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THEMA: Sozialismus ja/nein

Sozialismus ja/nein 2 Wochen 2 Tage her #824984

Sozialistische Ideen blühen die letzten Jahre wieder richtig auf, bekannte Beführworter wären Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez.
Auch erscheint vielen Menschen die Idee einer Umverteilung des Geldes sympatisch, ich seh immer mehr Leute mit Che Guevara T-Shirts, oder Hammer und Sichel herumlaufen.
Jetzt habe ich einen (wahrlich eher Off-Topic) Beitrag im Thread zur Wiedereinführung der Wehrpflicht verfasst, auf den anscheinend Redebedarf besteht. Um den Kontext ein wenig zu erklären, ich meinte das Deutschland wäre meines Wissens das Land ist dem es am besten geht, woraufhin ich auf die Skandinavischen Länder verwiesen wurde, deren Struktur ich daraufhin mit dem Sozialismus verglich.

Ich bin gegen Sozialismus und andere Auswucher wie Kommunismus. Eine soziale Marktwirtschaft finde ich toll.
Ich finde das Sozialismus und eine zu große Umverteilung des Einkommens an sich unfair ist und der Gesellschaft nur schadet. Auch finde ich das Verstaatlichungen einzelner Bereiche nicht gut sind, ausgenommen natürlich Polizei, Feuerwehr oä..

Hier die Beiträge von mir zum nordischen Model:
Die Websiten die ich zum Thema Sozialleisungen in den 80ern gefunden habe waren ziemlich Sozialistisch, und seinen wir ehrlich, niemand will Sozialismus.
Der Bund hält sich in manchen Fällen halt zurück und übergibt einige Teile der freien Marktwirtschaft, aber das ist auch gut so.
Zum Punkt Skandinavische Länder: Vorher erwähnte ich das niemand Sozialismus will. Diese Länder (ka. wie es mit der Schweiz ist) sind zum größten Teil sozialistisch. Und die einzigen die Sozialismus wollen sind diejenigen die die Vorzüge einer sozialen Marktwirtschaft nicht wertschätzen.
Die Steuern sind hoch, generell ist es in dort ziemlich teuer zu leben, man sieht man hier eine hohe Verteilung des Einkommens.
Zum Beispiel kosten Lebensmittel in diesen Ländern in ganz Europa am meisen nur noch getoppt von... der Schweiz.
Die Mehrwertssteuer liegt in Norwegen, Schweden und Dänemark bei 25% wir hier haben eine MWS von 19% und damit eine der niedrigsten. Gut so.
Alkoholverkauf ist in Schweden und Norwegen extrem vom Staat geregelt, die Regierungen beider Länder besitzen Monopole in diesem Gebiet und schränken den freien Markt komplett ein.
Schweden hat Einkommenssteuern von bis zu 60%, Dänemark eine von über 55%. Steuern auf Autos machen sie 2.5 mal so teuer wie normal.
Das ganze System ist wirklich nicht beneidenswert, schreckt Firmen und Investoren ab (Ikea hat ua. ihren Hauptsitz nach Holland verlegt), und hält nicht sonderlich lange.
Außerdem ist das Gesundheitssystem in diesen Ländern zwar gratis aber kommt nicht an unser deutsches ran.

Ich hoffe damit ein paar Leute triggern zu können und eine Diskussion zu starten.
Letzte Änderung: 2 Wochen 2 Tage her von AndreKim.
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 2 Tage her #824996

Die Diskussion wird etwas Problematisch sein, da es keine Eindeutige Definition des „Sozialismus“ gibt. Zuerst sollten wir also für uns definieren was wir unter „Sozialismus“ verstehen. Gehört die Krankenversicherung und kostenlose Ausbildung für Euch bereits zum Sozialismus oder ist Arbeitslosengeld für Euch Sozialistisch?

Was gehört zu einem gut funktionierendem modernen Staat und wo fängt die „sozialistische Verschwendung“ für Euch an?

