• Seite:
  • 1
  • 2

THEMA: Hat die EU noch eine Zukunft?

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821438

So wie es momentan aussieht zerfällt die EU an internen Politischen und Wirtschaftlichen Problemen. Dazu kommt noch ein Donald Trump in USA, der die Freundschaft mit Europa gekündigt hat und mit Sanktionen belegt, ein immer stärker werdendes Russland was eigene imperiale Absichten verfolgt und natürlich ein wirtschaftlich immer stärker werdendes China, welches den Europäern langsam selbst im High-Tech Bereich die Markt-Position streitig macht.

Die größten Probleme der EU die ich hier sehe sind:

Die Migration/Flüchtlingspolitik
Millionen von Menschen kommen nach Europa aus Asien und Afrika. Einige von Ihnen sind Verfolgte und Kriegsflüchtlinge, andere sind Wirtschaftsflüchtlinge die sich hier ein besseres Leben aufbauen wollen. Solange die Zahl der Menschen überschaubar war, hat von diesem Problem kaum jemand Notiz genommen, doch seit 2015 sind die Massen so groß geworden, dass hier die EU Länder überfordert sind. Doch anstatt einheitlich das Problem zu lösen, agieren die einzelnen EU-Mitglieder völlig unterschiedlich. Die einen wollen überhaupt keine Flüchtlinge aufnehmen, die Anderen haben so viele aufgenommen, dass sie damit überfordert sind. Eine Verständigung scheint hier momentan nicht machbar zu sein.

Aber auch die Migration innerhalb der EU stellt die Soziall-Systeme mancher Länder auf eine harte Probe. In Zeiten von Krisen, ziehen viele Bürger in andere EU-Länder mit besseren Sozialleistungen um der Misere im eigenen Land zu entgehen. Dies kann zum Zusammenbruch der Sozialsysteme in den betroffenen Ländern führen.

Finanzielle Verschuldung der meisten EU Staaten
Viele EU Staaten wie Italien, Griechenland, Spanien sind stark verschuldet. Die Möglichkeit die sie früher hatten, über die Inflation der eigenen Währung die Schulden abzubauen, haben sie nicht mehr, da sie dem Euro-Raum beigeträten sind. Die EU hat zwar Fonds für solche Fälle aufgebaut, aber der Ausmaß der Schulden und die Anzahl der Länder die betroffen sind übersteigen diese ‚Abfang-Möglichkeiten‘ beim weiten. Manche Ökonomen sagen dass diese Länder vorübergehend den Euro-Raum verlassen müssten um sich zu sanieren, doch politisch kann man die Länder dazu nicht zwingen und diese Praxis könnte auch zum Zerfall der EU führen.

Auswuchernde EU Bürokratie die Milliarden kostet
Die EU Bürokraten sind mittlerweile so Zahlreich geworden und werden so gut bezahlt, dass diese Kosten in Milliarden gehen. Die EU ist zu einer Art Abstell-Gleiß für unbeliebte oder verbrauchte Politiker geworden wo sie mit viel Geld bei Laune gehalten werden. Das Problem ist, dass diese Politiker nicht still sitzen sondern immer mehr macht haben wollen. Diese Verschwendung und die Bürokratischen Auswüchse verärgern immer mehr die Bürger wodurch die Akzeptanz für die EU immer weiter sinkt.

Keine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik
Die Probleme die international entstehen sollten eigentlich von der EU als einer Einheit angegangen werden, doch die Realität sieht so aus, dass jedes Land seine eigene Politik betreibt, die oft im krassen Gegenteil zu der offiziellen Linie der EU steht.
Auch die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsdiensten, der Polizei und dem Militär innerhalb der EU funktioniert nicht richtig. Ein Beispiel hierfür ist Carles Puigdemont, der in Spanien per Haftbefehl gesucht wird, aber von Deutschland nicht ausgeliefert wird.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema. Hat die EU in dieser aktuellen Form noch eine Zukunft? Welche anderen Probleme der EU sieht Ihr?
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: DaviDwithD

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821446

  • DaviDwithD
  • DaviDwithDs Avatar
  • Offline
  • Tastaturquäler
  • Tastaturquäler
  • Whatever happens, happens
  • Beiträge: 218
  • Dank erhalten: 164
Tssir-De-Macabre schrieb:
Hat die EU in dieser aktuellen Form noch eine Zukunft?
Ich denke, dass sich in Zukunft alles irgendwo veränderen muss und sich auch sich verändern sollte außer vllt. das Streikverbot für Beamte, das hat Ewigkeitscharakter. Tatsächlich glaube ich, dass die EU nicht nur Geld kostet, sondern sich auch sonst (nicht nur aus einer humanistischen Sichtweise) rechnet. Die Briten müssen nun doch feststellen, dass die vielen Millionen Pfund für das Gesundheitswesen doch nicht frei werden, dass sie möglicherweise weniger statt mehr Geld zur Verfügung haben. Einfluss, Freiheiten und wirtschaftliche Vorteile rechtfertigen mMn eine Zukunft der EU, wie auch immer diese aussieht. Man hat ja schon vor Jahren an einer Verfassung gearbeitet, doch scheint es momentan leider so, als wäre diese Ziel vorerst in weite Ferne gerückt.
Welche anderen Probleme der EU sieht Ihr?
Mir würden noch zwei Punkte einfallen, zu denen ich aber nicht ganz so viel schreibe.
Bürokratie/ Reglementierungen
Grundsätzlich sind einheitliche Standarts zu begrüßen, teilweise gehen die Regelungsauswüchse beispielsweise bei der Form Lebensmitteln aber doch etwas zu weit.
demokratische Legitimierung
Vor allem dem Rat der EU fehlt eine direkt demokratische Legitimierung.
Everyone thinks they're the hero of their own story.
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von DaviDwithD.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821474

