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THEMA: Quan Zhi Gao Shou

Quan Zhi Gao Shou 3 Monate 3 Wochen her #830687

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Killerspiele? Soziale Isolation? Zeitverschwendung? Vorurteile, mit denen immer noch ein Großteil unserer Gesellschaft dem Hobby Videospielen entgegentritt. Diese „Zeitverschwendung“ hat es heute aber bereits weit über den Hobby-Status hinausgeschafft. In Ländern wie den USA, einem Großteil von Asien – vor allem in China und Südkorea – oder auch europäischen Ländern wie Frankreich (Deutschland weigert sich noch!) ist das professionelle Spielen offiziell als Sport, genannt eSports, anerkannt worden. Neben der Anzahl der Spieler wächst auch die Fangemeinde stetig weiter. Grund hierfür sind die zahlreichen Profispieler, die auf YouTube oder Twitch durch Livestreams mit den Fans direkt interagieren und die groß aufgezogenen, weltweit stattfindenden Events. Über 25 Millionen Dollar Preisgeld beim Dota-Turnier The International 2018 in Toronto. 99,6 Millionen einzelne Viewer bei den LoL World Championships 2018 (bis zu 44 Millionen gleichzeitig). Beeindruckende Zahlen. Auch in Anime dienen Videospiele des Öfteren als Aufhänger – man denkt an Isekai-Titel wie .hack//SIGN, SAO, Overlord oder Log Horizon. Die Idee, das professionelle Videospielen als zentralen Gegenstand der Handlung zu verwenden, wurde von Animationsstudios aus dem Land der aufgehenden Sonne bisher jedoch nicht in Betracht gezogen. Selbst Randsportarten wie Turmspringen (Dive!!) oder das kompetitive Tanzen (Ballroom e Youkoso) wurden mit einer Adaption versehen, während dem elektronischen Sport, trotz des weltweiten Erfolgs, dennoch keine Beachtung zukam. Ein Zugeständnis an die Erfolge dieser Sportart seitens Japans bleibt durch den rezensierten Titel aber weiterhin aus, denn Quan Zhi Gao Shou – oder einfach The King‘s Avatar – ist eine chinesische Produktion. Ist es dem eSports-affinen Land China gelungen einen thematisch authentischen Anime zu produzieren, der es vielleicht schafft die japanische Industrie zum Umdenken zu bewegen? Und viel wichtiger: konnten sie das Besondere, das den aufstrebenden Sport so populär macht, einfangen?

Der Anime The King‘s Avatar erschien zur Spring-Season 2017 und umfasst 12 Episoden. Die Web-Novel-Adaption wurde vom chinesischen Studio G. CMay Animation & Film produziert. Darauf folgte im Frühling 2018 eine dreiteilige ONA-Reihe und diesen Sommer wird der Anime sodann um eine zweite Staffel erweitert. Die Vertonung der Show erfolgte mit chinesischen Synchronsprechern, was viele Anime-Fans zu Beginn nicht nur thematisch, sondern vielleicht auch sprachlich unbekanntes Terrain betreten lässt.

Die Handlung von The King‘s Avatar lässt sich relativ einfach zusammenfassen. Der Protagonist Ye Xiu, auch Gott-Qiu genannt, ist eine Legende im fiktiven eSports-MMORPG Glory. In der frühen Geschichte des Spiels gewann er mit seinem Team Excellent Era gleich drei aufeinanderfolgende Titel. Aufgrund ausbleibender Erfolge späterer Jahre wird Ye Xiu zu Beginn der Show vom Manager seines Teams vor untragbare Bedingungen gestellt, wodurch ihm nichts anderes übrigbleibt, als seinen Rücktritt von der professionellen Bühne bekanntzugeben. Dieser ist jedoch mit einer einjährigen Zwangspause vom Profisport verbunden, was für den 25-Jährigen eine große Strafe bedeutet, denn die normale Sportler-Karriere im eSport geht, bedingt durch die nachlassenden Reflexe, meist nur maximal bis zu den Mittzwanzigern. Seinen Account, samt seines Charakters One Autumn Leaf, in den er seine gesamte bisherige Spielzeit investierte, musste er ebenfalls seinem ehemaligen Team hinterlassen. Auf der Suche nach einem neuen Job wird er auf ein naheliegendes Internetcafé aufmerksam, in dem er prompt als Betreuer eingestellt wird. An seinem ersten Arbeitstag eröffnet das Spiel Glory seinen zehnten Server. Er fasst den Entschluss mit einem neuen Charakter, hier, im Internetcafé, an seinem Comeback zu arbeiten und seine Leidenschaft für das Spiel wiederaufleben zu lassen.



