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THEMA: Black Jack (2004)

Black Jack (2004) 2 Monate 2 Wochen her #802949

Helle lange Flure, Männer und Frauen in weißen Kitteln, eine eher bedrückte Stimmung, die deinen Tag bestimmt und egal, wo du hinsiehst, Desinfektionsmittel – die typischen Erkennungsmerkmale eines Krankenhauses. Das ist auch der erste Ort, an den man denkt, wenn man sich das Medical-Genre vorstellt. Black Jack (2004) allerdings ist der Beweis dafür, dass es auch anders geht!
Die Animewelt hat ja bekanntlich viele Genres aufzuweisen, von Dramatik und Cyberpunk bis hin zu Shoujo und Shounen-Ai ist alles gegeben. Doch bei so vielen kann es auch mal sein, dass einige viel zu kurz kommen und andere wiederum den Rahmen des Erträglichen sprengen. Genau aus diesem Grund gehe ich in der heutigen Rezension mit Black Jack (2004) auf das eher unbekannte Medical-Genre ein.

Es gibt nicht besonders viele Titel des Genres, so gehören Mangas wie Iryuu – Team Medical Dragon, Jin oder eben auch Black Jack zu einigen wenigen bekannten. Als eine Mangaserie des erfolgreichen japanischen Zeichners Osamu Tezuka, hierzulande namhaft durch Astro Boy, wurde dieses Werk in den 1970er-Jahren wahrlich gefeiert. Mit 242 Einzelkapiteln, die später in 25 Sammelbände zusammengefasst wurden, wurde der Titel in mehrere Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Der Anime zum Medical-Klassiker lief von 2004 bis 2006 auf dem japanischen Fernsehsender Yomiuri TV und umfasst 61 Episoden. Des Weiteren wurde das Werk von Tezuka Productions animiert, wobei Osamu Tezukas Sohn Makoto Tezuka die Regie führte.

Um bei Black Jack anzufangen: Dieser Mann genießt den Ruf, der wahrscheinlich beste Chirurg der Welt zu sein – zurecht. Am Operationstisch vollbringt er das womöglich unmögliche, doch alles hat seinen Preis … Was ist wichtiger? Geld oder das Leben? Der charismatische, stets kühl wirkende Doktor verlangt für seine Dienste manchmal Millionen von Dollar und das, obwohl er noch nicht einmal eine Lizenz zum Praktizieren verfügt. Leute, die wegen eines Dreizimmerbettes aufgrund einer fehlenden Privatversicherung nörgeln, gibt es hier jedenfalls nicht. Ein Chirurg, der jemanden nur operiert, der das Leben wirklich zu schätzen weiß, so jemand ist Black Jack.

Obwohl sich sein Charakter kalt und ungerecht anhört, so ist der Mann mit den gottähnlichen Fähigkeiten sehr facettenreich sowie interessant und auch das Charakterdesign, was von seiner traurigen Vergangenheit zeugt, macht es einem schwer, seine Augen abzuwenden.

Durch die 61 Episoden erleben wir Black Jack, wie er an mehreren mysteriösen und schwierigen Fällen arbeitet, während er durch die halbe Welt reist. Die Serie ist episodisch aufgebaut, sodass man nicht jede Folge gucken muss, um die Story zu verstehen, dennoch wäre es schade, etwas davon zu verpassen, denn Black Jack (2004) ist eine Perle, gefunden in den unbekannteren Gewässern der Animewelt. Das Thema Geld ist vor allem auch jetzt noch ein sehr aktuelles Thema, aber ist es sogar so wichtig, dass man sein eigenes Leben dafür aufs Spiel setzen sollte? Eine große Stärke des Animes ist, dass Osamu Tezuka selbst ebenfalls gelernter Arzt war, weswegen er sein Wissen in diese Serie mit einfließen lassen und uns ermöglichen konnte, viele Krankheiten, seien sie fiktiv oder real, zu erklären und uns ein Bild der Operationen zu machen. Ein Kritikpunkt allerdings ist, dass die Operationen nicht so detailreich sind wie im Manga. Ebenfalls zu beanstanden ist der zweite Hauptcharakter des Animes: die kleine Pinoko, die Assistentin von Black Jack. Mal abgesehen davon, dass sie andauernd in den Raum wirft, seine Frau zu sein, wünscht man sich zu Anfang ihr wegen ihrer Piepsstimme eine eigenhändige Operation zu unterziehen, damit sie endlich schweigt. Nachdem man dann allerdings die ersten Folgen durch hat, kann man die Stimme schon gut überblenden und nach den ersten 20 Folgen entwickelt sie sich so langsam zu einem sehr liebenswürdigen Charakter, ohne den Black Jack nicht wirklich der Anime wäre, der er jetzt ist. Andere Charaktere des Animes haben jedoch auch so ihre Schwächen. Da das Werk, wie bereits oben erwähnt, episodisch aufgebaut ist, werden Personen meist nicht tiefgründiger behandelt, was schade ist, aber nicht zwingend schlecht. Einige sind durch diese Umstände nicht besonders gut durchdacht, andere wiederum lassen so Spannung aufkommen, da es interessante Figuren sind, von denen man gerne mehr erfahren würde.

