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THEMA: Propaganda nach Edward Bernays

Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 1 Woche her #810488

Hallo,

heute möchte ich mit euch über das sehr umfangreiche Thema Propaganda reden. Es geht um einen Bereich, den viele Menschen natürlich nicht gewohnt sind, weil man muss schon ein wenig verrückt sein, sich mit einem Thema befassen zu wollen, was bewusst hinter dem Schleier gelassen wird. So ist es auch mit dem Namen in der Überschrift "Edward Bernays" mit seinem Buch "Propaganda" was 1928 erschienen ist.

Die großen Player der Welt nutzen sein Lehrbuch seit seiner Erscheinung und mit der Globalisierung und dem Internet sind die Möglichkeiten unbegrenzt geworden. Der Autor von dem Buch hat verstanden wie gesellschaftliche Strukturen funktionieren und wie diese sich manipulieren lassen, und zwar so dass es die Masse der Bevölkerung nicht wahrnimmt und als eigene Gedanken versteht.

Durch diese gekauften meinungsbildenden Instrumente die uns Tag ein Tag aus auf Schritt und Tritt verfolgen ist es wichtig darum zu wissen. In so ziemlich jeden Lebensbereich von den Menschen wird eingegriffen, allen voran was du konsumierst, also welchen Modegeschmack du hast, was du isst, logischerweise auch was du einkaufst, welchen Freizeitaktivitäten du nachgehst. Man kann wenn man den Gedanken weiterspinnt schon ziemlich schnell paranoid werden, doch ich finde den Gedankengang schön, dass die Macht die eben die PR-Agenturen über die Masse haben auch die Masse gegen die PR-Agenturen einsetzen kann, was aber nicht so einfach wird, da die Masse erst einmal sich strukturieren muss, was die PR-Agenturen schon lange vorher gemacht haben und Experten auf ihrem Gebiet sind. Ein Leben mit diesem Wissen macht es bestimmt nicht einfacher, doch es ist eine Bereicherung und lässt einen auf eine bessere Zukunft ohne diese Strukturen hoffen.

Ich möchte euch hier das wirklich gute vielleicht auch etwas düstere Hörspiel verlinken, was im WDR aufgenommen wurde und jetzt in der Mediathek zur Verfügung steht. Darin wird in ca. 1 Stunde sehr ausführlich über dieses Thema geredet, und ich würde mich freuen wenn diejenigen, die auf mein Theard antworten sich dieses Hörspiel anhören würden.
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LG
Pandoralight

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." - Albert Einstein
"Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente" - Hippokrates
"Die meisten Menschen würden ihre Stärken nicht erkennen, selbst wenn diese kommen und einem die Hand schütteln würden." -Richard Bolles
Letzte Änderung: 7 Monate 1 Woche her von Pandoralight.
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Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 1 Woche her #810532

Pandoralight schrieb:
Es geht um einen Bereich, den viele Menschen natürlich nicht gewohnt sind, weil man muss schon ein wenig verrückt sein, sich mit einem Thema befassen zu wollen, was bewusst hinter dem Schleier gelassen wird.
Eher "klug" als "verrückt". Kluge Menschen möchten natürlich wissen, wie sie manipuliert werden und wie sie sich davor hüten können.

Edward Bernays ist mir bekannt, aber auch Joseph Goebbels, Gustave Le Bon und Walter Lippmann haben sich mit dem Thema Propaganda auseinandergesetzt. Die einen praktischer, die anderen theoretischer.

Napoleon I. hat eine schöne Beobachtung gemacht, welche sich immer wieder bewahrheitet:
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“
Wahre Worte.

Zum Thema Propaganda kann ich Prof. Dr. Rainer Mausfeld nur wärmstens empfehlen:

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Es schadet nie, zu wissen, wie man verarscht wird.

Und wie neutral und ausgewogen unsere Medien sind, zeigen folgende Beispiele:

Swiss Propaganda Research:
Deutsche Netzwerke

Und hier die legendäre Folge der Anstalt zum Thema Medien:
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Übrigens: Die Anstalt veröffentlicht nach jeder Sendung PDFs mit Quellenangaben.
Copy-Ninja rekrutiert!
コピ-忍者は 募集する!
Letzte Änderung: 7 Monate 1 Woche her von Oda-Nobunaga.
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Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 1 Woche her #810596

