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THEMA: Mobile Suit Gundam Thunderbolt

Mobile Suit Gundam Thunderbolt 2 Wochen 3 Tage her #820933

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Mit dem in den vergangenen Jahren rapide angestiegenen Interesse der breiten Masse an der Wissenschaft hinter der Kreation von handlungsbasierten Medien sind einige Begriffe aus diesem Feld in das Auge und den Wortschatz der Öffentlichkeit gerutscht – unter anderem das sogenannte Pacing. Wie so oft geht hierbei jedoch die eigentlich vielschichtige Bedeutung des Worts zugunsten der Nutzung als simples sowie potentiell polarisierendes Buzzword verloren. Anstatt die Handlung und deren Präsentation genauestens auf Tempovariationen und Dialogtypen zu analysieren, wird typischerweise auf eine viel simplere Beobachtung zurückgegriffen: Wird ein Werk oder Segment beim Konsum als langweilig empfunden, dann muss das ja wohl irgendwie am Pacing der Geschichte liegen. Mal ganz davon abgesehen, dass rein auf Basis einer solch subjektiven und ungenauen Metrik keine wirklichen Schlüsse gezogen werden können, wird hierbei das andere Extrem vollkommen ausgeblendet. So können Werke auch zu schnell in ihrer Handlung voranschreiten und dem Zuschauer somit die Möglichkeit verweigern, das Gezeigte richtig zu verarbeiten. Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen stellt der Mecha-Anime Mobile Suit Gundam Thunderbolt dar.

Bei dieser insgesamt einstündigen ONA (Original Net Animation) handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Mangas von Yasuo Outagaki aus der sogenannten Universal Century-Timeline des populären Gundam-Universums. Diese fand 1979 mit der allerersten Gundam-Serie ihren Anfang und umfasst neben sämtlichen frühen Ablegern der Hauptreihe unter anderem auch Werke wie Zeta Gundam und The 08th MS Team. Wie für Gundam üblich, erzählt Thunderbolt die Geschichte vollkommen eigener Charaktere, die teilweise eigene Perspektiven auf bereits bekannte Geschehnisse mit sich bringen. Umfassendes Wissen über die restlichen Werke der Timeline ist somit nicht vonnöten. Der Manga wurde von Kou Matsuo beim Studio Sunrise als vier Episoden à 15 Minuten umfassender Anime adaptiert und später mit ein paar zusätzlichen Szenen als Film mit dem Subtitel December Sky gesammelt erneut veröffentlicht. Eine zweite Staffel bzw. Film ist ebenfalls bereits erschienen, wird jedoch im Zuge dieser Rezension ignoriert.

UC0079. Der sogenannte One Year War zwischen der mächtigen Earth Federation und der nach Unabhängigkeit strebenden Principality of Zeon ist in vollem Gange. Am Ort der ehemaligen Weltraum-Kolonie Side 4 „Moore“ hat sich durch die Gefechte ein riesiges Trümmerfeld gebildet, das auch „Thunderbolt Sektor“ genannt wird. Auf Seiten der Föderation folgt die Geschichte dem jazzverrückten Mobile Suit-Piloten Io Fleming, der mithilfe eines neuen Gundam-Prototyps die durch Heckenschützen dominierte Verteidigungslinie Zeons ausräuchern soll. Dies will das Sniper-Ass Daryl Lorenz mit seinen Mitstreitern zu verhindern wissen. Ein unausweichliches Duell zweier Individuen auf dem Schlachtfeld bahnt sich an.

