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THEMA: Hisone to Maso-tan

Hisone to Maso-tan 4 Monate 1 Woche her #823662

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Mecha. Kaum ein Genre verbindet man mehr mit Japan und – um präziser zu sein – mit Anime. Wie einem die meisten Enthusiasten allerdings bestätigen können, geht es dabei erstaunlich selten nur um gigantische Roboter und epische Kämpfe. Seit Anbeginn des Genres lag der Fokus schon auf dem sozialkritischen Charakter der Serien und auch eher auf den Piloten, statt den steuerbaren Kampfeinheiten, die, entgegen ihres Namens, nicht einmal rein mechanisch sein müssen. Und kaum ein Studio konnte dies so eindrucksvoll beweisen wie Gainax. Schon ihr erstes Projekt Gunbuster ließ erahnen, wie kompromisslos sie an die Sache gehen sollten. Doch erst mit Neon Genesis Evangelion wurde klar, dass diese Truppe nicht nur Mechas, sondern bereits die gesamte Anime-Industrie umgekrempelt hatte. Zwölf Jahre später wurde die Fackel an die jüngere Generation weitergegeben und Tengen Toppa Gurren Lagann schien zu versichern, dass die Flamme so schnell nicht ausgehen sollte. Mit der Gründung des quasi Gainax-Nachfolgers Studio Trigger waren die Hoffnungen zunächst groß, doch die Fans warteten vergebens. Erst elf Jahre später sollte es soweit sein. Die Ankündigung lautete: „Co-Produktion mit A1-Pictures, eine Gruppe heranwachsender Piloten, dramatische Entwicklungen und spannende Action mit sexuellen (Unter-)Tönen“. Darling in the FranXX hieß der Anime, auf den viele ihre Hoffnung legten. Am Ende überwiegte bei den meisten aber eher die Enttäuschung. „Doch kein würdiger Nachfolger“, seufzten sie. „Tja. Aber auch nur, weil ihr von beiden Serien die falsche geschaut habt!“, rufe ich. Denn parallel zu Darling lief die Produktion, die eigentlich eure Aufmerksamkeit verdient hat: Hisone to Maso-tan.

Wer einmal auf das Personal geblickt hat, wird sich auch kein bisschen darüber wundern. Hier tauchen viele bekannte Gesichter auf, vor allem aus der oben angesprochenen Denkschule. Der auffälligste Name sollte Regisseur Shinji Higuchi sein; damals Mitbegründer von Gainax und sogar Namensgeber für einen gewissen Shinji Ikari. Noch im Jahr 2016 sorgte er mit Hideaki Anno zusammen für die Rückkehr Godzillas auf die große Leinwand. Nun kehrt er nach über einem Jahrzehnt wieder zurück in den Anime-Regiestuhl. An seiner Seite sind Kiznaivers Regisseur Hiroshi Kobayashi und dessen Drehbuchautorin Mari Okada. Doch hier hört die Liste nicht auf: Kill la Kills Art Directing-Duo Yuuji Kaneko und Shigeto Koyama sind ebenfalls mit von der Partie. Und das Mechanical Design übernahm niemand geringeres als der Schöpfer von Macross selbst: Shoji Kawamori. Aber genug des Namedroppings, kommen wir zur Sache!

„Ich werde der Air Force beitreten und beschützen, was mir wertvoll ist.“ Das schreibt Hisone Amakasu in das Abschlussbuch ihrer Klasse und so wird es auch kommen; jedoch längst nicht, wie Hisone sich das vorgestellt hat. Denn anstatt als stinknormale Kadettin der Japan Self-Defense Forces, kurz JSDF, zu dienen, soll sie einen Drachen steuern. Ja, richtig gehört: das japanische Militär benutzt nämlich bereits seit antiken Zeiten Kampf-Drachen und dies ohne das Wissen der Öffentlichkeit. Unter dem Decknamen „Organic Transformed Flyers“, kurz OTF, versteckt man die übernatürlichen Luftechsen unter Flugzeugteilen und trainiert heranwachsende Mädchen, diese aus dem Inneren ihrer Eingeweide zu steuern. Und ja, das ist exakt so merkwürdig, wie es klingt (DeviantArt would have a field day with this). Hierbei geht es nicht nur um anatomisches Wissen und motorische Fähigkeiten, denn die wahre Herausforderung liegt, worin auch sonst, in der Beziehung zueinander; zwischen Mensch und Drache sowie zwischen den Soldaten selbst.

