THEMA: Allerlei Geschlechter - Wahnsinnig oder doch berechtigt ?!

Allerlei Geschlechter - Wahnsinnig oder doch berechtigt ?! 4 Monate 2 Wochen her #834924

densch schrieb:
EMpathie und Moral , so wie sie üblicherweise gepredigt wird, sind in den meisten Fällen einfahc nur eine Krücke die die Menschheit zurückhält.
Genauso wie die Religion.
Unnötig und bräuchte seit Jahrhunderten keiner mehr.

Die Notwendigkeit sehen die meisten auch erst mit dem Alter, manche früher, manche später.

Dem guten Möchtegern-Napoleon wird man auch nie klar machen können, dass er eigentlich geistig sehr sehr krank ist und gerade halbnackt mit einem Bettlaken durhc die Psychiatrieabteilung rennt. :-/

Seine schneidende Ironie verwandelt diesen Satz in eine Klinge.

dysfunctional schrieb:
Dass das Thema einigen über den Kopf steigt, kann ich schon ein bisschen nachvollziehen. Allerdings ist die eigene Identität, also einbezogen mit Gender- und Sexualidentität, ein Spektrum. Man kann also durchaus als Frau geborenen sein, aber mehr auf dem "männlichen" Spektrum sein, ohne gleich Transgender zu sein, was noch mal ein anderes (und auch gar nicht so kompliziertes) Thema ist.

Diese Diskussion übersteigt die Fähigkeit der meisten Leute, da sie entweder einfach noch zu jung sind, oder sich noch nie mit Soziologie und Philosophie über den Schul-Kant hinaus beschäftigt haben. Die Materie des Gender, die Vermittlung sozialer Normen, die Konstruktion von Subjekten an sich etc etc. erfordert souveräne Fähigkeiten im Denken auf der Meta-Ebene.

AndreKim schrieb:
Meiner Meinung nach haben Kleidung oder gar Haarlänge absolut nichts mit dem Geschlecht zu tun, sonst wäre jeder mit einem man-bun eine Frau.
Irrsinnig das Geschlecht über die Klamotten zu definieren.
Beispiel: Ist jeder Crossdresser mal eben am wundersamen Geschlechtswechseln? Nein. Man akzeptiert sein Geschlecht und verkleidet sich weil es Spaß macht.

Deiner Meinung nach ist das so, aber das ist nunmal falsch. Wieviele Männer siehst du in luftigen, wallenden Sommerkleidern rumrennen? Wieviele davon werden komisch angestarrt? Richtig. Menschen sehen einen Menschen, nehmen deren Geschlecht wahr und haben anhand dessen Erwartungen an ihr Verhalten. Dass das problematisch, da sexistisch, ist, darin können wir uns sicher einig werden. Darin können wir uns mit der feministischen Bewegung einig werden. Aber zu leugnen, dass es in der Gesellschaft bestimmte althergebrachte Geschlechtsmarker gibt, wie etwa Haarlänge, Tragen eines Rocks, Beschäftigung als Hausfrau, ist mehr als idiotisch und als Argument dafür anzuführen, dass die festgefahrenen Traditionen gerade erst am aufbrechen sind und eine Freundin ja ach so toll im Schießverein unterwegs ist, ist auch irgendwie lächerlich. Wenn das dein Beleg für die Homogenität der Behandlung aller Geschlechter in unserer Gesellschaft ist, dann können wir ja einpacken, denn die Arbeit ist getan.
Der Crossdresser ist eben auch ein schlechtes Beispiel, das ist Fetischplay eben generell, da meist nicht in das alltägliche Leben integriert und schon garnicht von Tag zu Tag mit den Mitmenschen ausgehandelt. Crossdressing geschieht meist im Privaten, und da wo es nach draussen kommt, wird es meist so gut gemacht, dass es nicht erkannt wird. Letzteres kann sogar als Beweis für die Existenz des sozialen Geschlechts gesehen werden: Ein Mann kann sich mit von der Gesellschaft im Einverständnis als "weiblich" belegten Markern ausstatten, um im täglichen sozialen Umgang als Frau angenommen zu werden, obwohl er biologisch doch ein Mann ist. (Wenn wir davon ausgehen, dass der Crossdress "gut" ist.)

AndreKim schrieb:
Nicht gerade fun-fact: Auch Operationen verringern nicht die recht hohen Selbstmordraten unter transgender-Menschen.

Stimmt, absoluter unfun-fact. Deshalb würde ich es aus Respekt und Andacht vor diesen Leuten begrüßen, wenn du die Statistiken nicht vorschnell für dein Argument überinterpretieren würdest. Die Selbstmordrate von Transitioned Leuten ist hoch, das kann jeder aus den allseits bekannten Statistiken entnehmen. Doch du nimmt hier eine Kausalität vorweg, die so nicht objektiv aus der entsprechenden Statistik herausgelesen werden kann. Der Selbstmord kann aus unterschiedlichen Gründen unternommen worden sein; So etwa, weil diejenige Person ihre Entscheidung bereut, weil sie doch nicht das Geschlecht war, in das sie übergewechselt ist, oder weil bestimmte Leute sie zunehmend ausgrenzen, indem sie ihre Identität als unnatürlich und unberechtigt abtun (Was ja selten ohne entsprechende unterbewusste Änderungen der Behandlung der Personen auskommt). Letztere Interpretation will ich nur anbieten, nicht jedoch ernstlich unternehmen, sie könnte für dich Bedenken erregend und ungemütlich sein.
„Wenn wir die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“
Letzte Änderung: 4 Monate 2 Wochen her von PineappleTheFruitdude.
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