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THEMA: Benotung in der Schule abschaffen?

Benotung in der Schule abschaffen? 2 Monate 2 Tage her #831407

In vielen Schulen wurde letztens auf alternative Benotung umgestiegen, oder die Noten wurden komplett abgeschafft. Findet Ihr diese Entwicklung gut? Welche Vor- und Nachteile hat dies eurer Meinung nach?

Ich persönlich finde die Abschaffung der Noten schädlich. Ein gewisser Leistungsdruck in der Schule ist notwendig um die Motivation aufrecht zu erhalten. Warum soll ein Kind lernen wenn es keine Noten gibt und damit auch keine Gefahr für die Versetzung oder für die Neckereien der Mitschüler.

Unsere Gesellschaft ist hierarchisch aufgebaut, und dies müssen die Kinder lernen. Wer sich bemüht und gute Noten bekommt, hat später bessere Chancen im Leben.

Wir müssen auch sehen, dass unsere Gesellschaft in einem Leistungswettbewerb im Globalen Masse steht. Länder wie China, Indien, etc. holen mit großen Schritten auf und sind dabei uns zu überholen. In der modernen Gesellschaft ist ein Fundament aus gut ausgebildeten Fachkräften ein Überlebensfaktor.
Letzte Änderung: 2 Monate 2 Tage her von Tssir-De-Macabre.
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Benotung in der Schule abschaffen? 2 Monate 2 Tage her #831416

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Tssir-De-Macabre schrieb:
....Ich persönlich finde die Abschaffung der Noten schädlich. Ein gewisser Leistungsdruck in der Schule ist notwendig um die Motivation aufrecht zu erhalten. Warum soll ein Kind lernen wenn es keine Noten gibt...

Da kann ich Recht geben.
Ich persönlich stehe neutral dazu. Einerseits gibt es pro und contra Argumente.
Ein Contra Argument, ist, dass z.b. Schüler benachteiligt werden, weil diese z.b. aus einem anderem Land kommen und eine 4 bekommen, obwohl diese eine 2 oder 1 anhand der Leistung verdient haben.
Außerdem gibt es auch Beschwerden darüber, dass einige Lehrer nicht objektiv und neutral genug Bewerten können , Wobei diese auch Menschen sind, naja Lehrer eher nicht für einige Leute... ne Spaß!

Du hast den Leistungsdruck schon erwähnt, was ich persönlich ebenfalls als positiven Aspekt empfinde.

Nun... Das war ein kurzes schreiben.
Und bitte nicht alles auseinandernehmen bis zum geht nicht mehr. danke.
Was ist? Denkst du, dass in meinen Beiträgen IRGENTWAS vernünftiges drinne steht?
Erwarte doch nicht ZU viel von mir!
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Benotung in der Schule abschaffen? 2 Monate 2 Tage her #831421

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Ich sehe im Bildungssystem durchaus gewisse Schwachstellen, allerdings nicht in der Benotung von Schülern an sich, sondern eher in der subjektiven Notengebung von Lehrern. Das Abschaffen einer Benotung könnte theoretisch dazu beitragen, dass Lehrer den Durck, den sie durch diese ausüben können, nicht mehr gezielt missbrauchen können. Dennoch bin ich eher dagegen eine solche abzuschaffen, auch wenn man sie missbrauchen kann. Zum einen fällt dadurch ein Gradmesser für Leistung weg, der nützlich ist um Schülern einen Orientierungspunkt zu bieten, was ihre Fähigkeiten betrifft und sie motiviert besser zu werden. Zum anderen stehen Lehrer, die ihre Autorität missbrauchen, durchaus noch andere Mittel und Wege offen, einem Schüler den Schultag zu ruinieren.
Aus meiner Sicht wäre es deshalb sinnvoller das Lehrpersonal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, statt die Benotung abzuschaffen. Schüler brauchen, denke ich, eine ungefähre Richtlinie, um ihre Fähigkeiten einschätzen zu können. Sinn und Zweck der Schule ist es ja, ihnen etwas beizubringen. Eventuell wäre ein verändertes Notensyystem, wie etwa nach Punkten sinnvoller, aber egal wie es nun gestaltet ist, man braucht eine Möglichkeit die Schüler zu beurteilen, um an ihnen zielorientiert zu arbeiten.