Hier setzt das ein, was ich als das klassische Okada-Drama bezeichnen würde. Eine Gruppe von Individuen mit tiefliegenden Problemen trifft aufeinander und sorgt für Konflikte am fließenden Band. Teilweise kann das gezwungen oder sogar ermüdend wirken, doch Hisone to Maso-tan profitiert von zwei großen Faktoren. Zunächst ist jeder der Charaktere auf seine Weise hochinteressant und gut umgesetzt, sodass man praktisch nach jeder einzelnen Interaktion lechzt. Was den Anime hierbei von anderen Serien absetzt, ist seine unglaubliche Ausdrucksstärke. Die erfrischend minimalistischen Charakterdesigns trotzen durch eine Vielzahl von lebendigen Gesichtern und erlauben den talentierten Animatoren, sich in kreativen Reaktionen auszutoben. Die starke Mimik der Charaktere kann nicht nur in den Comedy-Szenen überzeugen, sondern hebt auch die spannungsvollen und dramatischen Momente auf eine ganz neue Ebene. Noch mehr fühle ich mich an dieser Stelle jedoch verpflichtet, die Synchronsprecher für ihre Arbeit zu loben. Denn trotz der hervorragenden Arbeit der Animatoren, hatte ich das Gefühl, nicht einmal hinsehen zu müssen, um die Emotionen einzufangen (Für die Untertitel musste ich es dann allerdings schon). Selten habe ich so einen brillanten Cast gehört, in dem jedermann und -frau spürbar Spaß an der Performance hatte. Besonders Hisones Sprecherin Misaki Kuno und Ririkos Satomi Arai konnten voll überzeugen.


Außerdem weiß die Serie immer, wann sie welchen Ton anzuschlagen hat. Militärisch ausgebildete Drachenpiloten sind eine grundsätzlich lächerliche Idee und die Macher wissen diese Albernheit zu schätzen. Witze über die Unsinnigkeit des Projekts oder auch die Inkompetenz der JSDF-Befehlskette beanspruchten fast permanent meine Lungen. Aber der Anime kann auch ernstere Themen ansprechen und nimmt Stellung in hochaktuellen Diskursen wie Diskriminierung und Sexismus im Militär ein. Der von Männern dominierte Zweig beheimatet natürlich eine große Menge von testosterongeladenen Machos, die unseren Protagonistinnen das Leben ordentlich schwer machen können. Aber die Herren der Schöpfung sind natürlich nicht der Ursprung allen Übels, vielmehr wird im Verlauf des Animes der eigentliche Konflikt deutlicher: gesellschaftlicher Drill gegen die Realität unserer Menschlichkeit.


Unsere fünf Drachenpilotinnen sind Außenseiter. Ob unsensibel, gehässig, stur, lethargisch oder arglos: sie haben allesamt ein tiefes Problem mit ihrem Selbstbewusstsein und suchen ihren Platz in der Gesellschaft ausgerechnet beim Militär. Dass sie auf starken Widerstand treffen, sollte niemanden wundern. Dass sie dort jedoch auch die Lösung finden, ist das Erstaunliche. Man fühlt sich erinnert an die alten Stärken des Mecha-Genres und nicht zuletzt auch an Higuchis älterer Arbeit an Evangelion. Denn der entscheidende Faktor ist die Zusammenarbeit der Mädchen und ihrer Drachen. Im Gegensatz zu Serien wie Darling in the FranXX, welche die Interaktion mit der Maschine recht offen sexualisiert, nimmt dies in Hisone to Maso-tan eher die Dimensionen einer Mutter-Tochter Beziehung an. Gerade ihre Sensibilität und Emotionalität machen die Mädchen nicht zu hirnlosen, gefügigen Drohnen. Das muss vor allem Pilotin Eri Hoshino lernen, die als Reaktion auf den ihr entgegengebrachten Sexismus ihre Weiblichkeit vollkommen ablehnte. Die Serie lässt sich also nicht in einer einfachen, feministischen Parole wie „Frauen an die Macht“ zusammenfassen, sondern zelebriert unsere Menschlichkeit und Liebe, die nicht immer nur romantisch sein muss.


