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THEMA: Hat die EU noch eine Zukunft?

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Tage 17 Stunden her #821438

So wie es momentan aussieht zerfällt die EU an internen Politischen und Wirtschaftlichen Problemen. Dazu kommt noch ein Donald Trump in USA, der die Freundschaft mit Europa gekündigt hat und mit Sanktionen belegt, ein immer stärker werdendes Russland was eigene imperiale Absichten verfolgt und natürlich ein wirtschaftlich immer stärker werdendes China, welches den Europäern langsam selbst im High-Tech Bereich die Markt-Position streitig macht.

Die größten Probleme der EU die ich hier sehe sind:

Die Migration/Flüchtlingspolitik
Millionen von Menschen kommen nach Europa aus Asien und Afrika. Einige von Ihnen sind Verfolgte und Kriegsflüchtlinge, andere sind Wirtschaftsflüchtlinge die sich hier ein besseres Leben aufbauen wollen. Solange die Zahl der Menschen überschaubar war, hat von diesem Problem kaum jemand Notiz genommen, doch seit 2015 sind die Massen so groß geworden, dass hier die EU Länder überfordert sind. Doch anstatt einheitlich das Problem zu lösen, agieren die einzelnen EU-Mitglieder völlig unterschiedlich. Die einen wollen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen, die Anderen haben so viele aufgenommen, dass sie damit überfordert sind. Eine Verständigung scheint hier momentan nicht machbar zu sein.

Aber auch die Migration innerhalb der EU stellt die Soziall-Systeme mancher Länder auf eine harte Probe. In Zeiten von Krisen, ziehen viele Bürger in andere EU-Länder mit besseren Sozialleistungen um der Misere im eigenen Land zu entgehen. Dies kann zum Zusammenbruch der Sozialsysteme in den betroffenen Ländern führen.

Finanzielle Verschuldung der meisten EU Staaten
Viele EU Staaten wie Italien, Griechenland, Spanien sind stark verschuldet. Die Möglichkeit die sie früher hatten, über die Inflation der eigenen Währung die Schulden abzubauen, haben sie nicht mehr, da sie dem Euro-Raum beigeträten sind. Die EU hat zwar Fonds für solche Fälle aufgebaut, aber der Ausmaß der Schulden und die Anzahl der Länder die betroffen sind übersteigen diese ‚Abfang-Möglichkeiten‘ beim weiten. Manche Ökonomen sagen dass diese Länder vorübergehend den Euro-Raum verlassen müssten um sich zu sanieren, doch politisch kann man die Länder dazu nicht zwingen und diese Praxis könnte auch zum Zerfall der EU führen.

Auswuchernde EU Bürokratie die Milliarden kostet
Die EU Bürokraten sind mittlerweile so Zahlreich geworden und werden so gut bezahlt, dass diese Kosten in Milliarden gehen. Die EU ist zu einer Art Abstell-Gleiß für unbeliebte oder verbrauchte Politiker geworden wo sie mit viel Geld bei Laune gehalten werden. Das Problem ist, dass diese Politiker nicht still sitzen sondern immer mehr macht haben wollen. Diese Verschwendung und die Bürokratischen Auswüchse verärgern immer mehr die Bürger wodurch die Akzeptanz für die EU immer weiter sinkt.

Keine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik
Die Probleme die international entstehen sollten eigentlich von der EU als einer Einheit angegangen werden, doch die Realität sieht so aus, dass jedes Land seine eigene Politik betreibt, die oft im krassen Gegenteil zu der offiziellen Linie der EU steht.
Auch die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsdiensten, der Polizei und dem Militär innerhalb der EU funktioniert nicht richtig. Ein Beispiel hierfür ist Carles Puigdemont, der in Spanien per Haftbefehl gesucht wird, aber von Deutschland nicht ausgeliefert wird.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema. Hat die EU in dieser aktuellen Form noch eine Zukunft? Welche anderen Probleme der EU sieht Ihr?
Letzte Änderung: 5 Tage 17 Stunden her von Tssir-De-Macabre.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Tage 9 Stunden her #821446