Alle kennen sie, weitaus weniger mögen sie: Die Rede ist von Sport-Anime. Die Geschichte eines High-School-Teams, das sich durch hartes Training und Teamarbeit schließlich bis an die Spitze der Nation arbeitet. Der stetige Hintergedanke Ganbatte – gib alles und du wirst es schon schaffen! Mit dieser altbewährten Tradition bricht The King‘s Avatar jedoch, denn hier findet man – hergehört Gegner der klassischen Sportserien – keinen generischen Anime des Genres wieder. Vielmehr erinnert er ein wenig an One Outs, der die harte Wirklichkeit des Profisports darstellt. Der Leistungsdruck, der Kommerz, die Rivalität. Es geht um das Geld und den Erfolg. Ergebnisse zählen. So wird auch unser Protagonist mangels ausreichender Erfolge einfach auf die Straße gesetzt. Austauschbar. Der Posten des Team-Captains wird ohne weiteres einfach neu besetzt. Diese „nette“ Abwechslung zum Schulsport bringt einige erfrischende und durchaus realistisch wirkende Aspekte mit sich. Man bekommt Einblicke, dass eSports eben nicht nur einfaches Zocken ist, sondern die jeweiligen Profi-Teams ein hartes Training unterlaufen müssen. Hierzu gehören eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf – ja selbst Lehrstunden über Spieltheorie und Spielmechanik gehören zum Programm. Ebenso wird die Rolle als Person der Öffentlichkeit mit den damit einhergehenden Pflichten sowie das Ausmaß der zunehmenden Popularität beispielsweise durch Werbeverträge der E-Sportler gut dargestellt.

Den Vorteil bekannterer Sportarten wie Fußball, Basketball oder Volleyball, bei denen die grundlegenden Regeln allgemein bekannt sein müssten, hat The King‘s Avatar als fiktiver eSports-Titel mit einem unbekannten Regelwerk nicht. Der Zuschauer findet sich in einer MMORPG-Welt wieder, welche mit einer Vielzahl an Klassen, Skills, Waffen- und Monstertypen, Dungeons oder unterschiedlichen Gebieten relativ komplex erscheint. Für den erfahrenen MMO-Spieler mag vieles logisch und vertraut wirken. Für den sogenannten Noob macht der Anime aber nicht den besten Job, das Spielprinzip zuerst einmal richtig zu erläutern. Gerade der Unterschied zwischen der Anfängerebene und der eSports-Komponente wird hier nicht richtig herausgearbeitet. Ebenso wirkt die Wahl eines MMORPGs als eSports-Titel etwas unglücklich, so dominieren doch eigentlich MOBAs wie Dota 2 oder LoL und First-Person-Shooter wie Counter-Strike die eSport-Szene. Das Problem an MMORPGs ist schlichtweg die fehlende Chancengleichheit, aufgrund unterschiedlicher Level oder Ausrüstungsgegenstände, die einfach durch eine längere Spielzeit erlangt werden können. Der eigentliche eSports-Gedanke, das Gegenüberstellen von reinem Skill vs Skill, gerät so in den Hintergrund. So besitzt Ye Xiu, aufgrund seiner speziellen Waffe und der Vielfalt an Charakterfähigkeiten, so scheint es, oft von Grund auf einen gewaltigen Vorteil. Neben der Tatsache, dass so kein wirklich authentischer Bezug zum eSport hergestellt werden kann, mangelt es der Serie ebenfalls an einem weiteren, dem Sport-Genre typischen, Element.

