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THEMA: China und deren expansion in der zukunft

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817677

leoben11 schrieb:
Das geht aber nur wenn die EU geschlossen auftritt. Einzelne Nationalstaaten hätten gegen China nichts zu melden, da heißt es dann "Friss oder stirb".
Es wäre halt insofern gut wenn die EU sich geopolitisch stärker engagieren würde, denn der EU fehlt vor allem eines: Rohstoffe. Hängen wir immer nur bei den Amis dran, oder hängen wir uns irgendwie an China dran, werden wir irgendwann abgehängt werden.

Wir brauchen keine Rohstoffe. Wir müssen uns auch nirgends "dranhängen". Und die EU braucht Deutschland sowieso nicht. Alles was wir wirklich brauchen ist Bildung, Forschung, Innovation. Sprich Dinge bauen die kein anderer bauen kann. Das ist das Erfolgsrezept seit es Deutschland gibt. Wenn man das beibehält, ist alles ok. Leider wird viel zu viel Geld verschwendet an irgendwelche Armutszuwanderer statt in gute Schulen und Unis zu investieren. Sprich man sägt an dem Ast auf dem man sitzt...

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817678

@leoben11:
Ich finde Deine Erläuterungen etwas naiv und sehr vereinfacht. Der Sachverhalt ist aber viel komplexer.

Russland exportiert nicht nur Gas, Bodenschätze und Rüstungsgüter. Russland gehört auch zu den Größten Produzenten von Getreide. Es ist wahr dass Europa einer der größten Märkte für Russland war. Dies änderte sich aber seit die Krim-Sanktionen eingeführt wurden. Russland hat sich nach neuen Märkten orientiert und nutzt diese verstärkt. Es gibt viele Länder in der Welt die sich wenig um die Europäischen Sanktionen scheren und mit Russland gute Geschäfte machen.

Was die Eisfreien-Häfen angeht, da hast Du wohl die am Schwarzen Meer vergessen. Die Häfen von St. Petersburg in Europa und Wladiwostok im fernen Osten sind die Meiste Zeit des Jahres Eisfrei. Die Russen haben sehr gute Eisbrecher, die in den kalten Jahreszeiten die wichtigsten Häfen am laufen halten.

Was die Korruption und die Oligarchie angeht, so glaube ich dass nicht nur die Russen damit ein Problem haben. Diese Problematik macht auch uns sehr zu Schaffen.

Zu behaupten dass Napoleon und Hitler nur durch den Russischen Winter bezwungen wurden ist eine grobe Vereinfachung und zeigt mangelnde Geschichtskenntnisse. Selbst die Wikipedia-Artikel zu den Themen räumen mit diesen Vorurteilen auf.

Was die Bevölkerung von China, Indien und Russland angeht, hier war ich wirklich nicht genau. Es ist nicht die Hälfte der Weltbevölkerung sondern nur ca. 40 Prozent. Sorry, mein Fehler.

Die Achse Russland und China war nicht nur Wirtschaftlich gemeint sondern auch Politisch. Das Verhalten des Westens gegenüber China und Russland treibt die beiden zusammen, frei nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Dass diese Entwicklung für uns nicht von Vorteil ist, kann sich wohl jeder denken.

Von einem „Zweiten Warschauer Pakt“ habe ich noch nie etwas gehört. Sehr wohl aber von der sich immer weiter ausbreitenden NATO. Da die Sowjetunion auseinander gefallen ist, ist die NATO als solche eigentlich obsolet. Sie ist jetzt aber größer und aggressiver den je. Ich glaube dass jeder logisch denkende Mensch das Unbehagen der Russen versteht.
Ich kann aber auch das Unbehagen der ehemaligen Ostblockstaaten wie Polen oder Litauen verstehen. Russland wird immer stärker und damit auch gefährlicher, allerdings muss man auch sagen, dass die Russen die anderen Staaten ohne Kampf in die Freiheit entlassen haben. Dies ist in der Geschichte der Menschheit ein einmaliges Ereignis gewesen.
Letzte Änderung: 7 Monate 2 Wochen her von Tssir-De-Macabre.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817688