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Tssir-De-Macabre schrieb:
Hat die EU in dieser aktuellen Form noch eine Zukunft?
Ich denke, dass sich in Zukunft alles irgendwo veränderen muss und sich auch sich verändern sollte außer vllt. das Streikverbot für Beamte, das hat Ewigkeitscharakter. Tatsächlich glaube ich, dass die EU nicht nur Geld kostet, sondern sich auch sonst (nicht nur aus einer humanistischen Sichtweise) rechnet. Die Briten müssen nun doch feststellen, dass die vielen Millionen Pfund für das Gesundheitswesen doch nicht frei werden, dass sie möglicherweise weniger statt mehr Geld zur Verfügung haben. Einfluss, Freiheiten und wirtschaftliche Vorteile rechtfertigen mMn eine Zukunft der EU, wie auch immer diese aussieht. Man hat ja schon vor Jahren an einer Verfassung gearbeitet, doch scheint es momentan leider so, als wäre diese Ziel vorerst in weite Ferne gerückt.
Welche anderen Probleme der EU sieht Ihr?
Mir würden noch zwei Punkte einfallen, zu denen ich aber nicht ganz so viel schreibe.
Bürokratie/ Reglementierungen
Grundsätzlich sind einheitliche Standarts zu begrüßen, teilweise gehen die Regelungsauswüchse beispielsweise bei der Form Lebensmitteln aber doch etwas zu weit.
demokratische Legitimierung
Vor allem dem Rat der EU fehlt eine direkt demokratische Legitimierung.
Letzte Änderung: 4 Tage 18 Stunden her von DaviDwithD.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 4 Tage 18 Stunden her #821474

So wie es momentan aussieht zerfällt die EU an internen Politischen und Wirtschaftlichen Problemen
Ich glaube, dass das noch nicht einmal das Hauptproblem ist. Es trägt zwar viel zur allgemeinen Problematik bei, dennoch gibt es für mich ein ganz großes, prägnantes Problem der EU, das sich direkt und indirekt auf die ganzen anderen, kritischen Themen auswirkt:
Mit der Institution EU können locker 90% der EU-Bürger nichts anfangen.
Aber wenn ich ehrlich bin: Wieso sollten sie es auch? Die EU ist eine Organisation, die irgendwo in Brüssel tagt und noch nicht einmal direkt in den einzelnen Mitgliedsstaaten in Erscheinung treten kann, weil ihre Beschlüsse und Verordnungen erst von den nationalen Gesetzgebungsorganen in das jeweilige Recht integriert werden müssen. Die Auswirkungen der Bundestags-Sitzungen bekommt man wenigstens noch durch Erneurungen mit, bei der EU hingegen so gut wie nie.
Ich lehne mich ganz weit aus dem Fenster und behaupte sogar, dass das einer der Gründe war, warum der Brexit überhaupt beschlossen worden ist. Wenn Wähler, die keine Ahnung über die EU haben, eine für sie völlig fremde, nicht-britische Organisation, bei der sie keinerlei Nutzen für ihr Land erkennen können, mithilfe ihrer Stimme aus ihrem Land katapultierten können, stimmen sie natürlich mit ja. Wenn die Befürworter ihre Argumente etwas besser aufgestellt und die ganzen Vorteile, die Großbritannien schon durch EU-Zahlungen errungen hat aufgeführt hätten, wäre es vermutlich etwas anders ausgegangen.
Zu den einzelnen Themen gibt es natürlich ebenfalls noch ein paar Dinge, die leider nicht wirklich glatt laufen.

Die Migration/Flüchtlingspolitik
Hier tritt halt wieder die typische "Mir egal was die anderen stemmen müssen, solange ich keine Migranten aufnehmen muss"-Haltung ein. Zugegebenermaßen ist das teilweise sogar verständlich. Ich glaube, niemand kann Italien beschuldigen, gegenüber den Flüchtlingsströmen kaltzubleiben und jetzt sogar das Flüchtlingsschiff mit 600 Insassen nicht in ihre Häfen einlaufen lassen zu wollen. Wenn ich von vornerein weiß, dass ich auf dem Großteil der Leute sitzenbleibe und sie irgendwie in der sowieso schon komplett angespannten Wirtschaftslage versorgen muss, würde ich den anderen auch den Vogel zeigen und mich weigern. Wenn man sich die Abmachungen über aufzunehmende Flüchtlinge und die wirklich aufgenommenen Menschen anschaut, weiß man genau, welche Länder man zu so horrenden Strafzahlungen verurteilen müsste, dass sie sich regelrecht um Flüchtlinge reißen. Dass dort nicht härter durchgegriffen wird, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Wenn die einzige Möglichkeit, für Gerechtigkeit zu sorgen ein harter Einschnitt in den nationalen Geldbeutel ist, dann sollte man diese ergreifen und nicht weiter versuchen, verbal für eine Lösung zu sorgen.