Des Weiteren behandelt Black Jack auch die Genres Drama und Mystery, die definitiv nicht zu kurz kommen. Man müsste meinen, dass die Serie langweilig werden könnte, da sie schließlich episodisch aufgebaut ist, eine zusammenhängende Story zwar existiert, aber in jeder Folge dennoch mehr oder weniger andere Fälle behandelt werden, wo im Grunde genommen genau das Gleiche passiert wie zuvor. Eine Person ist oder wird schwerkrank, durch Zufälle oder gewollte Kontaktaufnahme kommt Black Jack ins Spiel, überzeugt jeden und alles mit seiner Brillanz und seinem Können, während wir von Patienten beeindruckt werden, die alles tun würden, um ihr Leben zu retten, verzweifelt und voller Zuversicht sich dafür sogar für den Rest ihres Lebens verschulden würden, nur um zu leben. Tatsächlich passiert dies immer wieder, aber egal wie oft man es sich anschauen mag, langweilig wird es ganz bestimmt nicht. Die Variationen der Krankheiten und deren Lösungen, Menschen, die so verschieden mit dieser aussichtslosen Situation umgehen, dass es einen oftmals selbst zum Bangen bringt. Black Jack schafft es, eine gute Mitte zu finden und auch nach 61 Episoden dem Zuschauer noch zu zeigen, dass man etwas aus der Story herausholen kann.

Wer Astro Boy kennt, wird sich an den rundlichen Zeichenstil erinnern, der auch hier wieder auftaucht. Der Anime ist ganz im Tezuka-Stil gehalten, eine Animation, vor der man sich allerdings nicht verschließen sollte. Gerade diese kindliche Anschauung verleiht dem Anime einen persönlichen Flair und eine angenehme Atmosphäre. Der Soundtrack dazu gibt dem Zuschauer meiner Meinung nach den Rest. Zu jeder Situation existiert ein passendes Musikstück, das mein Herz zum Rasen bringt. Eine melodische Harmonie von Flötentönen, die auch dramatische Stellen gut herausbringen. Ich kann heute immer noch lautstark mitsingen, wenn ich das erste Opening von Black Jack höre, während die anderen beiden etwas gewöhnungsbedürftig sind.

Mein Fazit zum Medical-Klassiker ist ganz klar: Man muss ihn sich wenigstens einmal angesehen haben. Es ist sicherlich kein Anime für Jedermann, aber definitiv etwas, was man mal probieren sollte. Menschen für die Liebe zum Dramatischen kommen hier sicherlich nicht zu kurz und auch Personen, die gerne etwas Neues probieren möchten, haben hier gute Chancen sehr zufrieden gestellt zu werden. Der liebliche Zeichenstil verbirgt die Tiefgründigkeit des Animes wirklich gut, sodass auch viele Storys zum Nachdenken anregen. Selbst wenn man sich nicht wirklich für das Medical-Genre interessiert, würde ich euch ans Herz legen, Black Jack (2004) anzuschauen, sei es wegen des Hauptcharakters, der allein mit seiner Coolness überzeugt und sowohl mit seiner Intelligenz als auch überraschenderweise mit seiner Wärme die Herzen der Menschen erobert.

Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von Hijikata-Chizuru. Begründung: Zweitkorrektur

Black Jack (2004) 2 Monate 1 Woche her #803107

Eigentlich hatte ich den Anime mitten in der ersten Episode einfach abgebrochen, da ich die Idee nicht wirklich interessant genug fand (zudem war dieser kleiner nervige Zwerg schwer auszuhalten). Bin jedoch froh die Rezension gelesen zu haben um den Anime vielleicht nochmal eine Chance zu geben ^~^

Black Jack (2004) 2 Monate 1 Woche her #803145

Nachdem ich den Anime Young Black Jack gesehen habe war ich hin und weg von diesem franchise, dachte ich jedenfalls.
Dieses Spinoff war der Grund weswegen ich mir die Black Jack Serie vom Jahre 2004 anschauen wollte.
Nach den ersten drei Folgen wurde ich jedoch schwer enttäuscht und habe den Anime auch abgebrochen.
Aufgrund des zuvor erwähnten Spinoffs hatte ich nämlich bestimmte Erwartungen die nicht eingehalten wurden.

Der größte und für mich auch entscheidendste Unterschied war die Tatsache, dass der alte Anime sich an eine viel jüngere Zielgruppe richten sollte.
Schon alleine der Art Stil ist sehr kindlich gehalten. (das kleine Mädchen setzt dem ganzen noch die Krone auf)
Natürlich kann ich nach drei Folgen kein richtiges Urteil abgeben, da sich die Serie im späteren Verlauf vielleicht mit erwachsenen Themen befassen könnte.
Erst recht wenn man bedenkt, dass der Anime 61 Folgen hat, aber gerade dass schreckte mich zusätzlich davor ab den Ani weiter zu schauen.
Auch der in der Rezension erwähnte episodische Aufbau ist für mich bei dieser Anzahl an Episoden eher ein negativ Aspekt. (Das gleiche Problem hatte ich mit Detektiv Conan)

Für Leute die Lust auf einen genialen Medical-Ani haben würde ich deshalb eher das Spinoff "Young Black Jack" aus dem Jahre 2015 empfehlen.
Dieses handelt, wie der Name schon vermuten lässt von der Vorgeschichte des Black Jack und eignet sich deshalb auch perfekt für Neueinsteiger.
Es hat nur 12 Episoden und erzählt eine Zusammenhängende Story. (Es gibt zu dem auch keine nervigen Mädchen)
Der Look ist modern und realistisch gehalten und die Animationen können sich auch sehen lassen.

Normaler Weise habe ich keine Probleme mit älteren Werken, (Berserk z.B. finde genial und er ist aus dem Jahre 1997)
aber verglichen mit dem Spinoff wirkt "Black Jack 2004" für mich einfach nur altbacken.
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