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THEMA: Kundenfreundlichkeit

Kundenfreundlichkeit 4 Monate 1 Woche her #833112

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@RDK: Eine Erziehungsschelle? Ist es das, was du unter Kundenfreundlichkeit verstehst?^^
Ich bin nicht vertraut mit dem Einzelhandel und wollte nur schreiben, was ich als Kunde wünschenswert fände. Sollte natürlich niemanden unter Druck setzen. Von mir aus kann das Geschäft auch schließen abends.
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Kundenfreundlichkeit 4 Monate 1 Woche her #833116

Don't feed the troll - it's a very hungry subject.
Aus eben diesem Grund, werde ich keine Stellung zu Aussagen beziehen, welche meiner persönlichen Einschätzung nach keinen Mehrwert für die Diskussion bieten und lediglich der Lächerlichkeit oder persönlichen Unterhaltung dienlich sind.

Zunächst einmal möchte ich mit dem Motto Der Kunde ist König ein wenig aufräumen.
Diese Einstellung ist in unserer heutigen Gesellschaft schon seit langer Zeit eine tote Einstellung und das zu Recht. Als ich selbst für ein notwendiges Praktikum für meinen Fachoberschul-Abschluss ein Jahr lang im Einzelhandel tätig war, so wurde mir auf die Erwähnung dieses Mottos recht kurz und klar präsentiert, was es damit auf sich hat: Marketing. Der Slogan existiert in der heutigen Zeit nur noch aus Werbegründen und soll den Kunden ein wenig einlümmeln, damit er sich in einem Einkaufsladen wohler fühlt und man sugeriert, dass man dem Kunden zuhört und versucht auf seine Wünsche einzugehen, aufdass er einen erneut beehrt.

Woher kann einem dieses Schema bekannt vorkommen? Richtig. Bittsteller.
Denn man muss sich das Szenario des Einkaufes als Ganzes vor Augen halten und erkennen, wer wem gegenüber eine Forderung hat. Der Kunde sucht nach Gütern, welche seinen Bedarf abdecken und der Markt bietet eben jene Güter an. Die Entscheidungsmacht über die zur Verfügungsstellung des Gutes obliegt hierbei dem Eigentümer des Gutes - folglich dem jeweiligen Händler. Entsprechend dieses Schemas ist es die Aufgabe des Kunden sich zur Obrigkeit für das besagte Gut zu begeben und dort die Bitte um den Erwerb zu formulieren. Da das Objekt allerdings von einer Vielzahl von weiteren Bittstellern begehrt wird, so wird ein Tauschgeschäft ausgehandelt, welches in beidseitigem Einvernehmen durchgeführt werden kann. Die Initiative dieses Handels geht wiederum von demjenigen aus, welcher begehrt, was der andere besitzt.

Wenn man dies im Rahmen einer königlichen Audienz sieht, so wäre der Kunde der einfache Bauer vom Lande, welcher beispielsweise den Bau eines befestigten Pfades zu seinem Hof erfragt, sodass er seine Waren besser zum Markt bringen und verkaufen kann. Dem König obliegt es hier sein Interesse daran zu sehen und den Gegenwert für die Leistung festzulegen. Die Obrigkeit über das Gut, welches eine Initiative veranlasst hat, liegt bei dem König und er ist dem Handelsgeschäft erhaben.

Der Bittsteller macht beim Königsbeispiel Sinn, da der König die Bedürfnisse seines Volkes erhört und interessiert ist diese zu realisieren, um den Unmut möglichst gering zu halten und seine Macht zu stabilisieren. Es ist das Gleiche, was ein Händler ebenfalls tut. Er hält seine Kunden zufrieden und sichert sich seine wirtschaftliche Position durch wiederkehrende zufriedene Kunden.

Ein König klappert nicht jedes Bauernhaus nach dem anderen ab und erfragt den Preis für ein Schwein.

