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THEMA: Drifters

Drifters 2 Monate 3 Wochen her #836201

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Wenn man meinen bisherigen Body of Work hier auf Proxer.Me in einem kurzen Satz zusammenfassen müsste, wäre dieser wahrscheinlich: „Die Behandlung strukturell flexibler Medien erfordert einen strukturell flexiblen Ansatz auf Medienkritik.“ Simpel ausgedrückt versuche ich damit zu sagen, dass Filme, Videospiele und eben auch Animes nicht eindimensionale Schaffenswerke sind, die alle auf das gleiche Ziel oder die gleiche Definition von Qualität hinarbeiten und somit auch nicht über die gleichen Kriterien sowie starren Bewertungsframeworks betrachtet werden können. Einzelne Ausdrucksweisen dieser Dynamik lassen sich häufig im Mittelpunkt meiner Rezensionen finden, und diesen Trend werde ich nun auch mit diesem neuen Text fortsetzen. Dieser für mich untypisch persönliche Einstieg ist mir diesmal jedoch durchaus wichtig, denn beim Thema handelt es sich um einen der kontroversesten Faktoren in der modernen Medienkritik: Die Rede ist von der Self-awareness.

In der Psychologie beschreibt der Begriff die Fähigkeit der sogenannten Introspektion, also der Betrachtung seiner selbst als Individuum aus einer externen Perspektive. In belletristischen Medien wie Film oder auch Animes bezeichnet man hingegen Werke als self-aware, wenn diese sich ihrer Form als Medium bewusst sind. Dies kann in verschiedensten Faktoren des Inhalts sowie der Präsentation gezeigt werden, die häufigste Applikation dieses Konzepts findet sich jedoch in der Fähigkeit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen; über seine eigenen Missstände lachen zu können; ja sich voll und ganz seiner Existenz als Unterhaltungsmedium hinzugeben.

Man kann auf Basis dieser sehr offenen Definition bereits erkennen, dass sehr viele Werke – gerade Animes und Mangas – in einer gewissen Art und Weise self-aware sind. Um das Konzept im Rahmen der Medienkritik zu eruieren, muss sich deshalb auf eine spezifische Anwendung fokussiert werden. Im Falle dieses Textes nutze ich hierfür die Anime-Serie Drifters. Beim Werk handelt es sich um eine zwölf Folgen umfassende Adaption des gleichnamigen Mangas von Hellsing-Autor Kouta Hirano. Der TV-Anime wurde bei Hoods Drifters Studio unter der Regie von Kenichi Suzuki produziert und im Herbst 2016 erstausgestrahlt. Hierzulande wurde das Werk von Universal Pictures auf Blu-ray und DVD veröffentlicht, zudem ist es vollständig auf Netflix verfügbar.

Japan 1600, die Schlacht von Sekigahara. Beim Versuch den Rückzug seiner Truppen zu schützen verstirbt Feldherr und Samurai Shimazu Toyohisa heldenhaft im Kampf. Doch anstatt seines Todes findet er sich plötzlich in einem grell-weißen Gang mit vielen Türen und einem unbekannten Mann wieder. Toyohisa wird in eine der Türen gezogen und wacht in einer unbekannten Fantasy-Welt auf, in der Elfen, Zwerge und Goblins als von den Menschen unterdrückte Völker existieren.

Angekommen in seiner seltsamen neuen Umgebung trifft der Samurai auf den berüchtigten Daimyou Oda Nobunaga und geschickten Bogenschützen Nasu no Yoichi, zwei andere bekannte Figuren der japanischen Geschichte. Von der Magier-Organisation Octobrist erfahren die Krieger, dass sie als sogenannte „Drifters“ in diese Welt gelangt sind. Als solche sollen sie im Rahmen einer grundgegebenen Aufgabe die sogenannten „Ends“ stoppen, eine andere Gruppe historischer Persönlichkeiten, die unter der Führung des „schwarzen Königs“ ihren Hass auf die Welt ausleben wollen. Doch anstatt hierfür mit herrschenden Menschen zusammenzuarbeiten, beginnen die psychisch dezent labilen Kriegshelden erstmal damit, die unterdrückten Völker zur Revolution anzustiften. Ist dies nur ein Weg zum Ziel, oder wollen sie sich die Fantasy-Welt eventuell selbst unter den Nagel reißen?

Das hier genutzte Story-Konstrukt dürfte so ziemlich jedem Anime-Fan bekannt sein – ja, es handelt sich um einen Isekai. Well, irgendwie. Anders als üblich wird nämlich kein langweiliger, normaler Charakter in eine verrückte neue Welt gesteckt, in der dann seine in der Realität nicht gewertschätzten Fähigkeiten von Nutzen sind. Stattdessen ist die Fantasy-Welt, die natürlich mit Absicht so nah wie möglich an bekannten Klischees angelehnt ist, das „normale“, das dann von den größtenteils geistesgestörten Drifters und Ends ins Chaos gestürzt wird. Man könnte hierbei schon fast von einem „Reverse Isekai“ sprechen. Jedenfalls hätte das Werk das gerne. So ist dies der erste Faktor, an dem sich die Serie als self-aware präsentiert. In diesem Fall self-aware bezüglich bekannter Genre-Norms, die Drifters dann teils mehr oder weniger geschickt invertiert, parodiert oder während der Bedienung der Klischees kommentiert.


