THEMA: Abtreibung Ja/Nein

Abtreibung Ja/Nein 3 Wochen 13 Stunden her #826726

Diese Woche in der Philosophie-AG meiner Schule kam das Thema Abtreibung auf, und ich stellte den anderen meine Position zur Abtreibung dar.
Nächste Woche werden wir eine Stunde über Abtreibung diskutieren, da meine Ansichten zum Thema Abtreibung von den meisten in der Philo-AG abweichen.
Übrigens bin ich Atheist

Meine Position zu Abtreibung: Abtreibung ist meiner Meinung nach Mord, egal wie früh sie passiert. Ein ungeborenes Kind ist meiner Meinung nach besonders Schützenswert und ab der Befruchtung der Eizelle ist abtreiben meiner Meinung nach falsch.

Ich hab diesen Thread aufgemacht um mich auf potentielle Gegenargumente vorzubereiten, und werde auf Pro-Abtreibungs-Argumente versuchen schnell und gut zu antworten.
Letzte Änderung: 1 Woche 5 Tage her von AndreKim. Begründung: Vergessenes "T" bei stellte

Abtreibung Ja/Nein 3 Wochen 12 Stunden her #826727

Allein schon die Tatsache, dass ein Kind (besonders) das Leben der Frau beeinflusst und komplett auf den Kopf stellt, nahezu zerstören kann und auch (je nach Gesellschaft) (finanziell) einen Mann beeinträchtigen kann, sollte ausreichen, um Abtreibung zu legalisieren.

Weiterhin müssten wir uns bei "Mord" anschauen, was Mord überhaupt bedeutet. Es ist ein vorsätzlicher Tötungsdelikt - sprich, man tötet einen Menschen. Die Frage ist: ist ein Fötus bereits ein Mensch? Was macht einen Menschen aus? Sind wir erst Menschen, wenn wir ein Bewusstsein entwickeln? Wenn wir geboren sind? Im wie vielten Monat spricht man bereits von einem Menschen? Es ist eine ethische Frage, die sich anhand der Gesellschaft formt. Eigentlich wäre es selbst im neunten Monat kein Mord, wenn die Gesellschaft den Säugling bis dahin nicht als vollwertigen Menschen betrachtet.
Jedoch du hast recht - bei der Abtreibung stirbt etwas. Genau, Etwas. Ob du jetzt eine Fliege zerquetscht, da du sie nicht willkommen heißt oder etwas aus dem Körper einer Frau entfernst, das nicht erwünscht ist - rein theoretisch ist es das selbe. Ethisch jedoch etwas anderes. Und natürlich auch biologisch (Insekt vs. Säugetier). Aber schaut man sich nur die eigentliche Tätigkeit an, dann ist es das selbe. Meiner Meinung nach zumindest.

Dann gibt es noch die klassische Gegenfrage: Du bist gegen Abtreibung, was genau machst du dann mit Frauen, die vergewaltigt wurden und dabei geschwängert wurden? Sollen die ein Kind austragen, neun Monate daran erinnert werden, dann ein Kind gebären und es abgeben? Oder behalten? Was, wenn sie 15 oder 16 sind und ihr Leben dabei völlig ruiniert wird? Was, wenn sich die Frau nicht traut zu gestehen, dass sie vergewaltigt wurde, der Mann noch immer in ihrem Leben ist und sie zwingt das Kind mit ihm großzuziehen, weil Abtreibung nicht erlaubt wurde? Oder mit naiven Jugendlichen, deren Verhütung schief ging/nicht vorhanden war? Sollen sie wegen einer Panne direkt bestraft werden?

Oder ganz simpel: das Paar möchte kein Kind. Es mag keine Kinder und möchte seine Zukunft auch nicht wegen eines Kindes beeinflusst haben. Natürlich, sie können es weggeben. Simple, aber dann hast du möglicherweise ein Kind, das in seinem Urvertrauen verletzt wurde, was emotionale Schäden mit sich führen kann. Oder das Paar entscheidet sich für das Kind, weil sie es nicht weggeben wollen, aber vernachlässigen es im Endeffekt, da sie keine Kinder wollten. Extremisieren wir es mal - sie streiten, trennen sich, dem Kind gehts im Endeffekt scheiße, weil es geboren worden ist. Es darf ständig: "Wenn du nicht gewesen wärst!" hören, kriegt einen Knacks und zieht selbst geschädigte Kinder hoch.
Wie man sicherlich gemerkt hat, bin ich auf jeden Fall Pro-Abtreibung. Jedoch lege ich mich nicht für irgendeinen Monat fest, noch möchte ich mich damit großartig auseinandersetzen, da ich keine Frau bin. Wer abtreiben will, der soll das tun. Wir sollten nicht jedem Menschen vorschreiben was er mit seinem Körper tun soll und was nicht. Will eine Frau abtreiben, dann soll sie das tun. Will sie es nicht, dann soll sie es bleiben lassen. Ich finde nicht, dass das ein Thema ist, über das man großartig diskutieren muss.
Für mich gilt einfach nur: Besser kein Kind als ein Kind das unter schlechten Bedingungen aufgezogen wird, davon haben wir mittlerweile mehr als genug.

Weiterhin ist es ein unglaublich ethisches Thema. Würde die Gesellschaft das Töten von Kindern bis 3 Jahre erlauben, dann wäre das für den Großteil der Zivilisation etwas völlig normales, aber nur für einen kleinen Teil nicht wirklich in Ordnung. So ähnlich ist es mit der Abtreibung.