Wer einmal im Club für Nachtschwärmer postet, kann danach weder in den Himmel noch in die Hölle kommen.
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Benotung in der Schule abschaffen? 2 Monate 2 Tage her #831429

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Ich bin nicht der Ansicht, dass man das Notensystem an sich abschaffen muss. Wie hier schon gesagt wurde, sind Noten ein guter Indikator, um die Leistung einer Person festzustellen und mit anderen zu vergleichen. Dann wiederum muss man sich fragen: Wie viel sagt diese Note tatsächlich aus? Spiegelt sie die Leistung des Schülers wirklich korrekt wider? Ich finde, dass das oft nicht so ist und man deshalb bei der Notenverteilung wesentlich flexibler sein und mehr auf den einzelnen Schüler eingehen sollte.

Beispiel: Ich bin sehr sehr schüchtern und habe mich deshalb fast nie oder sogar gar nicht im Unterricht gemeldet. Dementsprechend hatte ich in vielen Fächern mündlich eine 6. Theoretisch ist das gerecht, denn jemand, der sich nicht am Unterricht beteiligt, sollte keine gute Note dafür bekommen. Dennoch: Schriftlich war ich immer recht gut. Ich konnte den Stoff also, auch wenn ich mich nicht mündlich geäußert habe. Nun zieht meine mündliche Note meine schriftliche jedoch gehörig runter und im Zeugnis steht beispielsweise eine 4, obwohl ich schriftlich 2er abgeliefert habe. Ist das gerecht? Spiegelt die Note die tatsächliche Leistung wider? Ich sage nein. Sicher, ich habe mündlich nichts getan. Nicht aber, weil ich faul oder dumm bin, sondern weil ich zu diesem Zeitpunkt ein Defizit hatte (extreme Schüchternheit) und einfach Angst vor einer Klasse zu sprechen. Ist es meine Schuld? Ich würde es ändern, wenn ich könnte, aber ich konnte es nicht. Eine harsche Benotung berücksichtigt diesen Umstand jedoch nicht. Sie suggeriert ausschließlich, dass ich nicht so gut in dem Fach bin, obwohl die schriftlichen Leistungen ja ein anderes Bild geben.

Sollte ein Lehrer nun die mündliche Leistung komplett ignorieren? Bei anderen die Schriftliche, weil sie nur mündlich gut sind? Nein, das wäre zu extrem. Die Benotung sollte einfach etwas flexibler gestaltet werden und mehr auf den einzelnen Schüler eingehen. Ich hatte Lehrer, die mich wirklich verstanden haben. Die meine schriftlichen und mündlichen Leistungen gesehen haben, mit meinem Charakter, meiner Art in Relation gesetzt haben, und dementsprechend etwas toleranter bei der Notengebung waren (mündlich hab ich natürlich trotzdem nie eine viel bessere Note bekommen, aber immerhin etwas). Die meisten Lehrer hat das jedoch nicht interessiert. Sie hatten ihr eigenes Bewertungssystem und haben es gnadenlos durchgezogen, ohne auch nur zu versuchen, mich zu verstehen. Warum auch? Ihr Beruf schreibt ihnen nicht vor, sich die Mühe zu machen, sich genauer mit den Schülern auseinanderzusetzen. Geld verdienen sie trotzdem.

Meiner Meinung nach darf das aber nicht sein. Es gibt viele Schüler da draußen, die wirklich was im Köpfchen haben, jedoch durch persönliche Defizite daran gehindert werden, ihr ganzes Potenzial zu zeigen. Für diese Leute sollte man das Notensystem zwar nicht komplett aufbrechen, aber zumindest etwas rücksichtsvoller gestalten. Dann sind die Noten im Zeugnis auch näher an der Wahrheit dran. Zukünftige Arbeitgeber interessiert es nämlich nicht, wie die Wahrheit aussieht. Sie sehen deine Noten und vergleichen dich anhand dieser mit anderen Bewerbern. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer sich bemühen, Schüler möglichst genau zu bewerten (Perfektion sollte man natürlich nicht erwarten, Lehrer sind auch bloß Menschen).
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Benotung in der Schule abschaffen? 2 Monate 14 Stunden her #831516