Parodie ist auch gleich ein gutes Stichwort, denn die Self-awareness lässt sich neben dem Genre auch im Herzstück der Handlung finden: den auf realen historischen Persönlichkeiten basierenden Charakteren. Neben den drei bereits genannten japanischen Kriegshelden sind auch weitere Japaner wie der Pilot Kanno Naoshi sowie aber auch internationale Figuren wie Jeanne d‘Arc (französische Heilige), Grigori Yefimovich Rasputin (russischer Geistlicher) oder Sundance Kid (amerikanischer Bandit) zu sehen. Beziehungsweise eigentlich nicht die historischen Figuren selbst, denn anstatt sich wirklich eines Gedankenexperimentes zu bedienen, wie diese Personen in solch einer Situation reagieren würden, handelt es sich bei den Charakteren in Drifters eher um Parodien der realen Figuren. Da wird dann aus Hannibal Barkas, dem legendären Heerführer von Karthago, ein seniler, inkontinenter alter Mann, der außerhalb seiner Geistesblitze von allen nur „Himbeer-Opi“ genannt wird. Oder aus Oda Nobunaga, dem Feldherr, der mit seiner Politik sowie Feuerwaffen ganz Japan unter seine Kontrolle bringen konnte, wurde ein waffenfanatischer Perverser, der den dominantesten Comic-Relief der Serie darstellt. Wenngleich dies nichts unfassbar Neues ist, ist es doch durchaus eine Freude dem Anime dabei zuzusehen, wie er seine Charaktere regelmäßig durch den Kakao zieht.

Doch dass sämtliche Drifters und Ends borderline geisteskrank zu sein scheinen, ist nicht nur dem Comedy-Aspekt des Werks geschuldet, sondern stellt sich als zentraler Teil der Handlung heraus. Die Aussage ist klar: Historische Figuren mögen ihre Bekanntheit auf Basis ihrer herausragenden Fähigkeiten erlangt haben, jedoch sollten wir ihnen deshalb nicht irgendwelche fiktiv hochstiilisierten Persönlichkeiten zuschreiben. Oder sowas. Vielleicht soll es auch einfach nur lustig sein. Wenngleich der Serie die Ernsthaftigkeit im Bezug auf das Gedankenexperiment fehlt, sind doch einige der Einteilungen und Ergebnisse gewisser Aktionen von Charakteren als interessant zu bezeichnen. So sind die Drifters und Ends auf die einzelnen Fraktionen keineswegs danach aufgeteilt, ob wir sie als „gut“ oder „böse“ in Erinnerung haben. So finden sich auf der Seite der Drifters auch Verbrecher wie Sundance Kid und die Ends haben mit der bereits genannten Jeanne d‘Arc eine Heilige sowie französische Nationalheldin in ihren Reihen. Der Unterschied der beiden Fraktionen liegt einzig und alleine darin, ob die historischen Persönlichkeiten mit Hass auf die Welt oder in Ehre gestorben sind – nur einer von viele starken Indikatoren dafür, dass Drifters und Ends gleich sind.


Dieser Fakt nimmt im Verlauf des Werks durch die Integration von zwei weiteren historischen Figuren etwas perfide Ausmaße an. Bei der ersten handelt es sich um Adolf Hitler, der wohl 60 Jahre vor Beginn der Handlung mit Orthe das Menschenreich gründete, das die anderen in der Welt lebenden Rassen unterdrückt. Erstmal eine interessante aber nachvollziehbare geschichtliche Referenz, zumal die Figur selbst im Werk nicht vorkommt. Dies gilt nicht für den zweiten Charakter, dessen Identität jedoch durchweg verschleiert und somit nur (etwas offensichtlich) angedeutet wird. Die Rede ist natürlich von Jesus Christus aka dem „Schwarzen König“, Anführer der Ends. Der als einziger Charakter im Werk wirklich am Wohlergehen seiner Truppen interessiert ist. In Verbindung mit der „Drifters und Ends sind gleich“-Aussage, muss man diese Integration von zwei solch kontroversen Figuren nicht mögen, ja man könnte sogar eine etwas fragwürdige „der Sieger schreibt die Geschichte“-History-Revisionism-Moral aus der Handlung ziehen. Sollte man nicht unbedingt, weil es selbstironisch genug ist, dass das ganze wahrscheinlich eher als edgy Witz zu sehen ist, aber Kritik an diesem Faktor des Werks ist mindestens berechtigt.

Einen deutlichen Fehlgriff leistete sich Autor Kouta Hirano jedoch an einer anderen Stelle, nämlich bei der Integration der Figur Saint-Germi. Höchstwahrscheinlich lose auf dem französischen Hochstapler und Okkultisten Graf von Saint Germain basierend, präsentiert sich der Charakter als eine wirre Ansammlung an teilweise ausgesprochen beleidigenden Vorurteilen über Trans- und in kleineren Dosen auch Homosexualität. Eine belustigende Ansicht auf dieses Thema ist gerade aus dem konservativen Japan und im Rahmen einer Parodie auch durchaus ok, jedoch nimmt die Darstellung von Saint-Germi und seinen zwei Beraterinnen als tendenziell unfähige und größtenteils sexuellgesteuerte Personen Züge an, die als durchaus problematisch zu bezeichnen sind. Auf die Spitze getrieben wird dieser Umstand in einer Szene, in der die zwei erwähnten Beraterinnen ohne jeglichen Kontext oder Sinn im Rahmen eines Witzes als pädophil bezeichnet werden und damit das gefährliche Klischee des „Mannes in Frauenkleidern, der Kindern nachschaut“ bedient wird. Ich kritisiere ungern Witze und Parodie für ihren Content, aber diese Geschmacklosigkeit konnte ich einfach nicht unter den Tisch fallen lassen.