Pandoralight schrieb:
Hallo,

heute möchte ich mit euch über das sehr umfangreiche Thema Propaganda reden. Es geht um einen Bereich, den viele Menschen natürlich nicht gewohnt sind, weil man muss schon ein wenig verrückt sein, sich mit einem Thema befassen zu wollen, was bewusst hinter dem Schleier gelassen wird. So ist es auch mit dem Namen in der Überschrift "Edward Bernays" mit seinem Buch "Propaganda" was 1928 erschienen ist.
Wieso muss man verrückt sein?
Die großen Player der Welt nutzen sein Lehrbuch seit seiner Erscheinung und mit der Globalisierung und dem Internet sind die Möglichkeiten unbegrenzt geworden. Der Autor von dem Buch hat verstanden wie gesellschaftliche Strukturen funktionieren und wie diese sich manipulieren lassen, und zwar so dass es die Masse der Bevölkerung nicht wahrnimmt und als eigene Gedanken versteht.
Es gibt so viele Bücher bezüglich Manipulation oder Propaganda.
Ich kann dir definitiv sagen dass dieses Prinzip, etwas als "eigene Gedanken verstehen" sicher nicht als erstes von Bernays aufgegriffen wurde. OB Marx/Engels die ersten waren weiß ich nicht, ich behaupte mal nein, aber auch sie haben etwas ähnliches geschrieben, nämlich dass die gesamte Umwelt unsere Denkweise prägt und "unsere Gedanken" durch eben jene Umwelt bedingt sind.
Das geht jetzt schon in Richtung ob es einen freien Willen gibt oder nicht, und Marx/Engels argumentieren sicher auf anderer Basis, nämlich auf wirtschaftlicher bzw wirtschaftsystemkritischer Sicht, aber im Prinzip kommt es auf dasselbe heraus. Sie blenden allerdings Aspekte wie Geschlecht, Rasse oder Gender aus, aber das war auch nicht der Fokus.
Ich zitiere mal aus "Die Deutsche Ideologie" weil ich es gerade vor mir habe:
"Auch die Nebelbildungen im Gehirn der Menschen sind notwendige Sublimate ihres materiellen, empirisch konstatierbaren und an materielle Vorraussetzungen geknüpften Lebensprozesses." Das ist quasi die Argumentation warum Menschen eben denken was sie denken, salopp gesagt. Und was du denkst wird eben von deiner Lebenswelt beeinflusst. Wenn du arm und ungebildet bist hast du andere Gedanken als ein wohlhabender Professor.

Durch diese gekauften meinungsbildenden Instrumente die uns Tag ein Tag aus auf Schritt und Tritt verfolgen ist es wichtig darum zu wissen. In so ziemlich jeden Lebensbereich von den Menschen wird eingegriffen, allen voran was du konsumierst, also welchen Modegeschmack du hast, was du isst, logischerweise auch was du einkaufst, welchen Freizeitaktivitäten du nachgehst. Man kann wenn man den Gedanken weiterspinnt schon ziemlich schnell paranoid werden, doch ich finde den Gedankengang schön, dass die Macht die eben die PR-Agenturen über die Masse haben auch die Masse gegen die PR-Agenturen einsetzen kann, was aber nicht so einfach wird, da die Masse erst einmal sich strukturieren muss, was die PR-Agenturen schon lange vorher gemacht haben und Experten auf ihrem Gebiet sind. Ein Leben mit diesem Wissen macht es bestimmt nicht einfacher, doch es ist eine Bereicherung und lässt einen auf eine bessere Zukunft ohne diese Strukturen hoffen.
Ich würde dir dahingehend die Habitus-Theorie von Bourdieu empfehlen, auch da geht es darum. Gar nicht um irgendwelche "PR-Agenturen" denn das greift hier bei diesem Thema meiner Ansicht nach etwas zu kurz, zumindest so wie du es ausdrückst.

Schopenhauer ist in der Hinsicht auch interessant, und zwar die "Preisschrift über die Freiheit des Willens" in welcher er argumentiert, dass es keinen freien Willen gibt, denn jede Entscheidung die wir treffen wird aus irgendeinem Grund getroffen.

Ich finde den Ansatz von dir zwar interessant, aber alleine Propaganda als primären Faktor unseres Lebens hinzustellen greift etwas zu kurz, zumindest meiner Meinung nach.