Ein Staat ist ein Gebilde aus vielen Menschen die sich zusammentun weil viele Probleme von Einzelnen nicht bewältigt werden können. Dieser Staat, vorerst ohne politische Ausrichtung, hat also Bürger die sich verpflichten dem Staat in bestimmter Weise zu dienen und Geld für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen um bestimmte Aufgaben auszuführen. Damit übernimmt der Staat aber auch bestimmte Funktionen und kümmert sich um die Bürger.

Je nach politischer Gesinnung, tun der Staat und der Bürger mehr oder weniger füreinander.

Aus meiner Sicht muss ein moderner Staat die folgenden Funktionen erfüllen:
- Sicherstellung von Sicherheit, Recht und Ordnung (durch Gerichte, Polizei, Militär, Feuerwehr, THW, etc.)
- Grundversorgung mit Kommunikation und Infrastruktur (Post, Telekom, Bahn)
- Medizinische Versorgung (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, etc.)
- Kostenlose Ausbildung (bis zur Uni. Gebildeten Bürger sind ein Vorteil für den Staat)
- Rentenversorgung im Alter oder bei Arbeitsunfähigkeit (Unfall etc.)

Dies hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern mit einem gut funktionierenden Staat, der seinen Bürgern ein Fundament für Ihr Leben und Arbeit bereitstellt. Alles Weitere ist „nice to have“ oder wie manche sagen „Sozialistisch“. Dazu gehören Sachen wie Arbeitslosengeld, Wohngeld, Kindergeld, etc.

Ich möchte darauf hinweisen, dass Arbeitslosengeld in Deutschland eine Versicherung mit einer begrenzten Leistung ist und kein „Geschenk des Staates“.

Unser Staat hat sich durch die Technik in letzter Zeit stark verändert. Die Produktion von Gütern ist nicht mehr ein Problem. Viele Arbeitsplätze sind durch diese Entwicklung weggefallen. Viele Menschen mit geringerer Ausbildung waren nicht in der Lage eine neue Arbeit zu finden. Um diese Menschen nicht verhungern zu lassen hat man Einrichtungen wie Sozialhilfe oder Harz IV, die den Menschen ermöglichen in solcher Situation zu überleben. Sie waren aber nicht dafür gedacht, dass Menschen damit über lange Zeiträume leben.

Dies kann man als „Sozialistisch“ betrachten, aber dies hat einen bestimmten Zweck gehabt: Die Sicherung des sozialen Friedens. Wenn es nämlich zu viele Verlierer in der Gesellschaft gibt kann es zu Unruhen kommen und dies will ja niemand. Außerdem sollen diese Menschen auch weiter den Staat und die Firmen durch Konsum unterstützen.

Ich glaube je höher entwickelt und je Reicher ein Staat ist, desto mehr extra Leistungen kann er an seine Bürger weitergeben. Dies ist aus meiner Sicht auch OK.

Ja, es gibt auch Menschen, die dies dazu nutzen um sich ein feines Leben auf Kosten des Staates machen. Aber in einer entwickelten Gesellschaft, die zusammenhängt, ist der Anteil dieser Menschen gering.

Zum Problem wird dies aber wenn viele Menschen hinzukommen, die für den Staat nichts getan haben, sich an der Gesellschaft nicht beteiligen, aber versorgt werden müssen. Dies ist die Problematik, die wir im Moment haben und die bereits Staaten wie z.B. das Alte Rom zerstört haben.
Letzte Änderung: 2 Wochen 2 Tage her von Tssir-De-Macabre.
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 2 Tage her #825002

