• Seite:
  • 1
  • 2
  • 3

THEMA: Kernkraft

Kernkraft 1 Woche 6 Tage her #836899

Ein Strom-Ausfall kann immer passieren, und wie lange er dauern würde und ob die Notfall-Maßnahmen greifen, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben. In so einem Fall würde es sehr wahrscheinlich zu einem GAU kommen. Hier kann ich Euch ein gutes Buch empfehlen: Blackout von Marc Elsberg.

Mag sein dass ein Tsunami bei uns nicht besonders wahrscheinlich ist, aber ein Cyber-Angriff auf unsere Infrastruktur ist mehr als möglich, besonders in dieser politisch angespannten Welt-Lage.

Was die Cyber-Sicherheit angeht, so ist Deutschland bedauerlicherweise ein Entwicklungsland. Es müssen keine Russischen oder Chinesischen Hacker sein, unsere europäischen und amerikanischen 'Freunde' wären bei so einen 'Unfall' gerne behilflich.

Kernkraft 1 Woche 6 Tage her #836914

  • Carlos12
  • Carlos12s Avatar
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Beiträge: 44
  • Dank erhalten: 46
Faf-Kun schrieb:
Stimmt, aber es ist sowieso dämlich Strom von Privat liefern zu lassen. Das ist ein Bereich den sogar ich als Kapitalist in öffentlicher Hand sehen will. Ein Grund dafür hast du hier schön beschrieben. Strom ist heute genau wie Wasser ein Grundbedürfnis. Und somit sollte die Produktion in Staatshand sein.

Huihuihui "hochradioaktiv" ist da schonmal garnichts. ef-magazin.de/2018/02/01/12194-risiken-d...hrlich-ist-atommuell <---lesen !

Das stimmt. Allerdings ist dieses Problem bei neuen Generatoren nicht mehr gegeben.

Es gibt keine weitreichenderen Sicherheitsmaßnahmen weil es private Betreiber sind. Sicherheit kostet Geld. Das fängt bei Helmen an und reicht auch bis zu Sicherheitskonzepten bei AKWs. Und was einen Betreiber Geld kostet, unterlässt er tunlichst. Es sei denn man zwingt ihn dazu. Deswegen gehört Atomtechnik nicht in Privathand, wie ich eingangs schon geschrieben habe.

Zu 1)
In den mir bekannten Fällen von nichtsozialistischen Staaten ist die Energieversorgung in den Händen der Privatwirtschaft. Und selbst wenn die Energieversorgung als Daseinsvorsorge betrieben wird, bleibt die Kernenergie zu teuer. Die billigste ist Wind und dann kommt Kohle, wenn ich mich nicht irre. (sollte geprüft werden)

Zu 2)
Ich habe mir den Link angesehen. Er widerspricht dem, was mir bekannt war, aber ich bin immer bereit umzulernen. Früher galt, dass Fett fett macht und Cholesterin im Essen böse ist. Das gilt nicht mehr.

2a) Ich habe versucht die Qualität zu prüfen. Es gibt keine Quellen. Den Autor sieht man erst wenn man auf den Facebook-Link klickt. Er scheint noch Student zu sein. Sonst finde ich nichts zum Autor. Die Webseite ist politisch-ideologischer Natur.
Kurzum, hier erwarte ich keine naturwissenschaftlich-technisch geprüfte Aufsätze zu finden.

2b) Der Autor schreibt viel über alle möglichen Giftstoffe, aber auf das Hauptproblem von Atommüll geht er nicht ein, Plutonium in seinen Isotopen.
de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfal...fuel_composition.svg
Plutonium 239 – Halbwertszeit 24.110 Jahre, Alpha-Strahler
Plutonium 240 – Halbwertszeit 6.561 Jahre, Alpha-Strahler
Plutonium 238 – Halbwertszeit 88 Jahre, Alpha-Strahler
Plutonium 241 – Halbwertszeit 14.329 Jahre, Beta-Strahler
Plutonium 242 – Halbwertszeit 375.000 Jahre, Alpha-Strahler
Plutonium ist giftig und als Alpha-Strahler nichts, was man auch in allerkleinsten Mengen im Körper habe will.
Wegen der hohen Halbwertszeit ist es kein starker Strahler, bleibt aber sehr sehr lange erhalten.

2c) Das Metaargument - Wenn der Atommüll kein Problem wäre, warum machen sich alle Nationen, die Kernkraftwerke haben, so mit der Endlagerung so rum? Haben die alle keine Ahnung?