Finanzielle Verschuldung der meisten EU Staaten
Darüber sollte ich gar nicht anfangen zu schreiben, das endet nur in einer völligen Eskalation meinerseits^^ Für mich gibt es keine Lösung, weil gerade die verschuldeten Länder es nie schaffen werden, eine funktionierende, gewinnbringende Wirtschaft aufzubauen, wenn sie ihre Gepflogenheiten nicht ändern. Jeder schimpft in Deutschland über die Bürokratie und die horrenden Steuern, aber ehrlich: Das sind zwei Gründe, warum die Wirtschaft in Deutschland eben nicht so abkackt wie in anderen Ländern. Schmiergelder, Vetternwirtschaft und Ähnliches gibt es bei uns einfach nicht in diesem Umfang. Ebenso wie die absurd hohen Strafen für Steuerhinterziehung. Ich argumentiere immer damit, dass mit Sicherheit alle Bürger weniger Probleme mit einer Steuerhinterziehung als mit einer Vergewaltigung oder einem Mord haben. Liegt einfach daran, dass man keiner Person, sondern einer Institution schadet, die meistens sowieso nicht gerade beliebt ist, weil sie Geld von einem will. Dass durch die Steuern neben den überflüssigen Ausgaben auch nützliche Dinge finanziert werden können, fällt den meisten Personen gar nicht ein. Deshalb muss man die Strafen für Hinterziehung so hoch ansetzen, weil der Überwindungsgrad für eine solche Tat so niedrig ist. Vor allem ist das Finanzamt sehr gründlich im Punkt Steuererklärungen seiner Bürger einfordern, ob das in den anderen Ländern ebenso extrem ist, bezweifle ich.

Keine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik
Mein Hauptproblem mit der Außenpolitik der EU ist generell ihre Haltung. Für einen solch wirtschaftlich starken Raum ist für mich diese Bück-Position gegenüber anderen Wirtschaftsregionen wie den USA, Russland und China einfach unerträglich. Man sollte sich nicht aufspielen wie das Imperium selbst, aber eine gewisse Grundhaltung an gesundem Selbstvertrauen ist für mich durchaus machbar, dass man endlich einmal ernster genommen wird. Dieses sofortige Kuschen bringt nichts außer die Verachtung der anderen Staaten, die die EU nicht als ebenbürtig ansehen. Das mit den Strafzöllen ist zwar durchaus nervig, aber hier hat die EU endlich einmal das richtige getan und nicht klein beigegeben, sondern dagegengehalten - was von einigen wiederrum kritisiert wurde.
Für mich ist es einfach an der Zeit, dass die EU endlich einmal ihre reale Stellung in der globalen Politik und Wirtschaft einsieht und sich dementsprechend verhält. Dieses ständige Heruntergradieren der eigenen Stärke geht mir gehörig auf die Nerven und trägt nicht wirklich dazu bei, dass die EU bei ihren Bürgern angesehener oder sympathischer wird.

So, das war jetzt alles etwas ausschweifender als geplant, aber ich hoffe, ihr versteht meine Ansichten zumindest teilweise. Dazu muss ich sagen, dass ich wirklich kein Experte im Thema EU bin, aber die Einblicke in das EU-Recht während meines Studiums haben schon zu einigen Erkenntnissen geführt.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 4 Tage 14 Stunden her #821479

Ich denke dank der Eskapaden von Donald Trump und den Briten sieht die Zukunft der EU besser aus als man es vor ein paar Jahren hätte annehmen könen.

Durch den Brexit hat die EU, laut Umfragen einiges an Beführwortung in der Bevölkerungen von EU-Ländern dazugewonnen. Ob das nun daran liegt das die Bevölkerung dank der danach gestarteten Informationskampagne seitens der EU mehr mit der EU Anfangen kann als davor, oder eher daran das man den Briten live bei der enormen wirtschaftlichen und sozialen Krise nach dem Brexit zuschauen kann sei mal dahingestellt.

Durch die jetzige US-Regierung wurde obendrein noch offengelegt das auf die Partner abseits von EU-Ländern kein Verlass mehr ist. Dies hat zu einem Konsensus geführt das die EU-Länder geschlossener agieren und die eigene Außenpolitik selbst in die Hände nehmen müssen. Davor ist man ja mehr oder weniger brav den Amerikanern hinterhergelaufen. Damit wird jetzt die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU in einer nie zuvor gesehenen Weise in Angriff genommen. Man hört von einer EU Armee und dem kompletten lösen von den Amerikanern.

