Einführung des G8/ G9- Schulversuchs gestimmt. Das bedeutet, dass die Schüler in der 5. und 6. Klasse den gleichen Stoff durchnehmen, wie das beim G8 der Fall ist. Ab der 7. Klasse dürfen die Schüler wählen, ob sie weiterhin nach diesem System lernen oder nach dem inhaltlich etwas entzerrten System des G9. Der Schulversuch hat sich an meiner alten Schule bewährt und in ein oder zwei Jahren wird es wieder gemischte Jahrgänge geben, die das Abitur schaffen wollen.

Zu der Frage, ob das Abitur jetzt schwerer werden sollte, sage ich ganz klar: Nein, sollte es nicht. Ich denke, dass jeder Schüler die Möglichkeit haben sollte sein Abitur abzulegen, wenn er in der Lage ist die erforderlichen Bedingungen für eine Zulassung zur Abiturprüfung zu erfüllen. Außerdem würde ich die Entwicklung, dass mehr Schüler ihr Abitur schaffen nicht zwingend auf eine Senkung des Schwierigkeitsgrades, sondern auf die Erhöhung des allgemeinen Bildungsniveaus zurückführen, was als positive Entwicklung bezeichnet werden kann.
Ich denke auch, dass viele schlechte Noten vermieden oder zumindest etwas verbessert werden könnten, wenn wir unsere Schüler stärker fördern würden, vor allem beim Abbau von Schwachen. An dieser Stelle kann man auch gut die Frage stellen: Wer wird der bessere Arzt? Eine Person mit einem Abiturschnitt von 1,0 oder ein Schüler mit einem Abiturdurchschnitt von 2,2?
Das lässt sich meiner Meinung nach schwer voraussagen und ist vor allem noch schwerer zu beweisen, weil der Schüler mit dem Abitur von 2,2 meistens keine Chance bekommt seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Deutlich wertvoller, als ein schwereres Abitur wäre eine Änderung in der Bildungspolitik, die dafür sorgt, dass die Abschlüsse aus verschiedenen Bundesländern besser zu vergleichen sind. Hierbei sollte der Wert des Abiturs jedoch auf keinen Fall sinken, so wie das bei der Umstellung der Studienabschlüsse auf das Bachelor/ Master-System der Fall war. In diesem Jahr werden bzw. wurden zum ersten Mal die gleichen Abituraufgaben in mehreren Bundesländern geschrieben. Bisher wurden noch nicht alle Fächer in dieses System mit aufgenommen. [2] (Quelle: Handelsblatt.com; Link siehe Spoiler am Ende des Beitrags) Ich denke, dass wenn in Deutschland die Prüfungsaufgaben im Abitur für alle gleich sind, wäre es durchaus möglich die Leistungen von Schülern aus unterschiedlichen Bundesländern zu vergleichen. Ich werde an dieser Stelle den Sinn von Prüfungssystemen nicht groß diskutieren. Trotzdem denke ich, dass das Benotungssystem geändert werden müsste, so dass jeder eine individuelle Beurteilung aufgrund seiner gesamten Leistungen erhält und nicht nur auf Grundlange einer Momentaufnahme (Prüfung).

Ein weiteres Problem bei uns in Deutschland ist ebenfalls, dass viele nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen. Ich habe von vielen aus meinem Jahrgang gehört, dass sie eine Ausbildung oder ein Studium begonnen und nach etwa einem Jahr wieder abgebrochen haben, weil es nicht das Richtige für sie war. Ich denke, dass auch in diesem Bereich ein Umdenken stattfinden muss, da ich denke, dass mit entsprechenden Informationen zu möglichen Ausbildungsberufen oder Studiengängen viele Schüler sich besser entscheiden könnten. Bei anderen könnte es durchaus sein, dass sie noch nicht reif für ein Studium oder eine solche, im wahrsten Sinne des Wortes, lebenswichtige Entscheidung zu treffen.

Abschließend kann ich sagen, dass meiner Meinung nach das Bildungssystem und damit die zwei Systeme G8 und G9 nicht perfekt sind und dass es einige Ännderungen benötigt, um ein vergleichbares und vor allem einheitliches Schulsystem zu schaffen. Der G8/G9-Schulversuch des hessischen Kultusministeriums ist meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung, weil es Schülern mit guter Auffassungsgabe ermöglicht ihr Abitur nach 12 Jahren zu erhalten. Für die anderen Schüler des gymnasialen Zweiges ist der G9 Zweig die richtige Wahl, da sie für den benötigten Unterrichtsstoff mehr Zeit haben.