Zu 3.)
Wenn dem so ist, finde ich es gut.

Zu 4.)
Warum sollte man viel Geld darin investieren die bestehenden Leichtwasserreaktoren sicherer zu machen. Man sollte schauen, ob es noch was mit Thorium- oder Kernfusion- Reaktoren wird. Ansonsten sollte lieber in die Weiterentwicklung regenerative Energien investiert werden.
Folgende Benutzer bedankten sich: 6zxJ76s73

Kernkraft 1 Woche 6 Tage her #836917

  • Nicht_Peter
  • Nicht_Peters Avatar
  • Redakteur
  • Redakteur
  • Beiträge: 191
  • Dank erhalten: 387
Carlos12 schrieb:
1.) Kernkraft ist teuer.
Kernkraft war nur deswegen wettbewerbsfähig, weil extrem hohe Subventionen in sie reingefloßen sind.
Viele Kosten werden ausgelagert. Das Versicherungsrisiko liegt beim Staat, weil ansonsten unbezahlbar.
Die Kosten für die Endlagerung sind dabei nicht wirklich miteinberechnet. Die bestehenden Rückstellungen sind ein Witz.
Alles der Reihe nach:
Subventionen:
Was man zunächst einmal festhalten muss: Direkte Subventionen, im Sinne von Steuergeldern, die unmittelbar zu den Kraftwerksbetreibern geflossen sind, hat es in Deutschland nie gegeben (anders als z.B. bei der Steinkohle oder den Erneuerbaren Energien). Es gibt eine recht bekannte Studie, die behauptet, dass die Kernenergie trotzdem mit über 200 Milliarden Euro subventioniert wurde. Das ist diese hier: www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.d...Update_2010_01_2.pdf Schauen wir uns das doch mal genauer an, wie Greenpeace auf diese Zahl kommt:
- 112,5 Milliarden Euro sind Steuervergünstigungen. Dazu zählt das Forum für ökologisch-soziale Marktwirtschaft zum Einen Rückstellungen für den Rückbau und die Entsorgung, auf die die Energieversorger keine Steuern zahlen mussten, und zum anderen, dass die Betreiber keine Steuern auf den Brennstoff zahlen mussten und deshalb einen unfairen Vorteil hatten. Leider sagen sie nicht dazu, dass auch jede andere Industrieanlage steuerfrei Geld für den Rückbau zurücklegen darf - mit dem einzigen Unterschied, dass Kernkraftwerke das nur 25 Jahre lang dürfen, alle anderen Anlagen haben kein Zeitlimit. Das hat der Europäische Gerichtshof ziemlich klar festgestellt: lexetius.com/2007,3359 Hier hat das FÖS also eher ein ziemliches Eigentor geschossen, weil die Kernenergie in diesem Punkt tendenziell sogar steuerlich benachteiligt wurde.
Zu den Steuern auf Brennstoff: Zum Einen ist es recht gewagt zu behaupten, dass Steuern, die nicht erhoben wurden, eine Subvention sind, obwohl man es gerne so hätte. Auch Kohlekraftwerke mussten ihre Kohle nie versteuern und bekamen sie im Fall der Steinkohle sogar staatlich vergünstigt. Worin hier also die angebliche "Bevorteilung" liegt, bleibt etwas unklar, zumal sich eine Verbrauchssteuer meist nach der Menge richtet, KKWs aber nur sehr wenig Uran benötigen. Zum anderen hat das Bundesverfassungsgericht eindeutig geurteilt, dass die Einführung der Brennelementesteuer 2010 verfassungswidrig war, weil der Bund nicht die Befugnis hatte, diese Steuer zu erheben. Auch dieser Posten ist somit ziemlich wacklig.
- 82,4 Milliarden sind Forschungsausgaben. Das ist recht offensiv gerechnet, was dabei klar wird, dass das FÖS hier auch noch "Tschernobyl", Zahlungen an die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO, die insbesondere im Strahlenschutz, der Reaktorsicherheit und der Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen tätig ist (Was für eine fiese Subvention!1!), und DDR-Anlagen in den Topf geworfen hat. Die Summen, die tatsächlich in die Erforschung und die Markteinführung von Kernreaktoren geflossen sind und die man somit als Subvention zählen könnte, sind weitaus unspektakulärer: 7,83 Milliarden für Leichtwasserreaktoren, die heute übliche Bauart, und dann nochmal 9,37 Milliarden für andere, fortschrittlichere Reaktortypen wie den Fusionsreaktor, die sich bislang noch nicht durchgesetzt haben. Umgelegt auf den Strompreis ergibt das bei den Leichtwassereaktoren, die heute laufen, Trommelwirbel... 0,175 Cent Subventionen pro Kilowattstunde. Was für eine Verschwendung deutscher Steuergelder, muss schon sagen. Und selbst bei dieser Zahl kann man sich drüber streiten, ob Forschung zur Reaktorsicherheit jetzt wirklich eine Subvention ist. www.kernd.de/kernd-wAssets/docs/fachzeit...derung_1956-2010.pdf
- Bei den "budgetunabhängigen staatlichen Regelungen" wird es dann noch abenteuerlicher. Durch den Emissionshandel sollte der Strompreis eigentlich steigen, tat er aber nicht = Subvention für Kernenergie. Früher war der Strommarkt deutlich stärker reguliert, weshalb die Konzerne höhere Strompreise verlangen konnten, natürlich alles Subvention für die Kernenergie.

