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THEMA: Made in Abyss

Made in Abyss 5 Monate 3 Wochen her #818894

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Anime ist wie jedes Unterhaltungsmedium immer eine Mischung aus Kommerz und Kunst. Für die meisten Zuschauer und damit auch Werke liegt der Fokus bei der Suche nach der richtigen Mischung aus diesen beiden grundlegend verschiedenen wenngleich sich keinesfalls abstoßenden Aspekten meist auf der Maximierung des Entertainments. Schließlich wird das Produkt letztendlich größtenteils in der Freizeit konsumiert, das sollte natürlich unterhalten. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass sich ein mutiges Werk beinahe vollständig von dieser Bürde zu trennen scheint und sich stattdessen lieber der vollkommenen Einvernehmung der Emotionen des Zuschauers verschreibt. Ist das immer etwas Gutes? Nein, nicht unbedingt. Wird es jedoch so umgesetzt wie in Made in Abyss, dann kann aus einem scheinbar normalen Anime ein wahres Kunstwerk entstehen.

Bei der Serie handelt es sich um die Adaption eines gleichnamigen Abenteuer-Mangas von Akihito Tsukushi, der seit 2012 erscheint. Der 13 Folgen umfassende Anime wurde im Sommer vergangenen Jahres veröffentlicht und entstand unter der Regie von Masayuki Kojima beim Studio Kinema Citrus. Das Werk erscheint hierzulande noch in diesem Jahr auf Blu-ray und DVD, zudem wurde von japanischer Seite bereits die Arbeit an einer Fortsetzung bestätigt.

Vor ungefähr 1900 Jahren wurde auf einer abgelegenen Insel ein gewaltiger, kreisrunder Abgrund unbekannter Tiefe entdeckt: die sogenannte Abyss. Neben mysteriösen und gefährlichen Kreaturen finden sich in der Formation, dessen Herkunft noch immer unklar scheint, auch wertvolle, ja teils magische Relikte vergangener Zivilisationen. Angezogen von der Faszination am Unbekannten und dem Wunsch nach Reichtum siedelten sich immer mehr Menschen am oberen Rand des ungefähr einen Kilometer breiten Lochs an und gründeten die Stadt Orth. Von dort starten die sogenannten Cave-Raider ihre Abenteuer mit dem Ziel, Relikte zu sammeln und die Geheimnisse der Abyss zu entschlüsseln. Diese scheint jedoch mit diesem Vorhaben nicht einverstanden zu sein und stellt mit dem Fluch der Abyss einen mysteriösen Abwehrmechanismus entgegen. Je tiefer in die Kluft vorgedrungen wurde, desto schwerwiegender präsentiert sich der physische Tribut beim Aufstieg; angefangen bei Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen, über unerträgliche Schmerzen und unkontrollierbare Blutungen, bis hin zum Tod oder gar dem Verlust der Menschlichkeit. Aus unter anderem diesem Grund dürfen nur die stärksten Cave-Raider, die sogenannten White-Whistles, in die untersten bekannten Ebenen der Abyss vordringen.

Dies scheint für die zwölfjährige Cave-Raiderin Riko noch in weiter Ferne zu liegen. Als Tochter der in den Untiefen verschollenen White-Whistle Lyza the Annihilator strebt sie aus der Obhut eines Weisenhauses für Kinder gefallener oder vermisster Cave-Raider, diesen prestigeträchtigen Titel zu erlangen und in die Tiefen der Abyss hinabzusteigen, um nach ihrer Mutter zu suchen. Beim Durchstöbern der obersten Ebene nach Relikten findet sie jedoch eines Tages einen seltsamen Jungen mit metallenen Armen, den sie kurzerhand Reg tauft und mit nach Orth nimmt. Dort angekommen erwacht das Kind, das nach näherer Untersuchung eher als menschenähnlich mit teilweise vollkommen anderen Körpermerkmalen und -bestandteilen zu bezeichnen ist, jedoch scheint es keine Erinnerungen an sein früheres Leben zu haben. Als dann eine ominöse Nachricht von Lyza the Annihilator an der Oberfläche auftaucht, entschließt sich das neu gefundene Paar, in die bekannten und unbekannten Tiefen aufzubrechen, um Rikos Mutter zu finden und mit Regs mysteriöser Herkunft eventuell ein weiteres Geheimnis der Abyss zu lüften. Eine Reise ohne jegliche Chance auf Wiederkehr beginnt!

