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THEMA: Die Komfortzone: Freund oder Feind?

Die Komfortzone: Freund oder Feind? 2 Wochen 4 Tage her #827749

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Moin,
ich denke ein jeder von uns verweilt gerne in seiner eigenen Comfort Zone. Es ist bequem, bekannt und vor allem eins: einfach. Aber eben auch nicht sonderlich spannend.
Dennoch treibt mich seit einiger Zeit die Frage um, wie leicht ich mich selbst dazu bewegen kann, meine eigene Comfort Zone zu verlassen und wann genau das der Fall ist. Welche Situationen sind für mich die angenehmsten und wann muss ich mich wirklich zwingen, auch etwas anderes auszuprobieren. Die Antwort darauf lest ihr weiter unten. (;

Die gerade genannten Fragen würde ich gerne an euch weiter geben: welche Situationen oder Gegebenheiten befinden sich außerhalb eurer Komfortzone und wie oft verlasst ihr diese? Habt ihr schon besonders negative/positive Erfahrungen gemacht, sobald ihr eure Bequemlichkeit einmal abgelegt habt? Sollten wir uns vielleicht alle ein bisschen öfter in neue Situationen begeben?

Ich freue mich auf weitere Antworten. (:



Wenn ich so über die letzten Jahre reflektiere, muss ich sagen, dass wohl gerade das Halten von Vorträgen vor großem Publikum eine Sache ist, die mich gewaltsam aus meiner Comfort Zone geschleift hat. Ich denke, das ist nichts, was ungewöhnlich ist: sei es ein Referat in der Schule oder die Präsentation der Bachelorarbeit im Studium - allesamt Dinge, die ich nicht gerne mache, die aber im Laufe der Zeit immer regelmäßiger in mein Leben getreten sind.
Gerade in der Berufswelt haben Vorträge jeglicher Art für mich oftmals einen noch größeren Schmerzafaktor: das "Präsentieren" der eigenen Professionalität, fachlicher Expertise und nicht zuletzt das "Beeindrucken" von Führungskräften, denen man beispielsweise eine Entscheidung abringen möchte.
Insgesamt für mich ein spannendes Thema, da ich eigentlich recht positive Kritik zu meinen Vorträgen erhalte. Innerlich winde ich mich allerdings immer wie ein Aal, und kurz vor dem Vortrag würde ich am liebsten den Raum verlassen. Der Gedanke "Warum tue ich mir das eigentlich an?" kam mir dabei schon des Öfteren.

Allerdings sind das für mich Situation, in denen ich zumindest in diesem Jahr am meisten gewachsen bin. Inzwischen legt sich die Nervosität, bei Vorträgen vor fachfremden Kollegen bin ich mittlerweile recht entspannt - immerhin haben die auch keine Ahnung von der Thematik. Mir persönlich hat das allerdings ein recht großen Schub in Richtung Selbstsicherheit und selbstsicheres Auftreten geben. Man könnte quasi meinen, ich wüsste, wovon ich da rede. :^)

Ich persönlich würde gerne auch in anderen Bereichen meine Komfortzone etwas öfters verlassen. Beispielsweise wenn es darum geht, alleine spontan in den Urlaub zu fahren und einfach mal mein Ding zu machen, anstatt auf die innere Stimme zu hören, die einem das oftmals ausreden möchte. Allerdings muss ich sagen: ich bin ein bequemer Mensch und solche Entscheidungen brauchen bei mir oftmals vor allem Zeit.
Letzte Änderung: 2 Wochen 4 Tage her von Deviltoon.
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Die Komfortzone: Freund oder Feind? 2 Wochen 4 Tage her #827766

Deviltoon schrieb:
Die gerade genannten Fragen würde ich gerne an euch weiter geben: welche Situationen oder Gegebenheiten befinden sich außerhalb eurer Komfortzone und wie oft verlasst ihr diese?