Faf-Kun schrieb:

Wir brauchen keine Rohstoffe. Wir müssen uns auch nirgends "dranhängen". Und die EU braucht Deutschland sowieso nicht. Alles was wir wirklich brauchen ist Bildung, Forschung, Innovation. Sprich Dinge bauen die kein anderer bauen kann. Das ist das Erfolgsrezept seit es Deutschland gibt. Wenn man das beibehält, ist alles ok. Leider wird viel zu viel Geld verschwendet an irgendwelche Armutszuwanderer statt in gute Schulen und Unis zu investieren. Sprich man sägt an dem Ast auf dem man sitzt...

Ich stimme dir insoweit zu, dass Forschung und Bildung weiterhin der Fokus bleiben müssen und unser wichtigstes Gut darstellen. Ich kann aber einigen Punkten deines Posts so nicht zustimmen.

Du sagst wir brauchen keine Rohstoffe und danach das wir einfach nur das bauen sollen was sonst keiner kann. Um etwas zu bauen brauchst du aber nunmal Rohstoffe, aus Luft kannst du schlecht Dinge bauen. Deutschland verfügt bis auf etwas Kohle kaum über Bodenschätze und wird diese entsprechend auch in Zukunft weiterhin importieren müssen, um die Wirtschaft am laufen zu halten.

Warum du denkst das Deutschland die EU nicht braucht verstehe ich auch nicht so ganz. Wir sind das Land das mit Abstand am meisten von der EU profitiert. Der Euro ist verglichen mit der DMark eine extremst schwache Währung, was unserer auf Export ausgelegten Wirtschaft sehr zu gute kommt. Tolle innovative Produkte herzustellen nützt nicht viel, wenn sie sich keiner leisten kann. Deutschland muss natürlich finanziell einiges beisteuern um das Ganze am laufen zu halten, aber verglichen damit wie viel Geld dadurch verdient wird ist es eine gute Investition, die obendrauf auchnoch deutschen Einfluss innerhalb der EU enorm ausweitet. Obendrauf haben wir durch die Europäische Union eine politische Struktur die über einen riesigen Markt verfügt, was Großmächte wie China und Amerika dazu zwingt auf Augenhöhe mit der EU zu verhandeln. Dies ermöglicht uns bessere Handelsabkommen für deutsche Produkte. Als einzelne Nation hat man nicht annährend so viel Spielraum, da der gesamteuropäische Markt viel größer und bedeutender ist als z.B. der französische. China kann z.B. entscheiden einfach nicht am französischen Markt beteiligt zu sein wenn ihnen ein Abkommen nicht gefällt, aber dann auf den gesamten Markt der EU zu verzichten? Das ist eine ganz andere Hausnummer.
Letzte Änderung: 7 Monate 2 Wochen her von SmokeTheEvertrolling.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817698

SmokeTheEvertrolling schrieb:

Ich stimme dir insoweit zu, dass Forschung und Bildung weiterhin der Fokus bleiben müssen und unser wichtigstes Gut darstellen. Ich kann aber einigen Punkten deines Posts so nicht zustimmen.

Du sagst wir brauchen keine Rohstoffe und danach das wir einfach nur das bauen sollen was sonst keiner kann. Um etwas zu bauen brauchst du aber nunmal Rohstoffe, aus Luft kannst du schlecht Dinge bauen.

Ich hätte dich jetzt wirklich für klüger gehalten. Natürlich muss man Rohstoffe importieren, aber man muss keine selbst besitzten. Aber selbst Länder die sich sonst spinne Feind sind, handeln miteinander. Weil Staaten die Rohstoffe haben, wollen sie auch verkaufen, und nicht nur anschauen und bewundern...
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Deutschland verfügt bis auf etwas Kohle kaum über Bodenschätze und wird diese entsprechend auch in Zukunft weiterhin importieren müssen, um die Wirtschaft am laufen zu halten.

