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THEMA: Grand Blue

Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831024

  • Eiti
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Als ich mich zuletzt in die Kommentarsektion meiner ersten Rezension reingelesen habe – natürlich nur um die zerstörende Kritik in mich einzusaugen – musste ich zwei Dinge feststellen. Ich bin stumm wie ein Fisch und verstehe den Sinn einer ordinären Serie nicht. Ersteres kann ich gar nicht abstreiten, da mein Vater mir erst um Mitternacht erlaubt, die Liebeskugeln aus dem Mund zu nehmen (keine Sorge, man gewöhnt sich nach einer Zeit an den Würgereiz). Und Zweiteres wird wohl an meinem engelsgleichen Benehmen liegen, da ich niemals an solche schmuddeligen Gedanken kommen würde. Genauso wenig wie ich Alkohol trinken würde (da sind mir meine Gehirnzellen schon wichtiger), ich aber trotzdem an jenem Abend tat. Und an genau dem einen Abend musste ich den alten Mann aus der Pedo-Ecke begegnen, welcher mir schon wieder eine ordinäre Animeserie vorgeschlagen hat. Vielleicht sollte ich mir andere Freunde suchen. Wo war ich nochmal? Ach ja, bei der Comedy-Yuri-Yaoi-ich-werde-gezwungen-einem-Taucherclub-beizutreten-Serie Grand Blue, für Alkoholiker.

Grand Blue ist ein zwölfteiliger Anime, welcher auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Kenji Inoue basiert und in der (noch immer) unaussprechlichen Sommer-Season 2018 debütierte. Die Adaption wurde im Studio Zero-G unter der Regie von Shinji Takamatsu, der unter anderem in den Werken Gintama (Episode 1 bis 105), Sakamoto desu ga? und Binan Koukou Chikyuu Bouei-bu LOVE! mitgewirkt hat – also von jedem Comedy-Anime mal etwas.

Grand Blue handelt vom ruhigen Studentenleben in einer kleinen Ortschaft an der Küste, in der nur die Vernünftigsten leben und ihren Mitmenschen stets bei jeder Art von Problem helfen. Dies dachte sich zumindest unser wasserscheuer Protagonist Iori Kitahara, doch als er dort ankommt, erlebt er sein blaues Wunder: nackte, betrunkene, muskulöse Männer, halbnackte Tsundere-Cousinen und Lolicons. Obendrauf tritt er nach einer Sauforgie unfreiwillig dem Taucherclub Peek-a-Boo bei, welcher nicht eigenartiger sein könnte. Und das liegt nicht nur an der Menge an Alkohol, die am Tag gesoffen wird, sondern auch an den Mitgliedern und ihren Persönlichkeiten.

Da hätten wir Kohei Imamura, ein Klassenkamerad und bester Hass-Freund von Iori, welcher sein Otaku-Leben und seine Liebe für kleine, liebliche Schwestern einfach nicht verbergen kann – natürlich dürfen hier die dementsprechenden Klischees nicht fehlen. Er und Iori erfahren recht früh, dass sie etwas verbindet, nämlich die zwei muskelbepackten Taucherspezialisten Shinji Tokita und Ryujiro Kotobuki, durch die, beide in den Club der Nicht-Anonymen Alkoholiker gezerrt haben. Apropos Charaktere, die genauso aus einem JoJo-Part stammen könnte: Shinji und Ryujiro sind nicht nur Klassenkameraden von Iori (was für ein Zufall), sondern ziehen sich gerne komplett aus. Obendrauf sind sie auch die Tauch-Lehrmeister und Lebensberater von unseren unzertrennlichen Freunden, die einen ungesunden Alkohol-Konsum besitzen, und versorgen unsere zwei Trunkenbolde mit Weisheiten. Genauso oft sie saufen, bringen sie Iori und Kohei zum Nachdenken. Und mit Nachdenken meine ich ihre Tipps, welche sie erzählen, dass sie nichts beurteilen sollen, bevor sie es nicht selbst probiert haben. So kommt es des Öfteren nach meinem „Wenn du etwas willst, dann mach es, BASTA!“-Motto vor, dass unsere Trunkenbolde für einen Abgang in die Tiefen der Minecraft-Unterwasserwelt zwar motiviert sind, nur um im nächsten Moment in eine weitere Sauforgie geritten zu werden.