Anders als bei den meisten anderen Werken im Abenteuer-Segment handelt es sich bei diesem letzten Satz jedoch nicht um eine hohle Phrase, um die kommende Progression der Hauptcharaktere zu betonen. Die Reise ohne Rückkehr ist nicht nur vollständig in der Welt von Made in Abyss verankert, sondern bildet das primäre Grundmotiv der gesamten Geschichte. So ist die Regel eigentlich für die meisten Cave-Raider klar definiert: Steigst du zu tief hinab, endet, selbst wenn mit den Gefahren auf der jeweiligen Ebene umgegangen werden konnte, ein Versuch des Aufstiegs mit dem sicheren Tod. Die Risikoabschätzung basiert hierbei auf einem vollkommen offensichtlich unzureichenden System und kann auch nur auf Basis bereits gesammelter Daten funktionieren. Nicht umsonst werden jegliche Abstiege in unerforschte Gebiete offiziell als Suizidmissionen mit geringer Chance auf Rückkehr gehandhabt. Das der Welt zugrundeliegende Motiv wird durch die Geschichte der beiden Protagonisten nicht nur gefestigt, sondern zusätzlich auf eine ganz neue Ebene gebracht. So umfasst das Abenteuer von Riko und Reg bereits keinerlei Risikoabschätzung mehr; es handelt sich offensichtlich und durch alle handelnden Charaktere mehr oder weniger akzeptiert um eine Reise ohne Chance auf Wiederkehr.

Doch auch beim Abstieg selbst gestaltet sich der Fokus der beiden Kinder anders, als es sonst bei Cave-Raidern üblich wäre. So wird normalerweise das elementare Ziel des Überlebens mit dem spezifischen Ziel des Sammelns von Relikten kombiniert. Für Riko und Reg steht hingegen die Progression im Vordergrund. Sicherlich müssen die beiden jungen Abenteurer dafür auch überleben, jedoch forciert der für Riko versperrte Rückweg für sie und damit auch für Reg (auf den der Fluch der Abyss keinen Einfluss zu haben scheint) den Weg nach unten. Lange Aufenthalte auf einzelnen Ebenen sollen lediglich der Erleichterung der weiteren Reise dienen. Dies definiert das Werk beinahe von Anfang an und schafft somit eine angenehme Gewissheit, dass die Handlung sich nie rückwärts bewegen wird und man mit hoher Wahrscheinlichkeit immer neue Ebenen und Monster zu Gesicht bekommt. Dass hierbei eine sonst eher in Videospielen genutzte Struktur verwendet wird, ist keinesfalls als Zufall zu bezeichnen. So arbeitete der Mangaka Akihito Tsukushi vor seiner Arbeit an Made in Abyss über zehn Jahre als Charakterdesigner bei Konami. In der Adaption als Anime wurde das Motiv der Reise ohne Rückkehr zudem erneut verstärkt und fand beispielsweise auch ins Opening Einzug. Der mithilfe der Synchronsprecher als Duett von Riko und Reg gestaltete Song ist rein vom Klangbild und der visuellen Untermalung sehr süß und scheint eine glückselige, zahme Ballade über gemeinsame Abenteuer zu repräsentieren. Erst beim Blick auf den Text fällt dieser absichtlich provozierte Trugschluss (bzw. Kontrast) auf, denn eigentlich singen die beiden Hauptcharaktere von ihrer Entscheidung, sich der Abyss und damit ihrem (eigentlich primär Rikos) sicheren Tod hinzugeben, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.

So geeint, wie sich die beiden Protagonisten im Opening präsentieren, so unterschiedlich gestalten sich ihre Rollen und Motivationen im Abenteuer selbst. Grundsätzlich gilt das Motiv der Reise ohne Wiederkehr nämlich lediglich für Riko. Das Mädchen hatte in Orth durchaus ein Leben sowie Freunde, die sie aufgrund des Fluchs wahrscheinlich für alle Zeiten zurücklassen muss, jedoch wird sie auf ihrer Reise vom Wunsch der Wiedervereinigung mit ihrer Mutter getragen. Gleichzeitig verfügt sie jedoch nicht über die körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die zum Abstieg und Überleben in den unteren Ebenen erforderlich sind. Auf der anderen Seite hat Reg aufgrund der Amnesie nicht wirklich ein Leben, zu dem er zurückkehren könnte. Aufgrund dessen und um nicht in eine existenzielle Krise zu verfallen, klammert sich der Roboter förmlich an seine Finderin und setzt alles daran, sie zu beschützen. Die Teamdynamik aus der schwachen Antreiberin und dem starken Beschützer ist somit durchaus merklich unausgeglichen und weicht stark von den heutzutage üblichen Rollenverteilungen in Mangas ab. Dabei handelt es sich jedoch um eine vollkommen absichtlich getroffene und recht leicht begründbare Designentscheidung. Durch Regs scheinbar unzerstörbaren Körper wäre es für ihn wohl ein Leichtes, alleine in die Abyss hinabzusteigen und zu versuchen, seine Herkunft zu ermitteln. Das ist jedoch nicht seine Motivation für diese Reise, zudem wäre es relativ langweilig anzusehen. Er ist ein soweit bekannt unzerstörbarer (unsterblicher) Charakter, der erst durch Riko eine Schwäche erhält. Ihre Rolle in der Handlung als (wortwörtliches) „Dead Weight“ ist ungewohnt und mag für manche Zuschauer sogar teilweise ermüdend wirken, jedoch ist dieser Kunstgriff vonnöten, um die Geschichte in ihre etwas andersartige wenngleich vollkommen geniale Richtung zu lenken.