Und das wird auch so bleiben wenn wir uns in "Geopolitik" einmischen. Ausser du willst Bodenschatzreiche Staaten annektieren... ^^ Wir ziehen keinen Nutzen daraus uns auf eine Seite zu schlagen, nur um einem "Großen Verband" anzugehören... im Gegenteil das wird nur unnötig Geld verschlingen das wir in Rüstung stecken, welche wir dazu nutzen die Interessen der USA bzw Russland und oder Chinas zu vertreten. Wenn du das unterstützt, bist du echt dümmer als ich annahm.
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Warum du denkst das Deutschland die EU nicht braucht verstehe ich auch nicht so ganz. Wir sind das Land das mit Abstand am meisten von der EU profitiert. Der Euro ist verglichen mit der DMark eine extremst schwache Währung, was unserer auf Export ausgelegten Wirtschaft sehr zu gute kommt.
Tolle innovative Produkte herzustellen nützt nicht viel, wenn sie sich keiner leisten kann. Deutschland muss natürlich finanziell einiges beisteuern um das Ganze am laufen zu halten, aber verglichen damit wie viel Geld dadurch verdient wird ist es eine gute Investition, die obendrauf auchnoch deutschen Einfluss innerhalb der EU enorm ausweitet.

Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube... wer denkst du hat denn vor dem Euro die achso teuren Produkte aus Deutschland gekauft? Genau die die es sich leisten konnten. Jetzt mit dem Euro haben sich auch diejenigen diese Produkte gekauft, die sie sich nicht leisten können. Die Differenz von denen die es sich leisten konnten zu jenen die es sich nicht leisten konnten führte zugegeben zu einer steigerung des Exports, aber auch zu einem verkümmern des Binnenmarktes. Der wandel zur reinen Exportnation wird zwar immer als Erfolg propagiert, Fakt ist jedoch daß seit Jahrzehnten die Reallöhne kaum nach oben gingen, wohl aber die Produktivität und die Wirtschaftsleistung. Aber kommen wir zurück auf diejenigen die bei "uns" eingekauft haben obwohl sie es sich nicht leisten können... das sind u.A. Italien, Spanien, Griechenland.... eben jene Staaten für deren Schulden durch die Banken nun haften. Klar die Wirtschaft juckt das nicht, die haben ihren Kram verkauft, und ihr Geld bekommen. Von Banken, die Banken sind aber nun pleite, und müssen von der EZB gerettet werden. Die EZB nimmt dafür das Geld von uns dem Bürger über Garantieen. Das wiederum heißt nichts anderen daß die ganzen Gewinne die von der Wirtschaft erzielt wurden, durch den Verkauf von Gütern, an Staaten die es sich nicht leisten können, wir die Bürger nun als Schulden am Hals haben.
Sprich wir hätten uns den Euro sparen können, und das Geld das wir nun über die Rettungsschirme und Target2 wiederum der EZB schulden, abzüglich Zinsen auch gleich der Industrie in den Rachen schmeissen können. Das hätte dann den selben Effekt, bis auf die Tatsache daß sich einige europäische Staaten nicht selbst ruiniert hätten.
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Obendrauf haben wir durch die Europäische Union eine politische Struktur die über einen riesigen Markt verfügt, was Großmächte wie China und Amerika dazu zwingt auf Augenhöhe mit der EU zu verhandeln. Dies ermöglicht uns bessere Handelsabkommen für deutsche Produkte. Als einzelne Nation hat man nicht annährend so viel Spielraum, da der gesamteuropäische Markt viel größer und bedeutender ist als z.B. der französische. China kann z.B. entscheiden einfach nicht am französischen Markt beteiligt zu sein wenn ihnen ein Abkommen nicht gefällt, aber dann auf den gesamten Markt der EU zu verzichten? Das ist eine ganz andere Hausnummer.