Wenn du jetzt über Propaganda im, sagen wir politischen Alltag sprechen willst, dann ist das eine andere Geschichte. Aber dass diese Politik unser gesamtes Leben bestimmt ist zwar nicht unwahr, aber kratzt eben auch nur an der Oberfläche eines extrem wichtigen Themas.
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Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 1 Woche her #811030

So abwegig finde ich es eigentlich gar nicht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Könnte aber auch daran liegen, dass ich Informatiker bin und der Pöbel heutzutage ja eh mehr oder weniger über das Internet verwaltet wird.^^

Obwohl sich die grundlegenden Elemente der Propaganda wie das gezielte Streuen von Fehlinformationen bis heute kaum verändert haben dürften, glaube ich, dass die Literatur von 1930 nicht mehr zeitgemäß ist.
Das WDR Hörspiel kann man sich natürlich trotzdem anhören, auch wenn bei der Hintergrundmusik eine versteckte Werbekampagne der Aluhutindustrie natürlich nicht ausgeschlossen werden kann.
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Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 5 Tage her #811128

rabbitcat schrieb:
So abwegig finde ich es eigentlich gar nicht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Könnte aber auch daran liegen, dass ich Informatiker bin und der Pöbel heutzutage ja eh mehr oder weniger über das Internet verwaltet wird.^^

Obwohl sich die grundlegenden Elemente der Propaganda wie das gezielte Streuen von Fehlinformationen bis heute kaum verändert haben dürften, glaube ich, dass die Literatur von 1930 nicht mehr zeitgemäß ist.
Das WDR Hörspiel kann man sich natürlich trotzdem anhören, auch wenn bei der Hintergrundmusik eine versteckte Werbekampagne der Aluhutindustrie natürlich nicht ausgeschlossen werden kann.

Warum glaubst du das? Ich kenne das Buch nicht persönlich, aber was hat sich denn bis heute geändert? Die Psychologie des Menschen? Oder lediglich das Medium über welches wir unsere Informationen beziehen? Natürlich wird nicht alles 1 zu 1 übernehmbar sein, Flugblätter sind heute nicht mehr so wirkungsvoll wie damals, aber gewisse Mechaniken kann man ganz bestimmt übernehmen oder auf die heutige Zeit umlegen und adaptieren.
Zumal "wir" (damit meine ich vor allem jüngere Menschen u30, aber nicht ausschließlich) lange nicht den Großteil der Bevölkerung stellen. Viele Leute haben immer noch Radio/Zeitung/TV als Hauptinformationsmedium.
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Propaganda nach Edward Bernays 7 Monate 5 Tage her #811149

Letztendlich muss ich mir keine Quelle und kein Video zu Gemüte führen, um dem Thema eine Antwort zu geben.
Wahrlich verrückt ist es doch nur, wenn man sich in der Welt, in welcher man lebt keine Informationen zulegt - wobei es doch gerade in unserem digitalen Zeitalter so einfach ist wie noch nie. Gegeben durch diesen medialen Wandel konnten sich allerdings auch Fake News herausbilden, welche offensichtlich dafür da waren, um die Menschen in eine gewisse Richtung zu lenken oder gar zu drängen. Damit wird der Informationsfluss zum Bürger natürlich wieder gehemmt und man kann durch die Aufdeckung dieser wieder die übliche mediale Wirkung ziehen und dem Bürger eine neue Scheinwahrheit präsentieren: "Im Internet stehen nur Fake News".
Diese Methodik ist dafür da, um die breite Masse, welche sich nur bedingt informiert auf einem gewissen emotionalen Stand zu halten und für die Führung vorhersehbar zu machen. Doch jetzt kommt der große Clue an der Sache: "Was ist daran falsch - was ist daran schlimm?"