So funktioniert Handel und unser Gegenwert, der sich über die Jahre für den normalen Bürger herauskristallisiert hat sind eine Form von ehemaligen Schuldscheinen (Papiergeld) und Echtgeld (Münzen), damit man nicht mit dem alten Videorekorder, seiner Kuh (echt - nicht die Lebensgefährtin, welche in die Breite gegangen ist) und einer alten Holzschnitzerei zum Supermarkt rennt, um es gegen Essbares einzutauschen.
Dabei war der Händler stets in der stärkeren Position, da er auch in der Vergangenheit die Entscheidung treffen könnte dir das erfragte nicht für das zur Verfügung zu stellen, was man ihm gerade bietet (z.B. aufgrund von Ungunst oder eines besseren Angebotes). All das ist heute natürlich mehr geregelt und sollte man eigentlich nicht erklären müssen... aber bei mancher Aussage in dem Thread dachte ich mir, dass man vielleicht doch einen allgemeinen Rundumschlag zur Herkunft des Handels vielleicht einmal durchführen sollte.

Der Kunde ist kein König, war es nie und wird es auch niemals sein. Das ist auch richtig so - denn viele Kunden benehmen sich nicht besonders majestätisch oder gar respektvoll gegenüber ihren Mitmenschen. Es wird sehr viel gefordert, ohne sich damit auseinanderzusetzen, was denn die Hintergründe sind und man lebt auf einem sehr kurzlebigen Vorstellung einer Welt.

Natürlich ist es im Internet günstiger zu erwerben, aber auch da erfolgt früher oder später der Wandel. Wenn nun jeder lokale Einzelhändler dicht machen würde und wirklich jeder seine Waren online bezieht, so würde sich die Preisklasse auch dort erhöhen, da ein weit höherer Lager und Versandaufwand entsteht, welchen man entsprechend vergüten muss. Tatsächlich würde der Kostenspiegel für Artikel sogar weiter steigen, da eine Lieferung neben den Angestellten auch mit den Fahrtkosten für die Lieferungen verbunden sind, da jeder Artikel zu jedem Kunden an eine individuelle Adresse muss. Das kann man lediglich dadurch auffangen, indem man die Fahrer sehr gering vergütet, wobei diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Streik treten würden, um bessere Arbeitsbedingungen zu erwirken, was ihr gutes Recht wäre. In dem Moment stünde der gesamte Warenverkehr lahm und am Ende wären die Lieferantenverhandlungen ein Grund für erhöhte Warenkosten, da die Händler die erhöhten Lieferkosten in irgendeiner Form wieder reinholen müssten (ggf. auch durch erhöhte monatliche / jährliche Beiträge).
Die Welt funktioniert leider nicht immer so einfach, wie sich das so mancher vielleicht ausmalen mag und es lohnt sich vor manchen Aussagen noch einmal kurz die Luft anzuhalten und darüber zu sinnieren, was man gerade verbalisieren möchte und ob man dies nicht bereits selbst hinterfragen und auch ergründen könnte.

Denn in der Regel kann man genau das:
Verstehen, wieso die Dinge so sind, wie sie sind.

Ein Laden, welcher rund um die Uhr offen hat?
Ein Laden, welcher keine Paletten in den Gängen stehen?
Ein Laden mit freundlichen Mitarbeitern, welche den Kunden weiterhelfen?


Hier muss eine Entscheidung fallen, da es ein typisches Dreieck ist. Man kann 2 aber nie 3 Bedingungen erfüllen.

Können wir einen Laden haben, der rund um die Uhr offen hat und keine Paletten in den Gängen stehen?
Dann haben wir keine Mitarbeiter. Denn das Einzige, was dies realisieren kann ist ein automatisiertes Warensystem, was die Waren über die Boden oder Deckenfläche direkt in die Regale einfüttert. Mitarbeiter zu beschäftigen ist dann nicht länger in der Form von Nöten und wäre eine Aktion von Kulanz, da Mitarbeiter für die Warenpflege eingestellt sind - nicht für Beratung (zumindest im Einzelhandel).

Können wir einen Laden haben, welcher rund um die Uhr offen hat und freundliche Mitarbeiter?
Dann stehen aber Paletten in den Wegen. Schließlich muss die Waren zu irgendeiner Zeit in die Regale eingeräumt werden und besonders bei freundlichem Personal müsste es häufiger vorkommen, dass man die Waren stehen lässt um kurzzeitig Kunden weiterzuhelfen.