Wer nämlich aufgrund der jungen Protagonisten, dem teilweise shounenähnlichen Setup und dem süßen, farbenfrohen Stil glaubt, dass es sich hier um ein zahmes, vorhersehbares Abenteuer für Jugendliche handelt, der könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt liegen. Diese Fehleinschätzung ist nicht unbedingt dem eigenen Unvermögen zuzuschreiben, schließlich handelt es sich dabei um eine absichtlich vom Werk gelegte Falle, durch die die späteren Ereignisse nur noch schwerer auf den Magen schlagen. Denn eines ist klar: Made in Abyss ist keinesfalls ein Werk für Kinder. Die Serie ist anspruchsvoll, schockierend und auf eine Art und Weise sowie in einem Ausmaß gewalttätig, dass sogar ein Großteil der Seinen-Animes in diesem Aspekt vor Neid und Abstoßung zugleich erblassen würden. Der Ekelfaktor mancher spezifischer Szenen ist so extrem hoch, dass selbst hartgesottene Zuschauer ein gewisses Unwohlsein verspüren werden. Und das ist auch gut so, denn genau diese Reaktion sollen solche Momente hervorrufen. Wie auch schon bei den Charakteren wird der Entertainment-Aspekt der Serie hintenangestellt und gegen die pure emotionale Einbindung der Zuschauerschaft ausgetauscht. Dabei bildet dieser später überaus dominante Aspekt des Werks einen starken, jedoch auch vollkommen beabsichtigten Kontrast zur sonstigen Optik.

Dieser Kontrast auf visueller Ebene wird nämlich durch ein dezent wichtiges Bindeglied zusammengehalten: die Handlung. Beim scheinbar in die Irre führenden Stil handelt es sich nämlich um eine recht genaue Abbildung der Stimmung des Werkbeginns. Dies ist in gewisser Weise ein weiterer Ausdruck der videospielähnlichen Progression, denn nach Start der Reise wird der Anime mit jeder neuen Ebene gewalttätiger, drastischer, meist auch düsterer und sogar anspruchsvoller. Richtig gelesen! Mit fortlaufender Episodenzahl wendet sich die Serie von der reinen Darstellung des Abstiegs ab und streut immer mehr komplexe Thematiken ein, die es daraufhin mit absoluter Bravour und einer vollkommen ungezügelten Drastik in den Zuschauer einhämmert. Dies ist nicht nur eine wundervolle Überraschung, sondern in Kombination mit dem Konzept der stetigen Progression durchaus auch ein Versprechen für die Zukunft. Man kann sich während so ziemlich jedem Story-Abschnitt sicher sein, dass das Werk sich danach einem höchstwahrscheinlich anderen, noch extremeren Thema zuwendet. Anders als der spätere Anspruch, ist die düstere Natur der Serie hingegen für den aufmerksamen Zuschauer nicht wirklich überraschend, lediglich dessen Drastik. So streut der Autor bereits fast von Beginn an immer wieder kleine Hinweise, dass es sich hierbei keinesfalls um ein unschuldiges Werk handelt. Diese beginnen subtil, werden aber bereits nach kurzer Zeit immer deutlicher und bilden später fast die Grundlage für die Konstanz des Tons.