Ich sag zu der Rechnung mal nichts. Mein Eindruck ist, dass es hier nicht darum ging, unvoreingenommen die tatsächliche Subventionierung zu ermitteln, sondern irgendwie auf eine möglichst hohe Zahl zu kommen.

Externe Kosten:
Hier geht es um volkswirtschaftliche Schäden an der Allgemeinheit, die aber nicht im Strompreis wieder auftauchen. Dazu zählen zum Beispiel die Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung oder die Folgen des Klimawandels. Bei der Kernenergie geht es hier vor allem um die Gesundheitsschäden durch Strahlung, wenn es zu einem schweren Reaktorunfall kommt. Wie hoch diese Schäden genau sind, dazu haben Atomkraftgegner einige recht... interessante Schätzungen aufgestellt. Berühmt ist die Studie des Prognos-Instituts, die von 4,8 Millionen zusätzlichen Krebserkrankungen und 2,5 bis 5,5 Billionen(!) D-Mark Schaden spricht. Woher kommen diese Zahlen? Vom Volkswirt Olav Hohmeyer. Bleibt natürlich die Frage: Woher hat Hohmeyer seine Zahlen? Hat er berechnet, wie viel Radioaktivität runterkommt? Hat er Zahlen z.B. zum Unfall in Harrisburg extrapoliert? Nicht ganz. Hohmeyer hat seine Zahlen einfach aus einer Fernsehsendung rausgenommen, die 1987 beim NDR lief. Ich möchte dich fragen: Ist das in deinen Augen eine seriöse Quelle für eine technisch-wirtschaftliche wissenschaftliche Arbeit? Daneben existieren einige gerne zitierte Pi-Mal-Daumen-Abschätzungen von Finanzleuten ohne vertiefte Kenntnisse über Reaktorsicherheit und Strahlenbiologie, welche für diese Frage jedoch sehr entscheidend sind.

Demgegenüber hat ein renommiertes französisches Forschungsinstitut einmal für das groß angelegte EU-Forschungsprojekt akribisch bis ins kleinste Detail nachgerechnet, wie hoch die externen Kosten denn realistischerweise sind. Mit Uran-Abbau, Brennstoffherstellung, Super-Gau und Endlagerung. Die Studie ist sehr, sehr lang und ziemlich alt (1995), aber besonders das Kapitel zu Reaktorunfällen (ab Seite 201) ist auch heute noch lesenswert:
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]


Carlos12 schrieb:
2.) Die Endlagerung der hochradioaktive Abfälle ist weiterhin ungelöst.
Es gibt weltweit noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Es sind zwar einige wenige in Planung, aber selbst in autoritären Staaten wurde dies bisher nicht in Angriff genommen, seit über 60 Jahren. Dies gibt eine leichte Ahnung, wie schwierig das Thema ist
Die heutigen Uran-Reaktoren erzeugen Spaltprodukte, die hochgigtig sind und deren Halbswertzeit eine sichere Lagerung bis zu einer Million Jahre erfordern.
Keine Chemiefabrik käme in Deutschland mit sowas durch.
Ääähm... anscheinend doch. www.sueddeutsche.de/wissen/untertagedepo...as-giftgrab-1.910158 ;)