So wie es momentan aussieht zerfällt die EU an internen Politischen und Wirtschaftlichen Problemen
Ich glaube, dass das noch nicht einmal das Hauptproblem ist. Es trägt zwar viel zur allgemeinen Problematik bei, dennoch gibt es für mich ein ganz großes, prägnantes Problem der EU, das sich direkt und indirekt auf die ganzen anderen, kritischen Themen auswirkt:
Mit der Institution EU können locker 90% der EU-Bürger nichts anfangen.
Aber wenn ich ehrlich bin: Wieso sollten sie es auch? Die EU ist eine Organisation, die irgendwo in Brüssel tagt und noch nicht einmal direkt in den einzelnen Mitgliedsstaaten in Erscheinung treten kann, weil ihre Beschlüsse und Verordnungen erst von den nationalen Gesetzgebungsorganen in das jeweilige Recht integriert werden müssen. Die Auswirkungen der Bundestags-Sitzungen bekommt man wenigstens noch durch Erneurungen mit, bei der EU hingegen so gut wie nie.
Ich lehne mich ganz weit aus dem Fenster und behaupte sogar, dass das einer der Gründe war, warum der Brexit überhaupt beschlossen worden ist. Wenn Wähler, die keine Ahnung über die EU haben, eine für sie völlig fremde, nicht-britische Organisation, bei der sie keinerlei Nutzen für ihr Land erkennen können, mithilfe ihrer Stimme aus ihrem Land katapultierten können, stimmen sie natürlich mit ja. Wenn die Befürworter ihre Argumente etwas besser aufgestellt und die ganzen Vorteile, die Großbritannien schon durch EU-Zahlungen errungen hat aufgeführt hätten, wäre es vermutlich etwas anders ausgegangen.
Zu den einzelnen Themen gibt es natürlich ebenfalls noch ein paar Dinge, die leider nicht wirklich glatt laufen.

Die Migration/Flüchtlingspolitik
Hier tritt halt wieder die typische "Mir egal was die anderen stemmen müssen, solange ich keine Migranten aufnehmen muss"-Haltung ein. Zugegebenermaßen ist das teilweise sogar verständlich. Ich glaube, niemand kann Italien beschuldigen, gegenüber den Flüchtlingsströmen kaltzubleiben und jetzt sogar das Flüchtlingsschiff mit 600 Insassen nicht in ihre Häfen einlaufen lassen zu wollen. Wenn ich von vornerein weiß, dass ich auf dem Großteil der Leute sitzenbleibe und sie irgendwie in der sowieso schon komplett angespannten Wirtschaftslage versorgen muss, würde ich den anderen auch den Vogel zeigen und mich weigern. Wenn man sich die Abmachungen über aufzunehmende Flüchtlinge und die wirklich aufgenommenen Menschen anschaut, weiß man genau, welche Länder man zu so horrenden Strafzahlungen verurteilen müsste, dass sie sich regelrecht um Flüchtlinge reißen. Dass dort nicht härter durchgegriffen wird, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Wenn die einzige Möglichkeit, für Gerechtigkeit zu sorgen ein harter Einschnitt in den nationalen Geldbeutel ist, dann sollte man diese ergreifen und nicht weiter versuchen, verbal für eine Lösung zu sorgen.

Finanzielle Verschuldung der meisten EU Staaten
Darüber sollte ich gar nicht anfangen zu schreiben, das endet nur in einer völligen Eskalation meinerseits^^ Für mich gibt es keine Lösung, weil gerade die verschuldeten Länder es nie schaffen werden, eine funktionierende, gewinnbringende Wirtschaft aufzubauen, wenn sie ihre Gepflogenheiten nicht ändern. Jeder schimpft in Deutschland über die Bürokratie und die horrenden Steuern, aber ehrlich: Das sind zwei Gründe, warum die Wirtschaft in Deutschland eben nicht so abkackt wie in anderen Ländern. Schmiergelder, Vetternwirtschaft und Ähnliches gibt es bei uns einfach nicht in diesem Umfang. Ebenso wie die absurd hohen Strafen für Steuerhinterziehung. Ich argumentiere immer damit, dass mit Sicherheit alle Bürger weniger Probleme mit einer Steuerhinterziehung als mit einer Vergewaltigung oder einem Mord haben. Liegt einfach daran, dass man keiner Person, sondern einer Institution schadet, die meistens sowieso nicht gerade beliebt ist, weil sie Geld von einem will. Dass durch die Steuern neben den überflüssigen Ausgaben auch nützliche Dinge finanziert werden können, fällt den meisten Personen gar nicht ein. Deshalb muss man die Strafen für Hinterziehung so hoch ansetzen, weil der Überwindungsgrad für eine solche Tat so niedrig ist. Vor allem ist das Finanzamt sehr gründlich im Punkt Steuererklärungen seiner Bürger einfordern, ob das in den anderen Ländern ebenso extrem ist, bezweifle ich.

Keine gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik
Mein Hauptproblem mit der Außenpolitik der EU ist generell ihre Haltung. Für einen solch wirtschaftlich starken Raum ist für mich diese Bück-Position gegenüber anderen Wirtschaftsregionen wie den USA, Russland und China einfach unerträglich. Man sollte sich nicht aufspielen wie das Imperium selbst, aber eine gewisse Grundhaltung an gesundem Selbstvertrauen ist für mich durchaus machbar, dass man endlich einmal ernster genommen wird. Dieses sofortige Kuschen bringt nichts außer die Verachtung der anderen Staaten, die die EU nicht als ebenbürtig ansehen. Das mit den Strafzöllen ist zwar durchaus nervig, aber hier hat die EU endlich einmal das richtige getan und nicht klein beigegeben, sondern dagegengehalten - was von einigen wiederrum kritisiert wurde.
Für mich ist es einfach an der Zeit, dass die EU endlich einmal ihre reale Stellung in der globalen Politik und Wirtschaft einsieht und sich dementsprechend verhält. Dieses ständige Heruntergradieren der eigenen Stärke geht mir gehörig auf die Nerven und trägt nicht wirklich dazu bei, dass die EU bei ihren Bürgern angesehener oder sympathischer wird.

So, das war jetzt alles etwas ausschweifender als geplant, aber ich hoffe, ihr versteht meine Ansichten zumindest teilweise. Dazu muss ich sagen, dass ich wirklich kein Experte im Thema EU bin, aber die Einblicke in das EU-Recht während meines Studiums haben schon zu einigen Erkenntnissen geführt.
»Geh deinen Weg und lass die Leute reden«
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821479

Ich denke dank der Eskapaden von Donald Trump und den Briten sieht die Zukunft der EU besser aus als man es vor ein paar Jahren hätte annehmen könen.

Durch den Brexit hat die EU, laut Umfragen einiges an Beführwortung in der Bevölkerungen von EU-Ländern dazugewonnen. Ob das nun daran liegt das die Bevölkerung dank der danach gestarteten Informationskampagne seitens der EU mehr mit der EU Anfangen kann als davor, oder eher daran das man den Briten live bei der enormen wirtschaftlichen und sozialen Krise nach dem Brexit zuschauen kann sei mal dahingestellt.

