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THEMA: Frauen haben es einfacher

Frauen haben es einfacher 1 Woche 2 Tage her #808335

Als ich gerade etwas durch das Forum gestöbert habe, habe ich die Aussage gelsen, dass Frauen es einfacher im Leben haben. Nun wollte ich einfach mal Fragen, was andere so darüber denken.
Inwiefern haben es Frauen leichter, bzw. Männer schwerer?
Was sind die Gründe dafür aus eurer Sicht?
Kann es jemals zu einer kompletten Gleichstellung zwischen Mann und Frau geben?

Ich weiß, dass das eher eine Grundsatz Diskussion ist, aber ich würde gerne einmal eure Meinung dazu hören.
Und am Besten gehen wir alle freundlich miteinander um, da ich mir vorstellen kann, dass das Thema sehr hitzig werden könnte.
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Frauen haben es einfacher 1 Woche 2 Tage her #808340

Als ich gerade etwas durch das Forum gestöbert habe, habe ich die Aussage gelsen, dass Frauen es einfacher im Leben haben. Nun wollte ich einfach mal Fragen, was andere so darüber denken.
mMn ist diese Aussage kompletter Schwachsinn, obwohl ich natürlich hoffe, dass es das andere Geschlecht anders bzw. nicht ganz so dramatisch sieht.
Inwiefern haben es Frauen leichter, bzw. Männer schwerer?
Eine ausgezeichnete Frage... Ich sehe es in einigen elementaren Dingen ziemlich anders, obwohl das Geschlecht eigentlich nicht über die "Schwere" eines Lebens entscheiden sollte.

-Männer verdienen im Schnitt mehr
-gesellschaftliche Rollenbilder sind weniger einschränkend
-Physische "Überlegenheit"
-man(n) muss keine Angst haben nachts draußen alleine rumzulaufen
-man(n) kann nicht schwanger werden

Trotzdem glaube ich, dass Männer und Frauen bei dem aus meiner Sicht wichtigsten Merkmal, dem Verstand dasselbe Potential zur Entfaltung besitzen.
Was sind die Gründe dafür aus eurer Sicht?
Ich glaube subjektiv findet man immer genügend Gründe, sein eigenes Geschlecht im Vor- bzw. Nachteil zu sehen. Wird man beispielsweise von einer Frau abserviert, ist es ziemlich einfach zu sagen/ denken, dass Frauen viel einfacher jemanden bekommen würden...
Manches mag historisch/kulturell bedingt sein, anderes liegt wahrscheinlich wiederum daran, dass wir körperlich unterschiedlich beschaffen sind.
Kann es jemals zu einer kompletten Gleichstellung zwischen Mann und Frau geben?
Ich denke nicht, dass dies jemals der Fall sein wird oder gar erstrebenswert wäre, aber eine rechtliche Gleichstellung, wie sie mehr oder weniger im GG verankert ist, wäre mMn umso wichtiger. In den letzten 50/60 Jahren hat sich da auch einiges getan, wenn man bedenkt, dass Frauen nichtmal ein Bankkonto eröffnen , geschweige arbeiten konnten, ohne vorher die Einverständniserklärung ihres Mannes einzuholen.
Frauenquoten, etc.sind mMn aber auch vollkommer Quatsch...
"Ein Leser, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, der an guten Romanen kein Vergnügen hat, muss unerträglich dumm sein."
Letzte Änderung: 1 Woche 1 Tag her von DaviDwithD.
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Frauen haben es einfacher 1 Woche 2 Tage her #808345

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Innocent_Pierce schrieb:
Ich weiß, dass das eher eine Grundsatz Diskussion ist, aber ich würde gerne einmal eure Meinung dazu hören.
Und am Besten gehen wir alle freundlich miteinander um, da ich mir vorstellen kann, dass das Thema sehr hitzig werden könnte.

Also wenn das Thema hier "hitzig" und "unfreundlich" wird, dann waren meine Erwartungen an die Menschheit da draußen zu hoch.
Klar, wird es immer Unterschiede geben. Aber manche Sachen kann man nicht ändern. Die sind so vorgegeben. Und davon, gibt es auf beiden Seiten Vor- und Nachteile.

Hab schon so oft mitbekommen das Diskutiert wurde, wie toll es die haben und wie toll die (meistens schwärmen die Menschen immer vom anderen Geschlecht, da sie ihre eigenen Vorteile nicht wertschätzen) ohne auch nur ein bisschen darüber nachzudenken, was Ihre Vorteile im Leben sind. Ja. Es haben beide Seiten Vorteile. Wäre Leben nicht viel schöner, wenn man positiv denkt? Seine Vorteile zu sehen, als Nachteile zu suchen?

Für mich persönlich ist es ausgeglichen, und ich kann euch wirklich nur empfehlen mehr über eure Vorteile nachzudenken, als Sachen die man sowieso nicht bekommen kann nachzuheulen. :)

Frauen haben es einfacher 1 Woche 2 Tage her #808385

DaviDwithD Schrieb:
-Männer verdienen im Schnitt mehr
-gesellschaftliche Rollenbilder sind weniger einschränkend
-Physische "Überlegenheit"
-man(n) muss keine Angst haben nachts draußen alleine rumzulaufen
-man(n) kann nicht schwanger werden
Ich würde auch eher sagen, dass es meistens eher so gesehen wird, dass Männer es besser haben, ich meine was körperliche Voraussetzungen betrifft, da kann man nichts machen, das ist nun mal so, aber zum Beispiel das Gehalt könnte doch eigentlich gleich sein, also unabhängig vom Geschlecht.