Gerade in Anbetracht der üblichen Komplexität von Handlungssträngen im Gundam-Franchise wird nun manch einer überrascht von der kurzen, simplen Inhaltsangabe sein, die lediglich aufgrund puren Namedroppings ein größeres Universum erahnen lässt. Dieser Minimalismus ist jedoch nicht der Werklänge oder gar schlechtem Writing geschuldet. Es handelt sich vielmehr um eine wohlüberlegte Entscheidung sowie ein Konzept, an das sich die ONA eisern klammert. So fokussiert sich die Erzählung anders als üblich ausschließlich auf die Perspektive der Soldaten und lokalen Befehlshabern im Thunderbolt Sektor; eine eventuelle Relevanz des Kampfgeschehens für den Gesamtkonflikt wird absichtlich komplett ausgeblendet. Dieser Ansatz ist keineswegs neu, so entsprangen dem Gundam-Franchise in der Vergangenheit bereits mehrere ONAs wie beispielsweise das bereits genannte The 08th MS Team, die die größere Handlung zugunsten einer fokussierteren Erzählweise ignorieren. Zudem präsentierte Christopher Nolan im letzten Jahr mit seinem Kriegsdrama Dunkirk eine ebenfalls sehr konsequente Umsetzung dieses Konzepts. Der Unterschied zwischen den beiden Werken auf der Handlungsebene liegt neben dem größeren Fokus auf Provokation auch in der Form des Konflikts: anstatt um den gut dokumentierten zweiten Weltkrieg dreht sich Thunderbolt um einen vollkommen fiktionalen, in der Zukunft angesiedelten Krieg, dessen Ausmaße und politische Hintergründe wir primär von anderen Animes und Mangas kennen. Dies ist auch nicht unbedingt mit den Einzelschicksalen von Soldaten in Gundam-TV-Animes zu vergleichen, da die Einbindung der Geschichten in eine größere Haupthandlung nicht wirklich vorliegt, ohne Werkgrenzen zu überschreiten. Dies lässt das Geschehen irrelevant in Bezug auf den gesamten Krieg wirken und vermittelt somit das Gefühl der Sinnlosigkeit des gesamten Konflikts – ein elementares Motiv von Dunkirk. Und auch wenn durch die Fiktionalität ein gewisser Teil der Tragik verloren geht, funktioniert die Umsetzung aufgrund der animetypischen Emotionalität letztendlich doch überraschend gut.

Dass dies der Fall ist, liegt unter anderem an der Übernahme eines weiteren wichtigen Aspekts des Konzepts: dem Visual-Storytelling. Durch den hohen Fokus auf einzelne Charaktere in einem generell eher dialogarmen Umfeld eröffnete sich nämlich die Möglichkeit, von der in Animes üblichen Exposition über Konversation abzuweichen. Visual-Storytelling wird in Thunderbolt auf verschiedenste Arten genutzt. Es beginnt bei sehr simplen Stilmitteln wie beispielsweise dem unterschiedlichen Color-Keying (Wahl der Farbpalette) der Schiffe beider Fraktionen, der störende Bildschirmtexte obsolet macht, kann aber schnell komplexere Formen annehmen. So werden beispielsweise die Hintergrundgeschichten und Motivationen beider Hauptcharaktere ohne ein einziges gesprochenes oder geschriebenes Wort vermittelt und auch immer wieder in späteren Szenen verstärkt. Teilweise befindet sich die Bildsprache auf solch einem hohen Niveau, dass der Zuschauer das Fehlen solch regulärer Elemente gar nicht realisiert. Ein großer Teil dieser Gegebenheit ist hierbei dem starken Storyboarding (schematische Skizzierung der Szenen aus Sicht der Perspektiven und dramaturgischen Elemente) geschuldet. Die Nutzung einzelner Perspektiven für Doppelbedeutungen, der nuanciert gesetzte bzw. vermiedene Fokus auf einzelne Motive – beinahe jede Szene steckt voller kleiner Details, die aufmerksame Zuschauer erkennen können.

Wie gut solch eine Form des Visual-Storytellings funktioniert, hängt auch unter anderem vom visuellen Stil des Werks ab. Hierbei wurde sich bei Thunderbolt für einen für Gundam-Verhältnisse recht abstrakten und kunstvollen Stil entschieden, der die etwas „artsy“ Atmosphäre der ONA gut unterstreicht. Die Charakterdesigns weisen harte Kanten sowie bereits im Spriting schraffierte Schattierungen auf und erinnern dadurch ein wenig an Haikyu!!s moderne Interpretation der klassischen 90er-Jahre-Sprites. Gleichzeitig erweitern jedoch Licht- und Partikeleffekte auf höchstem Niveau die Trickkiste der Kinematographie und verleihen dem Werk ein modernes Flair. Auffällig ist zudem die große Palette an Darstellungsmöglichkeiten und Bildtricks – angefangen bei intelligent genutzten Dutch Angles, über stilistische Farbänderungen, bis hin zum Ultra-Close-up oder Zoom-In. Die Weltraum-Kämpfe mit 2D-Mechas sind franchisetypisch auf hohem technischen Niveau und wurden mithilfe exzellenter Partikeleffekte und starkem Dynamic-Scaling (dynamische Anpassung des Detailgrads der Sprites) eindrucksvoll inszeniert. Leider kann das Werk diese Qualität über die recht kurze Laufzeit nicht absolut vollständig halten und muss an ein paar wenigen Szenen auf etwas weniger detaillierte Sprites oder fehlende Animationen eigentlich beweglicher Objekte zurückgreifen, jedoch wird dies den meisten Zuschauern wahrscheinlich nicht einmal auffallen.