Durch die jetzige US-Regierung wurde obendrein noch offengelegt das auf die Partner abseits von EU-Ländern kein Verlass mehr ist. Dies hat zu einem Konsensus geführt das die EU-Länder geschlossener agieren und die eigene Außenpolitik selbst in die Hände nehmen müssen. Davor ist man ja mehr oder weniger brav den Amerikanern hinterhergelaufen. Damit wird jetzt die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU in einer nie zuvor gesehenen Weise in Angriff genommen. Man hört von einer EU Armee und dem kompletten lösen von den Amerikanern.

Das Problem der Flüchtlingspolitik sollte im kommenden Jahrzehnt auch gelöst werden. Wenn man nicht so sehr auf das gutmenschliche Gerede, sondern auf die Handlungen seitens der Politik achtet wird es klar das hintenrum einiges gemacht wird um sich des Ganzen zu entledigen. Es kommen immer mehr Gesetze zur schnellen Abschiebung. Demnächst will man obendrein den Zugang für Asylanten nach Europa juristisch versperren indem man dem Asylverfahren ein Zulässigkeitsverfahren vorran stellt nach dem die allermeisten Flüchtlinge gar keinen Asylantrag mehr stellen dürfen (sprich er wird nichtmal mehr geprüft). Hier ein Artikel von der Süddeutschen Zeitung, der das Vorhaben recht gut beschreibt.

Sollte die EU tatsächlich scheitern dann wären das mMn entweder aus wirtschaftlichen Gründen, wie Verschuldung der Staaten die du angesprochen hast, oder durch weiteren Zulauf für rechte Parteien, die die jeweiligen Länder aus der EU austreten lassen, sobald diese eine Regierung bilden (wie Front National es in Frankreich vor hatte).
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von SmokeTheEvertrolling.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821489

  • DaviDwithD
  • DaviDwithDs Avatar
  • Offline
  • Tastaturquäler
  • Tastaturquäler
  • Whatever happens, happens
  • Beiträge: 218
  • Dank erhalten: 164
Nyasha schrieb:
Aber wenn ich ehrlich bin: Wieso sollten sie es auch? Die EU ist eine Organisation, die irgendwo in Brüssel tagt und noch nicht einmal direkt in den einzelnen Mitgliedsstaaten in Erscheinung treten kann, weil ihre Beschlüsse und Verordnungen erst von den nationalen Gesetzgebungsorganen in das jeweilige Recht integriert werden müssen.
Es stimmt zwar das der Fokus in der Öffentlichkeit eher auf den Bund und weniger auf der EU liegt, es stimmt aber nicht, dass alles was die EU entscheidet und beschließt zuerst im Parlament ratifiziert werden muss. Die zuletzt in Kraft getretene Datenschutzverordnung ist beispielsweise unmittelbare in den Mitgliedstaaten wirksam geworden.
Ich verweise dazu auf Art. 288 AEUV, auch wenn es stimmt, dass die Wenigsten (mich eingeschlossen) wirklich Ahnung von dem Ganzen haben.

Die FDP hat sich gestern auf Facebook nochmals zur EU geäußert, hier der Link dazu.
Everyone thinks they're the hero of their own story.
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von DaviDwithD.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821504

Ich bin zwar ein EU-Befürworter, doch mit den aktuellen Politikern an der Macht ein Gegner.
Die EU lebt vom Geld der Wirtschaftsstarken und hat ganztags nichts anderes zu tun außer Geld einzustecken und
es in das eigene Land zuverfrachten. Idealerweise werden Gesetze durchgesetzt von dem das eigene Land profitiert
und Gesetze verhindert, die das eigene Land evtl. schädigen. Dabei wird ausschließlich als Orientierungspunkt
das eigene Land genommen. Probleme der anderen Nationen interessiert niemanden in der EU. Außerdem
muss jeder darauf achten die eigene Lobby nicht gegen sich aufzubringen.

Die Tatsache das Deutschland trotz seiner eigenen Probleme immer mehr zum EU-Haushalt beitragen und
ganz profan auch noch die Haushaltslücke durch den Austritt von GRB übernehmen soll, während alle
anderen versuchen die Kosten zu senken und den Problemen aus dem Weg zu gehen, ist schlichtweg ein
Armutszeugnis der EU-Außenpolitik der Bundesregierung.

Merkel macht überhaupt nichts außer Geld mitbringen und Ihr klaffendes Maul aufmachen, wo nur
gähnende Leere herausströmt. Die Parteien selbst überlegen sich nur wie sie das Volk beruhigen
und zeitgleich der Lobby noch einen Gefallen erweisen können.

Die USA handzuhaben wäre ein leichtes für ein geschlossenes Europa, aber nunja wir haben eine 27-mal-Kleinstaaten-EU.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821662

Ich muss sagen, dass ich lange Zeit von Europa begeistert war. Die Idee ein Gegengewicht zu den Supermächten (USA, Russland, China) aufzubauen, welches die Europäischen Interessen in der Welt vertritt, war verlockend. Reisefreiheit und gemeinsame Währung schienen mir damals ein Schritt in die richtige Richtung.

Bedauerlicherweise ist es so gekommen wie mit den meisten ‚Guten Ideen‘. Sie hat den Realität-Test nicht bestanden.

Die gemeinsame Währung sollte von der Politik unabhängig und stabil sein. Wer hätte es damals gedacht dass Billionen in die Rettung von maroden Staaten gepumpt werden. Dass die EZB Schrott-Anleihen aufkauft um Länder vor dem Bankrott zu bewahren sollte eigentlich nicht passieren. Aber da hätten einige Länder den Euro-Raum verlassen müssen, und dies wollte man nicht geschähen lassen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat man die übrig gebliebenen ‚Reste‘ gesammelt und in die EU integriert. Diese Länder waren weder Politisch noch Wirtschaftlich auf dem Stand der EU-Integration gewesen. Alleine der Wunsch der EU-Ausdehnung war für die Politiker wichtig. Man hatte Angst, dass diese Länder, nach dem Russland erneut stärker geworden ist, zurück unter die russische Kontrolle fallen könnten.

Deutschland ist stark, aber nicht stark genug um ganz Europa mit Ihren Problemen zu stemmen.

Das dumme Engagement der EU in der Ukraine hat zu einem Konflikt mit den Russen geführt und für viele deutsche Unternehmen einen wichtigen Markt kaputtgemacht. Selbst wenn jetzt die Sanktionen gegen Russland aufgehoben worden wären, würden die deutschen Firmen wohl kaum den Markt besetzten können, da bereits andere dies getan haben.

Das Ganze hat humanitär, politisch und wirtschaftlich nur Schaden angerichtet. Positiv hat es absolut nichts gebracht.

