• Seite:
  • 1

THEMA: Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen

Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen 1 Jahr 7 Monate her #768849

  • SilentGray
  • SilentGrays Avatar Autor
  • Offline
  • Redakteur
  • Redakteur
  • "Warlord" des Forums
  • Beiträge: 1068
  • Dank erhalten: 3702
Hattet ihr in letzter Zeit eine gute Dosis an Hoffnung und Verzweiflung? Nein? In dem Fall kann natürlich nur ein psychopathischer Killer-Teddybär helfen, der ahnungslose sowie vollkommen überzeichnete Menschen zu einem Spiel auf Leben und Tod zwingt. Besser gesagt: Doktor Monokuma empfiehlt euch Danganronpa 3: The End of Kobugamine Gakuen zu sehen. Und wer die Vorgänger kennt, weiß schon, dass man sich wieder auf einige Twists und konfuse Ereignisse in der Story freuen darf. Dabei sei vorausgehend gesagt, dass es schwer ist, über diesen Anime zu sprechen, ohne zumindest auf den Ausgang von Danganronpa: Trigger Happy Havoc oder dessen Anime-Adaption einzugehen (was auch logisch sein dürfte, da es sich hier um den dritten Teil der Reihe handelt).

Befasst man sich genauer mit Danganronpa 3, so gibt es diesbezüglich einiges an interessantem Hintergrundwissen. Am ehesten sollte auffallen, dass der Anime in zwei Arcs eingeteilt ist, Mirai-hen und Zetsubou-hen, die beide frisch aus der Sommerseason 2016 kommen. Eine Spezialfolge mit dem Namen Kibou-hen erschien zusätzlich am Ende beider Serien und bietet das große Finale für die Story von Kibougamine Gakuen (Hope’s Peak Academy). Regisseur für alle drei Versionen ist hierbei Seiji Kishi, der schon bei der ersten Staffel des Anime, Danganronpa: Kibou no Gakuen to Zetsubou no Koukousei The Animation, oder Titeln wie Angel Beats diese Rolle übernahm. Was neben der Aufteilung in zwei Serien, die simultan zueinander laufen, auch noch besonders hervorsticht, ist, dass es Danganronpa 3 nur in Animeform gibt. Somit ist es die alleinige Fortsetzung zu den beiden Spielen Danganronpa: Trigger Happy Havoc sowie Danganronpa 2: Goodbye Despair und daraus entsteht natürlich die Frage, wie gut sich ein Konzept, das ursprünglich für eine Visual Novel entwickelt wurde, als originaler Anime macht. (Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls wird ebenfalls erwähnt, allerdings ist Vorwissen davon nicht unbedingt nötig, obwohl es sehr hilft.)

Bevor ich mit der Inhaltsangabe überhaupt anfangen kann, ist es notwendig zu erwähnen, dass beide Serien so aufgebaut sind, dass man jeweils eine Folge von Mirai-hen und danach eine von Zetsubou-hen anschaut. Diesbezüglich fängt die Geschichte an, als der Held von Danganronpa 1, Makoto Naegi, zum Hauptsitz der Future Foundation gerufen wird, wo ihm der Prozess gemacht werden soll; er hat Befehle missachtet. Hierfür finden sich alle wichtigen Mitglieder ein, doch leider verläuft das Ganze nicht so reibungslos, wie gedacht. Nach einer Ladung Schlafgas wachen alle Anwesenden auf, um zu erfahren, dass sie ein mörderisches Spiel spielen sollen … schon wieder. Außerdem ist Monokuma, der das Genie hinter der Aktion verkörpert, ebenfalls – wie in den vorherigen Spielen – mit am Start. Dieser verpasst allen schicke Armbänder, die eine verbotene Aktion besitzen. Bricht man diese, stirbt man. Und so beginnt das Katz-und-Maus-Spiel erneut.
Wem dies zu negativ ist, der dürfte mit Zetsubo-hen mehr Spaß haben. Entgegen dem eigentlichen Titel „Verzweiflung“ beginnt dieser Teil heiter mit den Charakteren aus Danganronpa 2 und zeigt deren ereignisreiche Schultage.