Disclaimer bezüglich meiner Argumente: sie wurden alle super theoretisch aufgebaut und teilweise sehr extrem gesponnen und dementsprechend auch anfällig für Kritik. Darüber bin ich mir im Klaren. Aber Nachts um ca. 1 Uhr habe ich nicht mehr die Energie um wirklich vernünftige Argumente zu basteln bzw. auf meine Wortwahl zu achten. Aber ich denke, man kann meinen Standpunkt verstehen.
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Letzte Änderung: 3 Wochen 12 Stunden her von Fish..

Abtreibung Ja/Nein 3 Wochen 9 Stunden her #826730

Fish. schrieb:
Wer abtreiben will, der soll das tun. Wir sollten nicht jedem Menschen vorschreiben was er mit seinem Körper tun soll und was nicht. Will eine Frau abtreiben, dann soll sie das tun. Will sie es nicht, dann soll sie es bleiben lassen.
Ich finde, das fasst es eigentlich perfekt zusammen. Letztendlich liegt die Entscheidung bei der Frau, denn es ist ihr Kind. Sie ist diejenige, die das Leben in sich trägt und so am nächsten mit ihm verbunden ist. Es stellt sich lediglich die Frage: Kann sie mit dem Gewissen leben, ein (potenzielles) Leben ausgelöscht zu haben? Sicher, niemand wird sich bei dem Gedanken einer Abtreibung wohl fühlen, aber wenn man später darüber hinweg kommen kann, warum sollte man es dann nicht tun, statt sich ein Kind aufzuzwingen und seine ursprünglichen Pläne für die Zukunft über Bord zu werfen? Am Ende ist man dann womöglich noch unglücklicher, also sollte man sich nicht von seinem schlechten Gewissen allein lenken lassen, sondern auch die Zukunft und die eigene Meinung zu Kindern in Betracht ziehen. Das ganze wird natürlich schwierig, wenn man sich nicht gut genug kennt und daher unsicher ist oder wenn man später vielleicht eine andere Ansicht zu eigenen Kindern entwickelt und die Abtreibung dann bereut. Sowas kann man jedoch nicht vorhersehen, also bleibt der Frau wohl nichts anderes übrig, als die Entscheidung mit ihren derzeitigen Ansichten zu treffen. Aber egal wie diese ausfällt, solange sie bei der Betroffenen liegt, hat das die Gesellschaft meiner Meinung nicht zu interessieren, denn die Frau ist es, die danach weiterleben muss (mit oder ohne schlechtes Gewissen), also sollte sie sich ihren Weg auch selbst aussuchen dürfen.

Inwiefern der Mann (ich gehe jetzt mal von einer normalen Schwangerschaft und keiner Vergewaltigung aus) hier ein Mitspracherecht hat, ist natürlich nochmal eine ganz andere Frage. So wäre es beispielsweise problematisch, wenn die Frau das Kind nicht will, der Mann aber schon. Ich persönlich finde ja, dass die Frau das alleinige Entscheidungsrecht hätte, schließlich ist sie diejenige, die das Kind gebärt. Und nur um den Mann zufriedenzustellen und die Beziehung nicht zu gefährden, sollte sie das Kind sicher nicht bekommen, da gehört dann auch Verständnis von Seiten des Mannes zu. Aber das ist nur meine Meinung und eine klare Antwort gibt es nicht. Wie gesagt, jeder muss es für sich selbst entscheiden und auch, ob man überhaupt dazu in der Lage ist. Man kann nicht einfach pauschal sagen, ob Abtreibung etwas Böses ist oder nicht, sondern muss es in Relation zur Betroffenen sehen, da deren Gefühle eine sehr große (wenn nicht sogar die wichtigste) Rolle spielen.
Letzte Änderung: 3 Wochen 9 Stunden her von Plinfa-Fan.
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Abtreibung Ja/Nein 3 Wochen 4 Stunden her #826733

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Ich halte den momentanen Kompromiss -Fristenlösung mit Beratungspflicht und Indikationen- in unseren Staat (auch wenn er verfassungsrechtlich fragwürdig ist) für die beste Lösung. Der § 219a gehört jedoch insoweit überarbeit, dass das Informieren und Werben klar abgegrenzt werden müssen. Ärzte -die abtreiben- müssen geschützt werden, es muss Rechtssicherheit bestehen, aber finanziele Vorteile dürfen diese ebenfalls nicht erhalten.
Die Frage danach, wann man etwas als Menschen betrachtet, stellt sich bei mir nicht. Von Mord spricht man zwar erst nach der Geburt, aber eine Abbtreibung bleibt allerdings eine Straftat. Alles potentielle Leben, auch das von Behinderten die sich ggf. nicht selbst wahrnehmen könnten, ist schützenswert. (unabhängig von Meinungen, Zweck, Nutzen und gesellschaftlichen Ansichten von Heute)
Das Abtreiben eines Kindes kann auch für die Frau weitreichende psychologische Folgen haben, weshalb die Beratungspflicht durchaus Sinn macht. In jeden Falle sollte der Staat verdeutlichen, dass grundsätzlich jedes Leben schützenswert ist. Die Ausnahmen bei Vergewaltigungsopfern und gefährdeteten Müttern sind ethisch und medizinisch nachvollziebahr, aber letztlich ebenfalls rechtlich schwer zu beurteilen. Eine Abwägung bei der Menschenwürde, die auch das ungeborene und das in jedem Fall unschuldige Leben schützt, ist eigentlich niemals zu rechtfertigen.
Fish ist weiterhin noch auf ungewollt Schwangere eingegangen, wobei diese ja wahrscheinlich fahrlässig gehandelt hätten, und eine Schwangerschaft generell viel Konfliktpotential bietet. (egal wie man sich entscheidet und bis zum 12. Monat könnten sie ja abtreiben) mMn sollte man vor allem beim relativ strengen Adoptionsrecht ansetzen, anstatt Abtreibungen allgemein zu legalisieren. Das dadurch entstehende Klima und der vermutlich leichtfertigere Umgang mit den Beenden von (ungeborenen) Leben, ist mMn gefährlich und wiegesagt auch rechtlich schwierig.
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Wer abtreiben will, der soll das tun. Wir sollten nicht jedem Menschen vorschreiben was er mit seinem Körper tun soll und was nicht. Will eine Frau abtreiben, dann soll sie das tun. Will sie es nicht, dann soll sie es bleiben lassen.
Ich finde, das fasst es eigentlich perfekt zusammen. Letztendlich liegt die Entscheidung bei der Frau, denn es ist ihr Kind. Sie ist diejenige, die das Leben in sich trägt und so am nächsten mit ihm verbunden ist.
Wiegesagt halte ich das für schwierig, nicht nur -wie Plinfafan ausführt- die Folgen für die Mutter, sondern auch den Umstand, dass die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter mMn eigenständiges Leben darstellt und nicht bloß zum Körper der Frau gehört. Grundsätzlich ist Selbstbestimmung in fast allen Angelegenheiten zu begrüßen, in dem ich jedoch für die Entstehung neuen Lebens verantwortlich bin, muss man auch für die eigenen Taten die Verantwortung übernehmen und sei es nur das man zu einer Beratungsstelle geht, um danach abtreiben zu können.