Dann kam die Flüchtlings-Krise. Es ist nicht so, dass sie von einem Tag auf den Anderen entstanden ist. Die Flüchtlingsströme gab es bereits vorher, nur waren sie kleiner und man hat sie auf Griechenland und Italien abgewälzt. Da die Flüchtlinge dort den EU-Boden betraten, sollten sie auch dort bleiben. Aber als zu viele Flüchtlinge kamen und die übrigen EU-Länder sich keine Mühe machten den Griechen und Italienern zu helfen, schickten diese die Menschen einfach weiter.
Als dann noch unsere Bundeskanzlerin die Flüchtlinge mit offenen Arben willkommen hieß, waren alle Dämme gebrochen.

In einer Zeit, in der die EU mit wirtschaftlichen und Politischen Problemen kämpft, Millionen von fremden zu integrieren und zu finanzieren ist nicht machbar. Man hat den Bürgern so viel zugemutet, dass selbst die gutmütigen Europäer genug hatten. Die Britten haben sich für einen EU-Ausstieg entschieden und in vielen EU-Ländern wurden rechte Parteien und Nationalisten sehr stark.

Jetzt wo auch noch ein unberechenbarer US-Nationalist als Präsident gewählt wurde und die stabile EU-USA Achse gebrochen ist, ist die Lage der Europäischen Union mehr als Kritisch.
Der einzige stabile Partner den Europa noch hat ist ausgerechnet das kommunistische China.

Ich persönlich glaube nicht dass die EU in der jetzigen Form das ganze überlebt. Ich glaube dass eine Reduzierung auf einen stabilen Kern notwendig wäre.
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821679

  • Deviltoon
  • Deviltoons Avatar
  • Offline
  • Bereichsmoderator
  • Bereichsmoderator
  • D to the Evil
  • Beiträge: 2093
  • Dank erhalten: 1366
Viele kritische Stimmen zur EU - eigentlich kaum überraschend. Allerdings sehe ich es nicht als so schwarzmalerisch wie viele hier. Die EU steht für mich nicht am Abgrund oder ist ein Konstrukt, dass man generell komplett abschaffen sollte. Dafür ist es in meinen Augen gerade für Deutschland noch zu vorteilhaft - das kann sich allerdings in den nächsten Jahren änder. Was man nicht abstreiten sollte, ist wohl der Drang zu Veränderung: so wie die EU aktuell agiert, kann und sollte es wohl nicht weiter gehen.

Tssir-De-Macabre schrieb:
Jetzt wo auch noch ein unberechenbarer US-Nationalist als Präsident gewählt wurde und die stabile EU-USA Achse gebrochen ist, ist die Lage der Europäischen Union mehr als Kritisch.
Das ist sicherlich gleichzeitig eine Gefahr, aber auch eine Chance. Durch einen unberechenbaren und unbeliebten Trump ist der EU denke ich noch nie so bewusst gewesen, dass sie sich nicht immer hinter dem Rockzipfel der Amerikaner verstecken kann. Wenn wir Pech haben, ist das nicht die letzte Amtszeit des Präsidenten - in Amerika ist immerhin alles möglich.
Insofern wäre es jetzt klug, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen oder zumindest den Weg Richtung Osten zu suchen. Durch den Ukraine-Konflikt ist das sicherlich schwierig, aber durch die Anti-Putin Haltung werden wir hier nichts gewinnen.
Der Fokus auf die USA stell die EU an sich schon als sehr heuchlerisch da. Wo wir für Menschenrechte plädieren, unterstützen wir gleichzeitig seit Jahren die komplette Destabilisierung des nahen Ostens. Anstatt Konflikte zu lösen, sehen wir den Amerikanern zu, wie sie nach und nach in Länder einmarschieren, ohne einen triftigen Grund dafür zu haben.
Die Russen haben hier genauso die Finger im Spiel und definitiv beim Thema Menschenrecht keine weiße Weste, allerdings sind sie in meinen Augen nicht die, die diese Destabilisierung gezielt über Jahre hinweg antreiben.

Man hat den Bürgern so viel zugemutet, dass selbst die gutmütigen Europäer genug hatten. Die Britten haben sich für einen EU-Ausstieg entschieden und in vielen EU-Ländern wurden rechte Parteien und Nationalisten sehr stark.
Aber das wird interessant: die Folgen sind für mich nun noch nicht unbedingt abzusehen - sowohl für die EU als auch die Briten. Die EU wird gut daran tun, den Ausstieg so fatal und schwer wie möglich zu gestalten, um andere Staaten abzuschrecken. Sollte es den Briten durch einen Ausstieg tatsächlich besser oder zumindest gleichbleibend ergehen, könnte der Ausstieg auch noch in weiteren Staaten angestrebt werden (bspw. Frankreich, das wäre das Ende der EU).
Auch hier sehe ich die Chance, dass man endlich einmal das Konstrukt verändert bzw. manche Dinge, die als gesetzt angesehen werden, überdenkt. Ich halte es für vermessen, einen Volksentscheid über den Austritt der EU abzuhalten - der normale Bürger kann die Folgen nicht abschätzen bzw. hat generell von der Arbeit und den Vor/Nachteilen der EU keine Ahnung. Aber der rechte Flüge ist eben auch recht gut darin, einfache Parolen mit vermeintlich schnellen Lösungen an den Mann zu bringen.

Zuletzt: die Flüchtlingskrise.
Ich halte mich hierzu kurz, die Problematik ist klar erkennbar. Es war ein Debakel und ist es vermutlich auch jetzt noch. Länder sind überfordert, Merkel ruft zum großen Umzug auf und es ist noch vieles mehr vorgefallen, was hier schief gelaufen ist. Die EU sollte gesamtheitlich ein klares Bild schaffen, und sich in dieser Hinsicht mehr unterstützen als wirklich zu bekriegen (siehe Ungarn). Der große Flüchtlingsstrom ist allerdings mittlerweile versiegt, weshalb es jetzt gilt, die Leute a.) zu integrieren und nutzbar für den Arbeitsmarkt zu machen oder b.) schnell wieder los zu werden.

Letzteres ist nur durch Konfliktlösung im nahen Osten möglich, bei dem die EU allerdings eher Zuschauer als wirklicher Vermittler agiert. Gerade Deutschland könnte seine Position nutzen, um über Diplomatie (und nicht Waffengewalt) alle Parteien an einen Tisch zu holen und zu verhandeln.
Aber in dieser Hinsicht passiert leider wenig bis gar nichts, obwohl zumindest die Parteien im nahen Osten dazu bereit wären (siehe Assad). Durch den starken Einfluss der USA ist dies allerdings auch gar nicht erst möglich. Mittlerweile ist die Lage aber dermaßen eskaliert, das selbst dieser Zug wohl keine Entspannung bringen würde.