Eine weitere stilistische Auffälligkeit findet sich bei der musikalischen Untermalung der ONA. So sind die Lieder oft direkt in die Handlung eingebaut und werden von Charakteren abgespielt oder gehört. Hierbei wurden den beiden Hauptcharakteren ganze Musikrichtungen als Themes mit auf den Weg gegeben, über deren Wahl die Protagonisten dann auch philosophieren. Io Fleming ist Fan des feurigen, verrückten Jazz und hört diesen gemeinsam mit dem Zuschauer in den meisten seiner Gefechte. Daryl Lorenz ist hingegen mehr den ruhigen Genres Blues, Country and Pop verfallen. Die Musikrichtungen repräsentieren hierbei die konträren Persönlichkeiten der beiden Charaktere.

Wie bereits einleitend erwähnt, liegt das Problem von Thunderbolt jedoch an einer vollkommen anderen Stelle. Müsste man die einzelnen Szenen unabhängig voneinander bewerten, würde man eine Menge an eindrucksvollen, emotionalen Schlüsselszenen vorfinden, die man sonst eher in einem zwölf Folgen umfassenden TV-Anime erwarten würde. Und dies ist letztendlich auch die Schwäche des Werks: Es sind einfach zu viele Höhepunkte ohne irgendwelche Zwischenstücke! Der Zuschauer wird mit starken und vor allem wichtigen Szenen förmlich bombardiert, wodurch er keine Chance hat, das Gezeigte in irgendeiner Art und Weise zu verarbeiten. Die Erfahrung vermengt sich zu einer Masse an Momenten, die einzeln betrachtet unglaublich sind, in Reihe geschaltet jedoch jegliche Wirkung verlieren. Dies ist ein perfektes Beispiel für schlechtes, weil schlichtweg zu hohes Pacing. Ironischerweise mangelt es der ONA nicht einmal unbedingt an Substanz, alle Höhepunkte sind in einer gewissen Art und Weise verdient, jedoch kann der Zuschauer dies nicht richtig evaluieren. Es würde in der Theorie reichen, einfach irgendwelche vollkommen belanglosen Dialogszenen mit den handelnden Charakteren hinzuzuführen, um das Werk signifikant zu verbessern.

Ob das Problem alleine auf die Struktur als kurze ONA zurückzuführen ist, ist nicht eindeutig zu ermitteln (Pacing in visuellen Print-Medien wie Mangas funktioniert etwas anders). Trotz dieser Schwäche ist der Anime jedoch auf jeden Fall einen Blick wert – gerade für Personen, die sich noch nicht an die langen Gundam-TV-Ableger wagen wollen. Für den aufmerksamen Zuschauer gibt es sicherlich viel zu entdecken. Die Aufmerksamkeit oben zu halten – das ist hingegen die wahre Aufgabe.

Cube

Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von hYperCubeHD.
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Mobile Suit Gundam Thunderbolt 2 Wochen 1 Tag her #821056

