THEMA: Wie steht ihr zu der Bundeswehr?

Wie steht ihr zu der Bundeswehr? 2 Monate 1 Woche her #794411

cyberware schrieb:
Natürlich ist aus politischer Sicht die Aussage gut, aber verzerrt sie doch das Bild für die Anforderungen der Soldaten. Die Leistung die Diejenigen erbringen die in den Einsatz gehen mag ich nicht schmälern. Allerdings wird in der Ausbildung nicht mehr gefordert als jeder Autofahrer im deutschen Straßen verkehrt leisten müsste. Und auch andere Berufe gehen Risiken ein. Wenn ein Dachdecker oder Gerüstbauer einen Fehler macht, kann es ihn genauso das Leben kosten. Ein Programmierer in der Luft und Raumfahrt kann mit einen kleinen Fehler auch die Leben von Fluggästen gefährden.

Ich habe zwar nie mit einer Panzerfaust geschossen, aber insgesamt doch einige Male mit Sturmgewehr, Pistole, Maschinengewehr, ein paar Handgranaten waren auch dabei. Und klar, sofern nicht irgendein Defekt bei der Waffe/Munition vorliegt, ist es immer menschliches Versagen. Teilweise ist es vielleicht Pech, aber die Sicherheitsbereiche gibt es nicht umsonst, die Sicherheitsbelehrungen auch nicht.
Schlagzeilen von wegen "und plötzlich löste sich ein Schuss", alles Quatsch.

Allerdings kann sich die Ministerin nicht hinstellen und diejenigen öffentlich an den Pranger stellen, die Schuld tragen, sie haben es ohnehin schon schwer genug. Wie gesagt, du hast natürlich mit kollektivem Versagen der Beteiligten recht, aber das wissen die Betroffenen, und der ganz große Rest interessiert sich nicht dafür.
Es ist ok sich öffentlich vor die Soldaten zu stellen und das intern zu regeln, zumindest meiner Ansicht nach.

Wie steht ihr zu der Bundeswehr? 2 Monate 6 Tage her #794608

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Also ich lebe ja in Österreich und natürlich haben auch wir ein Bundesheer bei uns. Ich muss sagen, es ist natürlich eine tolle Sache, wenn man jemanden hat der Menschen beschützt, bei Katastrophen ausrückt und Hilfe anbietet..

Was mir aber eben sauer aufstößt:

Die Wehrpflicht. Anders als in Deutschland haben wir in Österreich immer noch den Zwang zum Bundesheer zu gehen oder Wehrersatzdienst zu machen. Und genau in einem Zeitalter wie dem 21. Jahrhundert finde ich das System in dieser Art und Weise einfach komplett veraltet. Man nimmt Leuten damit einfach Zeit weg. Man zwingt sie zu etwas, wo sie nicht wollen. Das hat nicht viel mit Freiheit zu tun.

Bei uns ist es nach einer Musterung entweder Bundesheer (6 Monate MUSS, dann kann man weitere Ausbildungen machen) oder Zivildienst (9 Monate MUSS). Da gibt es kein "Ich will aber nicht!"
Deshalb finde ich ein System wie das Berufsheer in Deutschland total gut. Wenn natürlich aggressiver mit Werbung vorgegangen wird ist sowas völlig in Ordnung. Immerhin wollen diese auch eine Zielgruppe erreichen. Es wäre echt schön, wenn Österreich sich auch so entschieden hätte.

Berufsheer in Deutschland = geht voll klar! Man kann für euch nur hoffen, dass dieses Gelaber wegen Rückkehr der Wehrpflicht nur Blödsinn war. Das wäre in Deutschland sonst ein Schritt rückwärts.
Gibt glaub in ganz Europa nur noch drei Länder die "ernsthaft" diese Wehrpflicht durchziehen: Österreich, die Schweiz und Finnland.

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Letzte Änderung: 2 Monate 6 Tage her von Noire..

Wie steht ihr zu der Bundeswehr? 2 Monate 6 Tage her #794611

Noire. schrieb:
Also ich lebe ja in Österreich und natürlich haben auch wir ein Bundesheer bei uns. Ich muss sagen, es ist natürlich eine tolle Sache, wenn man jemanden hat der Menschen beschützt, bei Katastrophen ausrückt und Hilfe anbietet..