Insgesamt viele negative Punkte, welche recht deutlich zeigen, dass die EU sich verändern muss. Bürger, die keinen Nutzen mehr in der EU sehen, werden zwangsläufig dafür sorgen, dass dse in ein paar Jahren keinen Bestand mehr hat. Diese Leute gilt es zu überzeugen, in dem man seine Werte noch einmal überdenkt und sich vielleicht auch politisch umorientiert..
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von Deviltoon.
Folgende Benutzer bedankten sich: Nyasha, .homie, Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821722

@Deviltoon:
Ja, die Krisen in Syrien und Libyen habe ich vergessen. Sie sind aber sehr wichtig, da sie die Initialzündung für die große Flüchtlings-Welle waren. Danke für den Hinweis.

Was den Austritt der Briten angeht, so stimme ich mit Dir nicht überein. Es war ihre Entscheidung und wir sollten es ihnen nicht zu schwer machen. Sie bleiben auch nach dem Austritt ein wichtiger Teil Europas und ein wichtiger Freund/Partner. Hier die Brücken abzubrennen wäre keine kluge Entscheidung.

Auch die Ukraine-Krise hatte eine große Flüchtlings-Welle zur Folge. Viele Ukrainer sind nach Polen gewandert. Bei uns wird nur berichtet, dass die Polen keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, darüber dass sie viele Ukrainer aufgenommen haben wird nicht berichtet.

Ich glaube dass die EU momentan für viele Länder zu einem Problem geworden ist. Diese Länder benötigen Handlungsspielraum um Ihre internen Probleme zu lösen, werden aber von den EU-Regeln daran gehindert. Viele der Regeln sind aufgestellt worden als es allen gut ging und niemand über solche Probleme nachgedacht hat. Sie sind aber ungeeignet um die aktuellen Krisen zu lösen.

Die Krise hat uns in einem sehr ungünstigen Moment erwischt. Einerseits ist die Vereinigung Europas weit fortgeschritten, andererseits nicht weit genug. Dadurch entstehen Kompetenz-Gerangel zwischen der EU und den einzelnen Ländern die noch zusätzlich für Chaos sorgen.

Was wir aber noch nicht angesprochen haben ist die hohe Arbeitslosigkeit in Europa. Ich rede nicht von den ‚geschönten‘ Arbeitslosen-Zahlen der Regierung, sondern über jede Person die auch Arbeitet, aber von dem Gehalt nicht leben kann. Davon gibt es sehr viele. Die Technische Entwicklung und das ‚outsourcen‘ von Arbeitsplätzen in Billig-Lohn-Länder haben dazu geführt, dass Millionen von Menschen in Europa am Rande der Existenz vegetieren. Jetzt wo noch Millionen Flüchtlinge kommen und auch hier arbeiten wollen, entsteht ein Konkurrenzkampf um die wenigen Arbeitsplätze im Niedrig-Lohn-Sektor die noch übrig geblieben sind. Dies führt zu sozialen Unruhen und macht viele Bürgen anfällig auf Ideen aus dem Rechten-Lager.
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: Nyasha

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 3 Wochen her #821725

Tssir-De-Macabre schrieb:
@Deviltoon:
Was den Austritt der Briten angeht, so stimme ich mit Dir nicht überein. Es war ihre Entscheidung und wir sollten es ihnen nicht zu schwer machen. Sie bleiben auch nach dem Austritt ein wichtiger Teil Europas und ein wichtiger Freund/Partner. Hier die Brücken abzubrennen wäre keine kluge Entscheidung.

Schwer machen nicht unbedingt, aber man muss den Briten klar vor Augen führen, was sie durch den Austritt alles verlieren. Abgesehen von den Geldern, die sie nicht mehr zahlen müssen und die glaube ich das Hauptargument der Brexit-Fraktion waren, kommen vor allem die Freizügigkeit der Bürger sowie die Zollunion erst jetzt zum Vorschein. Auch ohne harte Regeln bezüglich des zukünftigen Handelsabkommens zwischen GB und der EU werden sie es wirtschaftlich merken, da Firmen weniger bereit für Investitionen in GB sind, dementsprechend sinkt die Wirtschaftsentwicklung bei ihnen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass die EU eine Art "Rückeintrittsklausel" in einem der momentan entstehenden Verträge einbaut, damit den Briten die Möglichkeit gewährt wird, in der Zukunft wieder in die EU einzutreten. Mich würde dabei nur interessieren, ob sie auch dann weiterhin den Sonderstatus erhalten und ihre Währung behalten dürfen, oder ob sie sich ihre bisherigen Privilegien als EU-Mitglied erst wieder "verdienen" müssen.
Letzteres ist nur durch Konfliktlösung im nahen Osten möglich, bei dem die EU allerdings eher Zuschauer als wirklicher Vermittler agiert. Gerade Deutschland könnte seine Position nutzen, um über Diplomatie (und nicht Waffengewalt) alle Parteien an einen Tisch zu holen und zu verhandeln.
Wenn die EU nur endlich einmal ihre momentane Stellung in der Welt wahrnehmen und dementsprechend auftreten würde, hätten wir ein paar Probleme und Gefahrenquellen weniger. Ich hoffe immer noch auf den Tag, an dem auch Brüssel diese Chance merkt und aufhört, alles nur beobachten zu wollen, weil sie Angst vor den Quereleien der Mitgliedsstaaten haben. Die EU wurde immerhin als Instrument für die im Vergleich kleinen europäischen Länder geschaffen, um ein Gegengewicht zu den USA, Russland und mittlerweile auch China zu bilden. So langsam sollte sie auch als ein solches agieren und sich nicht immer nur auf das Beobachten beschränken... Bei diesem Thema meldet sich bei mir immer der Frust, weil ich die EU als Institution eine grandiose Idee halte, die leider noch nicht ganz in ihrer Funktion angekommen ist.
jede Person die auch Arbeitet, aber von dem Gehalt nicht leben kann. Davon gibt es sehr viele. Die Technische Entwicklung und das ‚outsourcen‘ von Arbeitsplätzen in Billig-Lohn-Länder haben dazu geführt, dass Millionen von Menschen in Europa am Rande der Existenz vegetieren. Jetzt wo noch Millionen Flüchtlinge kommen und auch hier arbeiten wollen, entsteht ein Konkurrenzkampf um die wenigen Arbeitsplätze im Niedrig-Lohn-Sektor die noch übrig geblieben sind
Ich bin immer vorsichtig, das so zu pauschalisieren. Gerade Deutschland hatte seit dem zweiten Weltkrieg ein immenses Bedürfnis an Arbeitern, dementsprechend viele Gastarbeiter wurden geholt, um diese Billigsektoren aufzufüllen. Wenn ich mir die Bevölkerungsentwicklung anschaue, hat sich an diesem Bedürfnis auch weiterhin nichts geändert, daran sollten auch die Flüchtlinge nichts ändern.
Bevor jetzt Spekulationen meinerseits ausbrechen, kurz zu meinem Arbeitsplatz als Werksstudent: Ich weiß nicht, ob man Logistik als Billiglohnsektor bezeichnen kann, aber bei mir im Lager herrscht ein buntes Durcheinander von Werksstudenten, Bundesbürgern, anderen Europäern, EU-Ausländern und langsam auch eine wachsende Anzahl an Flüchtlingen.
Bisher habe ich hauptsächlich mit anderen Europäern über das Verhältnis Lebensunterhalt/Gehalt in Deutschland geredet und traurigerweise erfahren, dass es in vielen "ärmeren" Ländern besser aussieht. Dass der Mindestlohn im Verhältnis zu einem durchschnittlichen Gehalt in Deutschland lachhaft ist und es in anderen Ländern viel besser aussieht, ist ein Armutszeugnis für mich. Wenn man diesen entsprechend erhöhen würde und nicht um die läppischen dreißig Cent wie damals, wäre das Problem der Armutsgrenze trotz Arbeit eventuell etwas geringfügiger. Generell denke ich, dass das ganze Thema ausnahmsweise mal kein eurpäisches Problem, sondern ein nationales ist und dementsprechend einfacher zu behandeln sein sollte.
»Geh deinen Weg und lass die Leute reden«
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 2 Wochen her #821742