Es fehlt der ahnungslose Nebencharakter, der hier und da eine dumme Frage einwirft, die vom Hauptcharakter oder einer anderen Person am Rand des Geschehens, ganz nebenbei, beantwortet werden kann. Weder der Zuschauer, noch die unerfahrenen Mitbestreiter in Boss-Kämpfen, verstehen die Regieanweisungen des Protagonisten wirklich genau. Erfolge, in Form von Belohnungen aus dem Kampf, können so zweifelsohne erreicht werden. Ein Erklär-Effekt geht dadurch jedoch über weite Strecken, gerade zu Beginn der Staffel, verloren. Apropos Verluste. Immer wieder bemerkt unser Protagonist, dass, was auch als Seitenhiebe auf die eSports-Branche gesehen werden kann, in Glory bei vielen etwas ganz wichtiges verschwunden ist. Gemeint ist, bedingt durch den ansteigenden Leistungsdruck und kommerziellen Aspekt des Sports, der Spaß an Glory, am Spiel selbst, der stetig, und bei manchen sogar bereits komplett, verloren gegangen ist.



Das Wiedererwecken der Freude am Spiel fällt unserem Hauptdarsteller hingegen nicht besonders schwer, denn einen Großteil, der in der Show enthaltenen Comedy-Einlagen machen Troll-Aktionen des ehemaligen E-Sportlers aus. Seien es Quests, Bosskämpfe oder einfach normale Dungeons, Ye Xius neuer Charakter, Lord Grim, versucht durchweg den meisten Spaß am Spiel herauszuschlagen; wortwörtlich gesprochen findet er sehr viel Gefallen daran, anderen Spielern eine Abreibung zu verpassen oder sie auch einfach im Handel um wertvolle Gegenstände übers Ohr zu hauen. Der neu erstellte Charakter nimmt die wohl größte Rolle der Serie ein. In Glory gibt es eine Auswahl von 24 Klassen an verschiedenen Charaktertypen. Der neue Avatar der Hauptfigur jedoch spezialisiert sich auf keiner dieser. Er wird zum sogenannten „Unspezialisierten“, was es ihm ermöglicht, zwischen circa 120 verschiedenen Skills aller anderen Klassen auszuwählen, dies natürlich auf etwas niedrigerem Stärkelevel. Im Normalfall besteht hier, neben den schwächeren Skills, der Nachteil, dass verschiedene Fähigkeiten nur durch bestimmte Waffentypen eingesetzt werden können und ein Wechsel der Waffe zu viel Zeit in Anspruch nehme. Dies umgeht Lord Grim aber geschickt durch das Kreieren einer eigenen, speziell angefertigten Waffe, die eine weitere, sehr wichtige Rolle in der Show einnimmt. Sie kann zwischen Speer, Schwert, Gewehr, Schild und vielen weiteren Formen beliebig und ohne großen Zeitaufwand hin- und herswitchen – fertig ist ein klassischer Overpowered-Charakter! Nicht nur besitzt unsere Hauptfigur acht Jahre Spielerfahrung auf Profiniveau, er hat auch noch immer wahnsinnige analytische Fähigkeiten und sein APM-Wert (Action per Minute) schraubt sich je nach Gegner gefühlt bis ins Unendliche. Während die meisten Schlagabtäusche nur zur Darstellung der alles überlegenen Skills von Lord Grim dienen, schafft es der Anime dennoch in dem einen oder anderen Kampf Spannung zu erzeugen, denn wie der weitere Verlauf der Serie zeigt, scheint Gott-Qiu nicht der einzige mit übermenschlichen Fähigkeiten zu sein.



