THEMA: Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben?

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 5 Tage her #824190

  • Misheru10
  • Misheru10s Avatar
  • Offline
  • Wiederholungstäter
  • Wiederholungstäter
  • Anyone could be a hero or heroine
  • Beiträge: 70
  • Dank erhalten: 15
Sehr interessantes Thema. Ich finde es ist wichtig dass man mal darüber redet, da hier auch viele noch-Schüler sind.

Ich habe diese Entscheidung vor vier Jahren treffen müssen, als ich mich für eine Ausbildung entschieden hatte. Damals wollte ich nur einen Beruf machen, bei dem ich mir vorstellen könnte den auch viele Jahre lang auszuführen. Durch Anime und meine Liebe zum Zocken hatte ich selbst mit dem Programmieren von Spielen angefangen und fand das so nice, dass ich das zu meinem Beruf machen wollte.
Zum Glück ist als Softwareentwickler bei einer internationalen Firma Geld kein Thema und solange ich am Ball bleibe wird das auch kein Problem. Nur jetzt, seit dem ich mit der Ausbildung durch bin, komme ich nie zu irgendeinem Hobby, da ich jemand bin der gerne mal länger bleibt, wenn man gerade einen Lauf hat... Das finde ich schon sehr traurig...

Bei deiner Situation würde ich mich ganz klar für den Traum entscheiden. Es macht keinen Sinn einen Beruf zu wählen auf den du überhaupt keinen Bock hast. Ich höre immer Geschichten von jemanden der eigentlich Arzt werden wollte und jetzt als Angestellter vom Arbeitsamt sich jeden Tag fragt "Was wäre wenn?". Natürlich solltest du auf Nummer Sicher gehen und nebenbei irgendwas machen. Zur Info, Lehramt kann man auch auf Teilzeit studieren.
Folgende Benutzer bedankten sich: Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 5 Tage her #824191

  • Alleycat
  • Alleycats Avatar
  • Offline
  • Gelegenheitsposter
  • Gelegenheitsposter
  • Was tot ist, kann niemals sterben. Doch erhebt es
  • Beiträge: 36
  • Dank erhalten: 16
Ein wirklich interessantes Thema, vor allem ist es echt aufregend, die vielen Erfahrungsberichte der anderen User zu lesen. Als jemand der erst mit 22 zu seinem "Traumberuf" gefunden hat möchte ich auch zu gerne meinen Senf dazugeben.
Hierfür möchte ich ebenso kurz meinen Werdegang erläutern.
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Nach diesem langen Exkurs in mein Leben gehe ich aber endlich auf die Fragen des OPs ein.
Wofür würdet ihr euch entscheiden? Den Traum leben oder einen (für die Gesellschaft) 'vernünftigen' Beruf anstreben?
Ich habe Glück, dass der von mir gewählte Beruf gut bezahlt ist – ich weiß auch nicht, ob ich ihn wählen würde, wenn die Bezahlung schlecht wäre, denn ich möchte nicht jahrelang studieren um danach mit einem ausgehungerten Geldbeutel dazustehen. Ein Traum hat viele Facetten – und es ist schwierig, in jungen Jahren sich bereits zu entscheiden und auch zu wissen, um man diesen Traum auch die nächsten 50 Arbeitsjahre haben wird. Ich würde raten, etwas zu machen, was einem Halt gibt – oder alternativ sich rechtzeitig darum zu kümmern, dass der Traum Realität wird. Als Beispiel – Journalistik ist eine Branche mit nur ein paar Tausend Festanstellungen in ganz Deutschland, dementsprechend schwer ist es, dort Fuß zu fassen. Wer aber früh, schon zu Schulzeit, damit beginnt, Publikationen zu sammeln, Praktika zu machen und Kontakte zu knüpfen hat gute Chancen. All das kann man natürlich auch später machen, da ich es überhaupt nicht selbstverständlich finde, dass man mit 16-18 schon weiß, was man werden möchte – aber über die Runden kommen möchte man auch. Ich sage nur – viele Wege führen nach Rom. Irgendeiner meiner Vorredner meinte, du, OP, könntest ja eine Theater AG an der Schule anbieten, wenn du mal Lehrer bist – eine wundervolle Alternative, finde ich. Ich persönlich plane, später ein „freiwilliges“ Fernstudium der Psychologie zu absolvieren, irgendwann, wenn ich schon berufstätig bin – einfach nur für mich und für die Themen, die mich interessieren.
Ob es wirklich die „vernünftigen“ Berufe gibt lässt sich schwer sagen – nicht jeder kann BWL studieren, und sollte auch nicht. Klar sollte man Angebot und Nachfrage im Auge behalten, aber die Konjunktur schwankt immer wieder. Wenn du ein Plan hast, kannst du alles machen- nur eben realistisch bleiben, sich informieren und offen sein für Vorschläge und Kritik. Was ich nur sagen kann ist – schreibt gute Noten, bemüht euch in der Schule, denn es ist eine Investition für euer späteres Leben- Es geht hierbei nicht darum, dass man einen 1,0 Durchschnitt hat, nein – sondern darum, dass man mit guten Noten wesentlich mehr Auswahlmöglichkeiten hat, wenn es später darum geht, sich für einen Beruf zu entscheiden. Einfach möglichst viele Türe sich selbst offenhalten – das zahlt sich aus.
Wer bis hierhin alles gelesen hat – danke dafür. :D
Folgende Benutzer bedankten sich: KeiichixTony, AMENOLITY, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 5 Tage her #824193