@Tssir-De-Macabre:
Die Diskussion wird etwas Problematisch sein, da es keine Eindeutige Definition des „Sozialismus“ gibt. Zuerst sollten wir also für uns definieren was wir unter „Sozialismus“ verstehen. Gehört die Krankenversicherung und kostenlose Ausbildung für Euch bereits zum Sozialismus oder ist Arbeitslosengeld für Euch Sozialistisch?
(...)
Aus meiner Sicht muss ein moderner Staat die folgenden Funktionen erfüllen:
- Sicherstellung von Sicherheit, Recht und Ordnung (durch Gerichte, Polizei, Militär, Feuerwehr, THW, etc.)
- Grundversorgung mit Kommunikation und Infrastruktur (Post, Telekom, Bahn)
- Medizinische Versorgung (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, etc.)
- Kostenlose Ausbildung (bis zur Uni. Gebildeten Bürger sind ein Vorteil für den Staat)
- Rentenversorgung im Alter oder bei Arbeitsunfähigkeit (Unfall etc.)
(...)
Ich glaube je höher entwickelt und je Reicher ein Staat ist, desto mehr extra Leistungen kann er an seine Bürger weitergeben. Dies ist aus meiner Sicht auch OK.
Eine Umverteilung der Verdienste ist zwar auch in einer sozialen Marktwirtschaft zu finden, allerdings nicht in dem Ausmaße wie ua. in den Skandinavischen Ländern oder in Venezuela. Auch haben wir in Deutschland keine so große Verstaatlichung von Branchen, wie ua. in Ländern die sich selber als sozialistisch ansehen.
Manche Bereiche sollten einfach einer freien Marktwirtschaft unterstellt sein, aber die Regierung kann bei einer sozialen Marktwirtschaft auch ein wenig nachhelfen und so z.B. einzelne Jobs fördern oder attraktiver machen. Das deutsche Gesundheitssystem ist (glaub ich) zu großen Teilen der freien Marktwirtschaft überlassen, zumindest war das Krankenhaus in den ich letztens war privat. Und sehr gut. Im Vergleich dazu: Canada hat ein komplett verstaatliches Gesundheitssystem, allerdings ist die Qualität eher mau.

Viele Länder stellen sich selbst als sozialistisch dar, da haben wir keine Definitionsfrage. Die bekanntesten: China, Kuba, Vietnam, Portugal, Indien, Nord Korea, oder Laos.
Das mit "ein reicher Staat kann mehr Leistungen an die Bürger weitergeben": Wenn du zu sehr von der sozialen Marktwirtschaft wie wir sie kennen abweichst und höhere Steuern erhebst hast du zwar in der Theorie mehr Geld, in der Praxis vertreibst du deine ansässigen Firmen und machst dein Land unattraktiv für Investoren. Das bringt auf längere Sicht weniger Geld, also weniger Leistungen für die Bürger.

Und die von mir genannten Personen Sanders und Cortez sehen beide die Umverteilung von Einkommen mit als ihre Hauptziele an, auch wieder in Dimensionen wie sie in einer sozialen Marktwirtschaft nicht vorkommen würden.
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 2 Tage her #825005