Meine Antwort wäre also ein Jein, das für mich persönlich, der ich niemals ein Kind gebären werde, eher einem Nein zur Abtreibung entspräche.
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." - Jean-Paul Sartre
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Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826743

Ich sehe Abtreibung eher positiv an.
Mal zur Mordsache: Rechtlich gesehen ist dies kein Mord laut meines Wissens.
Ich nehme mal ein etwas heftigeres Beispiel: Wenn man vergewaltigt wurde (natürlich wurde wenn dann die Frau, weil ihr wisst schon), und diese dann schwanger ist könnte dies eine Lösung sein, da man keinen Sohn/keine Tochter eines Vergewaltigers hätte.

Ähnlich ist es mit Krankheiten. Wenn der Arzt der Frau früh genug sagt, dass z.B. das Kind Probleme mit z.B. den Armen hat, wäre dies allein wegen der Sache mit dem Mobbing nicht ganz so toll. (Man kann ja wegen der kleinsten Macke gemobbt werden)

Negativ sehe ich dies, wenn der Fötus schon richtig entwickelt ist. Dass man dies bis zum einem Bestimmten Monat darf finde ich persönlich gut.
Sonst habe ich keine Argumente mehr. Diese mögen je nach dem schwach sein, aber mir fiel nichts besseres ein.

Das sollten die kommenden Eltern oder in einigen Fällen die Frau selber entscheiden, was diese mit dem kommendem Kind macht und was nicht.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826748

Zweifellos ein schwieriges Thema und ich kann nachempfinden, warum du es als Mord ansiehst, ein Kind abzutreiben.
Nicht als erster hier stelle ich aber die Frage, ist es tatsächlich ein Kind/Baby/Mensch? Hat es einen Willen? Kann es denken? Lebt es in diesem Status tatsächlich auf eine andere Weise, als zum Beispiel ein einzelnes Organ? Oder ist es in diesem Stadium nicht einfach als Teil der Mutter anzusehen, wie zum Beispiel eine Niere, das erst nach einigen Monaten tatsächlich einen eigenen Geist entwickelt?
Der Gesetzgeber erlaubt eine Abtreibung in den ersten zwölf Wochen, setzt hier also offensichtlich die Grenze von oben genannter Frage. Wobei bei den zwölf Wochen womöglich noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Das empfinde ich als durchaus sinnvolles Konzept, da ich persönlich davon ausgehe, dass der Fötus bis zu diesem Zeitpunkt wirklich mehr ein sich entwickelndes Organ der Frau ist.
Eine sehr berechnende und "kalte" Art, an so etwas zu gehen. Aber den emotionalen Teil der Entscheidung hat die Mutter zu treffen, die ja nicht dazu gezwungen wird und sich selbst bewusst für eine Abtreibung entscheidet. In Deutschland kann man übrigens frühestens drei Tage nach einer proffessionellen Beratung abtreiben.

Du willst vielleicht damit argumentieren, dass man keinen vollwertigen Menschen der Gegenwart tötet, aber eben den Menschen, der daraus hätte werden können. In dem Fall würde ich dir antworten, dass man den Gedanken auch weiterspinnen kann und dasselbe für Verhütung gilt. Oder einfach, wenn man sich gegen den Sex entscheidet. Dann "tötet" man auch den Menschen, der vielleicht hätte entstehen können.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826751

@Mystico-chan:
Mal zur Mordsache: Rechtlich gesehen ist dies kein Mord laut meines Wissens.
Den rechtlichen Aspekt lasse ich erstmal beiseite, ich stelle das ganze in meiner Philo-AG vor. Obwohl ich mit der derzeigen Regelung nicht zufrieden bin.
Ich nehme mal ein etwas heftigeres Beispiel: Wenn man vergewaltigt wurde (natürlich wurde wenn dann die Frau, weil ihr wisst schon), und diese dann schwanger ist könnte dies eine Lösung sein, da man keinen Sohn/keine Tochter eines Vergewaltigers hätte.
Ich denke nicht das die Herkunft des Kindes, darüber entscheiden sollte, ob es ein Recht hat weiter zu leben. Keine Mutter sollte ihr Kind hassen, egal wer der Vater ist. Und kein Leben eines Menschen ist weniger wert, nur weil ein Elternteil ein Arsch ist.
Ähnlich ist es mit Krankheiten. Wenn der Arzt der Frau früh genug sagt, dass z.B. das Kind Probleme mit z.B. den Armen hat, wäre dies allein wegen der Sache mit dem Mobbing nicht ganz so toll. (Man kann ja wegen der kleinsten Macke gemobbt werden)
Meinst du ein Mensch mit Problemen hat kein Recht geboren zu werden? Fehlbildungen kannst du außerdem erst recht spät feststellen, und meiner Meinung ist Abtreibung generell Mord, aber je später sie vollzogen wird, desto härter sollte sie bestraft werden.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826752