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Folgende Benutzer bedankten sich: Lam3nia

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 6 Monate her #793000

Ich erlebe es eigentlich auch so, dass heute einfach jeder das Abitur bekommt. Da ich mittlerweile berufstätig bin, weiß ich nicht, ob die Schulformen Hauptschule und Realschule heute überhaupt noch als solche existieren oder mittlerweile abgeschafft worden sind. Auf jeden Fall scheint das, was früher als Realschulabschluss bezeichnet wurde, heute der Bachelor-Abschluss an irgendeiner Universität zu sein. Wenn alles glatt läuft, verlassen die meisten nach dem Bachelor wieder die Uni und steigen anschließend ins Berufsleben ein.

Ich für meinen Teil habe "nur" das Fachabi, da ich das Gymnasium in der Oberstufe vor dem Abitur freiwillig verlassen und anschließend eine Ausbildung gemacht habe. Da für mich schon von Anfang an feststand, welchen Beruf ich später mal ausüben will, hätte ich es damals begrüßt, wenn schon viel früher die Möglichkeit auf eine Spezialisierung an einer Uni bestanden hätte auch ohne Abitur. So musste man sich vorher mehrere Jahre lang mit dem Auswendiglernen von Texten aus "Romeo und Julia" und der toten Sprache Latein beschäftigen. In der Ausbildung stimmte dann zwar die Fachrichtung, jedoch waren die Unterrichtsinhalte eindeutig an Einsteiger gerichtet. Auf ein anschließendes Studium nach der Ausbildung habe ich dann ebenfalls dankend verzichtet, da ich nach drei Jahren Zeitverschwendung nicht noch ein zweites Mal das gleiche hören wollte.
Fast alles, was ich in meinem Fachgebiet weiß, habe ich mir privat selbst beigebracht.

Innocent_Pierce schrieb:
Aber ohne Abitur ist man heutzutage kaum noch etwas wert. Was eigentlich sehr traurig ist.
Hm, das sehe ich nicht so. Klar gibt es Firmen, die ausschließlich auf die Schulnoten schauen, allerdings werden diese meiner Meinung nach niemals ein konkurrenzfähiges geschweige denn funktionierendes Produkt hervorbringen.
Das Abitur und ein Bachelor in einem bestimmten Fachgebiet bedeuten noch lange nicht, dass der Bewerber auch wirklich über Kenntnisse verfügt.
Zudem kommt noch erschwerend hinzu, dass ein älterer Bewerber beispielsweise zwar einen guten Schulabschluss erworben haben könnte, sich dann aber 10 Jahre lang nicht weiter/fortgebildet hat.

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 6 Monate her #793402

Momentan mache ich gerade in mein Abitur und muss sagen, dass ich recht froh darüber bin G8 hier zu haben.
Ich kann nicht einschätzen ob es besser oder schlechter als G9 ist, da ich keine Erfahrung vom G9 System habe und auch keine Bekannten mit denen ich darüber diskutiert habe. Ich kann auch nicht einschätzen ob G8 sonderlich stressig war oder nicht, das ist immerhin Personen, Lehrer und Schulen abhängig. Ich persönlich empfand es als sehr machbar, vielleicht liegt das aber auch an meiner Persönlichkeit, dass ich mir nicht so viel Stress mache.

Deviltoon schrieb:
Evanz schrieb:
Ich habe 7 schriftliche Fächer, was bedeutet, dass ich teilweise in 4 Wochen 7 Klausuren schreibe, was bedeutet, dass ich manchmal 2 Klausuren in einer Woche habe, in welchen wirklich seeeehr viel Stoff reingepresst wurde.
Fakt ist aber auch, dass gerade dieser Zeitdruck am ehesten auf das Universitätsleben vorbereitet. In meinen ersten Semestern war es eigentlich immer die Regel, dass ich bis zu 3 Prüfungen in einer Woche hatte, teilweise dann sogar 2 Prüfungen an einem Tag. Dass das nicht immer lustig ist, kann man sich vorstellen, allerdings ist wohl gerade der Sinn von solchen strafen Zeitplänen am Gymnasium die Vorbereitung auf die Uni. Immerhin wird der Stoff eines Semesters in jede einzelne Prüfung gesteckt, was vom Aufwand her wohl einer Abiturprüfung entspricht.

Bei uns war das auch ab der Zehnten so, dass wir plötzlich wesentlich mehr Klausuren schreiben mussten als vorher und es zum ersten mal sowas wie Klausurphasen gab. In der Elften hat sich das von der Zahl her noch mal gesteigert und die "Klausurphase" hat sich eigentlich auf das ganze Semester ausgebreitet, aber man hat sich daran gewöhnt und es wurde zur Normalität. Auch wir haben von Studenten gehört, dass im Studium eine Klausur den Abiturprüfungen ähnlich ist. Wenn ich das so lese bin ich eigentlich recht froh, dass man schon an ein etwas größeres Arbeitspensum rangeführt wurde.