  • Tae-JinPYO
  • Tae-JinPYOs Avatar
  • Offline
  • Nachwuchsspammer
  • Nachwuchsspammer
  • Fallen, But Never Forsaken.
  • Beiträge: 107
  • Dank erhalten: 111
Ich habe mir alle Beiträge hier durchgelesen und muss sagen, dass ich bei wirklich vielem nur zustimmen kann - Aber.

Du musst Zeit, für das finden was du magst und genauso viel Zeit für das was du nicht magst. Man kann nicht alles haben.
Was aber nicht bedeutet, dass du dich irgendwo bis zum Rest deines Lebens eingequetscht und unzufrieden bist. Die Unzufriedenheit wird nur mit der Zeit zunehmen. Irgendwann macht das Leben dann keinen Spaß mehr. Wenn wir Ausflüge für eine Woche hatten, dann waren die größten Schluckspechte die Lehrer die Lehrer geworden sind, weil sie nichts anderes machen könnten(wollten). Letztendlich musst du mit deiner Entscheidung leben können und dich nicht von irgendwem einlullen lassen. Du sollst das und das machen weil es viel Geld bringt. Geld ist nur ein Werkzeug das dir dein Leben leichter und bequemer macht. Geld kann dir nicht Vollkommenheit erkaufen. Wenn du unzufrieden bist mit dem, was du tust, dann macht es nur
einen geringen Unterschied, ob du 2K oder 4K im Monat verdienst. Viele greifen trotzdem zur Flasche.
Natürlich ist es was anderes, wenn du nur temporär in einen Job verweilst, den du nicht magst. Als Absprungbrett um was Besseres zu erreichen.
Aber wenn du Lehrer wirst willst du dich dann ja wohl verbeamten lassen. Einmal Beamter immer Beamter außer du wirst sowas wie Soldat auf Zeit. Sagen wir 5 Jahre. In der Zeit kannst du Ausschau halten nach etwas das dir Spaß macht. Du willst ja nicht bei der Arbeit alle 5 Minuten auf die Uhr gucken und darauf hoffen, dass die Schicht zu Ende geht, sondern dich immer wundern wie es sein kann das die Zeit immer an dir vorbeifliegt. Du musst ja nicht im Theater arbeiten. Sehe es, als dein top Hobby an das du in deiner Freizeit verfolgst und deine Arbeit finanziert dir nur dein Hobby nicht mehr nicht weniger. Mit der Zeit wirst du sicherlich noch andere Hobbys finden. Außerdem könntest du Social Engineering studieren, wenn du schon im Schauspielen begabt bist, sollte das kein Problem sein. Ich bin mir auch ziemlich sicher das wenn du gut bist sich dir Job Möglichkeiten erbieten werden die auch Komponente des Schauspielens beinhalten nur eben mit kleinerem Publikum. Was aber nicht wichtig ist, ist ein großes Publikum, sondern ein kleines das sich angesprochen fühlt. Du kannst auch als Sozialarbeiter genügend Geld verdienen, um dir dein Hobby zu finanzieren. Vorausgesetzt du lebst für dein Hobby. Ich liebe Sport und Mangas, aber ich will es nicht zu meiner Arbeit machen. So lerne ich jetzt wie elektrische Geräte funktionieren und wie ich sie repariere. Es ist nicht etwas was mir jetzt super Spaß machen würde. Aber ich kann gut damit leben. Hab meinen Computer auch immer repariert wenn was nicht funktionierte. Ich habe die Geduld dafür. Und so kann ich jede Woche, was anderes machen, ohne mich drüber aufzuregen, was für einen miesen Job ich habe. Ich bin nicht gebunden.

