THEMA: 18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 3 Monate 1 Woche her #818354

Ich wollte eigentlich nichts zu sagen, da man bei Debatten über gesamtgesellschaftliche Werte und ähnliches sich sehr schnell auf dünnem Eis befindet, aber einige Aussagen werden mir hier zu bunt. Ich finde Tssirs Post nicht so kontrovers wie der Rest hier, aber auch ich bin der Meinung das an vielen Stellen zu kurz gedacht wurde und bestimmte Problemfelder wenigen Sündenböcken zugeschrieben wurden, was nur beding wenn überhaupt stimmt.

Räumen wir erstmal mit dem Unsinn des penetranten Versuchens reale Gewalt mit Gewaltspielen zu verbinden auf, was übrigends wissenschaftlich dutzende male widerlegt worden ist. Trotzdem wollen aber offenkundig viele Leute es immernochnicht begreifen.

Noire. schrieb:
Wenn es in einem Shooter mal nicht läuft und man verhöhnt wird, dann wirft der eine oder andere seinen Controller mal gegen die Wand und knallt auch ein paar andere Sachen im Zimmer kaputt. Ich hab das bereits bei einem Freund miterlebt. Der hat seinen Controller aus Wut beim Shooter zocken so zerlegt, dass die Wand gleich mal paar Löcher hatte.

Das hat nichts mit langfristiger Gewalt und Agressivität und seht bedingt etwas mit der Gewalt in den Spielen an sich zu tun. Was du beschreibst ist ein emotionaler Impuls aufgrund von Frustration. Das kommt in allen Bereichen des Lebens vor, Spiele, Sport und sofern man ein komplexes Feld hat gerne auch mal auf der Arbeit. Ich kann davon ein Lied singen, weil ich beruflich Softwareentwickler bin und öfter Probleme haben das bestimmte Programme aus unerfindlichen gründen nicht das machen was sie sollen, was mit oft stundenlanger Suche und Tests verbunden ist was einen in den Wahnsinn treibt. Ich habe schon vielfach mal auf den Tisch gehauen weil mich das ganze angekotzt hat. Wer Sport betrieben hat weiß auch das in der Hitze des Gefechts man gerne mal agressive impulse hat , wenn Beleidigungen auf dem Fußballfeld fallen, oder wenn man vom gegnerischen Team abgezockt wird. Das ist völlig normal und hat nicht das geringste mit Gewaltdarstellung zu tun.

Studien haben übrigends auch genau das nachgewiesen. Spiele führen zu einer sehr kurzfristigen impulsartigen Agrissivitätssteigerung aufgrund von Frustration, es kann aber kein langfristige Steigerung der Gewaltbereitschaft. oder Agressivität nachgewiesen werden. Wenn du dir die gesellschaftlichen Trends ansiehst dann ist das auch offensichtlich. Der Konsum von allerlei Spielen, gerne mit viel Gewalt nimmt von Jahr zu Jahr zu und die Zahl der Gewaltverbrechen nimmt stätig ab. Würden Spiele tatsächlich gewalttätig machen dann würde die Anzahl davon steigen nicht sinken da immer mehr Menschen sie konsomieren, außerdem ist die Politik seit über 10 Jahren scharf drauf solche Spiele zu verbieten und es wäre längst geschehen gäbe es Beweise das solche Spiele gewalterzeugend sind.

Noire. schrieb:
Können Shooterspiele Kinder, Jugendliche oder auch Ewachsener aggressiver/gewaltbereiter machen? Absolut.

Diese Aussage hier ist daher schlicht und ergreifend falsch.

Noire. schrieb:
Wenn man dann noch total gestörte Menschen an sowas ranlässt, kann das zur Inspirationen führen.

Diese gestörten Menschen nehmen sich inspirationen aus allen möglichen Dingen. Wie zuvor erwähnt idolisieren sie gerne mal Massenmörder und Amokläufer. Es gab auch Fälle in denen Gestörte die Bibel gelesen haben und angefangen haben Stimmen von Gott in ihrem Kopf zu hören, der ihnen sagte das sie die Welt säubern müssen. Gestörte Menschen können nicht die Grundlage dafür sein ob wir ein Medium als schädlich oder nicht betrachten.




So nun zu den gesellschaftlichen Werten.

Tssir-De-Macabre schrieb:
Die Degradierung der Frau zu einem Sexobjekt durch Pornos trägt auch noch zu dieser Entwicklung bei.

Ich finde du stößt einen interessanten Punkt an, aber schießt meiner Meinung nach aufgrund deiner Abneigung zum Medium Porno am Ziel vorbei. Pornos sind explizit dazu da um Frauen und Männer zu Sexobjekten zu degradieren. Viele Frauen schauen auch Pornos und für sie wird der Mann auch auf ein Sexobjekt mit Sixpack und einem riesigen Genital degradiert. Wann schaut man sich denn einen Porno an? Na wenn man sich mit sich selbst vergnügen will und dazu eine Vorlage braucht. Pornos bedienen hierbei alle möglichen Fetische, die es in der Realität auch gibt und zuvor nur heimlich in privaten Schlafzimmern ausgelebt wurden. Dazu gehört erniedrigung von Frauen und Männern (stichwort Domina). Ich habe das persönlich auch nie verstanden, aber manche Menschen finden so etwas erregend und dementsprechend gibts auch Pornos die diese Schiene fahren. Pornos generieren damit nicht wirklich irgendwelche Wertevorstellungen, sondern bedienen nur die, die schon von vorneherein da waren für kurzfristige Erregung und dienen damit für Selbstbefriedigung.

