THEMA: 18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817566

  • Noire.
  • Noire.s Avatar
  • Stammuser
  • Stammuser
  • Zero Gravity
  • Beiträge: 753
  • Dank erhalten: 307
Amber_terasu schrieb:
Irgendwie, ist es schon interessant wie viele Leute hier eine Lösung für ein Problem wollen, dann aber immer um den heißen Brei herumreden.

Ihr wollt eine Lösung, hier ist eine. hört einfach auf anderen Person das Leben zur Hölle zu machen. Dann kommt es auch zu kein Amoklauf mehr.

Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]



Edit by Knives:
Twitter-Einbettung eingespoilert.

Die Bilder sieht man nicht weil sie anscheinend mit HTML-Code versehen sind und das funktioniert nicht.
Und wieso um den heißen Brei reden? Wir alle hier leben nicht in den USA, trotzdem tun einem die Leute da leid die ständig diesen Mist mitmachen müssen.
Außerdem müssen wir gar nichts tun, sondern die Entscheidung liegt sowieso bei den Verantworlichen in den USA. Und für die ist eben Geld mal wichtiger als Menschenleben.
Aber gut, wir wollen das besser mal nicht nur auf die USA verallgemeinern... sonst würde ja Deutschland auch nicht den Schwachsinn in Afrin indirekt unterstützen. (Waffenlieferungen an die Türkei!)

Neptunia Club | Wir sind Fairy Tail Magier
Bow down to Lastation!

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817594

Noire. Schrieb:
… Um die Legalität nicht, aber du scheinst ja echt viel Erfahrung zu haben wie man illegal ja so einfach an Waffen kommt. …
Das ist eine unschöne Unterstellung und hat in einer gepflegten Diskussion wirklich nichts zu suchen.

Ich möchte noch auf 2 Punkte hinweisen. Punkt 1 ist dass es auch in USA unterschiedliche Waffengesetzte gibt, je nach Bundesland. In manchen sind sie sehr locker in anderen ziemlich streng. Man kann also nicht pauschal sagen dass die Amis zu lockere Waffengesetze haben.

Punkt 2 ist, dass es bei den meisten Anschlägen Vorzeichen dafür gab, die einfach ignoriert wurden. Ein großes Problem ist hier die unterbesetzte und überforderte Polizei. Auch bei uns hat man die Stellen bei der Polizei seit vielen Jahren gekürzt. Die Polizisten machen viele Überstunden, sind überlastet und schlecht ausgebildet. Sie haben oft keine Möglichkeit jedem Hinweis nachzugehen. Oft mit fatalen Folgen.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: SmokeTheEvertrolling

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817607

Ich finde in diesem Thread fokussieren sich alle Beteiligten viel zu sehr auf die Waffen. Es ist natürlich korrekt das lasche Waffengesetze ein Teil des Problems sind, aber die US Gesellschaft hat massive Probleme abseits davon, die man sich ebenfalls vor Augen führen sollte. Schauen wir uns doch mal den Fall Nikolas Cruz genau an, den Amokläufer von Florida um den es hier geht. Vor dem Amoklauf wurde:

- Die Polizei über 30 mal zu seiner Wohnung gerufen (39 mal, wenn ich mich recht erinnere)
- Er war der FBI Bekannt, weil er im Internet an vielen Stellen geschrieben hat das er "Ein professioneller Schoolshooter werden wird" was entsprechend gemeldet wurde.
- Cruz hat davor versucht psychologische Hilfe zu bekommen und wurde abgelehnt
- Es war ein bewaffneter Polizist vor Ort und hat sich nicht getraut sich Cruz zu stellen als er mit seiner AR-15 den Amoklauf verübt hat

Es ist ein Versagen auf sehr vielen Ebenen in der amerikanischen Gesellschaft. Hätte eine der genannten Institutionen ihren Job ordentlich gemacht wäre der Junge an dem Tag nicht mit einer Waffe an dieser Schule.

Die Polizei ist in den USA völlig überlastet. Es ist meiner Meinung nach ein Produkt ihres höchst suboptimalen Rechtssystems, bei dem es nur darum geht den Täter zu bestrafen anstatt zu resozialisieren. Dementsprechend werden Leute die aus dem Gefängniss kommen direkt wieder kriminell, da sie nichtmal mehr einen Job aufgrund ihrer Vorstrafen kriegen können. Die Kriminalität ist aus dem Grund völlig außer Kontrolle, was zu einer Überlastung der Polizei führt. Obendrauf ist die Ausbildung der Polizei ein absoluter Witz. Die Polizisten werden gerademal 6 Monate lang trainiert bevor sie auf die Gesellschaft losgelassen werden. Verglichen mit dem Standard der deutschen Polizei, die eine dreijährige Ausbildung verlangt lächerlich.

Was medizinische und psychologische Betreuung angeht ist die USA ebenfalls eine Katastrophe, da es sich in dem Bereich nur darum dreht wie Kosten eingespart und mehr Kohle geschäffelt werden kann. Ob das ganze zielführend ist interessiert da niemanden, wie man am Fall von Cruz sieht, der als höchst labiles Individuum keine psychologische Betreuung bekommen konnte.

Es gibt andere Länder in denen Waffen legal sind und leicht beschafft werden können, jedoch hat keines davon solche Ausmaße an Waffenmissbrauch wie die USA. Das liegt nunmal nicht nur an den Waffen sondern daran das sie als Gesellschaft massive Probleme in vielen Bereichen haben.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von SmokeTheEvertrolling.
Folgende Benutzer bedankten sich: TheAwesomePigeon, Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817640

Meiner Meinung nach muss man früh bei den Menschen mit der richtigen Erziehung beginnen. Man wird stark durch die Erfahrungen in den jungen Jahren geprägt. Lernt man Toleranz und gewaltfreie Lösung von Problemen, wird man mit Hocher Wahrscheinlichkeit nicht zum Attentäter.

Hier aber versagt unser System. Wie viele Kinder kommen noch aus intakten Familienverhältnissen? Gewalt, Scheidungen und Hass prägen heute viele Familien. Auch in der Schule werden die Kinder sich selbst überlassen. Gewalt und Mobbing in den Schulen gehören heutzutage zum Alltag.

Die Gewaltverherrlichung in den Filmen und Spielen ist allgegenwärtig. Die Degradierung der Frau zu einem Sexobjekt durch Pornos trägt auch noch zu dieser Entwicklung bei. Der Mensch wird zu einem Stück Fleisch. Ob er Gefühle und Sorgen hat ist egal.

Früher hatte auch die Kirche eine große Gewichtung und übte auf die Menschen druck aus. Heutzutage spiel der Glaube kaum noch eine Rolle. Was zählt ist der Konsum und Geld.

Wie sollen daraus sozial angepasste und friedliche Bürger heranwachsen?
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: EminenceGrise

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817806

  • SyllaHeadhunter
  • SyllaHeadhunters Avatar
  • MusiXs
  • MusiXs
  • Currently reading a lot. Do not disturb °^°
  • Beiträge: 571
  • Dank erhalten: 227
Faszinierend, wie wenig es inzwischen um das eigentliche Thema geht... xD

Ich persönlich bin gegen eine Bewaffnung der Lehrer in den Schulen - es sei denn, sie bekommen eine entsprechende Ausbildung dazu. Sie müssen jetzt nicht 3 Jahre im Militär sein, aber ich hätte schon gerne, dass Leute, die Waffen haben, wissen, wie sie damit umzugehen haben und zumindest ein wenig darauf gedrillt sind, wie sie damit auch in Situationen umgehen, in denen sie Panik bekommen.
Und damit wären wir beim zweiten Punkt: die Waffenkontrolle selbst. Ich will nicht, dass Waffen total verboten werden - das macht es nur leichter, sie aus dem Untergrund zu bekommen. Aber hier in Deutschland muss man zB explizit einen Waffenschein erwerben, für den man unter anderem psychologische Tests hinter sich bringen muss, je nachdem, wie gefährlich die Waffe ist, desto weiter wird dabei geprüft. Und das ist auch richtig so. Wie hier bereits angesprochen wurde, ist ein Amoklauf oft eine willkürliche Tat, die von einem psychologisch geschädigten Individuum aus für ihn gerechtfertigten Gründen begangen wird. Genau solche Leute könnte man dadurch besser herausfiltern. Natürlich ist das nicht hundertprozentig narrensicher, aber es ist eindeutig besser als nichts.