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Ich bin ebenfalls nicht der Meinung das Notensystem grundsätzlich abzuschaffen. Eine Ergänzung könnte jedoch durchaus sinnvoll sein.
Problematisch ist dabei jedoch sehr wohl, dass es schnell ein schmaler Grat zwischen Persönlichkeitsrechten und Benotung werden könnte.
Denn zu den erwähnenswerten Dingen gehören nicht nur familiäre Veränderungen wie der Umzug aus einem anderen Land, der dazu führt, dass man erst noch die Sprache erlernen muss. Auch Todesfälle in der Familie, wechselnde Pflegefamilien, psychische Probleme und vieles andere kann einen großen Einfluss haben, der berechtigt aufgeführt werden könnte. Nur wenn solche Informationen in einem Zeugnis erfasst würden, dann würde ein zukünftiger Arbeitgeber auf zu viele Informationen Zugriff erhalten, bei denen ihm jedwede Berechtigung fehlt.
Selbst die Frage ob jemand schüchtern oder Faul ist lässt sich von außen nur schwer beantworten. Ebenso kann es auch sein, dass ein Schüler zwar super Leistung zeigt, dafür jedoch im Grunde gar nicht lernen braucht. Leistung ist folglich nichtmal zwingend ein Zeichen von Fleiß.

Folglich kann man es drehen wie man will, es ist nicht möglich ein gerechtes System aufzubauen. Hinzu kommt dann noch die bereits erwähnte Problematik der Bewertung. Es kann in fast keinem Fach eine objektive Bewertung geben. Nichtmal im schriftlichen Bereich. Klar, in der Mathematik gibt es ein eindeutiges Richtig und Falsch, doch in vielen anderen Fächern nicht. Nehmen wir als Beispiel die Analyse und Interpretation von Texten. Hat wirklich jeder Schreiber eine Intention? Kann man nicht auch etwas um des bloßen Schreibens willen schreiben?
Oder noch belangloser, sprachliche Mittel erkennen, das kann man zwar problemlos lernen, doch wenn man ihnen eine Wirkung und Wirkabsicht zuordnen soll, dann wird es schon komplizierter, da dies eine Frage der Wahrnehmung ist. Wenn der Schüler sie zwar findet, sie auf ihn jedoch keine Wirkung haben, wie soll er dann eine verlangte Wirkung schreiben, die auch vom Korrektor akzeptiert wird?
Das Problem der Musterlösung in diesem Bereich verstärkt diese Thematik sogar nochmal, da es dann nicht mehr nur die Frage ist, ob jemand zwar abweichende Ansichten hat, bzgl. des Erwartungshorizonts, diese aber vernünftig belegen kann.

Was man auch machen möchte, es gibt da keine sinnvolle Lösung. Ohne Noten fehlt die Vergleichbarkeit, aber letzlich interessieren die Schulnoten später ohnehin nur bedingt, wenn es nicht gerade um ein Studium mit Zulassungsbeschränkung geht. Zumindest ist das meine Erfahrung. Es geht mehr um prakische Fertigkeiten als um die Noten auf einem Zeugnis.

Und wir sollten nicht vergessen, dass nicht jeder beim ständigen Wettbewerb und Kräftemessen mitmachen möchte.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 4 Wochen her #831563

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Meiner Meinung nach gehören Noten nicht abgeschafft. Allerdings sollte man in puncto Notenerhebung an der Transparenz arbeiten. Die Noten der schriftlichen Prüfungen werden für gewöhnlich auf zwei Nachkommastellen berechnet und gehen in dieser Form in die Zeugnisnote ein. Schüler und Eltern sehen allerdings nur die ganze Note und eventuell noch eine Tendenz. Der Notenschlüssel selbst ist ein gut gehütetes Geheimnis der Kultusministerien.