Zugegeben, ich war skeptisch, als ein neuer Anime zu Danganronpa angekündigt wurde. Die erste Staffel wurde dem Spiel nicht wirklich gerecht und selbst wenn sie alleinstehend noch okay war, es fehlte einfach merklich die Zeit. Diese Staffel (oder Staffeln) hat den großen Vorteil frisch einzusteigen und nicht Gameplayelemente anpassen zu müssen. Genau aus diesem Grund wollte Danganronpa-Schöpfer Kazutaka Kodaka die Reihe auch vorerst als Anime beenden, da dies für die Geschichte, die er sich vorgestellt hatte, das beste Format sei. Zeitlich konnte man ebenfalls viel ausgleichen, immerhin hat man hier zweimal in der Woche eine neue Folge zeigen können.

Allgemein sind die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen Mirai-hen und Zetsubou-hen äußerst gelungen. Folgen gehen oft thematisch ineinander über; mal bekommt man den Konflikt zwischen Charakteren im ersten Arc präsentiert, während der zweite ergänzend dazu die Hintergrundgeschichte liefert. Somit schafft man eine sehr schöne Dynamik zwischen beiden Serien, die jedoch auch ihre eigenen Handlungen vorantreiben. Sähe man allerdings eines komplett vor dem anderen, so würden die oben angesprochenen Bindeglieder fehlen, welche einzelne Szenen und Charaktermotivationen ausgleichen. Ebenso müsste man sich an manchen Stellen fragen, warum Charaktere behandelt werden, die für die eine Serie kaum Relevanz haben, jedoch im anderen Teil gerade sehr wichtig sind. Es hat daher schon einen Grund, warum man die Folgen abwechselnd sehen sollte. Am deutlichsten wird es, warum man sich entschieden hat Danganronpa 3 so auszustrahlen, wenn man die Entwicklung der Atmosphäre und des Tons in Betracht zieht. Wo Mirai-hen hoffnungslos und düster anfängt, startet Zetsubou-hen fröhlich und gelassen. Mit dem Fortschreiten beider wechselt allerdings dieser Blickwinkel und gerade Zetsubou-hen wird für Fans gefühlsmäßig äußerst schmerzhaft, während auf der anderen Seite endlich ein Hoffnungsschimmer zu sehen ist. Es kommt wirklich nicht oft vor, dass solch ein Ansatz bei Animes verfolgt wird; Danganronpa 3 schafft es diesen, entgegen meiner vorherigen (und bestimmt auch der von zahlreichen Fans der Spiele) Erwartungen, glücklicherweise richtig umzusetzen.

Etwas schwerer wird es hier über die Charaktere zu reden, einerseits, weil es so … verdammt … viele sind – beide Anime beinhalten mindestens 16 Charaktere, also sind das schon über 30, einige andere sogar nicht mitgerechnet. In Danganronpa 3 liegt der Fokus primär auf den neu eingeführten Mitgliedern der Future Foundation, die sowohl in Mirai-hen als auch in Zetsubou-hen vertreten sind. Deren Vorteil liegt darin, gleich zwei Animes zu haben, in denen man sie zeigen kann und das gelingt einerseits ganz gut. Andererseits bringt dies Probleme mit sich: Aus diesem Grund ist es ein großer Nachteil, kein Wissen über Danganronpa 1 oder Danganronpa 2 zu haben, da Danganronpa 3 bei dem ganzen Rest praktisch voraussetzt, dass man deren Entwicklungen und Persönlichkeiten schon genug kennt, damit die Anspielungen und Motivationen dieser verständlich sind. Wer daher denkt, dass er den zweiten Teil der Reihe einfach auslassen kann, weil es dazu keinen Anime gibt, der wird gerade mit Zetsubou-hen, das den Cast vom zweiten Spiel behandelt, wahrscheinlich nicht so viel Spaß haben. Außerdem ist Danganronpa 2 sowieso der beste Teil, weswegen ich vor diesem Anime zumindest empfehlen würde, sich einen Durchgang vom Spiel anzuschauen oder es zu kaufen – es gibt ja mittlerweile eine Version für PlayStation Vita, Steam und sogar eine frisch angekündigte für PlayStation 4, die beide Spiele beinhaltet. Dass dies zeitlich so gut zur Rezension passt kann ja kein Zufall sein! Hier sind bestimmt höhere Mächte am Werk … So wirken sonst jedenfalls die Charaktere zum Großteil eindimensional.