Deutlich unproblematischer präsentiert sich die visuelle Gestaltung des Animes, sie lässt sich sogar durchaus als dessen größte Stärke bezeichnen. Die ansprechenden und durchaus detailreichen Charakterdesigns von Ryouji Nakamori fallen hierbei durchaus durch ihr interessantes Coloring auf. Anstatt wie sonst in Animes üblich Flächen einfarbig zu kolorieren, fließen in Drifters oft zwei Farben flüssig ineinander, wodurch eine ungewohnte Plastizität generiert wird. Und auch die Animation kann sich durchaus sehen lassen. Gerade in den Action-Szenen beweisen die Key-Animatoren ein gutes Verständnis für Räumlichkeit und können gerade gegen Anfang wirklich mit eindrucksvollen Sequenzen punkten. Dass es sich dann doch nicht um ein sonderlich großes Studio handelt, sieht man hingegen jedoch durchaus gegen Ende. Auch das Thema Self-awareness kann für die Gestaltung erneut aufgerufen werden, denn neben dem durchgestylten Hauptlook setzt der Anime zusätzlich auf eine surreale Comedy-Ebene, die in ihrer Simplizität einen starken Kontrast erzeugt und durch ihren karikativen Charakter die Parodie-Elemente unterstreicht. Gesondert muss auch noch das Opening des Werks genannt werden, das vollständig dem französischen Animator Cedric Herole zuzuschreiben ist und durch eine beeindruckende Mischung aus Ruff-Animation und ultra-cleanen Style-Shots punkten kann.

Drifters ist ein dummer, vergleichsweise simpler Action-Anime. Aber dessen ist sich die Serie auch durchaus bewusst. Der karikative Ansatz auf die Charaktere in Kombination mit dem wechselhaften Ton dürfte sicherlich nicht jedem gefallen und manche Story-Entscheidungen sind sogar wirklich etwas fragwürdig. Jedoch sorgt die gute Animation in Kombination mit dem coolen Look und der durchaus vorhandenen Kreativität für Unterhaltung. In einem statischen Framework würde das Werk trotzdem eher schlecht wegkommen, doch das wäre falsch. Denn es wäre sich kaum auszumalen, um wie viel schwächer Drifters wäre, wenn es sich ernst nehmen würde – und darin sehe ich durchaus eine Legitimierung meines flexiblen Ansatzes auf Medienkitik.

Cube

Letzte Änderung: 2 Monate 3 Wochen her von hYperCubeHD.

Drifters 2 Monate 3 Wochen her #836255

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Der Moment wenn du Drifters liest und du sofort full

Everybody
na na nanana nana nana na~ gehst xD.

Ne jetzt mal ohne spass, ich fand den Anime als ich ihn damals beim Airing sah sehr erfrischend. Irgendwie dämlich aber auch genial, perfekte Mischung für zwischendurch. Total abgedreht und gut Animiert.
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Drifters 2 Monate 3 Wochen her #836260

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Und Ich dachte, dass die nächste Staffel überraschent angefangen hat xD.
Hab mich wohl etwas zu früh gefreut *o-noooo2*

Drifters 2 Monate 3 Wochen her #836263

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Hust, Hust. Es gibt durchaus Leute, die das Offensichtliche (gibt ja genug Punkte) nicht mitbekommen haben um wen es sich bei einer Figur handelt. Ist also ein Semispoiler, just saying. Nicht Jedem fällt es auf und nicht jeder hat vermutlich den Wissensstand um es zu erkennen. Ist im übrigen eine der positiven Ideen, dieses Anime bzw. der Vorlage, viele Punkte und Anspielungen, Querverweise erkennt man nur durch viel Vorwissen (gerade in Geschichte), wobei ich hier nicht von dieser speziellen Figur rede, die ist noch einfach - mehr dazu später.

Man sollte vielleicht noch (genauer) erwähnen, dass die erwähnte tolle Optik ab einem bestimmten Punkt, so ungefähr ab der Hälfte, verschwindet und einer wesentlich schwächeren weichen muss - man kann es Einbruch nennen, man kann es abfallend nennen, ganz egal, es war nicht in Ordnung.
Du schneidest es aber fairerweise auch an:
Dass es sich dann doch nicht um ein sonderlich großes Studio handelt, sieht man hingegen jedoch durchaus gegen Ende.
Nicht schön ..... sollte, ganz gleich welches Studio, einfach nicht passieren:(
Bei manchen Figuren war es so extrem, auch was die Zeichnung der Gesichter angeht, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es überhaupt der gleiche Animator/Zeichner war, der hier ab einen Punkt gefertigt hat.
Mein Verdacht ist gar ein anderes Studio - ganz alleine hat Hoods den Anime ohnehin nicht gefertigt. Mag aber auch sein, dass man all das Budget vorzeitig verfeuert hat, teilweise ist die Quali am Anfang echt nice und sicher aufwendig oder es war von Anfang an ein gigantischer Bluff des Studios und der Geldgeber .... ergo toller Start reicht aus, dann haben wir unser Ziel beim Kunden schon erreicht .....
Überhaupt ist die ganze Animationsgeschichte rund um Drifters, ein gigantische Werbung und sehr vielfältig - fängt ja schon mit der Kurzanime Beilage zur letzten Hellsing Ultimate Ausgabe an.
Geht über die OVAs und diverse Dinge und hört bei DVDs usw auf, die man nur bekommt, wenn man bestimmte (teure) Events besucht.

Ich würde mal sagen, sehr clever vom Verlag und sehr clever, wie sie auf den Namen des Schöpfers und dessen bekanntesten Manga (Hellsing) von Beginn an den Drifters gepushed haben. Ist einfach so, ganz gleich wie gut Einen Drifter gefällt oder zusagt, ein Haufen des Erfolgs des Manga ist von Anfang an schlichtweg der Name und sehr clevere Werbestrategie. Wobei die Zahlen zwar gut, allerdings auch nicht ganz oben waren.

Die Vorlage ist halt die typische bewährte Handlung und Figuren von Kouta Hirano, der hier halt Iseaki (der in Mode gekommen ist und dem im vermutlich sein Verlag nahe gelegt hat) und einen etwas leichteren Ton, als in Hellsing zum Einsatz bringt.
Die ganze spielen mit christlicher und Nazisymbolik, genauso wie das spielen mit Brutalität, Schrecken, Splatter, Irrsinn, ebenso der Aufbau der Figuren, genauso wie deren typisches Verhalten, oder der Hang zu Organisationen, teile des Witzes, ja selbst die übliche Echieinlage, die wohl sein muss, wenn man mal Hentais gezeichnet hat um über die Runden zu kommen .......
Typisch Kouta Hirano Style, es funktioniert halt genauso wie frühere Werke, ist aber auch nicht neu oder besonders innovativ.
Der Zugang fällt eventuell etwas leichter, wie bei Hellsing, weil die Stimmung hier kontinuierlich mehr mit Humor versorgt wird.