Wenn du mal einen Entwickler von Videogames fragst welcher Markt in Europa der relevanteste ist, und für welchen Markt sie entwickeln, dann wird er dir sagen: Deutschland. Wenn du einen Chinesischen Exporteur fragst für welchen Markt sie am meisten Produzieren, und für welche Normen sie sich entscheiden, wird er dir Antworten "für den deutschen Markt" ect. ect.
Wenn man nun den Markt der EU zusammenfasst, wird trotzdem vorwiegend für die Bedürftnisse der Deutschen produziert. Es sei denn sie produzieren speziell für einen gesonderten Markt. Positiv ist das ganze also höchstens für kleine Fische wie Frankreich die sich dann an den "großen Brocken" Deutschland dranhängen und mitreden können.
Wirtschaftlich waren wir spätestens seit den mittleren 60ern mit JEDEM auf Augenhöhe. Die EU brauchen wir nicht.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817705

Faf-Kun schrieb:
Ich hätte dich jetzt wirklich für klüger gehalten. Natürlich muss man Rohstoffe importieren, aber man muss keine selbst besitzten. Aber selbst Länder die sich sonst spinne Feind sind, handeln miteinander. Weil Staaten die Rohstoffe haben, wollen sie auch verkaufen, und nicht nur anschauen und bewundern...

Das hat an der Stelle wenig mit meiner Intelligenz zu tun, sondern eher damit, dass die Aussage das wir selbst keine Rohstoffe besitzen müssen nicht klar aus dem Kontext hervorging. Viel mehr ließt sich das als ob du behauptest das Rohstoffe für uns gänzlich irrelevant wären, was so halt einfach nicht stimmt. Deine Klarstellung hört sich schon viel vernünftiger an und ich stimme damit überein.

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Faf-Kun schrieb:
Und das wird auch so bleiben wenn wir uns in "Geopolitik" einmischen. Ausser du willst Bodenschatzreiche Staaten annektieren... ^^ Wir ziehen keinen Nutzen daraus uns auf eine Seite zu schlagen, nur um einem "Großen Verband" anzugehören... im Gegenteil das wird nur unnötig Geld verschlingen das wir in Rüstung stecken, welche wir dazu nutzen die Interessen der USA bzw Russland und oder Chinas zu vertreten. Wenn du das unterstützt, bist du echt dümmer als ich annahm.

Da legst du mir jetzt aber Worte in den Mund. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt das ich es gut finde wenn wir uns irgendwo dranhängen. Ganz im Gegenteil, ich begrüße das Europa sich durch die Politik Trumps nun endlich etwas von den Amerikanern löst und ihr eigenes Ding machen will. Das optimale Szeanario für uns ist in meinen Augen mit allen Seiten zu handeln und uns aus den geopolitischen Machtspielchen rauszuhalten, die haben uns bisher mehr geschadet als genützt.

Faf-Kun schrieb:
Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube... wer denkst du hat denn vor dem Euro die achso teuren Produkte aus Deutschland gekauft? Genau die die es sich leisten konnten. Jetzt mit dem Euro haben sich auch diejenigen diese Produkte gekauft, die sie sich nicht leisten können. Die Differenz von denen die es sich leisten konnten zu jenen die es sich nicht leisten konnten führte zugegeben zu einer steigerung des Exports, aber auch zu einem verkümmern des Binnenmarktes. Der wandel zur reinen Exportnation wird zwar immer als Erfolg propagiert, Fakt ist jedoch daß seit Jahrzehnten die Reallöhne kaum nach oben gingen, wohl aber die Produktivität und die Wirtschaftsleistung. Aber kommen wir zurück auf diejenigen die bei "uns" eingekauft haben obwohl sie es sich nicht leisten können... das sind u.A. Italien, Spanien, Griechenland.... eben jene Staaten für deren Schulden durch die Banken nun haften. Klar die Wirtschaft juckt das nicht, die haben ihren Kram verkauft, und ihr Geld bekommen. Von Banken, die Banken sind aber nun pleite, und müssen von der EZB gerettet werden. Die EZB nimmt dafür das Geld von uns dem Bürger über Garantieen. Das wiederum heißt nichts anderen daß die ganzen Gewinne die von der Wirtschaft erzielt wurden, durch den Verkauf von Gütern, an Staaten die es sich nicht leisten können, wir die Bürger nun als Schulden am Hals haben.
Sprich wir hätten uns den Euro sparen können, und das Geld das wir nun über die Rettungsschirme und Target2 wiederum der EZB schulden, abzüglich Zinsen auch gleich der Industrie in den Rachen schmeissen können. Das hätte dann den selben Effekt, bis auf die Tatsache daß sich einige europäische Staaten nicht selbst ruiniert hätten.