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MrSalomon schrieb:
Der Gesetzgeber erlaubt eine Abtreibung in den ersten zwölf Wochen, setzt hier also offensichtlich die Grenze von oben genannter Frage.
Er setzt hier zwar eine Grenze, welche aber nichts mit dem Recht (des Ungeborenen) auf Leben zu tun hat, explizit erlaubt der Gesetzgeber auch keine Schwangerschaftsabbrüche, sondern stellt sie unter Umständen bloß nicht unter Strafe. Wie gesagt ist das rechtlich sehr schwer zu beurteilen und ich weiß nicht, wie das Bundesverfassungsgericht die momentane Regelung sehen würde. Die bloße Fristenregelung oder das unter Umständen als nicht rechtswidrig Ansehen wurde jeweils als verfassungswidrig angesehen.
Hat es einen Willen? Kann es denken?
Fish. schrieb:
Weiterhin ist es ein unglaublich ethisches Thema. Würde die Gesellschaft das Töten von Kindern bis 3 Jahre erlauben, dann wäre das für den Großteil der Zivilisation etwas völlig normales, aber nur für einen kleinen Teil nicht wirklich in Ordnung. So ähnlich ist es mit der Abtreibung.
Wenn solche Fragen beim Recht auf Leben eine Rolle spielen würden, dann müsste man konsequenterweise auch über Alte, Behinderte oder sonstige Menschen sprechen, die oberflächlich betrachtet keinen Geist erkennen lassen. Da ich nicht wollen würde, dass das Töten in einer Gesellschaft als etwas Normales angesehen wird, hätte ich ein Problem damit. Um Abtreibung generel bis zur Geburt zu erlauben, müsste man auch unsere Verfassung wesentlich abändern, was man auch philosophisch problematisieren könnte.
Allein schon die Tatsache, dass ein Kind (besonders) das Leben der Frau beeinflusst und komplett auf den Kopf stellt, nahezu zerstören kann und auch (je nach Gesellschaft) (finanziell) einen Mann beeinträchtigen kann, sollte ausreichen, um Abtreibung zu legalisieren.
In diesem Fall wird das Recht auf Leben, mit eher zweitrangigen persönlichen Interessen gleichgesetzt. (Das sehen wir vermutlich unterschiedlich) Außerdem hätte man diese Probleme auch beispielsweise bei einen plötzlichen Pflegefall in der Familie. In unserer Gesellschaft würde ich auch nicht behaupten, dass das Austragen eines Kindes im Normalfall, das Leben der Frau zerstören könnte.
Mystico-chan schrieb:
Ähnlich ist es mit Krankheiten. Wenn der Arzt der Frau früh genug sagt, dass z.B. das Kind Probleme mit z.B. den Armen hat, wäre dies allein wegen der Sache mit dem Mobbing nicht ganz so toll. (Man kann ja wegen der kleinsten Macke gemobbt werden)
Behinderte Kinder wären nochmal ein Thema für sich. Tatsachse ist das Kinder mit Downsyndrom aufgrund von pränataler Untersuchungen häufiger abgetrieben werden, als gesunde Kinder. Wie ich mich in einem solchen Falle entscheiden würde, kann ich nicht sagen. Auch wenn ich hoffe, dass meine Frau und ich in diesem Falle, das Kind so akzeptieren könnten, wie es wäre.
---
Ich bin mir der Ambivalenz dieses Thema durchaus bewusst und bin nachwievor auch der Meinung, dass Schwangerschaftsabbrüche auch weiterhin möglich sein sollten. Problematisch bleibt dies mMn aber trotzdem.
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." - Jean-Paul Sartre
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Letzte Änderung: 2 Wochen 6 Tage her von DaviDwithD.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826754

@MrSalomon:
Nicht als erster hier stelle ich aber die Frage, ist es tatsächlich ein Kind/Baby/Mensch? Hat es einen Willen? Kann es denken? Lebt es in diesem Status tatsächlich auf eine andere Weise, als zum Beispiel ein einzelnes Organ? Oder ist es in diesem Stadium nicht einfach als Teil der Mutter anzusehen, wie zum Beispiel eine Niere, das erst nach einigen Monaten tatsächlich einen eigenen Geist entwickelt?
Ich verstehe nicht wie du auf den Schluss kommst das Kind sei ein Organ der Mutter. Ob sich ein Mensch in der Mutter befindet oder nicht ist meiner Meinung nach egal, menschliches Leben bleibt menschliches Leben. Wenn du künstlich einen menschlichen Phötus herstellen könntest und diesen zerstören würdest wäre das meiner Meinung nach auch Mord.
Aber den emotionalen Teil der Entscheidung hat die Mutter zu treffen, die ja nicht dazu gezwungen wird und sich selbst bewusst für eine Abtreibung entscheidet.
Wenn sich ein Mörder bewusst für einen Mord entscheidet rechtfertigt das ja auch nicht den Mord.
Du willst vielleicht damit argumentieren, dass man keinen vollwertigen Menschen der Gegenwart tötet, aber eben den Menschen, der daraus hätte werden können. In dem Fall würde ich dir antworten, dass man den Gedanken auch weiterspinnen kann und dasselbe für Verhütung gilt. Oder einfach, wenn man sich gegen den Sex entscheidet. Dann "tötet" man auch den Menschen, der vielleicht hätte entstehen können.
Ich argumentiere damit das ungeborene Kinder besonders schützenswert sind, und das menschliches Leben erhalten werden sollte, egal wie schwach es ist.
Die Argumentation mit Verhütung oder keinem Sex ist falsch, denn hier entsteht gar kein Mensch.
Gehen wir mal von einem sehr jungen Menschen aus. Und dann von einem noch jüngeren, einem Baby. Wenn man nun immer weiter in dem Leben des Menschen zurückgeht kommt man irgendwann bei der Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium an, und ab diesem Moment haben wir ein menschliches Leben.
Wenn man sich bewusst gegen Sex entscheidet findet keine Befruchtung der Eizelle statt, folglich haben wir kein Lebewesen geschaffen.
Spermien sterben auch nach einiger Zeit ab, du kannst ja keinem 14-Jährigen sagen er soll mal schnell Sex haben, weil sonst die potentiellen Menschen in seinen Hoden sterben.