Was auch immer ich gesagt habe kann nur, als Referenz dienen, denn nur du selbst kannst rausfinden, was die Erfüllung bringt und wenn du rausgefunden hast was es ist, ergreife es und lass es nie mehr los. Es gibt Menschen, die brauchen Jahre um zu finden was ihnen Erfüllung bringt und sie finden es. Also lass dir Zeit und ende nicht so wie diejenigen die nach 20 Jahren nicht mehr wissen, wieso sie überhaupt noch leben. Wofür sie überhaupt noch leben.
Um auf die letzte Frage zurückzukommen: Es gibt keine bessere Option. Jede Entscheidung, die du triffst, wird deinen Charakter formen, egal ob im negativen oder im positiven Sinne. Die Frage ist nur, was überwiegt? Selbst wenn du 50 Jahre brauchst um zu erreichen, was auch immer du erreichen wolltest, kannst du von dir behaupten, das du nicht umsonst gelebt hast. Und wenn du es nicht auf dem einen Weg schaffst dann eben auf dem anderen. Solange man dabei bleibt hat man nicht verloren.
Zur ersten Frage für meinen Abschluss: Ganz klar den Traum leben denn wozu lebst du, wenn nicht für deine Träume? Und was juckt dich was irgend so nen Jippy von dir denkt. Du ziehst dein Ding durch und bist mit dir zufrieden.

^^Tae-JinPYO
They can't understand his words,
but they know what he's been telling them.
Folgende Benutzer bedankten sich: Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 4 Tage her #824197

Manchmal beginnt man seinen Traum und dann kommt etwas dazwischen. Ich wollte immer Archäologin werden. Seit der 5. Klasse hatte ich diesen Traum. In den Ferien habe ich an Ausgrabungen teilgenommen, das war mein Leben. Ich hatte Glück und konnte mit dem Studium anfangen. Alles in allem traumhaft. Dann wurde ich krank und musste eine Entscheidung treffen. Studium beenden, aber nie in dem Beruf arbeiten können, weil Gesundheit kaputt oder aufgeben und etwas Neues beginnen. Ich entschied mich zum Aufgeben. Jahrelang konnte ich kein Museum besuchen, weil es schmerzhaft war. Ich fand einen neuen Traum. Arbeiten in einer Bibliothek. Die Ausbildung war toll. Ich liebe Bücher. Dann nach der Ausbildung das Erwachen. Anstellung nur für 6 Monate. In dieser Zeit bewarb ich mich überall. Zum Schluss bin ich da gelandet, wo ich niemals hin wollte. Mit dem Allerwertesten auf einem Bürostuhl in einem Verwaltungsbüro. Es macht durchaus Spaß, aber ein Traum war es nie und ist es heute auch nicht. Aber das Leben geht weiter, ich habe andere Dinge gefunden, die mich glücklich machen. Ich bewundere jeden, der seinen Traum verwirklichen kann und damit glücklich ist. Nur auch bei einem Traum darf man die Augen vor der Realität nicht verschließen. Egal, wofür du dich entscheidest, es wird immer Momente geben, in denen du an einen Scheideweg kommst und Entscheidungen treffen musst. Ob du damit glücklich wirst, wird dir dann die Zukunft zeigen.

Ob ich dir damit geholfen habe, weiß ich nicht *o-roll*
Folgende Benutzer bedankten sich: KeiichixTony, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 4 Tage her #824211

Wenn man viele Türen hat, die man nutzen kann, ist es denke ich sehr schwierig. Ich musste mir mit 14 Gedanken machen, was ich machen möchte, weil ich eine Behinderung habe und nur so eine lächerliche Förderschule besucht habe, die mich eh nicht gefördert hat.
Aber wenn ich die Möglichkeit hätte, Abitur zu machen, steht einem doch alles offen! Ich meine, selbst in Büroberufe werden jetzt nur noch für die Ausbildung Leute mit Abitur gesucht.
Also Bewerbungen kann man immer an die Schauspielschulen senden. Und vielleicht fällt dir noch was anderes ein, worauf du Lust hast. Könnte ja sein, dass du ein Berufsfeld gefunden hast, der dir auch noch gefällt.
Und was die Träume generell angehen, da denke ich, kommt es immer darauf an, wie realistisch sie tatsächlich sind. Eine Freundin von mir studiert Kunst und Sonderpädagogik, aber als Künstlerin könnte sie nicht arbeiten, weil man nicht so gut bezahlt wird und als Sonderpädagogin wird es auch schwierig, weil ihre Sehbehinderung ihr im Weg stehen. Also, studiert sie im Grunde nur, um überhaupt etwas zu haben. Vielleicht hat sie doch die Möglichkeit, mit ihren Studium etwas zu erreichen.
Also die Frage ist wirklich schwer.
Folgende Benutzer bedankten sich: Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 4 Tage her #824213