Schwer machen nicht unbedingt, aber man muss den Briten klar vor Augen führen, was sie durch den Austritt alles verlieren. Abgesehen von den Geldern, die sie nicht mehr zahlen müssen und die glaube ich das Hauptargument der Brexit-Fraktion waren, kommen vor allem die Freizügigkeit der Bürger sowie die Zollunion erst jetzt zum Vorschein. Auch ohne harte Regeln bezüglich des zukünftigen Handelsabkommens zwischen GB und der EU werden sie es wirtschaftlich merken, da Firmen weniger bereit für Investitionen in GB sind, dementsprechend sinkt die Wirtschaftsentwicklung bei ihnen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass die EU eine Art "Rückeintrittsklausel" in einem der momentan entstehenden Verträge einbaut, damit den Briten die Möglichkeit gewährt wird, in der Zukunft wieder in die EU einzutreten. Mich würde dabei nur interessieren, ob sie auch dann weiterhin den Sonderstatus erhalten und ihre Währung behalten dürfen, oder ob sie sich ihre bisherigen Privilegien als EU-Mitglied erst wieder "verdienen" müssen.

Ich stimme dir was dieses Thema geht aufjedenfall zu, ich denke auch, dass man verhindern muss, dass sich erneut ein Land, wie die Briten bis jetzt, das recht bekommt sich im nur an die Regeln zu halten die sie wollen, z.B die Zollfreiheit, und nicht an die die sie nicht wollen, Währungsunion als perfektes Beispiel. Dieses Verhalten hat meiner Meinung nach über Jahre hinweg gezeigt , dass die EU nicht gewillt, oder nicht kann, ihren Mitgliedern klar zu machen, dass eine solcher Staatenbund nur Funktioniert, wenn sich alle an eine gewisses Maß an Grundregeln zu halten. Ich hoffe, dass wir dieses Fehler nicht erneut begehen werden.
Das ein solcher Staatenbund funktionieren kann zeigen ja die USA, jedoch muss man dazu sagen, dass die auch eine komplett unterschiedliche Geschichte haben und auf teilweise grausame Art das "Wir- Gefühl", welches der EU fehlt, eingetrieben bekommen haben. Stichwort: Einigungskriege. Momentan muss die EU versuchen dieses "Wir-Gefühl" in den jüngeren Generationen zu wecken, damit wenn dann irgendwann unsere Generation oder die nach uns die wichtigen Weltpolitschen Entscheidung wirklich alle EU Länder an einem Strang ziehen werden anstatt sich gegenseitig zu hassen selbst von innen zu zerstören und wieder zu "spielzeugen" größerer Mächte ( USA, Russland, China vllt auc irgendwann Indien, wer weiß das schon) zu werden, wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
Jetzt wo auch noch ein unberechenbarer US-Nationalist als Präsident gewählt wurde und die stabile EU-USA Achse gebrochen ist, ist die Lage der Europäischen Union mehr als Kritisch.
Der einzige stabile Partner den Europa noch hat ist ausgerechnet das kommunistische China.

Wie viele andere vor mir bin auch der Meinung, dass Trump eigentlich eine sehr große Chance für uns Europäer ist, sein Verhalten zwingt uns dazu, uns am Rockzipfel andere Weltmächte zu hängen, was hoffentlich nicht geschehen wird, oder endlich mal selber die Intitiative zu ergreifen zusammenzurücken und versuchen unsere Probleme gemeinsam zu lösen.

Ich zweifle jedoch an allem, solange unserer Poltiker nicht endlich anfangen umzudenken, weil momentan fördern sie den Zerfall der EU eher anstatt ihn aufzuhalten und das nervt mich am allermeisten, da ich es hassen würde in einem Land zu leben, dass Weltpolitisch nichts zu sagen hat und im Grunde genommen nur ein Spielball größerer und mächtigerer Länder ist.

Rechtschreibfehler bitte nicht hervorheben , danke:D
Folgende Benutzer bedankten sich: Nyasha, Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 2 Wochen her #821808

Die EU hat für verschiedene Länder verschiedene Vor- und Nachteile gebracht. Für Deutschland war sie bisher positiv. Wir exportieren viel und der offene EU Markt hat unserer Wirtschaft geholfen. Dies aber oft auf Kosten der anderen Länder.

Was hat den Briten die EU gebracht? Sie waren einer der größten Netto-Zahler der EU. Die Reise-Freiheit hat ihnen Maßen an Arbeit-Suchenden aus den armen EU-Ländern (vor allem Polen) und die Flüchtlinge gebracht. Von der ständigen Bevormundung und Streitereien mit Brüssel ganz zu schweigen. Das einzige was positiv war, war die beruhigte Lage in Nord-Irland.