Allerdings erinnere ich mich, dass wir im Unterricht mal die Maxime von Klaus Hurrelmann (Soziologe, Pädagoge) hatten und die zehnte Maxime besagt, dass das Geschlecht die Muster der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben prägt. Mädchen sollen dabei wohl besser abschneiden, weil
- bessere Schul- und Ausbildungsabschlüsse (seltener Abbruch)
- gutes Verhältnis zu Eltern und früherer Auszug
- flexibles, kreatives Freizeitverhalten
- weniger TV- und PC- Konsum
- toleranter, mehr soziales Engagement
Somit hätten sie bessere Ausgangschancen als Jungen.
Zumindest sagt das diese Maxime aus, überall zutreffen wird das wohl nicht. Vielleicht war so was gemeint, als gesagt wurde, das Frauen es leichter hätten als Männer. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das stimmt und würde trotz des Inhalts dieser Maxime sagen, dass Frauen es nicht unbedingt leichter haben, vielleicht bei manchen Dingen, dafür haben Männer es dann bei anderen einfacher.
Letzte Änderung: 1 Woche 2 Tage her von Fairy18.
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Frauen haben es einfacher 1 Woche 1 Tag her #808410

Fairy18 schrieb:
- bessere Schul- und Ausbildungsabschlüsse (seltener Abbruch)
- gutes Verhältnis zu Eltern und früherer Auszug
- flexibles, kreatives Freizeitverhalten
- weniger TV- und PC- Konsum
- toleranter, mehr soziales Engagement
Somit hätten sie bessere Ausgangschancen als Jungen.
Diese Maxime kann man auch sehr negativ sehen, beispielsweise schneiden Frauen demnach in der Schule/ Ausbildung besser ab, leisten evtl. mehr, verdienen unterm Strich aber freiwillig oder unfreiwillig trotzdem weniger. Gleichzeitig würde ich meinen Punkt (gesellschaftliche Rollenbilder sind weniger einschränkend) anführen wollen. Schriebe die Gesellschaft harmonische Beziehungen oder die Schönen Künste vor, wären Frauen in ihrer Freizeit-/ Lebensgestaltung eingeschränkter als Männer, auf die natürlich auch (mMn aber nicht so krass) Stereotypen einwirken. Ganz davon zu schweigen, dass die Selbstständigkeit (Wie beispielsweise durch den Auszug) zusätzlich dadurch eingeschränkt wird, dass sich manche Frauen draußen nicht zu jeder Tageszeit sicher fühlen können.
aber zum Beispiel das Gehalt könnte doch eigentlich gleich sein, also unabhängig vom Geschlecht.
Da hast du Recht, aber leider sieht's in dieser Welt anders aus, obwohl es uns hier in Europa noch verhältnismäßig gut geht. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Situation in Zukunft noch weiter bessern wird.
ich [...] würde [...] sagen, dass Frauen es nicht unbedingt leichter haben, vielleicht bei manchen Dingen, dafür haben Männer es dann bei anderen einfacher.
So sehe ich es auch, Unterschiede sind auch grundsätzlich nichts Schlechtes, nur wenn sie aufgrund eines äußeren/gesellschaftlichen Zwanges entstehen, weshalb mir die Gleichberechtigung, die Chancengleichheit, etc. so wichtig ist.
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Frauen haben es einfacher 1 Woche 1 Tag her #808436

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So pauschal würde ich sagen, dass das eher schwierig zu beantworten ist. Wie bereits gesagt wurde hat jedes Geschlecht seine Vor. und Nachteile, allerdings muss man wohl ganz klar sagen, dass wir zumindest in Sachen Gleichberechtigung noch nicht dort angekommen sind, wo wir eigentlich sein sollten. Das spiegelt sich in Gehältern, aber auch im gesellschaftlichen Umgang mit Frauen wieder. Beispielsweise kann man sich wohl darauf verlassen, dass eine Frau als <hier beliebiges Wort für Prostituierte> abgestempelt wird, sobald sie mit mehren Männern schläft.
Das kommt lustigerweise nicht nur von Männern, sondern oft auch von Frauen - die sich dadurch selbst stigmatisieren und sich ein etwas fragwürdiges Frauenbild aufbürden. Umgekehrt würde wohl niemand schlecht von einem Mann denken, bloß weil er eine beliebige Anzahl an Sexualpartnerinnen hatte. In meinen Augen würde Gleichstellung hier schon anfangen: ich denke aufgrund einer Tätigkeit, die nicht das altherkömmliche Bild einer Geschlechterrolle entspricht, nicht schlecht von ihr/ihm.

Und hier kommen wir schon zum Punkt: Geschlechterrollen. Letzten Endes erwartet die Gesellschaft von uns, dass wir diese einnehmen. Der Mann muss beispielsweise immer der starke, emotionslose Klotz sein, der die Hosen anhat und das Geld nach Hause bringt. In meinen Augen weichen diese Rollen zum Glück immer mehr auf, da der Wandel in unserer Gesellschaft das auch erlaubt. Andere - sei es nun religiös geprägte oder auch arme - Länder können diesen Luxus nicht für sich beanspruchen. Hier könnte man sich vielleicht noch die Frage stellen, ob Gleichstellung und Veränderung der Rollen etwas damit zu tun hat, wie religiös oder arm ein Land ist. Ersteres ist wohl leicht zu beantworten, letzteres in meinen Augen nicht unbedingt. ^^

Insgesamt betrachtet haben es in meinen Augen sowohl Männer als auch Frauen in ihren vorgegebenen Geschlechterrollen nicht einfach, dennoch kann man wohl behaupten, dass wir uns auf einen ganz guten Weg befinden, sowohl Mann als auch Frau gleichzustellen. Ich denke, an beiden Rollen muss sich etwas verändern, damit es für beide Parteien etwas leichter wird, weshalb ich final nicht unbedingt sagen kann, dass es Frauen im Leben einfacher hätten.
Für mich persönlich wäre es erstrebenswert, wenn es diese Rollen schlichtweg nicht mehr gibt und die Frage, was ein Mann oder eine Frau tun darf, nicht mehr gestellt wird. Das ist aber wohl Utopie.

Innocent_Piece schrieb:
Kann es jemals zu einer kompletten Gleichstellung zwischen Mann und Frau geben?
Um diese Frage noch kurz aufzugreifen: teilweise wird es das sicherlich geben, allerdings stellt sich mir hier die Frage, was unter kompletter Gleichstellung zu verstehen ist. In meinen Augen sind wir da wohl schon durchaus nah dran, weshalb ich es nicht für unmöglich halte, dass Frau und Mann irgendwann als "gleichwertig" betrachtet werden.