So, und nun mal kurz zu den anderen Themen, die hier aufgeworfen wurden:

- Waffenverherrlichung in Videospielen: So etwas beeinflusst psychisch labile Menschen. Siehe Waffenkontrolle durch psychologische Erforschung. Klar, mitunter wirkt es schon sehr heftig (ich zB spiele gerne DbD - Dead by Daylight - wo ein Killer gegen 4 Survivor spielt und diese an eisernen Haken aufhängt. Nett ist was anderes xD), aber ein Mensch, dessen Wahrnehmung von Realität und Spiel noch intakt ist, wird sich nach zwei Stunden mit diesem Spiel nicht dazu berufen fühlen, Leute an Haken zu montieren und sie ausbluten zu lassen.
- intakte Familienverhältnisse/allgemein öffentlicher Einfluss auf die Psyche: sicher, es gibt bestimmt einige Haushalte, die nicht so perfekt sind. Aber a) sollte man hier nicht pauschalisieren und b) ist es nicht so schlimm, wie man sich das gerne vorstellt. Persönlich kenne ich SEHR wenige, deren Familien so gar nicht intakt sind. Ich kenne auch viele Scheidungskinder und keines davon hat bisher einen Amoklauf begehen wollen^^
- Der Glaube: Wenn ich gut und friedlich bin, nur weil ich glaube, ist das System aber schon wieder ziemlich kaputt^^ Ich gebe zu, nicht sehr gläubig zu sein, aber ich würde mich auch nicht nur von sowas anstiften lassen, gute Taten zu vollbringen. Der Glaube mag früher eine große Rolle gespielt haben, das ist aber nun vorbei und der Mensch ist recht gut darin, sich daran anzupassen. Ich kenne viele intolerante gläubige Menschen, sehr höfliche und liebe Atheisten und das ganze wieder umgekehrt und vermischt. Der Glaube definiert nicht, wie friedlich und sozial angepasst man ist^^
- Pornos: Pornographie hat nichts mit einem Amoklauf zu tun, es sei denn, es ist einer, bei dem Mädels vergewaltigt werden sollen. Oder Jungs, je nachdem, wer vergewaltigt und wer auf was steht. Hier kommt das gleiche Argument wie bei den Videospielen: wenn du Realität und Fernsehen voneinander unterscheiden kannst, ist es überhaupt kein Problem. Fantasien haben noch niemanden ausgezogen und auf offener Straße vergewaltigt.

Ja, die Gesellschaft ist nicht gerade heil, das war sie aber noch nie. Wenn man sich die Geschichte mal anschaut, haben wir aus vielem gelernt und aus vielem gar nichts und bei anderen Themen machen wir zwei Schritte nach vorne und 10 zurück. Das wird immer so bleiben. Deswegen sind Aktionen, die KURZFRISTIG solche Tragödien eindämmen, genauso wichtig wie eventuelle langfristige Projekte.

Oh, und Tssir-De-Macabre? Wenn du dich so für Überbevölkerung etc interessierst, empfehle ich "Noah" von Sebastian Fitzek. Großartiges Buch. Mal sehen, ob dir danach schlecht ist^^

Tuturu~

Marjam
Zurzeit dabei, meine Regale auszumisten. Bücherwürmer sind herzlich eingeladen, mich anzuschreiben nd sich zu erkundigen, ob für sie etwas dabei ist :)

Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Folgende Benutzer bedankten sich: Fullmetaldan, Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817909

  • Fullmetaldan
  • Fullmetaldans Avatar
  • Stammuser
  • Stammuser
  • This goes me animally on the cookie.
  • Beiträge: 708
  • Dank erhalten: 695
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Es ist ein Versagen auf sehr vielen Ebenen in der amerikanischen Gesellschaft. Hätte eine der genannten Institutionen ihren Job ordentlich gemacht wäre der Junge an dem Tag nicht mit einer Waffe an dieser Schule.

Natürlich ist es ein Versagen auf vielen Ebenen und sämtliche Schusswaffen zu verbieten stellt natürlich keine langfristige, dauerhaft gesicherte Lösung dar, ich versteh auch nicht, wieso ihr (also die "Gegenseite" - ums mal so zu umschreiben) das so interpretiert. Dass man nicht auch trotzdem auf illegalem Wege an Schusswaffen kommen kann - so naiv das zu glauben bin ich dann doch wieder nicht. xD

Trotzdem, die leichten Möglichkeiten an Waffen zu kommen begünstigen das ganze - natürlich liegt der Hund letztlich an anderer Stelle begraben und natürlich gibt's auch andere Länder mit "lockeren" Waffengesetzen, die solche Probleme vielleicht nicht haben (wobei ich mich hier jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte - es gibt auch mehr als genug Länder in denen man leicht an Waffen kommt und die deutlich größere Probleme haben als die USA). Nur wären strengere Waffengesetze bzw. strengere Kontrollen zumindest mal ein - wenn auch nur kurzfristiger Schritt in die richtige Richtung und sei es nur, um es etwas einzudämmen. Natürlich ist das nicht komplett zielführend, aber zu behaupten, dass es überhaupt keinen Vorteil brächte - und sei es eben nur, um die Häufigkeit der bewaffneten Amokläufe zu reduzieren, halte ich doch für sehr an den Haaren herbeigezogen. Über die restlichen Punkte kann man sich anschließend noch Gedanken machen, aber auch das sagt sich immer leichter daher, als es letztlich ist, gerade, weil die Wurzel des ganzen Übels recht tief begraben ist und (überspitzt gesagt) jedem Kind dessen Eltern sich mehr als zweimal jährlich streiten gleich eine Handvoll Therapeuten zur Verfügung zu stellen ist letztlich auch utopisch. Worüber wir allerdings denke ich nicht diskutieren brauchen, ist, dass es alles andere als zweckführend ist, jetzt auch noch die Lehrer zu bewaffnen. Du sagst selbst, dass die amerikanische Gesellschaft andere Probleme hat - statt sich darauf zu konzentrieren, wo das Problem liegt, wird hier WIRKLICH kurzsichtig gedacht - selbst für amerikanische Verhältnisse.

Tssir schrieb:
Könnt Ihr Euch vorstellen wie schrecklich ein Amoklauf mit einer gewöhnlichen Kettensäge sein kann?

An dich dieselbe Frage, wie an Faf-kun. Hattest du schonmal eine Kettensäge in der Hand? Solange du nicht gerade professioneller Bodybuilder bist, behaupte ich jetzt einfach mal, dir nicht zu glauben, dass du mit solch einem Gerät einen Amoklauf begehen könntest. Das wird in Filmen natürlich immer schön dargestellt, wenn irgendein Hänfling mit einer 5-6 kg schweren Kettensäge (die zusätzlich noch mit beiden Händen vor dem Körper gehalten wird - es also nichtmal möglich ist, wirklich schnell zu rennen) durch die Gegend rennt wie Usain Bolt höchstselbst aber ich behaupte jetzt mal ganz frech, jemandem mit einer Kettensäge würde ich einfach (sogar recht mühelos) davonlaufen und er hätte keinerlei Möglichkeiten aufzuholen, da er bestenfalls schnell laufen könnte, wirklich zu rennen ist mit einer Kettensäge in den Händen sehr schwierig - abgesehen davon bräuchte man wirklich sehr viel körperlichen Kraftaufwand um mit einem derartigen Gerät einen Amoklauf zu begehen. Abgesehen davon ist der Umgang (auch kraftmäßig) mit einer Kettensäge laaaaaaaaaaaaaaaaaange nicht so leicht, wie er bei einem professionellen Sportholzfäller mit 50 cm Oberarmumfang, der das seit Jahrzehnten täglich macht, aussieht - wie kommt ihr nur immer auf derartige Ansagen?