Es gibt aber Punkte, die es sehenswert machen - die Anspielungen, die Querverweise, das Insiderwissen, die Vorlagen von Figuren und von Szenen. Diese Punkte haben nur eine Schwäche, sie entgehen vielen Zusehern schlichtweg.
Beispiele:

Scipios und Hannibals (solange er bei Sinnen ist) Gespräche ....... Hannibal wirft Scipio vor, ihn nur kopiert zu haben ..... und ja Scipio hat ihn kopiert, von ihm gelernt, jedoch auch übertroffen, bzw. Hannibal hat irgendwann sein Genie und seine Stärken vergessen er wird alt, weswegen beide recht haben. Scipio erlebt historisch, wie Genie und Wissen immer und immer wieder über die Römer siegt, er erlebt die Stärke von Reiterei, von cleveren Bündnissen, Täuschung und Überraschung, er erlebt dazu noch den Tod seines Vaters, jedoch lernt er jedes Mal dazu und dann dreht er den Spieß um, er nutzt nun Reiterei und Bündnisse, er nutzt nun Täuschung und Überraschung und steht irgendwann einem Hannibal gegenüber, der alt ist, der weit über seinem Peak ist (allerdings auch nicht die Truppen zu diesem Zeitpunkt hat). Es sind umgekehrte Rollen von früher, was für ein ironischer Moment in der Geschichte - die Römer sind es nun mit überlegener Reiterei! und sie sind es die nun Fallen stellen und die Stärken ihrer Gegner gegen sie einsetzen. Und doch bleibt am Ende Respekt für den Gegner - zumindest von Scipios Seite (seine Familie ist es, die entschieden gegen die Zerstörung Karthagos ist - hat man doch, in übrigen auch schon vorher, so viel von ihnen übernommen und gelernt, ist man doch mit einem solchen Gegner immer wachsam um damit stark - leider auf Dauer vergeblich). Es wird etliche Jahre später einen weiteren Africanus, einen weiteren Scipionen brauchen, damit die Rache überhaupt umsetzbar ist und auch er wird dagegen sein ...... Sie werden gewusst haben, warum sie nicht die Macht ergriffen haben (was sie gekonnt hätten, so wie Cäsar), warum einzelne Herrscher und Thronfolge auch unfähige Männer hervorbringt und warum es nicht gut ist, wenn man sich ausruht und Anderen die Kämpfe überlässt ......

Naoshi Kanno Auftreten und Verhalten - tatsächlich von einer wahren Gegebenheit inspiriert. Im Krieg musste er einmal Notlanden und war verletzt und voller Öl usw. und er wäre auch fast von Bauern gelyncht worden, weil man ihn und sein ruiniertes Flugzeug für einen Amerikaner hielt. Doch aufgrund der Verletzungen und der generell als recht untypisch japanisch ruppigen und aggressiven Art Kannos war es den Bauern bald klar, dass es sich nur um einen laut fluchenden Japaner handeln konnte.

Die Szene mit den Zwergen im Lager ....... einfach gespenstisch, wie sehr man sich dabei an einen Schulbesuch in einem KZ oder auch Szenen aus diversen Filmen erinnert fühlt.

Nobunagas Ziele und Eigenschaften:
Tatsächlich näher dran als man wahrhaben will. Nobunaga war schon zu seinen Lebzeiten definitiv untypisch für Adel, was sein Verhalten anging, was auch mehrfach historisch belegt ist. Was aber auch seine Ideen und Änderungen angeht, sie sind seine größte Stärke, werden ihm aber ab einem Zeitpunkt auch zum Verhängnis - seine vergleichsweise Offenheit für niedrige Kasten (Anfangs auch Religion - bis sie sich gegen ihn wendet oder Ausländern), sind es die ihn stark machen, bei ihm haben fähige Männer eine Chance aufzusteigen, auch ohne Adel und seine Aggressivität ist es, die Japan schlussendlich vereint (auch wenn es seine Leute, bzw. ein cleverer Mann im Hintergrund, der später eben jene Leute tötet und alte Regeln wiederherstellt, vollenden). Doch diese Offenheit ist es, die ihn beim Adel unbeliebt macht und seine Aggressivität ist es, die ihn seinen größten Helfer verlieren lassen (ist halt nicht gut, den Kopf seines 2ten oder 3ten Mann als Trommel zu missbrauchen .....) und der sich, angestachelt vom Adel später gegen ihn stellt .... soll im Endeffekt für Beide nicht gut enden, wobei nicht gesagt ist, dass einer davon seine volle Rache bekommt ..... was aber in der Geschichte verschwindet ..... es ist trotzdem sonderbar, wenn später ein mysteriöser Mönch im Kriegsrat sitzt und die Familie von dem Typen, der seine Herrn gerächt hat auslöscht.
Und was macht er im Anime? Er will ein Reich gründen, dass alle Völker unter einen Hut bringt (was zum realen Nobu passt - dem Erfolg wichtiger ist wie Tradition, Adel und Kasten)...... und aufgrund schlechter Erfahrungen und den faktischen Scherben seine Strebens, im Endeffekt hat er und seine Familie alles verloren, sein treuesten Mann ebenso und die Gewinner sind Andere, hat er auch kein Interesse mehr an der direkten Macht - ihn hat es zerstört, seine Lieben hat es zerstört, sein Werk hat es zerstört. Aber natürlich ist er Nobu, er kann nicht ganz davon lassen und darum will er der Mann im Hintergrund sein, der Dinge bewegt.
Doch die Vergangenheit wird ihn auch hier einholen;)