DaviD schrieb:
Ich denke nicht, dass dies jemals der Fall sein wird oder gar erstrebenswert wäre, aber eine rechtliche Gleichstellung, wie sie mehr oder weniger im GG verankert ist, wäre mMn umso wichtiger.
Interessehalber möchte ich hier einfach mal nachhacken: wieso genau empfindest du das nicht als erstrebenswert bzw. was genau würdest du persönlich als komplette Gleichstellung verstehen? ^^

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Frauen haben es einfacher 1 Woche 1 Tag her #808449

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Gutes Thema zum Diskutieren. Hoffentlich entwickelt sich hier auch eine entsprechende Diskussion mit dem nötigen gebührenden Respekt :) Ich springe einfach mal mit der ersten Frage mit in die Runde.
Innocent_Pierce schrieb:
Inwiefern haben es Frauen leichter, bzw. Männer schwerer?
In meinen Augen haben es Frauen in juristischer Hinsicht leichter bei uns in Deutschland. So gab es einen Fall in Augsburg, wo ein Pärchen (sie war 19, er war 18) gemeinsam betrunken beim Sex in einer Therme erwischt wurden und wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verurteilt wurden. Während er eine Strafe von 2 Wochen Dauerarrest bekam, erhielt sie „nur“ einen Wochenendarrest und 32 Stunden Hilfsdienst. Beide hatten also das selbe begangen, da sie es ja zusammen durchgeführt haben und beide waren auch jugendlich. Trotzdem bekam der Mann die höhere Strafe ausgesprochen. (Quelle) Wobei hier auch noch eventuelle Vorstrafen mit reinspielen könnten. Ich kenne die Urteilsbegründung nicht, da im Artikel kein Aktenzeichen oder ähnliches gegeben war.
Vor allem aber im Familienrecht steht die Frau oft deutlich besser da. Mal ein extremes Beispiel: Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt hat, darf die Frau ohne Beratungstermin bis zur 12. Woche z.T. kostenlos abtreiben gem. §218a Abs.3 StGB. (hier auch die Quelle). Dies ist auch absolut richtig und wichtig. In der umgekehrten Situation, wenn eine Frau einen Mann vergewaltigt und schwanger wird, hat der Mann logischerweise keine Möglichkeit zur Abtreibung, da er nicht schwanger ist. Er kann auch nicht eine solche von der Frau verlangen. Allerdings muss er als Opfer einer Vergewaltigung trotzdem den Unterhalt für das durch die Tat gezeugte Kind tragen und kann sich auch nicht davon lossagen, weil er vergewaltigt wurde (was schwedische Politiker mal als männliche Abtreibung gefordert haben) (Quelle) Wobei hier sogar das Wort Vergewaltigung im deutschen Recht nicht zutrifft, da nach §177 Abs. 6 Nr. 1 StGB eine Vergewaltigung per Legaldefiniton eine solche ist insbesondere „wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind.“ Die Frau dringt aber, dabei eher nicht in den Mann ein, sondern lässt den Mann, gegen seinen Willen. in sie eindringen. Rechtlich gesehen, wird ein Mann dabei nicht vergewaltigt, so lange nicht sie nicht noch weitere Dinge anstellt.
Auch beim Thema Sorgerecht wird in 2 von 3 Fällen eher der Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen als den Vätern (Quelle)
Zum Thema Gehalt:
Fairy18 schrieb:
zum Beispiel das Gehalt könnte doch eigentlich gleich sein, also unabhängig vom Geschlecht.
Deviltoon schrieb:
Das spiegelt sich in Gehältern[...] wieder
Dazu zitiere ich mich mal einfach aus diesem Thread
Mungu schrieb:
Innocent_Pierce schrieb:
:
Ist es also gerecht, dass Frauen teilweise weniger verdienen als Männer, da sie leistungsschwächer (während der Menstruation) sind als Männer?
Dieser Unterschied ist vor allem ein Problem in Westdeutschland. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR beträgt der unbereinigte Gender Pay Gap gerade mal ~7% (Quelle). Würde man diesen Wert noch bereinigen und folglich auf den bereinigten Gender Pay Gap herunterrechnen, (Vergleich gesamtes Bundesgebiet von 22% auf 6% in 2014 = 27,2727% Rest als bereinigter Gap) kommt man für Ostdeutschland auf einen bereinigten Gender Pay Gap von 1,9090%. Diesen Unterschiedsbetrag kann man durchaus mit den „Verdienstverlust“ erklären durch das schlichte Risiko einer Schwangerschaft und den für den Unternehmer damit verbundenen Kosten aufgrund des Mehraufwandes durch das Mutterschutzgesetz (was sicher gut ist, aber eben auch unbestreitbar gewisse Kosten verursacht, z.B. für die Ersatzkraft während der Schwangerschaft, während weiter Lohn gezahlt werden muss)
Gesundheitlich haben Männer bedingt durch das Testosteron ein schwächeres Immunsystem als Frauen seit neusten Erkenntnissen (Quelle) Im Gegenzug bedeutet das aber wiederum gleichwohl, dass Frauen durch das aktivere Immunsystem eine erhöhte Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen haben.
Die Schwangerschaft ist eine Funktion, die nur Frauen bekommen können, während Männer die Erzeuger sind. (Intersexualität mal hier rausgenommen. Hier geht’s ja um die Unterschiede zwischen Mann und Frau). Dies hat, wie so vieles, Vor- und Nachteile. Durch die Schwangerschaft fallen Frauen wirtschaftlich erstmal aus, sorgen aber gleichzeitig für den wichtigen Nachwuchs. Stichwort Rente und Beitragszahlungen und neue Arbeiter/Arbeitgeber in Zukunft für die Wirtschaft.
Ein vielleicht greifbarerer Unterschied ist der Sportunterricht an den Schulen. Hier müssen Jungs für die gleiche Note eine bessere Leistung erbringen. Es wird einfach so von ihnen erwartet. So war bei mir die Note 4 im Hochsprung bereits die Note 1 bei den Damen.
Deviltoon schrieb:
Das spiegelt sich […] aber auch im gesellschaftlichen Umgang mit Frauen wieder. Beispielsweise kann man sich wohl darauf verlassen, dass eine Frau als <hier beliebiges Wort für Prostituierte> abgestempelt wird, sobald sie mit mehren Männern schläft.
Das kommt lustigerweise nicht nur von Männern, sondern oft auch von Frauen - die sich dadurch selbst stigmatisieren und sich ein etwas fragwürdiges Frauenbild aufbürden. Umgekehrt würde wohl niemand schlecht von einem Mann denken, bloß weil er eine beliebige Anzahl an Sexualpartnerinnen hatte
Leider wird sowas aber auch in den Medien genauso vorgelebt. Oft genug hört man dazu das dumme Schlüssel/Schloss Argument, was absolut hirnrissig ist. Ähnlich verhält es sich aber auch mit Makeup. Da machen sich die Damen oft eher gegenseitig fertig, als dass Kritik von den Männern kommt nach meinen Erlebnissen.
Innocent_Pierce schrieb:
Was sind die Gründe dafür aus eurer Sicht?
Vieles ist denke ich einfach historisch gewachsen. Bei den Sorgerecht z.B. übernimmt nun mal im alten Weltbild in erster Linie die Frau die Erziehung. Diese Rollenbilder sind noch weit verbreitet und könnten ein Grund sein, warum Richter so entscheiden. Tatsächlich sind aber auch die meisten Alleinerziehenden Frauen, da sie vermutlich in der Schwangerschaft auch eine größere Bindung zum Kind aufbauen können als ein Mann. Das führt wiederum zu einer weiteren Ursache: die Biologie. Es gibt einfach schon daher Unterschiede zwischen Mann und Frau. So ist der durchschnittliche Mann kräftiger als die durchschnittliche Frau und damit eher für körperliche Arbeiten gebaut. Vom Mann wird aber auch mehr körperliche Ergebnisse erwartet. Die Frau soll dafür aber "gut aussehen" und das wird auch von ihr erwartet, dass sie hier deutlich mehr Aufwand in ihr Äußeres steckt als ein Mann.
Innocent_Pierce schrieb:
Kann es jemals zu einer kompletten Gleichstellung zwischen Mann und Frau geben?
Ich denke, dass es in Deutschland heutzutage schon eine sehr gerechte Stellung von Mann und Frau gibt, wenn man das mit anderen Ländern vergleicht.
Deviltoon schrieb:
Interessehalber möchte ich hier einfach mal nachhacken: wieso genau empfindest du das nicht als erstrebenswert bzw. was genau würdest du persönlich als komplette Gleichstellung verstehen? ^^
Ich bin zwar nicht er, aber ich habe eine ähnliche Ansicht, weshalb ich das mal aufgreifen will. Völlige Gleichheit wird es nie geben. Dann müsste man z.B. auch die nötigen Mutterschutzgesetze auf die Männer übertragen, die aber ja nicht schwanger werden können und man müsste beispielsweise die Sportnotengrenzen angleichen, wo man sich dann auch wieder fragen kann, ob das gerecht ist. Gleichheit ist nicht unbedingt Gerechtigkeit, was aber auch ein ziemlich philosophisches Thema ist. Für mich ist Gleichheit zwischen Mann und Frau nun mal wörtlich mit „gleich“ zu nehmen. Das ist meines Erachtens nicht erstrebenswert.
Auch solche Hilfsmittel wie die Frauenquote halte ich persönlich für ziemlichen Quatsch, aber dazu gibt’s ja auch bereits ein Thema hier auf Proxer und das muss ich daher hier nicht nochmal wiederholen. Da es wie eben erwähnt eine völlige Gleichstellung nie geben kann, bin ich auch der Meinung, dass es sie logischerweise nicht geben muss. Man kann ja nichts Unmögliches erzwingen. Gerade die Unterschiede machen den Menschen doch auch irgendwo besonders. Wenn alle Menschen exakt gleich wären, wie Klone, wäre die Welt doch ziemlich öde.