Und wenn ich den Beitrag von Elizabeth95 lese (der übrigens sehr informativ war), hört es sich nicht so an als wäre die Oberstufe in G9 entspannter. Man hat scheinbar (im besten Fall) einfach tieferes Vorwissen.
Genau deswegen bin ich auch recht zufrieden in 12 Jahren ein Abitur zu machen, mit Ausnahme von meinen Interessen (und Prüfungsfächern) wäre das weitere Jahr in der Unterstufe vielleicht hilfreich, aber nicht notwendig gewesen und so für mich hauptsächlich nur weitere Stunden von Latein, Biologie und anderen Fächern, deren behandelte Stoffe ich schon in der Oberstufe vergessen habe. Vielleicht hätten sich in dem Jahr dadurch Sachen besser in mein Langzeitgedächtnis eingeprägt (wobei ich aber heute auch kein Latein mehr brauche) oder ich hätte Methodiken besser verinnerlicht, aber alles in allen haben unsere Lehrer es auch so geschafft uns gut auf die Prüfung vorzubereiten.

Wie DaviDwithD schon schrieb ist mir also recht gleich für welches System man sich entscheidet, solange man ein relativ einheitliches Bildungssystem erreicht. Ich würde bei der Wahl der Schule (für mein zweites Leben oder so) weniger auf G8/G9 achten, als viel mehr auf den Ruf / die Qualität der Schule und Lehrer und ob sie sympathisch wirkt.
Ich habe das Glück zufrieden mit meiner Schule zu sein, weswegen es sich mit G8 so anfühlt als hätte ich ein Jahr "gewonnen". Besonders wenn ich mir ansehe, wie viel später ich in das Berufsleben einsteige werde (wenn ich das Studium denn wie gedacht schaffe) im Vergleich zu meinen Geschwistern, die nach dem Realschulabschluss mit mitte Zwanzig eine Familie aufbauen (können).
"As long as you enjoy the experience, then it was definitely worth while. And even if you didn't, it would at least make a good story."

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Letzte Änderung: 1 Jahr 6 Monate her von Lam3nia.

Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 6 Monate her #793455

Ich habe mein Abitur in Niedersachsen im G8 System gemacht und muss sagen, dass mir damals G9 deutlich besser gefallen hätte. Ich kann zwar nur von Leuten aus meinem Umfeld sprechen, aber man liest es ja auch immer öfter mal, dass gerade junge Menschen in dem Alter einfach noch gar keine Ahnung haben, in welche Richtung sie gehen wollen. Das resultiert wiederum (wie bei mir auch) in "vergeudeten Jahren", die man letztlich irgendwo jobbt oder durch FSJ/FWD "versucht" sinnvoll zu nutzen. Ich will dabei nicht auf die Stellung von freiwilligen sozialen Jahren eingehen, da sie ja wie man weiß nicht immer positiv angesehen werden (Stichwort: Faulheit?). Aber in dem Jahr hätte man auch noch zur Schule gehen können und das Abitur etwas ausweiten können. Wenn man es genau nimmt, kann man quasi das 12.2 Jahr fast gar nicht mehr zählen, da man ohnehin nur 1 Monat Unterricht hat und dann die letzten Klausuren schreibt, bevor die eigentlichen Abiklausuren anstehen.

Jedenfall gab es meinem Umfeld wirklich genügend (mich eingeschlossen), die erstmal etwas anderes gemacht haben, weil man einfach nach 8 Jahren Schule ne Pause von dem ganzen Lernstoff brauchte. Aber das Hauptproblem daran liegt meiner Ansicht nach einfach in dem Kerncurriculum! Wenn ich mir bei meinem Abitur anschaue, was für Themen wir können mussten, aber nichtmal ausführlich durchgenommen haben im Unterricht oder sogar in eigener Arbeit zuhause erlernen mussten, dann weiß ich, warum mein Abitur nicht so gelaufen war, wie ich gehofft hatte. Klar war das in erster Linie meine eigene Faulheit, aber wenn die Ministerien schon ihr G8 System durchsetzen wollen, dann auch mit einem angemessenen Plan, den man auch zeitlich schaffen kann.