Betrachtet man die ganzen Ideen und das Konzept für Danganronpa 3, so sind diese wirklich gelungen … nur an der Ausführung hapert es ein wenig. An manchen Stellen wirkte die Geschichte etwas zu sehr konstruiert, nur damit man bestimmte Ereignisse animiert sehen kann. Ich meine, natürlich wollte ich ein gewisses, leicht verstörendes, blutiges Spektakel in Zetsubou-hen sehen, nur geschieht dieses etwas zu plötzlich und nicht so durchdacht, wie es sonst bei storyrelevanten Ereignissen in den Spielen der Fall war. Auch das Ende von diesem Teil fühlte sich daher nicht so befriedigend an, wie es eigentlich sollte, vielleicht auch weil eine der letzten Folgen so schön ausgeführt wurde, dass sie mich ein wenig emotional werden ließ. Allgemein wird die Geschichte gegen Ende hin nicht mehr diesem Spannungslevel gerecht, das der Anime, speziell bei Mirai-hen, bis zur Mitte hatte. Daraus folgt auch eine gewisse Enttäuschung bei der Auflösung des Drahtziehers hinter der Aktion, weniger wegen der Person selbst, sondern weil die Motivation dieser einfach gesagt ziemlich bescheuert ist. Es gibt durchaus sinnvolle Gründe und Theorien, warum der Verantwortliche so gehandelt hat, aber kein vernünftig denkender Mensch würde sich einen solch umständlichen Plan dafür ausdenken. Hier hat man höchstwahrscheinlich die Vernunft außen vor gelassen damit die restliche Handlung Sinn ergibt. Die Spezialfolge Kibou-hen, obwohl selbst diese ein wenig durch die vorherigen Ereignisse und einem zu dem Zeitpunkt vorhersehbaren Ende getrübt wird, schafft es immerhin einen zumindest befriedigenden Abschluss zu erzielen – inklusive ausreichend Fanservice; und nein, damit meine ich nicht das, woran ihr bestimmt sofort gleich denkt. Ich meine damit Charaktere, die coole Dinge machen, die alle Fans zuvor unbedingt sehen wollten.

Leichte Probleme bei der Umsetzung hat Danganronpa 3 auch bei der Optik. Obwohl diese situationsgemäß und atmosphärisch immer gut getroffen wird, so fällt die allgemeine Qualität der Bewegungsabläufe eher mager aus. Dies lässt sich zum Teil auf die einfach gehaltenen Gesichtsanimationen zurückführen, die manchmal viel zu stumpf wirken. Im positiveren Sinne hat man zumindest interessante Charakterdesigns, wovon manche im typischen Stil von Danganronpa etwas zu abgedreht sind – der Wrestler Great Gozu mit der riesigen Stiermaske lässt grüßen. Aber gerade das gibt dem Anime diesen gewissen Charme. Wo wir schon davon reden, ein Erkennungsmerkmal der Reihe war schon immer das pinke Blut, mit dem man eine geringere Altersfreigabe erzwingen konnte, ohne groß auf die auslaufenden Körperflüssigkeiten verzichten zu müssen. Etwas konfus ist daher, warum Zetsubou-hen das pinke Blut beibehält, Mirai-hen als erster Teil in der Reihe jedoch rotes verwendet. Na ja, beim ersten Fall ist der Brutalitätsgrad an einer Stelle so hoch, dass es absolut Sinn macht, das pinke Blut zu verwenden. Wiederum beim zweiten Fall sieht man immer noch einige Blutfontänen spritzen, nur sind diese im Kontext weitaus harmloser. Allerdings wenn man schon in allen anderen Teilen eine stilistische Farbe etabliert hat, warum ändert man sie dann in diesem einen Fall? Vielleicht will man damit aussagen, Mirai-hen sei kein Spiel mehr, aber dann hätte der visuelle Bruch mit den Traditionen besser herübergebracht werden sollen. So wird man nur fragend zurückgelassen.

