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THEMA: Gedanken über... die Zukunft

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 6 Tage her #807304

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Die Zukunft. Etwas, dass jedem ein Begriff ist. Doch, warum machen wir uns darüber tatsächlich Gedanken? Ist es nicht etwas, das wir vorhersehen können aufgrund unserer derzeitigen Leistung?

Es wäre einfach zu sagen, die Zukunft und das Thema allgemein wäre eine einfache Sache. Je nachdem, was wir an Intelligenz besitzen, was in unserer Leistungsgesellschaft lange implementiert wurde, können wir dementsprechend viel erreichen – was natürlich nicht die Regel ist – aber das ist unser System.
Sicher entspricht es der Leistungskraft – je nachdem, wie viel Leistung man erbringen kann, desto intelligenter ist man. Als Zahnrad der Gesellschaft, einem Wesen, dass sich gerne fügt und sich an die Regeln hält, ist man ein geschätztes Lebewesen. Denn Arbeit bereichert den Staat .

Nur um noch eine Frage in den Raum zu werfen: Warum sollten wir unseren Staat nicht bereichern wollen? Unsere Zukunft ist kostbar, aber teilweise vom Staat abhängig. Daher sollten wir uns auch entsprechend verhalten – wir sind als Gemeinschaft dazu verlichtet, unser Umfeld nicht zu vernachlässigen.

Jeder lebt zwar sein Leben, fühlt sich aber einem anderen nicht verpflichtet. Denn, jeder hat sein eigenes Leben – jeder muss sich trotz allem das Fundament für seine Zukunft selber legen und so gestalten, dass es ein „glückliches“ Leben wird. Denn das ist ein Urinstinkt – jeder will das beste für seine Zukunft – aber nur die wenigsten werden in ihrem Leben je wirklich glücklich werden.

Es ist nämlich tatsächlich sehr schwer. Also, warum sollte man sich trauen, geboren zu werden? Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Weil wir im Prinzip sowieso keine Wahl haben. Wir werden ohne unser Einverständnis geboren und müssen dieses Leben leben. Und jeder muss sich mit der Frage der Zukunft irgendwann auseinandersetzen. Denn es gehört zum Erwachsensein dazu. Und jeder wird irgendwann in der Rolle des Erwachsenen sein. Also, warum sollten wir uns trauen, erwachsen zu werden?
Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?

Weil wir im Prinzip keine Wahl haben. Egal was passiert, die Dinge werden trotzdem passieren. Und man wird erwachsen, übernimmt Verantwortung, macht Erfahrungen mit Partnern, mit Arbeit, mit Freunden, mit Menschen. Und irgendwann merkt man, dass man vollständig erwachsen geworden ist. Man lebt sein Leben, manchmal schön, manchmal hässlich, aber man lebt es, weil wir keine andere Wahl haben. Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?

Irgendwann wird man alt und plötzlich spielt die Zukunft, von der man unzählige Dinge erträumt hatte, keine Rolle mehr, sondern nur noch die Vergangenheit – obwohl einem immer gesagt wurde, das man nach vorne blicken sollte, niemals zurück, ist es ab einem gewissen Alter nur noch wichtig, was man von den Träumen, die man sich erträumt hatte, umgesetzt hat.

Also ist Zukunft nur ein Wort, dass die eigenen Träume und Wünsche symbolisiert. Dinge, die man erreichen möchte.

Wenn die Zukunft die spätere Vergangenheit ist – dann ist das ausschlaggebend für ein glückliches Leben.

Denn wir Menschen setzen uns durch unsere Erinnerungen zusammen – und nur wir haben die Macht, die richtigen Erinnerungen zu erzeugen.

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*räusper* *o-toohappy*
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Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 6 Tage her #807306

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Interessante Gedankengänge. ^^ Auch wenn es hier nun nicht unbedingt um eine konkrete Fragestellung geht, möchte ich dennoch gerne darauf eingehen. Mit manchen Dingen bin ich dann doch nicht ganz so konform bzw. würde diese an dieser Stelle gerne in eine etwas andere Richtung lenken.

BigBoss schrieb:
Es ist nämlich tatsächlich sehr schwer. Also, warum sollte man sich trauen, geboren zu werden? Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Weil wir im Prinzip sowieso keine Wahl haben. Wir werden ohne unser Einverständnis geboren und müssen dieses Leben leben. Und jeder muss sich mit der Frage der Zukunft irgendwann auseinandersetzen. Denn es gehört zum Erwachsensein dazu. Und jeder wird irgendwann in der Rolle des Erwachsenen sein. Also, warum sollten wir uns trauen, erwachsen zu werden?
Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Das man sich nicht dagegen entscheiden kann, geboren zu werden, ist nur klar - das können nach aktuellen Stand der Forschung lediglich die Eltern oder andere Institiutionen, nie aber man selbst. Wie auch? Salopp gesagt ist man zu dieser Zeit ja nur ein Zelklumpen.
Du sprichst mit deiner Denkweise über das Erwachsen werden eine interessante Sichtweise an, die sich vielerorts etabliert. Für mich hört sich der Text über das "Erwachsen sein" als etwas endgültiges an. Man wird erwachsen, übernimmt Verantwortung und ist dann sozusagen ein "ganzer Mensch". In meinen Augen stimmt das aber nicht so ganz. Ich bin nun 24 Jahre alt und man möchte meinen ich sollte nun Erwachsen sein - selbstständig, auf eigenen Beinen stehen, vielleicht an Familie oder ähnliches denken. Ich persönlich fühle mich aber nicht wirklich erwachsen, da es für mich nicht unbedingt etwas damit zu tun hat, ob ich nun ein eigenes Haus besitze oder mich selbstständig um meine Artztermine kümmere.
An sich ist "Erwachsen sein" immer eine Definitionssache, die vor allem subjektiv geprägt ist. Bloß weil andere dich als erwachsenen Menschen ansehen, muss das ja noch lange nicht heißen, dass du es tatsächlich bist. In der Tat benehmen sich Erwachsene der älteren Generation höchst unerwachsen - insofern ist der Begriff an sich lediglich ein schwammiges Konstrukt, dass mal mehr, mal minder passt.

Niemand sagt von heute auf morgen: "So, jetzt bin ich erwachsen." Letzten Endes ist das für mich eher ein lebenslanger Prozess aus Lernen, Selbstreflektion sowie steigendem Verantwortungsbewusstsein. Insofern kann man sich wohl dagegen entscheiden, sobald man in seiner (menschlichen) Entwicklung stagniert - aber wieso sollte man das? Ein bisschen Kind sollte man sich immer bewahren, allerdings sollte man nie in der Illusion leben, sich beispielsweise die kindlichen Naivität oder auch schlichtweg die nicht vorhandene Bildung zu bewahren. Das wäre Stillstand und würde insgesamt betrachtet jede menschliche Weiterentwicklung behindern. Ich persönlich würde das nicht wollen -
Veränderung sehe ich immer erst einmal als etwas neutrales an. Man muss schließlich selbst entscheiden, was man daraus macht. Wer auf immer Kind sein will, hat in meinen Augen eine etwas romantische Vorstellung davon und scheut sich vielleicht auch ein bisschen davor, Verantwortung übernehmen zu wollen. Alles hat seine Vor- und Nachteile - so auch die Entwicklungsphasen des Menschen.
Auch wenn ich mich lediglich als teilweise erwachsenen Menschen sehe, hat man doch die Wahl, ob man sich nun für das ein oder andere Leben entscheidet. ^^

Man sollte sich infolgedessen wenig Gedanken über den Prozess an sich machen. Es spielt wohl ohnehin keine Rolle, da sich ein jeder wohl unter einem erwachsenen Menschen etwas anderes vorstellt.