Jede Machtstruktur und jede Führung ist daran interessiert, wie das Befinden im Volke ist und welche Moral sich dort prägt. Schließlich ist das Volk stets das Rückrad einer starken Struktur und verfügt in seiner Gesamtheit über die komplette Macht, über welche die Führung regiert. Nun ist es nur noch die Frage dessen, wie man damit als politisch höchste Instanz im Land umgehen möchte. Soll "der Pöbel" wissen, dass sie Macht haben und man versucht die Wünsche der Bürger zu erfüllen, oder schließt man ihn davon aus und nimmt ihm den Glauben daran Einfluss zu haben, während man sich seiner Fügsamkeit im System bedient? Optimalerweise wählt man hier natürlich Variante B, da sie die eigene Stellung sichert und das Ausbeuten anderer Menschen stets mit persönlicher Bereicherung verbunden war. Es lebe die Asoziale Gesellschaft, welche sich prunkvoll als Sozialstaat präsentiert und verkauft.
Doch wie kann das funktionieren? Wie kann man sich anti-sozial verhalten, aber als sozial betrachtet werden? Hier muss selbstverständlich ein Werkzeug im Spiel sein, welches verschleiert, dass man selbst auf Platz 5 der weltweiten Top Rüstungs-Exporteure steht (Statistik 2012 - 2016). Zudem kann man auch anhand der Jahre schön abzählen, was wohl passiert sein muss (Rüstungsexporte aus DE 2000 - 2016). 2013 ist das Jahr, in welchem die Syrische Führung die Friedensverhandlungen mit der Opposition als Gescheitert betrachtete und die Notwendigkeit der mlitärischen Zerschlagung bekannt gegeben wurde. Ab diesem Jahr steigt der Rüstungsexport aus Deutschland wieder an. Insbesondere für das jahr 2016 steigt dies sprunghaft an auf eine Rekordhöhe, wie es seit 15 Jahren nur einmalig höher war. An Kriegen und Krisen verdient Deutschland nach wie vor viel Geld und ist hier stets mit von der Partie.

Gerade in Zeiten wie diesen, in welchen die Toleranz und das allgemeine Füreinander gestärkt auftreten und symbolisch auch vom Staat an die Bevölkerung weitergegeben wird (z.B. Thema Zivilcourage, nach dem Todschlag von Dominik Brunner), kann man nicht drumherum kommen, dass die eigenen kriegsfördernden Aktivitäten dem widersprechen und verschleiert werden müssen. In allen anderen Fällen wäre der Bevölkerung doch sehr schnell klar, was es mit den Worten der Führung auf sich hat: Heuchelei.

Somit kommt die Frage auf, wie das alles funktionieren kann - doch Propaganda kann es nicht sein. Nein - Propaganda ist das böse Werkzeug, welches ausschließlich von totalitären Staaten verwendet wird! Sehen wir uns hierfür doch einmal die grobe Definition von Wikipedia an:
Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden.

Wenn wir dies nun bekannten Tatsachen gegenüberstellen und uns ansehen, in welcher Manier die öffentlich Rechtlichen und somit als neutral zu betrachtenden Journalisten, über Parteien wie die AfD berichten, so könnte man leicht ins stocken geraten. Ich selbst bin kein Fan der AfD und würde mich gar selbst als ihr Gegner bezeichnen und kann mich nicht hinter die Partei stellen. Doch muss ich mich in dem Fall wohl vor sie stellen, da ihre Behandlung im Rahmen der sonstigen Parteien im politischen Verhör stets negativ dargestellt wird. Im gesamten Land gibt es die Feindseligkeit gegen diese Partei - doch häufiger ist dies nicht darauf begründet, dass man sich das Parteiprogramm durchgelesen hat und es als absoluten Unfug empfand, sondern weit mehr dadurch, dass man stets "schlechtes von ihr gehört hat".

Zudem gibt es Beispiele zur Bewegung, wie die PEGIDA. Anfangs eine Gruppierung von Menschen, welche der steigenden Flüchtlingszahlen und der unkontrollierten Zuwanderung skeptisch gegenüber standen und sich eine Regung der politischen Führung dazu wünschten. Doch nachdem die gezeigte Regung die Form "die PEGIDA ist eine Gruppe von rechten Bürgern und nicht ernst zu nehmen" annahm, so wurde sie genau zu dem, was die Politik diktiert hat: Eine rechts orientierte Gruppierung. War sie das wirklich oder hat die Äußerung die PEGIDA vergrößert, da nun tatsächlich Rechte diese Veranstaltung für ihren Boden hielten und ihr beiwohnten? Zudem soll es bezahlte Demonstranten unter diesen gegeben haben, welche eine gewaltorientiertere und aktivere Form des Protestes eingeleutet haben. In wie fern das stimmt möchte ich garnicht abschätzen - doch finde ich es viel interessanter, was unser Politik damit geschaffen hat - eine Anti-PEGIDA mit einem weit höheren Gewaltpotenzial als es die PEGIDA selbst hat. Wie kann es denn nun dazu kommen?

Eine einfache Massenpropaganda und Steuerung erfolgte damals so wie heute: Feindbilder schaffen. Während man in der Vergangenheit Länder mit Reichtum zum Feind erklärte und die Niederschlagung dieser unfairer Struktur zum Kriegsgrund verwendete, so schaffen wir heute viel spezifischere Feindbilder, über welche man Propaganda betreiben kann. Davon ist nahezu ausnahmslos jeder Deutsche betroffen - auch in mir selbst haben diese Wurzeln geschlagen und steuern ein Denken, welchem man versucht entgegenzuwirken.