Was mir aber eben sauer aufstößt:

Die Wehrpflicht. Anders als in Deutschland haben wir in Österreich immer noch den Zwang zum Bundesheer zu gehen oder Wehrersatzdienst zu machen. Und genau in einem Zeitalter wie dem 21. Jahrhundert finde ich das System in dieser Art und Weise einfach komplett veraltet. Man nimmt Leuten damit einfach Zeit weg. Man zwingt sie zu etwas, wo sie nicht wollen. Das hat nicht viel mit Freiheit zu tun.
Das einzige was hier ungerecht ist, dass Frauen keinen derartigen Dienst machen müssen.
Und ich bin auch dafür dass man den Grundwehrdienst aufwertet, bessere Bezahlung, bessere Ausrüstung und Ausbildung, bessere Unterkünfte, mehr Scharfschießen. Nur kostet sowas eben Geld, Geld das die letzten 10-15 Jahre absolut nicht vorhanden war.
Ich war bis kurz vor meiner Einberufung auch so eingestellt wie du, nach meinem Jahr war ich damit aber vollkommen zufrieden und würde es heute wieder so machen. Wobei ich keinen Grundwehrdienst sondern Einjährig-Freiwillig gemacht habe, sprich Berufsoffizier/Milizoffiziersausbildung. Bin zwar auf Milizunteroffizier gewechselt weil ich kein Jäger sein wollte, aber ich habe wirklich viele interessante Sachen gemacht. Grundwehrdienst mit ~300€ pro Monat ist umsonst, zumindest in dieser Form.
Noire. schrieb:
Bei uns ist es nach einer Musterung entweder Bundesheer (6 Monate MUSS, dann kann man weitere Ausbildungen machen) oder Zivildienst (9 Monate MUSS). Da gibt es kein "Ich will aber nicht!"
Deshalb finde ich ein System wie das Berufsheer in Deutschland total gut. Wenn natürlich aggressiver mit Werbung vorgegangen wird ist sowas völlig in Ordnung. Immerhin wollen diese auch eine Zielgruppe erreichen. Es wäre echt schön, wenn Österreich sich auch so entschieden hätte.
Es gibt ein "untauglich", dann musst du weder GWD noch Zivildienst machen.
Berufsheer in Deutschland = geht voll klar! Man kann für euch nur hoffen, dass dieses Gelaber wegen Rückkehr der Wehrpflicht nur Blödsinn war. Das wäre in Deutschland sonst ein Schritt rückwärts.
Gibt glaub in ganz Europa nur noch drei Länder die "ernsthaft" diese Wehrpflicht durchziehen: Österreich, die Schweiz und Finnland.
Schweden führt sie wieder ein.
Du weißt aber schon dass es in Ländern ohne Wehrpflicht einen Mangel an Soldaten gibt oder?

Wie steht ihr zu der Bundeswehr? 2 Monate 6 Tage her #794634

Noire schrieb:
Die Wehrpflicht. Anders als in Deutschland haben wir in Österreich immer noch den Zwang zum Bundesheer zu gehen oder Wehrersatzdienst zu machen. Und genau in einem Zeitalter wie dem 21. Jahrhundert finde ich das System in dieser Art und Weise einfach komplett veraltet. Man nimmt Leuten damit einfach Zeit weg. Man zwingt sie zu etwas, wo sie nicht wollen. Das hat nicht viel mit Freiheit zu tun.
Ja, ich persönlich bin froh, das in Deutschland der Zivil- sowie Wehrdienst abgeschafft wurde.
Klar es kann für den ein oder anderen eine Möglichkeit bieten und ich selber werde wahrscheinlich auch mein FWDL machen, aber ich finde die Leute müssen das selbst entscheiden.
Den so Modelle wie ein FSJ oder FWDL ist mit mehr Motivation verbunden, als wenn man dazu gezwungen wird.
leoben11 schrieb:
Das einzige was hier ungerecht ist, dass Frauen keinen derartigen Dienst machen müssen.
Zwang ist zwar ungerecht, aber das nur Männer dazu gezwungen werden ist noch ungrechter.
leoben11 schrieb:
Du weißt aber schon dass es in Ländern ohne Wehrpflicht einen Mangel an Soldaten gibt oder?
Das ist zwar klar, denn noch finde ich das niemand zu so einen Dienst gezwungen werden sollte.
Dafür wirbt ja die BW auch sehr stark um Nachwuchs, was völlig akzeptabel ist, man sollte aber finde ich auch in Schulen gehen und direkter Kontakt mit potenziellen Interessenten aufnehmen, doch das stößt immer auf Widerstand.
Alle dürfen für sich werben, aber wenn die böse Bundeswehr für sich wirbt, dann ist das nicht akzeptabel, die machen ja schließlich Krieg. Merke Militär und Deutschland verträgt sich nicht so gut.