Das Problem der Flüchtlingspolitik sollte im kommenden Jahrzehnt auch gelöst werden. Wenn man nicht so sehr auf das gutmenschliche Gerede, sondern auf die Handlungen seitens der Politik achtet wird es klar das hintenrum einiges gemacht wird um sich des Ganzen zu entledigen. Es kommen immer mehr Gesetze zur schnellen Abschiebung. Demnächst will man obendrein den Zugang für Asylanten nach Europa juristisch versperren indem man dem Asylverfahren ein Zulässigkeitsverfahren vorran stellt nach dem die allermeisten Flüchtlinge gar keinen Asylantrag mehr stellen dürfen (sprich er wird nichtmal mehr geprüft). Hier ein Artikel von der Süddeutschen Zeitung, der das Vorhaben recht gut beschreibt.

Sollte die EU tatsächlich scheitern dann wären das mMn entweder aus wirtschaftlichen Gründen, wie Verschuldung der Staaten die du angesprochen hast, oder durch weiteren Zulauf für rechte Parteien, die die jeweiligen Länder aus der EU austreten lassen, sobald diese eine Regierung bilden (wie Front National es in Frankreich vor hatte).
Letzte Änderung: 4 Tage 11 Stunden her von SmokeTheEvertrolling.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 4 Tage 11 Stunden her #821489

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Nyasha schrieb:
Aber wenn ich ehrlich bin: Wieso sollten sie es auch? Die EU ist eine Organisation, die irgendwo in Brüssel tagt und noch nicht einmal direkt in den einzelnen Mitgliedsstaaten in Erscheinung treten kann, weil ihre Beschlüsse und Verordnungen erst von den nationalen Gesetzgebungsorganen in das jeweilige Recht integriert werden müssen.
Es stimmt zwar das der Fokus in der Öffentlichkeit eher auf den Bund und weniger auf der EU liegt, es stimmt aber nicht, dass alles was die EU entscheidet und beschließt zuerst im Parlament ratifiziert werden muss. Die zuletzt in Kraft getretene Datenschutzverordnung ist beispielsweise unmittelbare in den Mitgliedstaaten wirksam geworden.
Ich verweise dazu auf Art. 288 AEUV, auch wenn es stimmt, dass die Wenigsten (mich eingeschlossen) wirklich Ahnung von dem Ganzen haben.

Die FDP hat sich gestern auf Facebook nochmals zur EU geäußert, hier der Link dazu.
Letzte Änderung: 4 Tage 11 Stunden her von DaviDwithD.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 4 Tage 6 Stunden her #821504

Ich bin zwar ein EU-Befürworter, doch mit den aktuellen Politikern an der Macht ein Gegner.
Die EU lebt vom Geld der Wirtschaftsstarken und hat ganztags nichts anderes zu tun außer Geld einzustecken und
es in das eigene Land zuverfrachten. Idealerweise werden Gesetze durchgesetzt von dem das eigene Land profitiert
und Gesetze verhindert, die das eigene Land evtl. schädigen. Dabei wird ausschließlich als Orientierungspunkt
das eigene Land genommen. Probleme der anderen Nationen interessiert niemanden in der EU. Außerdem
muss jeder darauf achten die eigene Lobby nicht gegen sich aufzubringen.

Die Tatsache das Deutschland trotz seiner eigenen Probleme immer mehr zum EU-Haushalt beitragen und
ganz profan auch noch die Haushaltslücke durch den Austritt von GRB übernehmen soll, während alle
anderen versuchen die Kosten zu senken und den Problemen aus dem Weg zu gehen, ist schlichtweg ein
Armutszeugnis der EU-Außenpolitik der Bundesregierung.

Merkel macht überhaupt nichts außer Geld mitbringen und Ihr klaffendes Maul aufmachen, wo nur
gähnende Leere herausströmt. Die Parteien selbst überlegen sich nur wie sie das Volk beruhigen
und zeitgleich der Lobby noch einen Gefallen erweisen können.

Die USA handzuhaben wäre ein leichtes für ein geschlossenes Europa, aber nunja wir haben eine 27-mal-Kleinstaaten-EU.
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Hat die EU noch eine Zukunft? 18 Stunden 41 Minuten her #821662

Ich muss sagen, dass ich lange Zeit von Europa begeistert war. Die Idee ein Gegengewicht zu den Supermächten (USA, Russland, China) aufzubauen, welches die Europäischen Interessen in der Welt vertritt, war verlockend. Reisefreiheit und gemeinsame Währung schienen mir damals ein Schritt in die richtige Richtung.