Wir argumentieren hier aus verschiedenen Perspektiven wie ich sehe. Ich kam aus der wirtschaftlichen Perspektive, du eher aus der Perspektive des deutschen Bürgers. Das die EU für den durchschnittlichen Deutschen sich bis auf einige Freiheiten nicht all zu sehr gelohnt hat ist korrekt. Für die Wirtschaft aber definitiv da sie sich am zusätzlichen Export dumm und dämlich verdient hat. Ob sich die europäischen Staaten nicht selber ruiniert hätten sei mal dahingestellt, da beispielsweise Griechenland selbst einiges dazu beigetragen hat.

Wir können hier lange darüber diskutieren ob die Einführung des Euro rückblickend nun ein Fehler war, oder nicht. Er ist aber eingeführt worden und angesichts des Istzustandes und unserer jetzigen auf den Export ausgelegten Wirtschaft können wir die Uhr nicht ohne weiteres zurückdrehen und erwarten das wir, sofern wir die EU auflösen wieder dort landen wo wir ursprünglich waren. Vielleicht wäre das langfristig für den Otto Normalverbraucher, oder generell sogar eine Verbesserung, kann ich aber an der Stelle nicht beurteilen da globale Auswirkungen davon reichlich kompliziert wären.


Faf-Kun schrieb:
Wenn du mal einen Entwickler von Videogames fragst welcher Markt in Europa der relevanteste ist, und für welchen Markt sie entwickeln, dann wird er dir sagen: Deutschland. Wenn du einen Chinesischen Exporteur fragst für welchen Markt sie am meisten Produzieren, und für welche Normen sie sich entscheiden, wird er dir Antworten "für den deutschen Markt" ect. ect.
Wenn man nun den Markt der EU zusammenfasst, wird trotzdem vorwiegend für die Bedürftnisse der Deutschen produziert. Es sei denn sie produzieren speziell für einen gesonderten Markt. Positiv ist das ganze also höchstens für kleine Fische wie Frankreich die sich dann an den "großen Brocken" Deutschland dranhängen und mitreden können.
Wirtschaftlich waren wir spätestens seit den mittleren 60ern mit JEDEM auf Augenhöhe. Die EU brauchen wir nicht.

In dem Punkt bin ich nicht deiner Meinung. Selbst wenn wir davon ausgehen das dies so stimmt, das alles für den deutschen Markt produziert wird, ist ein größeres wirtschaftliches Gewicht von Vorteil um sich gegen unngünstige Abkommen und Dinge wie amerikanische Großkonzerne abzusichern. Man hat mit der gesamten EU nunmal eine viel bessere Verhandlungsbasis dank der Wirtschaftskraft von 28 Mitgliedsstaaten als mit dem reinen deutschen Markt.

Wenn wir uns die jetzige Situation mit Trump anschauen ist das ein sehr gutes Beispiel. Er will ja bekanntlich Tarife auf Stahl Importe einführen. Mit der EU kann man nun mit der gesamten Wirtschaftskraft der Union Gegenmaßnahmen einleiten um sich entsprechend zu wehren, was auch getan wird. Ohne die EU müssten die direkt betroffenen Länder auf nationaler Ebene Gegenschritte einleiten, was um einiges weniger effizient und für die Amerikaner an vielen Stellen vielleicht sogar verkraftbar wäre. Das selbe Prinzip kann man auf weitere Situationen ausweiten, wenn China Tarife auf deutsche Autos erhebt müssen sie mit gesamteuropäischen Gegenmaßnahmen rechnen, was die Aktion viel weniger attraktiv für sie macht da es ein viel größerer Markt ist als der Deutsche.
Letzte Änderung: 7 Monate 2 Wochen her von SmokeTheEvertrolling.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 2 Wochen her #817723