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Die Diskussion wird etwas Problematisch sein, da es keine Eindeutige Definition des „Sozialismus“ gibt. Zuerst sollten wir also für uns definieren was wir unter „Sozialismus“ verstehen. Gehört die Krankenversicherung und kostenlose Ausbildung für Euch bereits zum Sozialismus oder ist Arbeitslosengeld für Euch Sozialistisch?
Grundsätzlich würde ich zwischen den demokratischen und dem Realsozialismus unterscheiden, wobei man diese ziemlich gut von den anderen großen politische Strömungen: den Liberalismus und Konservatismus abgrenzen kann. Als Kernanliegen zählen wohl Gleichheit, soziale Gerechtigkeit (auch Umverteilung), Solidarität, Gemeinschaft und ein eher optimistisch säkulares Weltbild, sodass kostenlose freie Bildung, ein progressiver Steuersatz oder eine Medizinische Versorgung, die Unfallversicherung sowie die Altersrente (gearde im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte - Sozialgesetzgebung) durchaus -wenn auch nicht ausschließlich- als sozialistisch gelten können. Als Liberaler stehe ich ebenfalls hinter vielen dieser Schwerpunkte, auch wenn mir eher die Chancengleichheit und das Individuum und weniger die Umverteilung, die Gemeinschaft oder die tatsächliche Gleichheit wichtig sind.
Dinge wie das Arbeitslosengeld nach dem SGB II wirken auf mich wenig sozialistisch, eher pragmantisch, gearde überzeugte Sozialdemokraten haben bzw. hatten so ihre Probleme damit. Kindergeld ist auch mehr eine Transferleistung und ein Instrument der Familienpolitik, als eine Sozialleistung, die den Bedürftigen zu gute kommt.
Ich glaube je höher entwickelt und je Reicher ein Staat ist, desto mehr extra Leistungen kann er an seine Bürger weitergeben. Dies ist aus meiner Sicht auch OK.
So ist es bei uns ja bis Helmut Schmidt und auch danach hin und wieder gelaufen.
Was die skandinavischen Länder und die Schweiz angeht, habe ich größtenteils nur gutes gehört bzw. habe ich bei meinen Besuchen nichts gegenteiliges feststellen können. Moderne, reiche und offene Gesellschaften. Das Phänomen, dass dort wo das Einkommen höher ist, meistens auch die Preise höher sind, kann man auch in Deutschland beeobachten. [meine Meinung hier mag wenig qualifiziert sein, hab mich noch nicht wirklich damit beschäftigt]
AndreKim schrieb:
Sozialistische Ideen blühen die letzten Jahre wieder richtig auf, bekannte Beführworter wären Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez.
Bei wachsender, teilweise schon absurder Ungleicheheit -45 Deutsche besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung- und zunehmenden Populismus wohl auch kaum verwunderlich. Dass Bernie Sanders nicht nur menschlich, sondern auch sonst geeigneter und besser für die USA als Präsident wäre, ist auch meine Meinung.
Ich bin gegen Sozialismus und andere Auswucher wie Kommunismus.
Wiegesagt sollte man mMn zwischen zwei Formen von Sozialismus unterscheiden. Der demokratischen Sozialismus gehört glücklicherweise zu Deutschland und ist für unseren Wohlstand mitverantwortlich.
Das deutsche Gesundheitssystem ist (glaub ich) zu großen Teilen der freien Marktwirtschaft überlassen, zumindest war das Krankenhaus in den ich letztens war privat.
Gott sei Dank ist es das nicht. Eine gesetzliche Krankenversicherung hat relativ wenig mit einem wirklich "freien" Markt zu tun, auch die Krankenhäuser sowie die meisten Schulen sind und sollten in der öffentliche Hand bleiben bzw. durch Gesetze kontrolliert werden. Privates Gewinnstreben hat in diesen und in manch anderen Bereichen grundsätzlich einfach nichts zu suchen. Gegen Forschung und private Innovation ist zwar nichts einzuwenden, sie sind sogar zu begrüßen, aber der Staat muss erstmal flächendeckend das Notwendige zur Verfügung stellen/ zur Verfügung stellen lassen.
Wenn du zu sehr von der sozialen Marktwirtschaft wie wir sie kennen abweichst und höhere Steuern erhebst hast du zwar in der Theorie mehr Geld, in der Praxis vertreibst du deine ansässigen Firmen und machst dein Land unattraktiv für Investoren. Das bringt auf längere Sicht weniger Geld, also weniger Leistungen für die Bürger.
Mehreinnahmen sind auch durch Wirtschaftswachstum möglich und das Laffer Theorem ist nicht die Lösung für alles, wie Ronald Reagon oder Margaret Thatcher bewiesen haben. Ob die Trickle-down-Theorie heutzutage überhaupt irgendeine Gültigkeit besitzt, ist ebenfalls mehr als fraglich. Die Regierung sollte ihrer Verantwortung nachkommen. (natürlich den Umständen und der Zeit entsprechend)
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." - Jean-Paul Sartre
"und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war." - Hannes Wader
Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von DaviDwithD.
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 1 Tag her #825019