Edit


@Fish.:
Allein schon die Tatsache, dass ein Kind (besonders) das Leben der Frau beeinflusst und komplett auf den Kopf stellt, nahezu zerstören kann und auch (je nach Gesellschaft) (finanziell) einen Mann beeinträchtigen kann, sollte ausreichen, um Abtreibung zu legalisieren.
Also kann ich deiner Meinung nach einem Menschen das Leben nehmen wenn er mein "Leben beeinflusst" oder es "nahezu zerstört"?
Also kann ich deiner Meinung nach einem Menschen das Leben nehmen weil er mich finanziell beeinträchtigt?
Es gibt mehr als genug Menschen die in diese Kategorien fallen, und du kannst mir nicht sagen das es gerechtfertigt sein soll diesen das Leben zu nehmen.
Auch gibt es Babyklappen oder die Möglichkeit ein Kind zur Adoption freizugeben, beides besser als ihm das Leben zu nehmen.
Jedoch du hast recht - bei der Abtreibung stirbt etwas. Genau, Etwas. Ob du jetzt eine Fliege zerquetscht, da du sie nicht willkommen heißt oder etwas aus dem Körper einer Frau entfernst, das nicht erwünscht ist - rein theoretisch ist es das selbe. Ethisch jedoch etwas anderes. Und natürlich auch biologisch (Insekt vs. Säugetier). Aber schaut man sich nur die eigentliche Tätigkeit an, dann ist es das selbe. Meiner Meinung nach zumindest.
Ich sage nicht das bei einer Abtreibung "etwas" stirbt, ich sage das ein menschliches Leben beendet wird. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen menschlichem Leben und einer Fliege, auch theoretisch sind die beiden nicht das selbe. Finde mir einen theoretischen Fall in dem du das Leben einer Fliege über das eines Menschen stellen würdest.
Du bist gegen Abtreibung, was genau machst du dann mit Frauen, die vergewaltigt wurden und dabei geschwängert wurden? Sollen die ein Kind austragen, neun Monate daran erinnert werden, dann ein Kind gebären und es abgeben? Oder behalten? Was, wenn sie 15 oder 16 sind und ihr Leben dabei völlig ruiniert wird? Was, wenn sich die Frau nicht traut zu gestehen, dass sie vergewaltigt wurde, der Mann noch immer in ihrem Leben ist und sie zwingt das Kind mit ihm großzuziehen, weil Abtreibung nicht erlaubt wurde? Oder mit naiven Jugendlichen, deren Verhütung schief ging/nicht vorhanden war? Sollen sie wegen einer Panne direkt bestraft werden?
Frauen die vergewaltigt wurden sollten ihr Kind austragen, bei naiven Jugendlichen gilt das selbe.
Ich denke nicht das die Herkunft des Kindes, darüber entscheiden sollte, ob es ein Recht hat weiter zu leben. Keine Mutter sollte ihr Kind hassen, oder sogar töten, egal wer der Vater ist. Und kein Leben eines Menschen ist weniger wert, nur weil es aus einer Vergewaltigung entstand.
Auch finde ich das Argument das die Mutter neun Monate an die Vergewaltigung erinnert wird schlecht: Würde der Vergewaltiger die Mutter nicht noch viel eher an die Vergewaltigung erinnern? Und wenn dem Kind das Leben genommen werden darf weil es die Mutter an eine Vergewaltigung erinnert, darf man dann den Vergewaltiger auch töten? Zu den naiven Jugendlichen: Adoption oder Babyklappe. Aber kein Mord bitte.
(Ein) Paar möchte kein Kind. Es mag keine Kinder und möchte seine Zukunft auch nicht wegen eines Kindes beeinflusst haben. Natürlich, sie können es weggeben. Simple, aber dann hast du möglicherweise ein Kind, das in seinem Urvertrauen verletzt wurde, was emotionale Schäden mit sich führen kann. Oder das Paar entscheidet sich für das Kind, weil sie es nicht weggeben wollen, aber vernachlässigen es im Endeffekt, da sie keine Kinder wollten. Extremisieren wir es mal - sie streiten, trennen sich, dem Kind gehts im Endeffekt scheiße, weil es geboren worden ist. Es darf ständig: "Wenn du nicht gewesen wärst!" hören, kriegt einen Knacks und zieht selbst geschädigte Kinder hoch.
Trotzdem kann man dem Kind doch kein Recht auf sein eigenes Leben absprechen. Eine Trennung der Eltern fällt einem mal schwerer, mal leichter, aber sie ist garantiert kein Grund dem Kind jede Chance auf ein Leben zu nehmen. Auch kenne ich adoptierte Menschen, keiner von denen hätte lieber nicht gelebt als in eine Familie adoptiert zu werden die sich ein Kind wünscht.
Wer abtreiben will, der soll das tun. Wir sollten nicht jedem Menschen vorschreiben was er mit seinem Körper tun soll und was nicht. Will eine Frau abtreiben, dann soll sie das tun. Will sie es nicht, dann soll sie es bleiben lassen. Ich finde nicht, dass das ein Thema ist, über das man großartig diskutieren muss.
Ich bin auch dagegen Menschen vorzuschreiben was sie mit ihrem Körper tun sollen. Allerdings ist der Phötus ein eigener Körper und das sollte auch respektiert werden.
Ich finde das dies ein Thema ist über das man diskutieren muss. Die Ausrede "es ist mein Körper also ist das okay" ist viel zu geläufig und oft das einzige Argument neben "es ist kein Mensch".
Es ist nunmal ein Körper im Körper einer Frau, das ganze ähnelt für mich dem "es ist mein Grundstück also darf schießen auf wen ich will".