An dieser Stelle muss ein unfassbar großes Lob an das Produktionskomitee und den Regisseur Masayuki Kojima gegeben werden. Während die künstlerische Freiheit bei Mangas nämlich bis auf ein paar kleinere Restriktionen recht hochgehalten wird, wirken die Adaptionen kritischerer Werke oft eher wie abgeschwächte Kopien. Dies ist bei Made in Abyss keineswegs der Fall, sogar im Gegenteil. Dieses Werk scheint es sich fast zur Aufgabe gemacht zu haben, neben bzw. bei der Inszenierung der wundervollen Geschichte auch noch so viele Tabus der Anime-Industrie wie möglich zu brechen. Angefangen bei den wie bereits beschrieben unfassbar gewalttätigen Szenen, über die ungeschönte Darstellung von beispielsweise Erbrochenem und blutigem Urin, bis hin zur Referenzierung und schematischen Darstellung des menschlich wirkenden primären Geschlechtsorgans von Reg. Bei letzterem handelt es sich um ein immer wieder auftretendes Thema für Comedy-Momente, die durch die Drastik der verwendeten Worte wunderbar unverbraucht wirken. Doch auch außerhalb dieser Aspekte ist die Adaption des Mangas definitiv zu loben. Neben den gut adaptierten Charakterdesigns, bei denen die Mimik durch die starke Animation sogar noch mal um einiges an Ausdrucksstärke gewinnt, wurden eigentlich sämtliche Szenen mit zusätzlichen, sinnvollen Aktionen verlängert. Man merkt einfach, dass hier nicht nur Panels miteinander irgendwie verbunden wurden, sondern stattdessen auf Basis weniger Einzelbilder vollkommen eigene und gleichzeitig sich stark an die Vorlage haltende Momente geschaffen wurden. Zudem kann die Adaption sogar mit ein paar zusätzlichen Szenen aufwarten, deren Ideen meist direkt vom Mangaka Akihito Tsukushi stammen.

Und auch der Ton kann sich durchaus hören lassen. Um die Wurzeln des Autors in der Welt der Videospiele zu würdigen, wurde der australische Videospiel- und Film-Komponist Kevin Penkin mit der musikalischen Untermalung beauftragt. Die Klänge des 25-jährigen sind wunderbar dominant und erfüllen die Abyss förmlich mit Leben. Zudem hat er es auch vollbracht, die gesamte Bandbreite der Emotionen korrekt mit Audio zu unterstützen und bildet dabei mit den Bildern solch eine Symbiose, dass man sich selbst beim Lesen des Mangas immer wieder daran erinnern muss. Die Synchronsprecherinnen der beiden Protagonisten bilden das letzte in einem Werk voller Highlights. Was Miyu Tomita als Riko und Mariya Ise als Reg da in manchen Szenen in ihre Mikrophone gezaubert haben, ist einfach unfassbar und wird höchstwahrscheinlich in keiner anderen Synchronfassung replizierbar sein.

Ich schließe ungern eine Rezension mit einem Fazit ab, ohne eine einzige richtige Kritik geäußert zu haben. Dies wird diesmal jedoch ohne stark subjektive Erbsenzählerei nicht möglich sein und das ist auch gut so. Made in Abyss schert sich nicht wirklich um die Präferenzen oder Erwartungen der Zuschauer, es definiert sich viel lieber seine ganz eigenen Ziele und setzt alles Mögliche daran, diese zu erfüllen und dem Publikum auf eine eindrucksvolle Art und Weise näher zu bringen. Solch eine Ausrichtung macht das Werk zu einem Kunstwerk, die Umsetzung letztendlich sogar zu einem Meisterwerk.

Cube

Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von hYperCubeHD.

Made in Abyss 5 Monate 3 Wochen her #819035

Genialer Anime, noch genialerer Manga.
Ich liebe beide. Der Manga hat halt ein paar Details mehr, die aber ganz interessant sind und ist noch brutaler (genau genommen viel härter, grade was Worldbuilding angeht). Der Anime hält sich dafür länger auf der dritten Ebene auf;) Und tut, was ein Anime eben tun soll, er ergänzt mit Dingen die ein Manga eben nicht zu Verfügung hat. Sprecher, Musik, Animation .........
Ich würde aber sagen, der Manga ist nach Konsum des Anime ebenfalls Pflicht.

Es gibt nicht viele Werke, die so am Emotionsrad drehen können.

Die Sprecher sind der Wahnsinn und spielen sich die Seele aus dem Leib, die Szenen sind zum Teil "einbrennend" und die Figuren sind echt große Klasse. Gute Story, you bet, enorme Fantasie und eine wunderbare aber ungemein unerbittliche Welt, you bet.