Gezwungenermaßen ständig. Außerhalb meiner Komfortzone befindet sich ein Großteil der überlebensnotwendigen sozialen Interaktion. Zum Beispiel hasse ich es Leute anzusprechen die ich nicht kenne, Smalltalk, oder Dinge wie Telefonate. Lustigerweise habe ich das von dir beschriebene Problem mit Vorträgen nicht, da ich das Publikum einfach komplett ausblende und mich ausschließlich auf mich selbst und die Thematik konzentriere. Daher habe ich sämtliche Vorträge immer ohne Vorbereitung frei gehalten und eigentlich nur positive Resonanz erhalten. Wenn ich aber z.B. jemanden ansprechen muss, den ich nicht kenne, fühlte ich mich direkt gestresst und habe früher lange mentale Vorbereitung dafür gebraucht.

Deviltoon schrieb:
Habt ihr schon besonders negative/positive Erfahrungen gemacht, sobald ihr eure Bequemlichkeit einmal abgelegt habt?

Ich habe durch das jahrelange gezwungene Verlassen meiner Komfortzone festgestellt as es nichts gibt was man nicht durch Übung hinbekommt. Bei manchen Dingen fühlt man sich nie ganz wohl, aber solange man souveränes Auftreten trotz absoluter Planlosigkeit an den Tag legt kommt man eigentlich immer gut dabei weg.

Deviltoon schrieb:
Sollten wir uns vielleicht alle ein bisschen öfter in neue Situationen begeben?

Schwer zu sagen. Einerseits hilft solche Erfahrung mit neuen Situationen umzugehen, andererseits trägt das nicht unbedingt zur Lebesqualität bei, da man sich Stress aussetzt. Ich würde die Frage bejaen, sofern man solch einer neuen Situation in der Zukunft nicht entgehen kann, oder es notwendig ist eigene Verhaltensmuster zu durchbrechen. Es kommt aber stark auf das konkrete Beispiel und die jeweilige Lebenssituation des individuums an.
Letzte Änderung: 2 Wochen 4 Tage her von SmokeTheEvertrolling.
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Die Komfortzone: Freund oder Feind? 2 Wochen 3 Tage her #827779

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Deviltoon schrieb:
Die gerade genannten Fragen würde ich gerne an euch weiter geben: welche Situationen oder Gegebenheiten befinden sich außerhalb eurer Komfortzone und wie oft verlasst ihr diese? Habt ihr schon besonders negative/positive Erfahrungen gemacht, sobald ihr eure Bequemlichkeit einmal abgelegt habt? Sollten wir uns vielleicht alle ein bisschen öfter in neue Situationen begeben?

Ich würde von mir behaupten, dass ich ein sehr bequemer Mensch bin und mich nur ungern aus meiner Komfortzone bewege. Vorträge in der Schule und anfangs Studium waren der Hass für mich. Bei der Arbeit und nun auch beim Studium, muss ich aber sagen, dass ich es mittlerweile echt nicht mehr so schlimm finde. Gerne mache ich es zwar immer noch nicht, aber wenn ich weiss, dass ich in dem Thema kompetent bin und mich gut damit auskenne, fällt mir das Reden gleich deutlich leichter. Während der Schule haben mich die Themen der Vorträge nur selten so sehr interessiert, dass ich mich vollkommen reinvertiefen wollte und die Unsicherheit über das Thema hat mich dann auch aus der Komfortzone rausgerissen. Ständig im Hintergrund war der Gedanke, dass ich gar keine Ahnung habe, wovon ich eigentlich rede und hoffentlich rutscht nichts falsches dabei raus. Da ich bei der Arbeit jedoch nur Dinge präsentiere von denen ich auch wirklich Ahnung habe, und ich mich im Studium nun deutlich besser vorbereite, fällt es mir gleich deutlich leichter.
SmokeTheEvertrolling schrieb:
oder Dinge wie Telefonate

Wäre auch so etwas, was ich echt ungerne mache. Da ist es mir deutlich lieber die Person persönlich anzusprechen, auch wenn ich sie nicht kenne.
Ich habe durch das jahrelange gezwungene Verlassen meiner Komfortzone festgestellt as es nichts gibt was man nicht durch Übung hinbekommt.
Habe da, wass das Thema angeht sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn man's paar mal macht und sich daran gewöhnt, ist es mit der Zeit dann auch nicht mehr so schlimm.
Deviltoon schrieb:
Sollten wir uns vielleicht alle ein bisschen öfter in neue Situationen begeben?