Ich habe versucht, das meiste von meinen Standpunkten nach meinen Kenntnissen bestmöglich zu belegen und hoffe auf eine weitere spannende Fortführung der Unterhaltung ^.^
Nun hat unser Issei zugegeben, was seine sexuellen Vorlieben sind:
Letzte Änderung: 1 Woche 15 Stunden her von Mungu.
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Frauen haben es einfacher 1 Woche 16 Stunden her #808477

Ich kann mich, vor allem beim Gender Pay Gap (das Wort allein schon führt bei mir zu Magenschmerzen, da meist direkt die 16?% aufgeführt werden, die Beruf usw. völlig ignorieren), den Ausführungen von Mungu anschließen, möchte aber noch ein wenig was dazubrabbeln:

Ich finde es gut, dass weiterhin für die Rechte der Frauen eingestanden wird (als Maschinenbauer merke ich häufiger im Beruf, dass die Damen bei uns nicht immer ernst genommen werden, obwohl sie die exakt gleiche fachliche Kompetenz haben), jedoch wird manchmal damit völlig übertrieben!
Dies sieht man an der Herabsetzung der Aufnahmebedingungen für Frauen in der Bundeswehr. Diese Bedingungen wurden ja nicht dafür gemacht, um den faktisch schwächeren Körper der Frau zu diskriminieren, sondern weil eben im Einsatz (durch Marschgepäck, Waffeneinsatz usw.) eine gewisse Notwendigkeit an Kraft/Ausdauer besteht. Somit könnte im Kriegsfall vielleicht deswegen eine Frau zu Schaden kommen, weil sie eben nicht der Beanspruchung gerecht wird.
Daher: Es wird wohl immer Bereiche geben, in dem das jeweils andere Geschlecht es vielleicht einfacher hat, jedoch sollte man deswegen nicht hirnrissig irgendwelche Anpassungen machen, um einen Ausgleich zu schaffen, der im Endeffekt dem Geschlecht mehr schadet als alles andere.