Beispielsweise wäre es, dass der arbeitslose Mensch oder auch "Hartzer" der soziale Abschaum unserer Gesellschaft ist. Geprägt wurde dies durch die SPD. Die Soziale Partei Deutschland. Richtig - um sozial zu sein, muss jemand anderes offensichtlich asozial sein... oder zumindest asozialer. Den Anfang dazu hat es durch Gehard Schröders Aussage genommen: "Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.", welche 2001 getätigt wurde und den Langzeitarbeitslosen zu unserem Feindbild werden lies. Somit schlägt es moralisch dem deutschen Bürger übel auf, wenn er sich damit konfrontiert sieht ohne Arbeit da zustehen und in die Gesellschaft des "Asozialen" abzufallen. Witzig - denn eigentlich lautet die Aussage korrigiert viel mehr so: "Wir haben in unserem Land keinen Platz für Schmarotzer, welche auf Kosten des deutschen Volkes leben." Schließlich ist es das, was man heute in unserer Gesellschaft sehen kann. Wenn man ein reicher Erbe ist, welcher sich einen feuchten Kericht um viel Arbeit kümmert, so ist er kein Feindbild oder ein Hartzer - einfach nur ein "Arschloch". Das gleiche als nicht "Kind von reiche Eltern"-Version ist allerdings wieder ein asozialer Schmarotzer. Allgemein empfiehlt sich daher das Video von Max Uthoff zu dieser Thematik, dessen Aussagen man im Internet einfach belegen kann und gestützt werden. Oder wie wäre es mit folgendem Video zu Hartz IV? Glücklicherweise gibt es Menschen, die sich antagonistisch gegen die damals initiierte Propaganda stellen und versuchen ein gedankliches Kontrollwerkzeug des Staates zu entwirren und zu entkräften.

Eben dieser Mensch, Richard David Precht, spricht davon, dass unser Bildungssystem weit unterdurchschnittlich ist und nahezu niemals zeitgemäß ist. Es stellt sich heraus, dass 5 bis 10% aller Schüler aus einem ärmeren Familienstand auch später Hartz IV Empfänger werden. Chancengleichheit ist etwas, was nicht gegeben ist. Somit ist Wissen etwas, was nicht allen gleich vermittelt wird und man gewisse Bürgerschichten dumm hält und man sie dumm benötigt. Dies ist eine Theorie, welche von Georg Schramm, einem weiterem System Kritiker stammt. Doch macht es im Gesamtkonzept Sinn, wenn man daran denkt, dass man Bürger benötigt, welche arbeiten und das Bruttoinlandsprodukt fördern und jene, welche Geld ausgeben, um den Wirtschaftskreislauf aufrecht zu halten. Dummheit wird benötigt, da wir nicht jeden Bürger studieren lassen können und man zu einem Land verkommt, in welchem jeder ein Mathematiker ist und sich zu fein ist die Arbeit zu erledigen, welche für das Land notwendig ist. Da wir Dummheit benötigen, wird Dummheit gefördert. Allerdings funktioniert das nur, indem man die Bürger zielgerichtet dafür propagiert früh in Arbeitsverhältnisse einzutreten. Natürlich funktioniert es nicht, wenn man mit Wahlplakaten wirbt wie "Wir brauchen dich so blöd, wie du jetzt bist - komm arbeiten!", aber etwas wie "Schneller Einstieg in die Eigenständigkeit" viel besser ankommt.

Der Staat betreibt Propaganda - oder wie sonst kann man sich "die ewige Mutti" sonst auf dem Thron Deutschlands vorstellen. Wie sonst, könnte man es erreichen, dass ein kompletter Staat davon überzeugt ist, dass ein Fähnchen im Wind den notwendigen Halt gibt um Entscheidungen zu treffen, welche unser aller Leben verbessern. Nunja - der letzte, der Entscheidungen traf war Gerhard Schröder, welcher Deutschland an Russland verkauft hat, was die Gasversorgung anbelangt - und er nun einer von Putins besten Kollegen ist. Wie war das nochmal? Sozial? Faulheit? Irgendetwas dämmert mir - aber kann es aufgrund des Geflatters des vielen Geldes, welches er durch seine Beteiligung an Gazprom verdient leider nicht mehr hören...