Edit by Layna
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Letzte Änderung: 2 Wochen 6 Tage her von Layna.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826760

Ich argumentiere damit das ungeborene Kinder besonders schützenswert sind, und das menschliches Leben erhalten werden sollte, egal wie schwach es ist.
Die Argumentation mit Verhütung oder keinem Sex ist falsch, denn hier entsteht gar kein Mensch.
Bin da voll auf deiner Seite. Das wäre auch nur meine Antwort, wenn du eben so argumentieren würdest, wie ich es hier fäkschlicherweise angenommen habe.

Offensichtlich betrachten wir hier das Leben einer befruchteten Eizelle mit unterschiedlicher Wertigkeit. Fällt mir schwer, hier eine Möglichkeit zu finden, wie eine Seite der anderen einigermaßen zufriedenstellend die eigene Meinung verargumentieren will.
Wie stehst du denn zur Pille-danach? Haben wir hier für dich auch schon den Status "Mord" erreicht? Ich würde annehmen, ja. Ansonsten müsstest auch du eine Grenze ziehen, ab wann es als menschliches Leben gilt, und genau diese Grenze lehnst du ab. (Ganz ehrlich. Ich weiß nicht, ob die Eizelle schon befruchtet ist, wenn die Pille-danach zum Einsatz kommt.)
An der Stelle muss ich sagen, ich will selbst auch keine klare Grenze ziehen und sagen müssen "du bist noch drin, du bist leider raus". Aber wäre ich blöderweise dazu gezwungen, dann wäre sie nicht bei der Befruchtung der Eizelle, so wie bei dir.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826761

Plinfa-Fan schrieb:
Letztendlich liegt die Entscheidung bei der Frau, denn es ist ihr Kind. Sie ist diejenige, die das Leben in sich trägt und so am nächsten mit ihm verbunden ist. Es stellt sich lediglich die Frage: Kann sie mit dem Gewissen leben, ein (potenzielles) Leben ausgelöscht zu haben? Sicher, niemand wird sich bei dem Gedanken einer Abtreibung wohl fühlen, aber wenn man später darüber hinweg kommen kann, warum sollte man es dann nicht tun, statt sich ein Kind aufzuzwingen und seine ursprünglichen Pläne für die Zukunft über Bord zu werfen? Am Ende ist man dann womöglich noch unglücklicher, also sollte man sich nicht von seinem schlechten Gewissen allein lenken lassen, sondern auch die Zukunft und die eigene Meinung zu Kindern in Betracht ziehen.
Du sagst es ganz richtig: Die Frau "ist diejenige, die das Leben in sich trägt". Es bleibt ein Leben.
Und es stellt sich nicht nur die Frage, ob die Frau mit dem Gewissen leben kann, ein Leben ausgelöscht zu haben. Sonst könnte ja jeder mit einer geistigen Störung, der es okay findet einen Menschen zu töten und damit weiter leben kann, wahllos Menschen umbringen.
Ist ein Leben deiner Meinung nach weniger wert als die Pläne die man mal hatte? Und wenn ja, denkst du dann das eine Adoption oder eine Babyklappe diese Pläne nicht wieder durchsetzbar macht?
"Am Ende ist man dann womöglich noch unglücklicher..." - Ich finde nicht das die Gefühle der Mutter die Lebenschancen des Babys beeinflussen dürfen.
Manchmal fühlt man sich schlecht wegen einer bestimmten Person, aber dieser Mensch hat es trotzdem verdient zu Leben - zumindest meiner Meinung nach.

Ich bin zwar nur hier um mir einen Blick auf potentielle Pro-Abtreibungs-Argumente zu verschaffen, aber du bist eingeladen deine Meinung zum Thema zu ändern oder mir mehr Pro-Argumente zu liefern.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826762

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@AndreKim
Was hälst du denn von der Abtreibung zum Schutz der Mutter, wenn entweder
a.) beide mit hinreichender Wahrscheinlichkeit sterben würden, wenn nicht abgetrieben werden würde oder, wenn
b.) nur die Mutter sterben und das Kind mit hinreichender Wahrscheinlichkeit überleben würde?
Bei einer Vergewaltigung gebe ich dir zwar Recht, dass das Kind unschuldig ist und das gleiche Recht auf Leben hat. Aber in diesem Fall die Schwangerschaft der Frau subjektiv/gefühlt nicht oder eher weniger zugemutet werden könnte. Über die Verantwortlichkeit/ Schuld/ Kausalität -bezüglich des Abbruchs nicht der Vergewaltigung- könnte man dann auch nochmals streiten.
Das Motto "Mein Bauch, meine Entscheidung" teile ich zwar nicht uneingeschränkt, aber letztendlich betrifft es am meisten die Frau, weshalb ihre Umstände und ggf. Wünsche mitberücksichtigt werden sollten, was in unser geschichtlich patriarchalischen Gesellschaft viel zu lange überhauptnicht der Fall war. Dieses Mitberücksichtigen heißt aber noch nicht, dass immer und in jedem Fall abgetrieben werden dürfte.
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Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826764