SmokeTheEvertrolling schrieb:
Da legst du mir jetzt aber Worte in den Mund. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt das ich es gut finde wenn wir uns irgendwo dranhängen. Ganz im Gegenteil, ich begrüße das Europa sich durch die Politik Trumps nun endlich etwas von den Amerikanern löst und ihr eigenes Ding machen will. Das optimale Szeanario für uns ist in meinen Augen mit allen Seiten zu handeln und uns aus den geopolitischen Machtspielchen rauszuhalten, die haben uns bisher mehr geschadet als genützt.

Also dann sind wir uns ja einig...
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Wir argumentieren hier aus verschiedenen Perspektiven wie ich sehe. Ich kam aus der wirtschaftlichen Perspektive, du eher aus der Perspektive des deutschen Bürgers. Das die EU für den durchschnittlichen Deutschen sich bis auf einige Freiheiten nicht all zu sehr gelohnt hat ist korrekt. Für die Wirtschaft aber definitiv da sie sich am zusätzlichen Export dumm und dämlich verdient hat. Ob sich die europäischen Staaten nicht selber ruiniert hätten sei mal dahingestellt, da beispielsweise Griechenland selbst einiges dazu beigetragen hat.

Dann stellt sich die Frage ob die Wirtschaft für den Bürger da ist, oder der Bürger nur noch für die Wirtschaft.
SmokeTheEvertrolling schrieb:
Wir können hier lange darüber diskutieren ob die Einführung des Euro rückblickend nun ein Fehler war, oder nicht. Er ist aber eingeführt worden und angesichts des Istzustandes und unserer jetzigen auf den Export ausgelegten Wirtschaft können wir die Uhr nicht ohne weiteres zurückdrehen und erwarten das wir, sofern wir die EU auflösen wieder dort landen wo wir ursprünglich waren. Vielleicht wäre das langfristig für den Otto Normalverbraucher, oder generell sogar eine Verbesserung, kann ich aber an der Stelle nicht beurteilen da globale Auswirkungen davon reichlich kompliziert wären.

Also mit hauruck Politik hab ich es eh nicht so. Übereiltes agieren führt meist nur zu einem großen Haufen Mist. Siehe z.B. den Atomausstieg.... einen Rückbau der EU zur EG wäre ein längerer Prozess keine Frage. Aber viel ändern würde sich eh nicht zu mindest für Deutschland. Denn ich schätze es so ein daß ein gemeinsamer Binnenmarkt auch dann noch beibehalten würde. Ob nun in der EU oder durch ein Abkommen... was den Euro angeht,... da blicke ich selbst noch nicht so recht durch welche Folgen ein Austritt von Deutschland für Deutschland hätte. Wenn jedenfalls diese ganzen Garantieen fällig wären, wäre Deutschland instant pleite. (1 Billion target 2)
SmokeTheEvertrolling schrieb:
In dem Punkt bin ich nicht deiner Meinung. Selbst wenn wir davon ausgehen das dies so stimmt, das alles für den deutschen Markt produziert wird, ist ein größeres wirtschaftliches Gewicht von Vorteil um sich gegen unngünstige Abkommen und Dinge wie amerikanische Großkonzerne abzusichern. Man hat mit der gesamten EU nunmal eine viel bessere Verhandlungsbasis dank der Wirtschaftskraft von 28 Mitgliedsstaaten als mit dem reinen deutschen Markt.