Der erfahrene MMO-Spieler weiß, dass 1vs.1-Kämpfe, bei denen nur die eigenen Skills im Vordergrund stehen, jedoch bei weitem nicht alles sind, was ein solches Spiel zu bieten hat. Dungeon-Kämpfe erfordern beispielsweise die Koordination mehrerer Mitspieler. Ein Team ist also notwendig, um auch jeden Bosskampf gewinnen zu können. Bei Serverbeginn agiert unser Protagonist zunächst als der mysteriöse und Zero-Fucks gebende Einzelgänger, bildet aber im weiteren Verlauf einen Kader an Spielern, welcher, teils mit Profispielern, teils aber auch mit völligen Anfängern, stetig erweitert und schließlich zu einem richtigen Team heranwächst. Die erfrischend wirkenden Charakterdesigns sowie die gänzlich unterschiedlichen Spielerklassen und Persönlichkeiten der Teammitglieder hinterlassen einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer und wirken sofort sympathisch. Schade ist nur, dass es keinen klassischen, Sport-Anime-typischen, Trainings-Arc gibt, bei dem die ingame-Fortschritte eindeutiger dargestellt werden und auch im Real Life mancher Charakter nochmals an persönlichem Tiefgang gewinnen kann. Die Charaktere werden eben einfach stärker. Dies muss man als Zuschauer so hinnehmen. Eine logische Erklärung ist die Tatsache, dass oft ausgeführte Combos mit der Zeit natürlich schneller vonstattengehen und eine höhere Spielerfahrung den einzelnen Spieler generell besser werden lässt. Aber sind logische Gedankengänge bei einem „normalen“ Anime-Fan überhaupt wünschenswert? Kleiner Spaß am Rande. Man merkt zumindest, dass, vor allem im späteren Verlauf der Staffel, Angriffe, die vielleicht zu Beginn etwas unkoordiniert wirkten, und auch die Einzelkämpfe der Teammitglieder wesentlich besser funktionieren. Immerhin ist die Entwicklung, wenn auch nicht charakterlicher Natur, so etwas erkennbar.

Trotz der Verbesserung des Teams, werden die Gefechte nach wie vor orchestriert und dominiert vom genialen Strippenzieher Ye Xiu. Neben dem gut auserzählten Protagonisten, fehlt der oben angemerkte Tiefgang anderer Charaktere etwas, eben weil sie so interessant gestaltet sind. Hier wird eher auf das Prinzip der Quantität statt Qualität gesetzt. In fast jeder Folge werden neue Spieler eingeführt, die einen des Öfteren durch die verschiedenen Namen (echte Namen, Spielernamen, Namen verschiedener Accounts) schlichtweg überfordern. Ganz zynisch gesprochen wirken die Charaktere neben Gott-Qiu stellenweise als bloße Mittel zum Zweck, denn alleine kann Lord Grim anscheinend keinen neuen Speed-Rekord in den Boss-Kämpfen aufstellen. Speed-Rekorde aufstellen? Ja, denn worum geht es eigentlich noch gleich? Klar, Comeback-Geschichte und so weiter, aber dieses findet eben erst in über einem Jahr statt. Die Tatsache, dass kein klar definiertes Ziel wie beispielsweise der Gewinn einer Meisterschaft oder ein zu überwindender Rivale feststeht, ist im Sport-Genre sehr untypisch und nimmt der Serie einiges an Spannung. The King’s Avatar fühlt sich oftmals gar wie ein reiner „Slice of Virtual Life“-Titel an. In nahezu jeder Episode will unser Held einen anderen Boss in Rekordzeit erledigen (und generell den First Kill absahnen) oder auch einfach die großen Gilden trollen, indem er ihnen ausbeuterische Deals vorschlägt. Es ist wie ein „die Zeit totschlagen“, bis die Einjahressperre endlich aufgehoben wird. Die täglichen Kämpfe mit stärkeren Gegnern halten ihn hierbei quasi in Form und dienen, als netter Nebeneffekt, zusätzlich dem Training des neuen Teams.