@DaviDwithD
Bei wachsender, teilweise schon absurder Ungleicheheit -45 Deutsche besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung- und zunehmenden Populismus wohl auch kaum verwunderlich.
Und das ist auch richtig so. Diese Menschen haben nun mal mehr, die meisten haben sich das auch verdient, aber jeder andere Deutsche hat auch die Möglichkeit viel zu verdienen, ziemlich jedem stehen alle Wege offen. In einer sozialistischen Gesellschaft
Dass Bernie Sanders nicht nur menschlich, sondern auch sonst geeigneter und besser für die USA als Präsident wäre, ist auch meine Meinung.
Meiner Meinung ist Trump bei weitem das beste was wir bekommen konnten. Aber das auszuführen würde einen Thread und viel Zeit brauchen.
Mehreinnahmen sind auch durch Wirtschaftswachstum möglich und das Laffer Theorem ist nicht die Lösung für alles, wie Ronald Reagon oder Margaret Thatcher bewiesen haben. Ob die Trickle-down-Theorie heutzutage überhaupt irgendeine Gültigkeit besitzt, ist ebenfalls mehr als fraglich. Die Regierung sollte ihrer Verantwortung nachkommen. (natürlich den Umständen und der Zeit entsprechend)
Ich benutze gern das Ikea Beispiel, um zu zeigen dass große Betriebe sich nicht gerne in Ländern halten lassen die so hohe Steuern haben. Auch muss ich ja meine Arbeiter usw. bezahlen, das kostet. Wenn ich nun ins Ausland Exportieren will lieg ich ja hinter den Ländern in denen nicht alles so hoch versteuert wird/teuer ist.
Ich war mal an der Deutsch-Dänischen Grenze und es gibt so viele dänische Familien die zum Einkaufen nach Deutschland fahren, da geht dem Land auch was verloren, dem Staat und den dänischen Geschäften. Ich wüsste keinen Geschäftsbesitzer der in so einer Situation sagen würde das er das ganze gut findet.
Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von AndreKim.

Sozialismus ja/nein 2 Wochen 1 Tag her #825028

@AndreKim
Und das ist auch richtig so. Diese Menschen haben nun mal mehr, die meisten haben sich das auch verdient, aber jeder andere Deutsche hat auch die Möglichkeit viel zu verdienen, ziemlich jedem stehen alle Wege offen. In einer sozialistischen Gesellschaft
Dem kann ich nur vehement widersprechen. Es gibt genug Berufsfelder in Deutschland, da kommt man finanziell nie auf einen grünen Zweig. Versuch das mal als, Krankenschwester, Putzfrau, Altenpfleger oder Lokführer. Dort herrscht gerade wegen dieser geringen Bezahlung akuter Personalmangel. Deswegen finde ich das Gebrabbel von "Wohlstand für alle" und das jeder hier was werden kann, gerade für Deutschland sehr unpassend.

Außerdem schadet es dem gesellschaftlichen Klima, wenn in sozialen Berufen die Qualität aufgrund von zu geringem Personal vor die Hunde geht. Schließlich sind dies Berufe auf die wir alle mal angewiesen sein werden. Aus diesem Grund finde ich Deutschland als "sozialistische Gesellschaft" zu bezeichnen zeimlich weit hergeholt.

@AndreKim
Meiner Meinung ist Trump bei weitem das beste was wir bekommen konnten. Aber das auszuführen würde einen Thread und viel Zeit brauchen.
Bezüglich Trump bin ich übrigens auch einer anderen Meinung, aber du hast recht, dass diese Diskussion hier den Rahmen sprengen würde :D
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 1 Tag her #825030

