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THEMA: Hirunaka no Ryuusei

Hirunaka no Ryuusei 9 Monate 6 Tage her #816551

Der Frühling naht! Die langen und kalten Nächte neigen sich dem Ende zu, Winterdepressionen machen Platz für gute Laune und so langsam ziehen wieder die Tage ins Land, an denen Glückshormone allgegenwärtig sind. Während dieser Zeit erwachen nicht nur die ersten Tiere aus ihrem Winterschlaf – auch Blumen erblühen wieder und bei uns verändert sich ebenfalls etwas Bestimmtes und lodert neu auf: die Liebe! Frühling ist die Zeit der Verliebten und dazu gehört nun einmal ein guter Romance-Manga. Ihr kennt es doch auch: kaum seid ihr in der Mangaabteilung eurer Buchhandlung, habt ihr die Qual der Wahl. Zwischen endlosen Reihen von tollen Neuerscheinungen, die ihr euch alle irgendwie unter den Nagel reißen wollt, existiert der ein oder andere Band, den ihr schon immer einmal lesen wolltet, aber nie dazu kamt. Zwischen genau diesen Reihen entdeckte ich für mich Daytime Shooting Star. Diese Woche möchte ich euch mit einem Werk überzeugen, dessen Story nicht weniger glänzt, wie das Schimmern einer Sternschnuppe und euch in eine Welt voller verbotener Liebe, schweren Entscheidungen und jugendlicher Naivität entführen.

Das aus der Feder von Mika Yamamori entsprungene Werk Daytime Shooting Star (oder Hirunaka no Ryuusei) erschien hierzulande erstmals im März 2014 und wurde von Kazé lizensiert. Nach Sugars ist Daytime Shooting Star ihre zweite Manga-Reihe, die sie von 2011 bis 2014 im Shueisha-Magazin Margaret veröffentlichte. Das Werk schaffte es so viele Menschen zu begeistern, dass eine gleichnamige Live-Action-Adaption im Jahre 2017 die japanischen Kinos schmückte. Regie übernahm hier Takehiko Shinjo, der dies auch bei Shigatsu wa Kimi no Uso tat.


Doch um was geht es denn nun eigentlich? Die auf dem Land aufgewachsene Suzume muss durch den Jobwechsel ihres Vaters alleine nach Tokio ziehen. Ohne Freunde und jegliche Ahnung, was in einer Großstadt wie Tokio auf sie zu kommt, wohnt sie nun bei ihrem Onkel, den sie ebenfalls so gut wie gar nicht kennt. Eigentlich ist das Leben gerade zum Heulen, wäre da nicht der durchaus nette, dunkelhaarige Typ, der ein Freund ihres Onkels zu sein scheint. Bis sich herausstellt, dass er ebenfalls an ihrer neuen Schule ist – als ihr Klassenlehrer.
Und so versucht sich Suzume in der fremden Stadt mit neuen Leuten und dem ziemlich sympathischen Shishio zurechtzufinden, auch wenn die Sache ein wenig aus dem Ruder gerät ...

Ab hier beginnt eine unterhaltsame und lustige Geschichte, welche uns das Alltagsleben Suzumes in all ihren Facetten zeigt. Zwischen Momenten wie dem abgedrehten Sportunterricht in der Schule, wo Suzume all ihr Talent zeigen kann und den vielen durchgefallenen Tests ihrerseits, erleben wir auch das zwischenmenschliche Dasein ihrer besten Freundin, einem schüchternen Jungen in ihrer Klasse und ihrem Klassenlehrer Satsuki Shishio. Die Figuren und die Beziehungen zwischen diesen ist zudem auch das Herzstück des Mangas. Es ist sehr schön mit anzusehen, wie sich die einzelnen Charaktere entwickeln und ihr Leben miteinander verknüpfen und verstricken. Wir erleben eine Menge witzige Momente, in denen Suzume, uns mit ihrer unbeholfenen Art zum Lachen bringt. Sie weiß in vielen Situationen nicht, sich zu benehmen und ist zudem ein sehr offenes Mädchen. Ihre Meinung sagt sie meist gerade heraus und lässt die Menschen um sie herum stutzig werden. Dennoch lässt sie die Leser mit ihrer naiven Art auflachen und die Wahrheit sprudelt nur so aus ihr heraus. Dies bringt jede Menge lustige Augenblicke mit sich, aber nicht nur Comedy spielt hier eine Rolle. Schnell wird klar, dass eine solch besondere Situation, wie die unserer Protagonistin, viele Probleme mit sich bringt. Sie hat sich mit 15 nicht nur in einen fast 10 Jahre älteren Mann verliebt, er ist zu allem Überfluss auch noch ihr Lehrer. Die Mangaka schafft es, Suzume trotz der schwierigen Situationen nicht als Heulsuse darzustellen, verleiht ihr eine starke Persönlichkeit und bringt die Lehrer-Schüler-Beziehung sowohl dramatisch als auch witzig in die Geschichte mit ein. Auch wenn sich das hier sehr positiv anhört, so hält das Ende des Mangas eine sehr überraschende Wende für uns bereit, die von den meisten doch eher zwiespältig gesehen wird. Doch dazu erst später.