Frauen haben es einfacher 1 Woche 16 Stunden her #808479

DaviDwithD schrieb:
Fairy18 schrieb:
- bessere Schul- und Ausbildungsabschlüsse (seltener Abbruch)
- gutes Verhältnis zu Eltern und früherer Auszug
- flexibles, kreatives Freizeitverhalten
- weniger TV- und PC- Konsum
- toleranter, mehr soziales Engagement
Somit hätten sie bessere Ausgangschancen als Jungen.
Diese Maxime kann man auch sehr negativ sehen, beispielsweise schneiden Frauen demnach in der Schule/ Ausbildung besser ab, leisten evtl. mehr, verdienen unterm Strich aber freiwillig oder unfreiwillig trotzdem weniger. Gleichzeitig würde ich meinen Punkt (gesellschaftliche Rollenbilder sind weniger einschränkend) anführen wollen. Schriebe die Gesellschaft harmonische Beziehungen oder die Schönen Künste vor, wären Frauen in ihrer Freizeit-/ Lebensgestaltung eingeschränkter als Männer, auf die natürlich auch (mMn aber nicht so krass) Stereotypen einwirken. Ganz davon zu schweigen, dass die Selbstständigkeit (Wie beispielsweise durch den Auszug) zusätzlich dadurch eingeschränkt wird, dass sich manche Frauen draußen nicht zu jeder Tageszeit sicher fühlen können.
aber zum Beispiel das Gehalt könnte doch eigentlich gleich sein, also unabhängig vom Geschlecht.
Da hast du Recht, aber leider sieht's in dieser Welt anders aus, obwohl es uns hier in Europa noch verhältnismäßig gut geht. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Situation in Zukunft noch weiter bessern wird.
ich [...] würde [...] sagen, dass Frauen es nicht unbedingt leichter haben, vielleicht bei manchen Dingen, dafür haben Männer es dann bei anderen einfacher.
So sehe ich es auch, Unterschiede sind auch grundsätzlich nichts Schlechtes, nur wenn sie aufgrund eines äußeren/gesellschaftlichen Zwanges entstehen, weshalb mir die Gleichberechtigung, die Chancengleichheit, etc. so wichtig ist.

Frauen mit akademischer Ausbildung verdienen im Schnitt weniger, da stimmt, allerdings liegt ist das nicht unbedingt eine "Ungerechtigkeit" sondern hängt mit den Studienrichtungen zusammen.
Frauen studieren eher weniger technische Studienrichtungen, sondern eher Gesundheit/Pädagogik/Soziales, und diese Sparte verdient halt im Schnitt weitaus weniger als jemand mit technischen Fächern.
TehFaro schrieb:
Ich kann mich, vor allem beim Gender Pay Gap (das Wort allein schon führt bei mir zu Magenschmerzen, da meist direkt die 16?% aufgeführt werden, die Beruf usw. völlig ignorieren), den Ausführungen von Mungu anschließen, möchte aber noch ein wenig was dazubrabbeln:

Ich finde es gut, dass weiterhin für die Rechte der Frauen eingestanden wird (als Maschinenbauer merke ich häufiger im Beruf, dass die Damen bei uns nicht immer ernst genommen werden, obwohl sie die exakt gleiche fachliche Kompetenz haben), jedoch wird manchmal damit völlig übertrieben!
Dies sieht man an der Herabsetzung der Aufnahmebedingungen für Frauen in der Bundeswehr. Diese Bedingungen wurden ja nicht dafür gemacht, um den faktisch schwächeren Körper der Frau zu diskriminieren, sondern weil eben im Einsatz (durch Marschgepäck, Waffeneinsatz usw.) eine gewisse Notwendigkeit an Kraft/Ausdauer besteht. Somit könnte im Kriegsfall vielleicht deswegen eine Frau zu Schaden kommen, weil sie eben nicht der Beanspruchung gerecht wird.
Daher: Es wird wohl immer Bereiche geben, in dem das jeweils andere Geschlecht es vielleicht einfacher hat, jedoch sollte man deswegen nicht hirnrissig irgendwelche Anpassungen machen, um einen Ausgleich zu schaffen, der im Endeffekt dem Geschlecht mehr schadet als alles andere.
Bundeswehr bzw generell Militär ist ein gutes Thema.
Vorweg: Ja, es mag Frauen geben die körperlich leistungsfähiger als Männer sind, aber diese bestätigen eher die Regel.
Dazu ein nettes Interview:
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Es müssen schlicht die gleichen Voraussetzungen gelten wenn man von Kampfeinsätzen spricht. Da muss man sich einfach auf die Kameraden verlassen können was die Leistungsfähigkeit betrifft.
Letzte Änderung: 1 Woche 15 Stunden her von leoben11.

Frauen haben es einfacher 1 Woche 14 Stunden her #808481

"So pauschal würde ich sagen, dass das eher schwierig zu beantworten ist. Wie bereits gesagt wurde hat jedes Geschlecht seine Vor. und Nachteile, allerdings muss man wohl ganz klar sagen, dass wir zumindest in Sachen Gleichberechtigung noch nicht dort angekommen sind, wo wir eigentlich sein sollten. Das spiegelt sich in Gehältern, aber auch im gesellschaftlichen Umgang mit Frauen wieder. Beispielsweise kann man sich wohl darauf verlassen, dass eine Frau als <hier beliebiges Wort für Prostituierte> abgestempelt wird, sobald sie mit mehren Männern schläft.
Das kommt lustigerweise nicht nur von Männern, sondern oft auch von Frauen - die sich dadurch selbst stigmatisieren und sich ein etwas fragwürdiges Frauenbild aufbürden. Umgekehrt würde wohl niemand schlecht von einem Mann denken, bloß weil er eine beliebige Anzahl an Sexualpartnerinnen hatte. In meinen Augen würde Gleichstellung hier schon anfangen: ich denke aufgrund einer Tätigkeit, die nicht das altherkömmliche Bild einer Geschlechterrolle entspricht, nicht schlecht von ihr/ihm."


In der Hinsicht muss man einige Dinge berücksichtigen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft - wo hauptsächlich die Leistung zählt, ist ja klar. Das heißt, das Gehalt sollte auch in Höhe entsprechend der Leistung sein. Verdient eine Frau weniger, als der Mann, dann hat das auch teilweise damit zutun, das einige Männer auch mehr leisten können. Andersrum ist es aber so, dass viele Frauen mehr schaffen, aber weniger für Beförderungen oder Führungspositionen in betracht gezogen werden, weil einige Chefs doch ein wenig sexistischer sind, als sie eigentlich vorgeben.