Die zahlreichen Dungeon- oder 1 vs. 1-Kämpfe bieten dennoch durchaus ein Highlight. Man sollte meinen, dass aufgrund des unbekannteren Studios aus China bezüglich der Animationen nicht viel Positives gesagt werden kann, jedoch muss sich das Studio G. CMay Animation & Film keineswegs hinter bekannteren japanischen Studios verstecken. Klar sind hier und da auch etwas schlechter aussehende CGI-Effekte vorhanden und manche Figuren, die abseits der Hauptperson an den Computern sitzen, erinnern wohl eher an Figuren aus einem Teil der Sims-Reihe. Die Kampf-Animationen beeindrucken jedoch nahezu jedes Mal und machen dadurch jeden Schlagabtausch gerade optisch zum Highlight. Neben den Animationen ist hervorzuheben, dass mittels geschickter Perspektivenwechsel für Abwechslung gesorgt wird. Hier wird im Kampf der Fokus aus dem Spiel raus, auf den Spieler selbst und seinen Skills am Keyboard und der Maus gelegt. Vor dem Bildschirm, also abseits des In-Game-Kampfes, lässt die Animation leider etwas an Qualität nach. Hier könnte der direkte Vergleich der Fingergeschwindigkeit (APM) am Keyboard, welcher in so manchen Gefechten die Spannung nochmals intensiviert, wahnsinnig toll aussehen. Natürlich braucht es nicht ganz so viel Schweiß wie in Hanebado!, aber etwas mehr Anstrengung könnte man den Spielern hier und da doch anmerken. Studio G. CMay Animation & Film schafft es durch die gut inszenierten Perspektiven und mit der richtigen musikalischen Untermalung (das Opening und Ending haben übrigens auch Anime-Playlist-Potential), stets die Spannung aufrechtzuerhalten. Auch abwechslungsreich gestaltet, ist der Einsatz von Profitechniken, inszeniert durch einen Blick auf die geschickten Handbewegungen der Profis, wodurch sich der E-Sportler erkennbar vom gewöhnlichen Spieler abgrenzt. Der Trashtalk im Schlagabtausch untereinander rundet das ganze wunderbar ab, wodurch jeder Kampf, bei dem sich Lord Grim zumindest etwas anstrengen muss, Spaß beim Zuschauen bereitet.

Hat es der Anime nun geschafft einen authentischen eSports-Anime darzustellen? Die etwas unglückliche Wahl eines MMORPGs, die Tatsache, dass ein Großteil der Staffel eben eher die Anfänger-Ebene beleuchtet und auch der fehlende Tiefgang im Team-Building, was für modernere Sportserien typisch ist, sprechen dagegen. Der Anime ist nun aber keinesfalls ein Fehlschlag. Denn wenn The King‘s Avatar es auch nicht schafft den eSport perfekt darzustellen, ist der Anime aber vor allem eines: wahnsinnig unterhaltsam. Man hat einen Protagonisten mit schlüssigen Motiven, einer interessanten Vergangenheit und einer Comeback-Geschichte, die einen mitfiebern lässt. Das Team ist trotz des fehlenden Tiefgangs einzelner Spieler dennoch sympathisch und der Mix aus Profis und Anfängern harmoniert gut miteinander. Generell schafft die Show es, Lust an dem Spiel auszulösen und auch die Leidenschaft des Hauptcharakters überträgt sich auf den Zuschauer. Was das Ganze wiederum traurig macht, ist die Einsicht, dass das Spiel eben nicht in unserer Welt erhältlich ist. Die, wenn auch wenigen, Einblicke in den eSport sind wohl auch der geringeren Episodenzahl geschuldet, die einen selbstverständlich nicht überall bis ins kleinste Detail blicken lässt. Hier schafft glücklicherweise die kommende zweite Staffel Hoffnung auf mehr. eSports wird in den kommenden Jahren immer größer werden und dass es auch in Kombination mit Anime funktionieren kann, hat The King‘s Avatar eindeutig bewiesen. Als großer Fan des Sport-Genres bin ich gespannt und hoffe, dass gerade Studios wie Production I.G sich die Serie genauer anschauen und das Anime-Potential des aufstrebenden Sportes anerkennen.
Letzte Änderung: 2 Monate 3 Wochen her von Kuebert.

Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831632

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So will nur mal eine kleine Sache an merken. Du meinst Ye Xiu oder Lord Grim macht das meiste nur um Zeit tot zu schlagen. Er macht das aber eigentlich (soweit ich weiß gern verbessern falls ich falsch liege) um Materialien für seine Waffe zu bekommen die sehr viele braucht da sie viele verschiedene formen besitzt und Lord Grim erst zu dem macht was er ist ohne diese währe er sein Charakter nicht möglich.

Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831638

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@Gilgamesh
Also du hast schon recht, dass zu Beginn Materialien für die Waffe benötigt werden. Sobald diese jedoch hergestellt ist, was ja relativ früh im Anime vorkommt, wirkt es eben sehr repetitiv. Man bekommt auch nie wirklich gezeigt, wie diese genau verwendet werden und was, wofür benötigt wird. Es mag sein, dass für ständige Upgrades Loot notwendig ist, aber das sollte sich meiner Meinung nach nicht über die ganze Serie ziehen und nimmt eben Platz für andere Handlungsstränge, wie beispielsweise den Fortschritt in der Main-Story, was der Spannung nicht wirklich gut tut.

Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831640

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Ich habe mich damals an den ersten beiden Folgen des Animes versucht, aber es war nicht wirklich was für mich. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass ich der eSport-Szene allgemein nicht viel abgewinnen kann. Ich liebe zwar wie du das Sport-Genre, habe in King's Avatar aber nicht wirklich einen Sport-Anime gesehen... Es gibt Parallelen, doch wie du ja aufgeführt hast, fehlen einige Elemente (wie ein festes Ziel oder Trainingsarcs), die für das Sport-Genre typisch sind. Obwohl ich genreuntypische Animes wie zum Beispiel Ping Pong, welche sich hauptsächlich um die Charaktere drehen, genauso gut, wenn nicht sogar besser finde. Mein Desinteresse am Anime liegt wohl also darin begründet, dass ich dem Setting an sich nicht viel abgewinnen konnte (zumindest dem Bisschen, das ich gesehen habe). Für mich war da einfach ein Typ, der den ganzen Tag am PC hockt und Gegner schnetzelt, was ich einfach zu repetitiv fand. Und wie du sagst, ändert sich an dieser Formel ja nicht allzu viel, also denke ich schon, dass mein Abbruch die richtige Entscheidung war.

Ich bin mehr so ein Fan von Net-juu no Susume. Da geht es zwar auch um MMOs, aber das Thema wird komplett anders angegangen. Es geht nicht ums Kompetitive, das Spiel ist nur Mittel zum Zweck, um eine Romanze ins Rollen zu bringen. Das ist mehr so mein cup of tea. ^^

Danke jedenfalls für diese ausführliche Rezension, Kuebert. Sie ist schon ziemlich lang, aber interessant genug, dass ich sie komplett gelesen habe. Gute Arbeit.
Letzte Änderung: 2 Monate 3 Wochen her von Plinfa-Fan.
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Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831655

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Kurze Anmerkung sein Team heiß Excellent Era, das genannte Excellent Dynasty ist die Ingame Gilde.
Ich bin von diesem Anime sehr begeistert, kann die Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen.
Für einen Seher der sich nicht mit eSports und MMO beschäftigt, ist die Serie schwer zu verstehen.
Wir werden sehen was uns die zweite Staffel bringen wird, da die Web-Novel über 1700 Kapitel hat
und die Animeadaption sehr viel Luft nach oben hat.
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Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831657