Und was den übermächtigen Gegner angeht - so ist es doch nur eine, was wäre wenn Frage:
Merke, es gibt in einen Moment der Vorlage (der Vorlagen;), wo er zweifelt und es laut schreiend herausruft ......
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Klar legt es die K..... etwas anders aus, zumal dem ganzen ja weitere Punkte folgen, doch was wäre wenn? Was wäre wenn, er anstatt an der Seite ..... in dieser Welt landet?
Merke, der Mangaka ist Japaner und auch wenn es genug christliche Bevölkerung in Japan gibt, so hat er doch schon in seinem bekanntesten Werk gezeigt, dass er ohne jede Scheu, die christliche Dinge so nutzt und darstellt wie es ihm passt .....
(Gleiches gilt für die ganze Adolf usw. Sache ........ japanischer Zugang ist da anders wie europäischer. Was ja auch kein Wunder ist, die einen werfen es sich vor und haben es zu ihrem Lebensmotto oder soll ich eher sagen Trauma gemacht - in übrigen total übertrieben und hemmend, die anderen besuchen Schreine von sehr "unguten" Leuten .... und sind ohnehin "Opfer", da kommen bestimmte Bomben usw. ganz recht, wovon Beide nur gefallen sind, weil man Dinge gefordert hat, die man nicht fordert ..... und die am Ende, bis auf eine (an der man aber immer mehr arbeitet sie weg zu bekommen) mehr oder weniger erfüllt wurden - Ironie, bzw. Realität.)

@hYperCubeHD
Einen deutlichen Fehlgriff leistete sich Autor Kouta Hirano jedoch an einer anderen Stelle, nämlich bei der Integration der Figur Saint-Germi. Höchstwahrscheinlich lose auf dem französischen Hochstapler und Okkultisten Graf von Saint Germain basierend, präsentiert sich der Charakter als eine wirre Ansammlung an teilweise ausgesprochen beleidigenden Vorurteilen über Trans- und in kleineren Dosen auch Homosexualität. Eine belustigende Ansicht auf dieses Thema ist gerade aus dem konservativen Japan und im Rahmen einer Parodie auch durchaus ok, jedoch nimmt die Darstellung von Saint-Germi und seinen zwei Beraterinnen als tendenziell unfähige und größtenteils sexuellgesteuerte Personen Züge an, die als durchaus problematisch zu bezeichnen sind. Auf die Spitze getrieben wird dieser Umstand in einer Szene, in der die zwei erwähnten Beraterinnen ohne jeglichen Kontext oder Sinn im Rahmen eines Witzes als pädophil bezeichnet werden und damit das gefährliche Klischee des „Mannes in Frauenkleidern, der Kindern nachschaut“ bedient wird. Ich kritisiere ungern Witze und Parodie für ihren Content, aber diese Geschmacklosigkeit konnte ich einfach nicht unter den Tisch fallen lassen.

Ich werte es mal nicht. Ich möchte nur sagen, typisch für Manga und Anime und typisch für Japan, schon zig mal gesehen und total normal dort. Anderes Volk, andere Einstellung und auch anders gemeint und verstanden.
Moderne (mittel) europäische Wertungen würde ich hier nicht ansetzen. In manchen Ländern in Europa würde man diese Wertung in übrigen auch anders vornehmen.
Japanischen Humor kann man nicht immer mit europäischen gleichsetzen und homosexuelle oder Transvestiten Witze haben in Japan Tradition - man denke nur an One Piece ..... immerhin der erfolgreichste Manga überhaupt.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie mit der gleichen Wertung gemeint sind, wie sie es in Europa währen.
Merke, er Japaner hat recht fixe Traditionen, Vorstellungen und Werte und offene Homosexualität oder Gleichbehandlung (Wohnungsthema usw.) hat keinen hohen Rang. Selbst Gleichberechtigung oder die Vermeidung von (nach (mittel)europäischen Werten) frauenfeindlichen Aussagen, geniest nicht unbedingt Priorität - selbst bei vielen Frauen nicht wirklich. Wie viele hohe europäische Politiker bleiben bei Aussagen über Stöckelschuhe, die Frauen gefälligst zu tragen haben oder einer Politikerin ins Gesicht zu sagen, sie soll zuerst Kinder bekommen (nicht lange her, wird im übrigen in Candy & Cigarettes Manga - ein Tipp, thematisiert), im Amt?
Japaner haben einen anderen Zugang zu Sexualität. Was die Vorlieben sind, geht Keinen etwas an, solange sie damit nicht offen in der Gesellschaft Unruhe auslösen. Beispiel: Vom schwulen Sohn wird vielleicht erwartet, dass er Enkel zeugt und keine "Schande" macht, was er dabei unter der Hand nebenbei macht, ist recht egal. Hat er seinen Soll erfüllt, so kann er es durchaus leben, nur halt nicht öffentlich.
Es fragt aber auch Keiner danach. Offen Schwule oder gar Transvestiten werden oft als ein Kuriosum verstanden, dahinter steckt aber keine böse Absicht aus der Sicht eines Japaners. Homosexuelle Liebe, meistens junger Männer mit weiblichen Zügen ist genauso wie die weiblicher Akteure sogar ein ziemlicher Renner in fiktiven Werken in Japan. Darüber drückt oder eher lebt sich der Japaner aus, weil indirekt und da sind sie in übrigen auch offener wie Wir Europäer, die übertriebenes Gutmenschentum und Überkorrektheit zum Ziel gemacht haben.
Öffentlich wird für man jedes "falsche" Wort in Europa gegrillt, dabei können dazu neutrale eingestellte oder durchaus offene Menschen, was das Thema angeht meinetwegen auch gerne über einen Witz unter der Linie (wer zieht die überhaupt?) zum Thema lachen, weil über etwas lachen, heißt noch lange nicht, dass man Menschen und Einstellungen hasst, verabscheut oder ähnliches. Gleiches gilt für vermeintlich "rassistische" Witze, oder jedes andere problematische Thema. Man ist nicht gleich Ausländerfeindlich, weil man über Witze dazu lacht. Schwarzer Humor, Satire, politische Unkorrektheit dürfen nicht sterben - gesunder Humor ist wichtig.
Die Frage ist immer, wie ist es gemeint, was ist der Kontext und spiegelt es überhaupt Meinung wieder? Vielleicht bestes Beispiel wäre ein Homosexueller, der einen deftigen Witz dazu erzählt und Alle lachen, Hetero wie Homo. Gleiches gilt für Ausländerwitze (von Ausländern) oder religiöse Witze, von betroffenen Gläubigen. Ist mir alles schon passiert und solch eine Einstellung braucht es auch um Akzeptanz zu schaffen, wenn Alle nur böse drein schauen und übertriebene Korrektheit fordern, passiert es sicher nicht, dann bilden sich nur verschärfte Gegenpole, die überhaupt keine Akzeptanz zeigen.