Dabei hält sich der Anime wunderbar die Waage, die Balance ist einfach perfekt. Riko ist unerschrocken, ein schneller Denker, die selbst harte Entscheidungen recht schnell trifft und dabei auch viel riskiert, allerdings auch nur ein Mädel ist, ohne viel körperliche Stärken (bis auf ein Detail, was aber hier ein Spoiler wäre). Reg hingegen ist ist zwar unverwüstlich, hat enorme Fähigkeiten und kann Alles und Jeden von der Oberfläche tilgen, ist aber gleichzeitig unsicher, zögerlich, gar panisch und hat eine Schwäche (ich spoiler mal nicht), was sich aber hervorragend mit Rikos Fähigkeiten ausgleicht.
Das sind die Zwei ........... aber ich will Keinem den Spaß verderben.
Nur soviel, Nebenfiguren sind ebenfalls der Wahnsinn.

hYperCubeHD
Durch Regs scheinbar unzerstörbaren Körper wäre es für ihn wohl ein Leichtes, alleine in die Abyss hinabzusteigen und zu versuchen, seine Herkunft zu ermitteln. Das ist jedoch nicht seine Motivation für diese Reise, zudem wäre es relativ langweilig anzusehen. Er ist ein soweit bekannt unzerstörbarer (unsterblicher) Charakter, der erst durch Riko eine Schwäche erhält. Ihre Rolle in der Handlung als (wortwörtliches) „Dead Weight“ ist ungewohnt und mag für manche Zuschauer sogar teilweise ermüdend wirken, jedoch ist dieser Kunstgriff vonnöten, um die Geschichte in ihre etwas andersartige wenngleich vollkommen geniale Richtung zu lenken.

Das Ganze sehe ich also etwas anders. Reg hat genug Schwächen (auch und vor allem psychisch) und unzerstörbar würde ich ihn auch nicht nennen. Dazu sage ich aber nicht mehr. Und Riko hat genug Stärken, auch wenn nicht so offensichtlich. Doch Ergänzend ist hier das Wort.
Regs Ziel ist natürlich ihr Schutz, ist vollkommen richtig, doch er ist nicht perfekt und bringt sie sogar in Gefahr, was er auch gesagt bekommt;) Von Jemanden der es wissen sollte. Und Reg ist auch nicht nur der Beschützer, doch auch dazu sag ich nicht mehr.
Was Miyu Tomita als Riko und Mariya Ise als Reg da in manchen Szenen in ihre Mikrophone gezaubert haben, ist einfach unfassbar und wird höchstwahrscheinlich in keiner anderen Synchronfassung replizierbar sein.

Ich bevorzuge ja Shiori Izawas Stimme in diesem Werk;) Ihre Sprechrolle ist eine der besten des Jahres gewesen. Und passt wie die Faust aufs Auge zur Figur.
Wir werden in Staffel 2 noch viel von ihr hören .......


Der Manga ist und bleibt ein beinharter Seinen, der wenn man nichts dazu gehört hat, einen mit einer Keule eine runter haut und recht schnell klar macht, was man da vor sich hat. Ein fesselndes Hammerwerk.
Der Anime wird von einem Studio gefertigt, dass einfach perfekt dazu passt. Kinema Citrus zeigt wo sein Wurzeln liegen (Ex I.G und Bones Leute) und zeigt auch was geht, wenn ein Studio will. Der Animationschef ist ziemlich bekannt, nicht umsonst.
Und Sachen die Musik zeigt halt einfach nur von Willen zu mehr. Ich meine es sagt schon viel aus, wenn ein japanisches Studio internationale Hilfe von Synchron Stage Vienna in Anspruch nimmt ........ eine "Weltadresse".
Als kleine Kritik ist hier anzumerken, dass die Animation Optik nicht immer ganz linear war, dass Studio hat sich aber redlich Mühe gegeben genug andere Studios zu Hilfe zu h.. Und die wichtigen Szenen waren trotzdem der Hammer.


Danke für die Rezension, hYperCubeHD einer dieser Anime, die das Wort bedeutend (lt. einer Seite) erst so richtig begreifbar machen.
*o-toohappy*

Live is good
Ich freu mich schon auf Staffel 2
Und früher oder später werde ich wohl auch die Filme ansehen.
Sniperace


Update:

Ist jetzt aber nicht Euer Ernst oder? Da bekommt ihr eine Rezension zu einem der besseren Anime der letzten Jahre geboten und was passiert?
Ein Kommentar?
*o-stop*
Ich bin ein ein wenig angesäuert:(
Dies nennt sich Forum, dies hier ist ein Thread. Wo also sind die anderen Meinungen (gerne auch kritische)?
Das führt das Ganze etwas ad absurdum, so was ist schon ziemlich traurig und auch ziemlich unhöflich (auf Dauer). Wo ist die Wertschätzung?
Es muss ja nicht jedes Mal ein Kommentar sein, doch ab und an 3-4 Sätze (oder auch mehr) sollten doch drin sein. Oder auch vielleicht mal ein geschriebenes Danke für die Arbeit, die sich hier Leute machen. Jede Woche .......
Es gibt eh Leute, die ab und an was schreiben, die können sich gerne ausnehmen, Euch mein ich nicht. Ich schreib auch oft genug nix, weil ich kein Zeit hab, zu müde oder schlichtweg zu faul. Oder weil einfach schon Alles dort steht.
Doch ein Like setzen ist halt nicht das Gleiche wie seine Eindrücke einfließen lassen.
Oder warum nicht Fragen stellen?