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AndreKim schrieb:
Und das ist auch richtig so. Diese Menschen haben nun mal mehr, die meisten haben sich das auch verdient, aber jeder andere Deutsche hat auch die Möglichkeit viel zu verdienen, ziemlich jedem stehen alle Wege offen.
Ich versteh schon, was du meinst, sehe das auch relativ ähnlich. Aber gearde den Unterschied zwischen Superreichen und Normalbürger kann man mMn aber so nicht rechtfertigen. Dass hat mit Leistungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun, steht in keinen nachvollziehbaren Zusammenhang mehr. Absurd -wie ich es ausgedrückt habe- trifft es da schon ganz gut. Grundsätzlich glaube ich auch, dass der Staat nicht zu entscheiden hat, was denn nun gerecht ist, in extreme sollte die Schere zwischen arm und reich aber auch nicht ausarten.
Dass Unternehmen -wie Apple- teilweise fast gar keine Steuern in Irrland/ der EU gezahlt haben, ist ebenfalls nicht zuträglich...
Meiner Meinung ist Trump bei weitem das beste was wir bekommen konnten. Aber das auszuführen würde einen Thread und viel Zeit brauchen.
Meinst du das ernst? müssen wir wirklich nicht hier weiter ausführen.
Ich benutze gern das Ikea Beispiel, um zu zeigen dass große Betriebe sich nicht gerne in Ländern halten lassen die so hohe Steuern haben. Auch muss ich ja meine Arbeiter usw. bezahlen, das kostet. Wenn ich nun ins Ausland Exportieren will lieg ich ja hinter den Ländern in denen nicht alles so hoch versteuert wird/teuer ist.
Stimmt schon teilweise, bin auch gegen eine zu extreme Steuerpolitik, aber wiegesagt sind keine oder niedrige Steuern auch keine Lösung/ Option. Eine zu angebotsorientiere Politik für die Unternehmen bedeutet noch keine pauschale Verbesserung.
Ich war mal an der Deutsch-Dänischen Grenze und es gibt so viele dänische Familien die zum Einkaufen nach Deutschland fahren, da geht dem Land auch was verloren, dem Staat und den dänischen Geschäften. Ich wüsste keinen Geschäftsbesitzer der in so einer Situation sagen würde das er das ganze gut findet.
Das kannst du auch an der Grenze zur Schweiz und auch innerhalb Deutschlands beobachten und hat wahrscheinlich mehr mit Wechselkursen und Unterschieden im Einkommen als mit dem Sozialismus bzw. einen zu ausgeprägten Sozialstaat zu tun.
B.R-Geass schrieb:
Aus diesem Grund finde ich Deutschland als "sozialistische Gesellschaft" zu bezeichnen zeimlich weit hergeholt.
Stimmt vom "idealen" Sozialismus sind wir und soweit ich es sehen kann, jedes andere Land auf der Welt meilenweit entfernt. mMn handelt es sich dabei um ein nichtzuerreichendes Ideal, nach dem man demokratisch auf Grundlage unseres GG durch Reformen zwar streben darf, welches aber auch seine Probleme hat.
"Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein." - Jean-Paul Sartre
"und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war." - Hannes Wader
Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von DaviDwithD.
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Sozialismus ja/nein 2 Wochen 20 Stunden her #825047

@B.R-Geass:
Dem kann ich nur vehement widersprechen. Es gibt genug Berufsfelder in Deutschland, da kommt man finanziell nie auf einen grünen Zweig. Versuch das mal als, Krankenschwester, Putzfrau, Altenpfleger oder Lokführer. Dort herrscht gerade wegen dieser geringen Bezahlung akuter Personalmangel. Deswegen finde ich das Gebrabbel von "Wohlstand für alle" und das jeder hier was werden kann, gerade für Deutschland sehr unpassend.
Ja, es gibt Berufsfelder die gering bezahlt sind. Aber was ich meinte ist, dass du die Möglichkeit hast, zu lernen, gut in der Schule zu sein, dir einen guten Job zu suchen und viel Geld zu verdienen. Du hast die Entscheidungsfreiheit wie viel du verdienen willst, und das finde ich an diesem System gut.
Aus diesem Grund finde ich Deutschland als "sozialistische Gesellschaft" zu bezeichnen zeimlich weit hergeholt.
Hier liegt der Fehler auf meiner Seite. Ich hatte vor ein wenig weiter zu schreiben, aber hatte dann nur den halben Satz "In einer sozialistischen Gesellschaft" stehen lassen. Damit wollte ich nicht sagen das Deutschland eine sozialistische Gesellschaft ist, ich war nur noch nicht fertig mit schreiben :)