Nur als Anmerkung gedacht und auch nicht als Wertung Deiner Meinung, weil ich dafür genauso Verständnis hab.


Danke für die Rezension.
Vom Fazit her, stimme ich durchaus zu, auch wenn ich bestimmte Details vermutlich mehr sehen will und eigentlich keine Grenzen überschritten sehe.
Ich bin sogar der Meinung, dass die Vorlage ein besseres Werk wie Hellsing ist, was sich am Ende etwas verliert.
Karikativer Ansatz, wechselhaften Ton, vorhandene Kreativität für Unterhaltung treffen es recht gut. Dazu die üblichen total übertriebenen Badass Figuren (oft genug leicht oder gar schwer irre) und Szenen, von denen die Werke Kota Hirano halt leben.

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Sniperace
Letzte Änderung: 2 Monate 3 Wochen her von Sniperace.
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Drifters 2 Monate 3 Wochen her #836270

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Sniperace schrieb:
Ich werte es mal nicht. Ich möchte nur sagen, typisch für Manga und Anime und typisch für Japan, schon zig mal gesehen und total normal dort. Anderes Volk, andere Einstellung und auch anders gemeint und verstanden.
Moderne (mittel) europäische Wertungen würde ich hier nicht ansetzen. In manchen Ländern in Europa würde man diese Wertung in übrigen auch anders vornehmen.
Japanischen Humor kann man nicht immer mit europäischen gleichsetzen und homosexuelle oder Transvestiten Witze haben in Japan Tradition - man denke nur an One Piece ..... immerhin der erfolgreichste Manga überhaupt.

Das mag zunächst nahelegend klingen, doch die einfache Gegenfrage sollte immer lauten: Wieso? Wenn ich japanische Medien nicht nach meinem westlichen Kritikverständnis beurteilen kann, müsste ich hier keine Texte mehr veröffentlichen. Und selbst wenn die Aussage sich nur auf gesellschaftspolitische Diskurse beziehen soll, macht man damit den vielen japanischen LGBTQ-Aktivisten (die sich offen gegen diese Diskriminierung wehren) einen Bärendienst. "Andere Länder, andere Sitten" ist im besten Fall merkwürdiger Orientalismus und sicherlich keine Entschuldigung für intolerantes und beleidigendes Verhalten. Schließlich ist Japan und seine Gesellschaft genau wie jedes andere Land im 21. Jahrhundert angekommen.
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Drifters 2 Monate 2 Wochen her #836288

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@Tazzels
für intolerantes und beleidigendes Verhalten.

Ist es das?

bzw.

Was es aus Sicht der Mehrzahl der Japaner aber nicht ist und auch nicht so gemeint ist, die Frage der Beleidigung stellt sich schon gar nicht, weil es eine fiktive Figur ist.

In Japan rennen bedeutend weniger Leute rum, die Transvestiten oder Schwule verprügeln, als bei Uns in Europa.
Und schlechter geht es ihnen dort sicher nicht, es ist nur anders.
Ein paar Punkte wird man sich schon raus suchen können, wo es Benachteiligungen gibt, doch einem Staat, dem die Kinder ausgehen und wo immer weniger Leute heiraten, ist es nun mal wichtiger, dass junge Paare Kinder zeugen, weil die Wohnung passt, als sie Leuten zu geben, die eben nicht dazu beitragen.
Und der Humor unter der Gürtellinie ist nie normales, öffentliches, gelebtes Verhalten, es sind entweder klar als solche zu erkennenden Shows, die nie den Anspruch haben ernst genommen zu werden oder fiktive Werke, die sich weit weg von der Realität, dem normalen verhalten in Japan bewegen.
Die Japaner brauchen die Art Brachial Humor als Ventil, eben gerade, weil sie viel korrekter sind als Wir und es im normalen Leben nie rauslassen dürfen. In Japan sagt der Kunde! schon mal: "Entschuldigung, dass ich Umstände gemacht hab ....." Die brauchen solche Dinge, genauso so, wie sie Kawaii usw. brauchen.