Eine Frau wird als zum Beispiel "Luder" bezeichnet, wenn sie mit mehreren Männern verkehrt.
Das ist jedoch gesellschaftlich verankert(und zwar in fast jeder Gesellschaft, außer vllt. innerhalb von matriarchalischen Staatsformen, aber vermute ich nur). Kann man daran was ändern? Nein.

Eine Frau ist nicht grundlos bekannt als ein schönes Wesen. Für einige Männer ist es Ziel, mit diesen Frauen Sex zu haben. Bei einer Frau ist der Fokus nicht unbedingt beim Sex. Die Frau hat quasi die Wahl(ich möchte absolut nicht pauschalisieren, nur meine Meinung so in etwa wiedergeben). Daher wird eine Frau als zum Beispiel als Schlampe abgestempelt, wenn sie etwas mehr Spaß mit verschiedenen Männern hat. Mich persönlich hat das immer sehr gestört. Warum ist es denn verwerflich, wenn eine Frau weiß, was sie will? Es ist eigentlich vollkommen legitim - aber dieses Manko lässt sich aus unserer Welt nicht entfernen, denn es war wahrscheinlich schon seit Menschengedenken so.


I.N. *o-toohappy*
"...aber als Daumenregel gilt: je kleiner, desto kleiner."
*o-XD* *o-haha* *o-kihihi*
Letzte Änderung: 1 Woche 14 Stunden her von BigBoss.

Frauen haben es einfacher 1 Woche 14 Stunden her #808482

leoben11 schrieb:
Frauen mit akademischer Ausbildung verdienen im Schnitt weniger, da stimmt, allerdings liegt ist das nicht unbedingt eine "Ungerechtigkeit" sondern hängt mit den Studienrichtungen zusammen.
Frauen studieren eher weniger technische Studienrichtungen, sondern eher Gesundheit/Pädagogik/Soziales, und diese Sparte verdient halt im Schnitt weitaus weniger als jemand mit technischen Fächern.
Wenn es unterschiedliche Berufe sind, dann kann ja natürlich auch das Gehalt verschieden sein. Dann liegt es ja daran, für welchen Beruf man sich entscheidet. Aber es ist ja teilweise so, dass Männer mehr verdienen als Frauen, obwohl es komplett der gleiche Beruf ist. Es mag zwar Tätigkeiten geben, die Männer vielleicht tatsächlich besser ausführen können, wenn es zum Beispiel mit körperlicher Arbeit verbunden ist, da ist es ihnen dann vielleicht möglich mehr zu leisten, aber es gibt ja auch Berufe in denen das keine Rolle spielt, zum Beispiel Lektor oder so. Wieso verdienen Frauen weniger, wenn sie die gleiche Ausbildung oder das gleiche Studium hatten wie Männer? In solchen Berufen können im meinen Augen nämlich beide Geschlechter gleich viel leisten. Klar kann es sein, dass eine Frau mal schwanger wird und deswegen ausfällt, aber es will doch nicht jede Frau Kinder bekommen. Ich finde nur weil die Möglichkeit besteht, dass eine Frau schwanger werden kann und deswegen vielleicht ausfallen könnte, kann man nicht von vornerein sagen, dass sie weniger Gehalt bekommt. Denn es wird ja auch nicht jede Frau schwanger. Es gibt möglicherweise auch noch andere Gründe für Gehaltsunterschiede, aber mir ist der am bekanntesten und ich kann das irgendwie nicht richtig nachvollziehen.