MrSalomon schrieb:
Offensichtlich betrachten wir hier das Leben einer befruchteten Eizelle mit unterschiedlicher Wertigkeit. Fällt mir schwer, hier eine Möglichkeit zu finden, wie eine Seite der anderen einigermaßen zufriedenstellend die eigene Meinung verargumentieren will.
Wie stehst du denn zur Pille-danach? Haben wir hier für dich auch schon den Status "Mord" erreicht? Ich würde annehmen, ja. Ansonsten müsstest auch du eine Grenze ziehen, ab wann es als menschliches Leben gilt, und genau diese Grenze lehnst du ab. (Ganz ehrlich. Ich weiß nicht, ob die Eizelle schon befruchtet ist, wenn die Pille-danach zum Einsatz kommt.)
An der Stelle muss ich sagen, ich will selbst auch keine klare Grenze ziehen und sagen müssen "du bist noch drin, du bist leider raus". Aber wäre ich blöderweise dazu gezwungen, dann wäre sie nicht bei der Befruchtung der Eizelle, so wie bei dir.
Eine Pille danach verhindert meinen Informationen nach eine Befruchtung der Eizelle, wenn sie rechtzeitig genommen wurde. Festlegen will ich mich aber nicht, bin selbst ein Kerl.
Ich denke nicht das ich eine Grenze ziehe sondern das komplette Leben des Menschen mit einschließe; schließlich ist hier der Punkt erreicht an dem man keine alleinstehenden Spermien und Eizellen hat. Und Sperma und Eizelle sind ja alleine kein menschliches Leben, sondern nur zusammen. Alles danach ist menschliches Leben, hoffe ich konnte die andere Seite "verargumentieren".

Edit:
DaviDwithD schrieb:
@AndreKim
Was hälst du denn von der Abtreibung zum Schutz der Mutter, wenn entweder
a.) beide mit hinreichender Wahrscheinlichkeit sterben würden, wenn nicht abgetrieben werden würde oder, wenn
b.) nur die Mutter sterben und das Kind mit hinreichender Wahrscheinlichkeit überleben würde?
Bei einer Vergewaltigung gebe ich dir zwar Recht, dass das Kind unschuldig ist und das gleiche Recht auf Leben hat. Aber in diesem Fall die Schwangerschaft der Frau subjektiv/gefühlt nicht oder eher weniger zugemutet werden könnte. Über die Verantwortlichkeit -bezüglich des Abbruchs nicht der Vergewaltigung- könnte man dann auch nochmals streiten.
Das Motto "Mein Bauch, meine Entscheidung" teile ich zwar nicht uneingeschränkt, aber letztendlich betrifft es am meisten die Frau, weshalb ihre Umstände und ggf. Wünsche mitberücksichtigt werden sollten, was in unser geschichtlich patriarchalischen Gesellschaft viel zu lange überhauptnicht der Fall war.
Erstmal zu "Mein Bauch, meine Entscheidung": Ich denke nicht das es am meisen die Frau betrifft, sondern das ungeborene Kind.
Nun zu deinen Beispielen: Ich bleibe dabei das ein Abtreiben in diesen Fällen Mord ist, hier die Erklärung:

Beispiel A (Beide sterben wenn nicht abgetrieben wird) : Ich als Utilitarist würde hier klar sagen das man Abtreiben soll, allerdings ändert das nichts daran das ich ein Abtreiben als Mord verurteilen würde.
Die meisten kennen das Beispiel vom Flugzeug das in ein Stadion mit vielen Menschen fliegt, und bei dem die Frage besteht, ob es abgeschossen werden soll. Angenommen wird das bei einem Abschuss die Besatzung des Flugzeugs stirbt, und bei einer Kollion mit dem Stadion die Besatzung sowie viel Menschen im Stadion sterben. Dein Beispiel ist eine kleine Version des Gedankenexperiments, mit der Änderung das weitaus weniger Menschen betroffen sind.
Die meisten Menschen würden sich in deinem Experiment für eine Abtreibung entscheiden, ich gehöre dazu. Allerdings heißt das nicht das ich Abtreibungen gutheiße. Es heißt nur das ich in diesem Fall (z.B. als Arzt) abtreiben würde, aber trotzdem finde das die Abtreibung als Mord eingestuft werden sollte und man die gleiche Strafe wie für einen Mord bekommen sollte.
Hier ein wenig radikaleres Beispiel: Du hast die Möglichkeit Hitler zu töten, wenn du ihn nicht tötest wird davon ausgegangen das viele Menschen sterben. Ich würde mich hier entscheiden Hitler zu töten, würde allerdings meine Tat auch als Mord einstufen, selbst wenn ich damit Leben gerettet hätte.

Beispiel B (Mutter stirbt bei Geburt, Kind überlebt) : Hier würde ich sagen das das Leben des Kindes mehr wert ist, mit folgender Begründung: Bei einer Abtreibung lebt ein Mensch sein ganzes Leben aus, bei einer Geburt lebt ein Mensch sein ganzes Leben aus und der zweite konnte auch leben, stirbt nur früher.