Die Threadersteller werden nie Unmut dazu äußern, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht mehr Spaß machen würde eine Rezension zu schreiben, wenn es hier etwas lebhafter zugeht.
Letzte Änderung: 5 Monate 3 Wochen her von Sniperace.
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Made in Abyss 5 Monate 2 Wochen her #819297

*o-hi*

Ich muss wirklich sagen, dass der Anime sehr emotional war. Zudem fand ich die Umsetzung des Animes sehr gelungen, wodurch ich an einigen Stellen wirklich weinen musste.
*o-noooo2*
Meiner Meinung nach ist dieser Anime ein Meisterwerk, da er wirklich sehr mit den Gefühlen der Zuschauer spielt und die Darstellung der leicht anderen moralischen und ethischen Einstellungen und Belangen.

Ich kann ebenfalls kaum auf die zweite Staffel warten.*o-schlürf*

P.S.:Ein vielen lieben Dank für diese wundervolle Rezension. Ich fand sie sehr gut und detailliert. *o-yay*

*o-bye*
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Made in Abyss 5 Monate 2 Wochen her #819306

Mich wundert auch ein wenig, dass hier kaum jemand seinen Senf dazu gibt, wo Made in Abyss doch so große Wellen geschlagen hat. Aber ich habe gut reden, wo ich doch bis jetzt selbst zu faul war, etwas beizusteuern.^^

Eigentlich wurde hier schon alles Wichtige gesagt, um aufzuzeigen, mit welch einem Meisterwerk man es hier zu tun hat. Ich würde vielleicht noch einmal erwähnen, wie absolut fantastisch die Animationen doch sind. Von der ersten bis zu letzten Folge flüssig (mir sind zumindest keine Einbrüche aufgefallen) und auch die Bilder, die Hintergründe zum Beispiel, strotzen nur so vor Details. Insgesamt bekommt man hier eine derart hohe Qualität, wie ich sie zum Großteil nur aus Kinofilmen kenne, und das in einer Animeserie! Man muss sich wirklich mal vor Augen halten, mit welch einem Aufwand solch eine Glanzleistung verbunden sein muss und was für ein Budget für sowas nötig gewesen ist. Andere Studios versuchen mit Mühe und Not eine akzeptable Qualität aufrechtzuerhalten, aber bei diesem Werk wird man geradezu weggeblasen. Man hat hier richtig was gewagt und ich bin froh, dass es sich gelohnt zu haben scheint, da ja derzeit eine zweite Staffel sowie Recap-Filme in Arbeit sind.

Also wer Made in Abyss noch nicht geschaut hat, ist selbst schuld. Klar, es muss nicht jedem gefallen, aber ich denke die Mehrheit kann hier begeistert werden. Danke also für die detailreiche Rezension, die nicht zu viel verrät, aber trotzdem neugierig macht, indem sie alle relevanten Aspekte, die den Anime so besonders machen, aufzählt.
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Made in Abyss 5 Monate 2 Wochen her #819319

Plinfa-Fan
wie absolut fantastisch die Animationen doch sind. Von der ersten bis zu letzten Folge flüssig (mir sind zumindest keine Einbrüche aufgefallen) und auch die Bilder, die Hintergründe zum Beispiel, strotzen nur so vor Details. Insgesamt bekommt man hier eine derart hohe Qualität, wie ich sie zum Großteil nur aus Kinofilmen kenne, und das in einer Animeserie! Man muss sich wirklich mal vor Augen halten, mit welch einem Aufwand solch eine Glanzleistung verbunden sein muss und was für ein Budget für sowas nötig gewesen ist. Andere Studios versuchen mit Mühe und Not eine akzeptable Qualität aufrechtzuerhalten, aber bei diesem Werk wird man geradezu weggeblasen. Man hat hier richtig was gewagt und ich bin froh, dass es sich gelohnt zu haben scheint, da ja derzeit eine zweite Staffel sowie Recap-Filme in Arbeit sind.