naja jeder das seiner Meinung und ich finde er seiner Traumen leben lassen^^
Folgende Benutzer bedankten sich: Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 4 Tage her #824216

Eine echt kniffliges Thema vorallem wenn man noch recht jung ist.
Ich selbst hab mit 18 (bin mittlerweile 26) mich nach meinem Realschulabschluss für eine Ausbildung als Uhrmacher entschieden und bin somit die vernünftige Lösung gegangen. Ich hatte zu dieser Zeit allerdings auch kein Selbstvertrauen in mich, das hat sich erst mit den Jahren aufgebaut. Denn ich hab es ziemlich bereut.
Ich hab die Ausbildung zwar abgeschlossen, aber als ich dann arbeiten musste in der Industrie fand ich es echt beschissen. Die Arbeit bestand hauptsächlich aus Teilen zusammen stecken (Montage/ Arbeit eines dressierten Affen) oder man hatte unglaublichen Zeitdruck wo die Stückzahl fast mehr zählte als die Qualität (Kundenservice).
Dann bin ich schwanger geworden und nach meiner Elternzeit musste ich mich erneut bewerben. Ich hab nur Absagen kassiert und im Endeffekt bin ich jetzt sogar recht froh darüber. Denn nun mach ich mein Abi nach und denke darüber nach was ich wirklich machen will.
Auch jetzt hab ich noch die starke Tendenz dazu mich 'vernünftig' zu verhalten, aber ich hab für mich festgestellt, dass dies nichts ist was mich glücklich macht. Ich werde in den kommenden Jahren sehr genau schauen was ich will und was mich glücklich macht. Denn nur wenn du auch voll hinter einer Sache stehst kannst du sie zum gelingen bringen.
Man kann die Vergangenheit nicht ändern, aber aus ihr lernen. Mit meinem heutigen Selbstvertrauen hätte ich mich mit 18 definitiv anders entschieden und mich einem, für die meisten, unvernünftigerem Berufstraum (wie Schauspielerei oder etwas ähnlich künstlerisches, ausdrucksstarkes) versucht.
Denn ich bin zu der Einsicht gelangt das man gerade wenn man noch 'jung' ist, seinen Täumen mit voller Überzeugung (nicht blind!) nachjagen sollte. Was 'vernünftiges' kann man immer noch lernen, aber die Erfahrungen die man auf seinem Weg sammelt werden einem zeigen was für ein Weg der eigene ist. Es wird auf dem Weg immer wieder auch Rückschläge geben oder Richtungswechsel, doch solange man wieder aufsteht und seine vergangenen Fehler erkennt und nicht wiederholt, kommt man im (Berufs-)Leben vorran.

Mein Tipp ist daher: Hör auf dein Herz und versuch dich an deinem Traum. Wenn du's nicht versuchst weißt du nicht ob's klappt und bereust es vieleicht später. Aber jage dem nicht blind hinterher. Sei flexibel und offen für neues, manchmal kann etwas wunderbares durch etwas unerwartetes geschehen, wenn du dich dem nicht verschließt.

In jedem Fall wünsch ich dir alles Gute für deinen Weg! *o-bye*
Folgende Benutzer bedankten sich: Black-Harmonics, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 3 Tage her #824241

Naja, erstmal hängt es natürlich davon ab, was dein Traum ist.

Vielleicht ist es ja, Lehrer zu werden? (Bei mir ein lautstarkes NEIN. Ich hasse sowas xD Ich bringe Leuten gerne was bei, bin aber extrem geräuschempfindlich und würde in einer Klasse mit allein einem Schreihals schon die Krise kriegen .-.). Ooooder Krankenschwester? Nicht jeder Traum ist unerreichbar oder unrealistisch/unsicher, was die Zukunft angeht.