Irgendwann wird man alt und plötzlich spielt die Zukunft, von der man unzählige Dinge erträumt hatte, keine Rolle mehr, sondern nur noch die Vergangenheit – obwohl einem immer gesagt wurde, das man nach vorne blicken sollte, niemals zurück, ist es ab einem gewissen Alter nur noch wichtig, was man von den Träumen, die man sich erträumt hatte, umgesetzt hat.
Auch diese Vorstellung hört sich sehr endgültig an - fast so, als gäbe es im Alter kaum mehr etwas erschwingliches, kaum mehr einen Grund im Hier und Jetzt zu leben. Es stimmt, dass man sich den Grundstein für das Alter in den vorherigen Jahren legt. Das bedeutet aber ja nicht, dass es im Alter nicht noch genügend andere Herausforderungen gibt oder auch Wünsche, die man sich nicht mehr erfüllt. Vielleicht interpretiere ich deinen Text auch etwas falsch, aber die Zeilen haben sich in etwa so gelesen.
Das Leben endet nicht, bloß weil man alt ist. Solange man körperlich und geistig noch fit ist gibt es in der Tat genügend Träume und Ziele, die man sich noch verwirklichen kann. Die wenigsten Leute der älteren Generation die ich kenne sitzen den ganzen Tag zu hause und tun nichts. Natürlich gibt es das auch, keine Frage. Aber auch hier wieder: jeder ist seines Glückes Schmied.

Wow. ist wieder unglaublich, unnötig lang geworden. Plz forgive me! D:

"Close your eyes and make believe ... "
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Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 6 Tage her #807312

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Hallöchen *o-hi* *o-yay*

Meiner Meinung nach ist es irgendwann notwendig, erwachsen zu werden. Erwachsen sein wird von jedem Menschen mehr oder weniger anders gedeutet, wie du schon sagtest. Für die einen, die in einem guten Elternhaus aufwachsen - wo Geld nie das Problem war, dürfen die meisten Jugendlichen, die das 18. Lebensjahr erreichen, Zuhause bleiben. Aber diese wollen, aufgrund von Grenzen des Elternhauses sozusagen erwachsen werden, um das zu tun, was man will.

Alles hat einen pädagogischen Hintergrund:

Wenn man einem Kind nicht beibringt, wie man im Leben selbstständig klar kommt, ist es für die betroffenen jungen Erwachsenen um einiges schwieriger, auf eigenen Füßen zu stehen - das war bei mir der Fall. Da ich in einem Haushalt mit drei Geschwistern als jüngstes Mitglied herangewachsen bin, ohne Mutter, hat man mir alles abgenommen. Als ich dann plötzlich von einer Stadt zur nächsten hetzen musste und irgendwann auf mich alleine gestellt, von der Familie im Stich gelassen, und auf der Straße einer vollkommen unbekannten und großen Stadt zurecht kommen musste, wusste ich, dass ich irgendwann erwachsen werden musste .

Es gibt auch Leute, die behaupten, dass nur ein anderer Mensch jemanden als erwachsen werten kann. Bei meiner ursprünglichen Kultur hat das immer der Vater übernommen.

Erwachsen sein ist für mich, wenn ich ohne fremde Hilfe eine eigene Existenz aufbauen und vertreten kann. Dazu gehört für mich auch die Selbstliebe. Erwachsen zu werden ist tatsächlich ein Prozess, der durch Erfahrungen gebildet wird - über das ganze Leben lang, denn wir erfahren Dinge und unser Geist wächst, besonders bei Fehlern. Erwachsen sein bedeutet für mich nicht, seine Kindlichkeit abzulegen - sondern Leistung zu erbringen. Für mich ist die Persönlichkeitsentwicklung das Wichtigste in meinem Leben - denn wenn man sich nicht entwickelt, ist, wie du schreibst, ein Stillstand.

Man soll nicht auf die Zukunft warten, sondern entgegen laufen, um seine Ziele eher zu erreichen. Zukunft ist schon ein schwammiger Begriff, weil man nie weiß, was passieren wird. So ein Leben ist zwar nicht unendlich - aber es sind doch ein paar Jahrzehnte - bis man auf natürliche Art und Weise stirbt. Manche Menschen unterschätzen das Leben, aber man kann sehr viel falsch machen. Man kann sich in eine Schuldenspirale begeben, die niemals zu tilgen möglich ist. Man kann auch ein Arschloch für die einen sein, für die anderen aber die beliebteste Person. Man kann gierig werden und Menschen bestehlen. Geld bestimmt allgemein die Zukunft eines Menschen. Verdient man viel davon, dann ist die Zukunft rosig - verdient man aber gar nichts, ist das Leben wiederum armselig. Sicher brauchen nicht alle Menschen Luxus - aber man kann nicht bestreiten das Geld eigentlich die halbe Miete ist.

Ich respektiere alte Menschen sehr. Warum auch nicht, ich werde selbst irgendwann einer. Diese Menschen haben keineswegs ihr Leben ausgelebt - aber im Alter kann es sein, dass man plötzlich an Demenz erkrankt. Das kann(muss aber nicht sein) man wiederum darauf zurückführen, dass man eben immer gemütlicher wird. Das Leben ist dann eben am Lebensabend und... ein gewisses Gefühl macht sich breit. Wenn man dann sowieso noch an verschiedenen Krankheiten leidet, haben manche Leute nicht mehr die Kraft, um etwas zu schaffen. Gesundheit ist eben alles. Und deswegen muss man dafür sorgen, dass man ein gesundes Leben lebt - für die Zukunft. Doch ist es leider ein zu schwammiger Begriff...


Ich danke für die nette und schnelle Antwort *o-bye*


I.N.
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Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 6 Tage her #807347