Die Sache ist doch die: Wir leben schon seit Langem in einer hochtechnisierten Industriegesellschaft. Zum ersten Mal ist es uns gelungen, uns von den Launen der Natur unabhängig zu machen. Wir müssen nicht mehr unsere Nahrungsmittel mühselig zusammensuchen, wir sind nicht mehr in unserer Mobilität beschränkt, wir verfügen über Unmengen an Energie, die jederzeit bereitsteht. Wir haben ausgeklügelte Maschinen, die uns lästige und monotone Arbeiten abnehmen. Das ist in der zivilisatorisch eine Errungenschaft, die man in meinen Augen gar nicht hoch genug einschätzen kann. Die Natur ist nur von außen ein friedlicher Ort, in dem alles im Gleichgewicht scheint und ein Hase friedlich neben einem kristallklaren Bachlauf entlanghoppelt. Seit Charles Darwin wissen wir, dass hier in Wirklichkeit die furchtbar grausamen Gesetze des survival of the fittest gelten. Dieses Gleichgewicht ist in Wirklichkeit ein gnadenloser Überlebenskampf, in dem du jeden morgen nach dem Aufwachen befürchten musst, an einer Krankheit zu verenden, nicht genügend Nahrung zu finden oder selbst gefressen zu werden. Einzig uns Menschen ist es gelungen, uns aus diesem knallharten Kampf weitgehend zu befreien, indem wir die Natur mehr oder weniger ausgetrickst haben.

Natürlich hat diese Industriegesellschaft ihre Schattenseiten: Wir blasen viel zu viele Abgase in die Atmosphäre, produzieren Unmengen an Abfall und gefährden den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Das ist ein Fakt, und darunter leidet letztendlich auch der Mensch selbst. Allerdings kommt in der Nachhaltigkeitsdiskussion für mein Empfinden es viel zu kurz, dass jedem Umwelteingriff immer auch ein konkreter Nutzen gegenübersteht und im Umkehrschluss jeder Versuch, Fortschritt zu schaffen, einen Umwelteingriff bedeutet. There is no free lunch. Auch bei Wind- und Solarenergie haben wir dieses Problem, ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Dinger immer zu 100 % recyclet werden. Was wir versuchen müssen, ist diesen Umwelteingriff so weit es nur irgendwie geht zu minimieren. Die Frage ist in meinen Augen also nicht, ob wir gefährlichen Abfall produzieren, sondern wieviel Abfall anfällt und ob wir mit diesem Abfall sicher umgehen können, um Schäden an der Biosphäre gering zu halten.

Im Fall der Kernenergie stehen nun gemäß dieser Kosten-Nutzen Abwägung einige nahezu unzerstörbare Behälter, die hochradioaktives Material sicher von der Biosphäre wegschließen, einer unfassbaren Menge an günstiger und emissionsarmer Energie gegenüber. Das einzige, was nötig ist, ist dass wir diese wenigen Behälter in einem sehr stabilen Tunnel einlagern, der in einer ungestörten geologischen Formation liegt. Das war`s. Mehr ist dieses vielbeschworene Abfallproblem nicht. Und dafür gibt es durchaus Lösungen, die auch tatsächlich derzeit umgesetzt werden.
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Selbstverständlich ist dieser Abfall gefährlich, sollte er in die Umwelt gelangen. Allerdings ist es bei Betrachtung von Gefahren sehr wichtig, Risiken gegeneinander abzuwägen. Im Fall der Kernenergie haben wir das Risiko, dass es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dazu kommen könnte, dass nach einiger Zeit größere Mengen Radioaktivität in die Umwelt gelangen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, wenn auch nicht gleich 0. Allerdings steht dieses Risiko in keiner Relation zu dem Nutzen, den wir daraus ziehen. Der Energiehunger der Weltbevölkerung ist enorm, es wird sehr schwierig werden, ihn mit Erneuerbaren alleine zu decken. Wenn die Welt deshalb weiter intensiv fossile Energieträger nutzt, dann haben ein ziemliches Problem.