Die ganzen exotischen jap. Thematiken, die anders sind wie bei Uns und etwas sonderbar rüber kommen, sind so zahlreich, man dürfte kaum mehr Anime ansehen oder Manga lesen ohne den moralischen Zeigefinger zu schwingen.
Ich meine, wie viele Anime haben sexuelle Belästigung in Szenen zu bieten? Wie oft passieren die Szenen beiläufig und dienen nur Humor?
Die Realität sieht ganz anders aus - es gibt eigene Wagons für Frauen, Kameras. Jeder Täter, auch die unschuldigen, haben mit Schande, schwersten Strafen im Psycho Knast und der Ausgrenzung zu leben, was viele in Obdachlosigkeit oder Selbstmord triebt - auch die Unschuldigen und es gibt genug Unschuldige, wenn man sich mal ansieht, wie sich die da zum Teil rein quetschen und wie ernst man das Thema nimmt - und in Japan gibt es keine Unschuldigen für Polizei und Richter ........ die höchste Geständnisquote überhaupt, kein Wunder, wenn man sooooo lange festgehalten werden kann und ein Rechtssystem, dass Berufung nur willkürlich erlaubt.
Die Realität in Japan ist simpel, japanische Frauen haben sich sicher weniger vor sexuellen Belästigung (egal ob körperlich oder verbal) zu fürchten, wie bei Uns hier. Ebenso gilt es für Gewalt usw..
Inwiefern es jetzt besser ist, da drüben, darüber darf man schon streiten. Ich meine der japanische Mann ist aufgrund dieser Umgebung ein Druckkochtopf ohne Ventil, heute zeigt sich das Ganze an extremen Pornos und es gab auch mal Zeiten, da haben sie in realer Umgebung gewütet und sie haben gewütet, mit Vergewaltigungen oder Rache, so wie in Deutschland, am Ende des Krieges, haben diese Dinge nicht mehr viel zu tun gehabt .....:(

Anime und Manga ist viel losgelöster von der Realität und Verhalten, als europäische Werke dazu. Die Japaner brauchen dieses Extrem, was wenig bis gar nix mit Realität zu tun hat, auf irgendeine Art um zu funktionieren.

Japans System würde auch funktionieren, wäre es noch strikt nach Tradition. Da diese aber aufbricht, bröckelt das System.
Klare Rollenverteilung hat auch Vorteile, es immer als Unterdrückung zu sehen, halte ich für falsch, zumal es ohnehin weitläufig nicht so gesehen wird und würden die Kinderzahlen stimmen, dann gebe es auch kein Problem.
Der japanische Rassismus und Konservatismus schützt das Land in gewisser Weise, es hat aber ganz andere Bedeutung dort, Geschichte prägt nun mal Leute. Es ist Identität.

Der moderne (Mittel) Europäer (ein großer Teil Europas ist da ohnehin anders drauf und je mehr man auf falsche Moral besteht und zu extremer Offenheit zwingen will, desto mehr wächst auch der Teil in Mitteleuropa, der ganz anders drauf ist, ja radikal ungut - wie ich immer sage, die beste Werbung für die extremen Rechten sind die Gutmenschen, die Klimaextremisten und die Schiffskapitäne) hat seine Geschichte und Identität im übrigen offensichtlich vergessen. Wir spielen Uns seit 70 Jahren oder weniger, wie die große Instanz auf, die die Welt retten wollen, kommen aber historisch aus dem schlimmsten Blutfass hervor und damit meine ich nicht die zwei lächerlichen Kriege, die waren überhaupt nix, in Relation.
Die Tatsache, dass Wir heute so große Reden schwingen können hat schlichtweg mit Krieg und Skrupellosigkeit zu tun. Deswegen haben Wir auch Wohlstand, nicht weil Wir so nett waren oder weil Wir geteilt haben. Raubtierkapitalismus gibt es seit 500 Jahren und mehr und wer es nicht beherrscht wird nieder gemäht.

Offenheit und Akzeptanz ist was Schönes. Ich würde es mir wirklich wünschen, man würde es hinbekommen.
Allerdings machen Uns solche Aktionen nicht stärker, Wir können sie uns nur leisten, weil Wir (noch) stark sind (und es auch bleiben werden). Allerdings nur wenn Wir mal aufhören gegen neutrale oder daran nicht interessierte Menschen zu kämpfen und ihnen Vorhaltungen und Vorschriften zu machen und dauernd mit erhobenen Zeigefinger und Heiligenschein rum zu laufen. So schafft man nur, immer und immer mehr Leute, die nun wirklich nicht hilfreich sind und der große Anteil kommt sich ohnehin wie im falschen Film vor.
Und Offenheit und Rechte bitte nicht mit Dogma und Illusion gleichsetzen. Übertrieben Offenheit fordern Geschlechter abschaffen oder zwanghaft versuchen Bereiche zu erobern, die Millionen Jahre der Evolution nicht vorgesehen haben, hilft nicht weiter und scheitert gewaltig. In übrigen schön zu sehen, in der diversen Versuchen in nordischen Staaten ... wo nun noch weniger Frauen "Männerjobs" machen, wie früher ... gerade weil man versucht hat sie dort rein zu bekommen in übrigen auch umgekehrt Männer in "Frauenjobs".
Inwiefern es Europa helfen soll, dass viele Paare nicht zur nachhaltigen Systemfinanzierung beitragen können (wie auch, die Natur sieht es nun mal nicht vor), dem ganzen System aber auf der Kasse liegen werden .....
Schließlich ist Japan und seine Gesellschaft genau wie jedes andere Land im 21. Jahrhundert angekommen.

Uns sie haben andere Schlüsse wie Wir gezogen. Zum Teil mit Erfolg, zum Teil auch nicht.

Und warum man immer glaubt, besser zu sein wie Unsere Vorfahren geht mir sowieso auf den Geist. Das 21. Jahrhundert kann mir gestohlen bleiben, es ist in jeder Hinsicht ein Rückschritt, 80er und 90er waren viel normaler, freie, entspannter. Auf die ganze gläserne und vernetzte Welt, die Unseren Geist überfordert hoch zwei, kann ich gerne verzichten. Heute hat man um jeder Ecke irre Panikmache, Gutmenschen, Radikale, Regeln und Gesetze, selbst Forscher drehen langsam durch, die reden schon Untergang der Menschheit - hallo? geht es noch.
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Meiner Elterngeneration hat der Polizist noch auf die Schulter geklopft und zum aufgemotzen Moped gratuliert, in der Schule hatten sie teilweise Waffen, von bis, zum Angeben dabei, ja ist so und nein, kein Amoklauf und jedes stinknormale Auto hat mehr Lärm gemacht, wie ein Lambo heute ......
Heute sagen Politiker, ich müsse meine Komfortzone verlassen, die seit meiner Kindheit ohnehin schon immer mehr beschnitten und mit Regeln zugepflastert wurde. Wie soll ich das 21. Jahrhundert lieben, wenn es immer mehr wie Soylent Green oder 1984 vorkommt ....?