Von all der Übersexualisierung in der Gesellschaft finde ich Pornos das geringste Problem. Du machst einen Porno an, machst dein Geschäft und machst ihn wieder aus. Das selbe kann man aber nicht zur latenten Übersexualisierung unserer Gesellschaft sagen. Ich kann nicht durch die Stadt laufen ohne halbnackte Frauen auf Plakaten zu sehen. Ich kann nicht den Fernseher anmachen ohne das ich halb nackte Frauen in der Werbung sehe. Es ist allgegenwärtig und prägt eine gesellschaftliche Erwartung, vor allem in jungen Menschen das sie doch schnellstmöglich mit irgendwem Sex haben und sich eine Freundin/Freund müssen um keine "Jungfrau" zu sein. Der Aspekt ist viel problematischer in meinen Augen als Pornos anzuschauen, die im Endeffekt nichts weiter als ein schneller Ersatz für Sex sind, da ein gesellschaftlicher Druck ausgeübt wird sich einen Partner aus den falschen Gründen zu suchen.

Mit der Gewalt und Amokläufen hat das aber absolut nichts zu tun, es ist ein anderes gesellschaftliches Problem und ich hoffe das das Pendel da etwas zurückschwingt und wir zwischen "Alles was mit sex zutun hat ist taboo" und "Sex ist überall" ankommen.

Tssir-De-Macabre schrieb:
Hier aber versagt unser System. Wie viele Kinder kommen noch aus intakten Familienverhältnissen? Gewalt, Scheidungen und Hass prägen heute viele Familien. Auch in der Schule werden die Kinder sich selbst überlassen. Gewalt und Mobbing in den Schulen gehören heutzutage zum Alltag.

Ich finde das Trifft den Nagel auf den Kopf was die eigentliche gesellschaftliche Problematik angeht der Gewalt und Amokläufe zu grunde liegen. Der Nachteil der individualistischen Gesellschaft ist das die Grundhaltung "jeder für sich" in vielen Fällen eine unnatürliche Lebensweise für den Menschen bildet und viele, vor allem die Verlierer in solch einer Gesellschaftsstruktur oft nicht damit klarkommen. Menschen sind oft einsam, oder keine ordentlichen Familienverhältnisse und fühlen sich gesellschaftlich abgehängt. Sobald das passiert dann neigt der Mensch dazu sich Geltung durch andere Dinge zu suchen, sei es durch Gangs, extreme Gruppierungen, oder auch durch das hereinsteigern in bestimmte Dinge. In diesem Fall ist es das hereinsteigern in eine Form von Rache an die Gesellschaft, die einen ausgestoßen hat.
Letzte Änderung: 3 Monate 1 Woche her von SmokeTheEvertrolling.
Folgende Benutzer bedankten sich: Fullmetalfan, TheAwesomePigeon, Tssir-De-Macabre, Plinfa-Fan, Radiowecker

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 3 Monate 1 Woche her #818438

Jemand hat gesagt: „Ich habe mich noch nie so einsam gefüllt, als wenn ich in einer großen Menschenmenge stand“. Ich glaube dass diese Worte den Nagel gut auf den Kopf treffen.

Trotz immer mehr Menschen, immer besseren Kommunikation und Information werden wir immer einsamer. Wir sind zu kleinen Zahnrädern in einer großen Maschine geworden die beliebig ausgetauscht werden können. Dabei sehnt sich jeder von uns danach einzigartig zu sein und beachtet zu werden.

Viele Menschen kommen mit dieser Entwicklung nicht zurecht. Früher wurden sie durch die Familie und Freunde abgefangen und betreut. Dieses „Doppelte Netz“ haben heute nur die Wenigsten.

Viele wenden sich religiösen Ideologien, andere versinken im Sumpf von Verschwörungstheorien oder entwickeln einen Hass auf die Gesellschaft. Einige Steigern sich so weit dass sie zu Attentätern werden.

Mit den Hinweisen auf Porno und Gewalt in Medien wollte ich vor allem darauf hinweisen, dass der Mensch immer weiter zur einem „Ding“ oder „Objekt“ degradiert wird. Der Mensch wird Entpersonifiziert. Vielleicht ist das der Grund warum ich Sachen wie Pornos so ablehne. Weil sie dafür stehen dass aus schönen und wichtigen Bereichen unseres Lebens hässliche kommerzielle Objekte bzw. Waren geworden sind. Diese Probleme sind selbstverständlich nicht neu, aber unsere Moderne Gesellschaft und die Technische Entwicklung haben diese Probleme verstärkt.
Letzte Änderung: 3 Monate 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: EminenceGrise, SmokeTheEvertrolling, .homie, Radiowecker
Moderatoren: ForummodLaynaLodrahilKnivesYuriko.
Powered by Kunena Forum