Beide deine Beispiele können nicht als Entscheidung gebraucht werden ob eine Abtreibung richtig oder falsch ist.
Mord bleibt Mord auch wenn man in gewissen Situationen Menschenleben damit retten kann, hoffe mein Beispiel konnte das zeigen.
Letzte Änderung: 2 Wochen 4 Tage her von AndreKim.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826768

AndreKim schrieb:
Und es stellt sich nicht nur die Frage, ob die Frau mit dem Gewissen leben kann, ein Leben ausgelöscht zu haben. Sonst könnte ja jeder mit einer geistigen Störung, der es okay findet einen Menschen zu töten und damit weiter leben kann, wahllos Menschen umbringen.
Ich finde, du verallgemeinerst das zu sehr. Meiner Meinung nach ist es etwas ganz anderes, wenn eine Frau ihr ungeborenes Kind tötet, als wenn sie einen anderen Menschen tötet. Klar, in beiden Fällen stirbt ein Lebewesen, aber ich sehe den Unterschied darin, dass das ungeborene Kind der Mutter auf eine gewisse Weise gehört. Ihr und niemanden sonst (gut, vielleicht dem Vater, wobei die Mutter meiner Meinung nach immer noch mehr Entscheidungsrecht hätte), weshalb sie selber entscheiden soll, ob sie es bekommt oder nicht. Kann ja wohl nicht sein, dass irgendwelche Gutmenschen da draußen, die überhaupt keinen Bezug zum diesem Kind haben, geschweige denn die Mutter kennen, einen Besitzanspruch auf das Kind erheben, einfach nur, damit sie Leben retten können. Da frage ich mich schon: Was haben sie davon? Geht es sie überhaupt etwas an? Mir kann keiner erzählen, dass er in Tränen ausbricht, weil irgendwo da draußen eine Mutter ihr Kind abgetrieben hat. Dann müsste man auch jeden Tag um all die Soldaten weinen, die in den Kriegen fallen und das macht ja auch niemand. Sicher, ich finde es auch nicht toll, wenn jemand stirbt. Aber wenn ich mit diesen Menschen absolut nichts am Hut habe, dann würde ich lügen, wenn ich sage, dass es mich besonders betroffen macht, wenn sie sterben. Und wie gesagt, einen herkömmlichen Mord mit Abtreibung gleichzusetzen, finde ich schwachsinnig. Ersteres gehört ganz klar bestraft, aber zweiteres geht meiner Meinung nach nur die Mutter etwas an.

Ist ein Leben deiner Meinung nach weniger wert als die Pläne die man mal hatte? Und wenn ja, denkst du dann das eine Adoption oder eine Babyklappe diese Pläne nicht wieder durchsetzbar macht?
Ich kann das nicht entscheiden. Die Entscheidung liegt allein bei der Mutter, die ihr Leben frei gestalten darf und dazu gehört auch, ob sie dieses Leben von einem Kind beeinflussen lassen möchte oder nicht. Ich habe hierzu keine persönliche Meinung, da ich keinen Bezug zu der betroffenen Person habe. Kurz gesagt: Es ist mir einerlei, wie sie mit ihrem Kind verfährt. Klingt kaltherzig, aber so ehrlich bin ich.
Letzte Änderung: 2 Wochen 6 Tage her von Plinfa-Fan.

Abtreibung Ja/Nein 2 Wochen 6 Tage her #826776

@Plinfa-Fan:
Kann ja wohl nicht sein, dass irgendwelche Gutmenschen da draußen, die überhaupt keinen Bezug zum diesem Kind haben, geschweige denn die Mutter kennen, einen Besitzanspruch auf das Kind erheben, einfach nur, damit sie Leben retten können. Da frage ich mich schon: Was haben sie davon? Geht es sie überhaupt etwas an? Mir kann keiner erzählen, dass er in Tränen ausbricht, weil irgendwo da draußen eine Mutter ihr Kind abgetrieben hat. Dann müsste man auch jeden Tag um all die Soldaten weinen, die in den Kriegen fallen und das macht ja auch niemand.
Ok dann frage ich dich etwas anderes: Was hast du davon das Menschen die andere Menschen töten bestraft werden? Du kennst die meisten der Opfer doch auch nicht.
Und trotzdem ist es mehr als menschlich, und auch absolut richtig, einen Mord zu verurteilen. Dafür muss man gar kein "Gutmensch" sein, eine Meinung zu einem ethischen Problem kann man ja trotzdem haben, vielmehr ist es nur natürlich eine Stellung zu beziehen; du vertrittst ja auch die Position das Abtreibung okay ist.

Eine Abtreibung mit einem Soldaten zu vergleichen finde ich unpassend, die meisten Soldaten haben sich dazu entschlossen in der Armee zu dienen und riskieren ihr Leben um ua. Terror in anderen Ländern zu bekämpfen. Dem ungeborenen Kind wurde diese Entscheidung genommen und es hat sich nicht im geringsten dafür entschieden das man es vor der Geburt tötet. Auch bekommt ein gefallener Soldat ein Begräbniss mit militärischen Ehren, ein abgetriebenes Kind kann davon nur träumen.
Unsere Soldaten machen einen wunderbaren Job und haben jede Trauer verdient wenn sie fallen.
Die Entscheidung liegt allein bei der Mutter, die ihr Leben frei gestalten darf und dazu gehört auch, ob sie dieses Leben von einem Kind beeinflussen lassen möchte oder nicht.
Wenn ich nun mein Leben nicht von dir beeinflussen lassen will, darf ich dich dann töten? Einer Mutter räume ich, wie jedem anderen Menschen auch, das Recht ein, über sein Leben selbst zu bestimmen. Allerdings hört diese Freiheit auf wenn man die Freiheit eines anderen einschränkt, und des nehmen eines Menschenlebens ist eine ziemlich große Einschränkung.
Sprichst du dem Kind denn kein solches Recht zu? Man kann nicht sagen das nur Mütter ein solches Recht haben sollten.
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