@DaviDwithD:
Aber gearde den Unterschied zwischen Superreichen und Normalbürger kann man mMn aber so nicht rechtfertigen. Dass hat mit Leistungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun, steht in keinen nachvollziehbaren Zusammenhang mehr. Absurd -wie ich es ausgedrückt habe- trifft es da schon ganz gut. Grundsätzlich glaube ich auch, dass der Staat nicht zu entscheiden hat, was denn nun gerecht ist, in extreme sollte die Schere zwischen arm und reich aber auch nicht ausarten.
Dass Unternehmen -wie Apple- teilweise fast gar keine Steuern in Irrland/ der EU gezahlt haben, ist ebenfalls nicht zuträglich...
Meiner Meinung nach kann man das wohl rechtfertigen. Solange ich nicht gerade geerbt habe (und selbst dann muss ich gut wirtschaften) habe ich in unserer Gesellschaft auch hart gearbeitet, um das zu bekommen was ich habe. Wenn ich in der Schule mir sage, hey ich will Chefarzt werden und viel verdienen, dann werde halt Chefarzt.
Klar kann ich als Kerl kein Damenunterwäschemodel werden, aber generell hab ich in dieser Gesellschaft die Freiheit meine Träume zu verfolgen und das zu verdienen das ich verdienen will.
Und Irland handelt nach dem nordischen Model, was ich vorher schon kritisiert habe.
Das kannst du auch an der Grenze zur Schweiz und auch innerhalb Deutschlands beobachten und hat wahrscheinlich mehr mit Wechselkursen und Unterschieden im Einkommen als mit dem Sozialismus bzw. einen zu ausgeprägten Sozialstaat zu tun.
Schlecht ist aber das in solchen Ländern die Lebensmittel teuer sind, auch in relation zu den Einkommen. Die Schweiz lass ich mal raus da war ich nie, aber was besonders auffällig war ist das in Dänemark Brot ziemlich teuer war. Als Bäcker and der Deutschn Grenze zu arbeiten dürfte also ziemlich schwer werden.

Zu Trump:
Meinst du das ernst? müssen wir wirklich nicht hier weiter ausführen.
(...)
Bezüglich Trump bin ich übrigens auch einer anderen Meinung, aber du hast recht, dass diese Diskussion hier den Rahmen sprengen würde
Ja das ist mein voller Ernst. Ich bin zwar anderer Meinung was Kohlekraft angeht, aber ich finde seine Politik gut und begrüße viele seiner Änderungen.
Ich finde das Clinton wirklich schlimm gewesen wäre und wir weitaus schlechter dran wären. Und Sanders mag ich nicht, da ich Sozialismus überhaupt nicht mag, selbst in der Form des demokratischen Sozialismus.
Letzte Änderung: 2 Wochen 20 Stunden her von AndreKim.

Sozialismus ja/nein 2 Wochen 15 Stunden her #825056

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Eine permanente Subventionierung von nicht wirtschaftlichen Sektoren hat wenig mit sozialer Marktwirtschaft zu tun, denn ein Sektor der nicht vom Staat kontrolliert wird muss auf Dauer auch ohne staatliche Hilfe in einer sozialen Marktwirtschaft rentabel sein. Wenn die landeseigene Landwirtschaft zu den Preisen nicht wirtschaftlich Produzieren kann hat sie eine sehr naheliegende Optionen dieses Problem, aus unternehmerischer Sicht zu lösen:
Sie erhöht die Preise der entsprechenden Produkten. Wenn dies aber Aufgrund von Marktdruck nicht geht läuft irgendetwas gewaltig schief. Was an verschiedenen Dingen liegen könnte wie z.B. Überproduktion.
Nehmen wir mal an Deutschland hat in bestimmten landwirtschaftlichen Sektoren eine Überproduktion dann wäre es sinnvoll diese zu reduzieren. Wenn man dies aber nicht möchte weil dann Arbeitsstellen wegfallen oder der Preis sich erhöht hat dies sehr wohl etwas mit Sozialismus zu tun. Die DDR z.B. hat Leuten auch einfach einigen Leute eine Beschäftigung gegeben unabhängig ob diese wirtschaftlich zu rechtfertigen war oder nicht um das Ziel der Vollbeschäftigung zu erreichen und genau das ist es hier auch. Und die DDR war ein sozialistischer Staat. Da du aber Sozialismus im Generellen ablehnst müsstest du auch gegen diese Maßnahme sein.