hYperCubeHD
Gerade in Anbetracht der üblichen Komplexität von Handlungssträngen im Gundam-Franchise wird nun manch einer überrascht von der kurzen, simplen Inhaltsangabe sein, die lediglich aufgrund puren Namedroppings ein größeres Universum erahnen lässt. Dieser Minimalismus ist jedoch nicht der Werklänge oder gar schlechtem Writing geschuldet. Es handelt sich vielmehr um eine wohlüberlegte Entscheidung sowie ein Konzept, an das sich die ONA eisern klammert. So fokussiert sich die Erzählung anders als üblich ausschließlich auf die Perspektive der Soldaten und lokalen Befehlshabern im Thunderbolt Sektor; eine eventuelle Relevanz des Kampfgeschehens für den Gesamtkonflikt wird absichtlich komplett ausgeblendet. Dieser Ansatz ist keineswegs neu, so entsprangen dem Gundam-Franchise in der Vergangenheit bereits mehrere ONAs wie beispielsweise das bereits genannte The 08th MS Team, die die größere Handlung zugunsten einer fokussierteren Erzählweise ignorieren. Zudem präsentierte Christopher Nolan im letzten Jahr mit seinem Kriegsdrama Dunkirk eine ebenfalls sehr konsequente Umsetzung dieses Konzepts. Der Unterschied zwischen den beiden Werken auf der Handlungsebene liegt neben dem größeren Fokus auf Provokation auch in der Form des Konflikts: anstatt um den gut dokumentierten zweiten Weltkrieg dreht sich Thunderbolt um einen vollkommen fiktionalen, in der Zukunft angesiedelten Krieg, dessen Ausmaße und politische Hintergründe wir primär von anderen Animes und Mangas kennen. Dies ist auch nicht unbedingt mit den Einzelschicksalen von Soldaten in Gundam-TV-Animes zu vergleichen, da die Einbindung der Geschichten in eine größere Haupthandlung nicht wirklich vorliegt, ohne Werkgrenzen zu überschreiten. Dies lässt das Geschehen irrelevant in Bezug auf den gesamten Krieg wirken und vermittelt somit das Gefühl der Sinnlosigkeit des gesamten Konflikts – ein elementares Motiv von Dunkirk. Und auch wenn durch die Fiktionalität ein gewisser Teil der Tragik verloren geht, funktioniert die Umsetzung aufgrund der animetypischen Emotionalität letztendlich doch überraschend gut.
Wie gut solch eine Form des Visual-Storytellings funktioniert, hängt auch unter anderem vom visuellen Stil des Werks ab. Hierbei wurde sich bei Thunderbolt für einen für Gundam-Verhältnisse recht abstrakten und kunstvollen Stil entschieden, der die etwas „artsy“ Atmosphäre der ONA gut unterstreicht. Die Charakterdesigns weisen harte Kanten sowie bereits im Spriting schraffierte Schattierungen auf und erinnern dadurch ein wenig an Haikyu!!s moderne Interpretation der klassischen 90er-Jahre-Sprites.

Kunststück, der zugrunde liegende (noch bessere) Manga wird, wie Du ja erwähnst, von Ohtagaki Yasuo gezeichnet, seines Zeichens auch verantwortlich für die Story und Zeichnung von MOONLIGHT MILE und Story bzw. auch Teile der Optik (ist kompliziert) von von FRONT MISSION - DOG LIFE & DOG STYLE. (nicht zu vergessen, dass er auch mit einem gewissen Murata Yuusuke - der ja Manchen etwas sagen sollte;) bei DONTEN PRISM SOLAR CAR zusamengerabeit hat) Inwieweit bei Thunderbolt sein Einfluss mitgespielt hat kann man sehen. Auch wenn als Autoren zwei Andere angeben werden, ist es doch recht schnell klar, wer hier den entscheidenden Einfluss genommen hat. Wer Dog Life And Dog Style gelesen hat, der versteht .........
Es seien aber die offiziellen Autoren ebenfalls erwähnt, ergo "Kill em All" Tomino (der aber unter schlichtweg unter zig Werken geführt wird, die er selber nicht geschrieben hat, sondern wo er nur die Basis geliefert hat, ergo UC Timeline) und Yadate Hajime (Autor von PHI BRAIN).
Wollte ich nur als Ergänzung bringen:)
Leider kann das Werk diese Qualität über die recht kurze Laufzeit nicht absolut vollständig halten und muss an ein paar wenigen Szenen auf etwas weniger detaillierte Sprites oder fehlende Animationen eigentlich beweglicher Objekte zurückgreifen, jedoch wird dies den meisten Zuschauern wahrscheinlich nicht einmal auffallen.

Ich empfehle den Film, der, wie Du erwähnst, etliche Szenen ergänzt und manche auch verbessert. Der Film ist die bessere Umsetzung. Ich wünschte ich könnte dies auch über Staffel 2 sagen .......
Eine zweite Staffel bzw. Film ist ebenfalls bereits erschienen, wird jedoch im Zuge dieser Rezension ignoriert.

Ist auch gut so ........ Qualitätsabfall in vielerlei Hinsicht - leider:( Und der Film haut die ONA leider auch nicht raus. Einzig der Manga ist noch okay (weil auch komplett und gut gezeichnet) und nach wie vor einen Blick wert.