Am Ende reicht dies alles jedoch nicht, um den Anime zu einem richtigen Klassiker zu machen. Gerade mit dessen Begrenzung auf zwölf Folgen scheint die Serie am meisten zu kämpfen. Einige Konflikte werden zu schnell gelöst, andere Thematiken nicht tief genug erforscht, um wirklich zu überzeugen. Behoben wird letztendlich nur das Problem einiger weniger Figuren. Charaktere wie das unbestreitbare Best-Girl Nao Kaizaki, die von einer erbitterten Rivalin zur guten Seele der Basis heranwächst, werden kriminell unterschätzt. Ganz anders ging man mit der musikalischen Untermalung vor. Die Tracks von Taisei Iwasaki sind zwar gelungen und passen hervorragend zum Setting, allerdings ist man bei deren Einsatz etwas über das Ziel hinausgeschossen. Gerade in ruhigen, subtilen Szenen kann die recht aufdringliche Nutzung des Soundtracks den Zuschauer oft überrumpeln. Die Wahl des Openings und vor allem des französischsprachigen Endings waren jedoch eine positive Überraschung.

Vielleicht wird Hisone to Maso-tan also ebenfalls nicht zum Kult-Hit, auf den die Leute gewartet haben. Wahrscheinlich hat ihn der Großteil der Anime-Community aufgrund von Netflix‘ Lizenzpolitik noch nicht einmal auf dem Schirm gehabt. Das sollte euch allerdings nicht davon abhalten, die bisher unterhaltsamste und qualitativste Show des Jahres trotzdem zu genießen.

Over and out!

Euer Tazzels

– "Wer zuletzt lacht, hat den höchsten Ping."
Letzte Änderung: 4 Monate 1 Woche her von Tazzels.

Hisone to Maso-tan 4 Monate 4 Tage her #823852

War für mich immerhin in den Top Drei der Season, was schon was heißen will, denn die Konkurrenz war durchaus stark (Megalo Box usw.). Ich kann mich also nicht zu Denjenigen zählen, denen er entgangen ist. Der Thread dazu hat mir aber recht früh gezeigt, es handelt sicher eher um den Geheimtipp, auch wenn es genug gegeben hätte, worüber man reden könnte - so blieb es halt ein kleiner netter Thread.

Von daher freue ich natürlich über die Rezension und schätze ausdrücklich die Mühe:) Ein Anime der jede Werbung gebrauchen kann.
Danke Dir Tazzels:)
*o-gj*

Und auch wenn ich Dir zustimme, dass die Folgenanzahl nicht ganz dem Potenzial gerecht wird, so fällt mein Fazit dann doch noch ein wenig positiver aus:


Für mich hat der Anime nämlich eine große Stärke - den Aufbau von Figuren und Story.
Der ganze Anime zeigt, wie man ein Geschichte, Entwicklung und Wendungen aufbaut und über den Anime verteilt. Top. Ein Anime soll am Ende zulegen und den Höhepunkt setzen, und dieser Anime tut es in Reinform (im Gegensatz zu schlechteren Beispielen wie DARLING in the FRANXX, wog großes Potenzial mit einer Folge ruiniert wird).

Doch da ist noch mehr, der Anime hat nämlich seinen ernsteren Part. Es geht um Charakterentwicklung/Lebenserfahrung und zwar um positive und die Integration bzw. seinen Platz in der Gesellschaft finden. Es geht darum Erfüllung zu finden, sei es in Arbeit, Freunden, Liebe usw.. Immer mit der Botschaft, jeder, auch du kannst es schaffen, was einfach wunderbar ist.
Er vermittelt damit auch so etwas wie Hoffnung und gute Laune, auch wenn es zum Teil ziemlich ernst zugeht, ernster als man vermuten würde und auch oft genug nur unter der Oberfläche.
Hier ist der Anime recht konsequent, auch weil er einen ganzen Haufen Leute zeigt, wo Dinge schief laufen. Von der Außenseiterin über die verkrampfte Einzelkämpferin, bis hin zur unerfüllten Liebe, alles dabei. Doch überall finden sich Lösungen oder der Deckel der dazu passt. Charakterentwicklung vom Feinsten und die Botschaft, du bist okay und auch für Dich gibt es irgendwo einen Platz.
Ein Anime der ein gutes Gefühl verbreitet.

Dazu kommt dezente Gesellschaftskritik, jedoch mit so feiner Feder geführt - Top.