Noch dazu ist man, was die eigene Zukunft angeht, erstaunlich wenig eingeschränkt. Man kann ein Studium abbrechen. Oder eine Ausbildung. Oder etwas völlig anderes arbeiten später/umschulen/was auch immer.

Wichtig ist in meinen Augen, dass man die Realität nicht völlig aus den Augen verliert. Gewisse Träumereien wie "Ich werde Autor und verdiene Millionen!" sind erwiesenermaßen sehr utopisch. Die wenigsten Schriftsteller können von ihrer Kunst wirklich leben und haben alle einen Job am Laufen oder haben zumindest mit einem (oder sogar mehreren!) angefangen.

Prinzipiell sollte man versuchen, das zu tun, was man gerne tut. Erweist sich das als die falsche Entscheidung, kann man in den meisten Fällen immer noch zurück - ich bin mir auch unsicher, ob ich mein Studium nicth abbrechen und eine Ausbildung anfangen sollte zum Bleistift und ich kann immer noch "einfach so" abbrechen und mich woanders bewerben. Allgemein schaden Bewerbungen nicht - man kann selbst Zusagen wieder zurückziehen, wenn sich eine Situation doch ändert.

Versuche es einfach und hab nebenher vielleicht ein kleines Sicherheitsnetz. In deinem Fall: bewirb dich für künstlerische Studiengänge und mach Praktika bei Theatern. Oder such dir einen leichten Nebenjob, damit du ein Einkommen hast und mach die Theatersache dann nebenher. Niemand hält dich auf, das zu tun und im Endeffekt bist du der/die einzige, der/die dir selbst im Weg stehen kann. Und wenn du auf die Fresse fällst: mach dir nichts draus. Ich versichere dir, dass es mindestens jedem zweiten in diesem thread irgendwann mal passiert ist :3

Tuturu~

Marjam
Lust auf weihnachtliche Musik aus Fernost? Dann schau mal bei unserer Playlist vorbei!
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Folgende Benutzer bedankten sich: Kaira, RafiNafi, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 22 Stunden her #824312

  • Evanz
  • Evanzs Avatar Autor
  • Offline
  • Nachwuchsspammer
  • Nachwuchsspammer
  • Beiträge: 187
  • Dank erhalten: 116
Heylooooo~

Es ist nun mehr als ein Jahr vergangen seitdem ich diesen Thread eröffnet habe. Ich hatte ehrlich gesagt schon etwas länger mit diesem Thread abgeschlossen, da die Diskussion hier schon längst ausgeklungen war. Plötzlich bekam dieser Thread wieder einige Beiträge und wurde sogar Thread der Woche, nach über einem Jahr ... Ein Jahr ist hier auch das Stichwort.
Während in diesem Thread über dieses Jahr hinweg, mehr oder weniger, diskutiert wurde, habe ich mir natürlich auch selbst viele Gedanken zu dieser Thematik gemacht. Ich war übrigens sehr überrascht, dass einige Beiträge sogar auf meine Situation eingegangen sind und mir Tipps hinterlassen haben, obwohl ich anfangs betonte, dass man nicht speziell auf meine Situation eingehen müsse ... Danke ! :3
Ich will wegen der Vollständigkeit nun meine Entscheidung mit euch teilen , zu welcher ich über dieses jahr hinweg gekommen bin.