Was meine Erfahrungen angeht: Definitiv Ja! Vor ein paar Jahren hätte ich es mir nie vorstellen können, fremde Leute, die ich nur übers Internet kenne zu treffen. Hier auf Proxer habe ich jetzt paar Leute getroffen und durchwegs nur positive Erfahrungen gemacht, sodass es mich Reizt auch aus anderen Commmunities mal Leute zu treffen, mit denen ich mich schon länger austausche. Klar, negative Erfahrungen gabs beim verlassen der Komfortzone auch. So war ich mir zum Beispiel als Teenager schon sicher, dass Clubs absolut nichts für mich sind und als ich mich dann bei unserer Matur(/Abitur?)-Reise dann dazu überreden lassen habe, fand ich's genau so beschissen wie ich's mir vorgestellt hatte. Da das schlimmste was dadurch passiert ist, nur das ist, dass ichs dort für paar Stunden öde fand, bin ich aber immer noch der Meinung, dass ich mich deutlich mehr in die Welt raus bewegen sollte, auch wenns im kuscheligen Bett echt bequem ist :^) Ich finde das man als Mensch wächst, mit den Erfahrungen die man macht, wenn man sich mal in die Welt rausbewegt. Man merkt dadurch wo die Stärken und Schwächen bzw. Vorlieben liegen, auch wenn's natürlich nicht immer nur zu positiven Erlebnissen führen kann.
Vielen Dank an die allmächtige Triangle Power (Eysaa) für die Sig!
Letzte Änderung: 2 Wochen 3 Tage her von dacawizards.

Die Komfortzone: Freund oder Feind? 2 Wochen 2 Tage her #827791

Ich denke, dass es Situationen gibt, in denen man sich das Verlassen der Komfortzone wirklich nicht antun muss. Man muss nicht jede Spinne auf den Arm nehmen, um sich seine Ekel vor Spinnen abzutrainieren. Meine Ekel vor Spinnen beeinflussen nicht meinen Alltag, es ist nichts, womit ich häufig konfrontiert werde. Bei solchen Dingen würde ich sagen, dass man es auch einfach lassen kann; man profitiert nicht großartig von der Erfahrung oder dem Ergebnis.
Anders sieht es meiner Meinung nach bei Dingen wie Vorträgen und unvermeidlichen sozialen Interaktionen aus. Mein Problem ist beispielsweise oft, einen Mitarbeiter im Geschäft anzusprechen, insbesondere Kellner. Ich kann hoffen, dass ich bemerkt werde, eine halbe Stunde lang awkward an diesem Tisch sitzen und warten. Im schlimmsten Fall muss ich letztlich doch jemanden ansprechen. Oder ich zwinge mich direkt dazu, jemanden anzusprechen, im besten Fall klar und deutlich. Einen Kellner ansprechen wäre für mich in dem Fall meine Komfortzone verlassen, da ich aktiv die momentane Tätigkeit eines anderen Menschen unterbreche, damit dieser sich mir zuwendet (und seinen Job tut, bruh haha), statt passiv am Tisch zu warten. Wenn ich dies sehr oft mache, wird es mir nach und nach weniger schwer fallen. Mit SItuationen dieser Art wird man unweigerlich oft konfrontiert, und ich denke, dass es sich lohnt, seine Komfortzone zu verlassen, um sich das Leben auf Dauer leichter zu machen. Natürlich basiert diese Aussage auf meiner persönlichen Erfahrung; es wird sicherlich Menschen geben, für die es nie leichter wird, oder nur unbedeutend leichter, aus verschiedensten Gründen.
Ähnlich sieht es aus im "ohne Bekanntschaft an unbekannten Ort gehen"-Szenario, das im Prinzip wohl jeder kennen dürfte. Dabei ist insbesondere die beängstigende Spannbreite der Ergebnisse zu beachten; es könnte sowohl super als auch katastrophal ausgehen, anders als Situationen wie die eben genannte. Hier lässt sich denke ich sagen, egal was passiert, man kann es als Bereicherung sehen. Selbst wenn es schrecklich, peinlich, etc wird, hat man eine Erfahrung gesammelt, die man sonst verpasst hätte. Auf manche Erfahrungen möchte man gerne verzichten, aber im Endeffekt lerne ich dadurch vermutlich, wie man besser mit schlechten Situationen dieser Art umgeht, oder sie gar zum Guten wendet. Wie Deviltoon bereits sagte, man wächst daran. Wie wichtig einem das eigene Wachstum ist, und wieviel man dafür bereit ist zu arbeiten, ist eines jeden eigene Sache. Ich persönlich denke, dass es für mich das beste ist, öfter aus meiner Komfortzone zu treten. Für die Zufriedenheit mit mir sebst, die ich erlebe, wenn ich realisiere, dass ich Fortschritte gemacht habe, ist es das Wert.