Einzig der Länge geschuldet bleibt auch für manche Figuren etwas weniger Zeit, wobei hier gesagt sein muss, ich persönlich finde es auch gesamt gut gelöst, weil nicht der Fehler begangen wird die "wichtigsten" Figuren zu vernachlässigen oder ihnen zu wenig Zeit zu geben. So ist es mir wesentlich lieber als anders rum.
Ich muss von daher sagen, sie haben das Maximum aus einem 12er geholt. Ich denke die Erfahrung der Macher hat sich hier ausgezahlt und man konnte den ganzen Anime immer wieder spüren, dass es sich hier um Herzensprojekt handelt und man Spass dran hat. Bones hat hier ein kleines Juwel ermöglicht - Danke hierfür.

Die Optik ist ein Punkt, der mir etwas Vertrauen zurückbringt. Offensichtlich ist es doch noch möglich, mit schöner (mit Liebe gefertigter) Handarbeit (die ein Gefühl vermittelt, was eben nur Handarbeit kann) und ohne technischen Overkill einen Anime zu fertigen, wo mir das Herz beim Ansehen übergeht. Und zwar ohne aufdringlich zu wirken und mit einem eigenen Stil ohne zu experimentell zu wirken, natürlich top animiert. Alleine die Gesichter und der Bezug aufs Wesentliche - keine Nasen (weil Nasen keine Emotion ausdrücken;) in der Frontalansicht (außer es passt zu Figur), nur in der Seitenansicht - die dadurch entstehende Zeit wird beispielsweise für Mimik genutzt, die einen "rein zieht". Das zieht sich durch die ganze Optik, durch simple (aber nett anzusehende Optik) bleibt mehr Zeit für den Rest und generelle Perfektion der Umsetzung (hier ist die Airing Variante mal wieder auf Top Niveau). Das Ganze ist sehr angenehm zum Ansehen und man hat weder das Gefühl einen günstigen Anime anzusehen, noch wird man jemals mit der Optik erschlagen, auch Szenen und Einstellungswechsel gelingen perfekt, Bewegung hat einen Impact und es gibt Parts die haben echt Atmosphäre, hier ist wirklich viel gut gelaufen, vom Anfang bis zum Ende, was im Anbetracht des Studios auch nicht verwundert - Bones beherrscht offensichtlich die Tricks und Kniffe und hat auch noch die richtigen Leute um es umzusetzen.

Umso schöner ist hier, dass es sich um ein Original Projekt handelt (mit daneben laufenden Manga).

Das Opening fand ich persönlich gut uns passend - ich mochte es. Das Ending ist sowieso über jeden Zweifel erhaben:)


Tazzels
Als kleinen Vorschlag und ein wenig Kritik hier:
Es wäre nett, wenn das Studio (Bones) erwähnt werden würde, die es im Endeffekt ja ermöglicht haben, anstatt mehrfach Gainax/Trigger und mehrfach Evangelion bzw. Darling in the FranXX (wobei hier CloverWorks unerwähnt bleibt - auch wenn es nur ein Part von A-1). Man könnte meinen es wäre Gainax die es gefertigt haben .......
Inwieweit man hier Dinge, wie die alten Stärken des Mechagenre, mit rein bringen muss ist mir auch ein Rätsel, zumal die genannten Herren und Damen ja nicht unbedingt die Stärken des Mechagenres begründet haben (was sie selber sagen - auch "Hybris" Anno), da ist der Grundstein größtenteils in den 80ern gelegt worden. Für mich handelt es sich bei diesem Anime nicht um einen Mecha Anime und psychedelisches NGE sehe ich hier im Ansatz nicht (ansonsten würde ich wohl flüchten). Und auch wenn Mechaanime enorm viel Einfluss auf Anime hatten, es ist hier in Kombination mit den hier nicht beteiligten Studios und der Vergangenheit der beteiligten Leuten etwas zu viel des Guten meiner Meinung.
Und etwas unausgelichen, denn dem Ganzen stehen zbs. grade mal 3-4 Zeilen zur Animation und Optik entgegen. Was durchaus mehr Erwähnung verdient hätte.
Wäre die Rezension von Haus aus länger hätte ich überhaupt kein Problem damit (bin ja auch wer, der gerne ausschweift), doch so nimmt es gefühlt die halbe Rezension ein.
Nicht falsch verstehen - sämtliche Parts was Hintergründe angeht und nicht direkt etwas mit dem Anime zu tun haben haben ansich eine Grundlage (gut beim Mechapart ist es jetzt wohl Auslegungssache - auch wenn ich sehe auf was Du hinaus willst).
Ist einfach meine Meinung.