Tssir schrieb:
Die Gewaltverherrlichung in den Filmen und Spielen ist allgegenwärtig. Die Degradierung der Frau zu einem Sexobjekt durch Pornos trägt auch noch zu dieser Entwicklung bei. Der Mensch wird zu einem Stück Fleisch. Ob er Gefühle und Sorgen hat ist egal.

Moment .... Was hat das nun hier verloren? Nur mal nebenbei bemerkt, mediale Gewalt und Pornografie existieren nicht erst seit 2 Wochen und sind auch nicht erst seit gestern "allgegenwärtig" sondern sind seit tausenden von Jahren schon nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Ich will dir hier nichts unterstellen, aber mit solchen Argumenten (genauso wie die Ansage, dass es niemanden interessiere, wenn man innerorts 170 km/h fahren würde ... ich mein wtf, wo nimmst du solche Ansagen her) machst du dich nicht unbedingt glaubwürdig. Abgesehen davon, dass ich die Diskussion über Gewaltverherrlichung in Videospielen und Filmen allmählich leid bin, aber dass nun auch noch Pornos zum Amokläufer machen sollen halte ich dann doch für etwas arg an den Haaren herbeigezogen. Außerdem sind gerade diese beiden Dinge (wenn auch nicht in Form von Filmen oder Videospielen - sondern wenn man so will viel realitätsnaher) schon seit Jahrtausenden Bestandteil der Gesellschaft - es lediglich immer darauf abzuwälzen, wenn jemand gewalttätig wird ist ebenso kurzsichtig gedacht wie alles andere, zumal längst nicht jeder, der "gewaltverherrlichende" Medien konsumiert. Selbiges bei den Familienverhältnissen etc. Ich glaube ehrlich, du pauschalisierst sehr gerne und für meinen Geschmack auch etwas viel. Vielleicht tut es einem Menschen nicht gut, wenn all diese Punkte zusammenkommen - wenn jemand im sozialen Umfeld gemobbt wird, keinen Rückhalt in der Familie erfährt etc. darüber brauchen wir gar nicht groß diskutieren. Aber das alles als Probleme unserer modernen Gesellschaft zu titulieren ist Schwachsinn. Zumal ich mir bei vielen Dingen auch nicht wirklich sicher bin, was du sagen willst, da du sehr viele Dinge in den Raum stellst, ohne näher drauf einzugehen. Beispielsweise die Ansage mit der Kirche. Ja, zur Zeit des Mittelalters hatte die Kirche weit mehr Druck auf die Menschen. Aber was genau willst du mir (oder sonst wem) damit sagen? Die Frage könnte btw. allgemeingültig auf nahezu all deine Argumente bezogen sein. Das ist nicht böse gemeint oder so, aber solche Sachen, wie dass du Autounfälle mit gezielten Mordanschlägen gleichsetzt finde ich sehr ... mutig.

Marjam schrieb:
Ja, die Gesellschaft ist nicht gerade heil, das war sie aber noch nie. Wenn man sich die Geschichte mal anschaut, haben wir aus vielem gelernt und aus vielem gar nichts und bei anderen Themen machen wir zwei Schritte nach vorne und 10 zurück. Das wird immer so bleiben. Deswegen sind Aktionen, die KURZFRISTIG solche Tragödien eindämmen, genauso wichtig wie eventuelle langfristige Projekte.

Danke. Einfach danke.

Knowledge is a deadly friend if no one sets the rules.
Did you exchange a walk on part in the war for a lead role in a cage?
Holleri du dödel di, Holleri du dödel di, Diri diri dödel du, Diri diri dödel du.
Folgende Benutzer bedankten sich: SyllaHeadhunter

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817976

Was Kettensägen angeht, so kenne ich mich da ganz gut aus. Ich habe einen großen Teil meines Studiums mit Waldarbeit finanziert und viel mit einer Motorsäge zu tun gehabt. Auch wiegt eine normale Motorsäge ca. 2,5-3,5 Kilo und ist viel handlicher als man denkt. Wie Du auf die Idee kommst, dass man ein "Schwarzenegger" sein muss um eine Kettensäge zu benutzen kann ich nicht nachvollziehen.

Die Kettensäge sollte aber nur ein Beispiel sein. Ich habe auch von Schwertern und anderen Waffen gesprochen. Ich trainiere seit Jahren Kenjitsu, Iaido und HEMA (Europäische Mittelalterliche Waffen). Ich kann Dir versichern, dass sie extrem Wirkungsvoll sind. Man hat sie über Jahrtausende erfolgreich genutzt um Menschen zu töten. Ein guter Bogenschütze kann ca. 12 Pfeile pro Minute treffsicher verschießen. Auch Armbrüste werden bis Heute von Spezialeinheiten genutzt.
Es gibt also genug Möglichkeiten auch ohne eine Schusswaffe schaden anzurichten.

Es ist der Wille des Attentäters der zählt, die Waffe ist sekundär zu betrachten.

Deswegen sage ich dass die korrekte Erziehung der Menschen und das Soziale Umfeld sehr wichtig sind um so etwas zu verhindern. Sie sind viel wichtiger als noch härtere Waffengesetze.

Wie ich bereits angesprochen habe tragen auch die Medien große Schuld an der falschen Erziehung der Gesellschaft. Sieht euch z.B.: einen alten James Bond Film an und einen neuen. Vergleicht die Gewalt in den Filmen. Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Kein Action Film heutzutage kommt ohne massenweise Leichen, Explosionen etc. aus. Aber vielleicht seit Ihr einfach etwas zu Jung um solche Unterschiede zu bemerken.

P.S.
Ich habe letztens gesehen dass viele alte Titel vom Index genommen wurden, z.B.: "Tanz der Teufel". Enthalten diese Titel jetzt plötzlich weniger Gewalt ? Ich glaube nicht, aber unser empfinden für die Gewalt hat sich verändert. Schaut Euch Filme wie "Jango in Chains" oder "Hateful 8" an. Noch vor gut 20 Jahren würden diese Titel sofort auf dem Index landen. Glaubt Ihr dass diese Entwicklung ohne Folgen für die Gesellschaft passiert?

P.P.S.
Was die Pornografie angeht, so finde ich es unverantwortlich, wenn sich 14-15 Jährige auf ihren Handys Pornos anschauen, die selbst ich als erwachsener Mensch abstoßend finde. Glaubt Ihr dass so etwas keinen Psychischen Schaden anrichtet? Welche Wertschätzung solche Jugendlichen für die Frau entwickeln, kann man sich denken.Der Mensch wird zum Objekt degradiert. Ich finde auch dies hat Auswirkungen auf die Amokläufe.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: EminenceGrise

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #817978

  • TheAwesomePigeon
  • TheAwesomePigeons Avatar Autor
  • Stammuser
  • Stammuser
  • loading...
  • Beiträge: 821
  • Dank erhalten: 1198
@Tssir-De-Macabre:

An und für sich werde ich es mir diesmal sparen einzelne Passagen zu zitieren und darauf einzugehen, da es mir weit mehr um die allgemeine Nachricht zum kompletten Inhalt geht.