Auch wenn der Ausstieg schmerzhaft sein wird, glaube ich dass die Briten am Ende davon profitieren werden. Ich glaube auch nicht dass die Briten in die EU, so wie sie jetzt ist, auch zurückkehren möchten.

Was die Einmischung der EU in Internationale-Konflikte angeht, so hat dies bisher nur negative Ergebnisse gebracht. Für solche Probleme sind Organisationen wie die UN geschaffen worden. Die EU muss nicht zu jeder Krise ihren Senf dazugeben.

Ich sehe kein Problem damit wenn man sich benötigte Arbeitskräfte im Ausland holt. Aber dies muss an den Bedürfnissen orientiert sein und darf die eigene Bevölkerung nicht benachteiligen. Man muss aus den Erfahrungen lernen. Die Gastarbeiter gehen nur selten zurück. Sie holen Ihre Familien und Verwandte ins Land die wiederum Arbeitsplätze benötigen und Sozialkosten verursachen. Kommen die Arbeiter aus vollkommen unterschiedlichen Gesellschaften, integrieren sie sich kaum und es entstehen oft Parallel-Gesellschaften.

Auch muss man sagen, dass die Arbeitskräfte aus dem Ausland oft dazu genutzt werden um die Löhne nach unten zu drücken, was natürlich für die normale Bevölkerung keine wünschenswerte Entwicklung ist. Die Wirtschaft gibt ihre Gewinne nur ungern an die Bürger weiter.

Ich glaube das Europa sich in vielen Punkten überschätzt hat. Jeder muss klein anfangen und langsam mit den Aufgaben wachsen. Wir haben aber in letzter Zeit so viele Baustellen aufgemacht, dass man nun mit den Arbeiten nicht mehr hinterherkommt.

Es erinnert mich an eine große Baustelle, an der viele Firmen arbeiten aber keinen Plan haben was sie eigentlich machen sollen.

Es fehlen Ziele die für die normalen Menschen verständlich und erwünscht sind. Alles was die Leute sehen ist die enorme Bürokratie, die hohen Kosten und die ständigen Streitereien. Da wundert es niemanden dass die EU keinen guten Ruff bei den Bürgern hat.

Auch politisch hat man, meiner Meinung nach, zu große Ansprüche. Man will überall mitmischen und seine Meinung zu allem mitteilen. Wir sollten endlich aufhören den Moral-Apostel für die ganze Welt zu spielen und sich mehr um die eigenen Probleme zu kümmern. Wer seinen eigenen Hoff nicht sauber halten kann, hat kein Recht anderen Vorschriften zu machen.

Ich bin auch kein Freund von Dogmen und Schwarz/Weiß Denkweisen. Wenn etwas nicht funktioniert, wirf es über Bord. Das ist natürliche Evolution.

Ohne wirkliche Reformen wird die EU nicht lange überleben. Und ich befürchte, dass dank unserer deutschen ‚weiter so‘ Regierung nicht viel zu erwarten ist.

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 2 Wochen her #821816

Tssir-De-Macabre schrieb:
Was hat den Briten die EU gebracht? Sie waren einer der größten Netto-Zahler der EU. Die Reise-Freiheit hat ihnen Maßen an Arbeit-Suchenden aus den armen EU-Ländern (vor allem Polen) und die Flüchtlinge gebracht. Von der ständigen Bevormundung und Streitereien mit Brüssel ganz zu schweigen. Das einzige was positiv war, war die beruhigte Lage in Nord-Irland.

Auch wenn der Ausstieg schmerzhaft sein wird, glaube ich dass die Briten am Ende davon profitieren werden. Ich glaube auch nicht dass die Briten in die EU, so wie sie jetzt ist, auch zurückkehren möchten.

Das stimmt so einfach nicht. Großbritanien hat neben Deutschland wohl am meisten von der EU profitiert. Durch die EU hat sich in London ein enormer Bankensektor etabliert, der einen großen Teil des britischen Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Dies geschah nicht wegen Großbritanien an sich, sondern weil Großbritanien der Ideale Zugangspunkt zum europäischen Markt für internationale Banken und Unternehmen dargestellt hat. Diese fangen langsam aber sicher an in richtung Frankfurt und Brüssel abzuwandern und sobald der Brexit erstmal durch ist werden sich die übrigen Banken und Unternehmen ebenfalls aus dem Staub machen (und damit auch hunderttausende Arbeitsplätze für die Briten).

Das die Briten viel an die EU gezahlt haben ist korrekt, was aber immer unter den Teppich gekehrt wird ist das Großbritanien aber auch einen haufen Geld wieder rausbekommen hat, nicht zuletzt zur Unterstützung von schwachen Regionen wie Wales und Schottland. Außerdem hatten die Briten wohl die besten Handelsabkommen aller Mitgliedsstaaten und haben in vielen Bereichen eine Extrawurst bekommen, was ihrer Wirtschaft enorm geholfen hat.

Jetzt steht Großbritanien ohne Handelsverträge da, diese müssen mit sämtlichern Partnern neu verhandelt werden. Das kriegt man in den 2 Jahren Übergangszeit auch nicht hin, wenn man an unseren neues Abkommen mit Japan denkt hat es knapp 10 Jahre gedauert es auszuhandeln. Ganz zu schweigen davon, dass Großbritanien in einer sehr schwachen Lage ist wenn Verhandlungen beginnen da sie im Falle eines harten Brexit auf WTO-Basis agieren werden. Sprich die Verträge, die sie letztendlich kriegen werden werden nicht annährend so gut sein wie die, die sie vorher hatten. Obendrauf haben die Briten eine primär auf Dienstleistungen orientierte Wirtschaft. Wenn die oben genannten Unternehmen abwandern haben sie ein gewaltiges Problem, da in Sachen Industrie vergleichsweise nicht viel bei den Briten los ist.