Ich schreibe einfach mal meine Gedanken zu dem hier Gesagten/Geschriebenen.
BigBoss schrieb:
Die Zukunft. Etwas, dass jedem ein Begriff ist. Doch, warum machen wir uns darüber tatsächlich Gedanken? Ist es nicht etwas, das wir vorhersehen können aufgrund unserer derzeitigen Leistung?
Wie in einem anderen Thread bereits geschrieben, glaube ich nicht ans Schicksal, demnach wird man die Zukunft niemals mit Gewissheit vorhersagen. Unsere derzeitigen Leistungen mögen richtungsweisend wirken, trotzdem gibt's genügend Dinge, die wir nicht beeinflussen können.
Warum sollten wir unseren Staat nicht bereichern wollen? Unsere Zukunft ist kostbar, aber teilweise vom Staat abhängig. Daher sollten wir uns auch entsprechend verhalten – wir sind als Gemeinschaft dazu verlichtet, unser Umfeld nicht zu vernachlässigen.
Warum existieren Staaten? Philosophen geben darauf unterschiedliche Antworten... Grundsätzlich garantiert der Staat eine gewisse Ordnung. Ich glaube, es liegt im Eigeninteresse der Meisten, dass der Staat existiert. Die Zukunft wird berechenbarer, man schränkt sich aber auch etwas ein.
Als Zahnrad der Gesellschaft, einem Wesen, dass sich gerne fügt und sich an die Regeln hält, ist man ein geschätztes Lebewesen.
Die Frage ist von wem geschätzt? Vermutlich eher von Leuten die ihre Macht erhalten wollen. Zumindest im Grundgesetz wird jedem, auch dem Leistungsverweigerer Wert zu gesprochen. Subjektiv mag man bestimmtes Verhalten mehr zu schätzen wissen. Bestimmte Erwartungen sehe ich aber kritisch. Ein Mensch muss nicht nur "funktionieren".
Jeder lebt zwar sein Leben, fühlt sich aber einem anderen nicht verpflichtet. Denn, jeder hat sein eigenes Leben – jeder muss sich trotz allem das Fundament für seine Zukunft selber legen und so gestalten, dass es ein „glückliches“ Leben wird. Denn das ist ein Urinstinkt – jeder will das beste für seine Zukunft – aber nur die wenigsten werden in ihrem Leben je wirklich glücklich werden.
Ist die Frage, wie man wirkliches Glücklichsein definiert und ob das Glück von Dauer sein müsste. Fraglich ist zudem, ob und inwiefern der Mensch von Natur aus egoistisch und/oder hedonistisch veranlagt ist. Lebt man nach dem Motto: höher schneller weiter, wird man sich vermutlich nicht so sehr über Erreichtes freuen können.
Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Wie bereits oben geschrieben gibt's Dinge außerhalb unseres Einflussbereiches, die Geburt gehört auch dazu.
Und jeder muss sich mit der Frage der Zukunft irgendwann auseinandersetzen. Denn es gehört zum Erwachsensein dazu. Und jeder wird irgendwann in der Rolle des Erwachsenen sein. Also, warum sollten wir uns trauen, erwachsen zu werden?
Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Schonmal was von Peter Pan gehört? Erwachsensein ist aber wieder ein Thema für sich, manche von uns werden aber freiwillig oder unfreiwillig niemals erwachsen.
Man lebt sein Leben, manchmal schön, manchmal hässlich, aber man lebt es, weil wir keine andere Wahl haben. Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Man kann sich sehr wohl gegen das Leben entscheiden...
Also ist Zukunft nur ein Wort, dass die eigenen Träume und Wünsche symbolisiert. Dinge, die man erreichen möchte.
Aus einer subjektiven Warte aus, würde ich die zustimmen. mMn ist die Zukunft aber die Zeit nach der Gegenwart, einschließlich aller noch kommenden Ereignisse.
Wenn die Zukunft die spätere Vergangenheit ist – dann ist das ausschlaggebend für ein glückliches Leben.
Denn wir Menschen setzen uns durch unsere Erinnerungen zusammen – und nur wir haben die Macht, die richtigen Erinnerungen zu erzeugen.
Ich glaube nicht, dass der Mensch mehr als die Summe seiner Erinnerungen ist, und dass wir nicht außschließlich die Macht besitzen, diese (Erinnerungen) zu erzeugen.
Verdient man viel davon, dann ist die Zukunft rosig - verdient man aber gar nichts, ist das Leben wiederum armselig. Sicher brauchen nicht alle Menschen Luxus - aber man kann nicht bestreiten das Geld eigentlich die halbe Miete ist.
Geld als Mittel zum Zweck bzw. zum Glück ist wahrscheinlich wirklich ein wichtiger Faktor, aber eben bloß ein Faktor. Schaut man sich in der Welt um, sind nicht nur die Reichen glücklich. Aber, wie oben von dir geschrieben, werden die Wenigsten in ihrem Leben je wirklich glücklich werden. Und wirklich Glücklich macht Geld mMn auch wieder nicht.
---
Und noch ein paar meiner Gedanken zur Zukunft. Als Liberaler und Christ bin ich sowieso ziemlich fortschrittsgläubig:
"Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?" (Matthäus 6, Vers 26)
Mark Forster schrieb:
Egal was kommt, es wird gut, sowieso
"Ein Leser, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, der an guten Romanen kein Vergnügen hat, muss unerträglich dumm sein."
Letzte Änderung: 2 Wochen 6 Tage her von DaviDwithD.

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 6 Tage her #807365

In Anbetracht der gehäuften Beiträge des Threaderstellers innerhalb der letzten Tage möchte ich zunächst ein Danke dafür aussprechen, dass dem Forum wieder ein wenig mehr Leben eingehaucht wird und ein paar altbekannte Forenbewohner ihren Senf zum Gericht dazugeben. Zudem bin ich gerade bei diesem Beitrag auch dankbar, dass Drogen und Rausch nicht teil von dieser Diskussion sind, weshalb ich auch die Lust dazu verspüre vielleicht "ein oder zwei Zeilen" hier zu lassen. Wer mich kennt, wird sich wohl bei eben diesem Satz wohl verschluckt haben, da meine Beiträge nicht unbedingt für ihre Kürze bekannt sind.

Beginnen wir doch einfach einmal vollkommen neutral mit dem Titel dieses Threads: Gedanken über die Zukunft.
Der Titel gibt noch nicht sehr viel her und war daher frohen Mutes, als ich mich an die Zeilen der Poster geheftet habe und ihnen durch den Wörterwald gefolgt bin. Doch relativ zügig ging es von der Frage der Zukunft weit mehr um die philosophische Frage des Erwachsenseins. Eines Zustands, welcher vermeintlich erstrebenswert für jeden Menschen sein soll. Denn er ist natürlich auch mit der Frage der Zukunft tief verwoben und bedarf daher auch ein entsprechendes Augenmerk.

Doch ist das erwachsen sein und das erwachsen werden wirklich relevant für eine Zukunft?
Um diese Frage zu beantworten möchte ich mich mit dem Thema der Zukunft beschäftigen. Eingangs wurde geschrieben, dass die Gedanken um die Zukunft Ziele und Träume beinhaltet, welche das Glück des Menschen ausformulieren, da er sich selbst daran misst, wie weit er sich an seinem eigenen Maßstab hoch hangeln konnte. Das ist meiner Meinung nach eine Realität. Eine Realität, die sich viele Menschen selbst aufzwingen, um sich in einer leistungsorientierten Gesellschaft, welche geradezu Stress erzeugt, noch einen weiteren Deckel aufzusetzen, nur um zu symbolisieren, dass man allem Anschein nach noch mehr Stress wünscht. Aufgrund der Situation, dass es abstrakte Ziele und entsprechend auch Träume sind, so ist es ein natürlicher Werdegang, wenn man von diesen abweicht oder sie letzten Endes nicht erreicht. Dennoch bewerten viele Menschen ihr Leben danach, wie viel von dem, was sie von vorneherein aufgrund unplanmäßiger und nicht vorherzusehenden Ursachen kaum erreichen konnten dennoch erreicht haben. Der Blick ist hierbei gesenkt zu betrachten, da der Fokus der Messlatte sich stets an den Niederlagen und nicht an den Erfolgen orientiert, was dazu führt, dass kaum jemand sein Leben als "wirklich glücklich" beschreibt. Es gibt immer Probleme oder offene Wünsche, deren Realisierung aussteht.
Nun folgt das zweite Problem in dieser Geschichte: Man betrachtet andere Menschen und sieht, dass eben diese das Ziel erreichen, welches man sich vorgenommen hat aber nicht erreichen konnte. Häufig finden sich die Beispiele hierfür im TV oder im Internet, wobei man einer Erfolgsgruppe nachsagt, dass sie eben Glück hatte und man sich ärgert, dass man in seiner eigenen Situation es nicht hatte oder - noch viel wichtiger - das eigene Scheitern wird auf Basis des Vergleiches darauf begründet, dass man nicht genügend Geld hatte um es zu tun.
Aus eben diesem Gedanken wird der Glaube injiziert, dass Geld glücklich macht. Um in unserer Gesellschaft an Geld zu kommen, so glaubt man an eine andere Legende, dass mehr Leistung auch mit mehr Geld belohnt wird. Aus all diesem folgert man sich dann natürlich die geplante Formel: "Mehr Leistung = Mehr Glück". Davon profitiert dann natürlich der komplette wirtschaftliche Sektor und es werden mehr Güter erzeugt, bzw. mehr Leistung erbracht, welche sich in Geld umwandeln lässt. Der Clou an der Sache ist jedoch, dass natürlich jeder nach Glück strebt und somit Leistung erbringt und man natürlich nicht unbedingt dafür besonders entlohnt wird, wenn man arbeitet, wie jeder andere auch, was dann dafür sorgt, dass man noch mehr Leistung für sein Glück erbringen muss, was den Stress der Leistungsgesellschaft erzeugt. Fun Fact: Stress ist kein Glück.
Diese gesamte Maschinerie macht auch Sinn, da es logisch ist, dass die begrenzten Mittel des Geldes nicht bei jedem Zuhauf liegen können. Geld erhält seinen Wert dadurch, dass es nicht jeder in Massen hat. Das zerstört leider auch den Traum, dass mehr Geld mehr Glück bringt, da es durch die begrenzte Menge des Geldes also auch nur "begrenzt Glück" gibt und es jenen vorenthalten ist, welche Ersteres besitzen.
...
...
...
Ganz im ernst... das ist doch Unfug.
Wer daran glaubt, der steht mitten in der Kapitalfalle und wird sein Glück nicht sehen können. Ich sage nicht, dass er es nicht finden kann - nur, dass er es höchst wahrscheinlich einfach nicht sieht. Denn wenn man so sehr davon überzeugt ist, dass es Geld ist, was man benötigt, um für die Zukunft das angestrebte Glück zu erreichen, der wird einiges im Leben verpassen.