Erfahrung mit Kettensägen, Schwertern, Kampfkünsten, Bögen, Armbrüsten oder welcher gelernten Bewaffnung auch immer: Welche Personen sind in der Regel die Ziele von Ausgrenzung und Mobbing. Leider trifft dies sehr häufig auf den Hänfling von nebenan zu, welcher in seiner Art sehr distanziert und verschlossen sein mag und demzufolge auch nur wenig Interesse an sportlicher Betätigung hat - schließlich könnte er dort eine soziale Integration erfahren. Zum anderen trifft es häufig auch mal unsportliche und übergewichtige Menschen, doch sind diese Amokläufe seltener als vom ersten Fall.

Wichtig ist vorallem der Faktor der sozialen Ausgrenzung und der Mangel der Anerkennung für den Menschen oder die Person. Jemand, welcher sich sportlich in einem Club für Schwertkampf, Bogenschießen oder ähnlichem betätigt, wird in der Regel einen positiven Anschluss zu eben dieser Gruppierung erlangen, da es gemeinsame Interessen gibt. Die Chance, dass man sowohl in seinem Pflicht-Umfeld, wie der Schule, als auch in seinem Hobby-Umfeld gemobbt wird erscheint mir relativ gering - besonders, wenn es logisch ist zu schlussfolgern, dass Mobbing im Verein zu einem frühren Austritt sorgen würde, wodurch auch die Fertigkeit mit der Bewaffnung nicht die entsprechende Förderung genießt.
Ein Amoklauf ist keine blutrünstige Tat, welche den Mord zum Ziel hat - sondern stellt vielmehr eine Verzweiflungstat für jemanden dar, welcher keinen weiteren Weg zur Anerkennung finden kann. Gesehen zu werden - gehört zu werden - gekannt zu werden.

Zunächst einmal geht es garnicht um das Thema von verschärften Waffengesetzen in Deutschland. Diese sind mMn. angemessen und könnten lediglich über strengere psychologische Gutachten weiter verschärft werden, ohne die Zugänglichkeit der Waffen einzuschränken. Die Rede ist natürlich vom legalen Erwerb von Waffen. Sich illegal Waffen zu beschaffen ist wieder eine ganz eigene Thematik und führt mich stets zu einer ganz neuen Verwunderung, wenn man behauptet, dass härtere Waffenverbote lediglich den illegalen Waffenhandel begünstigen. Ja - in der Tat ist dem so. Doch werden die Waffen dadurch günstiger für den Endkunden? Nein. Ist es unproblematisch an diese zu kommen? Nicht im Vergleich zum legalen Erwerb. Brechen Bürger bewusst und gerne Gesetze? Ebenfalls nicht. All das sind bereits einfache Hürden, welche der Käufer nehmen muss - wobei manche davon nichtmal große Hürden darstellen - aber bereits manche Interessenten, welche den legalen Weg beschritten hätten von einem illegalen Erwerb abhalten. Sollte die illegale Bewaffnung allerdings ansteigen, da die Gesetze verschärft wurden, so liegt das Problem weit mehr im illegalen Waffenhandel an sich, als an der Einschränkung der legalen Zugänglichkeit - und an der Frage, wieso sich Bürger eigene Waffen wünschen (z.B. durch geschürte Ängste wegen Flüchtlingsströmen etc.).

Eigentlich geht es ja mehr um die Frage in Amerika ob eine erhöhte Bewaffnung - insbesondere von verantwortlichem Personal - für eine höhere Sicherheit sorgt. Ist die Aussage von Trump wirklich korrekt? "It takes one good guy with a gun to stop one bad guy with a gun." Wie steht man dazu? Wie wäre die Situation in Amerika verlaufen, wenn die Waffengesetze ähnlich dem deutschen Waffengesetz wären? Spekuliert man darauf, dass man dennoch den gleichen Durchsatz an Amokläufen vorfinden könnte und - allem voran - ob diese dann auch trotzdem gleiche Opferzahlen gefordert hätten?

Gib einem nicht waldarbeitenden Schüler von 16 Jahren eine Kettensäge in die Hand.
- Wird er mit diesem Gewicht gut rennen können, wenn Menschen fliehen?
- Wird er sich damit nicht selbst verletzten, wenn er panisch angreift oder sich verteidigen möchte?
- Wird er emotional stabil bleiben, wenn er mit einer Kettensäge durch das Fleisch eines schreienden Opfers fährt, während das Blut gleich einer Fontäne ihm entgegen spritzt?

Gib einem nicht körperlich gestähltem Schüler von 16 Jahren ein scharfes Schwert in die Hand.
- Wie viele Schwünge wird er ausführen können, ehe ihn das Gewicht einschränkt?
- Wie viele Menschen wird er mit der Klinge erreichen können?
- Wie wird er reagieren, wenn die Polizei sich ihm nach 10 Minuten des Amoklaufes bereits entgegenstellt?

Gib einem Sportschützen von 16 Jahren einen Boden in die Hand.
- Wie viele Pfeile stehen ihm zur Verfügung, bevor sie ausgehen?
- Wie treffsicher kann er in den Gängen eines Schulhauses sein, welche verwinkelt sind?
- Wie gefährlich ist der Amokläufe überhaupt im Nahkampf, wenn man ihn beim Zielen überrascht oder ihm hinter einer Ecke auflauert?
- Wie effektiv ist er überhaupt, wenn er in einen Klassensaal kommt und zunächst anlegen muss - sich direkt in kurze Reichweite begibt?
- Wie tödlich ist ein abgefeuerter Pfeil, welcher unter emotionalem Stress den Bogen verlässt?
- Wie konzentriert wird man nach einem nicht tödlichen Schuss den nächsten Pfeil anlegen können?

Wie gesagt: Wenn nur der Wille des Täters zählt.
- Wieso gibt es keine Giftanschläge?
- Wieso so wenige Bombenanschläge im Amoklauf-Umfeld?
- Wieso so selten mit Schwert oder Bogen?
- Wieso so häufig mit Schusswaffen?

Die Mentalität des Amokläufers ist nicht zu unterschätzen - da stimme ich dir zu. Doch bleibt meine Frage, wieso man es einem Menschen so einfach machen soll?
Die Schusswaffe ist selbst unter Laien einfach zu verwenden und es geht von ihr automatisch eine weit höhere Bedrohung aus, als von den anderen genannten Waffen. Sie kann auf große, als auch kurze Distanz verwendet werden.

In vielen Fällen kann Krebs nicht geheilt werden und man konzentriert sich auf Maßnahmen, um das Leben des Patienten zu verlängern und ihm die größtmögliche Lebenszeit noch zur Verfügung zu stellen. Sollte man jede Bemühung und Forschung auf diesem Gebiet stilllegen, da es nur eine Folgemaßnahme ist und komplett ignoriert werden könnte, wenn man Krebs effektiv behandeln kann? Manchmal geht dies nicht so einfach und man diskutiert über Methoden, welche ergriffen werden können, auch wenn sie keine präventive Maßnahme sind, welche die Grundursache behebt, sondern den möglicherweise verursachten Schaden minimiert.
Waffengesetze sind eben eine solche Maßnahme im Bezug auf Amokläufe.

Die Probleme, mit welchen die Menschen zu kämpfen haben sind weit tiefreichender, als dass man sie innerhalb von wenigen Jahren beheben könnte. Unsere Bildungsmethoden sind veraltet und bieten keinen Raum für Individualität. Leistungsorientierung von Klein auf bis in das Berufsleben, obgleich dies nicht in allen Fällen von Relevanz ist. 2 Klassengesellschaften, sodass Kinder aus finanzschwachen Familien weit häufiger ebenfalls in Hartv IV und ähnlichem versauern, als Kinder aus finanzstärkeren Familien. Diese Liste kann man noch weiter führen, aber zu einer Sache muss ich dennoch Stellung nehmen: Gewaltverherrlichung.