Frauen haben es einfacher 1 Woche 13 Stunden her #808485

Deviltoon schrieb:
DaviD schrieb:
Ich denke nicht, dass dies jemals der Fall sein wird oder gar erstrebenswert wäre, aber eine rechtliche Gleichstellung, wie sie mehr oder weniger im GG verankert ist, wäre mMn umso wichtiger.
Interessehalber möchte ich hier einfach mal nachhacken: wieso genau empfindest du das nicht als erstrebenswert bzw. was genau würdest du persönlich als komplette Gleichstellung verstehen? ^^
Nun wie bereits geschrieben wäre mir die rechtliche Gleichstellung, also die Gleichberechtigung wichtig. Unter kompletter Gleichstellung verstehe ich, dass alle Unterschiede in jedem gesellschaftlichen Bereich gleich gestellt/ ausgemerzt werden, ob man das persönlich für sich will oder nicht oder überhaupt dazu geignet wäre, ist dabei unerheblich. Zugegeben Gleichheit ist der Traum der Sozialisten, ich zähle mich nicht zu ihnen. Gleichberechtigung garantiert aber leider nicht, dass beide Geschlechter dieselben Chancen hätten, ihre Rechte wahrzunehmen, wenn sie es den überhaupt wollten, deshalb ist Chancengleichheit das Ideal, welches ich unterstützen würde, sodass Vielfalt und Unterschiede erhalten bleiben.
Und hier kommen wir schon zum Punkt: Geschlechterrollen. Letzten Endes erwartet die Gesellschaft von uns, dass wir diese einnehmen. Der Mann muss beispielsweise immer der starke, emotionslose Klotz sein, der die Hosen anhat und das Geld nach Hause bringt. In meinen Augen weichen diese Rollen zum Glück immer mehr auf, da der Wandel in unserer Gesellschaft das auch erlaubt. Andere - sei es nun religiös geprägte oder auch arme - Länder können diesen Luxus nicht für sich beanspruchen. Hier könnte man sich vielleicht noch die Frage stellen, ob Gleichstellung und Veränderung der Rollen etwas damit zu tun hat, wie religiös oder arm ein Land ist. Ersteres ist wohl leicht zu beantworten, letzteres in meinen Augen nicht unbedingt. ^^
Ich halte beides für schwer zu beantworten... Bei Religionen kann es natürlich sein, dass wie im Mittelalter, Dogmen vorgeben, wie Menschen/ die einzelnen Geschlechter zu leben hätten, was mit Gleichberechtigung wenig zu tun hätte, gleichzeitig bietet sie mMn eine weitere Form der Emanzipation, sowohl im historischen Kontext (am Beispiel der Bibel) als auch bei diverse Hilfsaktionen, die i.d.R jedem ohne Frage nach Leistung und oder Herkunft zuteil werden sollte, obwohl sich diese erst wieder nach ein paar Jahrhunderten Mittelalter gebildet haben, und natürlich die Emanzipation/Freiheit vor bzw. durch Gott.
Was die armen Länder angeht, würde ich nicht sagen, dass die Gleichstellung der Frau ein Luxus wäre. Im marktwirschaftlichen System spielt nämlich eigentlich nur der Nutzen eine Rolle, Männer in Unternehmen zu bevorzugen, die eigentlich ungeeigneter wären, macht keinen Sinn. Frauen zu benachteiligen wäre eher ein Luxus. Die Unterschiede sind wiegesagt mMn physiologisch, historisch oder kulturell bedingt. Viel entscheidender ist mMn die Frage, wie industrialisiert ein Land ist, was ein Land noch nicht reich machen würde. Auch industrialisierte Nationen können "arm" sein. Geht im Zuge einer Industrialisierung die Kindersterblichkeit zurück, sodass Frauen theoretisch seltener schwanger werden müssten (Was sie natürlich nie müssen sollten), und wird Arbeit leichter, sodass Bildung eher in Anspruch genommen werden kann, so können die Rollenbilder vermutlich eher verschwinden. Zugegeben ein Land das nicht industrialisiert ist, wäre vermutlich auch nicht reich, aber ein Land das industrialisiert ist, kann auch arm sein, wobei das im nachhinein betrachtet wieder alles relativ ist...
Für mich persönlich wäre es erstrebenswert, wenn es diese Rollen schlichtweg nicht mehr gibt und die Frage, was ein Mann oder eine Frau tun darf, nicht mehr gestellt wird. Das ist aber wohl Utopie.
Geschlechterrollen sind mMn nicht per se schlecht, sie werden es erst, wenn sie einen Druck oder schlimmer einen Zwang gleichen, schließlich kann man sich ja als selbstbestimmtes Wesen frei dazu entscheiden sich nach bestimmten Rollen zu richten oder auch nicht. Das manche Dinge in der Gesellschaft eher akzeptiert bzw. beliebter sind, ist auch unvermeidlich (Wie du ja selbst erkannt hast) und helfen wohlmöglich beim damit Auseinandersetzen bei der Identitätsbildung. Zwänge oder Ungerechtigkeiten sollten es mMn aber auch nicht geben...
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DavidwithD schrieb:
-man(n) muss keine Angst haben nachts draußen alleine rumzulaufen
Ganz davon zu schweigen, dass die Selbstständigkeit (Wie beispielsweise durch den Auszug) zusätzlich dadurch eingeschränkt wird, dass sich manche Frauen draußen nicht zu jeder Tageszeit sicher fühlen können.
Weil du davon so überzeugt bist hast du doch sicher irgendwelche Statistiken die deine Aussagen untermauern oder?
Nach der Bundesweiten-Polizeilichen-Kriminalstatistik (BPK) sind nämlich schon seit Jahrzehnten die Hauptopfergruppe, bei Gewalt- und Raubdelikten, Männer. Eine Ausnahme stellen hier nur die Sexualdelikte.
siehe:
BPK-2016 - Seite 33
BPK-2007 - Seite 55
BPK_1997 - Seite 55

Falls du also weiterhin an deinem Argument festhalten möchtest belege doch einfach mithilfe von Statistiken, dass im prozentualen Verhältnis zu den nächtlichen Spaziergängern oder Party-Heimkehrer mehr weibliche Opfer sind als männliche; heißt wenn 40% der nächtlichen Spaziergänger/innen weiblich sind sollten mehr als 40% der Opfer weiblich sein.
Behindert sein ist Kultstatus
#sarkastisch gemeint :)
Letzte Änderung: 1 Woche 8 Stunden her von Homie.. Begründung: Nachbessern der Beitrags-Schminke

Frauen haben es einfacher 1 Woche 25 Minuten her #808507

Weil du davon so überzeugt bist hast du doch sicher irgendwelche Statistiken die deine Aussagen untermauern oder?
Nach der Bundesweiten-Polizeilichen-Kriminalstatistik (BPK) sind nämlich schon seit Jahrzehnten die Hauptopfergruppe, bei Gewalt- und Raubdelikten, Männer. Eine Ausnahme stellen hier nur die Sexualdelikte.
siehe:
BPK-2016 - Seite 33
BPK-2007 - Seite 55
BPK_1997 - Seite 55

Falls du also weiterhin an deinem Argument festhalten möchtest belege doch einfach mithilfe von Statistiken, dass im prozentualen Verhältnis zu den nächtlichen Spaziergängern oder Party-Heimkehrer mehr weibliche Opfer sind als männliche; heißt wenn 40% der nächtlichen Spaziergänger/innen weiblich sind sollten mehr als 40% der Opfer weiblich sein.
Ich kann meine Aussagen gearde nicht empirisch beweisen, es geht dabei aber auch nicht zwangsläufig um eine tatsächliche höhere Gefährdung , die natürlich auch möglich wäre [ich informier mich später nochmal]) sondern um eine gefühlte.
Heimwegtelefone/ Hotlines oder Frauenparkplätze bzw. Gespräche mit Freundinnen legen mir den Schluss nahe, dass sich einige Frauen allein zumindest gefährdeter fühlen, was tatsächliche Konsequenzen/ Einschränkung nachsich ziehen könnte.
Hier ein Artikel von ze.tt, der Jugendabteilung der Zeit (nicht unbedingt eine Wissenschaftliche Quelle).