Das Leben bietet dem Menschen so viele Optionen, Geschichten und Abenteuer, dass Geld in der Bestimmung des Glücks und der Erfüllung des Lebens eine weit niedrigere Rolle annimmt, als man es annimmt. Bevor man jetzt hier alles auch wieder als extreme Aussage betrachtet (passiert im Internet immer wieder gerne), so habe ich niemals behauptet, dass jeder Mensch seine arbeit niederlegen soll, weil es keinen Sinn macht und man fröhlich trällernd seine Schlammkuchen mapfen soll, da sie das einzige sind, was man sich so noch leisten kann.
Die Nachricht dahinter ist vielmehr, dass es kontraproduktiv ist, wenn man sich in der Verfolgung seiner Ziele so sehr verliert, dass man beim Blick auf die Zukunft die Gegenwart übersieht. Wichtig ist zunächst der IST-Zustand, an welchem man sich befindet, da er die Basis der Zukunft darstellt. Diese Zukunft - so strahlend sie auch sein mag - kann allerdings nur auf einer gesunden Basis stehen. Denn so sitzt man vielleicht in der Zukunft auf einem vermeintlich strahlendem Podest - verbringt seine Zeit aber damit auf die Basis dessen zu sehen und zu bedauern, dass man es nicht ordentlich gemacht hat.

Um wieder zum Thema zurückzukommen, so stehe ich der Ansicht, dass erwachsen werden heißt Leistung erbringen zu müssen antagonistisch entgegen. Denn ich bin gerne bereit dieses vermeintliche Erwachsensein dafür zu opfern, dass ich das Leben, welches ich nur einmal habe, so ausschöpfe, dass ich auf dem Sterbebett zu all jenen sagen kann, welche ich durch ihr Leben begleitet habe, dass es Spaß gemacht hat zu sein. Dass ich mich niemals mit der Frage konfrontiert sah, ob ich mich nicht gegen das Leben hätte entscheiden wollen. Ob ich mich je dagegen entschieden hätte erwachsen zu sein oder gegen irgendeine Verantwortung, welche das Leben mir aufbürgt.

Das heißt auch nicht, dass ich ein unverantwortliches Leben führen möchte, welches Ich-Orientiert ablaufen soll - sondern an diese Stelle tritt, was es für mich heißt wirklich erwachsen zu sein: Emotionale und moralische Reife an den Tag zu legen.
Diese sollte sich in einem sozialen Umfeld, welches den Menschen nicht dazu auffordert Egoismus für seinen Fortbestand zu priorisieren, auf natürliche Art und Weise entwickeln. Denn der Mensch war von Anfang an ein Lebewesen, welches in Gesellschaft für seinen Fortbestand sorgt und jede gesellschaftlich orientierte Spezies agiert eigentlich nach dem Prinzip der Erhaltung seiner Gruppe und nicht zum Ziele seiner Zerstörung. "Give someone power and observe his true colors" ist mir bekannt und bietet an und für sich auch wieder genügend Diskussionsspielraum, auf den ich hier aber gerade keine Lust habe, weil es den Rahmen sprengen würde.
Wie es bereits ausgeführt wurde, so sammelt der Mensch täglich an Erfahrungen, welche sein Handeln und bestreben beeinflussen und somit auch verändern. Es ist daher auch relativ irrational sich die Ziele eines vergangenen Ichs auf ewig hinterher zutragen und sollte diese auch bewusst und gewollt ablegen können, ohne ihnen in einem Hauch von Melancholie wieder eifrig nachzutrauern. Das führt dann zur bekannten Midlife-Crisis.
Leistung erbringt man als Mensch so oder so, wenn man sich seiner selbst und seinem Umfeld moralisch verpflichtet fühlt. Nicht arbeiten zu wollen ist auch eine Einstellung, welche existiert - doch glaube ich nicht daran, dass es das ist, was ein Mensch wirklich möchte. Man möchte aktiv sein und etwas tun, was einen erfüllt. Die berufliche Betätigung ist hierbei ein sehr einfacher messbarer Wert, doch auch nicht unbedingt berufstätige Menschen bringen sich in ihre jeweiligen Belange ein und möchten eine Rolle spielen. Zum Erwachsensein gehört es für mich auch dazu, dass man Leistung erbringt. Aber nicht, weil man es muss - sondern, weil man es möchte.

Die Zukunft wird durch die Gegenwart bestimmt - und dies nicht zu einem Zeitpunkt X an welchem man sich seine eigene Zukunft vorher sagt und dann die beleidigte Leberwurst spielt, da man sich wohl getäuscht hat. Dies ist das Verhalten, welches dem Erwachsensein am Fernsten sein sollte, da der Prozess des Lernens und die Fähigkeit des Umgangs mit unplanmäßigen Situationen dann wohl auf der Strecke geblieben sind.
Man hat so manche Pläne - und meine nächsten sehen für mich vor, dass ich nach 1 oder 2 Jahren der Berufstätigkeit gerne einmal ein Jahr im Ausland arbeiten und leben möchte - alleine schon nur, um einen Wechsel des Umfeldes zu verursachen. Doch sind diese nicht absolut, da beispielsweise eine Beziehung zu einer neuen Lebensgefährtin oder interessante berufliche Perspektiven stets vorkommen können und dieser Planung im Wege stünden. Man legt in den Fällen nicht seinen Traum nieder, sondern gibt ihn für die Verfolgung eines anderen Traumes auf, welchen man in der Situation als besser bewertet. Letztendlich verfolgt man stets das, was man wirklich möchte. Pläne, welche man nicht umsetzt entsprechen gegebenenfalls nicht seinem Charakter oder seinem Ziel - andere Ziele werden allerdings zeitnah und strikt umgesetzt. Man muss sich selbst kennen lernen, um seine Zukunft zu planen.
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Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 5 Tage her #807424