Live is good
Sniperace

Leben und leben lassen. Wer über eine Transenwitz lachen will, der soll es auch dürfen und sich nicht erklären müssen. Wir haben bedeutend größere Probleme.
Letzte Änderung: 2 Monate 2 Wochen her von Sniperace.

Drifters 2 Monate 2 Wochen her #836293

Es ist spät und habe das gerade alles nur überflogen, weshalb ich nicht viel hier lassen möchte.
Nach dem Motto, wer sich wenig informiert sollte wenig sagen oder so :P

Serdar Somuncu hat einmal behauptet:
"Jeder hat ein Recht auf Diskriminierung." und dem stimme ich weitestgehend zu.
Denn was haben wir denn, wenn wir durch die Bank weg Witze über Weiße, Schwarze, Asiaten, Katholiken, Mormonen und weiß Gott nicht alles machen, während wir beim Ansatz eines Scherzes zur Transsexualität ins Stocken kommen, da wir befürchten etwas boshaftes oder gar unerlaubtes zu tun?
Die Antwort darauf lautet leider nicht Toleranz, sondern Exklusion.

Wir schließen damit eine Gruppe von Menschen vor einer gewissen Art des Humores aus, welcher in unserer Welt kursiert. Nicht jeder mag jeden Humor, das ist absolut verständlich und diese Ansicht kann man tolerieren. Dann sollte man allerdings auch allgemeingültig diese Art des Humors für alle Gruppierungen ablehnen und sich lediglich nicht in dieser Form stigmatisiertem Humor rühmen.
Entsprechend sollte dann eine Konsistenz herrschen, da man sonst lediglich heuchelt und nur für gewisse Gruppen eine erhöhte Toleranz empfindet, was ich persönlich nicht gut finde.

Daher stimme ich hier Sniperace mit der Überspitzung der Beurteilung zu. Schließlich sind wir alle kontextfähige Menschen und können hier, als auch in anderen Werken offensichtlich die Frage stellen und beantworten, ob diese Elemente zur direkten Diskriminierung oder Defamierung der Transsexualität dienten. Im Fall von Drifters denke ich es jedenfalls nicht.
Aus diesem Grund muss man sich in der Akzeptanz auch damit abfinden, dass eine Humorisierung vieler Themen Teil der generellen gesellschaftlichen Akzeptanz ist, auch wenn das manchen missfällt. Ich kann ja auch schlecht bei jedem Männer oder Informatiker/Nerd-Witz aus dem Häuschen fallen und mich angegriffen fühlen. Es ist einfach nicht die eigene Art von Humor und sofern ich nicht gehäuft damit angegriffen werde, so sollte es nicht störend sein.

Unter anderem z.B. ein Grund, warum ich "The IT-Crowd" einfach nicht mag, da es für mich pers. zu überspitzt ist - aber solange ich bei der Erwähnung meines Berufes nicht irgendwelches *hust* Fachwissen *hust* von Konsumenten der Serie miterleben muss, dann ist alles Ok.

Hinzu kommt eigentlich auch noch, dass der Erfolg solcher Elemente in Comedy Einlagen besonders gut funktionieren, mit der Urreaktion des Menschen und seines "warum lachen wir" Verhaltens einher geht, aber das wird mir gerade einfach unnötig zu viel, besonders für die Uhrzeit.

Daher kurz und knapp.
Mehr Toleranz für verschiedene Varianten von Humor, sofern keine boshafte Absicht dahinter steht und/oder Menschen zu Schaden kommen.

Mit freundlichen Grüßen
TheAwesomePigeon
Letzte Änderung: 2 Monate 2 Wochen her von TheAwesomePigeon.
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Drifters 2 Monate 2 Wochen her #836326

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Ich will hier nur einmal die Frage stellen, woher man weiß, dass es Jesus Christus ist? Also der schwarze König. Seine Symbole zeigen nämlich mehr auf Petrus. Jesus ist die wichtigste biblische Person, ja, aber sie ist nicht bestätigt in der Form, wie sie in der Bibel dargestellt wird. Der Anime nimmt aber hauptsächlich historische Personen her, weswegen eine biblische Figur sich schwer eignet, alleine schon weil sie historisch nicht gefestigt ist. Petrus dagegen ist einerseits im historischen Sinne viel gefestigter, auch weil es gesicherte Daten zu ihm gibt und andererseits ist er in der katholischen bzw. christlichen Kirche eine Leitperson.
Woher ich diese Annahme nehme? Das Wappen oder die Flagge des schwarzen Königs zeigt ein umgedrehtes Kreuz, so hat sich Petrus kreuzigen lassen. Man nennt auch das umgekehrte Kreuz, das Petrus-Kreuz. Außerdem ist der Stab den er führt eine weitere Darstellung. Oft wird in der Kunst und bei Zeichnungen Petrus mit einem Stab dargestellt. Jesus dagegen nicht.
Kirito and Asuna forever
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Drifters 2 Monate 2 Wochen her #836332

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Olaf144 schrieb:
Ich will hier nur einmal die Frage stellen, woher man weiß, dass es Jesus Christus ist?

Die verbreitetste Fan-Theorie scheint Jesus zu sein, deshalb hab ich sie (auch zugunsten der Promo für die Rezo) übernommen. Aber ja, du hast Recht, Petrus würde auch bzw. eventuell sogar mehr Sinn ergeben. Danke für die Information. Ändert zum Glück nicht viel an meiner Argumentation *Schweiß von der Stirn wisch*
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