Abschließend sehe ich durchaus, warum der Anime nicht so eine große Seherschaft erreicht und doch bei seinen Fans so beliebt ist und genug Kritiker sich dazu geäußert haben (You...e usw.). Viele haben schon wegen der Optik nicht eingeschalten, weil hier etwas billiges vermutet wurde und ohne große Werbung und Bekanntheit ........
Es ist einfach erfrischend mal was Anderes zu haben, dass doch die wesentlichen Punkte des "Ein mal Eins der Animewelt" so gut umsetzt.
Ein Anime der einfach sagt: "Wir geben nix auf Trends, sondern wollen UNSEREN Anime machen, der EUCH gefallen sollte, wenn IHR ihm eine Chance gebt."
Von mir erhält der Anime eine schwere Empfehlung:)


Live is good
Sniperace

Wenn diese Rezension wieder ignoriert wird, dann packe ich meine Voodoo Puppe aus (Mindcontrol habe ich ja wie ich die Erde gerettet hab, verloren - blöde Superschurken) ......... ja, ja, es ist Sommer und zu warm und es freut Keinen, trotzdem ......
Letzte Änderung: 4 Monate 4 Tage her von Sniperace.
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Hisone to Maso-tan 4 Monate 4 Tage her #823859

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Sniperace schrieb:
Es wäre nett, wenn das Studio (Bones) erwähnt werden würde, die es im Endeffekt ja ermöglicht haben, anstatt mehrfach Gainax/Trigger und mehrfach Evangelion bzw. Darling in the FranXX (wobei hier CloverWorks unerwähnt bleibt - auch wenn es nur ein Part von A-1). Man könnte meinen es wäre Gainax die es gefertigt haben .......
Inwieweit man hier Dinge, wie die alten Stärken des Mechagenre, mit rein bringen muss ist mir auch ein Rätsel, zumal die genannten Herren und Damen ja nicht unbedingt die Stärken des Mechagenres begründet haben (was sie selber sagen - auch "Hybris" Anno), da ist der Grundstein größtenteils in den 80ern gelegt worden. Für mich handelt es sich bei diesem Anime nicht um einen Mecha Anime und psychedelisches NGE sehe ich hier im Ansatz nicht (ansonsten würde ich wohl flüchten). Und auch wenn Mechaanime enorm viel Einfluss auf Anime hatten, es ist hier in Kombination mit den hier nicht beteiligten Studios und der Vergangenheit der beteiligten Leuten etwas zu viel des Guten meiner Meinung.

Nun, Bones ist sicherlich eine konstante Quelle für qualitative Werke, aber ich sehe in diesem Werk einfach nicht viel ihrer persönlichen "Identität". Mal abgesehen davon, dass von den zentralen kreativen Köpfen hinter dieser Produktion nur einer (Charakterdesigner Yoshiyuki Itou) bereits regelmäßig für Bones gearbeitet hat, sehe ich einfach vielmehr der Trigger-, bzw. alten Gainax-Identität, die diesem Anime das verleiht, was du so schön als "Herzblut" bezeichnet hast. Ich ziehe es (soweit es mein Wissen zulässt) auch vor, einzelne Schaffer hervorzuheben und deren Einfluss auf die Industrie zu beschreiben, statt des doch recht groben Labels eines Studios wie Bones.
Evangelion ist übrigens kein reiner Drogentrip, und sein Einfluss ist trotz seines Rufes ehrlich gesagt immer noch oft unterschätzt. Ich denke auch, dass ich hier einige wirklich relevante Aspekte angesprochen habe, die selbstverständliche Grundsteine der Charakterisierung und Konflikte beider Werke sind; schon angefangen bei elementaren Dingen wie der fehlerhaften Kommunikation der Pilotinnen und deren soziales Rückzugsverhalten.

Sniperace schrieb:
Und etwas unausgelichen, denn dem Ganzen stehen zbs. grade mal 3-4 Zeilen zur Animation und Optik entgegen. Was durchaus mehr Erwähnung verdient hätte.