Um mal ein Beispiel zu nennen, das eigentlich ziemlich klein und unbedeutend ist, mich aber zum Thema Komfortzone zum Nachdenken angeregt hat;
Ein schüchtern und zurückgezogen wirkendes Mädchen setzt sich alleine in den hinteren Teil des Raumes. Ich sitze mit anderen Leuten weiter vorne, und überlege, sie zu uns einzuladen, traue mich allerdings nicht, aktiv zu ihr zu gehen und sie zu fragen. Deswegen animiere ich die Person, die neben mir sitzt, dazu. Im Gegensatz zu mir hatte diese kein Problem damit, und letztlich gesellt das schüchterne Mädchen sich deutlich erfreut zu uns. Was, wenn die Person neben mir es genau wie ich aus irgeneinem Grund nicht hätte tun wollen? Wir hätten die Chance verpasst, einfach mal nett jemanden einzubinden, nur weil wir nicht aus unserer Komfortzone rauswollten. Das schlimmste, was hätte passieren können, wäre ein "nein, danke". Als ob man das nicht verkraften könnte, frage ich mich im Nachhinein.

Nun mag es so wirken, als würde ich ständig abenteuerlustig meine Komfortzone verlassen. Natürlich ist das nicht so, es ist eher das, woran ich arbeiten möchte. Dinge wie dieses eine Mädchen ansprechen sind kleine Schritte, die ich in letzter Zeit schon eher tue als früher. Mich ohne Begleitung in unbekanntes Territorium stürzen ist was für die Zukunft, in der eine weniger hypokritische Version meiner selbst lebt, haha


All hail Pudding.
アル ハイル プリン

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Die Komfortzone: Freund oder Feind? 1 Woche 6 Tage her #827908

Fast alles, was normalen Menschen in meinem Alter Spaß macht, liegt außerhalb meiner Komfortzone.
Ich habe das Gefühl, dass ich Menschen, die in der Stadt wohnen und den ganzen Tag feiern, nichts zu bieten habe. Solche Leute haben einfach so viel mehr Erfahrung als ich.
Auch hätte ich große Angst davor, eine Frau anzusprechen.