Sehr interessantes Thema und ich denke auch, dass es auf uns viele zutrifft. Ich werde dann auch einfach mal meine Meinung beitragen :)
Die Zukunft. Etwas, dass jedem ein Begriff ist. Doch, warum machen wir uns darüber tatsächlich Gedanken? Ist es nicht etwas, das wir vorhersehen können aufgrund unserer derzeitigen Leistung?
Ich glaube man denkt darüber nach, weil einem das so vorgelebt wird. Jedenfalls mir, würde ich sagen, es wird ja auch immer wieder gefragt was man in der Zukunft machen will, welchen Beruf man ausüben möchte, ob man Kinder haben möchte etc. An sich wird man von fast jedem danach gefragt, auch wenn es nur ein flüchtiger Bekannter ist, aber ich kenne es ja selbst wenn ich jemanden Frage was er denn nun nach der Schule vor hat. Ich denke mal, dass ist so der Hauptgrund warum sich fast jeder Gedanken darüber macht. Ich würde nicht sagen, dass es immer vorhersehbar ist. Man kann es vielleicht planen, wenn man eine bestimmte Leistung erzielt, aber komplett möglich ist es nicht, denn es kann immer etwas passieren, was man nicht vorher sieht. Zum Beispiel wurde gestern ein Freund von mir mit dem Auto angefahren... es geht ihm zwar gut und er hat am Abend auch witze darüber gemacht, aber es hätte auch viel schlimmer enden können. Theoretisch sollte man sein Leben auch immer genießen, was in vielen Fällen aber kaum bis gar nicht möglich ist.
Es wäre einfach zu sagen, die Zukunft und das Thema allgemein wäre eine einfache Sache. Je nachdem, was wir an Intelligenz besitzen, was in unserer Leistungsgesellschaft lange implementiert wurde, können wir dementsprechend viel erreichen – was natürlich nicht die Regel ist – aber das ist unser System.
Aber das ist eigentlich traurig meiner Meinung nach. Manche Menschen können eine bestimmte Leistung einfach nicht erreichen, weil es zu schwer ist und dann fühlt man sich meist schlecht. Da ist schon die Schule ein gutes Beispiel. Ich bin, würde ich mal behaupten, ziemlich gut in der Schule, ich strenge mich auch sehr an und schaffe es haupstächlich 1en und 2en zu bekommen, bin aber dann komplett enttäuscht wenn ich mal eine 3 schreibe und denke die Welt geht unter. Doch dann gibt es auch viele die es trotz Mühe nicht schaffen, dass zu erreichen was sie erreichen möchte, egal wie viel sie dazu tun. Das erinnert mich ein wenig an meine letzte Französisch Klausur. Ich brauchte unbedingt eine eins, aber ich hab mir bei der ersten Aufgabe viel zu viel Zeit gelassen, sodass ich die letzte Aufgabe nur hinklatschen konnte und war danach komplett fertig, weil ich dachte, dass wenn ich die eins nicht bekomme, dass ich sie komplett auf dem Zeugnis vergessen kann. Mein Klassenkamerad hatte hingegen ein ziemlich gutes Gefühl, er meinte er hatte genug Zeit für beide Aufgabe und das alles ziemlich gut lief und er rechne mindestens mit einer drei und er sagte er hat sich auch recht gut vorbereitet. Am Ende hatte ich meine eins und er eine vier. Und da wir uns gerade in einer Leistungsgesellschaft befinden hat, dies ihn ziemlich runtergerissen.
Aber es ist halt Schade für manche, dass sie eben nicht die gleichen Leistungen wie manch anderer erreichen können, aus bestimmten Gründen, vielleicht auch einfach weil ihnen das Talent für so etwas fehlt. Aber ich meine ich kann froh sein, dass mir die Schule bis jetzt nicht allzu schwer fällt, obwohl sie es früher tat, wo ich ehrlich gesagt sogar ein 4er bis 5er Kanditat war. Wir haben halt nicht alle die gleichen Konditionen.
Es ist nämlich tatsächlich sehr schwer. Also, warum sollte man sich trauen, geboren zu werden? Warum kann man sich nicht dagegen entscheiden?
Wie Deviltoon schon gesagt hat, können das nur die Eltern entscheiden und/oder das Schicksal. Das was du gesagt hast, erinnert mich auch an ein Buch das ich gelesen habe. Es heißt "Für Niemand" und ein Zitat daraus ist "Wenn man schon nicht gefragt wird, ob man geboren werden will, ist es nur fair, dass man das Ende selbst bestimmen darf." Theoretisch ist es uns möglich unser Leben einfach selbst zu beenden... aber ich glaube wenn man erst einmal lebt, dann hängt man auch an irgendwas, auch wenn es nur irgendwas kleines ist.
Wenn man einem Kind nicht beibringt, wie man im Leben selbstständig klar kommt, ist es für die betroffenen jungen Erwachsenen um einiges schwieriger, auf eigenen Füßen zu stehen - das war bei mir der Fall. Da ich in einem Haushalt mit drei Geschwistern als jüngstes Mitglied herangewachsen bin, ohne Mutter, hat man mir alles abgenommen. Als ich dann plötzlich von einer Stadt zur nächsten hetzen musste und irgendwann auf mich alleine gestellt, von der Familie im Stich gelassen, und auf der Straße einer vollkommen unbekannten und großen Stadt zurecht kommen musste, wusste ich, dass ich irgendwann erwachsen werden musste .
Das ist auch bei mir der Fall. Ich bin jetzt 19 Jahre alt und habe keinen Führerschein, was nun nicht unbedingt nötig ist, aber ich habe auch kein eigenes Bankkonto... und vor einem Jahr hatte ich nicht mal einen eigenen Hausschlüssel, weil meine Eltern Angst hatten, dass ich ihn verlieren könnte. Ich durfte auch noch nie alleine verreisen oder derweiteren. Es ist nicht so, dass ich nie den Wunsch danach geäußert hatte. Mit 16 habe ich mich zum Beispiel viel erwachsener gefühlt als heute. Ich wollte ein eigenes Konto haben, aber meine Mutter meinte nur ich verdiene eh selber noch kein Geld oder da wäre es nicht nötig, oder ich wollte zum Japantag vor 2 Jahren fahren, mit einem Bekannten, aber ich durfte nicht, da ich noch zu jung sei und das ja so weit weg sei. Nächstes Jahr möchte ich auch anfangen zu studieren und ich möchte dies gerne in Aachen oder Bonn tun, soweit mir das möglich ist und ich habe diesen Wunsch bereits geäußert. Natürlich habe ich meinen Eltern auch gesagt, dass ich mich auch in der Nähe, sprich Berlin und Potsdam bewerben werde, aber wenn ich an einer meiner Wunsch Uni's angenommen werde, dann würde ich dort hingehen. Nun haben meine Eltern auch schon angefangen, mir das die ganze Zeit aus den Kopf zu schlagen, dass ich nicht so weit weg soll. Ich meinte, dass ich auch einmal eigene Erfahrungen machen muss. Sie meinten zwar, dass das schön und gut bin, aber dass ich das auch näher dran tun würde... Aber ich habe auch schon mitbekommen, dass man mich bei meiner Tante unterbringen möchte, sofern ich nach Potsdam gehe... ich meine das wäre schon gut, da die Mieten sehr teuer sind, aber dann würde man sich auch um mich 24/7 kümmern. Es ist halt schwierig.
"Mehr Leistung = Mehr Glück". Davon profitiert dann natürlich der komplette wirtschaftliche Sektor und es werden mehr Güter erzeugt, bzw. mehr Leistung erbracht, welche sich in Geld umwandeln lässt. Der Clou an der Sache ist jedoch, dass natürlich jeder nach Glück strebt und somit Leistung erbringt und man natürlich nicht unbedingt dafür besonders entlohnt wird, wenn man arbeitet, wie jeder andere auch, was dann dafür sorgt, dass man noch mehr Leistung für sein Glück erbringen muss, was den Stress der Leistungsgesellschaft erzeugt. Fun Fact: Stress ist kein Glück.