Können wir einen Laden haben, welcher keine Paletten in den Gängen stehen hat und freundliche Mitarbeiter vor Ort sind?
Dann ist der Laden nicht rund um die Uhr geöffnet. Zu gewissen Zeiten müsste der Laden schließen, um die Mitarbeiter die Waren einräumen zulassen. Das wäre besonders merkwürdig, da dann die Einzelhändler wohl Öffnungszeiten der Form "08:00 - 14:00" und "17:00 - 22:00", wenn das überhaupt realisierbar ist. Mittags und Abendgeschäft muss abgedeckt werden - ähnlich eines Restaurants.

Also muss man - wie doch so häufig im Leben - Kompromisse finden und beurteilen was wichtig ist. Und dabei hat es sich herausgestellt, dass es in unserer Wirtschaft und unserem Alltag wichtig ist, dass man Paletten in den Gängen stehen haben muss und es wirtschaftlich keinen Sinn macht das Geschäft für 24 Stunden non-Stop offen zu halten.

Es gibt natülich gewisse 24/7 Läden, aber dabei muss man auch an die entsprechenden Länder denken, welche dies umsetzen. Haben diese wie wir in Deutschland Mindestlohn Bestimmungen? Beschäftigungszeitengesetze? Wenn diese weniger daran gebunden sind und keine gewissen Lohnsätze pro Mitarbeiter einhalten müssen, so ist das möglich - besonders, wenn sie z.B. wie Japan sehr viele Studenten als Arbeitskräfte für diese Einrichtungen verwenden können, welche aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, der daraus resultierende Wohnungsnot und hohe Mieten auf finanzielle Nebenjobs angewiesen sind. Das System funktioniert als ganzes Konzept aus eben diesem Grund. Aber wirst du auch in Japan in Kleinstädten wie wir sie in DE kennen solche 24/7 Länden finden? Sehr wahrscheinlich nicht - einfach weil die Rentabilität hier nicht aufwiegt.

Generell könnte ich gewisserweise zustimmen und sagen, dass es in großen Metropolen Sinn machen würde, wenn wir gewisse Anlaufstätten hätten, die rund um die Uhr offen haben - es aber allgemein für jeden Einzelhandel zu fordern, während man selbst nicht die Bereitschaft aufbringt sich mit den Gegebenheiten entsprechend zu arrangieren, da man auch die arbeitenden Menschen berücksichtigen möchte, ist jedoch definitiv an der Grenze zum Wahnsinn.
Letzte Änderung: 4 Monate 1 Woche her von TheAwesomePigeon.

Kundenfreundlichkeit 4 Monate 1 Woche her #833156

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Ok, ich werde mir das Gesagte zu Herzen nehmen und über mein Verhalten nachdenken. Trotzdem würde ich mich als einer der angenehmeren Kunden einschätzen, die sich gekonnt um die Hindernisse auf den Gängen herumschlängeln.^^

TheAwesomePigeon schrieb:
Denn man muss sich das Szenario des Einkaufes als Ganzes vor Augen halten und erkennen, wer wem gegenüber eine Forderung hat. Der Kunde sucht nach Gütern, welche seinen Bedarf abdecken und der Markt bietet eben jene Güter an. Die Entscheidungsmacht über die zur Verfügungsstellung des Gutes obliegt hierbei dem Eigentümer des Gutes - folglich dem jeweiligen Händler. Entsprechend dieses Schemas ist es die Aufgabe des Kunden sich zur Obrigkeit für das besagte Gut zu begeben und dort die Bitte um den Erwerb zu formulieren. Da das Objekt allerdings von einer Vielzahl von weiteren Bittstellern begehrt wird, so wird ein Tauschgeschäft ausgehandelt, welches in beidseitigem Einvernehmen durchgeführt werden kann. Die Initiative dieses Handels geht wiederum von demjenigen aus, welcher begehrt, was der andere besitzt.
Diese Darstellung des Einkaufs ist zwar richtig, wenn ich den Einkauf als Ganzes betrachte, fehlen mir allerdings ein paar kleine Details, die in dieser Darstellung scheinbar ausgeblendet werden.^^
Davon ausgehend, dass das Geschäft der Eigentümer der Waren ist und es mehrere Interessenten gibt, wäre der Kunde wirklich nichts anderes als ein Bitsteller. Was aber, wenn es mehrere Verkäufer gibt, die dasgleiche Produkt anbieten, einer davon 20€ günstiger? Plötzlich sieht die Situation schon ganz anders aus. Es ist nun die königliche Entscheidung des Kunden, ob trotz des höheren Preises ein Kauf zustande kommt.^^
Nicht umsonst müssen sich die Geschäfte Gedanken darum machen, wie sie den Kunden durch geschicktes Marketing einlullen können..