"Vielleicht zu Jung" - bitte.
Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber für mich ist dies eine der billigsten Karten, welche man in einer Argumentation ausspielen kann. Das Alter sollte diesbezüglich keine Rolle spielen. Ab wann ist man denn "alt genug" um in die Diskussion einzusteigen? Bin ich mit 26 Jahren noch zu jung dafür? Muss ich 30 sein? Oder bin ich bereits drüber, weil die magische Zahl 21 heißt? Bei der Argumentation soll es doch nicht um das Alter gehen und auch nicht um die Unterstellung, dass es jemand aufgrund des Alters nicht verstehen oder erfassen kann. Wenn man die Menschen so nicht erreichen kann, so sollte man nicht vor der Rechtfertigung fliehen, indem man eine einfache Karte spielt, sondern mit effektiven Beispielen hausieren gehen, sodass beispielsweise SAW einen weltweiten Erfolg feiern konnte, welcher sich lediglich in der Ergötzung an Folter und Brutalität erfüllt.

Es ist eine wahre Abartigkeit, dass hier ein solcher Erfolg zu verzeichnen war. Doch man muss sich immer bewusst sein: Filme wie SAW machen die Menschen nicht zu dem was sie heute sind - die Filme sind das Ergebnis dessen, was die Menschen sehen möchten. Das liegt an der generellen Unterhaltungskultur, welche der Mensch heutzutage einfah genießt. Der Nachrichtenfluss aus allen Teilen der Welt zeigt auch alle Facetten der Welt.
Filme über hungernde Kinder oder afrikanische Warlords sind heute nicht mehr so erfolgreich, da der Mensch über diese Zustände weiß und durch die Nachrichten zu einem normalen Phänomen auf der Welt wurden. Unterhaltung generiert sich allerdings dadurch, dass man Situationen erschaft und präsentiert, welche dem Zuschauer neuartig erscheinen und faszinieren. Sei diese durch unerwartete Handlungen oder durch pure groteske Darstellung. Dadurch dreht sich eine Spirale, in welcher die Unterhaltungsmedien gezwungen werden neue Faszination für die Menschen zu finden, was auch Täter - die Aufmerksamkeit durch ihre Gewaltakte suchen - dazu zwingt grotesker und brutaler vorzugehen als das, was dem Menschen üblicherweise präsentiert wird. Somit finden sich in den Medien neue Maßstäbe wieder und Täter werden ebenfalls wieder zu neuen Mitteln gezwungen.

Gewaltverherrlichung und Darstellung ist keine Ursache und kein Grund für das Verkommen der Menschen - sondern lediglich ein Symptom. Ursache und Grund ist die Natur des Menschen für die Sensationsgeilheit und für seine Suche nach Anerkennung, Beachtung, Relevanz und Aufmerksamkeit. Die mediale Welt passt sich lediglich an das an, was der Mensch sucht und bietet es ihm an.
Wenn diese Medien das Verhalten fördern, dann ist die labile Natur des Konsumenten von Anfang an das Problem.
Folgende Benutzer bedankten sich: Onewa, Fullmetaldan, Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818029

Ich muss gestehen dass ich mit meiner Argumentation weit über das Ziel hinausgeschossen bin. Es war nicht meine Absicht hier über Kettensägen oder Schwerter zu diskutieren. Ich wollte nur andeuten dass es nicht nur Schusswaffen gibt, die ein Attentäter für einen Amoklauf nutzen kann und das verschärfen der Waffengesetze nicht die richtige Antwort dafür ist.

Ein Mensch wird nicht aus Spaß zum Attentäter, sondern ist ein Ergebnis vieler Faktoren.
Erziehung, soziales Umfeld, Persönliche Probleme sind wohl die wichtigsten Faktoren.

Ich persönlich interessiere mich für die Geschichte der Waffen, Kampfkunst und der Kriege und es ärgert mich wenn nach jedem Amoklauf erneut diese Diskussion aufflammt und Leute mit wenig Ahnung nach simplen Lösungen für komplexe Probleme suchen.

Mit dem „Vielleicht zu Jung“ wollte ich niemanden beleidigen und nicht pauschalisieren. Ich bin ca. 2 Dekaden älter als Du. Ich bin mit ganz anderen Medien aufgewachsen als die jüngeren Generationen. Was für Euch im Fernsehen ganz normal ist, wäre in meiner Jugend undenkbar gewesen. Dies prägt die Persönlichkeit viel stärker als man denkt. Deshalb finde ich dass Du die Rolle der Medien in der Erziehung bzw. Beeinflussung der Gesellschaft unterschätzt.
Die Medien sind heute allgegenwärtig. Ob TV, Internet, Printmedien, Spiele, wir werden ständig mit Medialen Inhalten bombardiert. Mag sein, dass Personen mit starker Persönlichkeit und Intellekt davon wenig beeinflusst werden, dies gilt aber leider nicht für die breite Masse. Vor allem bei Personen mit einer labilen Psyche kann sich dies fatal auswirken.

Ich finde dass die Medien die Pflicht haben sich über so etwas Gedanken zu machen da sie große Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Einschaltquoten und Werbeeinnamen dürfen nicht die einzigen Prioritäten sein.

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818030

  • Fullmetaldan
  • Fullmetaldans Avatar
  • Stammuser
  • Stammuser
  • This goes me animally on the cookie.
  • Beiträge: 708
  • Dank erhalten: 695
Tssir schrieb:
Was für Euch im Fernsehen ganz normal ist, wäre in meiner Jugend undenkbar gewesen

Es mag sein, dass du um einiges älter bist als ich. Das ändert trotzdem nichts dran, dass deine Ansage in Bezug auf mediale Gewaltdarstellung einfach und simpel nicht stimmt. Natürlich werden in Filmen heutzutage mehr Spezialeffekte genutzt und natürlich sehen Spiele heutzutage weit realistischer aus und natürlich ist es ein Unterschied, ob ich ein altes Mortal Kombat aus der SNES-Ära spiele oder den jüngsten Teil der Reihe. Das hat allerdings überhaupt rein gar nichts mit dem höheren Gewalthunger des Zielpublikums zu tun sondern schlicht damit, dass die technischen Möglichkeiten früher noch nicht so gegeben waren. Selbiges bei Filmen. Und - ich sag dir jetzt mal was: Auch früher schon gab es sehr starke Gewaltdarstellungen in Filmen. Dass du gerade mit Django Unchained und Hateful Eight ankommst amüsiert mich (als Fan von (gerade alten) Western) ehrlich gesagt schon fast. Denn auch wenn man gerade bei alten Western immer gerne an Klamaukwestern à la Bud Spencer und Terence Hill denkt - aber gerade die frühen Italowestern aus den 60ern und 70ern ... da waren Django Unchained und Hateful Eight, selbst als Filme eines Regisseurs, der wie kaum ein anderer für den humoristischen Einsatz von übertriebener Gewaltdarstellung bekannt ist, lächerlich harmlos dagegen. In besagten Filmen waren blutige Massaker, Leute, die mehr oder weniger (wobei die "bösen Buben" noch sichtlich Spaß und Freude dran hatten) zu Tode geprügelt wurden bzw. Folter im Allgemeinen an der Tagesordnung. Sogar Vergewaltigungen waren hier und da zu sehen. Zu behaupten, dass Filme früher nicht gewalttätig(er) gewesen seien ist schlicht und ergreifend Unsinn - und das immer nur darauf zu reduzieren, dass Filme heutzutage mehr Spezialeffekte haben als früher, ist ebenso unsinnig, einfach, weil es heute viel leichter ist, das gut umzusetzen - hätte es solche Möglichkeiten vor 3000 Jahren schon gegeben, ich schwöre dir hiermit hoch und heilig, die Menschen hätten davon Gebrauch gemacht. Womit wir auf meinen anderen Punkt zurückkämen - Gewalt in medialer Form existiert seit laaaaaanger Zeit. Natürlich nicht in Form von Videospielen, Filmen etc. aber in anderer Form - angefangen bei Gladiatorenkämpfen in den römischen Arenen bis hin zu Theater, Musik, Gedichten.
Mag sein, dass Personen mit starker Persönlichkeit und Intellekt davon wenig beeinflusst werden, dies gilt aber leider nicht für die breite Masse