Ich habe mich entschieden für ... * Trommelwirbel * ...
Die Theaterkultur ! :3
Es war tatsächlich ein sehr langer Weg bis zu dieser Entscheidung. Der innere Zwiespalt in mir, welcher zwischen Euphorie und Melancholie pendelte und mich des öfteren zu einem Lamento zwang, ließ mich einige Nächte etwas unruhiger schlafen.
Eigentlich sprachen viele Aspekte auch eher für den "sicheren" Weg im Leben.
1. Meine Eltern sind dagegen, dass ich in die Theaterkultur einsteige.
2. Das Risiko am Existenzminimum zu leben ist ausgeprägt.
3. Das Prestige in der Gesellschaft ist ebenfalls nicht wirklich hoch.
...
Allerdings verbrachte ich meine Tage mit viel Lebensphilosophie und Gedankenströmen zu dieser Thematik und habe für mich selbst, folgendes herauskristallisiert und festgestellt :
1. Geld ist nicht alles.
Zugegeben eine Hypothese, welche öfter von möchtegern Philosophen in drittklassigen Talk-Shows in den Raum geworfen wird und welche immer für Furore sorgt. Es stimmt aber, meiner Meinung nach. Natürlich würde ich mich nicht beschweren, wenn ich viel Geld verdienen würde , jedoch kann ich gerne auf etwas Geld, damit verbunden auch auf Kaufkraft und materielles Gut verzichten , um dafür etwas auszuüben, was mein Leben mit Glückseligkeit und Euphorie erfüllt. Diese Erfüllung spüre ich zu 100% bei meinen Theater-Proben, - Aufführungen , -Besprechungen , etc.
Wenn ich in meinem Sterbebett verweile und der Sensenmann gerade nach meiner Seele greift, um mich von dieser Welt loszureißen, kann ich mir von keinem Geld der Welt ein zweites Leben kaufen, keine zweite Chance. Ich werde einiges in meinen letzten Atemzügen bereuen und meinem Leben gefüllt von unerfüllten Wünschen nachtrauern, wenn ich dem Ruf des Geldes folgen sollte.
Diesen Ruf des Geldes werde ich aber nicht folgen. Mein Leben wird wahrscheinlich aus finanzieller Sicht eher ermüdend und anstrengend, doch ich brauche und wünsche mir materiell sowieso nichts großartiges, solange ich meine Leidenschaft ausüben darf.
So werde ich, während der Sensenmann die Schnur zwischen meiner Seele und meinem Körper durchschneidet, auf ein nicht immer stressfreies, aber glückliches Leben zurückblicken und absolut nichts bereuen.

2. Meine Persönliche Selbstentfaltung ist mir wichtig.
Noch einmal anspielend an meine "Es gibt keine zweite Chance, du hast nur ein Leben" - Aussage. Ich habe nur ein Leben zeit, mich weiterzuentwickeln und mich selbst zu entfalten. Ich bin ein kreativer Mensch mit einer blühenden Fantasie. Ich will mich entwickeln, meiner Kreativität freien Lauf lassen. Lernen, wie ich meine Kreativität besser nutze. Lernen, wie ich bessere Skripte schreiben kann. Lernen, wie ich bestimmte Rollen besser spielen kann. Mich in schwierige Rollen, die vielleicht nicht für mich geschaffen sind hineinbeißen und in meiner Leidenschaft besser werden. Meine blühende Fantasie komprimieren und in neue Ideen umwandeln.
Ich bin wirklich nicht die Art von Mensch, welcher z.B. für die Schule gerne lernt.
Für meine Leidenschaft und meine Selbstentfaltung lerne ich aber gerne.
Schon jetzt ist es ein unbeschreibliches (gutes) Gefühl, wenn ich nach einer Aufführung merke "Die Proben haben sich gelohnt, du hast das gut gemacht" oder die Kritik von der Zeitung positiv ausfällt.
Auch hier habe ich für mich selbst beschlossen : Mit keinem Geld der Welt kann ich mir diese persönliche Entwicklung kaufen, und ein Beruf , den ich nur ausübe um Geld zu verdienen, würde den Vorgang meiner Entfaltung bremsen, wenn nicht stoppen und mich früher oder später in graue Melancholie-Phasen stürzen, bis alles in einem traurigen Resümee in meinem Sterbebett mündet.

Das ist meine Entscheidung. Das müssen hier nicht alle als gut oder richtig empfinden, aber ich habe mich so entschieden :3
Ich will aber betonen, dass ich nicht blind meinen Zielen und Träumen hinterherjage. Ich habe einen Plan, eine Art Ausbildung und einen Plan B , falls es wirklich überhaupt nicht mehr zu stämmen ist. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass man trotz allem ein Realist bleiben sollte und bereit sein sollte, für jegliche Situationen :3

Lg
Evanz~
Folgende Benutzer bedankten sich: RDK, KeiichixTony, RafiNafi, Dreaamer, AstraiaAureus, Tae-JinPYO, Asuna1233

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben ? 3 Monate 14 Stunden her #824343

Was nützt einem ein hohes Gehalt wenn man im Job nicht glücklich ist .
Bescheiden Leben bescheiden sterben
Das vergessen die meisten Leute
Folgende Benutzer bedankten sich: KeiichixTony, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 3 Monate 13 Stunden her #824345