Wie sie jetzt am Ende besser darstehen sollen ist mir ein Rätsel. Klar sie werden jetzt nicht verhungern, aber der wirtschaftliche Schaden ist enorm und es wird Jahrzehne dauern bis sie wieder auf dem Niveau angekommen sind an dem sie als EU-Mitglied ursprünglich waren. Der Brexit war für mich ein Musterbeispiel von emotionaler Hauruck-Politik, die nicht zuletzt aufgrund von Anti-EU-Propaganda seitens der britischen Medien geglückt ist.
Letzte Änderung: 5 Monate 2 Wochen her von SmokeTheEvertrolling.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre, Radiowecker

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 2 Wochen her #821836

  • Deviltoon
  • Deviltoons Avatar
  • Offline
  • Bereichsmoderator
  • Bereichsmoderator
  • D to the Evil
  • Beiträge: 2093
  • Dank erhalten: 1366
Tssir-De-Macabre schrieb:
Was den Austritt der Briten angeht, so stimme ich mit Dir nicht überein. Es war ihre Entscheidung und wir sollten es ihnen nicht zu schwer machen.
Aus moralischer Sicht ja,das sollten wir. Aber auch der Sicht einer schwachen EU, die von vielen Mitgliedsstaaten sowieso nur kritisch gesehen wird und in denen aktiv Werbung für einen EU Austritt gemacht wird ... vor diesem Hintergrund sehe ich das etwas anders. ^^
Ich würde nicht soweit gehen, dass man die Brücken abbaut, aber mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Verhandlungen wohl recht hart verlaufen. Ich bin gespannt, wie die Konditionen letzten Endes aussehen ... derzeit scheint es ja aufgrund der Zoll-Problematik kaum Fortschritte zu geben. Letzten Endes ist das aber wohl Spekulation, weshalb das Thema sicherlich noch interessant wird. ^^

Was die Einmischung der EU in Internationale-Konflikte angeht, so hat dies bisher nur negative Ergebnisse gebracht. Für solche Probleme sind Organisationen wie die UN geschaffen worden. Die EU muss nicht zu jeder Krise ihren Senf dazugeben.
Halte ich für fraglich. Jede internationale Krise wird zwangsläufig auch die EU beeinflussen - siehe Flüchtlingswelle, deren Auswirkungen wir hier zu spüren bekommen. Das Problem ist, dass die EU sich zu stark an den USA orientiert hat und infolgedessen (zumindest wirkt es von außen so) eigentlich keine wirkliche Meinung hat, die auch selbstbestimmt wäre.
Ich halte es für falsch, wenn man die Augen vor Problemen verschließt, die man vielleicht sogar selbst mitverursacht hat. Allerdings ist es auch keine Lösung, alles mit Waffengewalt lösen zu wollen und ich würde eher eine diplomatische Beeinflussung vorziehen. Und eines muss man eben auch ganz klar sagen: die EU mischt sich nur dort ein, wo es ihr auch mit am meisten nützt. Viele Krisen auf dieser Welt finden kaum Beachtung, weshalb ich der Aussage, die EU müsse nicht überall ihren Senf dazugeben, auch nicht ganz zustimmen kann.
Die Sache mit dem Moral-Apostel stimmt wohl aber: anstatt anderen Ländern die Demokratie auferlegen zu wollen, sollte man andre Länder wohl mit dem "Frieden" verschonen - nicht alle Länder eignen sich für dieses Modell.

Ich bin auch kein Freund von Dogmen und Schwarz/Weiß Denkweisen. Wenn etwas nicht funktioniert, wirf es über Bord. Das ist natürliche Evolution.
Ich würde da eher einen anderen Ansatz verfolgen: wenn etwas nicht funktioniert, finde ich den Fehler und mache es besser. Das hört sich jetzt so an, als würdest du am liebsten die ganze EU in die Tonne treten wollen, aber evtl. beziehst du dich auch nur auf die Teilbereiche, die aktuell nicht gut funktionieren. ^^

Ich sehe kein Problem damit wenn man sich benötigte Arbeitskräfte im Ausland holt. Aber dies muss an den Bedürfnissen orientiert sein und darf die eigene Bevölkerung nicht benachteiligen. Man muss aus den Erfahrungen lernen. Die Gastarbeiter gehen nur selten zurück. Sie holen Ihre Familien und Verwandte ins Land die wiederum Arbeitsplätze benötigen und Sozialkosten verursachen. Kommen die Arbeiter aus vollkommen unterschiedlichen Gesellschaften, integrieren sie sich kaum und es entstehen oft Parallel-Gesellschaften.
Was genau meinst du mit "eigene Bevölkerung benachteiligen"? Die Frage ist vielleicht auch, von welcher Schicht wir hier sprechen: hochqualifizierte Arbeitskräfte oder eher Leute für Jobs, die hier sowieso keiner machen möchte?
Ich halte es für schwierig, Leute in ein Land zu holen und dann zu verlangen, dass sie wieder gehen sollen. In der Zeit, in der sie hier leben und arbeiten sollen sie aber auch optimalerweise die Familie zurück lassen und ja nicht mit nach Deutschland nehmen. So ein Leben in Isolation, das wäre schon nett.
Die Menschen kommen ja nicht nur ein Jahr hierher, scheffeln dann Kohle ohne Ende und gehen dann wieder - gerade wenn es hochqualifizierte Arbeitskräfte sind, wäre das ja für ein deutsches Unternehmen ohnehin nicht erstrebenswert. Vor allem wenn wir den Fachkräftemangel bedenken, den wir gerade in weniger gut bezahlten Jobs beobachten.
Ich halte diese Einstellung für problematisch und nahezu utopisch. Das sendet für mich eher das Signal: "Du darfst für uns arbeiten, aber nicht mit uns leben". Mir persönlich mag so ein Modell einfach nicht gefallen, auch wenn ich natürlich die Problematik mit Parallelgesellschaften und ähnliche Phänomenen durchaus anerkenne.

Anstatt Menschen wieder nach Hause schicken zu wollen, sollte man sie lieber integrieren um solche Erscheinungen zu vermeiden. Und damit meine ich den Zwang zur Integration: die politische Korrektheit, die wir hier leben, begünstigt dieses Vorhaben absolut nicht. Menschen müssen sich hier nicht integrieren, weil der Staat nicht darauf bedacht ist. (siehe Kopftuch-Debatte o.ä. Diskussionen). Hierzulande fragt man sich lieber mit vorgehaltener Hand und im Flüsterton: "Darf man das überhaupt sagen? Ist das nicht diskriminierend?".
Auswandern - vor allem wenn es freiwillig geschieht - sollte letzten Endes immer auch Anpassung bedeuten. Das ist in Deutschland allerdings bisher Wunschdenken.
Letzte Änderung: 5 Monate 2 Wochen her von Deviltoon.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 Monate 2 Wochen her #821988

Ja, die EU hat ganz klar noch eine große Zukunft. Jedoch braucht es meiner Meinung nach dafür radikale Änderungen wie beispielsweise eine gemeinsame Verfassung, eine gemeinsame Regierung (ohne weitere Selbstständigkeit der einzelnen Staaten),..ein Konzept a la USA oder UDSSR wäre gut.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre
  • Seite:
  • 1
  • 2
Moderatoren: ForummodLaynaLodrahilKnivesYuriko.
Powered by Kunena Forum