Doch ebenso dämlich wie es ist sich nicht über diese Werkzeuge zu informieren, so ist es genauso dämlich an jeder Ecke und jedem Ende die Verschwörung zu riechen und "das Böse" zu verspüren. Man sollte sich diesbezüglich fragen, wieso welche Propaganda betrieben wird.

Wieso verschleiert man die höheren Kriminalitätsraten durch Flüchtlinge? Weil man am Krieg verdient? Weil die Förderung der Flüchtlinge und des Wohnungsbaus in das Bruttoinlandsprodukt fließt und Deutschland somit wertvoller macht? Oder doch weil man sich als Waffenexporteur ein wenig verantwortlich dafür fühlt, dass man für den Import von Geld Leid exportiert hat?
Nein - man verschleiert es, damit man die damalige Entscheidung nicht hinterfragt und der Staat nicht der Böse ist - sondern der Flüchtling. Er kommt in unser Land und hält sich nicht an unsere Gesetze, nicht an unsere Kultur und das obgleich er als nicht arbeitender Mensch auf unsere Kosten lebt. Ein Feindbild hoch 2 so gesehen! Blöd nur, dass das neue Feindbild sich nun ein wenig mit dem deckt, welches die NPD schon stets für sich entdeckt hat und nun Bürger der politischen Mitte nach rechts abdriften, aber die NPD zu extrem finden. Damit gründen sie eine Mitte-Rechts-Partei der AfD, welche durch die Zuwanderung der NPD und der gestarteten Propaganda der CDU/CSU einen plötzlichen Aufschwung erlebt. Also muss nun die alte "Öffentlichkeitsarbeit" durch neue "Öffentlichkeitsarbeit" korrigiert werden, indem man die AfD ebenfalls zu einem Feindbild des guten deutschen Bürgers macht. So driften unsere schönen dumm gebildeten Bürger zurück zur rechts-mitte-mitte Parteien wie CSU und CDU und FDP.

Wieso propagiert man den frühen Berufseinstieg und lenkt medial auch in diese Richtung, dass man es in Serien und dergleichen präsentiert? Um einem Mangel im Land entgegen zu wirken und dem Wohl des Volkes zu dienen. Der Preis dafür ist es, dass man die freie Meinungsbildung, die freie Bestimmung des eigenen Lebens beschneidet, ohne, dass die betroffene Person etwas davon bemerken soll.

In beiden Fällen nützt es der politischen Führung des Landes und das Propaganda-Programm war ein voller Erfolg. Kritische Sichtweisen dazu werden als Feindbilder und unmoralische Ansichten vom Bürger weggetrieben, da er sich nicht mit bösen Dingen auseinandersetzen möchte. Die AfD tut der Politik gut, da es eine Partei ist, welche sich außerhalb der bekannten Propaganda bewegt - und durch ihre eigene "Öffentlichkeitsarbeit" beweist, dass es Propaganda auch heute noch gibt. Sie regt die Bürger an Politik kritischer zu betrachten und zwingt Parteien Stellungen zu beziehen, anstatt die Fähnchen im Wind zu sein. Bewiesen wird dies dadurch, dass eine neue Partei zur Wahl dafür gesorgt hat, dass unsere politische Führung prinzipiell im Eimer ist. Jamaika gescheitert und die Aussicht auf eine neue Führung wird immer wahnwitziger, sodass Neuwahlen in Erwägung gezogen werden. Dabei frage ich mich immer... ist es wirklich Demokratie, wenn es notwendig ist, dass ein "Interessenzusammenschluss" mehr als 50% einnimmt? Ist das nicht eine vom Volk gewählte Partei-orientierte Aristokratie?

Doch was man im Bezug auf Propaganda und Steuerung wirklich einmal hinterfragen müsste ist doch folgendes:
DeStatista ist eine vom Staat finanzierte Institution um Statistiken des Landes zu erheben und zu publizieren. Warum muss ich also ein monatliches Abo von 50 Euro bezahlen, um zu sehen, was eigentlich bereits finanziert sein sollte und wahrlich von öffentlichem Interesse ist? Gibt es etwa Statistiken zu sehen, welche der durchschnittliche Bürger nicht sehen soll? Wird es für Geld nur zur Verfügung gestellt, um nicht als propagierender Staat betrachtet zu werden, da man "theoretisch das Wissen zur Verfügung stellt"?

Denn was wirklich im Bezug zum Thema interessiert wäre doch: "Wie weit weicht die Meinung der Bevölkerung zu einer Thematik von der Realität ab?"
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