Mündliche Prüfungen könnte man meinetwegen komplett abschaffen, da bei denen enorm viel am guten Willen des Prüfers hängt und eine objektive Bewertung der erbrachten Leistung kaum möglich scheint.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 4 Wochen her #831579

Ob das sinnvoll ist hängt von der Art der alternativen Benotung ab, ein paar Details dazu wären wünschenswert. Ich halte nicht viel von Lehrern. In meiner schulischen Laufbahn waren, wenn man großzügig schätzt 10% fähige Lehrkräfte, die den Job aus überzeugung gemacht haben. Der Rest war akademischer Ausschuss, der in der freien Wirtschaft nicht überlebt hätte und stattdessen lieber Schüler mit der eingenen Inkompetenz bei attraktivem Gehalt geplagt hat. Daher lehne ich jede Art Benotungsform ab, die den Lehrern viel Spielraum gibt Schüler individuell zu benoten. In der Theorie ist so eine Benotungsform zwar schön, aber am Ende wird das dazu führen, dass Lehrkräfte Noten basierend auf ihrer Sympathie zum Schüler vergeben. Das läuft zum Teil auch jetzt schon so bei mündlichen Noten. Das traditionelle System finde ich da besser, ein Blatt Papier mit Fragen, entweder ist deine Antwort falsch, oder richtig.

Ich sehe generell keine Probleme mit dem jetzigen Benotungssystem. Ich sehe lediglich Probleme mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Noten. Primär die absurde Erwartungshaltung der Wirtschaft. Mittlerweile wird von dir sogar für Handwerksausbildungen mittlere Reife und Abitur erwartet. Am besten noch mit 2,0 Schnitt und höher sonst wird dem Bewerber garnicht geantwortet. Ähnlich verhält sich das beim Numerus Clausus, der bestimmte Studiengänge versperrt wenn du kein 1,3 Abitur vorweisen kannst. Das ist eben kein gesunder Leistungsdruck, sondern schafft 2 Gruppen von Schülern. Die einen sind gestresst und bekommen immer häufiger Burnout, weil seitens der Gesellschaft und des Elternhauses Druck gemacht wird das man gefälligst ein 1,0 Abschluss machen soll. Die anderen sind Leute wie ich, die alles nach dem Minimalprinzip machen, weil Noten keine Rolle spielen, da sie z.B. etwas technisches studieren und sich so etwas kein normaler Mensch antun will(kein Numerus Clausus).

Im Endeffekt fungieren Noten nur als Einstiegshürde und nach 1-2 Jahren Jahren Berufserfahrung kräht da kein Hahn mehr danach. Daher finde ich nicht das folgende Aussage auch nur im entferntesten die Realität wiederspiegelt:

Wer sich bemüht und gute Noten bekommt, hat später bessere Chancen im Leben.

Entscheidend sind nicht die Noten, sondern der höchste erreichte Abschluss. Ab da ist die Frage wie gut du dich verkaufen kannst viel entscheidender.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 4 Wochen her #831590

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Wir müssen auch sehen, dass unsere Gesellschaft in einem Leistungswettbewerb im Globalen Masse steht. Länder wie China, Indien, etc. holen mit großen Schritten auf und sind dabei uns zu überholen. In der modernen Gesellschaft ist ein Fundament aus gut ausgebildeten Fachkräften ein Überlebensfaktor.
Ich sehe im Moment nicht, dass Länder wie China und Indien große Fortschritte machen. Wenn es mit China jemals bergauf gehen sollte, haben sie plötzlich auch das Problem, dass sie die giftigen Chemikalien nicht einfach in den nächsten Fluss kippen können.
Insbesondere indische IT-Fachkräfte halte ich für schlechter, als ihr Ruf es vermuten lassen würde. Viele Firmen bezahlen nur deswegen Entwicklerteams aus Indien, weil sie einfach billiger sind. Qualitative Arbeit kann man da allerdings nicht erwarten. Genauso wie hier sind echte Fachkräfte in Indien nämlich eine Seltenheit.
Viel größer ist die Gefahr, dass deutsche Firmen einfach aufgekauft werden.