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Ich denke was man an diesem Werk sehr gut sehen kann, ist dass die Chinesen eine andere Philosophie beim adaptieren als die Japaner haben. Jeder der schon diverse chinesische Web Comics gelesen hat, weiß wohl was ich meine. Die chinesichen Adaptionen sind meiner Meinung nach in erster Linie für die Leser der Originalstory gedacht und erst in zweiter Linie für Neulinge des Werkes. Was nicht heißt, dass es viele gute Werke gibt die auch an sich gut begeistern können, wie eben hier Kings Avatar. Ich hatte den Anime 2 mal durchgeschaut, bevor ich mit der Webnovel begann (nicht Light Novel wie in der Rezo steht). Viele Sachen aus dem Anime sind durch die Novel klarer geworden, besonders die Charaktere für die im Anime nicht ganz so viel Zeit war. Vor allem die viele andere Pro Spieler die im Anime gezeigt werden, sind in der Novel besser beschrieben.
Wer damit aber zurecht kommt bekommt einen echt guten und etwas erwachseneren Sport/Gaming Anime. Ich hatte den Anime wie gesagt 2 mal geschaut ohne die Novel zu lesen und war begeistert. Das sollte auch den Kritikpunkt mit den mangelnden Erklärungen abdecken. Viele Sachen kann/muss man sich denken, sind aber recht einfach zu erschließen. Wer wirklich bis ins Detail alles erklärt haben will, muss die Novel lesen. Da dauern manche Kämpfe schon mehrere Kapitel.

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Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831665

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@ Ivanneth und gozer
Entschuldigung für die beiden Fehler, habe sie sogleich ausgebessert. Danke für das genaue Lesen/Anhören meiner Rezension!

Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831670

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Ich mag The King's Avatar sehr, habe den Anime bestimmt 4 Mal gesehen und finde ihn iimmernoch für absolute Klasse *o-pfeif*
Wenn jemand sagt er guckt es nicht, weil es nur eine chinesische Synchro hat, OKAY, trotzdem ist The King's Avatar super!*o-love2*
Prinzipiell hast du in der Rezension alles abgedeckt, was der Anime einen bietet... nur da gibt es zwei Sachen die ich anmerken möchte, denn
1. Die Artworks die das Studio benutzt sind sehr gut (finde ich) (wir reden nucht über die CGI Effekte) nur das Problem dabei ist, dass sie diese Artworks immer wieder verwenden bzw. recoulorn, denn Am gegen Ende der 1. Staffel wird ein weiteres Team eingeführt, dessen Captain Gott Ye zum verwechseln ähnlich sieht (es wurden lediglich die Farben der Kleidung, Augen und Haare geändert). Dazu kommt, dass im Anime von Twin Spirit Detectiv das Artwork von Gott Ye für die beiden Zwillinge (wie der Titel verrrät) benutzt. Schlimm finde ich das nicht, aber es wirkt nach zich folgen ernüchternd.
2. Die Erklärphase: So gut wie gar nicht existent. Okay, das stimmt so, nur mich hat es nicht gestört, denn mein erstes MMO Erlebnis hatte ich erst nach dem 2. mal durchgucken von The King's Avatar und ohne Kontext kommt man auch so mit (finde ich), da alles doch schon stark Runtergebrochen wurde (Ähnlich wie Initial D: dort haben die Neo Tokyo Fansubs auch alles mit "Fußnoten" erklärt, sodass auch Leute die kein großes Interesse an Autos haben mitkommen). *o-emo*
Das die ganzen Charaktere nicht sonderlich ausführlich beschrieben werden konnten lag wahrscheinlich daran, dass der Anime leider nur 12 Folgen für die 1. Staffel bekommen hat, was angesichts der Masse an Charakteren und der durchgekloppten Handlung viel zu wenig waren.
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Und beim Thema Videospielwahl: In einem MMO kann man viel Variation schaffen, nicht wie z. B. in Shootern, denn man kann sagen, in MMO's ist der Spieler mit dem besseren Equipment der wahrscheinliche Sieger, wärend in Shootern (mehr oder weniger) bei einer festen Waffenauswahl (ohne levelbares Equip) gleiche Bedingungen herrschen. Problematisch: was will man in einem eSport Anime über einen Shooter zeigen? Man kann Matches und Trainingsmatches zeigen (mehr fällt mir perse nicht ein), während man in Glory viele verschiedene Dungeons und verschiedene Bosse zeigen kann (sehen wir mal davon ab, dass sie in der 1. Staffel manche Szenen doppelt verwendet haben).