Lg MrKingmustafa
Wer bereit ist zu schießen, sollte auch bereit sein erschossen zu werden. ~ Lelouch vi Britania
Letzte Änderung: 2 Monate 6 Tage her von MrKingmustafa.

Wie steht ihr zu der Bundeswehr? 2 Monate 5 Tage her #794736

MrKingmustafa schrieb:
Ja, ich persönlich bin froh, das in Deutschland der Zivil- sowie Wehrdienst abgeschafft wurde.
Klar es kann für den ein oder anderen eine Möglichkeit bieten und ich selber werde wahrscheinlich auch mein FWDL machen, aber ich finde die Leute müssen das selbst entscheiden.
Den so Modelle wie ein FSJ oder FWDL ist mit mehr Motivation verbunden, als wenn man dazu gezwungen wird.
Manchmal muss man auch zu seinem Glück gezwungen werden. Hört sich blöd an, ist aber so. Ich bin froh über mein Jahr, hab sehr viel gelernt, hab mich selbst besser kennengelernt, hab haufenweise Leute kennengelernt mit denen ich heute noch Kontakt habe. Klar hat man mit den Modellen grundlegend motivierte Personen, aber wie soll sich die Motivation zum Soldaten denn überhaupt bilden? Viele wissen weder wie der Alltag aussieht, noch was es für Möglichkeiten gibt. Da reichen auch Infoveranstaltungen nicht wirklich aus.
Wenn ich dir bei einer solchen Veranstaltung erzähle wie mies es ist wenn man um 06:00 aufsteht, einen zweitägigen Marsch vor sich hat und am nächsten Tag dann beim ersten Bier danach einfach nur ein gutes Gefühl hat, dann bringt dir das nicht viel. Gewisse Dinge muss man einfach erlebt haben um sie nachvollziehen zu können.
Und da kommt das nächste Problem von solchen Infoveranstaltungen: Unangenehme Dinge werden weggelassen. Wenn ich dir erzähle dass du teilweise irgendwo im Wald liegst, stundenlang, im Schnee und du dir deinen Allerwertesten abfrieren wirst, dann wird sich kaum jemand begeistern lassen^^

MrKingmustafa schrieb:
Das ist zwar klar, denn noch finde ich das niemand zu so einen Dienst gezwungen werden sollte.
Dafür wirbt ja die BW auch sehr stark um Nachwuchs, was völlig akzeptabel ist, man sollte aber finde ich auch in Schulen gehen und direkter Kontakt mit potenziellen Interessenten aufnehmen, doch das stößt immer auf Widerstand.
Alle dürfen für sich werben, aber wenn die böse Bundeswehr für sich wirbt, dann ist das nicht akzeptabel, die machen ja schließlich Krieg. Merke Militär und Deutschland verträgt sich nicht so gut.
Sie muss stark werben, weil einfach die Soldaten fehlen, das war früher nicht so da viele durch den Grundwehrdienst einfach Interesse bekommen haben und sich verpflichtet haben.
Wie schon gesagt, Infoveranstaltungen schön und gut, glaubst du da wird dir erzählt wie nervig ein Marsch ist? Dass du sehr viel Zeit mit Pflege und Säubern der Ausrüstung/des Gerätes verbringen wirst? Glaubst jemand erzählt dir vom miesen Vorgesetzten der dir das Leben schwer machen kann? Glaubst du jemand erzählt dir von den Blasen an den Füßen? Von Anstrengung bis du dich übergibst? Von der Kälte im Winter?
Nö, glaube ich nicht. Selbst wenn muss man es erlebt haben, sonst ist es eine schöne Erzählung mit der die allermeisten der Schüler absolut nichts anfangen können. Wer von ihnen ist auch schon mit 25 kg 20 km auf Zeit marschiert?
ich verstehe deinen Standpunkt absolut, aber meiner Erfahrung nach sind solche Infoveranstaltungen immer viel Schönrederei. Sicher macht man später auch extrem viele Dinge die cool sind oder Spaß machen, aber der Soldatenalltag besteht aus viel mehr.
Da sehe ich so mehrtägige Camps in einer Kaserne als nützlicher an. Denn dann ist man zumindest im Apparat drinnen, man kann sich ein besseres, eigenes Bild machen.

Während meiner Zeit war zeitgleich auch so ein Camp mit vorwiegend weiblicher Besetzung (war natürlich schön etwas anderes als Männer zu sehen^^), aber davon abgesehen haben sie zeitweise bei unserer Ausbildung zugesehen, beim Scharfschießen und haben den Alltag weitestgehend mitgemacht.
Sowas sollte weit öfter gemacht werden, sowas bringt 100x mehr als ein Typ mit einer tollen Powerpoint.
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