Was ist denn an einer permanenten direkten Subventionierung von Unternehmen in einer Marktwirtschaft abzulehnen?
- Zum einen profitieren von dieser Subventionierung nicht nur die Leute die es nötig haben sondern alle egal über was für ein Einkommen sie verfügen oder wo sie herkommen z.B. ein Däne der in Deutschland seine Einkäufe erledigt profitiert davon genauso wie ein Einwohner Deutschlands der unter der Armutsgrenze verdient.
-Es löst die Problematik nicht. Wenn ich permanent in einer Marktwirtschaft nur mit Verlust meine Produkte vermarkten kann muss es die Möglichkeit geben mich vom Markt zu verdrängen was aber hier gezielt vom Staat verhindert wird. Ausländische Anbieter erleiden hier einen klaren Wettbewerbsnachteil, da sie wesentlich günstiger produzieren können müssten um diese Bevorzugung auszugleichen, mal abgesehen von den eh schon höheren Transportkosten die sie schon zu tragen haben.
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Sozialismus ja/nein 1 Woche 6 Tage her #825089

@.homie:
dann subventioniert Deutschland viele hier angebaute Lebensmittel da sich das teils sonst gar nicht lohnen würde
Ok. Hier beziehst du dich auf meine Aussage im anderen Thread und nimmst die ein wenig aus dem Kontext. Ich spreche dort nicht von permanenten Subventionierungen, sondern von temporären. So subventionieren wir ua. Bauern die wegen schlechten Sommern schlechte Ernte gemacht haben. Oder wir subventionieren Lebensmittel die anderswo günstiger angeboten werden können so lange, bis die anderen Produzenten pleite gehen.
(Die USA macht das selbe mit Baumwolle, in Afrika kann man sie billiger anbauen, also dumpen sie den Preis so lange bis die Afrikaner pleite gehen und verkaufen dann wieder auf Normalpreis.)

Da du dich in deinm Beitrag auf permanente Subventionierungen beziehst, redeten wir hier ein wenig an einander vorbei, ich hoffe das oben klärt was ich damit meinte.

Sozialismus ja/nein 1 Woche 1 Tag her #825284

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AndreKim schrieb:
@.homie:
dann subventioniert Deutschland viele hier angebaute Lebensmittel da sich das teils sonst gar nicht lohnen würde
Ok. Hier beziehst du dich auf meine Aussage im anderen Thread und nimmst die ein wenig aus dem Kontext. Ich spreche dort nicht von permanenten Subventionierungen, sondern von temporären. So subventionieren wir ua. Bauern die wegen schlechten Sommern schlechte Ernte gemacht haben. Oder wir subventionieren Lebensmittel die anderswo günstiger angeboten werden können so lange, bis die anderen Produzenten pleite gehen.
(Die USA macht das selbe mit Baumwolle, in Afrika kann man sie billiger anbauen, also dumpen sie den Preis so lange bis die Afrikaner pleite gehen und verkaufen dann wieder auf Normalpreis.)

Da du dich in deinm Beitrag auf permanente Subventionierungen beziehst, redeten wir hier ein wenig an einander vorbei, ich hoffe das oben klärt was ich damit meinte.
Okay dann habe ich dich etwas falsch verstanden dachte du sprichst von der Situation der Milchbauern in Deutschland und Europa.
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#sarkastisch gemeint :)

Sozialismus ja/nein 6 Tage 16 Stunden her #825349

DaviDwithD schrieb:
B.R-Geass schrieb:
Aus diesem Grund finde ich Deutschland als "sozialistische Gesellschaft" zu bezeichnen zeimlich weit hergeholt.
Stimmt vom "idealen" Sozialismus sind wir und soweit ich es sehen kann, jedes andere Land auf der Welt meilenweit entfernt. mMn handelt es sich dabei um ein nichtzuerreichendes Ideal, nach dem man demokratisch auf Grundlage unseres GG durch Reformen zwar streben darf, welches aber auch seine Probleme hat.

Jop, dieses Ideal ist ein Ideal, wie der Kommunismus, eine Utopie die es so nie geben wird und geben kann.
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