Wie bereits einleitend erwähnt, liegt das Problem von Thunderbolt jedoch an einer vollkommen anderen Stelle. Müsste man die einzelnen Szenen unabhängig voneinander bewerten, würde man eine Menge an eindrucksvollen, emotionalen Schlüsselszenen vorfinden, die man sonst eher in einem zwölf Folgen umfassenden TV-Anime erwarten würde. Und dies ist letztendlich auch die Schwäche des Werks: Es sind einfach zu viele Höhepunkte ohne irgendwelche Zwischenstücke! Der Zuschauer wird mit starken und vor allem wichtigen Szenen förmlich bombardiert, wodurch er keine Chance hat, das Gezeigte in irgendeiner Art und Weise zu verarbeiten. Die Erfahrung vermengt sich zu einer Masse an Momenten, die einzeln betrachtet unglaublich sind, in Reihe geschaltet jedoch jegliche Wirkung verlieren. Dies ist ein perfektes Beispiel für schlechtes, weil schlichtweg zu hohes Pacing. Ironischerweise mangelt es der ONA nicht einmal unbedingt an Substanz, alle Höhepunkte sind in einer gewissen Art und Weise verdient, jedoch kann der Zuschauer dies nicht richtig evaluieren. Es würde in der Theorie reichen, einfach irgendwelche vollkommen belanglosen Dialogszenen mit den handelnden Charakteren hinzuzuführen, um das Werk signifikant zu verbessern.

Ob das Problem alleine auf die Struktur als kurze ONA zurückzuführen ist, ist nicht eindeutig zu ermitteln (Pacing in visuellen Print-Medien wie Mangas funktioniert etwas anders).

Der letzte Satz war schon nah dran. Es liegt am ONA, der schlichtweg nicht genug Zeit zum Sacken lässt. Der Manga hingegen schon. Auch hat der Manga auch in Staffel 1 mehr Inhalt - von Staffel 2 fang ich gar nicht an, die ist ein Reinfall als Umsetzung.
Es ist und bleibt als ONA eines dieser Werke, die sich erst erschließen, wenn man sie sich mehrfach ansieht und es macht von daher auch Sinn, sich den Film nach der ONA noch einmal anzusehen.
Auch sind ONA wie Film einfach ein Erlebnis, dass man sich trotz allem ansehen sollte. Die Kämpfe sind echt eine Wucht, die Brutalität sucht ihresgleichen und selten hat sich ein Gundam Anime so sehr auf den Wahnsinn des Krieges konzentriert. Und die Musik, die ist ohnehin ein guter Grund einzuschalten.
Da haben wir zwei Asse der jeweiligen Seite im erbarmungslosen Einsatz, der eine hat meiner Meinung nach psychopathische Züge (er liebt das Töten), der Andere hat Traumata im Paradebeispiel, beide sind durch den Krieg zum geworden und Beide schenken sich überhaupt nix.
Drogenmissbrauch, Selbstmord, Folter, Leute die durchdrehen ............
Die Grundlage ist aber auch ein Seinen und zwar ein Seinen stark beeinflusst von grenzwertigen Mature Seinen. Und von daher eine ganz andere Vorlage, als die Antikriegsshounen (mit Seinenansatz), die ansonsten die Vorlage für Gundam Serien bitten.
Thunderbolt zielt auch eher auf Hardcorefans der Franchise und die sind vielfach keine Teenager mehr.
Da hat der ONA halt seine liebe Not, Alles zu vermitteln. Ist man nicht hellwach, so entgehen viele Dinge, viele Zusammenhänge. Es ist kein Werk, dass keine Anforderungen an den Zuseher stellt. Hier muss man mitdenken und sich rein ziehen lassen und zusätzlich ein wenig die eigene Fantasie spielen lassen, damit sich die Welt erschließt.

Von daher bin ich mir nicht sicher, ob ich mich Deiner Meinung anschließen sollte, dass sich dieser Anime gut für den Einstieg in die Franchise eignet. Er ist mit Sicherheit keine "lange Sache", allerdings stellt er auch ziemliche Anforderung an den Zuseher und er ist auch nicht "typisch" Gundam. Viel eher eine Erweiterung des Ganzen in neue Gefilde und für Fans gemacht, die mit der Franchise älter geworden sind.
Anderseits ist es eine gute Möglichkeit das Potenzial der Reihe zu sehen und dürfte, solange man die Brutalität und den Zynismus von Thunderbolt erträgt, auch für Leute interessant sein, die Gundam eben nicht kennen. Also stimme ich Dir schon irgendwie zu.