SmokeTheEvertrolling schrieb:
Ich sehe lediglich Probleme mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Noten. Primär die absurde Erwartungshaltung der Wirtschaft. Mittlerweile wird von dir sogar für Handwerksausbildungen mittlere Reife und Abitur erwartet. Am besten noch mit 2,0 Schnitt und höher sonst wird dem Bewerber garnicht geantwortet.
Wenn ich einen Tischler einstellen sollte, würde ich auch das Abitur und mal mindestens den Bachelor erwarten. Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht in der Wirtschaft, sondern viel mehr an dem verfallenen Schulsystem. Die Hauptschule wurde abgeschafft und das Abitur ist mittlerweile zum Standard geworden. Auch der Bachelor gehört mittlerweile fast schon zu einem normalen Lebenslauf.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 4 Wochen her #831594

HealingPotion schrieb:
Wenn ich einen Tischler einstellen sollte, würde ich auch das Abitur und mal mindestens den Bachelor erwarten. Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht in der Wirtschaft, sondern viel mehr an dem verfallenen Schulsystem. Die Hauptschule wurde abgeschafft und das Abitur ist mittlerweile zum Standard geworden. Auch der Bachelor gehört mittlerweile fast schon zu einem normalen Lebenslauf.

Die Vorstellung ist derart Weltfremd das ich nicht sicher bin ob du trollst, oder aufgrund der eignenen Bildung und den damit verbundenen Standards den Bezug zur Realität verloren hast. Den einen oder anderen verzweifelten Abiturienten wirst du vielleicht noch finden können, aber sag mir bitte welcher Akademiker eine Tischlerausbildung auch nur erwägt. Tischler verdienen in meiner Gegend ausgelernt ungefähr 1500 Netto, davor musst du zusätzlich 3 Jahre in eine Berufsausbildung investieren in der du minimal über Grundsicherung verdienst. Ich habe einen Bachelor und ich würde für 1500 Netto nichtmal aufstehen. Ein Studium bedeutet, völlig unabhängig von deiner Qualitätseinschätzung das du 3,5-5 Jahre Zeit investierst, was sich ensprechend im Gehalt wiederspiegeln muss. Wieso sollte jemand mit einem Hochschulabschluss also einen Job machen wollen, den man auch nach der Hauptschule anfangen kann und entsprechend verdient?

Ich will den Beruf jetzt nicht schlechtreden. Aber als Tischler sägst du Bretter. Es gibt kaum einen Job bei dem die Bildung irrelevanter ist. Was zählt ist handwerkliches Geschick, was man eigentlich nur mit Probearbeiten richtig einschätzen kann. Aufgrund solcher überzogenen Anforderungen behindern sich Betriebe nur selbst und heulen anschließend über "zuwenig Nachwuchs" rum. Mein Mittleid hält sich in Grenzen.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 3 Wochen her #831656

Es ist bedauerlich, dass man heute viele Berufe so herunterstuft, nur weil man kein Studium dafür benötigt.

Tischler sägt nicht nur „Bretter“. Wer gute Möbel von einem Meister-Handwerker gesehen hat, der schaut kein zweites Mal auf die „Möchte-Gern Möbel von IKEA & Co“.

Ich persönlich bewundere die Leute, die solche Sachen aus Holz fertigen können. Ich habe selber ein Schreibtisch gebaut (ist sogar ganz gut geworden) und weiss wie viel Arbeit und Know-how da drin steckt (ich habe sehr viele Bretter in die Ewigen-Jagdgründe geschickt, bevor der Schreibtisch fertig war).

Was die Noten angeht, so würde ich lieber das Punkte-System aus Japan nutzen. Man kann X Punkte von 100 erreichen. Da benötigt man keine merkwürdigen Notenschlüssel die keiner kennt.

Was die Qualität der Lehrkräfte angeht, so muss ich Euch Recht geben. Nur die wenigsten taugen zu Pädagogen. Es ist wirklich sehr bedauerlich wieviel Schaden schlechte Lehrer bei der Jugend verursachen. Solche Erfahrungen wirken sich oft das ganze Leben aus.

Was die Chinesischen und Indischen Ingenieure angeht, so würde ich sie nicht unterbewerten. Diese Länder haben viel Potential. Dort studieren mehr Leute, als wir in der Bundesrepublik Bürger haben. Selbs wenn nur jeder 100 gut ist, haben sie eine große Anzahl an wirklich guten Fachleuten.