Apropos Saufen bis die Ambulanz kommt: Nanaki Kotegawa ist nicht nur die Kapitänin von Peek-a-Boo, sondern trinkt, wie es sich für eine hübsche Cousine von Iori gehört, keinen Alkohol. Außerdem steht sie auf ihre wohlgeformte Schwester Chisa. Sie versucht stets ein Vorbild zu sein, verliert aber sofort die Fassung, wenn sie Chisa in einem niedlichen Kleid oder einem Schwimmanzug sieht, und kann nicht anders, als dutzende Fotos von ihr zu schießen – irgendwer muss sie ja stalken, also warum nicht gleich die Schwester. Apropos Schwesterliebe: da jede Serie mindestens eine Tsundere benötigt, um auch die Masochisten unter uns zu stillen, ist Chisa hier. Sie ist eine Tauch-Liebhaberin und kein Fan von den Saufgelagen – verständlich. Dies, gepaart mit den Beleidigungen einer Tsundere und schon haben wir eine Waifu, die diesmal weder zu jung, noch zu alt ist. Dass aber selbst die Tsundere-Waifu schlechthin Konkurrenz in Form einer bisexuellen, violett-haarigen mit dem Namen Azusa Hamaoka bekommt, wird wohl niemanden wundern. Vor allem, da sie mit ihrer direkten Art, Dinge auszusprechen, einfach mein Herz erobert hat. Endlich habe ich eine Frau gefunden, die es auf den Punkt bringt und nicht minutenlang über irgendetwas redet, das out-of-context ist und wäre sie noch in der Schule, zu einer Themenverfehlung führen würde. Da ist auch ihr enormer Alkohol-Konsum verkraftbar.


Jeder, der sich die – überhaupt nicht langen – Charakterbeschreibungen sorgfältig durchgelesen hat, wird bemerkt haben, dass hier auf eine seltsame Kombination von Personen gesetzt wird, um die Anzahl von verrückten Ereignissen hoch zu halten. Dafür wird gesorgt, dass während der Serie nie Langeweile entsteht und der eine oder andere Lacher aufkommt. Immerhin ist in einem Comedy-Anime die Unterhaltung ein wichtiger Punkt, und dies schafft der Anime mit Bravour. Da kann es schon passieren, dass sich Iori und Kohei Schuluniformen anziehen müssen, um den Männer-Schönheitswettbewerb gewinnen zu können, damit sie sich mit dem Preisgeld ihr Taucher-Equipment leisten können. Das noch gepaart mit der Aufgabe, Chisa zu überreden, am Mädchen-Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Obendrauf noch ein Tennis-Club, welcher sich ebenfalls das Preisgeld unter den Nagel reißen möchte und gleichzeitig Mädchen mit viel zu übertrieben aufgesetzten Makeup ausnutzt, und so haben wir einen Salat mit einem Dressing, welches einen hohen Alkoholgehalt beinhaltet. Aber nicht nur der Alkohol geht auf die Leber, sondern auch der andauernd an den Kopf des Zuschauers knallende Humor – in einem positiven Sinne.


Ich glaube ich spreche hier für jeden, wenn ich sage, dass in einigen Fällen der Comedy-Anteil einer Serie schon abgenutzt ist, bevor der erste Satz gesagt wurde; von mit Fremdscham gefüllten Witzen und Aktionen, bis hin zu schnulzigen Lauten und überraschenden Schreien, die aussagen sollen, wie sehr der Charakter mit der Situation nicht klarkommt. Ein gutes Beispiel für solch langweiligen Humor wäre der Protagonist aus Black Clover, Asta, welcher mit seiner ohnehin schon dümmlichen Art alles, was sein Squad-Captain ihm mitteilt, entweder mit funkelnden Augen oder mit einem lauten Kreischen beantwortet. Ist beim ersten Mal vielleicht noch witzig, aber dieses Verhalten jede Folge zu ertragen erfordert mehr Arbeit, als es sein müsste. Umso erfrischender ist die Art von Humor, welcher in Grand Blue angestrebt wird.

Vielleicht liegt es an dem Fakt, dass ich mit genau null Erwartungen an die Serie heranging und am Ende mit nackten, betrunkenen Männern endete, oder einfach an den daraus resultierenden Situationen, welche mir umso überraschender vorkamen, wodurch sie einfach perfekt in den Stil der Serie passen. Da reicht schon das plötzliche Anstarren eines Biers und jeder spielt nackt Schere-Stein-Papier. Wenn ich dann noch eklige Gesichtsausdrücke bekomme, wenn Iori und Kohei wieder etwas aushecken oder sich gegenseitig an die Gurgel gehen und komplett falsche Bedeutungen in die simpelsten Dinge rein interpretieren, dann kann ich schon glücklich sterben. Ach so, kommt eh alles vor? Ja, dann war es das wohl mit mir, Eiti out. Oder doch nicht?

Dachtet ihr etwa wirklich, dass ihr mich so einfach los werdet? Dabei muss ich doch noch den Elefanten im Raum ansprechen, bevor diese Rezension mit einer Happy-End-Massage den Vorhang fallen lässt: das Tauchen. Da es in der Serie eigentlich um einen Taucherclub geht, wird wohl auch oft genug in die Welt der Zoras abgetaucht oder? Nicht wirklich, um es sogar genauer auszudrücken so wenig, dass allein in den ersten sechs Folgen nur einmal richtig getaucht wird und selbst da nur für eins bis zwei Minuten. Das könnte einige abschrecken, die von einem Anime, der den Tauchsport thematisiert, tatsächlich auch Tauchen erwartet hätten. Hierbei wird nämlich mehr Wert auf die Vorbereitung und den Lernweg gelegt, als auf das Reich der Karpadore. So kann (und wird) es vorkommen, dass unsere Neuankömmlinge erst am Ende der Serie an der tatsächlichen Taucherprüfung antreten und wir uns die Frage stellen, was sie mit ihrem neuerlernten Wissen anstellen werden. Dies könnte einige Taucherfans abschrecken oder beglücken; aber da ich ohnehin noch nie in meinem Leben abgetaucht bin, war der Weg ins Wasser dennoch etwas lehrreich (und das, obwohl größtenteils gesoffen wird) und eine gewünschte Abwechslung, nach den ganzen Höschen. Schlussendlich ist noch eins zu sagen:

Grand Blue scheint zwar (wie hier beschrieben) ein lustiger und amüsanter Anime zu sein, aber dies ist er nur in den richtigen Augen. Immerhin muss man schon eine gewisse Art von Humor besitzen, um die enorme Anzahl von nackten, betrunkenen und muskulösen Männern zu ertragen. Auch die zusammengewürfelten Charaktere und ihre Klischees werden nicht jedem gefallen. Aber – und das ist ein großes ABER – wenn ihr ohnehin von einem Anime, in welchem es um das Tauchen geht, nicht viel vom Tauchen erwartet und man ein Fan von einer gewissen Randomness sowie einer verrückten Ansammlung von Charakteren ist, dann kann diese Serie sehr wohl das Richtige für euch sein. Oder Ihr holt euch einfach Minecraft und erkundet dort die Unterwasserwelt. Wird auch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Euer Eiti


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Letzte Änderung: 3 Monate 1 Woche her von Eiti.

Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831121

Guter Anime und gute Rezension :D
Letzte Änderung: 3 Monate 2 Wochen her von Yuichiro-kun.

Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831129

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Sehr gute Rezension! Schön passend zum Stil vom Anime forumuliert ;)
Kann man schön so stehn lassen. Fand den Anime ja auch selbst sehr erfrieschend was Comdey betrifft, nicht wie all die vielen stumpfigen 0815 Fun Serien... und der Vergleich mit Black Clover hat mir gefallen xD, stimme ich dir zu 100% zu. Aber auch die Animation war sensationell hat mich diesbezüglich sehr an "Prison School" erinnert.
Also denke ich, wem Prison School gefallen hat...dem wird auch eher Grand Blue gefallen können ; )
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Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831133

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Der Anime war nicht mein Fall, war mir dann doch alles ein bisschen zu random, aber die Rezension war auf jeden Fall sehr unterhaltsam :D

Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831137

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Die Rezension war echt gut, sie war angenehm zu lesen und vor allem unterhaltend, weiter so!
Ich kann deine Worte nur unterstreichen, ich persönlich hab diese Randomness geliebt und mich stellenweise tot gelacht.
Außerdem kann ich miso-AMV nur zustimmen, wer "Prison School" mochte, der wird auch mit hoher Wahrscheinlichkeit "Grand Blue" mögen, da die "ekligen Gesichtsausdrücke" denen von "Prison School" sehr ähnlich sind. (Hab ich zumindest beim Anschauen gefeiert.)
"This scene which should be only gruesome...however...instead...it was like an inimitable painting."
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Grand Blue 3 Monate 2 Wochen her #831139

Nice Rezension!

Also ich finde den Anime einfach klasse. Im Genre Komödie ist er einer meiner lieblings Anime geworden.
Außerdem ist der Introsong einfach geil.

Grand Blue 3 Monate 1 Woche her #831141

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Danke für deine Rezension! Ich will diesen Anime schon länger sehen als Gintama Fan und die sowieso gern verschrobenn Humor sieht.
Ich bin schon vorfreudig mich in Grand Blue zu stürzen ich bin positiv dass er einen Platz mit als Lieblingsanime finden kann ^^

Grand Blue 3 Monate 1 Woche her #831142

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Ich habe zwar nur zwei Folgen gesehen, bin aber dafür schon seit Ewigkeiten beim Manga dabei. Ich würde der Rezension größtenteils Zustimmen, außer dass ich noch nen Schritt weiter gehen würde und sage das ist das beste was das Genre "Comedy" zu liefern hat.
~Ich mache keine Rechtschreibfehler, entweder lest ihr falsch, es sind Eigennamen, Neologismen oder Schreibdialekt, was auf keinen Fall unter die Kategorie Neologismus fällt.

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Grand Blue 3 Monate 1 Woche her #831220

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Habe den Anime nicht geschaut, auch davor noch nie davon gehört. Hat mich auf jeden Fall davon überzeugt mich selbst mal "ins kalte Wasser zu werfen" (pun intended) und mir eine Folge anzuschauen.

Schreibstil finde ich auch ziemlich amüsant und "erfrischend" (STREAK!), wobei da doch zu wenige Puns bei so 'ner guten Vorlage vorhanden waren.
Der Text lässt sich auch "flüssig" lesen (Ich hör jetzt auf). Mach weiter so, bleib am Ball und "geh nicht unter" (Hm..).

Also dann, ich mach auch mal 'nen Abgang... Oder "Tauchgang".
Cheers, ody!

*blub*
Letzte Änderung: 3 Monate 1 Woche her von odyy.
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