Die Komfortzone: Freund oder Feind? 1 Woche 3 Tage her #828041

Deviltoon schrieb:
Welche Situationen oder Gegebenheiten befinden sich außerhalb eurer Komfortzone und wie oft verlasst ihr diese?
Ich spreche sehr ungerne über mir unbekannte Thematiken mit unbekannten Menschen, weil ich es nicht gerne haben kann in einer Hinsicht "ahnungslos" zu sein. So ist es mir auch unangenehm Dinge zuzugeben, die ich falsch gemacht habe bzw. wenn mir offensichtliche Dinge misslingen.
Zum Beispiel habe ich heute vergessen mein Ölstand zu überprüfen und natürlich hat es mir die Ölpumpe zerstört, ich brauchte Ewigkeiten bis ich den Mut gefasst habe nun endlich zur Werkstatt nebenan zu gehen und denen zu beichten, wie fahrlässig ich eigentlich gehandelt habe. Auch war es mir sehr unangenehm dies meinem Vater zu berichten, da der das wissen musste.
Ebenfalls ist telefonieren so ein Problem, meistens gehe ich fünf Minuten im Vorfeld das Gespräch 1:1 durch, was genau ich sagen möchte, bis ich mir sicher bin, wie es laufen soll und dann rufe ich erst an.
Deviltoon schrieb:
Habt ihr schon besonders negative/positive Erfahrungen gemacht, sobald ihr eure Bequemlichkeit einmal abgelegt habt?
Mit der heutigen Situation habe ich eigentlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn man offen damit umgeht und wirklich ehrlich schildert, was geschehen ist und wie man sich fühlt, dann kommt man denke ich an vernünftige Menschen. Mir wurde sehr gut geholfen und irgendwie war Verständnis und kompetente Beratung da. Im Endeffekt macht man sich den ganzen Stress selbst, indem man über die ganzen "what if? possibilities" nachdenkt, statt es einfach zu machen. Natürlich gibt es auch negative Erfahrungen, zum Beispiel stotter ich sehr viel vor mich hin, wenn ich in unangenehmen Situationen bin, da in meinem Kopf sowieso ständig ein extremes Chaos herrscht und ich beim Sprechen extreme Probleme damit habe meine Gedanken so zu sortieren, dass ich ganze und vernünftige Sätze bilde, wenn da jedoch Unwissen und Unsicherheit dazu kommt, stottere ich unverständliche Wortgebilde vor mich hin. Das ist dann natürlich sehr unangenehm.
Deviltoon schrieb:
Sollten wir uns vielleicht alle ein bisschen öfter in neue Situationen begeben?
Auf jeden Fall. Immerhin lernt man aus diesen Situationen. Liefen sie schlecht, kann man im Anschluss die Situation reflektieren. Lag es an der anderen Person, dann ist es so. Trotzdem kann man aus jeder positiven und negativen Situation etwas lernen und im Endeffekt hat man an Erfahrungen gewonnen, die man anschließend nutzen kann. Je öfters man etwas tut, desto sicherer wird man darin. Deshalb sollte man sich ruhig in unangenehme Situationen begeben, sich Dinge zutrauen und anschließend daraus lernen. Auch, wenn es sehr schwierig ist. Ich traue mich auch häufig nicht in bestimmte Situationen, aber im Endeffekt hat man nichts zu verlieren. Entweder klappt es nicht und man hat anschließend mehr Informationen als vorher oder es funktioniert und man ist einen Schritt weiter. Eigentlich super simpel - Kopf aus und durch. Something like that.
miyaza schrieb:
Meine Ekel vor Spinnen beeinflussen nicht meinen Alltag, es ist nichts, womit ich häufig konfrontiert werde. Bei solchen Dingen würde ich sagen, dass man es auch einfach lassen kann; man profitiert nicht großartig von der Erfahrung oder dem Ergebnis.
Ich verstehe deinen Ansatz als Arachnophobiker sehr. Mittlerweile kann ich die "dünnen Spinnen die in Ecken sitzen" und stecknadelgroße Spinnen dulden bzw. wegsaugen, aber wenn mir eine dicke/große Spinne über den Weg läuft endet es auch mal eben in einer Panikattacke. Je nach Größe kann ich sie auch wegsaugen, aber ab einer bestimmten Große geht es nicht mehr. So endet es auch mal darin, dass ich einige Tage nicht mehr in meinem Zimmer schlafe, wenn mir eine Spinne entwischt oder ich seit einem Monat meinen Kleiderschrank nicht mehr einräume, weil dort eine Spinne hineingekrabbelt ist. Oder dass ich zehn Minuten brauche, um den Mut zu fassen, unsere Garage zu betreten um mein Fahrrad aus dieser zu holen oder ins Auto zu steigen. Mein Alltag wird schon sehr von Spinnen, sofern diese gerade in der Umgebung sind, beeinträchtigt und es kostet immer wieder Überwindung jetzt an einer Spinne vorbeizugehen, sie wegzusaugen oder einfach auszublenden.
Jedoch musste ich mich auf der Arbeit schon sehr intensiv mit Spinnen auseinandersetzen und meine Angst unterdrücken, denn als Erzieher ist es kontraproduktiv, wenn man Angst äußert. Dann setzt man sich mal eben vor Spinnen und führt die Kinder an die Lebewesen, muss durch Lupengläser schauen, nachdem Kinder Spinnen eingesammelt haben oder eine schwarze, sehr große Spinne krabbelt gerade unter das Kinderfahrzeug, das du aus dem spinnenverseuchten Schuppen holen möchtest. Ich denke dass mich die Arbeit schon etwas aus meiner "Phobikerzone" geholt hat, aber das auch nur zu einem gewissen Grad. Dazu kommt, dass man Phobien eigentlich nur therapieren kann, aber das ist eine andere Geschichte. Aber in der Hinsicht habe ich meine Komfortzone sehr oft verlassen müssen.
rabbitcat schrieb:
Fast alles, was normalen Menschen in meinem Alter Spaß macht, liegt außerhalb meiner Komfortzone.
Ich habe das Gefühl, dass ich Menschen, die in der Stadt wohnen und den ganzen Tag feiern, nichts zu bieten habe. Solche Leute haben einfach so viel mehr Erfahrung als ich.
Auch hätte ich große Angst davor, eine Frau anzusprechen.
Ich finde es immer schwierig, wenn man "normal" als Maßstab nimmt, denn Normal existiert in meinen Augen nicht. Das, was für den einen Menschen normal ist, ist es wiederum für den anderen nicht. Nicht jeder feiert gerne, ist extrovertiert oder schließt sich dem Strom an, das heißt nicht, dass man nicht "normal" ist. Es gibt zwar eine gesellschaftliche Richtung, aber nur weil man ihr nicht in einzelnen Aspekten folgt, ist man nicht gleich "nicht normal". Weiterhin ist Erfahrung so eine Sache. Du wirst in deinen Spezialgebieten und Interessensgebieten mehr Erfahrung und Wissen haben, als andere Menschen.
Bezüglich der Angst Frauen anzusprechen, das wird etwas sein, an das du dich denke ich rankämpfen musst. Zum Glück sind wir Menschen und können so etwas lernen, sei es durch offenes reden, dem Sprechen mit älteren Frauen, um zu üben oder dem "vom Schreiben in den Kontakt" gehen, es gibt eine menge Wege, aber man muss sie nun mal gehen. Und je öfters man es macht, desto einfacher wird es.
“I still don't know what it really means to grow up. However, if I happen to meet you, one day in the future, by then, I want to become someone you can be proud to know.”
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Die Komfortzone: Freund oder Feind? 1 Stunde 42 Minuten her #828549