Alles in Allem. Danke für deine Rezension, war wirklich schön zu lesen! *o-gj*
Nun hoffen wir das die 2. Staffel noch besser als die 1. wird, auch wenn das, fast, nicht mehr möglich ist.
*o-bye*
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Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831673

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Also ich persönlich finde diese Kombination aus Slice-of-Live-Elementen und ein bisschen Sports-Zeug eigentlich ganz cool ist. Bin kein Fan von letzterem im Normalfall, aber hier ist es halt, wie du schon sagst, eigentlich ganz gut gemacht. Ich finde die Rezension gut, allerdings würde ich dir darin widersprechen, dass MMORPGs nicht geeignet für Esport-Animes sind, da es ja schon so ist, dass es einen kompetetiven Aspekt in PvP und PvE Kämpfen gibt. In Diablo (ja, das ist ein ARPG, aber pscht!) zum Beispiel versuchen viele Leute zu Beginn jeder Season unter die Top 100 zu kommen und möglichst schnell ihre Charactere zu leveln und Mats und Paragonstufen zu sammeln, um ihre Sets und Builds zusammen zu kriegen. Das Töten von Bossen und das Clearen von Quests und Dungeons in Rekordzeiten ist da auch Teil von. Und in anderen MMOs, die es so gibt, wie zum Beispiel Blade and Soul, sind die PvP-Kämpfe eigentlich auch recht cool.
Einen Anime über nen Ego-Shooter oder nen Moba fänd ich jetzt nicht so geil, denke ich, wobei Riot Games da bestimmt in Zukunft irgendwas rausbringt (nachdem es schon einen LoL-Anime-Trailer/url] gab), wobei das dann auch eher in die Lore-/Fantasy-Richtung geht und nicht so in die Esports-Anime-Richtung wie hier. Ahjoah.
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Quan Zhi Gao Shou 2 Monate 3 Wochen her #831680

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Aaah erst einmal vielen lieben Dank für diese sehr gelungene Rezension von Quan Zhi Gao Shou. Meine Schwester und ich sind so nebenbei über den Anime gestolpert und uns hat es nur so hingerissen. Besonders dieses 'Comeback' des Hauptcharakters Ye Xiu ist einfach fesselnd und selbst wenn es selten mal hapert im Hintergrund, so ist die Animation wirklich top! Lediglich die Anzahl der Charaktere im Spiel und deren reale Vertreter hat mich am Anfang etwas verwirrt.
Besonders die eingebundenen Landschaftsaufnahmen sehen einfach toll aus, ganz zu schweigen von den wirklich großartigen Kampf-Animationen! Alles ist flüssig und sieht toll aus.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal das Opening erwähnen. Wow wow wow. (Wurde nie übersprungen!)
Tatsächlich sind mir vor allem die Darstellung der rivalisierenden E-Sport Teams immer positiv in Erinnerung geblieben und die Weiterentwicklung der Charaktere war auch spannend. (Insbesondere bei Ye Xiu). Wie groß der Einfluss seines ehemaligen Charakters ist/war wird in einer Szene, an die ich mich erinnere, so deutlich und teilweise auch emotional, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Aaaach wird Zeit, dass ich ihn mal wieder durchgucke!
Letztlich gibt es mittlerweile wirklich viele Vertreter dieses Genres und doch hatte Quan Zhi Gao Shou etwas Besonderes an sich, das ihn von der breiten Masse abhebt. Ich empfehle ihn definitiv! Nach zwei Folgen hat man sich auch an die für manche ungewohnte chinesische Synchro gewöhnt! *o-roll*
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