Doch, gilt es. Ich weiß nicht, was du mit solchen Pauschalisierungen immer erreichen willst - aber letztlich sind Leute, die sich von sowas wirklich beeinflussen lassen die absolute Minderheit. Ich kenne wohl keinen Menschen, der nicht regelmäßig Pornos schaut, gewalt"verherrlichende" Videospiele spielt oder sonstwas. Trotzdem sind all das normale Menschen mit einem gesunden Verstand, von denen keiner ein eingeschränktes Geschlechterrollenbild vor Augen hat und von denen keiner gewalttätig ist oder sonstwas. So ist es, so war es immer und so wird es auch immer bleiben. Ob du das nun glaubst oder nicht, ändert nichts an der Tatsache.

Außerdem kannst du einen Krieg (in Bezug auf Opferzahlen, Effektivität der dort eingesetzten Waffen etc) in keiner Weise mit einem Amoklauf gleichsetzen. Natürlich kommen Armbrüste auch heute noch bei Spezialeinheiten zum Einsatz. Aber erstens ist ein Amokläufer in aller Regel kein über Jahre und harter Arbeit ausgebildetes Mitglied eines professionellen Spezialkommandos und zweitens ist eine Armbrust allein von der Nachladezeit in einem Amoklauf eine denkbar ungünstige Wahl. Auch ein Bogen. Klar, ein guter Bogenschütze schafft bis zu 12 Schuss pro Minute. Aber selbst das wird für einen typischen Amokläufer schon Wunschdenken sein. Und - wenn du dich tatsächlich mit Bögen auskennst, wirst du zugeben müssen, dass es in dem Fall wirklich ein ziemlicher Kraftaufwand ist einen Bogen zu spannen bzw. über längere Zeit (damit meine ich allein ein paar Sekunden) ordentlich gespannt zu halten. Davon, dass es für einen halbwegs ungeübten Bogenschützen wohl nicht gerade ein leichtes sein dürfte, in Panik fliehende, wild durcheinanderrennende Ziele zu treffen mal ganz zu schweigen. Auch ein Schwert ist natürlich eine Möglichkeit, allerdings lange nicht so effektiv wie eine Schusswaffe. Natürlich wurden in Kriegen damals viele Leute mit derartigen Waffen getötett, aber heutzutage würde niemand mehr mit Schwert und Schild in den Krieg ziehen und das hat seine Gründe - nämlich, dass moderne Waffen sehr viel effektiver sind. Ich sag es nochmal: Niemand hier würde wohl ernsthaft anzweifeln, dass es nicht möglich wäre, mit einem Schwert, einer Axt, einem Messer oder sonstwas einen Menschen zu töten bzw. einen Amoklauf zu begehen. Der Punkt, auf dem jeder beharrt (und von dem auch zumindest ich nicht abweichen werde - einfach weil alles andere Unsinn wäre) ist, dass es mit einer modernen Schusswaffe sehr viel schneller, effizienter und einfacher ist, einen oder mehrere Menschen zu töten, als mit einem Schwert, einer Axt, einem Speer, einem Bogen, einer Armbrust, einer Heugabel oder einer Kettensäge.

Natürlich ist es keine langfristige Lösung, die Waffengesetze zu verschärfen und wie Pigeon schon mehrfach betont hat, für ihn und auch für mich geht es in der Diskussion um die Waffengesetze vorrangig um Amerika - sogar hab ich in einem meiner älteren Posts geschrieben, dass ich eine Diskussion über die Waffengesetze in Deutschland als unnötig erachtete. Als genauso unnötig erachte ich im Übrigen auch die Diskussion über Gewaltdarstellung - denn die gibt es wie gesagt seit Jahrtausenden auf jede erdenkliche und den Menschen seither zur Verfügung stehende Art und Weise. Letztlich ist die Waffe natürlich nur das Werkzeug des Amokläufers und um eine langfristige Lösung herbeizuführen muss man an anderer Stelle ansetzen (wobei ich - so traurig das klingen mag, eine wirkliche, langfristige Lösung solcher Probleme als Utopie ansehe - was natürlich nicht heißt, dass man sich dem nicht trotzdem so weit als möglich annähern sollte). Dennoch ist es alles andere als eine Lösung - gerade am Beispiel USA - statt die Kontrollen bzgl. Waffenbesitzes zu verschärfen (oder gar sich der WIRKLICHEN Probleme der Gesellschaft, die du hier oft genug aufzählst, anzunehmen) auch noch die Lehrer mit Waffen ausstatten zu wollen und sie zu Hilfssheriffs auszubilden, während im krassen Kontrast dazu vielen Schulen das Geld fehlt, den Schülern überhaupt wirklich gute Bildung zu ermöglichen.

Knowledge is a deadly friend if no one sets the rules.
Did you exchange a walk on part in the war for a lead role in a cage?
Holleri du dödel di, Holleri du dödel di, Diri diri dödel du, Diri diri dödel du.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Fullmetaldan.
Folgende Benutzer bedankten sich: TheAwesomePigeon, Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818031

  • Amber_terasu
  • Amber_terasus Avatar
  • Wiederholungstäter
  • Wiederholungstäter
  • Beiträge: 61
  • Dank erhalten: 28
So an den Herrn oder Frau Tssir
Wenn du etwas gegen Pornografie/Erotik hast, dann bitte, sei so lieb und gib das offen und ehrlich zu, anstatts so ein schwachsinn Argument wie "denkt doch auch mal an die Kinder" zu nutzen.
Und wenn du so sehr, ein fan von der Kirche bist, dann bitte hör auch auf weiterhin Yuri zu konsumieren. Da das unter der Kirche mit Garantie nicht erlaubt sein würde.

Das selbe gilt im übrigen auch für Videospiele, soewie Filme.

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818081

@Amber_terasu: Bitte stelle Erotik und Porno nicht auf eine Stufe. Erotik hat was mit Gefühlen und Ästhetik zu tun. Porno hat genau soviel Erotik wie Rindviecher die auf der Wiese kopulieren.
Dass ich etwas gegen Erotik habe, habe ich nie behauptet. Unterstelle mir also bitte nicht Sachen die ich nie gesagt habe. Ich habe aber sehr wohl etwas gegen Pornos, Herabwürdigung der Frauen zu einem Lustobjekt und was gegen Gewalt gegen Frauen. Dies ist meine Meinung die ich Vertrete und von der ich nicht abrücken werde. Punkt!

Das gleiche gilt für die Kirche. Ich habe lediglich darauf hingewiesen dass die Religion und die Kirche früher einen starken Einfluss auf die Moralvorstellungen und die Taten der Menschen hatte. Ob ich die Kirche mag oder nicht ist meine Persönliche Meinung die ich hier nicht geäußert habe.

Was Yuri mit der Kirche oder Religion zu tun hat, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Diese Diskussion hat in diesem Thread allerdings auch nichts verloren.

Aus dem Kontext gerissene Textpassagen aus anderen Beiträgen zu kritisieren ist eines Beitrags nicht wert. Bitte versuche wenigstens etwas Inhaltliches zum Thread-Thema beizutragen.