Das eigentlich Erste worauf man als Leser eines Mangas achtet, ist der Zeichenstil – und ich kann gleich vorwegnehmen: er ist wunderschön und überzeugend mit nur einem Blick. Mika Yamamori hat einen unverkennbaren Artstyle – rund, einfach und schön. Es ist diese einzigartige Note, von der ich mich einfach nicht satt sehen kann. Gute Strukturen, dicke Linien und viel Fülle. Es sieht zu keiner Zeit abgehackt aus und bietet uns Lesern ein flüssiges Erlebnis. Es ist kein wirklich besonderer Stil, aber er unterscheidet sich in einer Art von den anderen. Sei es, weil er so simpel gehalten ist oder es sind die verschiedenen Variationen, in denen sie uns die Charaktere zeigt. Viele Hintergrunddetails bringt sie zwar nicht rein, aber das Zusammenspiel vieler Folien und die großen Panels wirken sich sehr positiv auf die Gestaltung aus und geben ihrem Manga einen ganz persönlichen Flair. Die vielen Skizzen, die Mika Yamamori auf Einzelseiten integriert, verraten uns, was sich die Mangaka beim Zeichnen gedacht hat und welche Hintergründe sie sich für die Charaktere ausgedacht hat.

Apropos Charaktere – um noch einmal auf die verschiedenen Persönlichkeiten einzugehen: Suzume Yosano als junges, verfressenes Landmädchen, benimmt sich noch recht untypisch für Tokio. Sie besitzt einen offenen Charakter und scheut sich nicht, dem Mädchen, welches Suzume beleidigt hat, prompt eine reinzuhauen, um kurz darauf ihre beste Freundin zu werden. Yuyuka Nekota, besagtes facettenreiches Mädchen, welche viele Wandlungen im Laufe der Story erlebt und Daiki Mamura, ein gutaussehender junger Mann, der Angst vor Mädchen hat und noch eine sehr große Rolle im Verlauf der Kapitel bekommt, sind ebenfalls mit von der Partie. Jeder Charakter trägt seinen Teil zu der netten Atmosphäre bei und auch wenn sich das jetzt ein wenig stupide angehört hat, so bringt die Mangaka die verschiedenen Persönlichkeiten sehr gut in die Story ein und behält auch noch den Faden zur Realität. Denn so verrückt das Alles auch ist, dieser Manga hat eine tiefgründigere Botschaft zu bieten, als ein einfaches Teenagerleben mit den verschiedensten Schwierigkeiten rund um die Liebe.

Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es um den Menschen geht, den wir lieben und um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen? Sollten wir bestimmte Personen loslassen, um selbst glücklich zu werden? Oder würden wir diese Entscheidungen unser Leben lang bereuen? Dies sind einige Fragen, mit der sich die Mangaka Mika Yamamori beschäftigt hat und die im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Sie schreibt über eine klassische Lehrer-Schüler-Beziehung, über die Gefühle, eines noch recht jungen Mädchens, welches den Unterschied zwischen Liebe und Respekt vielleicht noch nicht richtig verstanden hat. Wer ist die Person, die dein Leben wie ein Haufen lauter Sternschnuppen zum Leuchten bringt? Hier sammelt sich viel Potenzial an, welches leider nicht voll ausgeschöpft wurde. Vor allem gegen Ende entwickeln sich die Situationen rund um Shishio und Suzume sehr rasant. Es geschehen Handlungen, die scheinbar sehr unüberlegt sind – das Pairing, welches eine sehr schwere Wende nimmt und die plötzlichen, negativen Geschehnisse geben mir schwer zu denken. Es erweckt den Anschein, als hätte sich die Meinung der Autorin mitten in der Story geändert. Zum einen wird dem Leser hierdurch wieder deutlich, welche Probleme es in einer solchen Beziehung geben kann, aber eine solch rasante Entwicklung fühlte sich ziemlich gezwungen und unnatürlich an. Dennoch versuchte sie zumindest einen flüssigen Verlauf zu gestalten, den man auch in Ansätzen erkennen konnte. Verschiedene Momente, die zum Ende führten, deuteten sich vorher schon an, aber dass es für viele dennoch enttäuschend endete, ist nicht zu leugnen.

Letztendlich kann ich sagen, dass das Werk ziemlich gut ist, aber nun mal kein Meisterwerk. Zu viel verschenktes Potenzial, vor allem gegen Ende hätte man noch mehr Tiefe in dem Manga rein bringen können, aber dennoch ist Daytime Shooting Star eine Klasse für sich. Es gibt sehr viele Situationen, in denen man als Leser mitfiebert und nicht nur mit den Hauptprotagonisten, auch mit den Nebenfiguren, die ebenfalls sehr wichtig für den Verlauf der Story sind. Mika Yamamori gelang es in den 12-Bänden, ein Werk zu erschaffen, das mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Sympathische Charaktere, die mir wohl lange im Gedächtnis bleiben werden, ein rührendes Drama und jede Menge Schmunzler. Das Werk ist jedem Shoujo-Fan zu empfehlen und perfekt für die Zeit der Frühlingsgefühle!

Letzte Änderung: 9 Monate 3 Tage her von Hijikata-Chizuru.
Folgende Benutzer bedankten sich: sen, Sniperace, tachikoma4, Yama80, Eza, Karuga, AndreKim, Korijo, mellipopelli, Noviz

Hirunaka no Ryuusei 9 Monate 2 Tage her #816663

Waaaaaah ! wie ich mich freue ! Seit 4 Jahren habe ich auf den Anime gewartet
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Moderatoren: LaynaForummodLodrahilKnivesYuriko.Deviltoon
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