Wenn wir uns die jetzige Situation mit Trump anschauen ist das ein sehr gutes Beispiel. Er will ja bekanntlich Tarife auf Stahl Importe einführen. Mit der EU kann man nun mit der gesamten Wirtschaftskraft der Union Gegenmaßnahmen einleiten um sich entsprechend zu wehren, was auch getan wird. Ohne die EU müssten die direkt betroffenen Länder auf nationaler Ebene Gegenschritte einleiten, was um einiges weniger effizient und für die Amerikaner an vielen Stellen vielleicht sogar verkraftbar wäre. Das selbe Prinzip kann man auf weitere Situationen ausweiten, wenn China Tarife auf deutsche Autos erhebt müssen sie mit gesamteuropäischen Gegenmaßnahmen rechnen, was die Aktion viel weniger attraktiv für sie macht da es ein viel größerer Markt ist als der Deutsche.

Die EU macht doch schon lange das gleiche... wir haben eine ganze Liste von Strafzöllen auf Waren aus aller Welt. Wenn deutscher Stahl so billig ist, daß ihn die Amis lieber aus DE importieren als ihren eigenen zu kaufen, dann stimmt was nicht. Und zwar bei uns. Aber das Thema mit den Löhnen hab ich ja schon angesprochen...
Und gerade was Autos betrifft... wenn sich ein Chinese einen Mercedes kauft, dann kauft er sich auch einen wenn 5000$ Zoll drauf sind.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 1 Woche her #818083

[quote="Tssir-De-Macabre" post=817678]@leoben11:
Ich finde Deine Erläuterungen etwas naiv und sehr vereinfacht. Der Sachverhalt ist aber viel komplexer. [/quote]
Richtig, ich verfasse hier nämlich keine wissenschaftliche Arbeit.

Tssir-De-Macabre schrieb:
Was die Eisfreien-Häfen angeht, da hast Du wohl die am Schwarzen Meer vergessen. Die Häfen von St. Petersburg in Europa und Wladiwostok im fernen Osten sind die Meiste Zeit des Jahres Eisfrei. Die Russen haben sehr gute Eisbrecher, die in den kalten Jahreszeiten die wichtigsten Häfen am laufen halten.
Lies bitte richtig: Ich schrieb von eisfreien Häfen mit ungehindertem Zugang.
Was die Korruption und die Oligarchie angeht, so glaube ich dass nicht nur die Russen damit ein Problem haben. Diese Problematik macht auch uns sehr zu Schaffen.
Und weiter? Macht das das Problem in Russland irgendwie besser? Nein.
Zu behaupten dass Napoleon und Hitler nur durch den Russischen Winter bezwungen wurden ist eine grobe Vereinfachung und zeigt mangelnde Geschichtskenntnisse. Selbst die Wikipedia-Artikel zu den Themen räumen mit diesen Vorurteilen auf.
Stimmt, es kamen mehrere Faktoren zusammen, aber das rein auf "alle haben Russland unterschätzt" zu reduzieren ist auch nicht besser. Außerdem waren es damals nicht "die Russen", aber egal, wir schreiben hier ja keine wissenschaftliche Arbeit ;)

Tssir-De-Macabre schrieb:
Die Achse Russland und China war nicht nur Wirtschaftlich gemeint sondern auch Politisch. Das Verhalten des Westens gegenüber China und Russland treibt die beiden zusammen, frei nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Dass diese Entwicklung für uns nicht von Vorteil ist, kann sich wohl jeder denken.
Er treibt beide zusammen? China ist größer als Russland, zumindest in den allermeisten Belangen. China und Russland begegnen sich international nicht auf Augenhöhe, dafür ist China mittlerweile zu mächtig. Und zwei autoritäre Staaten arbeiten zusammen? Nö. China steht besser da als Russland, und Russland braucht China dringender als umgekehrt, und China weiß das.
Tssir-De-Macabre schrieb:
Von einem „Zweiten Warschauer Pakt“ habe ich noch nie etwas gehört. Sehr wohl aber von der sich immer weiter ausbreitenden NATO. Da die Sowjetunion auseinander gefallen ist, ist die NATO als solche eigentlich obsolet. Sie ist jetzt aber größer und aggressiver den je. Ich glaube dass jeder logisch denkende Mensch das Unbehagen der Russen versteht.
Ich kann aber auch das Unbehagen der ehemaligen Ostblockstaaten wie Polen oder Litauen verstehen. Russland wird immer stärker und damit auch gefährlicher, allerdings muss man auch sagen, dass die Russen die anderen Staaten ohne Kampf in die Freiheit entlassen haben. Dies ist in der Geschichte der Menschheit ein einmaliges Ereignis gewesen.
Es war logisch dass sich die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes nach Westen wenden, ob nun zur EU oder zur NATO ist im Endeffekt egal. Sie wollten nicht wieder unter russischen Einfluss stehen, das war mit "Zweitem Warschauer Pakt" gemeint. Ob die Aufnahme dieser Staaten nun Russland verärgert ist egal, Russland hat nämlich keinen Anspruch auf diese Länder. Darum ging es mir.
Ohne Kampf? Ja, weil die UdSSR Ende der 80er selbst große innenpolitische Probleme hatte und nicht gefühlt 15 Staaten kontrollieren konnte. Im Endeffekt blieb ihnen keine andere Wahl.
Aber davor gab es sehr wohl blutige Ereignisse wie den Ungarischen Volks (Hunger)aufstand, Prager Frühling etc. Da war Russland nicht zimperlich.