@Fullmetalfan: Dass die Menschen sich schon immer am Leid und Tod anderer Menschen erfreut haben, dem muss ich zustimmen. Die Natur des Menschen ist Dual. Das Gute und das Böse liegen nach beieinander. Dennoch haben wir in der letzten Zeit Fortschritte gemacht. Durch die richtige Erziehung und durch Gesetze kann der Mensch den negativen Einfluss minimieren.
Vielleicht kann man die Spiele dazu benutzen um eben diesen negativen Emotionen einen Ventil zu geben ohne reale Menschen zu gefährden.
Dennoch muss man dies mit Vorsicht tun und die richtigen Medien für die richtigen Zielgruppen erlauben.
Früher wurden die Medien strenger kontrolliert. Viele Filme und Spiele landeten auf dem Index oder waren erst ab 18 zugänglich. Allerdings werden heute Spiele für Zielgruppe ab 16 Jahren angeboten, die noch vor wenigen Jahren erst ab 18 oder auf dem Index landen würden. Ich finde diese Entwicklung bedenklich.

Dass man mit Schusswaffen einen höheren ‚Body-Count‘ erreicht als mit den alten Waffen, darüber brauchen wir nicht zu streiten. Ich finde es aber nicht korrekt, dass die Schusswaffen hier teilweise als das „einzige Übel“ dargestellt werden und wollte Beispiele dafür geben dass es auch anders geht.

Ich muss gestehen dass ich mit so vielen negativen Kommentaren nicht gerechnet habe. So kontrovers waren meine Aussagen eigentlich nicht.

Der letzte Paragraph in Deinem Beitrag hat mir gut gefallen. Ich glaube dass wir da alle einer Meinung sind.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Tssir-De-Macabre.
Folgende Benutzer bedankten sich: Fullmetaldan, .homie

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818132

Fullmetalfan schrieb:
Natürlich ist es ein Versagen auf vielen Ebenen und sämtliche Schusswaffen zu verbieten stellt natürlich keine langfristige, dauerhaft gesicherte Lösung dar, ich versteh auch nicht, wieso ihr (also die "Gegenseite" - ums mal so zu umschreiben) das so interpretiert. Dass man nicht auch trotzdem auf illegalem Wege an Schusswaffen kommen kann - so naiv das zu glauben bin ich dann doch wieder nicht. xD

Weil die "Fürseite" das Ganze hier so umschreibt als wären die Waffen die Wurzel allen Übels, was natürlich sehr naheliegend ist. Wenn jemand ein Massaker mit einer Waffe verübt dann ist die erste Reaktion natürlich nach einem Verbot von Waffen zu fragen. Dies ist aber an vielen Stellen zu kurz gedacht, da die Probleme der amerikanischen Gesellschaft viel tiefer liegen als nur an den laschen Waffengesetzen. Das ist was ich mit meinem Post aussagen wollte, nicht das wir jedem labilen Menschen auf der Straße eine AK47 in die Hand drücken sollten.

Abseits davon bin ich mir nicht ganz sicher warum du denkst ich sei auf der Gegenseite und das du gegen mich argumentierst. Ich habe hier im Thread bereits mehrmals geschrieben das ich den Umgang mit dem Waffengesetzt in den USA für eines der Probleme halte und mich ebenfalls gegen die Bewaffnung von Lehrern ausgesprochen. Sprich der Großteil deines Paragraphen spiegelt genau meine Meinung und Aussagen in diesem Thread wieder.

Fullmetalfan schrieb:
Nur wären strengere Waffengesetze bzw. strengere Kontrollen zumindest mal ein - wenn auch nur kurzfristiger Schritt in die richtige Richtung und sei es nur, um es etwas einzudämmen. Natürlich ist das nicht komplett zielführend, aber zu behaupten, dass es überhaupt keinen Vorteil brächte - und sei es eben nur, um die Häufigkeit der bewaffneten Amokläufe zu reduzieren, halte ich doch für sehr an den Haaren herbeigezogen.

Ich finde die Grundaussage richtig, aber eher im Bezug zu anderen gesellschaftlichen Problemen der US, nicht wirklich im Bereich der Amokläufe. Die USA hat grob betrachtet drei primäre Bereiche an denen Waffenmissbrauch vorkommt:

1. Gangriminalität (klare #1)
2. Amokläufe
3. Unfälle durch unverantwortliches Handeln

Deine Argumentation macht vor allem Sinn für Problemfeld Nummer 3. Wenn Waffen nurnoch an ordentlich ausgebildete Menschen verteilt werden, dann reduziert das all die Unfälle durch fahrlässigkeit, wie das ein Kleinkind eine geladene Pistole in die Hand bekommt weil die Eltern sie einfach irgendwo liegen gelassen haben, oder das die Freundin ihren Partner erschießt weil sie nicht wusste das eine Desert Eagle eine Wohnzimmercouch durchschlagen kann (die Amis sind da eh etwas speziell). Bei Gangkriminalität ist das ganze Zeitverschwendung, die würden sich auch mit Kunstmessern abstechen wenn es darauf ankommt.

Kommen wir nun zu den Amokläufen. Ich lehne mich hier ganz dreist aus dem Fenster und behaupte das ein Waffenverbot Amokläufe nicht reduzieren würde. Das Best-Case-Szenario ist das die Effizienz eines Amoklaufs reduziert wird, was ehrlichgesagt unwahrscheinlich ist. Amokläufer stehen nicht einfach spontan eines Tages auf und denken sich "hmm ich habe ein Gewehr hier, warum schieß ich nicht meine Schule kurz und klein?". Bei allen Fällen die ich kenne ist es ein langfristiger Prozess indem der künftige Täter andere Amokläufer idolisiert und über Monate, oder gar Jahre das ganze plant und gerne mal im Internet, oder privat Anderen präsentiert. Sprich das Ganze ist nicht an das Waffengesetzt gebunden, sondern an den mentalen Zustand des Täters. Da es sogar in Deutschland zu Amokläufen kommt zeigt ganz klar das solche Leute mittel und Wege finden an Waffen zu kommen. Selbst wenn sie es nicht würden habe ich keine Zweifel daran das sie versuchen würden mit einem Messer oder sonstwas einen Amoklauf zu verüben, klar wäre weniger effizient und gäbe weniger Tote, aber reduziert hat man die Zahl der eigentlichen Amokläufe damit nicht. Um diese tatsächlich zu reduzieren müssen, ähnlich wie bei der Gangkriminalität andere Probleme in der Gesellschaft angegangen werden.

Fullmetalfan schrieb:
Über die restlichen Punkte kann man sich anschließend noch Gedanken machen, aber auch das sagt sich immer leichter daher, als es letztlich ist, gerade, weil die Wurzel des ganzen Übels recht tief begraben ist und (überspitzt gesagt) jedem Kind dessen Eltern sich mehr als zweimal jährlich streiten gleich eine Handvoll Therapeuten zur Verfügung zu stellen ist letztlich auch utopisch.

Damit hast du natürlich vollkommen Recht. Bei dem Fall jedoch war es eine Person die dafür bekannt war im Internet angekündigt zu haben, dass sie ein Amokläufer werden wird und um die 40 mal von der Polizei besucht wurde. Das so Einer von keiner Insitution wahrgenommen wird bis er mit einem Gewehr in einer Schule steht zeigt für mich ein deutliches Versagen und Überlastung der amerikanischen Behörden.

Marjam schrieb:
Ich persönlich bin gegen eine Bewaffnung der Lehrer in den Schulen - es sei denn, sie bekommen eine entsprechende Ausbildung dazu. Sie müssen jetzt nicht 3 Jahre im Militär sein, aber ich hätte schon gerne, dass Leute, die Waffen haben, wissen, wie sie damit umzugehen haben und zumindest ein wenig darauf gedrillt sind, wie sie damit auch in Situationen umgehen, in denen sie Panik bekommen.