Verstehe mich nicht falsch, die Animations- und Synchronarbeit sind die beiden Gipfel dieses Animes, aber es gibt nur so viele Worte, mit denen ich sie beschreiben kann ohne mich zu wiederholen. Text eignet sich (leider) immer noch am besten, um erzählerische und thematische Aspekte zu analysieren. Ich habe extra viele Bilder und eine GIF in die Rezension eingebunden, da diese besser erklären können, worum ich in Worten nur ringen könnte. Wollte man Hisone to Maso-tans Animationen angemessen repräsentieren, müsste man zunächst auf ein deutlich komplexeres Vokabular aufbauen und sich außerdem fragen, ob eine Rezension dafür überhaupt das richtige Format wäre.
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Letzte Änderung: 4 Monate 4 Tage her von Tazzels.
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Hisone to Maso-tan 4 Monate 4 Tage her #823866

Ich habe vor einigen Monaten die erste Folge gesehen und dann - warum auch immer - nicht mehr weitergeschaut. Der Anime ist leider zwischen vielen anderen Airing-Animes untergegangen, was ja generell bei vielen der Fall gewesen zu sein scheint. Naja, jedenfalls packe ich unsere Drachenpiloten mal auf meine Watchlist mit dem Ziel, sie dieses Jahr noch zu sehen. Bin ja ein großer Fan von gut geschriebenen Figuren und diese Rezension hat mich nochmal etwas neugieriger gemacht. Danke dafür.

Hisone to Maso-tan 4 Monate 4 Tage her #823867

Tazzels
Ich ziehe es (soweit es mein Wissen zulässt) auch vor, einzelne Schaffer hervorzuheben und deren Einfluss auf die Industrie zu beschreiben, statt des doch recht groben Labels eines Studios wie Bones.

Grundsätzlich finde ich es so auch besser, kann es wirklich nachvollziehen. Danke für Dir für die Erklärung, damit ist Deine Idee dahinter verständlich:) Allerdings war es hier schon Hardcore, weil das Studio gar nicht erwähnt wurde.
Ich habe extra viele Bilder und eine GIF in die Rezension eingebunden, da diese besser erklären können, worum ich in Worten nur ringen könnte.

Kann ich so gesehen persönlich nachvollziehen, grade bei einer Rezension, die Jedem verständlich sein soll und auch sonst passen muss. Danke auch hier für die Erklärung.
Evangelion ist übrigens kein reiner Drogentrip, und sein Einfluss ist trotz seines Rufes ehrlich gesagt immer noch oft unterschätzt.

Hat auch Keiner gesagt, bestimmte Parts fühlen sich aber so für mich an und die sind am meisten hängen geblieben.
Wobei manche Aspekte (des Originals) sich einfach nur auf den total (oder zumindest etwas) von der Realität los gelösten, zum Teil depressiven, zum Teil total im Gegenteil, Menschen (der schwer unter Druck war - grade gegen Ende) dahinter erklären lassen, der unter anderem immerhin mit einem Anime! die jap. Jugend grundlegend verändern wollte (unter anderem Kinder durch Sex und Gewaltszenen "abhärten" - seine Worte) und dafür die ursprüngliche Story und Planung aufgab oder abänderte (mehrfach!) und einen unfertigen Anime abgeliefert hat (was andere Gründe hat). Und man kann nicht erwarten, dass Jeder der sich den Anime so angesehen hat, die gleichen Schlüsse zieht. Grade bei diesem Anime nicht. Sagt Anno ja auch selber. Und ich sage einfach, dieser Anime ist nix für instabile Leute, dazu stehe ich.
Ich kenne ja schon Jahrzehnte an Meinung und Deutung dazu, inkls. offizieller Aussagen usw.
Anno selber sagt, dass die Parts wo er sich selbst (unter anderem Shinji) mit eingebracht hat, nicht gefallen, was soll ich dazu sagen? Er hat nach Fertigstellung selber Zweifel daran gehabt.
Und Anno ist ja kein Einzelfall - ist nicht der erste Anime, der unter solchen Vorzeichen entstanden ist .......

Unterschätzen tu ich den Anime sicher nicht (ist ja auch gut) und sein Einfluss ist ohne Zweifel gewaltig, doch ich sage viel eher ist es das Gegenteil er wird schon so gewaltig als einflussreich angesehen, es schießt übers Ziel hinaus.

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Sorry, darauf musste ich antworten.

Hisone to Maso-tan 3 Monate 3 Wochen her #824294

Vielen Dank für die Review! Scheint jedenfalls ein Blick wert zu sein. Allerdings finde ich es ein wenig Schade das Darling ein negativ Beispiel sein soll. (Generell gemeint und nicht nur wegen der Review) Ich muss ehrlich sagen das der Anime mir wirklich gut gefiel! Nur das Ende war... tatsächlich nicht wirklich gut gemacht. Aber der Rest hat mich wirklich begeistert und Ihn für mich wieder sehenswert gemacht.

Ich bin wirklich gespannt wie genau der Drache nun wirklich Drache oder mehr Mecha sein wird! ♥
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