TheAwesomePigeon schrieb:
Natürlich ist es im Internet günstiger zu erwerben, aber auch da erfolgt früher oder später der Wandel. Wenn nun jeder lokale Einzelhändler dicht machen würde und wirklich jeder seine Waren online bezieht, so würde sich die Preisklasse auch dort erhöhen, da ein weit höherer Lager und Versandaufwand entsteht, welchen man entsprechend vergüten muss. Tatsächlich würde der Kostenspiegel für Artikel sogar weiter steigen, da eine Lieferung neben den Angestellten auch mit den Fahrtkosten für die Lieferungen verbunden sind, da jeder Artikel zu jedem Kunden an eine individuelle Adresse muss.
Ich sehe nicht, dass Lager- und Versandkosten in Zukunft steigen werden. Ein automatisiertes Warensystem halte ich beispielsweise für ein realistisches Szenario.
Auch was die Lieferung angeht, bleibt abzuwarten, wie sich die Preise entwickeln. Lustigerweise ist es ausgerechnet Amazon, die hier mit autonomen Lieferdrohnen an einer Lösung arbeiten.
Meine Angst ist es daher eher, dass Amazon am Ende ganz alleine dasteht und jegliche Konkurrenz weggefallen ist. Sobald keine Konkurrenz mehr da ist, tritt nämlich das von dir beschriebene Szenario ein.^^

TheAwesomePigeon schrieb:
Generell könnte ich gewisserweise zustimmen und sagen, dass es in großen Metropolen Sinn machen würde, wenn wir gewisse Anlaufstätten hätten, die rund um die Uhr offen haben - es aber allgemein für jeden Einzelhandel zu fordern, während man selbst nicht die Bereitschaft aufbringt sich mit den Gegebenheiten entsprechend zu arrangieren, da man auch die arbeitenden Menschen berücksichtigen möchte, ist jedoch definitiv an der Grenze zum Wahnsinn.
Dass der Kunde nicht nur zu jeder beliebigen Uhrzeit sondern auch an jedem beliebigen Ort auftauchen kann, sollte ich vermutlich jetzt besser nicht schreiben.^^
Ich habe mir um ehrlich zu sein keine Gedanken gemacht, wie die langen Öffnungszeiten in Japan zustande kommen. Vielleicht kennt man dort keinen Sonntag. Wohnungsknappheit und arme Studenten, die mehrere Jobs annehmen müssen, gibt es allerdings auch in Deutschland, obwohl das natürlich keine positive Entwicklung ist.
Letzte Änderung: 4 Monate 1 Woche her von HealingPotion.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Kundenfreundlichkeit 4 Monate 1 Woche her #833157

@TheAwesomePigeon:
Ich glaube dass Du die Sache etwas missverstehst. Die Produktion von Ware ist heute kein Problem, was problematisch ist, ist es die Ware an den Kunden zu bringen. Deshalb werden wir an jeder möglichen Stelle mit Werbung bombardiert, und man versucht selbst die kleinen Kinder in Richtung Konsum zu indoktrinieren.

Dies verstehen aber die meisten Leute nicht. Der Kunde hat die Macht (das Geld) und entscheidet ob er etwas kauft oder nicht. Wenn die Verkäufer auf Ihrer Ware sitzen bleiben, lernen sie sehr schnell den Kunden ernst zu nehmen.