Eine der Stärken hingegen, auf die sich Danganronpa schon immer verlassen konnte, ist die musikalische Untermalung und auch in diesem Teil gibt es nichts zu Meckern. Die Bandbreite an musikalischen Stilen gibt jeder Situation ein gewisses Gefühl; sie bleibt atmosphärisch und auch die einzelnen Stücke, die man aus den Spielen kennt, passen wunderbar in die gewählten Situationen. Man merkt, dass sich der Komponist der Reihe, Masafumi Takada, auch in Danganronpa 3 richtig schön austobt. Die Performance der Seiyuus ist ebenfalls durch die Bank weg großartig, wobei ich Megumi Ogata als Makoto Naegi und vor allem als Nagito Komaeda hervorheben muss. Die Rolle von Komaeda gehört für mich einfach zu den besten und passendsten Vertonungen für einen Charakter, die ich bisher gehört habe. Wer viel Wert auf Openings und Endings legt, der hat Glück, denn der Anime hat jeweils eines für beide Serien. Mirai-hen besitzt das Opening „DEAD OR LIE“ von Maon Kurosaki feat. TRUSTRICK und das Ending „Recall THE END“ von TRUSTRICK, während Zetsubou-hen die Folgen mit „Kami-iro Awase“ von Binaria eröffnet und diese mit „Zettai Kibou Birthday“ von Megumi Ogata als Nagito Komaeda enden lässt. Alle Lieder erfüllen ihren Zweck, jedoch will ich Kami-iro Awase mit dessen entspannter Melodie und der Optik voller Metaphern bezüglich der Geschichte besonders hervorheben, auch weil es eines meiner Lieblingsopenings in dieser Season war.

Wie schlägt sich jetzt also der Anime insgesamt? Nun ja, wenn ich bedenke, dass ich anfangs kaum mit einem vernünftigen Anime gerechnet habe: Ich bin vollkommen zufrieden. Natürlich ist Danganronpa 3 nicht perfekt, aber hier sieht man, dass Kodaka die Geschichte um Kibougamine Gakuen so beenden wollte. Der Aufbau der Story, das Konzept, die Musik und gerade der spannende Anfang, der einige Theorien ins Rollen bringt, zählen hier zu den größten Stärken. Alle fragwürdigen Stellen resultieren daraus, dass man jede dieser Szenen zeigen wollte, dabei aber nicht ganz wusste wie. Und obwohl ich etwas enttäuscht darüber bin, wie es zu manchen Ereignissen kam, so bin ich trotzdem froh, diese und im Allgemeinen diesen Anime gesehen zu haben.


Bisher haben 78 User nach diesen GIFs gefragt. Informationen dazu findet ihr in meinem Profil
Vielen Dank an Moeface für die GIFs
Letzte Änderung: 1 Jahr 7 Monate her von SilentGray.

Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen 1 Jahr 7 Monate her #769222

Wow, klasse! Besser hätte ich Danganronpa 3 echt nicht beschreiben können! *o-gj* Unglaublich, wie viel Mühe du dir dabei gegeben hast. Die Wortwahl war spitze! Ich hätte es echt nicht besser machen können!!! *o-love* Ich hoffe, dass wegen deiner Rezension vielleicht noch mehr deutsche Otakus auf diesen Anime treffen, denn ich habe schön länger das Gefühl, dass Danganronpa viel zu unbekannt in Deutschland ist *o-toohappy*

Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen 2 Monate 1 Woche her #816751

Und was von Beidem sollte man der Chronolgie halber zuerst gucken?
Mirai-hen oder das Andere?

Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen 2 Monate 1 Woche her #816792

An densch:

Danganronpa 3 ist so aufgebaut, dass man es im wechsel guckt, da Zetsubou-hen fragen beantwortet, die Mirai-hen stellt. Sprich: Erste Folge Mirai-hen, dann erste Folge Zetsubou-hen, dann zweite Folge Mirai-hen, dann zweite Folge Zetsubou-hen und so weiter. Man kann natürlich auch erst die eine gucken und dann die andere. In dem Fall sollte man aber mit Mirai-hen anfangen, da Zetsubou-hen sonst Spoilert. Durch das nacheinander gucken verliert die Serie aber einen großen Teil ihrer Wirkung.

Ich hoffe, ich konnte damit weiterhelfen.
MfG
Synertex
Willst du ein kleines Geheimnis wissen?
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]

Du hast Interesse an Schach? Dann schau im Proxer-Schachclub vorbei!
Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von Synertex. Begründung: Korrektur + Addendum
  • Seite:
  • 1
Moderatoren: LaynaForummodLodrahilKnivesYuriko.Deviltoon
Powered by Kunena Forum