Auf jeden Fall ein großes Danke an Dich, für die Rezension.
*o-gj*
Gundam kann alle Werbung gebrauchen. Im Anti Mecha Gefilde (deutschsprachiger Raum, der Rest von Europa und Weltweit sieht ja anders aus), wo ein Werk wie Iron-Blooded Orphans über zwei (streng genommen 4) Seasons keinen Thread erhalten hat und gleichzeitig Fans im englischsprachigen Raum vor Verzückung gejubelt haben (bis die Optik in Staffel 2 abfiel .....) ..........

Live is good
Sniperace

Mobile Suit Gundam Thunderbolt 1 Woche 4 Tage her #821215

Ich zähle mich jetzt mal nicht zu Sniperace aufgelisteten Personen, die in europa mit dem Gundam Universum und dem Mecha genre nichts anfangen können.

Vorab danke für die Rezission doch hat sie für mich zwei Fehler.
Der erste es wird schon wieder der Anime mit dem Manga verglichen Würde man jeden Anime so gestalten wie der manga ist, würde man im jedes Jahr nur noch 15-20 Animes sehen und das über jahre hinweg. Also das Argument paceing auch über das Thema Manga herbei zu ziehen ist schon ein Fehler.

Für mich unterscheidet sich Thunderbolt von seiner ganzen Art heraus aus der gesamten Gundam Reihe.Meines erachtens hat man bei dem Anime alles richtig gemacht, um seine besonderheiten hervor zu heben.
Fast-Paceing als metapher für die schnelle Art des Lebens auf dem Schlachtfeld und die Gedankengänge danach. Untermalt mit moderner erwachsener Musik und der futuristischen Farben Gestaltung ergibt das auf vielen Ebenen eher sogar Sinn.

Ich zeihe jetzt zum vergleich ein anderen Anime herbei der das selbe erlebt. Die Neufassung des Anime Legend of the Galactic Heroes- Neue These. Hier wurde auch alles in der moderne Gestaltet und auf 12 Episoden gekürzt, wobei das Orginalwerk schlappe 110 Episoden hat,
Trotzdem muss ich sagen das neue Werk mit seinen neuen Animationen wirkt gelungen. Auch wenn der Geschichte vieles verloren geht, aber das muss dem Konsumenten und Anime seher klar sein. Wobei sich die frage stellt wieviele noch die orginalteile kennen.

So gesehen und deswegen sollte man Thunderbolt und andere Animes als solche nehmen was sie sind. Geschmacksanräger auf den Manga oder im Fall der "Neuen These" auf die alten Teile.
Dann erkennt man auch den fehler und das Problem nicht an den Studios oder der umsetzung liegt. Sonder am Markt und Konsumenten der soviele neue Animes jedes Quartal haben will wie es Möglich ist. Um sich im Glanz und Schatten der Animationen zu baden um mit einem wohl gefühl weiter voran zu schreiten.

Ich wäre auch froh wenn Animes wie Thunderbolt und andere kurz Animes länger ausfallen würden, um dann das Tempo heraus zu nehmen.
Zu guter letzt der Anime hat eine unglaublich gut untermalte Musik, so kann man vor allem dem ersten OST empfehlen zum anhören.

Mobile Suit Gundam Thunderbolt 1 Woche 3 Tage her #821238

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Tsutome schrieb:
Vorab danke für die Rezission doch hat sie für mich zwei Fehler.
Der erste es wird schon wieder der Anime mit dem Manga verglichen Würde man jeden Anime so gestalten wie der manga ist, würde man im jedes Jahr nur noch 15-20 Animes sehen und das über jahre hinweg. Also das Argument paceing auch über das Thema Manga herbei zu ziehen ist schon ein Fehler.

Ich habe den Anime in meiner Rezension nicht mit dem Manga verglichen und natürlich auch das Pacing-Problem nicht daraus hergeleitet. Wie ich im letzten Absatz angemerkt habe, funktioniert Pacing in visuellen Print-Medien wie Mangas etwas anders. Dies hier auszuführen, würde jedoch den Rahmen sprengen, dazu wird es eventuell mal einen Touzai-Artikel geben. Das Pacing hat sich das Werk vollkommen alleine zerschossen. Das Problem liegt definitiv nicht bei der Zuschauerschaft, was ich mit meiner in dieser Thematik detailreichen Analyse auch hoffentlich verständlich dargestellt habe.

Ich disuktiere normalerweise nicht unter Rezensionen, da eigentlich alles in meiner Analyse nachlesbar sein sollte. Missverständnisse, wie dieses wohl eins ist, kläre ich jedoch gerne auf.

LG
Cube
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