Die Zeiten wo die Asiaten uns nur kopiert haben sind längst passe. Wir sollten endlich aus unserer Arroganz-Blase aufwachen und der Realität ins Auge blicken.
Letzte Änderung: 1 Monat 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.

Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 3 Wochen her #831698

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Die Zeiten wo die Asiaten uns nur kopiert haben sind längst passe. Wir sollten endlich aus unserer Arroganz-Blase aufwachen und der Realität ins Auge blicken.
Nun ja, bei einigen Produkten gibt es da schon gewisse Ähnlichkeiten. xD
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 3 Wochen her #831703

Dir ist doch klar, dass die deutsche Wirtschaft mit Kopien und Plagiaten groß geworden ist? Andere Länder haben uns dann gezwungen auf deutsche Produkte das bekannte „Made in Germany“ draufzukleben um sie als „schlechte Ware“ zu kennzeichnen. Dies ist dann aber nach Hinten losgegangen als wir angefangen haben bessere Produkte herzustellen als die Anderen.

Jetzt den Chinesen die gleiche Taktik zum Vorwurf zu machen ist wirklich Scheinheilig.

Am Ende wird nur der Bessere/Härtere gewinnen. Das ist das Recht des Dschungels ;-)
Letzte Änderung: 1 Monat 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 3 Wochen her #831932

Tssir-De-Macabre schrieb:
Am Ende wird nur der Bessere/Härtere gewinnen. Das ist das Recht des Dschungels ;-)

Das Begründen von gesellschaftlichen und ökonomischen Beziehungen zwischen Völkern, Nationen und Interessensgruppen durch diese Formel hat in der Geschichte ja immer wieder zu bahnbrechenden Fortschritten im Zusammenleben dieser geführt.
ur mom hav big gey
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 2 Wochen her #831959

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Wissenschaftliche Studien haben zu Genüge nachweisen können, dass die Notengebung grundsätzlich ungerecht und subjektiv ist.

Legt man mehreren Lehrkräften dieselbe zu korrigierende Arbeit vor, so können im Endeffekt alle Noten dabei herauskommen: Manche Lehrer benoten die Arbeit mit einer 1, andere mit einer 5 oder gar mit einer 6. Gerecht ist das wohl kaum. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer einen Erwartungshorizont für Klausuren entwickeln, also eine ausführliche Liste an Punkten und Ausführungen, die erfüllt werden müssen/können. Diesen müssen sie den Schülern ja nicht 1 zu 1 vor dem Schreiben der Klausur vorlegen, aber zumindest müssen die Schüler um die Anforderungen des Lehrers Bescheid wissen und gezielt auf diese vorbereitet werden. Außerdem schützt ein Erwartungshorizont auch vor den immer häufiger werdenden Klagen von Eltern, die sich über die Notengebung aufregen und sogar Rechtsanwälte hinzuziehen - manchmal zurecht. Doch mit einem Erwartungshorizont hat man zumindest ein Orientierung an objektiven Bewertungsmaßstäben vorliegen, den man auch als Begründung solchen Eltern vorlegen kann. Er sollte Pflicht für jeden Lehrer sein, auch wenn natürlich klar ist, dass ein Erwartungshorizont für manche Fächer sinnvoller ist als für andere, zumal er nicht in jedem Fach alle Eventualitäten abdecken kann.


Zum anderen sind Stereotype noch immer ein riesiges Problem in der Schule. Es gibt einige Studien, die zeigen, dass z.B. Schüler aus gut situierten Familien bessere Empfehlungen für die weiterführenden Schulen erhalten. Ganz nach dem Motto "Die haben bessere Chancen, da sie zuhause mehr Unterstützung erhalten". Das ist ein Problem, dass sich auch durch die Notengebung zieht und die soziale Ungerechtigkeit fördert.