Deviltoon schrieb:
Evanz schrieb:
Ich habe 7 schriftliche Fächer, was bedeutet, dass ich teilweise in 4 Wochen 7 Klausuren schreibe, was bedeutet, dass ich manchmal 2 Klausuren in einer Woche habe, in welchen wirklich seeeehr viel Stoff reingepresst wurde.
Fakt ist aber auch, dass gerade dieser Zeitdruck am ehesten auf das Universitätsleben vorbereitet. In meinen ersten Semestern war es eigentlich immer die Regel, dass ich bis zu 3 Prüfungen in einer Woche hatte, teilweise dann sogar 2 Prüfungen an einem Tag. Dass das nicht immer lustig ist, kann man sich vorstellen, allerdings ist wohl gerade der Sinn von solchen strafen Zeitplänen am Gymnasium die Vorbereitung auf die Uni. Immerhin wird der Stoff eines Semesters in jede einzelne Prüfung gesteckt, was vom Aufwand her wohl einer Abiturprüfung entspricht.

Das merke ich momentan auch, im Studium sind die Prüfungen alle noch viel enger aneinander, sodass es in dem Zeitraum sehr stressig werden kann. An sich ist es wirklich eine gute Vorbereitung und ist auch eine angemessene Herausforderung für die Schüler, zumindest für die die später studieren wollen.

Aber dabei wollte ich eigentlich mal darauf zu sprechen kommen, wie der Lehrplan so bei euch aufgebaut war. Ich kann nur von mir sprechen, denn es war in manchen Fächern wirklich ein reines Desaster. Als ich mir die Themen in Englisch angeschaut habe, war ich froh, dass ich das Fach später abgewählt hab und eine andere Sprache genommen hab. Ein Thema war beispielsweise die Erörterung von Stammzellforschung und deren Auswirkungen auf die Menschheit, sowie das zukünftige Zusammenleben mit Klonen bzw. zusätzlich dazu noch der Ersatz des menschlichen Daseins durch Robotertechnik...ernsthaft da könnte ich kotzen. Braucht man das irgendwann mal in seinem Leben, dass man über Stammzellforschung (also ein so spezielles Thema) reden muss und dafür die einzelnen Fachbegriffe wissen muss?! Letztlich konnte ich durchaus ohne diesen Kram Englisch richtig lernen, allein durch Untertitel lesen, englische Streams oder einfach nur durch Besuchen von englischsprachigen Foren. Außer das normale Vokabelwissen aus der Unterstufe bzw. teilweise noch aus der Oberstufe, konnte ich wirklich sehr wenig aus diesem Unterricht mitnehmen. Ich finde es einfach schade, dass man in der Schule keinen richtigen Umgang mit der englischen Sprache im realen Gespräch lernt oder das Lernen durch das Halten eines englischsprachigen Vortrags. Da war auf alle Fälle bei meiner alten Schule deutlich Verbesserungsbedarf...
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Abitursystem - G8 oder G9 1 Jahr 6 Monate her #793646

DarkStrawhat schrieb:
Aber dabei wollte ich eigentlich mal darauf zu sprechen kommen, wie der Lehrplan so bei euch aufgebaut war. Ich kann nur von mir sprechen, denn es war in manchen Fächern wirklich ein reines Desaster. Als ich mir die Themen in Englisch angeschaut habe, war ich froh, dass ich das Fach später abgewählt hab und eine andere Sprache genommen hab. Ein Thema war beispielsweise die Erörterung von Stammzellforschung und deren Auswirkungen auf die Menschheit, sowie das zukünftige Zusammenleben mit Klonen bzw. zusätzlich dazu noch der Ersatz des menschlichen Daseins durch Robotertechnik...ernsthaft da könnte ich kotzen. Braucht man das irgendwann mal in seinem Leben, dass man über Stammzellforschung (also ein so spezielles Thema) reden muss und dafür die einzelnen Fachbegriffe wissen muss?! Letztlich konnte ich durchaus ohne diesen Kram Englisch richtig lernen, allein durch Untertitel lesen, englische Streams oder einfach nur durch Besuchen von englischsprachigen Foren. Außer das normale Vokabelwissen aus der Unterstufe bzw. teilweise noch aus der Oberstufe, konnte ich wirklich sehr wenig aus diesem Unterricht mitnehmen. Ich finde es einfach schade, dass man in der Schule keinen richtigen Umgang mit der englischen Sprache im realen Gespräch lernt oder das Lernen durch das Halten eines englischsprachigen Vortrags. Da war auf alle Fälle bei meiner alten Schule deutlich Verbesserungsbedarf...
Wenn man so argumentiert, dann braucht man eh kaum etwas in einem Gymnasium machen.
Es geht einfach darum dass man sieht, wie Englisch im wissenschaftlichen Bereich aussieht. Du brauchst es nicht, um die Sprache zu lernen, aber man dadurch trotzdem viel über die Sprache selbst lernen. Man lernt dadurch sich auch bei komplizierteren Themen auszudrücken, und da da erworbene Wissen kann man anderweitig wieder anwenden.
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