Edit: Hier das Ergebnis einer Frankfurter Bürgerbefragung von 2016 und hier noch ein Artikel des NDR zur Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes.
Insbesondere Frauen meiden bestimmte Straßen und Plätze, fahren abends und nachts nicht mehr Bus oder gehen nicht mehr aus.
51% der Frauen, 38% der Männer und insgesamt 45% der Befragten fühlen sich abends/ nachts in der Innenstadt unsicher.
"Ein Leser, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, der an guten Romanen kein Vergnügen hat, muss unerträglich dumm sein."
Letzte Änderung: 6 Tage 10 Stunden her von DaviDwithD.

Frauen haben es einfacher 6 Tage 12 Stunden her #808540

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Mungu schrieb:
Leider wird sowas aber auch in den Medien genauso vorgelebt. Oft genug hört man dazu das dumme Schlüssel/Schloss Argument, was absolut hirnrissig ist. Ähnlich verhält es sich aber auch mit Makeup. Da machen sich die Damen oft eher gegenseitig fertig, als dass Kritik von den Männern kommt nach meinen Erlebnissen.
True, da kann ich nur zustimmen. Gerade die Werbung "sexualisiert" die Frau in meinen Augen nicht gerade wenig, was in meinen Augen vielleicht auch nicht gerade zuträglich für die Meinung in unserer Gesellschaft ist. Gerade in bestimmten Bereichen kommt das oft zum tragen: so wirbt doch ein Großteil von höherpreißigen Produkten oft mit aufreizenden Frauenkörpern - bleibt eben eher im Kopf.
Hier mal ein paar Beispiele von Dior und Dolce & Gabbana:

Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]


Wenn man lang genug sucht, wird man sicherlich bei vielen Marken solche Vorgehensweisen finden. Ob das nun das Bild der Frau maßgeblich beeinflusst, können wohl nur Studien belegen - hierzu gibt es so einige interessante Berichte. Aber das führt jetzt vielleicht zu sehr ins Offtopic. ^^ Über Werbung und deren Effekt könnte man sicherlich auch einen eigenständigen Thread eröffnen. (:


Vielen Dank an Mungu und DaviD für die weiteren Erläuterungen. Jetzt verstehe ich auch, warum mich das ganze so verwundert hat. ^^ Ich habe hier die Begrifflichkeiten wohl etwas durcheinander geworfen, und habe Gleichstellung mit Gleichberechtigung assoziiert, was allerdings (logischerweise) falsch ist. So betrachtet macht eine Gleichstellung natürlich keinen Sinn - aus den von euch bereits genannten Gründen.
Gleichberechtigung wäre hier wohl definitiv der wünschenswertere Zustand.

TehFaro schrieb:
Ich finde es gut, dass weiterhin für die Rechte der Frauen eingestanden wird (als Maschinenbauer merke ich häufiger im Beruf, dass die Damen bei uns nicht immer ernst genommen werden, obwohl sie die exakt gleiche fachliche Kompetenz haben), jedoch wird manchmal damit völlig übertrieben!
Frauen in Männerberufen sind wohl heutzutage vielleicht keine Seltenheit mehr. Ich persönlich habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, da ich es deutlich angenehmer finde mit Männer zusammen zu arbeiten, allerdings können so manch andere Kolleginnen ein Liedchen davon singen. Gerade wenn man vielleicht äußerlich auch sehr feminin unterwegs ist, nehmen Männer diejenige dann auch nicht für voll. Vom normalen Mitarbeiter bis hoch zu den höherrangigen Führungskräften kann man diese Phänomen eigentlich sehr regelmäßig beobachten.
Letzten Endes muss man sich als Frau dann doch oft eher noch beweisen. ^^

BigBoss schrieb:
Verdient eine Frau weniger, als der Mann, dann hat das auch teilweise damit zutun, das einige Männer auch mehr leisten können. Andersrum ist es aber so, dass viele Frauen mehr schaffen, aber weniger für Beförderungen oder Führungspositionen in betracht gezogen werden, weil einige Chefs doch ein wenig sexistischer sind, als sie eigentlich vorgeben.
Bezogen auf körperlich anstrengende Berufe würde ich dir zustimmen: sicherlich können Männer hier aufgrund ihrer physischen Eigenschaften mehr schaffen, ich würde allerdings behaupten, dass ein Mann im Vergleich zu Frau in einem stinknormalen Bürojob das gleiche Leistungspotential besitzt - zumindest, wenn man nun die rein charakterlichen Eigenschaften außen vor lässt, wie beispielsweise Faulheit oder eigene Motivation. Rein geschlechterspezifisch wüsste ich jetzt nicht, wieso ein Mann in einem vergleichsweise körperlich wenig anspruchsvollen Job mehr leisten könnte - hättest du da irgendwelche Studien an der Hand oder worauf genau stützt sich die Aussage? ^^

DaviD schrieb:
Geschlechterrollen sind mMn nicht per se schlecht, sie werden es erst, wenn sie einen Druck oder schlimmer einen Zwang gleichen, schließlich kann man sich ja als selbstbestimmtes Wesen frei dazu entscheiden sich nach bestimmten Rollen zu richten oder auch nicht.
ich denke, die freie Entscheidung ist zumindest das, was wir aus der historischen Entwicklung der Geschlechterrolle als positiv herausstellen können - insofern stimme ich dir zu, dass diese Rollen nicht von sich aus schlecht sind. Dennoch halte ich einen gewissen gesellschaftlichen Druck, der daraus entspringt für unvermeidlich. Zumindest in den Anfangsphasen einer solche Rollenbildung, sei sie nun kulturell oder religiös bedingt.
Letzten Endes kenne wir es ja kaum anders: in unserem Zeitalter herrscht zumindest kein allzu großer Druck mehr, sich hinter den Herd zu stellen oder der Karrieremann zu werden. An sich hat das allerdings Jahrhunderte gedauert, bis diese Rollen aufgeweicht sind - insofern muss ich für mich persönlich sagen ,dass ich rein von der historischen Entwicklung Geschlechterrollen eher als etwas negatives betrachtet und lediglich die "fortgeschrittenen" Geschlechterrollen als etwas positives betrachte. Das Konzept, eine bestimmte Rolle in der Gesellschaft einzunehmen, ist mir persönlich aber rein vom Grundgedanken her schon etwas zuwider. ^^

"Close your eyes and make believe ... "
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