  • LupusDei
  • LupusDeis Avatar
  • Offline
  • Nachwuchsspammer
  • Nachwuchsspammer
  • RNG-sama hates you
  • Beiträge: 112
  • Dank erhalten: 73
Man muss schon einen realistischen Traum haben.
YouTube-Star und so würde ich direkt beiseite schieben.
Ebenso sollte es wichtig sein sich auch wirklich im Klaren zu sein, nicht nur dem Beruf, sondern auch den Weg dahin.
Eine Sache kann ich persönlich nur spezifischen Leuten sagen im Bezug auf Lehrer:
Nein.
Das Studium ist grauenhaft, in der Zeit wo man eigentlich Hausarbeiten schreiben soll wird man in den stressigsten Semestern an Schulen zu POE geschickt. Zusätzliche Arbeit.
Ebenso sollte man sich, falls man das doch will, informieren ob an der Universität bei Fremdsprachen wie Englisch ein Auslandssemester Pflicht ist.
Denn das andere Fach wird darauf keine Rücksicht nehmen und viele lassen sich nicht anrechnen.
Ich hatte so etwas und in dem Semester wo ich zuerst die Kurse machte statt Auslandssemester fiel ein einziger Kurs aus.
Auslandssemester wird nur im Wintersemester angeboten. Der Kurs ebenso. Dadurch konnte ich meinen Bachelor erst im 10. Semester schreiben (5. Semester Ausland ausgesetzt, 6. Semester ist ein SoSe, 7. Semester den einen Kurs nachgeholt, 8. Semester SoSe, 9. Semester Ausland, 10. Semester Bachelor).

Ebenso zu beachten: Nach dem Master ist es nicht damit getan. Das Referendariat kommt noch.
Und Referendariatsplätze haben Wartezeit, 1-2 Jahre sind realistisch.
Ebenso wird in vielen Teilen Deutschlands heutzutage ein Lehrer auf Jahre hin nur befristet beschäftigt. Dein Vertrag läuft dann zum Ende des Schuljahres aus und neuer beginnt mit dem Anfang eines Neuen. D.h. für 6 Wochen, also Sommerferien gibt es kein Gehalt, also nur für 11 Monate von 12.
Ebenso ist es möglich überall eingesetzt zu werden und obwohl man Gym. Oberstufe Lehramt studiert hat wird man an eine Hauptschule geschickt, wo man dementsprechend weniger Gehalt erhält.
Dazu kommt noch das an sehr vielen Unis ca. 70% der Kurse absolut nichts mit Lehramt zu tun haben aber trotzdem bestanden werden müssen (Bsp. Altgriechisch, Exegese, Geschichte westafrikanischer Literatur, Feministische literarische Analyse, usw)

Nur so als Beispiel.
Was ich damit sagen will:
Informiere dich ausgesprochen gründlich auf was man sich einlässt.

The average Hard Mode Event KanColle Participant consists of 100% salt.
Letzte Änderung: 3 Monate 13 Stunden her von LupusDei.
Folgende Benutzer bedankten sich: KeiichixTony, Evanz

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 2 Monate 3 Wochen her #824457

Ich betrachte die Thematik als etwas schwierig. Ich selbst hatte nie einen beruflichen Traum, nichtmal als Kind.
Von daher wäre es schwierig diesen Traum zu verfolgen. Ich kann mir im Grunde auch keinen Beruf vorstellen, der mir dauerhaft Spaß bereiten würde und mir erfüllen kann. Erfüllung bringt in meinen Augen nur das Privatleben. Das mag natürlcih eine sehr individuelle Ansicht sein, aber das wäre meine. Von daher ist eine entsprechende Work-Life-Balance viel entscheidender.
Es gibt nur einen Job, bei dem ich mir vorstellen könnte, dass er etwas länger Freude bereitet, doch ist dieser eher schlecht bezahlt. Den Traum vom Haus mit Garten für die Familie könnte man damit vergessen, obwohl ich auch sonst kaum Luxus brauche und kaum Markensachen kaufe, erst seit kurzem mein erstes Smartphone besitze und eben mein Geld nicht unnötig ausgebe, sondern lieber für die Zukunft spare, statt zu verschwenden.
Edogawa89 schrieb:
Was nützt einem ein hohes Gehalt wenn man im Job nicht glücklich ist .
Bescheiden Leben bescheiden sterben
Das vergessen die meisten Leute