Ich finde das hat Pigeon wirklich gut dargestellt. Ich kenne das auch, auch wenn ich nur Schüler bin, aber um etwas "erreichen" zu können später muss ich nun mal eine bestimmte Leistung erbringen... auch wenn Noten nicht direkt etwas über die Leistung aussagen oder die Intelligenz. Ich kann genau so ein guter Arzt sein, wenn ich nur einen 2,5er Abschluss habe und einer kann auch mit einem 1.0er Abschluss ein miserabler Arzt sein aus diversen Gründen. Denn wenn ich zum Beispiel schlecht in Englisch, Kunst und Sport war, sagt das ja nicht aus, dass ich für den Beruf nicht geeignet bin.
Und deswegen stressen sich auch so viele Menschen. Ich bin nicht gerade gut in Sport, aber wollte besser werden und da wir Gymnastik hatten, habe ich jeden Tag trainiert und es ging auch einigermaßen, aber ich habe mich auch zu sehr gestresst, weil die Zeit die dann ich für den "Sport" genutzt habe, in der Zeit konnte ich nicht für andere Fächer lernen und manche brauchen einfach mehr Aufmerksamtkeit, wie zum Beispiel Biologie oder Geschichte. Und ich habe mich so gestresst, dass sich das sogar körperlich ausgewirkt hat. Ich hatte halt immer Magenschmerzen und Schlafstörungen und sollte dann auch Beruhigungsmittel nehmen, die ich aber nie genommen habe, weil sie mich schläfrig gemacht hätten...
Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass man vielleicht weniger Zeit hat, dass zu machen, was man möchte. Ich habe zum Beispiel nicht wirklich Freunde und verlasse auch nie das Haus, da ich denke, dass ich sonst in der Schule versage und so sitze ich den ganzen Tag zu Hause, lerne... oder zocken, was so zu meinem neuen Hobby geworden ist und rede dort auch viel mit Leuten, die ich schon lieb gewonnen habe.

So zum Abschluss wollte ich noch etwas zeigen, was vielleicht ein wenig zu dem Thema passt. Ich musste es für den Englisch unterricht schreiben, weswegen es auch auf Englisch ist. Aber grob gesagt geht es um Perfektionismus und Versagen und das wir uns selbst durch den Perfektionismus den wir vielleicht erreichen möchten kaputt machen.

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Naja da hab ich auch nur 13 Punkte bekommen und war ziemlich enttäuscht...xD Weil mir der Text doch schon irgendwie etwas bedeutet hat.

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 5 Tage her #807427

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Ausführliche, aber sehr interessante Antwort
TheAwesomePigeon, sehr cool - danke *o-gj*

In vielerlei Hinsicht sind wohl meine Beiträge meist sehr provokant - aber darauf bin ich stolz *o-schlürf* (Pfefferminztee ist sooooo geil *o-ero2* )

Ich fühle immer wieder ein gewisses Gefühl auftauchen, wenn ich morgens um sieben Uhr aufwache, mich bereit für den Tag mache, um meine Pflichten zu erfüllen. Sicher, der Tag beginnt vllt. schön, relativ warm, vllt. auch ziemlich kalt... Aber während ich die Dinge tue, die ich immer tue, frage ich mich immer: Warum tust du das?

In hinterfrage gerne Dinge - ich bin wahrscheinlich nicht der erste Mensch, der das je getan hat. Auf jeden Fall fallen mir Ziele ein. Ziele die ich gerne erreichen würde... Für dieses und dieses Ziel muss ich diese Zwischenschritte gehen und davor muss ich dies und das machen - dann erreiche ich meine Ziele.
Bei Menschen, die nicht erwachsen geworden sind, ist das eher die Seltenheit. Daher: Wenn man in seinem Leben etwas erreichen will, sollte man erwachsen werden.

Ein Beispiel: Ich war früher obdachlos. Mit 20. Im Obdachlosenheim habe ich verschiedene Menschen getroffen - es gab keinen, der keine Probleme mit sich selber hatte. Nur, da gab es einen Türken. Er war glaube ich acht Jahre älter als ich. Aber er hat sich trotzdem wie ein pubertierender Jugendlicher benommen. Er hat erzählt, das er, seitdem er von seiner Familie weg war, ist er so gut wie immer obdachlos gewesen. Er hat nichts geschafft, nie gearbeitet und gerade so einen Hauptschulabschluss geschafft und auch nie eine Freundin besessen. Des Weiteren ist er im Endeffekt drogenabhängig und spielsüchtig geworden - aber nur wenn er Geld hatte. Wenn man im Heim lebt, dann muss man das Geld bei der AWO(Arbeiterwohlfahrt) abholen. Normal wird immer in zwei Raten ausgezahlt. Er holt das Geld ab und ist jeden Tag im Wettbüro - und wenn er mal gewinnt, gibt er einen kleinen Teil für Drogen aus - aber den Rest reinvestiert er wieder ins Spielen.

Sicher sind viele dieser Dinge nicht so ausschlaggebend - aber er ist jetzt mit 30 immer noch da - teilweise psychopathisch hat er Menschen mit Gewalt gedroht - aber er hat sich nie getraut, wirklich jemanden zu schlagen - er hat nur für die Show gelebt. Wahrscheinlich war das das einzige, was er noch hatte, um sich ein wenig in den Mittelpunkt zu rücken.

Jedenfalls erzähle ich dir das, weil ich gerade an diesem Beispiel gemerkt habe, dass, wenn ich nicht erwachsen werden sollte, genau so wie er werde. Ohne lebenswertes Leben - und das meine ich ernst. Er hatte eine Woche nach der Auszahlung kein Geld mehr und konnte somit sich kein Essen leisten. Es gab zum Glück Spenden von Essen im Heim - sonst wäre er und ich elendig krepiert(nachdem ich sieben Monate auf der Straße überlebt hatte, hatte es mich nicht gewundert, als ich in den Spiegel geguckt habe - mein Oberkörper - man konnte die Rippen sehen und zählen. Das war ein armseliges Leben).

Deswegen ist es meiner Meinung nach Bedingung, für eine mehr oder weniger erfolgreiche Zukunft, erwachsen zu werden. So oder so, Geld ist Teil dieses Leben. Ohne Geld ist man ein Nichts. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Man stirbt jeden Tag einen gefühlten Hungertod. Aber der Hunger lechzt nicht nur nach Essen, sondern sehnt sich nach ein paar positiven Gefühlen, die man früher, als man noch Anime zuhauf konsumiert hatte, regelmäßig gefühlt hatte.

Sicher kann Geld allein einen nicht glücklich machen... Aber ich denke mir, wenn ich jetzt mit sehr wenig Geld schon beinahe glücklich bin(auch wenn Beiträge von mir anderes vermuten lassen), ist es dann nicht so, dass, wenn ich noch Tausend Euro mehr verdienen würde, ich restlos glücklich wäre?
Das, was ich an Erfahrungen gemacht habe mit Glück, ist eigentlich ziemlich simpel. Menschen um mich herum machen das Thema. Meine unzähligen Freunde, wovon einige sogar richtig gute Freunde sind, meine Partner, meine Erfolge, die ich mit anderen Teile - die Gefühle, die ich dabei empfinde, sind Gold wert. All das fühlt sich für mich richtig an - also warum sollte es in meinem Fall nicht so sein, dass mich Geld noch glücklicher machen kann?
Ich höre dieses Sprichwort immer wieder: "Geld macht nicht glücklich." Aber warum sollte es denn schlecht sein, wenn man viel Geld hat? Weil, dann hat man keine Sorge um die eigene Existenz und dann kann man auch nicht auf dem kalten Asphalt aufkommen und sich eine Gehirnerschütterung zuziehen, die einen zurückwirft - in den Überlebensmodus.