Das ist es ja gerade. Es gab im Thread Kritiker der Optik, deren Meinung würde ich gerne hören, auch weil sie sie zum Teil auch recht haben. Natürlich ist das Ganze aber nicht so einfach, was die Optik angeht. Zum einen ist der Animationschef in vielen Szenen zu "spüren", was viele Leute als schlechte Optik wahrgenommen haben, was aber sein Stil ist und hier auch einen Zweck erfüllt. Ich sage so etwas selten, da ich Optik für genauso wichtig halte wie die Bewegungsanimation, doch hier passiert es mit Absicht, dass bestimmte Monster weniger "detailliert" oder eher absichtlich grober dargestellt werden, es soll die Monster aus Sicht der Helden zeigen und quasi die Gefahr und Furcht, die sie vermitteln, herüber bringen. Das ist nun mal sein Stil und er ist recht erfolgreich damit.
Und weil es eben nicht einer dieser Tricks oder Vereinfachungs Stile ist. Sieht man genauer hin, dann ist es gar nicht so leicht zu zeichnen.

Tricks und Ich mach mir die Arbeit leichter Stile (alles Stile, für die man sich nicht feiern lassen sollte ....... was aber passiert):
Wie die "Blockexplosion", wo man Computer gerechnete eher gleichförmige Blöcke bei Actionszenen benutzt oder die gerne benutzte "ich verwische jede Actionszene, damit niemand sieht wie übel sie gezeichnet ist" "Technik", beides Techniken auf die Leute - die unter anderem bei Studio Clown arbeiten stolz sind .........
Oder die, Recycling Technik - der Liebling von Studio Sunrise. Man erschafft eine, zum Teil wirklich gute Bewegungsanimation, die fast schon ein Trademark ist und nutzt diese dann ziiiiiiiiigmal wieder. Am bekanntesten war die Anti Schiff Schwertszene in Gundam Seed und Seed D. Es ist eine Pose Szene, die einfach badass wirkt, die aber gleichzeitig so oft verwurstet wird, dass es schon wieder billig wirkt. Gute weiter Beispiele in genau diesem Anime, Busen wackelt beim Kapitän auf der Brücke ......... zigmal wiederverwendet, genau diese Szene, die Lasershow (ergo der Mech und die Gegener bewegen sich gar nicht und man fügt nur, immer die selben Beams ein, die davon ablenken), und die Mech springt zwischen die Gegner und schaltet sie mit zwei Beamsabern aus (was ein Badassszene ist, was aber wenn es zigmal verwendet wird nicht mehr nice ist). Und noch zig weiterere.
Zwei der erfolgreichsten Anime ever und man kann sie aus einander nehmen ........ es hat seine Gründe. Wobei es hier am Studio liegt und nicht am Animationschef (der wollte ja mehr, doch hat sein Budget überzogen).

Made in Abyss kann man aber nicht so einfach auseinander nehmen.
Hier war nie ein Anzeichen von "ich mach mir die Arbeit einfach, weil eh keiner merkt".
Made in Abyss ist, da muss ich Dir, Plinfa-Fan, ein wenig wieder sprechen, hatte keine allzu hohes Budget, zumindest anfänglich nicht. Es waren nur ein paar talentierte und hoch motivierte Leute und eine Vorlage, wie man sie sich nur wünschen kann. Ein vorsichtiger Start, nicht umsonst als 12/13er.
Allerdings zeigte sich recht bald, dass die Kritik und die Fans sehr angetan waren und deswegen hat das Studio bzw. das Team auch grade gegen Ende wesentlich mehr Unterstützung bekommen. Was man auch sieht.
Ich persönlich hoffe ja, dass die Filme optisch noch ein Steigerung bitten. Filme sind oft optisch aufpoliert.
Und auf die zweite Staffel freu ich mich ebenso, in diesem Fall sollte sie eine Steigerung bitten.

Natürlich war aber auch Kritik zu hören. So wurde die Optik im Vergleich zum Manga gesetzt, was halt immer ein schwerer Vergleich ist, denn man nur selten zufriedenstellend lösen kann (ausnahmen gibt´s zwar schon, doch nicht jeder hat das Glück von Shaft und seiner total losgelösten Regie animiert zu werden;) und es wurde auch das Opening in Vergleich mit dem Anime gesetzt, was halt ein harter Vergleich ist, weil ein 11/2 Minuten langes Opening halt ein ganze andere Geschäft ist, wie eine Folge oder ein ganzer Anime.
Und natürlich war an ein paar Punkten zu spüren, dass es grenzwertig fürs Team wurde, was aber gegen Ende wesentlich besser wurde. Ebenfalls ist natürlich nicht zu unterschätzen, was die Hilfsstudios für Einfluss nehmen können. Vieles war eben nicht vom Hauptstudio. Gutes wie Schlechtes.