Da gebe ich dir zwar grundsätzlich recht, was das mit dem Unglücklich sein im Job angeht, aber was würdest du sagen, wenn jemand sich gar nicht vorstellen kann, dass es überhaupt einen Job gibt, der dauerhaft Freude bringen kann? Geld braucht es zum leben, vor allem wenn man im privaten einen teuren Wunsch hat oder eine Familie gründen und ernähren können möchte. Oder machen wir das ganze noch ein wenig drastischer.
Angenommen jemand übt seinen Traumberuf aus und das ist ein Beruf, der es gerade so ermöglicht davon die Miete zu bezahlen, Kleidung uns Essen zu finanzieren und wenn man sparsam genug ist ein Nahverkehrsticket oder die laufenden Kosten eines Autos zu stemmen.
Dann bringt dir dieser Beruf zwar Freude und Erfüllung, doch Bescheidenheit gewinnt an diesem Punkt eine ganz neue Bedeutung auf Grund der großen Einschränkungen. Vor allem, wenn man bei Kleidung und Nahrung nicht nur das billigste möchte, sondern eventuell auch mal an die Erzeuger denkt oder an die Umwelt.
Und mit einem so schlecht bezahlten Job wären weder Eigentum noch eine Familie sinnvoll, da dies einfach nicht zu finanzieren wäre.
Letzte Änderung: 2 Monate 3 Wochen her von Jirou.Mochizuki.
Folgende Benutzer bedankten sich: KeiichixTony

Seinen Traum leben oder 'vernünftigen' Beruf anstreben? 2 Monate 1 Woche her #825086

Evanz schrieb:
Nun meine Frage bzw. meine Fragen an euch liebe Community :
Wofür würdet ihr euch entscheiden ? Den Traum leben oder einen (für die Gesellschaft) 'vernünftigen' Beruf anstreben ?
Habt / Hattet ihr schon einmal eine ähnliche Situation ? Wofür habt ihr euch entschieden ?
Was würdet ihr für die allgemein bessere Option halten ?

Nun ich wurde in der Schule gemobbt hab nicht allzu viel gebacken gekriegt und deshalb nicht so ein "Bomben" Zeugnis oder einen höheren Abschluss.
Hab zwar eine Lehre fertig gemacht aber bis heute noch nicht DIE Arbeit gefunden auf die ich meinen restlichen Lebtag bock hab. Bin Momentan in einer Papierfabrik als Verschubleiter und Staplerfahrer tätig. Mir persönlich ist Karriere ziemlich wurscht, für halbwegs vernünftiges Geld und solange ich nicht in irgendeiner dunklen Halle ackern muss mach ich alles. Wen man nicht der dümmste "Bauerndepp" und arbeitswillig ist bekommt man auch immer Arbeit.

Persönlich hege ich schon lange den Traum durch die Welt zu reisen. Bin jetzt 24 und wär am liebsten schon unterwegs aber gab viele Dinge die mich aufgehalten haben. Mittlerweile ist mein Traum jedoch schon in greifbarer Nähe. Im Jänner 2019 flieg ich für zwei Wochen nach Japan und mit Ende März 2019 hab ich gekündigt. Hab genug Geld gespart und fahr dann mit dem Fahrrad durch Asien, Japan ist mein Hauptziel, werd 1 Jahr lang das ganze Land durchradeln. Danach nach Australien, Neuseeland und mal gucken wohin noch :)

Zu deiner Frage
Den Traum leben oder einen (für die Gesellschaft) 'vernünftigen' Beruf anstreben ?

FUCK IT ! Für die Gesellschaft? Für die Eltern? Für die Arbeit?
Mach einfach worauf du Bock hast und nicht das was andere von dir erwarten.
Zu mir sagen immer alle ich wär verrückt meinen gut bezahlten Job aufzugeben.
Schert mich aber nicht wen ich danach bei der Post arbeite ist auch okay.

Hab ewig gebraucht um mich von meiner Kindheit zu erholen und ein ZIEL für mich zu finden.
Im Endeffekt weiß ich nur eins mit Sicherheit, zumindest trifft das auf mich zu.
Ich würde nie wieder auf irgendeinen klugsch***er Tipp hören egal ob Eltern, Lehrer, Politiker oder sonst irgendein dahergelaufener P*****r!
Ich mach lieber 100... nein 100 000 Fehler und lern daraus bevor ich mir was einreden lasse und es im Nachhinein bereue.
Mach was du willst :P
Jemand der nicht bereit ist, etwas zu opfern, kann auch niemals etwas verändern.
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von DragonOfHope.
Folgende Benutzer bedankten sich: Evanz
Moderatoren: ForummodLaynaLodrahilKnivesYuriko.
Powered by Kunena Forum