Man hat den Kopf für andere Dinge frei - und kann zum Beispiel ein Haus und ein Auto kaufen. Natürlich, um eine Familie zu gründen. Wenn die Frage der Existenz nicht aufkommt, wachsen die Kinder wohlbehütet auf und als gut verdienender Mann ist man seltener gestresst.
Die Familie kann mit Geld so auf jeden Fall besser harmonieren. Mit dem Geld geht man mit der Familie zu Urlauben im Ausland, wo man sehr schöne Momente erlebt, ob es nun mit der Herzensdame ist, oder mit den Kindern. Das ist natürlich der Idealfall - ich glaube kaum, dass es so einfach ist, wie ich es gerade beschrieben habe. Aber meine Kernaussage ist, dass es nicht der falsche Weg ist, viel Geld zu verdienen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Leute mir sagen wollen, viel Geld zu besitzen wäre schlecht - auch das Streben danach... Vllt. verstehe ich diese Redewendung auch nur falsch... Aber ich will in der Zukunft sehr viel Geld verdienen, denn es ist die halbe Miete.
Und wenn ich eins gelernt habe, dann das Beziehungen ohne eigenes Geld auf Dauer nicht funktionieren. Besonders als Mann.

Danke für deinen sehr aufschlussreichen Beitrag *o-brav*




________________

Ein Schlingel hat kommentiert, während ich meinen Beitrag geschrieben habe *o-Dx* *o-run*

Hallo erstmal *o-hi*
Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass man vielleicht weniger Zeit hat, dass zu machen, was man möchte. Ich habe zum Beispiel nicht wirklich Freunde und verlasse auch nie das Haus, da ich denke, dass ich sonst in der Schule versage und so sitze ich den ganzen Tag zu Hause, lerne... oder zocken, was so zu meinem neuen Hobby geworden ist und rede dort auch viel mit Leuten, die ich schon lieb gewonnen habe.

Während ich deinen Text gelesen habe, bin ich selbst ein wenig nostalgisch geworden. Es gibt meiner Meinung nach einige verschiedene Varianten von Erziehungsstilen, die entweder das Kind fördern, oder an der Entwicklung hindern. Ich selber hatte während meiner gesamten Jugend und Kindheit nie auch nur eine Sekunde zum Lernen geopfert. Andere Menschen nutzen ihre ganze Zeit fürs Lernen - was ich ehrlich gesagt irgendwie beneide. Erst, als ich 17 wurde, habe ich die Wichtigkeit der Schule erkannt. Um genau zu sein, ich bin auf die Fresse geflogen.

Ich hatte damals eine Hauptschule besucht, bin aber zu einer Prüfung nicht gegangen - was bedeutet das für Hauptschüler in Baden-Württemberg? Abschluss nicht erreicht. Das war wohl mitunter die schlimmste Zeit bis zu dem Zeitpunkt. Das ist der Nachteil. Mein Vorteil liegt vllt. maximal darin, dass es mir leicht fällt, auf Menschen zu zugehen und mit ihnen Kontakt zu knüpfen. Mein Manko lag immer daran, dass ich mich nicht aufs Lernen zu konzentrieren konnte. Sicher hat alles seine Vorteile - aber alles hat auch so seine Nachteile. Darin liegt wohl dein Vorteil - und es ist besser als mein Vorteil - jedenfalls zukunftsbedingt. Weil Bildung extrem wichtig ist und nicht unterschätzt werden sollte, wie ich damals gemacht habe.

Mit einem guten Abschluss sehen Leute sowieso, dass du was leisten kannst. Besonders in dem Alter passiert meist die krasseste Entwicklung, jedenfalls war das bei mir so. Ich habe vor zwei Jahren oder so auch mal einen ähnlichen Thread aufgemacht, der hieß "Gedanken über... Vergänglichkeit". In dem Thread erkennt man eindeutig meine schwer depressive und suizidale Stimmung.

Ich war auch jemand, der nur Zuhause geblieben ist - nur Anime, oder Serien, oder Filme rein gezogen. Was bringt es mir heute, keine Probleme mit Menschen zu haben, wenn ich Probleme im Berufsleben habe? Sicher ist eine soziale Isolation keine einfache Sache, aber ich verstehe dich. Das Leben hat mir einige Dinge gezeigt und beigebracht -
irgendwann wird sich alles ändern.

Ist so einfach gesagt - ich bin in einer kaputten Familie aufgewachsen. Fast ein ganzes Jahrzehnt musste ich leiden bis zum geht nicht mehr. Aber ich hab immer daran geglaubt, dass alles anders wird. Vllt., dass nicht alles besser wird... Aber das es sich ändert. Denn ich wollte mich immer ändern - ich wollte nicht mehr der introvertierte Typ sein, der nie ein Wort spricht(ohne Scheiß, ich war wie eine Statue, nie Gefühle gezeigt)... Ich wollte insgeheim immer der beliebteste sein.

Irgendwann muss man verschiedene Erfahrungen machen - denn je länger man tatenlos zusieht, desto eher wird dich eine externe Gewalt dazu auffordern. Und dann machst du eine Persönlichkeitsentwicklung durch - vllt. gerade die, die du in deiner Kindheit oder Jugend nicht gemacht hast... Ich hoffe nur, du musst nicht die gleiche Scheiße wie ich durchmachen musst.

Im Heim gab es 4 Räume. In einem Raum schliefen 4 Leute. In diesem Raum gab es für jeden einen kleinen Schrank. Meistens waren Menschen gekommen, die frisch aus dem Gefängnis entlassen wurden. Und es waren fast nur Gewaltverbrecher. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie oft ich einfach nur Todesangst hatte - ich kann mich sogar noch erinnern, wie ich um mein Leben gerannt bin, als mich einer aus meinem Zimmer verfolgt hat, um mich zu verprügeln. Pure Angst treibt einen enorm an. Soziale Interaktionen lernt man eigentlich nur, wenn man ins kalte Wasser springen muss.

Ich habe übrigens meine mittlere Reife nachgemacht und als Klassenbester abgeschnitten *o-pfeif* *o-8)*

Ich danke auch dir für deinen Beitrag *o-gj*

I.N.
"...aber als Daumenregel gilt: je kleiner, desto kleiner."
*o-XD* *o-haha* *o-kihihi*
Letzte Änderung: 2 Wochen 5 Tage her von BigBoss.

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 4 Tage her #807478

Hmm, trotz der recht eindeutigen Überschrift bin ich mir nicht so ganz sicher, was hier das eigentliche Thema sein soll.

Ich glaube, zuallererst lobe ich mal TheAwesomePigeon, dessen Beiträge das Proxer Forum in seinem Innersten zusammenhalten.
Man könnte auch sagen, seine Beiträge stellen die Basis für viele andere (meist kürzere) Beiträge dar.^^

Ich selbst war nie besonders gut in der Schule, da ich viele Themen ziemlich langweilig fand und der Meinung war, dass sie irrelevant sind.
Es gab zwar einige Fächer, in denen ich gut war, aber mit diesen hätte ich mich auch dann beschäftigt, wenn sie nicht auf dem Lehrplan gestanden hätten.

Schüler, die in wirklich allen Fächern eine 1 hatten, fand ich früher immer etwas merkwürdig, da mir auffiel, dass sie sich trotz der guten Noten für die Themen eigentlich überhaupt nicht interessierten und meist auch nur das wussten, was im Unterricht behandelt wurde. Ich will an dieser Stelle allerdings keine Kritik üben, da bei den meisten der Leistungsdruck der Eltern zumindest eine Teilschuld hatte, was mir natürlich auch bewusst wurde.

Wenn man wirklich nur auf Geld aus ist, sollte man meiner Meinung nach das Schulsystem möglichst früh verlassen und seine eigenen Wege gehen. Die wirklich großen Summen erhält man nicht in einer Festanstellung.

Was das Erwachsensein betrifft, glaube ich, dass es weniger etwas mit Leistung zu tun hat als vielmehr mit Lebenserfahrung.
Hat man genug Erfahrung, um im Alltag zurechtzukommt, kann man sich eigentlich schon als erwachsen bezeichnen.