Allerdings war der Anime optisch wie Animationstechnisch sicher nicht übel und zwar durchgehend. Und ein paar Parts waren große Klasse. Da kann man sagen was man will.
Dass der Manga eine ganz andere Stufe ist, soll aber auch nicht verschwiegen werden. Die Details in der Zeichnung, die Informationen, die so nur der Manga bietet, die noch mal angezogene Brutalität und nicht zuletzt ein paar Unterschiede zum Anime, was Story angeht.

Also, wo ist die Kritik? Ich will Kritik hören. Ich bin mit Sicherheit nicht der beste, der hier welche liefern kann. Ich mag Manga wie Anime.
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Made in Abyss 5 Monate 2 Wochen her #819358

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Sniperace schrieb:
Zum einen ist der Animationschef in vielen Szenen zu "spüren", was viele Leute als schlechte Optik wahrgenommen haben, was aber sein Stil ist und hier auch einen Zweck erfüllt. Ich sage so etwas selten, da ich Optik für genauso wichtig halte wie die Bewegungsanimation, doch hier passiert es mit Absicht, dass bestimmte Monster weniger "detailliert" oder eher absichtlich grober dargestellt werden, es soll die Monster aus Sicht der Helden zeigen und quasi die Gefahr und Furcht, die sie vermitteln, herüber bringen. Das ist nun mal sein Stil und er ist recht erfolgreich damit.
Und weil es eben nicht einer dieser Tricks oder Vereinfachungs Stile ist. Sieht man genauer hin, dann ist es gar nicht so leicht zu zeichnen.

Ich denke du redest von Kou Yoshinaris Cuts, er war allerdings nicht Animationschef oder ähnliches; Kazuchika Kise war Animation Director.
Kou Yoshinaris Animationen sind definitiv nicht "weniger detailliert", sondern (wie du es bereits angedeutet hast) recht komplex und einzigartig. Man kann dem Anime gut und gerne vorwerfen, dass seine Qualität von Zeit zu Zeit schwankt. Aber solche Cuts anzugreifen, nur weil sie anderes Shading und Animationsstil benutzen, ist definitiv die falsche Herangehensweise. Denn genau so sollen die Kreaturen der Abyss wirken: andersartig, fremd und auf unheimliche Weise plastisch.

Und hier noch zwei meiner persönlichen Lieblingscuts von Kou Yoshinari: Kizumonogatari III und Sora no Method
– "Wer zuletzt lacht, hat den höchsten Ping."
Letzte Änderung: 5 Monate 2 Wochen her von Tazzels.
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Made in Abyss 5 Monate 2 Wochen her #819367

Ich liebe Made in Abyss

Ich bin immer extrem penibel was Animes angeht. Gerade oft der Stil der Charaktere ist ein Punkt für mich. Klar hab ich auch Animes die ich sau gern mag obwohl der Stil der Zeichnungen mir nicht gefällt, aber in Made in Abyss war es für mich stimmig. Gerade, dass die Figuren nicht irgend ein 0815 Stil hatten denen man einfach neue Haare gibt und gut ist. Die Story war auch klasse, aber leider hört die Staffel genau da auf, wo die Story erst wirklich beginnt.
Dies könnte wirklich, für meinen Geschmack, ein episches Werk werden und hoffe, dass hier noch einiges kommt.
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Made in Abyss 4 Monate 1 Woche her #821013

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Vielen Dank für die Rezension. :) Echt schade, dass ich erst jetzt was dazu schreibe. Ich teile deine Meinung bei sehr vielen Punkten.
Ich finde den Anime absolut fantastisch. Wunderschön aber auch melancholisch zur selben Zeit. Optisch sieht es sehr süß aus. Erinnert sogar ein bisschen an ein Fantasy Rollenspiel. Zumindest geht es mir so. Atmosphärisch besonders stark inszeniert. Zu Beginn noch sehr leicht und schön. Zum Ende hin sehr düster. Haben die wirklich sehr gut gemacht. Für mich sticht aber auch der Anime durch seine Charaktere hervor und wie sie miteinander harmonieren.

Ich habe den Anime sehr gerne geschaut. Ich habe jede Folge genossen, musste zum Ende hin sogar sehr viele Tränen vergießen. Ein Anime, den ich nur jeden empfehlen kann.
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Letzte Änderung: 4 Monate 1 Woche her von Asuka...
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