Bedauerlicherweise ist es so gekommen wie mit den meisten ‚Guten Ideen‘. Sie hat den Realität-Test nicht bestanden.

Die gemeinsame Währung sollte von der Politik unabhängig und stabil sein. Wer hätte es damals gedacht dass Billionen in die Rettung von maroden Staaten gepumpt werden. Dass die EZB Schrott-Anleihen aufkauft um Länder vor dem Bankrott zu bewahren sollte eigentlich nicht passieren. Aber da hätten einige Länder den Euro-Raum verlassen müssen, und dies wollte man nicht geschähen lassen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat man die übrig gebliebenen ‚Reste‘ gesammelt und in die EU integriert. Diese Länder waren weder Politisch noch Wirtschaftlich auf dem Stand der EU-Integration gewesen. Alleine der Wunsch der EU-Ausdehnung war für die Politiker wichtig. Man hatte Angst, dass diese Länder, nach dem Russland erneut stärker geworden ist, zurück unter die russische Kontrolle fallen könnten.

Deutschland ist stark, aber nicht stark genug um ganz Europa mit Ihren Problemen zu stemmen.

Das dumme Engagement der EU in der Ukraine hat zu einem Konflikt mit den Russen geführt und für viele deutsche Unternehmen einen wichtigen Markt kaputtgemacht. Selbst wenn jetzt die Sanktionen gegen Russland aufgehoben worden wären, würden die deutschen Firmen wohl kaum den Markt besetzten können, da bereits andere dies getan haben.

Das Ganze hat humanitär, politisch und wirtschaftlich nur Schaden angerichtet. Positiv hat es absolut nichts gebracht.

Dann kam die Flüchtlings-Krise. Es ist nicht so, dass sie von einem Tag auf den Anderen entstanden ist. Die Flüchtlingsströme gab es bereits vorher, nur waren sie kleiner und man hat sie auf Griechenland und Italien abgewälzt. Da die Flüchtlinge dort den EU-Boden betraten, sollten sie auch dort bleiben. Aber als zu viele Flüchtlinge kamen und die übrigen EU-Länder sich keine Mühe machten den Griechen und Italienern zu helfen, schickten diese die Menschen einfach weiter.
Als dann noch unsere Bundeskanzlerin die Flüchtlinge mit offenen Arben willkommen hieß, waren alle Dämme gebrochen.

In einer Zeit, in der die EU mit wirtschaftlichen und Politischen Problemen kämpft, Millionen von fremden zu integrieren und zu finanzieren ist nicht machbar. Man hat den Bürgern so viel zugemutet, dass selbst die gutmütigen Europäer genug hatten. Die Britten haben sich für einen EU-Ausstieg entschieden und in vielen EU-Ländern wurden rechte Parteien und Nationalisten sehr stark.

Jetzt wo auch noch ein unberechenbarer US-Nationalist als Präsident gewählt wurde und die stabile EU-USA Achse gebrochen ist, ist die Lage der Europäischen Union mehr als Kritisch.
Der einzige stabile Partner den Europa noch hat ist ausgerechnet das kommunistische China.

Ich persönlich glaube nicht dass die EU in der jetzigen Form das ganze überlebt. Ich glaube dass eine Reduzierung auf einen stabilen Kern notwendig wäre.
Letzte Änderung: 18 Stunden 36 Minuten her von Tssir-De-Macabre.

Hat die EU noch eine Zukunft? 8 Stunden 27 Minuten her #821679

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Viele kritische Stimmen zur EU - eigentlich kaum überraschend. Allerdings sehe ich es nicht als so schwarzmalerisch wie viele hier. Die EU steht für mich nicht am Abgrund oder ist ein Konstrukt, dass man generell komplett abschaffen sollte. Dafür ist es in meinen Augen gerade für Deutschland noch zu vorteilhaft - das kann sich allerdings in den nächsten Jahren änder. Was man nicht abstreiten sollte, ist wohl der Drang zu Veränderung: so wie die EU aktuell agiert, kann und sollte es wohl nicht weiter gehen.