@BigBoss:
Ich bin mir nicht allzu sicher, ob unsere Gesellschaft auf Intelligenz wirklich vorbereitet ist.^^ Intelligenz ist zweischneidiges Schwert, da man sie nicht abschalten kann.

@Innocent_Pierce:
Kommt es mir nur so vor oder hast du den Text zufälligerweise über dich selbst verfasst?^^
Folgende Benutzer bedankten sich: BigBoss, TheAwesomePigeon

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 4 Tage her #807496

rabbitcat schrieb:
@Innocent_Pierce:
Kommt es mir nur so vor oder hast du den Text zufälligerweise über dich selbst verfasst?^^
Wenn du den Englischen Text meinst, dann trifft das teilweise zu. Aber an sich bin ich erst auf die Idee gekommen, weil jemand den ich kenne, es recht schlecht ging, weil er ständing Angst hat zu versagen, wobei er der beste aus seinem Jahrgang ist, aber er stresst sich komplett. Ich tue das zwar auch, aber bei ihm ist es weitaus schlimmer und aus dem Grund habe ich diesen Text geschrieben.

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 4 Tage her #807541

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Interessantes Thema.

Was die Sache mit dem Erwachsensein angeht sehe ich es ähnlich wie Deviltoon. Erwachsen wird man nicht von heute auf morgen und generell finde ich den Begriff sehr schwammig. Man stößt auch als "Erwachsener" immer wieder auf Situationen, die einen möglicherweise aus der Bahn werfen und das ist auch völlig in Ordnung, niemand ist unfehlbar und erwachsen zu sein, heißt nicht, dass man ein "vollkommenes" Wesen ist (oder doch? Wenn ja, dann ist der Begriff wirklich Schwachsinn). Das ganze mag vielleicht etwas arg idealistisch wirken, aber in meinen Augen wächst man stetig an den neuen Herausforderungen, denen man sich stellt. Es gibt ein Sprichwort, das da lautet, wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Ich selbst finde das auch in dieser Thematik passend, man ist in meinen Augen nicht mit Abschluss des 18. oder 21. Lebensjahres plötzlich erwachsen. Das Leben an sich ist in meinen Augen ein Prozess des Lernens und Reifens, gleich wie alt man ist.

Auch finde ich diese fast schon pessimistischen Gedanken bzgl. des Erwachsenseins eher fraglich ... Nur weil man erwachsen ist, heißt das nicht, dass man irgendwann ein Alter erreicht hat, in dem man nichts mehr erreichen kann. Auch wenn man das immer gerne denkt und es etliche Leute gibt (auch in meinem Umfeld) die mit 40-50 Jahren sagen "Ach ... hätte ich damals doch dies und das gemacht ... wäre ich doch mit 20 mal zum Bungie Jumpen gegangen, hätte eine weitere Fremdsprache gelernt, ein Instrument, hätte eine Weltreise unternommen, hätte dies, hätte das", wo ich mir stets denke "Mach es doch einfach jetzt". Vielleicht sehe ich das mit meinen 23 etwas zu naiv und sicher gibt es Dinge, die man irgendwann im hohen Alter nicht mehr erreichen kann ... dass man mit 80 nicht mehr anfangen muss auf eine Olympia-Teilnahme im Turnen zu trainieren dürfte sich von selbst erklären.^^ Dennoch geht es mir bzgl Zukunftsträume in meinem Umfeld oft eher so, dass die Leute, selbst in meinem Alter schon, zu sehr in der Vergangenheit leben bzw. den Großteil ihrer Energie damit verschwenden, sich vorzuwerfen, was sie "damals" alles nicht gemacht haben, als viel weniger damit, was sie denn jetzt oder zukünftig machen könnten.


AwesomePigeon schrieb:
Die Nachricht dahinter ist vielmehr, dass es kontraproduktiv ist, wenn man sich in der Verfolgung seiner Ziele so sehr verliert, dass man beim Blick auf die Zukunft die Gegenwart übersieht.

Schön gesagt, ganz ehrlich. Letztlich kann ich mich dem anschließen, dass man gewisse Dinge, wie du in deinem letzten Absatz selbst beschreibst, nie endgültig vorherplanen kann, da es immer sein kann, dass einem irgendwas dazwischenkommt. Und auch ich, der sich mit 23 noch als relativ jung bezeichnen würde (in Bezug auf Zukunftsplanung etc.) hatte schon Pläne, die ich aufgegeben habe. Nicht, weil ich sie nicht erreicht habe/hätte, sondern, weil sich mir andere Möglichkeiten boten, die ich stattdessen wahrgenommen hatte. Ob man solche Entscheidungen letztlich zu bereuen hat oder nicht steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt und lässt sich so pauschal auch nicht beantworten, sondern ist, wie so vieles, situationsabhängig.

Was die Sache mit dem Glück angeht, würde auch ich nicht uneingeschränkt die Meinung vertreten, dass Geld glücklich mache. Nicht, weil ich denke, dass das prinzipiell nicht so ist, sondern weil die Aussage in meinen Augen die Individualität des Menschen untergräbt. Vielleicht gibt es Menschen, die durch Geld tatsächlich glücklich werden. Es gibt aber auch Menschen, die durch andere Dinge glücklich werden. Ich selbst bin ein sehr selbstloser, um nicht zu sagen altruistischer Mensch. Mich macht es nicht glücklich, Geld zu haben, mich macht es glücklich, für andere da zu sein/anderen zu helfen. Ob ich das nur mache, um mich also letztlich selbst besser zu fühlen und ob Altruismus im Grunde die höchste Form des Egoismus ist, ist ein anderes Thema. Wie auch immer: wenn ich mehr Geld hätte, als ich wirklich zum Leben bräuchte würde ich es entweder spenden oder es würde auf meinem Konto vergammeln. Für meine Zukunftsplanung ist mir wichtig, ausreichend finanzielle Mittel zu haben, um meiner Familie/Kindern eine gute Grundlage (auch in Bezug auf Bildung/Studium) schaffen zu können, mehr bräuchte ich nicht, um glücklich sein zu können. Man muss für sich selbst entscheiden können, welches die Dinge sind die einen glücklich machen und sich diese Ansicht nicht von der Gesellschaft aufzwängen lassen, denn letztlich denke ich, dass man auf die Weise selbst dann nicht wirklich glücklich ist, wenn man diese Dinge eben hat - schlicht, da es doch nicht das ist, was man wirklich wollte, um glücklich zu sein.

Devil schrieb:
Wow. ist wieder unglaublich, unnötig lang geworden. Plz forgive me! D:

Und nichtsdestotrotz ist er einer der kürzeren Posts hier ... wobei ich selbst hingegen erst das Gefühl hatte, mein Post sei sehr kurz geraten. xD
You see, in this world there's two kinds of people, my friend: Those with loaded guns and those who dig. You dig. - Clint Eastwood (the good)
Letzte Änderung: 2 Wochen 3 Tage her von Fullmetalfan.
Folgende Benutzer bedankten sich: BigBoss, TheAwesomePigeon

Gedanken über... die Zukunft 2 Wochen 3 Tage her #807653

Meine eigene Zukunft sieht im Moment leider nicht so rosig aus.
Ich hatte früher die Wichtigkeit sozialer Kontakte nicht erkannt und stehe jetzt leider ganz allein da. Mittlerweile habe ich das Gefühl, gar nicht mehr zur Gesellschaft dazuzugehören.
Ich hatte mit 27 noch nie eine Freundin und verbringe die meiste Zeit nur im Internet.
An vielen Tagen kommt es mir so vor, als existiere ich nur noch, um zur Arbeit zu gehen.
Folgende Benutzer bedankten sich: EminenceGrise
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