Carlos12 schrieb:
3.) Die gegenwärtigen Reaktoren sind inhärent instabil.
Du kannst einen Kernreaktor nicht direkt abschalten. Selbst wenn die Bremsstäbe alle runtergefahren sind, wird Wärme erzeugt,
viel Wärme,
wochenlang.
Also muss der Reaktor gekühlt werden.
Das machen Pumpen.
Die laufen mit Strom aus dem Stromnetz.
Wenn kein Strom aus dem Stromnetz vorhanden ist, laufen Dieselgeneratoren.
Für einige Tage ist Diesel vorhanden, dann muss ein Tanklaster vorbeifahren.
Ich gebe dir recht, das ist die Achillesferse der Kernreaktoren, die in den 70ern und 80ern gebaut wurden. Allerdings hat sich mittlerweile die Sicherheitsphilosophie geändert: Statt auf aufwendige aktive Sicherheitssysteme mit Pumpen und Notstromdiesel, die immer ein Stückweit fehleranfällig sind, setzt man bei fast allen modernen Reaktoren mittlerweile auf sogenannte passive Systeme, die einzig und alleine durch grundlegende physikalische Kräfte funktionieren. Heißt: Der heiße Dampf aus dem Reaktorkern steigt auf und gelangt in einen Wärmetauscher. Der ist umgeben von einem großes, kalten Wasserbecken, wodurch der Dampf sich wieder abkühlt (Wärmeübertragung) und alleine durch die Schwerkraft wieder nach unten zurück in den heißen Reaktorkern fließt. Ein Naturumlauf, der natürlich nur solange funktioniert, wie im Becken genügend kaltes Wasser vorhanden ist. Das kann dann aber jede olle freiwillige Feuerwehr mit einfachsten Mitteln wieder nachfüllen.

Carlos12 schrieb:
Sobald die Kühlung ausfällt haben wir Fukushima.
Nicht ganz. Richtig ist, dass wenn die Kühlung bei einem Schwarzfall eine längere Zeit ausfällt, dass in diesem Fall eine Kernschmelze droht. Das heißt allerdings noch nicht zwangsläufig, dass dann Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Alle deutschen Reaktoren haben nämlich ein sogenanntes Wallmann-Ventil eingebaut, mit dem radioaktive Partikel rausgefiltert werden, sodass ein Überdruck an Dampf kontrolliert abgebaut werden kann und der Sicherheitsbehälter nicht versagt. Außerdem gibt es sogenannte passive katalytische Wasserstoff-Rekombinatoren, die verhindern, dass es durch Wasserstoff zu einer Knallgasexplosion kommt. Diese wichtigen Sicherheitseinrichtungen haben aber zum Beispiel in Fukushima gefehlt, um die Folgen einer Kernschmelze abzumildern.


Nachträge:
das was in Akw's an Abfall anfällt ist wenig, und ziemlich ungefährlich. Jeder Gefahrguttransport der Klasse 1 per LKW ist wesentlich gefährlicher als jeglicher Atommüll aus dem AKW. Und davon rollen jährlich hunderttausende quer durch DE.
Das ist natürlich Bullshit, sorry. In der unmittelbaren Nähe eines bestrahlten Brennelements bekommst du ohne Abschirmung eine Dosis von 300 Sievert ab, da bist du binnen kürzester Zeit mausetot. Man sollte die Gefahr des Abfalls nicht verharmlosen, er ist nicht ungefährlich - aber genauso wenig sollte man die Fragestellung überdramatisieren, er ist nämlich genauso wenig eine apokalyptische Bedrohung.

In den mir bekannten Fällen von nichtsozialistischen Staaten ist die Energieversorgung in den Händen der Privatwirtschaft.
Nicht notwendigerweise.

Die billigste ist Wind und dann kommt Kohle, wenn ich mich nicht irre. (sollte geprüft werden)
Das lässt sich nicht so einfach sagen. Die Stromkosten hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab: bei fossilen Kraftwerken sind zum Beispiel der Preis für den Brennstoff sehr wichtig, bei Kernkraftwerken die Baukosten. Bei Erneuerbaren Energien hängt das stark von den Volllaststunden ab, also wieviel Sonne an einem Standort scheint bzw. wieviel Wind weht. Hier mal ein Überblick:
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]
Letzte Änderung: 1 Woche 5 Tage her von Nicht_Peter.
Folgende Benutzer bedankten sich: Onewa, kaetzacoatl, 6zxJ76s73, HealingPotion, Carlos12

Kernkraft 1 Woche 5 Tage her #836927

  • Carlos12
  • Carlos12s Avatar
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Beiträge: 44
  • Dank erhalten: 46
Herzlichen Dank.

Der Beitrag ist sehr inormativ. Ich komme zum Schluß, dass mein erstes Argument nicht gilt. Kernenergie ist ziemlich günstig. Vorausgesetzt, es kommt nicht zu einer Katastrophe und die Kosten für die Endlagerung bleiben langfristig im Rahmen.

Der Beitrag mit der Endlagerung hochgiftiger Substanzen ist recht erhellend. Doch mein Metaargument zum Thema Enlagerung hochradioaktiver wird dadurch noch eindringlicher. Was hat die Staaten in mehr als 50 Jahren bisher daran gehindert ein Endlage zu errichten? (Wenn ich an die Asse denke, bekomme ich eine Ahnung.)
Andererseits, wenn das Endlager ONKALO eine ausreichende Zeit ohne Probleme läuft, würde dies auch mein Argument Zwei entkräften.

Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Die Animation habe ich im Hintergrund laufen lassen. Ab Minute 6:00 wird dort auf geologische un Klimatische Änderungen eingegangen. Dort wird eingeplant, dass sich der nordische Eisschild in den kommenden Jahrtausenden vergrößert und der Permafrost eine zusätzliche Abdichtung bringt. o.o O.O
Öhemm, gemäß den Milanković-Zyklen kommen wir aus einer Warmzeit und Europa würde wieder langsam Richtung Eiszeit gehen.
de.wikipedia.org/wiki/Milankovi%C4%87-Zyklen
Was sollte dagegen sprechen?
*o-pfeif* *o-kihihi*
Du wirst wohl verstehen, dass diese Anmation nicht mein Vertrauen gewinnt.

Was mein Argument Drei mit der inhärenten Instabilität betrifft, so ist ein Naturumlauf deutlich besser als mit Notstrom betriebene Pumpen. Aber das Problem bleibt. Im Kriegsfall ist die Feuerwehr mit dem Löschen der Sätdte beschäftigt und bei einem langen Blackout hat die Feuerwehr kein Diesel mehr (weil es in Deutschland bei Tankstellen keine Pflicht für Notstrom für die Treibstoffpumpen gibt).
Nicht_Peter schrieb:
Dieses Gleichgewicht ist in Wirklichkeit ein gnadenloser Überlebenskampf, in dem du jeden morgen nach dem Aufwachen befürchten musst, an einer Krankheit zu verenden, nicht genügend Nahrung zu finden oder selbst gefressen zu werden. Einzig uns Menschen ist es gelungen, uns aus diesem knallharten Kampf weitgehend zu befreien, indem wir die Natur mehr oder weniger ausgetrickst haben.
Dieses Darwinistische Bild ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Mttlerweile wird das Bild der Natur überwiegend von Symbiosen geprägt.

Kernkraft 1 Woche 5 Tage her #836938

  • Faf-Kun
  • Faf-Kuns Avatar
  • Nachwuchsspammer
  • Nachwuchsspammer
  • Beiträge: 174
  • Dank erhalten: 87
Nicht_Peter schrieb:
Nachträge:
das was in Akw's an Abfall anfällt ist wenig, und ziemlich ungefährlich. Jeder Gefahrguttransport der Klasse 1 per LKW ist wesentlich gefährlicher als jeglicher Atommüll aus dem AKW. Und davon rollen jährlich hunderttausende quer durch DE.
Das ist natürlich Bullshit, sorry. In der unmittelbaren Nähe eines bestrahlten Brennelements bekommst du ohne Abschirmung eine Dosis von 300 Sievert ab, da bist du binnen kürzester Zeit mausetot. Man sollte die Gefahr des Abfalls nicht verharmlosen, er ist nicht ungefährlich - aber genauso wenig sollte man die Fragestellung überdramatisieren, er ist nämlich genauso wenig eine apokalyptische Bedrohung.

Wenn diese Brennelemente aus dem Abklingbecken kommen könnte man daneben stehen und es würde garnix passieren. Erst recht nicht wenn sie in geeigneten Containern stecken. Ich würd mir solche Dinger auch in die Garage stellen... dieser ganze Affenzirkus den man darum macht ist einfach unnötig.
Letzte Änderung: 1 Woche 5 Tage her von Faf-Kun.

Kernkraft 1 Woche 4 Tage her #836941

  • HealingPotion
  • HealingPotions Avatar
  • Nachwuchsspammer
  • Nachwuchsspammer
  • Beiträge: 172
  • Dank erhalten: 68
Carlos12 schrieb:
Dieses Darwinistische Bild ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Mttlerweile wird das Bild der Natur überwiegend von Symbiosen geprägt.
Nehmen wir mal an, du hättest kein Kernkraftwerk, welches dir Energie liefert, und du könntest nicht mal eben schnell im SUV zum Supermarkt fahren, um dir etwas zu essen zu kaufen. Dann müsstest du auch um dein Überleben kämpfen genau wie alle anderen Tiere in der freien Wildbahn.
Glaube, dass die Aussage so gemeint war.
Letzte Änderung: 1 Woche 4 Tage her von HealingPotion.
  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Moderatoren: ForummodLaynaKniveskinehYuriko.FauliRockt
Powered by Kunena Forum