Wenn ich schon Antworte nochmal kurz etwas hierzu, da ich das recht oft von Befürwortern (unterstelle dir nicht das du eine bist, ist ein genereller Punkt) höre das mit einer Ausbildung das bewaffnen von Lehrern eine tolle Sache wäre. Man sollte sich an der Stelle klarmachen das keine Ausbildung der Welt jemanden vollständig auf eine richtige Schießerei vorbereiten kann. Es gibt eine Vielzahl von Erfahrungsberichten von Kriegsveteranen z.B. aus dem Irak, die beschreiben wie es abläuft wenn sie Beispielsweise. in einen Hinterhalt geraten sind. Viele Soldaten geraten in Panik und können sich vor Schock nicht mehr bewegen sobald die Kugeln anfangen zu fliegen. Wir reden hier von jahrelang ausgebildeten Soldaten, die mental auf einen Angriff vorbereitet sind. Warum genau denkt man nun das ein Lehrer sich hoch professionell verhält wenn auf einmal ein bewaffneter Amokläufer mit einem Sturmgewehr vor ihm steht? Das entspricht nicht dem Berufsbild der Lehrer und jemandem beizubringen wie er mit einer Pistole schießen kann heißt noch lange nicht das dieser dann vorbereitet ist mit einem Amokläufer umzugehen.

Das ganze hat viel mehr Potential Schaden durch unverantwortliche und paranoide Lehrer zu verursachen als wirklich großartig die Effizienz von Amokläufen einzudämmen. Eine Ausbildung macht das Ganze auch nicht wirklich besser, vor allem nicht die Sparversion die Lehrer in der Realität bekommen würden.
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von SmokeTheEvertrolling.
Folgende Benutzer bedankten sich: Fullmetaldan, Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818238

  • leoben11
  • leoben11s Avatar
  • Romanautor
  • Romanautor
  • Beiträge: 648
  • Dank erhalten: 295
Tssir-De-Macabre schrieb:
Mit dem „Vielleicht zu Jung“ wollte ich niemanden beleidigen und nicht pauschalisieren. Ich bin ca. 2 Dekaden älter als Du. Ich bin mit ganz anderen Medien aufgewachsen als die jüngeren Generationen. Was für Euch im Fernsehen ganz normal ist, wäre in meiner Jugend undenkbar gewesen. Dies prägt die Persönlichkeit viel stärker als man denkt. Deshalb finde ich dass Du die Rolle der Medien in der Erziehung bzw. Beeinflussung der Gesellschaft unterschätzt.
Die Medien sind heute allgegenwärtig. Ob TV, Internet, Printmedien, Spiele, wir werden ständig mit Medialen Inhalten bombardiert. Mag sein, dass Personen mit starker Persönlichkeit und Intellekt davon wenig beeinflusst werden, dies gilt aber leider nicht für die breite Masse. Vor allem bei Personen mit einer labilen Psyche kann sich dies fatal auswirken.

Ich finde dass die Medien die Pflicht haben sich über so etwas Gedanken zu machen da sie große Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Einschaltquoten und Werbeeinnamen dürfen nicht die einzigen Prioritäten sein.
Ich stimme dir insofern zu dass solche gewalthaltigen Unterhaltungsmedien schon einen Teil dazu beitragen können. Damit will ich keine Diskussion von wegen "Killer-Spiele" lostreten, nein, im Gegenteil, "Killer-Spiele" ist wieder viel zu verallgemeinernd und unsachlich.

Also die Medien würde ich nicht unbedingt in die Pflicht nehmen, eher elterliches Umfeld. Die sind bis zu einem gewissen Alter verantwortlich dafür, was das Kind konsumieren kann und darf. Das ist nicht leicht, aber es sollte einem schon wert sein.
Wie viele Eltern kaufen den Kindern Spiele wie CoD, GTA, etc, das sind alles Spiele die nicht wirklich für 8-14 Jährige geeignet sind, teilweise sind auch ältere Kinder dafür nicht bereit. Genauso sehe ich es mit Spielen die Lootboxen drinnen haben. Solche Spiele sollten einen großen Warnsticker oben haben, und ab 18 sein, fertig.
Ich bin nicht dafür dass man all diese Dinge von Kindern/Teenagern fernhält, aber ich bin dafür dass man sich darüber informiert, mit den Kindern darüber spricht, vielleicht sogar mit den Kindern zusammen spielt.
Ein Arbeitskollege hat mal bei Gamestop gearbeitet, und er hat erzählt dass 99% der Eltern gefühlt keinen Tau von den Spielen haben. GTA 5? "Sie wissen dass man dort Leute überfahren/erschießen/foltern kann? - Was echt? - "Ja" - "Aber er will es unbedingt haben."
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre

18 Amokläufe für 2018: Der Plan zur Eindämmung des Terrors 1 Jahr 5 Monate her #818283

  • Noire.
  • Noire.s Avatar
  • Stammuser
  • Stammuser
  • Zero Gravity
  • Beiträge: 753
  • Dank erhalten: 307
Man kann durchaus diese Diskussion für Spiele mit höherer Gewalt (CoD und Co.) gerne beginnen.
Natürlich sind diese niemals der Hauptgrund warum verrückte Menschen Waffen in den Hand nehmen und dann im echten Leben Menschen töten. Dennoch kann hier sehr wohl Inspiration gewonnen werden und vor allem machen eben Shooter viele Menschen durchaus mehr gewaltbereit und wütend als man denkt.

Wenn es in einem Shooter mal nicht läuft und man verhöhnt wird, dann wirft der eine oder andere seinen Controller mal gegen die Wand und knallt auch ein paar andere Sachen im Zimmer kaputt. Ich hab das bereits bei einem Freund miterlebt. Der hat seinen Controller aus Wut beim Shooter zocken so zerlegt, dass die Wand gleich mal paar Löcher hatte.

Shooter machen viele Menschen gewaltbereit, das ist leider die Wahrheit. Wenn man dann noch total gestörte Menschen an sowas ranlässt, kann das zur Inspirationen führen. Dennoch sind dann die echten Tatausführungen meist anderer Natur.... sei es soziale Abgrenzung, Mobbing, extremistischer Glauben oder auch finanzielle Probleme.... Man muss also einen ziemlich instabilen Zustand haben, um überhaupt hier Ideen zu gewinnen.

Das Ganze heißt also..

Können Shooterspiele Kinder, Jugendliche oder auch Ewachsener aggressiver/gewaltbereiter machen? Absolut.
Sind diese Spiele aktiv verantwortlich für Amokläufe oder Terroranschläge? Nein.

Trotzdem sollten solche Spiele schwerer zugänglich gemacht werden für Leute unter 18 Jahren... das gehört aber zu einem anderen Thema.

Außerdem @Tssir-De-Macabre.... ich kann dich in dem Punkt absolut verstehen. Früher gab es eben nicht diese Zeit wo Leute mit all diesen Sachen konfrontiert wurden. Die Zeiten haben sich was Medien angeht sehr verändert, leider auch zum Negativen.
Außerdem sind heutzutage auch viele Eltern zu gutmütig und Kinder kennen die Härte der früheren Erziehung einfach nicht mehr. Ich hab es selbst von meiner Mutter immer wieder gehört, wie sie erzogen wurde... wenn ich das mit meiner Erziehung vergleiche, dann gibt es hier doch große Unterschiede.
Das hat man aber fast in jedem Haushalt. Die heutigen Kinder kriegen oft alles was sie wollen, früher ein undenkbares Szenario.

Neptunia Club | Wir sind Fairy Tail Magier
Bow down to Lastation!
Letzte Änderung: 1 Jahr 5 Monate her von Noire..
Folgende Benutzer bedankten sich: Tssir-De-Macabre
Moderatoren: ForummodLaynaKniveskinehYuriko.FauliRockt
Powered by Kunena Forum