Das System der Benotung ist nicht grundsätzlich schlecht. Irgendwie müssen die Menschen in den Industriestaaten "kategorisiert" und eingeteilt werden, das ist leider in unserem System so. Und hierfür ist das Vergeben von Noten eigentlich ein geeignetes Maß. Es wird nur leider falsch verwendet. Die Lehrer lassen sich von Stereotypen blenden, weil sie nicht ausreichend gebildet sind. Sie bewerten zu subjektiv, da es keine klaren Maßstäbe für Benotungen gibt. Es muss sich viel ändern. Ob man nun ein neues System entwickelt oder versucht, das bestehende System der Notengebung zu verbessern, spielt dabei keine Rolle; man muss mehr auf Aufklärung und Objektivität setzen.


Thema China: Natürlich kopieren "Entwicklungsländer" wie China und Indien vieles aus den Industrieländern. Warum sollten sie das nicht tun? Es wäre dumm, wenn sie nicht die Technik nutzen würden, die es bereits gibt. Nur dadurch erlangt insbesondere China diesen rasanten Wirtschaftswachstum. Etwas für den Fortschritt des eigenen Landes zu "kopieren" und effektiv einzusetzen ist schlau und effizient. Es ebnet den Weg für Wachstum und später für eigene Ideen und Produktionen. In China bewegt sich einiges. An der Küste befindet sich die Gesellschaft bereits auf einem ähnlichen Stand wie in den Industriestaaten. Aber besonders in China herrscht ein starktes Ost-West-Gefälle vor, im Landinnern sind viele Menschen noch arm und leben von der Landwirtschaft, weshalb das Land gerne noch als Entwicklungsland bezeichnet wird. Es ist jedoch nicht weit davon entfernt, uns ebenbürtig zu sein, schon heute stammen einige Innovationen aus China.

Liebe Grüße~
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Benotung in der Schule abschaffen? 1 Monat 2 Wochen her #831962

Ich finde es traurig, dass hier viele einfach blind gegen Lehrer hetzen, anstatt sich vernünftig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Was erwartet ihr den von einem Beruf, der von vielen als Versagerjob abgestempelt wird? Der von allem Seiten kritisiert wird? Der kaum Unterstützung von der Politik bekommt? Wenn ihr bessere Lehrer wollt, dann fangt an, diesem Beruf endlich den Respekt zu zollen, den er verdient. Es ist schrecklich dauernd DInge wie "an allem ist der Lehrer schuld" oder "wenn du das nicht hinbekommst, dann werd doch einfach Lehrer" zu hören. Wenn ihr denkt, ihr könnt es besser, dann geht doch in die Schule und macht es besser!

Zum Thema: Auch hier das Argument "die Lehrer sind ja so schlecht, deswegen müssen wir die Noten abschaffen". Aha, schlechte Lehrer können also viel besser eine differenzierte Bewertung geben, die auf die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Schülers eingeht und diesen zu besseren Leistungen motiviert? Ihr wisst schon, dass eine differenziert Leistungsrückmeldung einem Lehrer viel mehr abverlangt, als eine einfache Note? Das ist natürlich auch ein Grund, warum viele Lehrer lieber Noten geben. Allerdings schafft es ein guter Lehrer sowohl mit als auch ohne Noten, seine Schüler zu guten Leistungen zu führen.

EIn typisches Problem sind natürlich auch immer die Eltern. Wie reagieren die auf eine gute/schlechte Note? Es gibt hier die Belohnerfraktion, die versucht ihre Kinder zu guten Leistungen über Belohnung anzuspornen. Dann gibt es die Nachhilfe Fraktion, die versucht ihre Kinder mit aller Gewalt auf die gewüschte Note zu bringen. Und zuletzt noch die "der Lehrer ist schuld"-Fraktion. Wie die Noten zuhause ankommen, ist also kein Problem der Noten an sich, sondern ein Problem der Eltern. Eine schrichtliche Rückmeldung, wie zum Beispiel die Berichte in der Grundschule, kann dabei natürlich Abhilfe schaffen. Aber können die Eltern damit wirklich was anfangen oder verfallen sie wieder in ihre alten Muster? Den Kindern bringt hier ein mündliches Feedback vom Lehrer tausend mal mehr. Aber sind die Eltern dann noch gut über die Leistungen ihrer Kindern informiert? Vielleicht sollte man sich auch mal darüber Gedanken machen, inwiefern das überhaupt sinnvoll ist.

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