Fish. schrieb:
Ich finde es immer schwierig, wenn man "normal" als Maßstab nimmt, denn Normal existiert in meinen Augen nicht. Das, was für den einen Menschen normal ist, ist es wiederum für den anderen nicht. Nicht jeder feiert gerne, ist extrovertiert oder schließt sich dem Strom an, das heißt nicht, dass man nicht "normal" ist.
In jedem Fall ist es genau dieser Strom, in dem ich gerne mitschwimmen würde.^^
Ich muss gerade anmerken, dass es mich immer wieder sehr fasziniert, wenn ich auf Menschen treffe, die das komplette Gegenteil von mir sind.
Während ich morgens zur Arbeit fahre und dann teilweise in meiner Freizeit noch weiterarbeite, haben diese Menschen eine ganz andere Lebensweise. Einen Beruf haben die meisten zum Beispiel gar nicht. Viel mehr wird der Beruf als notwendiges Übel angesehen, um Geld zu verdienen, weswegen sie dann doch ab und zu mal eine Bewerbung schreiben. Was den Alltag dieser Menschen bestimmt, scheinen wirklich die sozialen Kontakte zu sein. Es ist rund um die Uhr jemand zu Besuch und die meisten sind wahrscheinlich schon mit 18 von zu hause ausgezogen.
Interessanterweise sind solche Menschen ähnlich wie ich nicht in sozialen Netzwerken vertreten. Nicht weil sie zu wenige soziale Kontakte haben, sondern weil sie so viele haben, dass dazu keine Zeit mehr ist.^^
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