China und deren expansion in der zukunft 7 Monate 1 Woche her #818272

Dass die Chinesen die Russen in den meisten Bereichen längst überholt haben, da sind wir uns alle einig. Was mir Sorgen bereitet ist, dass durch die Sanktionen, die momentan verteilt werden wie warme Semmeln, sich eine Allianz zwischen China und Russland entwickelt die für uns sich nachteilig auswirken kann.

Die meisten Sanktionen haben nichts Positives gebracht. Sie haben nur Spannungen und Probleme verstärkt. Zusätzlich haben sie der Deutschen Wirtschaft Schaden zugefügt.

Ich glaube, dass man durch kluge Politik, Zusammenarbeit und wirtschaftlichen Einfluss viel mehr erreichen kann als durch solche Druckmittel.

Was den Zerfall von der UdSSR angeht, so hätte dies auch ganz anders ausgehen können. Wenn man sich die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und der Russischen Revolution anschaut, da war die Not und die Probleme um ein vielfaches größer, doch hat Stalin dies mit eiserner Faust (auf Kosten von Millionen Menschen) geregelt. Wer also glaubt dass die Russen keine Wahl hatten, der verkennt die Fakten. Aber Gorbatschow war nicht wie Stalin (zum Glück auch für uns Deutsche).

Was Länder wie Polen, Ungarn, Bulgarien, etc. angeht, so ist es nie besonders angenehm in der Nachbarschaft einer Großmacht zu sitzen. Egal ob USA, Russland oder China, all diese Länder betrachten die kleinen Nachbarstaaten als ihre Einflusszone. So wurde Polen mehrfach zwischen den damaligen Europäischen Großmächten Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt und hörte auf als ein eigenständiges Land zu existieren. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde Polen als Staat erneut gebildet. Ob man will oder nicht, diese Länder müssen im Umgang mit den Großen Nachbarn immer mit viel Vorsicht handeln.

Aber wir sollten uns dem Thread-Thema erneut zuwenden. Ich glaube dass wir jetzt erleben werden, dass sich die Machtstrategischen Pole verschieben werden. China wird zu der dominierenden Kraft in der Welt aufsteigen. Nicht nur weil sie Militärisch und Wirtschaftlich so stark sind, sondern auch weil sie andere Politik macht als die anderen Großmächte. Viele kleine Länder haben die Nase voll von dem hegemonialen Getue von USA und Russland. Chinesen gehen hier einen weniger aggressiven Weg. Sie versuchen nicht irgendwelche Ideologie aufzuzwingen sondern versuchen nur Wirtschaftliche Zusammenarbeit aufzubauen. China ist nicht an einer territorialen Ausdehnung interessiert, sehr wohl aber an wirtschaftlicher Dominanz. China wünscht sich den Respekt zurück, den sie im 19 Jahrhundert verloren hat.
Letzte Änderung: 7 Monate 1 Woche her von Tssir-De-Macabre.
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