Tssir-De-Macabre schrieb:
Jetzt wo auch noch ein unberechenbarer US-Nationalist als Präsident gewählt wurde und die stabile EU-USA Achse gebrochen ist, ist die Lage der Europäischen Union mehr als Kritisch.
Das ist sicherlich gleichzeitig eine Gefahr, aber auch eine Chance. Durch einen unberechenbaren und unbeliebten Trump ist der EU denke ich noch nie so bewusst gewesen, dass sie sich nicht immer hinter dem Rockzipfel der Amerikaner verstecken kann. Wenn wir Pech haben, ist das nicht die letzte Amtszeit des Präsidenten - in Amerika ist immerhin alles möglich.
Insofern wäre es jetzt klug, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen oder zumindest den Weg Richtung Osten zu suchen. Durch den Ukraine-Konflikt ist das sicherlich schwierig, aber durch die Anti-Putin Haltung werden wir hier nichts gewinnen.
Der Fokus auf die USA stell die EU an sich schon als sehr heuchlerisch da. Wo wir für Menschenrechte plädieren, unterstützen wir gleichzeitig seit Jahren die komplette Destabilisierung des nahen Ostens. Anstatt Konflikte zu lösen, sehen wir den Amerikanern zu, wie sie nach und nach in Länder einmarschieren, ohne einen triftigen Grund dafür zu haben.
Die Russen haben hier genauso die Finger im Spiel und definitiv beim Thema Menschenrecht keine weiße Weste, allerdings sind sie in meinen Augen nicht die, die diese Destabilisierung gezielt über Jahre hinweg antreiben.

Man hat den Bürgern so viel zugemutet, dass selbst die gutmütigen Europäer genug hatten. Die Britten haben sich für einen EU-Ausstieg entschieden und in vielen EU-Ländern wurden rechte Parteien und Nationalisten sehr stark.
Aber das wird interessant: die Folgen sind für mich nun noch nicht unbedingt abzusehen - sowohl für die EU als auch die Briten. Die EU wird gut daran tun, den Ausstieg so fatal und schwer wie möglich zu gestalten, um andere Staaten abzuschrecken. Sollte es den Briten durch einen Ausstieg tatsächlich besser oder zumindest gleichbleibend ergehen, könnte der Ausstieg auch noch in weiteren Staaten angestrebt werden (bspw. Frankreich, das wäre das Ende der EU).
Auch hier sehe ich die Chance, dass man endlich einmal das Konstrukt verändert bzw. manche Dinge, die als gesetzt angesehen werden, überdenkt. Ich halte es für vermessen, einen Volksentscheid über den Austritt der EU abzuhalten - der normale Bürger kann die Folgen nicht abschätzen bzw. hat generell von der Arbeit und den Vor/Nachteilen der EU keine Ahnung. Aber der rechte Flüge ist eben auch recht gut darin, einfache Parolen mit vermeintlich schnellen Lösungen an den Mann zu bringen.

Zuletzt: die Flüchtlingskrise.
Ich halte mich hierzu kurz, die Problematik ist klar erkennbar. Es war ein Debakel und ist es vermutlich auch jetzt noch. Länder sind überfordert, Merkel ruft zum großen Umzug auf und es ist noch vieles mehr vorgefallen, was hier schief gelaufen ist. Die EU sollte gesamtheitlich ein klares Bild schaffen, und sich in dieser Hinsicht mehr unterstützen als wirklich zu bekriegen (siehe Ungarn). Der große Flüchtlingsstrom ist allerdings mittlerweile versiegt, weshalb es jetzt gilt, die Leute a.) zu integrieren und nutzbar für den Arbeitsmarkt zu machen oder b.) schnell wieder los zu werden.

Letzteres ist nur durch Konfliktlösung im nahen Osten möglich, bei dem die EU allerdings eher Zuschauer als wirklicher Vermittler agiert. Gerade Deutschland könnte seine Position nutzen, um über Diplomatie (und nicht Waffengewalt) alle Parteien an einen Tisch zu holen und zu verhandeln.
Aber in dieser Hinsicht passiert leider wenig bis gar nichts, obwohl zumindest die Parteien im nahen Osten dazu bereit wären (siehe Assad). Durch den starken Einfluss der USA ist dies allerdings auch gar nicht erst möglich. Mittlerweile ist die Lage aber dermaßen eskaliert, das selbst dieser Zug wohl keine Entspannung bringen würde.

Insgesamt viele negative Punkte, welche recht deutlich zeigen, dass die EU sich verändern muss. Bürger, die keinen Nutzen mehr in der EU sehen, werden zwangsläufig dafür sorgen, dass dse in ein paar Jahren keinen Bestand mehr hat. Diese Leute gilt es zu überzeugen, in dem man seine Werte noch einmal überdenkt und sich vielleicht auch politisch umorientiert..
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