Vor vielen Jahren ist ein Ölkonzern vor den Kunden in die Knie gegangen und hat eine Bohr-Plattform aufwendig entsorgt anstatt im Meer zu versenken, weil die Menschen die Tankstationen des Konzerns boykottiert haben. Ob dies am Ende Umwelt-Technisch gesehen besser war oder nicht sei dahingestellt. Aber die Menschen haben Ihre Macht demonstriert.

@Alle:
Ich möchte hier den Eindruck korrigieren, dass ich für 24/7 bin. Das ist nicht der Fall. Ich habe es nur als Beispiel angegeben. Mir persönlich reichen vollkommen 8-20 Öffnungszeiten.

Wenn man die Öffnungszeiten frei gibt, so muss man garantieren, dass die Mitarbeiter faire Arbeitszeiten und Bezahlung bekommen. Beides ist momentan nicht der Fall.



Denkt alle daran, die Geschäfte wollen das Beste was Ihr habt: Euer Geld. Dafür schuftet Ihr und könnt auch einiges Verlangen wenn Ihr es Ausgibt!

Ihr seid keine Bittsteller im Laden, solange Ihr Geld in der Tasche habt. Ihr werdet zum Bittsteller wenn Ihr die Wahre gekauft habt, dann seid Ihr auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Also Prüft die Ware gut bevor Ihr etwas kauft.
Letzte Änderung: 4 Monate 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.

Kundenfreundlichkeit 4 Monate 6 Tage her #833203

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Ich war letztens in einem Geschäft so gegen 10:00 um für meine Eltern einzukaufen. Was mich wirklich verwundert hat ist, dass die Korridore zwischen den Regalen voll mit noch nicht ausgepackten Paletten mit Gütern zugestellt waren.

Dies hat mich zum Denken gebracht über die Kundenfreundlichkeit in unserer Zeit. Noch vor einigen Jahren hat man solche Arbeiten entweder vor dem Öffnen oder nach dem Schließen des Ladens getätigt. Dafür wurden die Leute extra entlohnt. Anscheinend war dies den Konzernen zu teuer und die Arbeit wird heute während des normalen Betriebs durchgeführt. Der Kunde scheint nicht mehr so wichtig zu sein.

Auch in anderen Bereichen hat sich einiges verschlechtert. Früher gab es in vielen Geschäften eine Bank, damit sich Männer hinsetzten konnten während die Frauen im Laden unterwegs waren. Dies findet man heute kaum noch. Auch Toiletten, Wickelräume oder Beratung findet man nur noch selten.

Es hat den Anschein, dass der Kunde zum Störfaktor im Laden geworden ist. Ich weiß nicht ob dies der Konkurrenz durch das Internet verschuldet ist, oder einfach nur die Optimierung der Gewinne hier eine Rolle spielt.

Welche Erfahrungen habt Ihr den gemacht? Stört es Euch wenn Ihr beim Einkaufen zwischen nicht ausgepackten Paletten euch durchquetschen müsst?

Ich Verbessere dich mal, da ich ne Zeit lang in dieser Ecke geschafft habe:

fakt ist, dass das Personal nicht Zwangsläufig selbst für die Paletten Zuständen sind. In den meisten LEH´s (Lebensmitteleinzelhandel) existieren zig Firmen, die ihre Regal selbst bearbeiten. Der Markt gibt meist nur an, welche Länge und Standort für die Produkte zu Verfügung stehen. Ich gehe auch stark davon aus, dass das Arbeiten vor der Öffnung des Ladens mit einher gehender Entlohnung stark vom Gesetz abhängig ist. Als Selbstständiger Unternehmer durfte ich öfter schon mal ne Stunde vorher in Gewisse Läden rein, weil die Strecken zwischen einigen einfach viel zu lang waren und ich für meine Tour einen "Soll Wert" hatte, den ich am Tag zu erledigen hatte. 1 Stunde vorher waren die Damen und Herren schon am Wuseln, tun und machen. Ein Laden macht miese, wenn zu viele Angestellte in selbigem Arbeiten, es gibt öfter auch nur Teilzeit Arbeiter oder Halbtags Arbeitskräfte. Der Laden ist meist keine kleine klitsche, wobei selbst in diesen Läden gelegentlich mal ne Palette herum fliegt, allerdings nur, um die Regal erneut auf zu füllen. Sortimente werden Größer, erweitern sich, weniger fallen aus den Regalen, es wird stopfend voll und zu viel, um es vor Ladenöffnung zu Händeln. Hier in BW passiert das auch oft aber es ist weder ein Problem, noch stört es mich, schließlich ist das Standard Arbeit in einem LEH, ich bin 25 und kenne es nicht anders, schon als 10 Jähriger, kleiner Bengel war das nicht anders. Und das mit den Bänken... dafür gibt es Außerhalb der Meisten Läden ein kleines Kaffee und so gut wie kein Angestellter hat was dagegen, wenn sich ein älterer Mann dort ausruht. Um den Bedarf der Bürger zu decken ist der Platz für eine Bank partu nicht mehr gegeben, "Glutenfrei, Laktosefrei, Vegan, Vegetarisch etc. etc. etc." all jene Sachen, die in den letzten Jahren immer mehr Produkte in die Regale stellen, welche zuvor eher Mangelware waren, "klauen" heute nun mal den Platz für eine Bank IM Laden. Meist Weichen die Angestellten mit ihrer Warenpalette allerdings auch auf Hauptgänge aus, diese sind Wesentlich Breiter. z.B. im Rewe um die Ecke: Metall-Wägelchen, keine Paletten. Warum? Der Ganz ist gerade mal minimal Breiter als die Palette. Hauptgang? Pustekuchen, gibt es keinen, alle Gänge sind gleich schmal, selbst meine Mutter mit Rollstuhl hat da Probleme.
Letzte Änderung: 4 Monate 6 Tage her von Deathmatic.
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Kundenfreundlichkeit 4 Monate 6 Tage her #833223

@Deathmatic:

Vielen Dank für den Einblick den Du uns hier gegeben hast in die Arbeit der Landen-Mitarbeiter.

@Alle:

Meine Kritik war auch nicht an die Mitarbeiter gerichtet sondern an die großen Supermarkt-Ketten welche versuchen an jeder möglichen Stelle das Personal abzubauen und die Kosten zu senken.

In der Schule lernten wir dass die Optimierung nur soweit gehen kann, solange man die Qualität der Produkte und der Dienstleistung nicht beschädigt. Dies scheint heute nicht mehr der Fall zu sein. Die Optimierung rasiert alles Weg. Die Produkte werden immer minderwertiger und die Dienstleistung immer geringer. Heute werden minderwertige Produkte alle paar Monate in eine neue Verpackung gesteckt und als neues, verbessertes Produkt auf den Markt geworfen.

Früher galt ein Produkt als Gut, wenn er sich lange auf dem Markt unverändert halten konnte. Wie viele Produkte kennt Ihr noch die noch aus der Zeit Eurer Kindheit stammen? Nivea-Creme, Aspirin, etc.

Außerdem: wer braucht 20 verschiedene Jogurts mit Erdbeergeschmack, die sowieso so voll mit Zucker vollgepumpt sind, dass man sie eigentlich als Süßigkeit deklarieren müsste.

Kundenfreundlichkeit 4 Monate 3 Tage her #833283

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Meine Kritik war auch nicht an die Mitarbeiter gerichtet sondern an die großen Supermarkt-Ketten welche versuchen an jeder möglichen Stelle das Personal abzubauen und die Kosten zu senken.
Gerade einen interessanten Artikel dazu gefunden:
edition.cnn.com/interactive/2019/05/busi...od-prices/index.html
Die Supermarktketten hier in Deutschland scheinen wohl Vorreiter zu sein, was schlechten Service angeht. In anderen Ländern kennt man das gar nicht.^^
Trotzdem glaube ich, dass man die Betriebskosten senken muss, um sich gegen andere Discounter durchzusetzen und mit dem Onlinehandel mithalten zu können. Auch Amazon arbeitet mit Amazon Fresh mittlerweile an einem Lebensmittel-Lieferdienst.
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